Archiv für Januar 2010

Firmware-Upgrade am Zoom H4

Freitag, 29. Januar 2010

Seit einiger Zeit nutze ich den Zoom H4, der inzwischen bereits als “Old Product” bezeichnet wird. Der Nachfolger wäre der Zoom H4n, den Dirk im Einsatz hat. Mit dem H4 zeichne ich die Arbeiten für RadioTux, vor allem die Zusammenfassungen der wöchentlichen Rückblicke von ubuntuusers.de und natürlich auch die Folgen und ShortCarts für das Projekt Deimhart auf. Mit dem Gerät bin ich soweit ganz zufrieden. Die Menüführung ist meiner Meinung nach eine Zumutung, damit komme ich aber irgendwie klar. Was mir überhaupt nicht gefällt und womit ich mich nur schwer abfinden kann, ist der Umstand, dass an dem Gerät offenbar die Systemzeit nicht eingestellt werden kann.

Das ist besonders dann mühsam, wenn sich mehrere Dateien auf der SD- oder SDHC-Card befinden, die von verschiedenen Veranstaltungen stammen. Ich kann mich dann zwar anhand der fortlaufenden Dateibezeichnung orientieren, schöner wäre natürlich ein korrektes Datum. Jenes zeigt bei mir aber immer den 16. September 2005 um ein Uhr nachts an. Und zwar bei jeder Datei, ganz stur.

Es ist durchaus möglich, dass der Zoom H4 gar keine interne Uhr eingebaut hat. Denn sonst würden die neueren Dateien auf dem Datenträger eine jüngere Datums- und Zeitangabe ausweisen. Stattdessen wird ihnen ein “statischer Zeitstempel” aufgedrückt.

Auf meinem Gerät befand sich seit dem Kauf die Firmware 2.20 darauf. Inzwischen ist die Version 2.40 aktuell, an der offenbar bloss ein paar Fehler gefixt wurden, die erst noch Windows betreffen und daher für mich nicht relevant sind. Im Stillen hoffte ich aber doch auf eine Funktion in der neuen Firmware, mit der sich das Datum einstellen lässt.

Das Upgrade funktioniert denkbar einfach. Allerdings braucht es dazu eine SD-Card, mit einer SDHC-Card lässt sich die Firmware nicht upgraden. Zunächst holt man sich die gezpippte bin-Datei herunter, entpackt sie und verschiebt sie auf eine SD-Card. Mit der kann man dann den Zoom H4 booten, in dem der runde Menüknopf nach unten Richtung “Input Menu” dauernd gedrückt und gleichzeitig das Gerät eingeschaltet wird. Dabei sollte der Rekorder am Strom angeschlossen sein und nicht von den Batterien gespiesen werden. Dann erscheint auf dem Display die Rückfrage, ob der Upgrade durchgeführt werden soll. Nach einer kurzen Prüfung der Datei erfolgt dann der Upgrade, der etwa 20 Sekunden dauert. Hernach wird das Gerät neu gestartet und das war es dann schon.

Aber ich habe mich vergeblich gefreut, denn eine Funktion, um das Datum und die Uhrzeit einzustellen, habe ich nicht gefunden. Das ärgert mich sehr, denn der H4 kennt durchaus die Berechnung mit der Zeit und kann die Aufzeichnungen auf Hundertstel-Sekunden genau ansteuern und Berechnungen vornehmen. Fast jedes Gerät kennt heute eine Systemzeit, die änderbar ist, bloss eben dieser zickige H4 nicht. Auch im Handbuch ist dazu nichts zu finden. Erstaunlich, dass der H4 diese Funktion nicht haben soll. Vielleicht taucht sie ja noch auf, auf irgendeinem skurrilem Weg – die Hoffnung stirbt zuletzt.

UNIX – Das umfassende Handbuch

Donnerstag, 28. Januar 2010

Aus der Reihe “Das umfassende Handbuch” von Galileo-Press gibt es natürlich auch ein Buch zum Thema UNIX. Geschrieben hat es Arnold Willemer im Jahre 2008. Gleich zu Beginn des Buches kommt meiner Meinung nach etwas Wesentliches zur Sprache: Ohne UNIX gäbe es kein Linux und ohne Linux wäre heutzutage das Erbe von UNIX bis auf ein paar wenige Ausnahmen versickert. Ausserdem lese ich in der Einleitung Inhalte, die ich sehr gerne mag: Schilderungen, weshalb sich UNIX bis heute gut erhalten hat und wo die Vorteile gegenüber andern Betriebssystemen – vor allem natürlich gegenüber Windows – liegen. Ich bin gar kein “Betriebssystem-Basher”, davon halte ich nichts. Aber es gibt faktische und rationale Vor- und Nachteile bei den einzelnen Betriebssystemen, und da liegt halt UNIX und Linux in manchen Dingen auch heute noch weit vorne. Allerdings gibt es auch Nachteile bei UNIX und Linux, das ist klar.

Das Buch richtet sich denn auch an UNIX- und Linux-Benutzer, von der Stufe her gesehen eher an die Einsteiger oder Anfänger. Die einzelnen Themen werden zwar recht tief behandelt, der Einstieg ist jeweils so ausgestattet, dass wenig bis kein Vorwissen – bis auf die vorausgehenden Kapitel in diesem Buch – notwendig sind, um die Inhalte verstehen zu können. Das Buch liest sich bequem, es wurde in einem sauberen Deutsch verfasst, Fremdwörter kommen nur im technischen Kontext vor, wo sie auch sinnvoll eingesetzt sind. Zunächst dachte ich, dass das Buch wohl mehr oder weniger ein Parallel-Titel von Linux – Das umfassende Handbuch sein könnte. Unix und Linux sind ja eng verwandt und wer ein Unix bedienen kann, wird auch mit einem Linux umgehen können und umgekehrt. Tatsächlich sind viele Kapitel identisch, die Herangehensweise ist aber bei diesem Titel eine ganz andere, der Sprachstil differiert stark und auch der Aufbau des Buches. Zwar geht es letztlich (fast) um das Selbe. Auf dem Buchdeckel vom UNIX-Handbuch ist zu lesen, dass der Titel für alle UNIX- und Linux-Systeme geeignet wäre. Dem stimme ich soweit zu, würde aber für einen Linux-User ganz klar das Handbuch für Linux empfehlen und für UNIX-Anfänger dieses Buch.

