Archiv für Februar 2010

Was installierst Du zusätzlich bei Ubuntu?

Donnerstag, 25. Februar 2010

Manchmal ist es ganz interessant zu lesen, was andere Linux-Benutzer an Programmen benutzen. Denn die Vielfalt ist ja riesengross, besonders bei debianbasierenden Systemen. Deshalb notiere ich hier einfach mal ohne spezielle Sortierung, was ich standardmässig auf meinem Arbeitsrechner (nicht auf einem Netbook) nebst der vorgegeben Programmauswahl installiere. Vielleicht interessiert sich ja wer dafür und eventuell kommen Alternativen zum Vorschein, die ich noch nicht kenne. Die Liste bezieht sich auf Ubuntu Karmic (10.04 9.10):

  • gftp – FTP-Klient (GTK) Paketname gftp
  • Filezilla – FTP-Klient Paketname filezilla
  • Audacity – Audiobearbeitung Paketname audacity
  • SoundConverter – Umwandlung von Audioformaten Paketname soundconverter
  • gwibber – Identi.ca-Klient Paketname gwibber (Ich nutze aber die aktuelle Entwicklungsversion)
  • vlc – Medienplayer Paketname vlc
  • Opera – Browser von der Website herunterladen
  • Xmind Mindmanager von Sourceforge herunterladen
  • UbuntuTweak – Versteckte Einstellungen am System externe Quellen
  • SeaMonkey – Browser Paketname seamonkey
  • CryptSetupt Verschlüsselungswerkzeug Paketname cryptsetup
  • DropBox – Online-Festplatte herunterladen
  • vim – Konsolen-Editor Paketname vim
  • KeePassX Kennwort-Verwaltung Paketname keepassx
  • unison – Synchronisationssoftware (Backup) Paketname unison-gtk
  • Thunderbird – Mailprogramm Paketname thunderbird
  • EnigMail – GnuPG-Verschlüsselung für Thunderbird (und andere) Paketname enigmail
  • Java von Sun Paketname sun-java6-jre und sun-java6-plugin
  • Shutter – Bildschirmbilder erzeugen Paketname shutter
  • BackInTime – Sicherung Paketname backintime-gnome
  • VirtualBox Desktop-Virtualisierung Website
  • OpenOffice Base – Datenbanken mit OO Paketname openoffice.org-base
  • Skype – Internet-Telefonie (proprietär) Website
  • PDF-Printer Paketname cups-pdf
  • gOCR – OCR-Erweiterung für Sane Paketname gocr
  • pParted – Partitionsmanager für Gnome Paketname gparted
  • Bluefisch – Editor Paketname bluefish
  • Geany – Editor Paketname geany
  • RapidSVN Grafisches SVN-Werkzeug Paketname rapidsvn
  • Cheese – WebCam-Applikation Paketname cheese
  • Pino – Identi.ca-Klient Website
  • gPHPedit – Editor Paketname gphpedit
  • Midori Webbrowser Website
  • sqliteman Grafisches Tool für SQLite Paketname sqliteman
  • MySQL Workbench – MySQL Verwaltung und Tools Website

Ich installiere am liebsten per Konsole. Leider sind nicht ganz alle Anwendungen frei. In der Liste sind Abhängigkeiten nicht notiert, wenn sie das System nicht selbst erkennt. Beispielsweise braucht unison noch den openssh-server. Es mag sein, dass es zu einzelnen Quellen neuere, aktuellere Repros gibt. Mein ThinkPad missbrauche ich nicht als Server, dazu habe ich einen alten Desktop-Rechner, auf dem ein Ubuntu-Server mit Apache, PHP, MySQL und all dem Zeug rennt; der ist aber meistens ausgeschaltet.

Mich interessiert, was Ihr üblicherweise auf ein frisches System installiert; ich meine nebst den gängigen Programmen. Ich freue mich auf ein paar Schmankerl. Danke!

Uns bleibt immer noch Debian

Dienstag, 23. Februar 2010

Bereits am vergangenen Donnerstag lag die neue Ausgabe von Ubuntu User in meinem Briefkasten. Als Abonnement geniesst man mindestens den Vorteil, dass das Heft relativ früh da ist, ausserdem entfällt der Gang zum Kiosk. Das Heft, welches nun in der zweiten Ausgabe vorliegt, konzentriert sich diesmal auf das Thema TV und Ubuntu mit all seinen Derivaten. Daneben gibt es aber auch zahlreiche Artikel für Einsteiger sowie zu den verschiedenen Desktops wie Gnome, KDE und Xfce. Die Ubuntu Netbook Remix Version kommt auch zur Sprache. Alles in Allem sehe ich darin wieder eine runde Ausgabe mit vielen Informationen, nicht nur für Einsteiger, sondern auch ein paar Happen für etwas weiter fortgeschrittene Benutzer. Im Heft liegt eine DVD mit sieben Linux-Versionen darauf: Ubuntu, Kubuntu, Xubuntu, Mythbuntu, Lubuntu, UNR und das Ubuntu Studio.