Der Titel umfasst 1026 Seiten, hat keine DVD oder CD beigelegt, verfügt aber über das Galileo Buch Update, mit dem online nach Anpassungen, Korrekturen und Erweiterungen zu diesem Buch gesucht werden kann.

Meiner Meinung nach ist das dritte Kapitel Administration am besten und am ausführlichsten ausgefallen. Es ist wohl auch eines der wichtigsten in diesem Buch beschreibt es doch, wie ein Unix-System zu bedienen und zu verwalten und zu pflegen ist. Auch für Benutzer, die Unix schon etwas kennen, wird sich hier sehr viel Neues eröffnen. Der Fokus liegt hier ganz klar bei einem Mehrbenutzer-System, an dem auch tatsächlich mehrere User gleichzeitig arbeiten. Es gibt zwar ein Kapitel, in dem der Betrieb als Server im Detail beschrieben wird, aber bereits beim Administrationsteil kommt der Leser schon richtig auf die Kosten, was den Server-Betrieb betrifft.

Nebst den andern Kapiteln wie Netzwerk, Server und X-Window gibt es noch dasjenige der Programmierung. Für Einsteiger dürfte dieses Kapitel hochinteressant sein, denn auch Perl und Python kommen zur Sprache. Dort gibt es auch Beispiele, die direkt getestet werden können. Ich habe mir dazu eine virtuelle FreeBSD-Instanz bereitgestellt. Und natürlich kommt auch die Shell hier noch einmal ausführlich zum Vorschein. Dieses Kapitel finde ich ebenso spannend und lehrreich.

Wer ein Unix-System als Server betreiben möchte, findet in diesem Buch sehr viele Tipps, Anhaltspunkte und natürlich auch Vorgehensweisen, wie ein solcher Server betrieben und vor allem parametrisiert wird. Die Themen dort sind sehr breit angelegt, NFS und Mail bilden wichtige Pfeiler, aber auch Datenbanken und Webserver.

Daneben sind in diesem Buch mannigfaltige Anleitungen, Schilderungen und Beschreibungen zum Thema Unix und Desktop zu finden. Es gibt ja Menschen, die Unix auf einem Desktop-Rechner betreiben (wollen). Dazu gehöre ich nicht; ich bin der Meinung, dass ein Unix in das Rechenzentrum gehört und nicht an den Schreibtisch. Dafür haben wir ja Linux – obschon auch das in unserem Rechenzeitrum zu finden ist. Aber die Geschmäcker, Anforderungen und Interessen sind ja verschieden und für die Exoten unter uns (Oder sind Unix-Desktöpler keine Exoten mehr?) gibt es also reichlich Stoff in diesem Buch.

Unix – Das umfassende Handbuch trägt die ISBN-Nummer 978-3-8362-1071-3 und ist im Handel für knapp 60 Euro zu kaufen.

Hotmail für die Schweiz

Mittwoch, 27. Januar 2010

Seit einigen Tagen ist es nun möglich, dass beim Uralt-Mail-Dienst hotmail auch Adressen mit der Top-Level-Domain .ch registriert werden können. Das berichtet der Tagesanzeiger und weitere Medien. Ich besitze noch immer ein Benutzerkonto bei Hotmail, aus der Zeit stammend, als der Dienst noch ausserhalb von Microsoft als selbständiges Unternehmen existierte. Damals war die Welt genau so in Unordnung wie heute, aber es bewegten sich bloss ein paar Pioniere im Internet.

Als dann Microsoft Hotmail gekauft hatte, verlor der Dienst nicht nur Benutzer, sondern später auch die Fähigkeit, ausserhalb des Internet Explorer anständig zu funktionieren. Das ist mittlerweile gefixt und der Webmailer lässt sich auch mit einem Firefox oder Opera unter einem Linux einigermassen bedienen. Allerdings wird es wohl wenige Linux-Leute geben, die ein Microsoft-Webmailer aktiv nutzen wollen. Wahrscheinlich nicht wegen der Qualität oder der Technik, sondern eher aus philosophischen Gründen.

Ich nutze das Konto nicht aktiv. Als ich die Meldung vom Tagesanzeiger gelesen habe, wollte ich mich wieder einmal einloggen und mich etwas umsehen. Der Spamfilter scheint in Ordnung zu sein, das Postfach ist bis auf die Werbemails von Microsoft leer. Klickt man dann aber auf den Link “E-Mail-Konto hinzufügen”, erscheint die scheussliche Meldung, dass das Server-Zertifikat in keinem Root-CA-Zertifikat gefunden werden kann.

Sollte denen da drüben nicht passieren, aber Fehler können überall geschehen. Ist einfach nicht ganz so schön. Eine *.ch-Adresse werde ich mir nicht besorgen, wer aber eine will, tut gut daran, möglichst schnell zu sein, um seinen Lieblingsalias zu sichern. Ich bin nicht generell gegen Microsoft, im Gegenteil: Windows 7 und der Windows Server 2008 R2 machen mir einen sehr guten Eindruck und ich konnte mit dem Server schon einige Lösungen treffen, aber ich stehe halt dafür ein, dass Wissen offen zur Verfügung stehen soll. Nur dann kann es sich ausdehnen und alles andere ist letztlich schädlich für uns als Gemeinschaft.

RSS-Feeds statt E-Mails per PHP

Mittwoch, 27. Januar 2010

Vor ein paar Tagen habe ich hier von der kleinen Herausforderung geschrieben, Kommentierende innerhalb der kleinen Bücherdatenbank davon in Kenntnis zu setzen, wenn neue Kommentare hinzukämen. Üblicherweise wird das – wie beispielsweise bei den grossen Anbietern von Blogsoftware – per Mail bewerkstelligt. Das hat sich soweit auch bewährt, das Ganze weist aber eine Haken auf: Die Leser, die einen Kommentar hinterlassen wollen, werden oft gebeten oder teilweise sogar dazu genötigt, eine gültige E-Mail-Adresse zu hinterlassen.