Im Editorial geht Chefredakteur Kristian Kissling mit dem Titel “Uns bleibt immer noch Debian” auf das “Bashing” ein, das an manchen Orten in Bezug auf die Kommerzialisierung von Ubuntu gelebt wird. Canonical setzt offenbar in Sachen Ubuntu vermehrt auf den Kommerz, was ich allerdings aus meiner Sicht nicht so bestätigen kann. Mit Ubuntu One verdient Canonical vielleicht etwas Geld, falls es tatsächlich User gibt, welche den kostenpflichtigen Teil der Online-Festplatte nutzen möchten. Das ist aus meiner Sicht durchaus in Ordnung, Canonical hätte sogar noch viel früher damit beginnen sollen. Ausserdem ist der kostenfreie Teil dieses Services, der immerhin zwei GB Platz in der Wolke da draussen bereitstellt, nicht übel. Der Neue Dienst single sign on ersetzt ja nur das Launchpad-Login. Jetzt steht ein zentraler Ort zur Verfügung, an dem sich die Benutzer anmelden können. Damit wird wohl Canonical kein Geld verdienen können. Der Umzug von der Standard-Suchmaschine Google zu Yahoo im Firefox bringt vielleicht ein paar Franken mehr.

Kissling kommt zum Schluss, dass es bei der Kommerzialisierung rund um Ubuntu gar nicht so schlimm wäre und man würde hier aus einer Mücke einen Elefanten erzeugen. Und wem Ubuntu gar nicht passen würde, könne ja auf Debian schwenken. Das finde ich auch, mindestens aus dieser Sicht. Aber es gibt noch einen weiteren Ansatz, den Kristian zwar kurz aufnimmt, aber gleich wieder loslässt:

Canonical treibt zwar einen recht grossen Aufwand, um die Distribution und deren Derivate zu konfektionieren. Obschon viele Linux-User anderer Distributoren immer wieder mit etwas Neid festhalten, dass sich Canonical nicht wirklich an der Entwicklung des Linux-Kernels und an den verschiedenen Pakten beteiligen würde – was generell so mal nicht stimmt – ist der Aufwand, um eine Linux-Distribution bereitzustellen, nicht zu unterschätzen. Selbst dann, wenn dabei bloss eine halbherzige KDE-Lösung herauskommt.

Und trotzdem halte ich es für zwielichtig, wenn sich Canonical an OpenSource-Lösungen bedient, um daraus einen neuen Dienst wie eben Ubuntu One oder single sign on zu zimmern und deren Quellcodes dann nicht freigibt. Für manchen Mitstreiter in der der Entwicklung jener Pakete wie Python, Django, Apache und Postgres etc., die von Canonical benutzt wurden, dürfte dieses Gebaren einer saftigen Ohrfeige gleichkommen. Es gibt zwar Lizenzformen, die ein solches Vorgehen ausdrücklich erlauben (zum Beispiel Apache), trotzdem taxiere ich das Verhalten von Canonical als “grenzwertig”. Das passt aus meiner Sicht nicht mit der Philosophie von Ubuntu zusammen. Es geht mir wirklich nicht darum, dass Canonical Geld verdienen will. Bei Gott, das soll die Firma endlich mal richtig tun! Sondern es geht mir um die Offenheit, um die Freiheit und um den Grundgedanken, dass sich Wissen frei ausdehnen kann. Wer sich aus quelloffener Software bedient, daraus etwas Neues erzeugt, sollte das Resultat wieder der Gemeinschaft zurückgeben. Das verhindert ja nicht, dass mit dem neuen Erzeugnis Geld verdient werden kann. Und ausgerechnet ein Mitstreiter dieser Garde – nämlich Canonical – entpuppt sich nun einmal mehr als Bremser und Quersteller. Nein Kristian, das ist keine Mücke, das ist schlicht Ignoranz, Überheblichkeit und vielleicht auch etwas Dummheit. Aus diesen Gründen zeige ich der Firma Canonical die Gelbe Karte. Es mag legitim sein, was Canonical hier tut, unterstützen will ich so etwas aber nicht. Dafür ist mir meine Freizeit zu wichtig und mein Herzblut für die Freiheit und Offenheit würde in einer solchen Umgebung austrocknen.

Das tönt vielleicht dramatisch. Das ist es nicht wirklich, zumal die Alternativen im Bereich Linux sehr mannigfaltig sind. Canonical wäre nicht die erste Firma, die ihre eigenen Kinder frisst oder die mit den Geistern, die sie gerufen hat, nicht mehr zurechtkommt.

Kisslings Alternative namens Debian besteht natürlich weiterhin. Obschon es ja eigentlich keine wirkliche Alternative ist, sondern Debian stellt ein Schritt zurück zur Wurzel dar. Mit all den Vor- und Nachteilen, die ein solcher Entscheid mit sich bringen würde.