Freilich, fast alle Internauten nutzen heute eine “Billig-Adresse” oder eine erweiterte Google-E-Mail-Adresse (Benutzername+Erweiterung@google.com), die sie bei solchen Diensten angeben. Trotzdem halte ich es für unschön, dass ich bei der kleinen und für einige Besucher wohl eher unwichtigen Bücher-Datenbank extra eine E-Mail-Adresse verlangen muss, nur damit sie kommentieren können. Ich selbst bin an den Adressen gar nicht interessiert, sie würden bloss für die Benachrichtigung bei neuen Kommentaren benutzt. Doch so, wie ich es bislang gelöst habe, ist es mir deutlich sympathischer. Ich muss keine persönlichen Daten verlangen.

Eine ganze Weile habe ich darüber nachgedacht und erinnerte mich erst viel später an eine Technik, welche ich tagtäglich nutze und die darüber hinaus sehr einfach zu implementieren ist, aber auch für die Leser sehr simpel benutzt werden kann: RSS.

Ich bin mir zwar nie ganz sicher, ob nun RSS definitiv stirbt oder ob es doch noch den Erfolg – was man auch immer darunter verstehen will – erreichen wird. Die ganze grosse Verbreitung hat diese Technik nie erreicht, aber bei den Benutzern, die RSS nutzen, dürfte es doch mehrheitlich geschätzt werden. Und so gehe ich davon aus, dass es das gute, alte RSS noch eine ganze Weile geben wird. Deswegen setzte ich unter PHP für die Kommentare RSS-Feeds ein, die ich bei dieser Gelegenheit auch gleich für die Hauptdatenbank erzeugt und per alternate in die Website eingepflegt habe, so dass die modernen Browser den Feed erkennen und anzeigen.

Damit habe ich das Ziel erreicht, auch wenn nicht alle Leser RSS kennen und vielleicht nutzen möchten. Es steht eine Alternative zur E-Mail-Benachrichtigung bereit, die es den Lesern ermöglicht, anonym oder mindestens ohne Angaben von persönlichen Daten zu kommentieren.

Mit PHP ist es recht einfach, einen validen RSS-Feed zu erzeugen. Wichtig ist dort, dass der Header richtig gesetzt wird und dass das Datum dem RFC 822-Papier entspricht.

<?php header("Content-Type: application/rss+xml");
echo('<?xml version="1.0" encoding="ISO-8859-1"?>');?><rss version="2.0">
  <channel>
    <title>Yodas Feed</title>
    <link>http://yoda.ch</link>
    <description>Die Macht ist stark bei den geistig Schwachen</description>
    <language>de-de</language>
    <pubDate><?php echo(date("r"));?></pubDate>

Dann folgt die Wiederholung der einzelnen Datensätze aus der Datenbank oder einer andern Quelle:

  <item>
    <title>Titel des Beitrages</title>
    <link>http://yoda.ch</link>
    <description><![CDATA[Hier folgt der Inhalt des Beitrages.]]></description>
    <pubDate><?php echo(date("r")); ?></pubDate>
  </item>

Falls das Datum innerhalb von Item aus einer Quelle gezupft wird, muss es in der Regel noch umgerechnet werden. Dies kann auch so erreicht werden:

<pubDate><?php echo date("D, d M Y H:i:s",strtotime(Datenbank-Tabelle['FeldName'])); ?> +0100</pubDate>

oder eben mit dem “r”. Zum Schluss muss der Channel und das RSS-Sheet wieder geschlossen werden:

</channel>
</rss>

Damit sind die wichtigsten Regeln für ein valider RSS-Feed erfüllt. Allenfalls, je nach Codierung, muss man noch etwas an den Umlauten und Sonderzeichen basteln, beziehungsweise diese ersetzen lassen.

Es gibt ja auch Dienste, die aus Webseiten RSS-Feeds basteln. Die wollte ich aber nicht nutzen. Es ist mir wohler, wenn ich das, was ich glaube, ich könnte es steuern oder beeinflussen, auch tatsächlich steuere oder mit beeinflusse. Mindestens im Glauben.

Ein feines Notizbuch aus Papier

Dienstag, 26. Januar 2010

Kürzlich fand ich bei Stephan ein Hinweis auf ein spezielles Notizbuch. Ich stehe auf analoges Schreiben mit der Füllfeder auf Papier und deshalb nahm mich das Notizbuch in den Bann. Notizen schreibe ich nie in digitaler Weise nieder; auch im Geschäft nicht – zum Unmut meiner Kameraden und Vorgesetzten. Aber da führt kein Weg vorbei. Notizen gehören mir und wenn sie jemand anders nutzen will, so soll er sie in der Form abholen, in der ich sie verfasst habe. Das halte ich schon seit meiner ganzen beruflich Unlaufbahn so und ich werde wohl nie davon abrücken. Daten, bei denen ich zum Voraus weiss, dass sie geteilt werden müssen, schreibe ich natürlich mit dem RedNotebook oder Geany nieder, manchmal werfe ich die Informationen auch auf ein Wiki.

Und so kaufte ich ein solches Büchlein. Ein Exemplar kostet knapp 23 Euro plus Versandkosten. Nicht gerade günstig, finde ich. Dann müsste der Schinken schon etwas Besonderes sein. Zum Glück kann man bei magmag mit PayPal bezahlen. Das geht am einfachsten und ist deutlich sicherer, als man gemeinhin liest. Nach drei Tagen war das Teil schon bei mir.

Das Bild habe ich bei magmag geklaut.

Das Notizbuch ist mit einem sehr weichen und doch stabilen Einband versehen, es besitzt ein Buchzeichen und ein Gummiband, um das Buch verschlossen zu halten. Ein klassischer gebrochener Buchrücken und eine Lasche im hinteren Deckel für lose Blätter runden das Produkt ab. Die einzelnen Notiz-Seiten suggerieren dem Besitzer, Rockefeller’s 5×5 Prinzip, wonach bloss die fünf wichtigsten Ideen am Tag verfolgt werden sollten und alles andere würde delegiert werden. Ausserdem gibt es auf jeder Seite eine kaum sichtbare Aufteilung, um einzelne von einander getrennte organisatorischen Elemente anbringen zu können. Das ist für mich eine der fürchterlichsten Anwendungen eines solch teuren Notizbuches.

Wer sich schon bei seinem Notizbuch Regeln unterwirft, wird es nie als Notizbuch, sondern als Organisations- und Verwaltungswerkzeug nutzen und das ist eine Degradierung eines echten Notizbuches. Möglichst wenige Regeln ergeben das grösste Potential, um etwas zu erschaffen. Für mich bildet ein Notizbuch die Manifestation der Gedanken auf Papier ab. Und das ist ein sehr wertvoller und zugleich hochinteressanter Vorgang. Und dabei will ich keine oder möglichst wenig Regeln sehen. Offenbar verstehe ich unter einem Notizbuch etwas anderes als die Menschen bei magamag.

Und trotzdem gefällt mir das Teil sehr gut, gerade weil es gut verarbeitet ist und elegant aussieht. Gerade richtig für meine wirren Gedanken, Ideen und Spinnereien. Bisher gibt es noch keine Applikation, die mir das bietet, was ich mit einer Füllfeder und Buntstiften und einem Notizbuch erreichen kann.

Natürlich schreibe ich keine Telefonnummern oder Einkaufslisten zu kurzfristiger Gedächtnisauslagerung in das teure Notizbuch, sondern nutze es bloss für meine kreativen “Hochform-Ergüsse”. Und die spriessen nicht täglich aus meinem Hirn, sondern melden sich bloss alle paar Tage oder manchmal sogar Wochen.

Wem die Bücher bei magmag zu teuer erscheinen, findet gute und etwas günstigere Alternativen bei Moleskine oder dem Deutschen Bindewerk.

LiNUWARE – Linuxtauglichkeit bewerten

Dienstag, 26. Januar 2010

Im Zusammenhang mit meinem Lenovo IdeaPad S12 hat mich Pascal auf die Site LiNUWARE aufmerksam gemacht, die er in das Leben gerufen hat. Darauf kann Hardware auf die “Linuxtauglichkeit” bewertet werden. Eine solche Einrichtung finde ich eine sinnreiche Sache, denn es gibt bislang meines Wissens keine Datenbank, in der Hardware auf die Tauglichkeit für den Pinguin festgehalten wird. Es existieren zwar einige Hardware-Listen, die sind aber oft nicht vollständig. Das ist LiNUWARE auch nicht, könnte es aber vielleicht werden, denn sie soll – wie einige bestehenden Listen auch – von der Community gepflegt werden.

Auf dieser Plattform haben Sie die Möglichkeit die Linux-Tauglichkeit von Produkten zu bewerten. Im Gegenzug erhalten Sie die Möglichkeit, die Bewertungen anderer Mitglieder zu erkunden. Je mehr mitmachen, desto besser für alle.

Deswegen habe ich mir die Site angesehen, einen Login erzeugt und den S12 als neue Hardware erfasst. Das hat ganz gut geklappt, obschon ich beim Formular für neue Beiträge noch gerne die eine oder andere Information abfragen würde. Beispielsweise wären der Prozessortyp und vor allem die Grafikkarte, aber auch der Soundchip interessante Einzelheiten zu einem Rechner. Ausserdem würde ich sicherstellen, dass ein Produkt nicht mehrfach erfasst werden kann, sondern nur dessen Bewertung.

Mit dieser Applikation können nun die einzelnen Items bewertet und / oder das Ranking betrachtet werden. Beim Betrachten des Rankings musste ich mich zunächst etwas mit der spartanischen Benutzerführung vertraut machen und mir überlegen, welche Relationen unter den Daten spielen. Ich bin mir sicher, dass sich Pascal beim Modellieren dieser Datenstruktur gründliche Überlegungen gemacht hat, die offenbaren sich aber meiner Meinung nach nicht oder mindestens nicht auf Anhieb. Ich fühlte mich zunächst ziemlich verloren. Über das Produkt IBM THINKPAD X40 bin ich schliesslich irgendwie auf das Ubuntu-Ranking gelangt, bei dem mir nicht klar ist, ob es sich um ein generelles Ranking von Ubuntu 9.10 handelt, oder ob die Bewertungen in Verbindung zum X40 zu lesen sind.

Weiter gehe ich davon aus, dass das Kreisdiagramm für die drei Zustände, die beim Erfassen von Hardware angeboten werden, stehen. Grün für gut, gelb für neutral und rot für schlecht. Ein Besucher, der noch keine Hardware erfasst hat, muss sich diesen Zusammenhang aus den Fingern saugen, da sie – soweit ich das beurteilen kann – nirgends gelistet sind. Über die Tagcloud auf der rechten Seite gelangt man dann zu den verschiedenen Begriffen und deren Inhalte. Die stehen aber in keinem Zusammenhang mit Ubuntu, oder nicht in einer erkennbaren Relation. Es sind eben Tags und damit freie Verbindungen. Mir fehlen nun noch die Kommentare zu den einzelnen Datensätzen, welche für dieses Ranking herangezogen werden. Ich fand sie nicht; vielleicht sind sie von dieser Seite auch nicht erreichbar, was ich sehr schade fände.

Die doppelstöckige Menüführung, welche zeitweise oben angezeigt wird, erschliesst sich mir mehr oder weniger klar. Das obere Menü ermöglicht die globale Navigation auf der Site, mit der unteren koordiniert man die Bewegungen innerhalb des jeweiligen Themas, in dem man sich befindet. Es hat aber auch ein klein wenig gedauert, bis ich das herausgefunden habe.