Nachhaltigkeit in Nürnberg

Montag, 22. Februar 2010

Das Barcamp zu Nürnberg ist leider schon wieder vorbei. Für uns sind solche Veranstaltungen meist auch mit einer längeren Reise verbunden. So auch diesmal, wenn sich auch die zwei Fahren auf je knapp vier Stunden begrenzten. Aber die Reise hat sich gelohnt. Bei der Hinreise durfte ich noch ein Buch abholen, welches Christian freundlicherweise für unser Projekt Deimhart zur Verfügung stellt. Vielen Dank für den Titel Webserver einrichten und administrieren. Ich werde mir das Buch nun ansehen und gebe es hernach Dirk weiter, worauf wir dann gemeinsam eine Rezension produzieren werden.

In Nürnberg nutzte ich die Zeit vor allem für die Pflege der sozialen Kontakte und sass bei einigen Sessions hinein. Mich ziehen eher Themen rund um die Nachhaltigkeit an; technisches Zeugs habe ich sonst jeden Tag schon genug um mich herum. So interessierte mich die Arbeit von zwei Pastoren aus Erlangen, welche in ihrer Gemeinde zum Thema Nachhaltigkeit und Fairness eine Manifestation auf dem Netz realisiert haben: fairlangen.org. Ein ganz gelungenes Projekt, das mit der Hilfe einer Gemeinschaft entstanden ist und auch durch jene gepflegt wird. Im Wesentlichen geht es um den bewussten Umgang mit unserer Umwelt, mit den Ressourcen und vor allem mit all den Dingen des täglichen Gebrauchs, die wir aus einer Ecke unserer Welt für wenig Geld importieren. Dieser Denkansatz, der sich mit dem Projekt fairlangen,org manifestiert hat, gefällt mir ganz gut. Auch das Thema Armut wird dort auf eine natürliche Art aufgenommen.

Der legendäre Brunnen im Innern des Südwestparks zu Nürnberg, in den sowohl Jan hinein getreten ist, als er mit eiligst folgen wollte, als auch ein anderer Teilgeber, der völlig durchnässt wieder ausstieg.

Auch bei der Linux-Gemeinde stelle ich immer wieder mit Genugtuung fest, dass sich die Menschen bewusster mit der Software und deren Herkunft auseinandersetzen. GPL und all seine Artverwandten bilden wohl dazu einen wichtigen Beitrag.

Während dem Barcamp habe ich ein paar, wenige Bilder geschossen, welche ich auf Flickr bereitgestellt habe. Für die Organisation des Barcamps möchte ich mich ganz herzlich bedanken; es war super!

Das erste FrOSCamp im September in Zürich

Mittwoch, 17. Februar 2010

Vor einigen Tagen berichtete der Bürgermeister zur Karl-Tux-Stadt bereits darüber: Das erste FrOSCamp wird im kommenden September in Zürich an der ETH stattfinden. Ich halte das für eine ausgesprochen gute Idee, zumal wir hier in der Eidgenossenschaft bis auf die OpenExpo nicht besonders gut auf OpenSource-Veranstaltungen gebettet sind. Im Wiki der Veranstaltung ist dazu folgender Text zu lesen:

Beim FrOSCamp handelt es sich um ein internationales zweitägiges Event, das im September in den Räumlichkeiten der ETH Zürich stattfindet. Der Eintritt ist frei. Eine Vorregistrierung für Besucher wird nicht vorausgesetzt. Das Event besteht aus einer Ausstellung, Vorträgen, Workshops und Hackfests rund um Open Source und Free Software sowie Freien Inhalten im Allgemeinen.

Und etwas weiter unten ein überraschendes Bekennen zum Guten und Erfolgreichen innerhalb der freien Welt der Gemeinschaften:

Obwohl das FrOSCamp 2010 zum Ersten mal organisiert wird, streben wir an das Nummer eins Event auf diesem Gebiet in der Schweiz und Süddeutschland zu werden. Natürlich sind auch Teilnehmer aus aller Welt herzlich willkommen.

Die Veranstaltung findet am Freitag und Samstag, den 17. und 18. September 2010 statt. Der Call 4 Projects ist bereits eröffnet und es haben sich schon einige namhafte OpenSource-Grössen wie KDE, Amarok, CAcert, Fedora, FreeBSD und OpenBSD eingetragen. Ebenfalls offen ist der Call 4 Papers.

Ich wurde freundlich angefragt, wo denn Ubuntu bleibe. Ich denke, dass wir dort sicherlich einen Stand realisieren können. Mit ein paar Menschen aus der Gemeinschaft schaffen wir das locker. Inzwischen habe ich bei den üblichen Verdächtigen angefragt, ob sie die Idee unterstützen würden. Und sollte es da draussen noch weitere Leute geben, die sich gerne beteiligen würden, bitte ich um eine Nachricht in den Kommentaren oder per Mail oder Jabber. Danke!

Ubuntu 9.10 Karmic Koala

Montag, 15. Februar 2010

RadioTux wurde mit einem Presseexemplar des Titel Ubuntu 9.10 von Michael Kofler beschenkt. Das Buch ist im Jahre 2010 im Addison-Wesley-Verlag erschienen und trägt den Untertitel Das Einsteigerbuch. Auf internen Wegen ist das Buch dann zu mir gelangt, worauf ich mir den Titel etwas genauer angesehen habe. Ich bin der Meinung, dass der Autor erneut ein gut nutzbares Einsteigerbuch verfasst hat. Zwar erscheint schon bald die nächste Ubuntu-Version, diesmal sogar eine mit dreijährigem Support, aber das Buch bietet dennoch wesentliche Informationen zur aktuellen Version. Dem Buch liegt eine DVD und eine CD mit der aktuellen Ubuntu-Version in der 32- und 64bit-Version bei.