Toll finde ich, dass die Site in zwei Sprachen zur Verfügung steht: Deutsch und Englisch. Damit ist die Chance deutlich höher, dass sich daraus dereinst eine umfassende Datenbank ergibt. Die Website ist – soweit ich das überhaupt sagen kann – sauber und valid erzeugt und macht auch sonst einen guten Eindruck.

Allerdings rate ich dringend dazu, den Besuchern – und damit auch den Lieferanten von Bewertungen – etwas ausgiebiger mitzuteilen, wie die Daten zu lesen sind, in welchem Zusammenhang sie stehen und vielleicht die Navigation etwas fassbarer zu gestalten. Wenn Menschen hier etwas zu dieser tollen Idee beitragen wollen, müssen sie sanft und sicher geführt werden. Sie sollten wissen, welche Daten sie gerade ansehen, wie sie entstanden sind und weshalb sie in dieser oder jener Relation präsentiert werden. Fehlt dieses Verständnis, verlieren die Besucher das Interesse und hauen ab. Ich denke, dass es sich für diese gute Idee lohnen würde, sich noch ein paar Ideen-Skizzen und alternative Darstellungsformen oder zur Navigation zu zeichnen oder notieren. Es ist meiner Meinung nach wichtig, dass die Nutzer wissen, wo sie sich innerhalb des Projekts befinden und worauf die Daten basieren, die sie gerade ansehen. Orientierungslosigkeit ist der Freund der “Webseiten-Aussteiger”.

Aber eventuell ist dieser Ratschlag Null und nichtig. Denn vielleicht bin ich ja der Intelligenz-Allergiker und besitze einfach nicht genug Grips, um zu verstehen, was auf LiNUWARE passiert. Dann lasse ich mich gerne belehren. Vielleicht hilft es ja. Auf jeden Fall halte ich LiNUWARE für eine sehr tolle Idee und wünsche Pascal, dass er sie zum Erfolg führen wird.

Ubuntu 9.10 auf Lenovo IdeaPad S12

Montag, 25. Januar 2010

Vor einigen Tagen habe ich vom täglichen Guido ein weiteres Netbook für günstiges Geld beschafft. Es handelt sich dabei um ein Gerät aus dem fernen Osten (das sind ja mittlerweile alle Geräte ab der Stange) aus dem Hause Lenovo. Ein IdeaPad S12 ist es und der erste Eindruck ist ganz gut. Es wirkt deutlich stabiler und robuster gebaut als die aktuellen Geräte namens EEE PC aus dem Hause ASUS. Die ersten EEE PC waren ja noch recht robust, aber ich denke, die werden auch immer billiger und damit lässt die Qualität nach, vor allem diejenige vom Gehäuse und der Tastatur. Bei diesem Rechner ist das (noch) nicht der Fall. Die Tastatur ist schön weich im Anschlag und sie vermittelt den Eindruck, dass sie qualitativ gut verbaut wäre. Auffallend für mich ist, dass Lenovo keine Taschen ausliefert. Die muss man sich separat erwerben; die ASUS-Leute packen immer eine passende Tasche mit in den Karton.

Mein Anforderungsprofil für ein Netbook ist ziemlich einfach gestrickt. Ich brauche einen Browser, ein E-Mail-Client, möchte gerne einen guten Editor wie Bluefish oder Geany nutzen, setze ab und an FTP ein und blogge vielleicht mal etwas. Dazu muss ich eine rudimentäre Bildbearbeitung ausführen können – ich nutze meist das für mich völlig überladene Gimp – und will auch noch etwas mit Audacity wirken. Dann kommt noch Telefonie dazu (ja, ich gebe es zu, ich nutze Skype) und das wäre es dann schon.

Die Dinger werden mit Windows XP ausgeliefert. Das ist für einen Windows-Menschen sicherlich eine gute Wahl, wobei bei zwei GB flüchtigem Speicher, der standardmässig verbaut wird, allenfalls auch ein Windows 7 in Frage käme. Ich nutze lieber ein freies Betriebssystem und Anwendungen dazu und so habe ich darauf Ubuntu Karmic Koala installiert. Ich nutzte einen USB-Stick und die Desktop-Variante, damit ich bei ersten Booten, der ja nichts am bestehenden System verändert, testen konnte, ob alle Hardware erkannt wird. Die Installation klappte dann auch ohne Herausforderungen, recht schnell und schmerzfrei. Das ist für mich ein wichtiger Punkt, denn aufgrund meiner schwachen Kenntnisse in Sachen Hardware und Linux bin ich darauf angewiesen, dass die Installationsroutine von Ubuntu meine Hardware erkennen und die Software dazu mehr oder weniger selbständig parametrisieren kann. Für den WLAN-Käfer braucht es einen unfreien Treiber, denn es liegt eine Broadcom-STA-Funk-LAN-Karte vor.

Diese funktioniert soweit ganz gut, mit der Ausnahme, dass ich keine WEP-verschlüsselte Verbindung zustande brachte. Jene SSIDs werden bei der Suche auch nicht mehr gefunden und wenn ich sie von Hand hinzufüge, kommt keine Verbindung zustande. Nun, WEP ist mindestens von vorgestern und völlig unsicher. Deswegen weine ich jenen Verbindungen nicht nach, sondern stellte auf WPA beziehungsweise WPA2 um. Weiter sehe ich einen Nachteil darin, dass das Gerät für Windows konzipiert wurde, weil BIOS-Upgrades und dergleichen für jene Plattform bereitgestellt werden. Aber ansonsten bin ich sehr zufrieden damit. Sämtliche Hardware wird sauber erkannt und kann sofort benutzt werden.

Auch die Funktionstasten laufen einwandfrei; beispielsweise um die Lautstärke zu regeln oder die drahtlosen Verbindungen zu deaktivieren. Es sind drei USB-Anschlüsse vorhanden, was für ein Gerät in dieser Klasse ausreichen sollte. Und es gibt nicht nur einen Slot für SDs, sondern auch ein Schlitz für ExpressCards.