Das Buch beginnt mit einer kleinen Einleitung zu Linux und erklärt dann die Distribution Ubuntu sowie deren Derivate. Es ist tatsächlich als Einsteigerbuch zu lesen, zumal sehr oft der Vergleich zu Windows benutzt wird, um einen Vorgang oder eine Begebenheit zu erklären. Die Installationsarten kommen zur Sprache, natürlich auch die Live-CD mit der Erwähnung der USB-Stick-Alternative. Ich nutze fast nie mehr CDs, sondern bloss noch Sticks. In diesem Kapitel liest man dann auch etwas über die Hardware und selbstverständlich auch über die Festplattenpartitionierung. Ubuntu kommt ja im Normalfall dem einsteigendem Nutzer entgegen, die Partitionierung ist recht einfach zu handhaben, ausser, es besteht ein Windows auf der Festplatte, das erhalten bleiben soll. Dann wird es leicht aufwändiger. Auch die WUBI-Installation wird besprochen.

Danach folgen einige Kapitel zum Einrichten des Systems, Netzwerkverbindungen, Drucker und so weiter. Die Informationen sind in einem leichten und verständlichen Deutsch niedergeschrieben, Fremdworte werden bloss dort benutzt, wo sie sinnreich zum Einsatz kommen. Beim Kapitel Gnome fand ich denn auch ein Hinweis zum Gnome-Konfigurationseditor, den ich noch nie benutzt habe. Man ruft ihn per Konsole auf:

gconf-editor

Michael Kofler benutzt hier den Vergleich zur Wndows-Registry, um zu erklären, was der Gnome-Konfigurationseditor in etwa sein könnte. In der Tat lassen sich dort sehr viele Details an der Oberfläche und am Verhalten von Gnome justieren. Die Herausforderung ist bloss zu wissen, was welche Einträge bedeuten und im Bedarfsfall den richtigen Ast zu findet.

In diesem Titel werden die wichtigsten Anwendungen besprochen und teilweise recht tief behandelt. Ein Neueinsteiger wird also alle Informationen finden – falls er auf keine grösseren Herausforderungen mit der Hardware trifft – um Ubuntu auf seinem Rechner betreiben zu können und damit die wichtigsten Anwendungen wie Browser, Text- und Tabellenbearbeitungsprogramme, Mails, Sound- und Videoabspiel-, beziehungsweise Bearbeitung und Grafikbearbeitung nutzen zu können. Wir bei allen Themen und vielen Büchern braucht es weiterreichende Informationen oder Unterstützung, wenn die Nutzer etwas tiefer in die Materie einsteigen wollen. Da es sich hierbei um ein Einsteigerbuch handelt, ist das vollkommen in Ordnung.

Wer unter Ubuntu oder Linux im Allgemeinen weiterhin ausgewählte Windows-Programme ausführen möchte, findet auch in diesem Buch die wichtigsten Informationen und weiterführende Links. Ich persönlich finde CrossOver und Wine etwas vom Schlimmsten, was es gibt, aber da soll sich jeder selbst eine Meinung bilden dürfen.

Und natürlich kommt in der heutigen Zeit auch der Ubuntu Netbook Remix zur Sprache. Ich selbst nutze diese Version niemals, sondern setze auch auf Netbooks immer die “normale” Version ein. Die Hardware-Erkennung ist heute dermassen fein, dass es – ausser für einige kosmetischen Änderungen und einer kleinen Anpassung der vorinstallierten Software – keine spezielle Version für die kleinen Rechner mehr braucht.

Dann folgen die Informationen zu KDE, welche in fast jedem Buch komischerweise immer etwas “verstiefkindet” werden. Ich nutze KDE nicht, aber ich finde es im Sinne einer mannigfaltigen Auswahl immer wieder schade, dass KDE bei Ubuntu in der hinterletzten Reihe steht. Selbst LXDE (Lubuntu) oder Xfce (Xubuntu) werden besser gepflegt. Reisst hier Canonical nicht bald das Ruder um 180 Grad herum, könnte hier ein grosses Potential für Kubuntu-Abgänger entstehen.

Im Teil 5 gibt es dann noch einige Informationen für Ubuntu-Fortgeschrittene. Ich bin mir nicht ganz im Klaren, was dieser Teil hier verloren hat. Er ist weder Fisch noch Vogel, da es sich beim Titel ja um ein Einsteigerbuch handelt, welches sich versiertere Benutzer kaum anschaffen werden. Wie dem auch sei; darin findet sich Anleitungen und Informationen zur Paketverwaltung, Benutzerverwaltung und zur Pflege des Systems, aber auch zur Verschlüsselung, zum Dateisystem und zum Netzwerk.