Im Gerät taktet ein Intel Atom-Prozessor (Es gibt auch eine VIA Nano Version), 2 GB flüchtiger Speicher sind in DDR II SO-DIMMs da, 12.1 Zoll bietet der Bildschirm, der eine LED-Hintergrundbeleuchtung hat. Dahinter wirkt ein Intel GMA 950 Chip, welche sofort erkannt und eingesetzt wurde. Die Festplatte ist eine SATA mit 160 GB Platz. Die integrierte Kamera bietet 1.3 MegaPixel, welche ich mit Cheese bediene. Weitere Informationen zu den Spezifikationen gibt es hier zu lesen.

An einigen Stellen im Internet habe ich von Interrupts gelesen, die unter Linux bei diesem Gerät auftreten würden. Bisher begegnete ich diesem Verhalten erst einmal. Beim Booten blieb der Rechner stehen, bis ich eine Taste betätigte, dann ging es weiter. Das passiert aber bisher erst einmal, wobei ich den Rechner gesamthaft erst ungefähr 30 mal gestartet habe. DIe Akku-Laufzeit kann ich im Moment noch nicht so gut beurteilen, weil ich im Akku-Betrieb mein Android-Telefon per USB angeschlossen habe, welches dann zusätzlich noch Spannung aufnimmt und die Akkulaufzeit beeinflusst. Mit dem Telefon im Schlepptau zeigt die Energie-Verwaltung eine Laufzeit von knapp drei Stunden an. Das vollständige Aufladen des Akuus dauert etwa zweieinhalb Stunden.

Die Tastatur finde ich ganz gut, die behagt mir sehr, ist weich zu bedienen und unterscheidet sich bis auf den Numlock kaum mehr von einer normalen Qwertz-Tastatur. Für mich ist es das ideale Gerät für unterwegs, da es doch noch leichter und kleiner ist als mein Lenovo R61 und dennoch ausreichend Komfort bietet. Das 12.1 Zoll Gerät sehe ich als die ideale Zwischenform inmitten von Notebooks und für mich zu kleinen 10 Zoll-Geräten oder gar Handys. Allerdings sind die 12.1 Zoll auch ein Grund, im Gerät kein klassisches Netbook mehr zu sehen, sondern eher bereits ein Notebook. Mir ist das ziemlich wurscht. Mir gefällt das Gerät, es funktioniert auch mit Ubuntu recht flott und ich arbeite gerne damit.

Linux-Bücher und artverwandte Schinken

Freitag, 22. Januar 2010

Mittlerweile konnte ich mir etwas Zeit nehmen und meine Bücher im Gestell in einer kleinen Datenbank erfassen und online stellen. Das kleine Projekt ist soweit gut gelaufen, es ist zwar noch nicht ganz fertig, die HTML-Validität ist noch im Argen und ausserdem fehlen noch einige Funktionen, die ich im Laufe der Zeit einpflegen werde. Wie es bei Kindern jeden Alters üblich ist, konnte ich nicht warten, bis alles sauber fertig ist und habe sie DB bereits veröffentlicht.

Durch diesen Beitrag konnte ich sehr viel lernen, denn die Kommentare sind gespickt mit guten Werkzeugen, um sich an die Modellierung einer Datenbank heranzuwagen. Die Datenbank, die ich erzeugen wollte, ist ja nicht weiter komplex, eher einfach und simpel gestrickt; passend zu meiner Person. Die Datenbank bildet die Bücher zum Thema Linux und Schreiben aus meinem Bücherregal ab, zeigt dazu den Verlag und die Autoren sowie ein paar weitere Meta-Daten. Dazu gibt es ein Link zu Amazon und je nach dem noch weitere URLs zu diesem Buch. Twitter, identi.ca können direkt mit dem Buchtitel bedient werden und das Buch lässt sich auch per Mail mit zwei Klicks und ein paar Anschlägen weiter empfehlen. Eine minimale Suchfunktion ist da und ausserdem sind Kommentare möglich.

Bei Letzteren bin ich mir unsicher, ob ich diese Funktion durch eine Benachrichtigung erweitern soll, welche ausgesandt wird, wenn weitere Kommentare zu einem Buch dazukommen. Dazu müsste ich aber die E-Mail-Adresse der kommentierenden Person abfragen; ich finde es jedoch sehr sympathisch, dass ich genau das im Moment nicht tue. Man kann kommentieren, ohne “verbindliche Angaben” abgeben zu müssen. Solange hier nicht allzuviel läuft und wenig Kommentare einfliessen, lasse ich es wohl, wie es ist. Der erste Kommentar hinterlegte übrigens Florian, bei dem ich auf sein interessantes Blog stiess.

Die Relationen habe ich erstmals im MySQL Workbench erstellt. Das ging ganz gut. Das Teil lässt sich ja auch noch für kleinere Überwachungsarbeiten nutzen.

Ich muss mich aber schon noch etwas tiefer in die Materie einarbeiten; dazu habe ich mir zwei Bücher geleistet, die natürlich auch schon in der DB zu finden sind:

Darin wird unter vielen andern Themen auch MySQL Workbench angesprochen oder tiefer behandelt. Sobald ich etwas weiter mit den Bücher bin, werde ich dazu noch ein paar Sätze brünzeln.

Zur Pflege der Daten habe ich eine kleine Verwaltung auf Basis PHP und HTML gebastelt. Dadurch kann ich von überall her auf die Daten zugreifen, weitere erstellen oder löschen. Weiter gibt es einen niedlichen CronJob, der die Rangliste der Bücher aufgrund der Anzahl Aufrufe einmal am Tag errechnet. Diese Daten zeige ich aber (noch) nicht an. Zusätzlich wollte ich neu erfasste Bücher über identi.ca preisgeben und habe dazu identica-php eingesetzt. Dort klappt im Moment die utf-8-Codierung nicht so, wie ich es will, aber das kriege ich auch noch in den Griff.

Alles in Allem bin ich zufrieden mit dem Teil und meine, dass ich damit der Individualität genügend Rechnung getragen habe; es ist eine eigene, einfache und friedliche Lösung, statt ein Mainstream-Standard-Werkzeug.

Der Nutzen von Netbooks

Donnerstag, 21. Januar 2010

Netbooks sind ja so richtig schön in Mode gekommen. An BarCamps und andern Veranstaltungen aus der Gemeinschaft sieht man die kleinen Rechner immer öfters und zum Glück auch noch recht oft mit einem Linux bestückt. Der Bürgermeister fragte hier vor ein paar Tagen, wie der Nutzen und der Einsatz von Netbooks ausschaut:

Nun interessiert mich, wie setzt ihr euer Nebook ein bzw. wie würdet ihr es einsetzen, vorausgesetzt ihr besitzt eines. Habt ihr neben einem Laptop ein Netbook usw. Aber ganz interessant ist für mich setzt ihr auf eurem Netbook eine ganz “normale” Linuxdistribution ein oder eine speziell für Netbooks, wie eebuntu oder Goblin. Oder einen Remix, egal ob es sich dabei um den von ubuntu oder Mandriva handelt? Wenn ihr eine “normale” Distribution paßt ihr dann die Applikationen an z.B. den Browser?

Nun, wir haben in unserem Haushalt mittlerweile vier Netbooks. Ein EEE PC 901, einen EEE PC 1000 H, einen EEE PC 1101 HA und ganz neu noch einen Lenovo IdeaPad S12. Ich werde mir kommende Woche wohl etwas Zeit nehmen und ein paar Sätze zur Neuanschaffung schreiben.

Der 901 gibt langsam aber sicher den Geist auf; jenes Gerät verfügt noch über keine Festplatten. Auf allen Geräten, ausser dem 1101 HA läuft Karmic Koala; und zwar die ganz normale Installation (Desktop-Variante, ab USB installiert). Ich habe bei keinem der Geräte besondere Anpassungen vorgenommen, bloss die Software-Auswahl je nach dem Nutzer oder der Nutzerin angepasst. Das ist alles.

Ich nutze aber hauptsächlich ein Notebook (Lenovo R61), das ich als “Desktop-Rechner” missbrauche. Wir haben in unserem Haus bloss noch eine Zentraleinheit, allerdings ohne Bildschirm, Maus und Tastatur. Darauf läuft ein Ubuntu-Serverli zu Testzwecken. Ich halte Desktop-Rechner für ungünstig, platz- und energie-verschwenderisch. Letzteres mag sich aber in den vergangenen Monaten deutlich verbessert haben. So gesehen nutzen wir bei uns nur noch Klapprechner.

Das Netbook (oder die Netbooks) nutze ich vor allem unterwegs, nehme es aber auch ab und zu gerne mit nach unten in das Wohnzimmer, um dort ein paar Zeilen zu schreiben, während die Familie fernsieht. Die Remix-Versionen passen mir allesamt nicht, weil sie zwar den Platz auf dem knappen Bildschirm besser ausnutzen wollen, in Wahrheit aber das Gegenteil erreichen; mindestens nach meiner Ansicht. Ich mag halt die Standard-Installation unter Gnome, simpel, einfach und sauber. Ich setze dann lediglich die Schriftgrösse auf 9, verringere die Höhe der Gnome-Panels auf 19 Pixel und mache sie transparent. Nebst der vorinstallierten Software füge ich je nach Ansprüchen noch gFTP oder FileZilla, Bluefish, RedNotebook, XMind, Geany, RapidSVN, DropBox oder Ubuntu One (nur einrichten nötig), einen zweiten Browser wie SeaMonkey oder Opera, Skype, Thunderbird mit Enigmail, BackInTime, Ubuntu Tweak, Audacity, Soundconverter, Cheese, gPodder, vlc und gpardet sowie cryptsetup hinzu. Manchmal nutze ich noch den Gwibber und für das MP3-Tagging EasyTag.

Netbooks gefallen mir vor allem in der Grösse von 11.4 Zoll. Für viele Nutzer fallen diese Geräte schon nicht mehr unter die Netbooks, ich finde aber gerade an den Geräten grossen Gefallen. Sie sind handlich, klein, verfügen aber über eine (fast) normale Tastatur und eben einer Auflösung von ungefähr 1200 mal 800 Pixeln. Das ist schon ziemlich komfortabel für einen “Reise-Rechner”. Ich möchte sie nicht mehr missen, diese Netbooks. Und weil sich in vielen Fällen auch auch ein Linux darauf betreiben lässt, gefallen sie mir noch deutlich besser. Ausserdem gibt es bei den einschlägigen Veranstaltungen meist ein kostenfreies WLAN und damit habe ich immer alles dabei, was ich brauche.

Ja, und die wirklich wichtigen Dinge, die notiere ich mir in mein physisches Notizbuch. Dort sind die Daten zwar nicht so gut und vor allem schnell zu Teilen und zu Verbreiten, aber die sind durch eine Art und Weise in das Notizbuch gelangt, die noch mehr Individualität ermöglicht, als blosses ASCII oder was auch immer. Das beste Netbook ist halt noch immer mein Moleskine.

Mit Ubuntu externe Datenträger verschlüsseln

Freitag, 15. Januar 2010

Manchmal ist es ganz hilfreich, Daten per USB-Stick oder SD-Card Mobilität zu verleihen. Viele der etwas modernen Note- und Netbooks haben einen SD-Card-Reader eingebaut, so dass auch diese Karten nebst einem USB-Stick zu einer ernstzunehmenden Alternative heranwachsen. Ausserdem steigt die Speicherkapazität stetig an, im Moment stehen wir bei maximal 16 GB, erwartet werden zurzeit 48, beziehungsweise 64 GB Kapazität für SD-Cards. Im Zuge der Verbreitung von digitalen Fotoapparaten gewinnt dieses Speichermedium vielleicht noch mehr an Bedeutung.