Das Einsteigerbuch für Ubuntu 9.10 verspricht meiner Meinung nach genau das, was es für Einsteiger braucht: Einfache, klare Informationen und Anweisungen oder Anleitungen, wie ein Neueinsteiger (wohl meist von Windows herkommend) ein Ubuntu-System einsatzbereit machen kann. Das Buch trägt die ISBN-Nummer 978-3-8273-2912-7 und ist im Handel für knapp 25 Euro zu haben. Selbstverständlich erstelle ich dazu noch ein lautsprachliches Dokument, das dann bei RadioTux zu hören sein wird.

Eine Chance für Gwibber

Mittwoch, 10. Februar 2010

Kurnachrichtendienste wie Twitter oder identi.ca nutze ich eher gezielt und niemals “flächendeckend” den ganzen Tag über. Twitter ist bei schon länger rausgeflogen, da sich dort zuviele Leute aufhalten, die glauben, man könne mit dem Dienst Geld verdienen. Business-Nachrichten auf dem Klient für Kurznachrichten zu lesen ist in etwa das Gleiche, wie wenn Ray Ozzie sein Windows im Wohnzimmer von Richard Stallman zu einem Vorzugspreis für Neulinge anbieten würde. Es passt einfach nicht, oder meistens nicht. Ausnahmen bestätigen (fast) jede Regel. Freilich, es mag Nutzer geben, die einen Mehrwert aus Business-Nachrichten aus den Tweets und Dents ziehen; das ist durchaus in Ordnung. Aber zu Denen gehöre ich nicht. Identi.ca ist mir deutlich sympathischer; aus verschiedenen Gründen. Es gibt sie wohl auch dort, die Business-Trittbrettfahrer, aber ich nehme sie nicht wahr.

Vor kurzem habe ich mich noch beschwert, dass es unter Linux keinen anständigen Klienten für identi.ca gäbe. Doch dann las ich bei Christoph über das tägliche Abbild der Entwicklung vom Programm Gwibber, mit dem sich auch identi.ca bedienen lässt:

Die kommende Version macht einen guten Eindruck und ist deutlich aufgeräumter. Besonders gelungen finde ich die neue Seitenleiste, in der die Einträge auf Icons reduziert werden, sobald kein Platz für Text mehr vorhanden ist.

Da kann ich mich anschliessen und sehe im neuen Gwibber eine gute Chance für einen tollen Klienten. Wird ja auch mal Zeit, finde ich. Mit fällt vor allem auf, dass im neuen Gwibber-Gewand deutlich mehr Platz vorhanden ist und sich die einzelnen Dents dadurch besser anzeigen lassen – mehr Platz bringt auch mehr Informationen und in diesem Fall mehr Komfort.

In dieser Version lassen sich nun auch verschiedene Dienste nebeneinander anzeigen; mindestens habe ich das bisher noch nie so gesehen. Wer also mit mehreren Accounts oder Diensten arbeitet, wird darin wohl einen Mehrwert finden. Diesen Effekt erreicht man entweder über die Menüliste unter Gwibber / New Stream oder über die Tasten [Ctrl] und [N] beziehungsweise bei den Nachbarn im Norden und Osten unter [Strg] und [N].

In diesem Beispiel sieht man den Effekt nicht so gut, weil die rechte Seite mit den imaginären Inhalten von meinem Flickr-Account leer ist. Inzwischen ist die Entwicklung bei der Version 2.29.1 (Stand 9. Februar 2010) angekommen. Wer sich das tägliche Abbild der Entwicklung auf seinen Rechner holen will, findet bei Christoph die entsprechenden Informationen und Warnungen.

WordPress für Android

Dienstag, 09. Februar 2010

Über Falk, der einen Beitrag bei t3n zum Thema Android und WordPress geschrieben hat, stiess ich auf das Thema WordPress auf Reisen. WordPress geniesst bei mir nicht gerade das vollste Vertrauen, es ist aber bis heute noch immer das Blogsystem (oder Mini-CMS), das meinen Bedürfnissen am nächsten kommt und dabei gleichzeitig minimalen Lernwillen abverlangt. Bequemlichkeit und Gewohnheit spielen dabei sicherlich eine grosse Rolle.

Wie dem auch sei; gemäss Falk liefert automattic seit einigen Tagen ein Verwaltungstool für Android-Geräte. Die Software ist kostenlos, steht unter GPL und kann über den Market bezogen werden. Ich habe mir das Teil angesehen und bin mit der Notiz von Falk einverstanden:

Die Entwickler haben sich bei dieser ersten Version zunächst auf Standard-Funktionen beschränkt, die das Blog-Management von unterwegs ermöglichen sollen.