Viele der Daten, die wir per USB-Stick oder eben SD-Card mit uns herumtragen, wären eigentlich schützenswert. Bloss wende ich das in den wenigsten Fällen an, ausser im beruflichen Bereich. Dort muss ich das tun und ausserdem habe ich meinen Namen unter ein Dokument gesetzt, auf dem steht, was passiert, wenn ich es nicht tue. Deswegen bin ich der Meinung, dass ich mich selbst an der Nase packen sollte und auch private Daten eher und regelmässig vor fremden Zugriff schützen sollte. Eine SD-Card oder ein Stick geht ja schnell verloren und kann so in fremde Hände kommen.

Die Verschlüsselung mit cryptsetup und der Erweiterung LUKS halte ich für angebracht. Viele Alternativen dazu gibt es ja eigentlich nicht, wenn man den gesamten Datenträger verschlüsseln will. Diese kurze Anleitung lässt sich auch auf USB-Sticks sowie auf externen Festplatten anwenden. Im Beispiel wird der gesamte Datenträger für eine verschlüsselte Partition benutzt.

Der Datenträger – also eine SD-Card, ein USB-Stick oder eine externe Festplatte – sollte zuvor gelöscht werden, so dass sich keine Daten mehr darauf befinden. Danach notiert man sich am besten den Datenträgernamen, wie es im System eingehängt ist. Das sieht man im Terminal mit dem Befehl sudo blkid. Das sieht dann etwa so aus:

/dev/sda1: UUID="06f8f99f-4112-4f70-baf5-4efa6a2385cf" TYPE="ext4"
/dev/sda5: UUID="cb8ef88a-9d2f-44c8-ba2b-d1d83557969c" TYPE="ext4"
/dev/mmcblk0p1: SEC_TYPE="msdos" LABEL="HPR707" UUID="3414-7CE5" TYPE="vfat"

In diesem Beispiel ist der Datenträger mmcblk0p1 die SD-Card. Falls eine Unsicherheit besteht, welcher Datenträger der Richtige ist, sollte dieser physisch entfernt und der Befehl erneut eingegeben werden. Dann sieht man sogleich, welche Zeile im Vergleich zur vorherigen Ausgabe fehlt. Auf keinen Fall einfach irgendeine Auswahl treffen! Ausserdem sollte der Datenträger nach dem Löschen der Daten zwar noch physisch am Computer angehängt oder eingesteckt, aber nicht mehr gemountet sein. Bitte aushängen.

Zunächst braucht es das Paket cryptsetup, das wie folgt installiert werden kann:

sudo apt-get install cryptsetup

Danach kann der Datenträger zum verschlüsselten Teil formatiert werden. Dazu wird der Befehl eingegeben, worauf der Datenträgername genannt wird, der zuvor notiert wurde:

sudo cryptsetup luksFormat /dev/Datenträgername

Die Sicherheitsfrage kann man mit YES beantworten und danach sollte ein möglichst starkes Kennwort für die Verschlüsselung gewählt werden. Es wird zur Bestätigung zweimal verlangt.

Danach muss der Manager zum Öffnen der verschlüsselten Datenträger geöffnet und der entsprechende Datenträger angegeben werden, wobei der letzte Wert (crypt_sdcard) die Partition benennt und auch anders heissen darf. Dabei wird das zuvor eingegebene Kennwort verlangt.

sudo cryptsetup luksOpen /dev/Datenträgername crypt_sdcard

Dann wird ein Dateisystem angelegt. In diesem Fall eine ext3-Partition:

sudo mkfs.ext3 /dev/mapper/crypt_sdcard

Jetzt kann der Datenträger gemountet und die nötigen Rechte verteilt werden:

sudo mount /dev/mapper/crypt_sdcard /mnt
sudo chown 1000:1000 /mnt

Das war es eigentlich schon. Bitte den Datenträger wieder aushängen und den LUKS-Manager wieder schliessen:

sudo umount /dev/mapper/crypt_sdcard
sudo cryptsetup luksClose crypt_sdcard

An diesem Rechner, an dem diese Arbeit verrichtet wurde, kann nun der verschlüsselte Datenträger sogleich benutzt werden. Einfach ein- oder anstecken und das Kennwort angeben. Das ist alles.

Beim Aushängen kann es allerdings zu unschönen Fehlermeldungen kommen. Das hat wahrscheinlich mit LUKS zu tun, da bin ich mir aber nicht sicher.

Ich konnte das Problem so umgehen, dass ich nicht per Rechtsklick “aushängen” befahl, sondern im Terminal einen umount-Befehl per sudo absetzt. Also etwa so:

sudo umount /media/d225aac2-2599-471b-b075-1a0957749faa

Damit erschien keine Fehlermeldung. Es funktioniert aber auch, wenn man nach dem Befehl “aushängen” per Mausklick ein paar Sekunden wartet, bevor der Datenträger physisch abgehängt wird. Der Datenträger lässt sich natürlich auch an andern Rechnern verwenden. Dort muss allerdings das Paket cryptsetup installiert sein, sonst kann der Datenträger nicht entschlüsselt werden. Ist das Paket (noch) nicht vorhanden, wird trotzdem zunächst nach dem Kennwort gefragt, worauf dann diese Fehlermeldung erscheint:

Sobald aber das Paket installiert wurde, klappt alles wunderbar. Damit steht ein sicherer und verschlüsselter Datenträger zur Verfügung. Allerdings ist die Sicherheit nur so stark wie das gewählte Passwort und ebenso schwach, wie die Fähigkeit, das Passwort geheim zu halten. cryptsetup gibt es zwar nicht in der Weise für Windows und Mac, aber Alternativen sind da, die offenbar funktionieren. Und es sollte eigentlich klar sein, dass ein üblicher Fotoapparat oder ein anderes Gerät eine verschlüsselte SD-Card nicht mehr nutzen kann.

Ralf Hersel schrieb in der aktuellen Ausgabe vom FreiesMagazin einen Artikel zur Verschlüsselung eines Verzeichnisses. Der Bericht ist spannend geschrieben und in jedem Fall lesenswert, zumal andere Werkzeuge besprochen werden.