Es ist tatsächlich sehr simpel gebaut, das Stück Software. Damit lassen sich Kommentare verwalten, Seiten pflegen und Beiträge verwalten und erstellen. Allerdings darf man nicht von einer Backend ausgehen, welches von der Standard-Installation bei einem Desktop-Rechner vorliegt. Die Möglichkeiten bei der mobilen, androidschen Version sind stark reduziert. Aber um mal eben ein paar Kommentare zu verwalten oder bei einem Beitrag Fehler zu korrigieren, reicht es. Ich würde aber damit keine Beiträge erfassen und keine editieren, da beispielsweise die mehrfache Nennung von Kategorien nicht möglich ist. Was passiert mit Beiträgen, welchen mehrere Kategorien zugewiesen sind und die nun mit der androidschen WordPress-Version editiert werden? Ein seichtes Gefühl in der Bauchgegend sagt mir, dass es nicht gut ist, damit Beiträge zu editieren. Um aber das Blog vom Spam und dergleichen frei zu halten, passt das Teil.

Kommentare bearbeiten kann man in der ersten Reiterkarte vom “WordPress-Client” für Android. MIt einem Klick auf einen Kommentar sieht man dann den gesamten Kommentar, hier derjenige von Jens zum Artikel RoundCube.

Mit der mittleren Karte sind die Beiträge zu sehen, zu editieren oder man kann auch neue Artikel erstellen. Ich würde da sehr vorsichtig sein.

Es ist durchaus möglich, dass die Software neue Artikel fehlerfrei in das System einfügt und auch bestehende Beiträge ohne Hindernisse editieren kann. Ich lasse mch aber auf den Test nicht auf diesem Blog ein.

Mit der Vorschau der einzelnen Artikel macht es sich die amerikanische Version noch etwas schwer. Unsere Umlaute kommen verkrüppelt an. Dazu gibt es allenfalls Abhilfe, ist für mich aber nicht wichtig.

Und schliesslich lassen sich mit der dritten Reiterkarte die Seiten ansehen und verwalten, beziehungsweise neue erstellen.

Alles in Allem meine ich, dass dieser erste Wurf von WordPress für Android 1.0 ganz gut gelungen ist. Mit der Absicht, unterwegs die wichtigsten Dinge an einem Blog pflegen zu können, entstand eine schlanke und vor allem leicht zu bedienende Software. Auch wenn ich damit keine neuen Beiträge verfassen werde, lasse ich das Teil auf meinem HTC Magic drauf und werde es unterwegs im Bereich der Kommentar-Moderation sicherlich gut einsetzen können.

RoundCube und die Plugins

Montag, 08. Februar 2010

Über RoundCube habe ich schon öfters in diesem Blog eine Notiz angelegt, schliesslich finde ich den Webmailer ganz gut. RoundCube ist aber auch nicht mehr, als ein simpler Webmailer, der über einen bestehenden Webserver und dessen Konten gestülpt wird, um Nachrichten per IMAP zu empfangen, zu versenden und zu verwalten. Zurzeit ist die Version 0.3.1 aktuell, die natürlich auch unter der GPL veröffentlicht wurde. Der Webmailer läuft mit PHP und MySQL, sehr einfach und flink.

Obschon die Entwicklung inmitten der grossen Schritte steckt, kann man mittlerweile den Mailer schon produktiv einsetzen. Ich würde darauf achten, dass die Website mit dem Mailer bloss via https zu erreichen ist und wenn der Webmailer nicht auf dem selben Server wie der anzuzapfende Mailserver läuft, würde ich die Konfiguration so einrichten, dass auch dort eine Verschlüsselung stattfindet. Das klappt leider nur dort, wo der Ziel-Mail-Server IMAPS versteht und akzeptiert. Wird der SMTP-Teil bei RoundCube nicht konfiguriert, nutzt der Webmailer die Mailroutine auf dem Webserver, auf dem RoundCube rennt. Wird ein externer SMTP-Server eingesetzt, würde ich auch dort SMTPS oder eine andere, verschlüsselte Lösung (z.B. VPN) empfehlen. Inzwischen habe ich für mich auf einem öffentlich erreichbaren Ubuntu-Server (Hardy) RoundCube installiert und lasse halt bloss den 443er-Port für https rein.

Leider läuft RoundCube (noch) nicht optimal auf einem mobilen Gerät. Es gibt zwar offenbar irgendwelche Applikationen für das iPhone (Wer nutzt denn schon so etwas?), aber vom Service selbst ist noch nichts in Sicht. Eigentlich würde ja eine abgeänderte CSS-Datei schon fast reichen. Auf meinem HTC Magic mit Android sieht das Ganze noch nicht so toll aus:

Auch wenn ich das Gerät um 90 Grad neige, kommt nichts viel Besseres dabei heraus. Ich habe weder die Geduld, noch die Lust, eine eigene CSS-Datei für den mobilen Dienst zu erzeugen. Vielleicht wagt sich das sonst mal jemand an die Geschichte.

Mittlerweile schart sich eine beachtliche Community rund um RoundCube. Infolge der offenen und dokumentierten API sind auch schon einige Plugins entstanden, die teilweise sogar laufen. Aber es gibt etliche, welche entweder (noch) nicht der aktuellen Version angepasst sind, oder sonst nicht richtig laufen. Einige der Plugins werden mit den Archiv Complete ausgeliefert, alle Plugins sind im Archiv trunk-r-3239.zip enthalten, welches hier vorliegt.

Da gibt es beispielsweise den RoundCube-Calendar, der sich kosmetisch recht gut in das GUI integriert. Leider handelt es sich dabei um einen gefangenen Kalender, denn es fehlen – mindestens zurzeit – Schnittstellen, um die Daten zu importieren oder zu exportieren, beziehungsweise um sie abzugleichen.

Das Plugin für die Google-Kontakte brachte ich nicht zum Laufen. Ist auch nicht weiter wichtig, es hätte mich nur interessiert, ob man so einfacher als über den Export und Import von vCards die Adressen importieren könnte.

Das “hauseigene” Plugin für ein globales Adressbuch halte ich für sinnreich, falls sich auf der einen RoundCube-Installation verschiedene Benutzer aufhalten. Damit stehen dann mindestens zwei Adressbücher zur Verfügung, wobei das Globale vom Administrator oder einer andern Rolle verwaltet und das persönliche Adressbuch weiterhin pro Benutzer gepflegt wird.

Das Plugin emoticons dient eher der Erheiterung und der Kosmetik. Und so gibt es eine ganze Reihe von Erweiterungen, die für den einen oder andern Nutzer Vorteile bergen dürften. Mindestens halte ich es für interessant, durch die Liste zu surfen und dabei zu entdecken, was es alles gibt.

RoundCube lasse ich gerne in einem geschlossenen Prism-Browser laufen. Das bringt unter Karmic den Vorteil, dass sich der Browser auch dann in der unteren Gnome-Menü-Leiste bei Ankunft einer neuen Nachricht meldet, wenn er auf dem zweiten oder dritten Desktop läuft. Der Task “Prism” blinkt dann auf allen Desktops. Das ist praktisch und erspart irgendwelche “Notifier-Basteleien”. Das würde auch mit dem Firefox und wohl mit allen andern Browsern auch funktionieren. Für das Mailen habe ich gerne ein eigenes Fenster ohne siebenhundert Tabs.

Das sich bei der Ankunft neuer Nachrichten der Title-Tag der Website verändert (RoundCube holt sich selbsttätig alle n Minuten die Nachrichten ab), bekommt auch der Browser eine neue Beschreibung in der obersten Leiste, was Ubuntu dazu führt, die Aufmerksamkeit des Benutzers mit Blinken zu erhaschen. Klappt ausgezeichnet.

Barcamp Nürnberg vom 19. bis 21. Februar 2010

Donnerstag, 04. Februar 2010

Das erste BarCamp in diesem Jahr, bei dem ich teilnehmen kann, findet einmal mehr im wunderschönen Deutschland statt. Ich bin sehr gerne dort und ich mag – im Gegensatz zur allgemeinen Stimmungslage hier in der Eidgenossenschaft – die Deutschen sehr. Manchmal sogar lieber als meine Landsleute. Und diesmal reist meine Familie wieder mit, denn wir verschieben uns nach Nürnberg, zum zweiten BarCamp in dieser Stadt. Wir sind bisher bloss immer an der Stadt vorbeigefahren und konnten sie noch nie besuchen. Das holen wir jetzt nach; mindestens meine Familie. Während der Zeit sitze ich wohl an Sessions oder unterhalte mich mit neuen oder alten Kumpels am BarCamp.

Die Veranstaltung beginnt bereits am Freitag Abend mit der Party. Da werden wir aber noch nicht dabei sein, denn wir fahren erst am Samstag Morgen früh los, kreuzen Stuttgart und reisen dann Richtung Nord-Osten weiter bis nach Nürnberg. Das sind gesamthaft ungefähr 400 Kilometer.

In Nürnberg gibt es wieder die bewährte Aufteilung zwischen alten Hasen und Neulingen. Die Veranstaltung wird natürlich in einem Guss abgehalten, man spürt dann nichts mehr von dieser Trennung. Die dient bloss der besseren Erkennung der Bedürfnisse und der optimalen Auslastung des Camps. Speziell steigen dieses Jahr sogenannte Night-Sessions. Wer noch nicht genug von den Sessions vom Tag bekommen hat, kann sich abends noch weiter damit beschäftigen; wohl in einem noch etwas lockereren Rahmen als er tagsüber schon vorherrscht.

Die Sessionplanung ist offenbar noch nicht ganz soweit, aber es gibt schon einige ganz interessante Themenvorschläge, bei denen ich teilweise sehr gerne dabei wäre. Ich freue mich auf diese Veranstaltung und natürlich auf die Menschen, die ich dort (wieder) treffen werde. Noch immer stehen freie Plätze bei allen Kategorien zur Verfügung. Ein BarCamp ist für die Teilnehmer – die in der Regel auch immer Teilgeber sind – bis auf die Anreise, die Übernachtung und allenfalls Teile der Verpflegung kostenlos. Vielleicht sehen wir uns in Nürnberg.

Canaima GNU – ein Linux aus Venezuela

Mittwoch, 03. Februar 2010

Im Rahmen seiner Vorstellungsrunde verschiedenster Linux-Distributionen aus aller Welt stiftete mich der Bürgermeister persönlich via identi.ca dazu an, eine weitere Distribution vorzustellen. Da es sich dabei um eine Debian-basierende Linux-Variante handelt, sagte ich gerne zu. Das GNU/Linux nennt sich Canaima, wohl angelehnt an den gleichnamigen Nationalpark in Venezuela. Denn von diesem Land entstammt die in spanisch gehaltene Distribution. Venezuela liegt am nördlichen Ende des südlichen, amerikanischen Kontinents. Nachbarn sind die Länder Brasilien, Kolumbien und Guyana.

Das Bild stammt von Wikipedia aus dem Artikel zu Venezuela.

Ganz spannend und nachahmenswert finde ich die politische Haltung von Venezuela in Sachen Teilen von Wissen. Denn die Regierung hat bereits im Jahre 2004 ein Gesetz erlassen, wonach alle öffentlichen Ämter freie Software der geschlossenen bevorzugen müssen, sofern es für die jeweilige Aufgabe welche gibt. Innerhalb dieser Philosophie entwickelten das Nationale Zentrum für Informationstechnologie (CNTI) ein Linux, welches auf Debian basiert: Canaima GNU.

Auf der Website des Linux-Projekts gibt es nebst Erläuterungen und Beschreibung, die allesamt in Spanisch gehalten sind, selbstverständlich auch die Möglichkeit, das freie Linux herunterzuladen. Ich habe mich für die i386-iso-Datei entschieden, die doch immerhin 1.3 GB schwer ist. Es handelt sich dabei um keine Live-CD, aber eine Installation ist damit im Bootmodus möglich. Das habe ich mit einer virtuellen Maschine unter der Haube der VirtualBox erledigt.

Ich habe dazu eine Standard-VM mit 1024 MB flüchtigem Speicher und einer Festplatte zu 25 GB (dynamisch wachsend) erzeugt. Alle andern Einstellungen liess ich auf default, ausser der virtuellen Grafikkarte spendierte ich noch etwas mehr als bloss ein MB Speicher. Dann schob ich die iso-Datei in das imaginäre DVD-Laufwerk und startete die Kiste. Zum Glück kenne ich die Standard-Installation von Debian auswendig. Denn ich verstehe (fast) kein Wort spanisch und hatte daher den Vorteil, dass ich wusste, welche Fragen wann erscheinen und wie die Antworten aufgelistet sind. Aber manchmal reicht es bei technischen Dingen, die in einer fremden Sprache notiert sind, auch, wenn man bloss ein oder zwei Schlüsselworte versteht, um den Zusammenhang zu kennen. Auf jeden Fall habe ich dann die Installation hinbekommen, das Linux läuft in Spanisch, obschon ich bei der Installation Deutsch angegeben habe.

Nombre completo para el nuevo usuario. Ich verstehe den ganzen Satz, weil der sehr einfach ist und weiss von der Debian-Installation her, dass ich hier den kompletten Namen des ersten Benutzers hineinschreiben soll. Ich empfinde das Spanisch als sehr sympathisch. Die Installation dauerte ungewöhnlich lange und auch der erste Startvorgang brauchte fast zwei Minuten. Danach fuhr ich erst einmal die Updates und installierte die Gasterweiterung für die VirtualBox. Canaima/GNU kommt mit Gnome daher und präsentiert sich mit Ausnahme der Icons und dem Hintergrundbild in einem typischen Debian-Bild.

Das Linux wurde unter anderem für die öffentlichen Verwaltung geschaffen und so verwundert es nicht, dass per default alle OpenOffice-Pakete installiert sind – in Spanisch, versteht sich. Dazu kommt noch die Projektverwaltung openproj, X-Chat und Freemind wie einige Erweiterungen für OpenOffice. Ausserdem gibt es ein separates Gnome-Menü für Sound-Effekte, was wiederum für die Arbeitsfreudigkeit der Venezuelaner spricht. Alles in allem ein rundes, aber etwas träges GNU/Linux, das für den Alltag taugen würde, spräche man spanisch. Die ganze Sprachunterstützung für andere Sprachen fehlt. Die liesse sich wohl nachinstallieren, aber wahrscheinlich zu Lasten der Funktionen und Erweiterungen. Die Macher von Canaima investierten recht viel Zeit für das venezuela-spanische Wörterbuch und dessen Integration in OpenOffice und dem Betriebssystem. Auch die Sicherheitsfragen im Gnome-Terminal sind in “venezuela-Spanisch” gehalten. Immerhin nutzt bis heute schon über ein Viertel der Behörden in Venezuela dieses Linux.

Nach diesem Ausflug zum Canaima GNU habe ich die virtuelle Maschine geköpft und die Festplatte sowie die iso-Datei gelöscht. Ich mag Debian-basierende Systeme sehr, aber wenn sie in Spanisch daherkommen, bin ich überfordert. Deswegen kehre ich zurück zu “meinem Ubuntu” – in Deutsch natürlich. Aber es hat Spass gemacht, einmal mehr etwas anderes anzusehen, das zwar auf der gleichen Philosophie wie Debian basiert, aber aus einer ganz andern Ecke unserer Welt stammt.