Archiv für März 2010

Ubuntu Wochenrückblick in Schweizerdeutsch

Donnerstag, 25. März 2010

Als kleine Geste zu meinem Einstieg bei Ikhaya auf ubuntuusers.de möchte ich hier gerne etwas Leichtes beisteuern. Ich darf ja jede Woche den Ubuntu Wochenrückblick für RadioTux sprechen und so spreche ich den einmal ganz speziell für die Eidgenossen hier auf Schweizerdeutsch. Ich verstehe diese Aktion als einmalige Schandtat und werde sie wohl nicht so schnell wiederholen. Dazu nutze ich einen etwas anderen Jingle als der bei RadioTux. Aus dem Album The Dead Rocks und den Jungs von der One Million Dollar Surf Band setze ich das Stück EasyJob ein. Gerade weil es für mich sehr leicht ist, in meiner Muttersprache zu reden, handelt es sich dabei tatsächlich um ein “Easy Job”. Ganz im Gegensatz zu den Jungs, welche den Wochenrückblick zusammenstellen. Der Musiktipp stammt übrigens vom Bürgermeister.

Am Schluss des Rückblicks habe ich das ganze Stück angehängt, es lässt sich aber auch hier herunterladen.

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

MP3 10.5 MB 11:01 Minuten Download

Deim und Hart auf MacLites

Dienstag, 23. März 2010

Dirk und ich konnten bei Tillmann, der das Projekt Maclites bewirtschaftet, einige Fragen zu Linux, der Gemeinschaft und zu OpenSource beantworten. Die Fragen, die Tillmann zusammengestellt hat, wirkten auf mich herausfordernd, spannend und interessant. Es ist gar nicht so einfach, substanziell fordernde Fragen zu stellen, deren Beantwortung ist wohl simpler.

Dirks Antworten hat Tillmann bereits gestern veröffentlicht, diejenigen von mir sind heute auf dem Schirm zu sehen.

Vielen Dank für die guten Fragen, Tillmann! Es hat Spass gemacht, die Antworten zu liefern. Und es ist ein gutes Gefühl, zum erlauchten Kreis der Befragten zu gehören.

Virtualisierung und der Hackerfunk

Dienstag, 23. März 2010

Bei unserem kleinen Projekt Deimhart lancierten Dirk und ich ein neues Format, das wir nebst den bestehenden beiden nutzen möchten. Bisher lieferten wir unsere Podcast innerhalb der normalen Folgen, welche einmal im Monat erscheinen oder im Format ShortCast aus. Neu kommt nun das Format “Thema” hinzu, bei dem wir ausschliesslich auf ein bestimmtes Thema eingehen und keine Rück- und Vorschau liefern, ebenso gehen wir nicht auf das Feedback ein. Die Länge dieser Beiträge richtet sich nach dem Inhalt.

Und so konnten wir bereits eine erste Ausgabe innerhalb dieses Thema ausliefern. Zusammen mit unserem Gast Roger Dürrenberger sprechen wir über Virtualisierung im Allgemeinen und spezifisch zu den einzelnen Produkten wie VMWare, KVM, Xen und so weiter. Anhören darf man sich die erste Ausgabe wie immer ab unserem Blog.

Am 6. März 2010 durften wir in der Rolle als “Deimhartler” bei Radio Lora und der Sendung Hackerfunk zu Gast sein. Martin und Axel haben uns freundlich empfangen und wir sprachen nebst andern Dingen über das Podcasten, die Technik und das Darum-Herum. Während dem Martin und ich im Zürcher-, beziehungsweise Thurgau(n)er-Dialekt sprachen, beflissen sich Dirk und Axel nicht ihrem Dialekt, sondern sprachen gekonnt Hochdeutsch. Die Sendung wurde von Martin nun aufbereitet, so dass sie auch als Podcast zur Verfügung steht. Hier geht es zum Blog vom Hackerfunk. Wir werden die Sendung dann wahrscheinlich auch noch bei Deimhart anbieten.

Die erste Mini-Anwendung mit CakePHP

Montag, 22. März 2010

Am vergangen Sonntag durfte ich bei der Schulung von Roland in Sachen CakePHP mit dabei sein. Das Framework interessiert mich an sich und ausserdem sehe ich es als eine Möglichkeit an, damit meine kleinen Webapplikationen neu zu zimmern. Alle Teilnehmer haben ein “nackiges” Framework erstellt und sind von dort aus gestartet. Das ist auch durchaus sinnreich und allemal besser, als wenn wir von Roland ein fertiges Päckli bekommen hätten. Wir haben zwar ein solches Paket erhalten, aber nicht um damit während der Schulung zu arbeiten, sondern um daraus einige Beispiele zu ziehen und natürlich auch für das nachträgliche Studium.

Im Vorfeld habe ich auf meinem kleine EEEPC 1000H einige Vorkehrungen getroffen. Darauf läuft ein Ubuntu 9.10. Es braucht also nicht zwingend ein Server zu sein, auch wenn das natürlich bei einer fertig gebackenen Applikation sinnreich wäre. Aber zum Entwickeln reicht also ein solch kleiner Kerl, der übrigens bloss ein Gigabyte flüchtigen Speicher besitzt.

Manchmal hätte ich aber dann doch lieber ein etwas grösseren Bildschirm gehabt, gerade bei der Ansicht der Konsole, die ab und an eine ziemlich lange “Backliste” anzeigt. Aber es ging letztlich auch so ganz gut. Ich installierte PHP, den Apache Webserver, den MySQL-Server und für mich noch optional PHPMyAdmin. Wer möchte, kann sich natürlich auch über die Konsole die nötigen Datenbanken Tabellen anlegen. Ich mag einfach lieber das GUI.

sudo apt-get install php5 php5-cli mysql-server apache2 phpmyadmin

Wichtig ist, dass beim Apache-Webserver das Modul mod_rewrite aktiviert ist. Das haben wir nach längeren Detektivarbeiten und Dank Ute herausgefunden. Auf ubuntusers.de gibt es dazu einen gesunden Wiki-Artikel. (Heisst es eigentlich einen gesunden Wiki-Artikel oder ein gesunder Wiki-Artikel?)

Anschliessend holten wir uns die aktuelle und stabile Source auf der Website von CakePHP und entpackten sie. Der Apache muss dann auf das Verzeichnis webroot im Baum des Downloads unter app zeigen. Die Datei default im Verzeichnis /etc/apache2/sites-available hat bei mir folgendes Aussehen, allerdings habe ich keine zusätzlichen virtuellen Hosts, sondern bloss eine Site erzeugt. Auch hier hat mich Ute unterstützt:

<virtualhost *:80>
	ServerAdmin webmaster@localhost

	DocumentRoot /home/roman/cakephp/app/webroot
	<directory />
		Options FollowSymLinks
		AllowOverride FileInfo Options

	<directory /home/roman/cakephp/app/webroot>
		Options Indexes FollowSymLinks
		AllowOverride FileInfo Options
		Order allow,deny
		allow from all
	</directory>

	ScriptAlias /cgi-bin/ /usr/lib/cgi-bin/
	<directory "/usr/lib/cgi-bin">
		AllowOverride None
		Options +ExecCGI -MultiViews +SymLinksIfOwnerMatch
		Order allow,deny
		Allow from all
	</directory>

	ErrorLog /var/log/apache2/error.log

	# Possible values include: debug, info, notice, warn, error, crit,
	# alert, emerg.
	LogLevel warn

	CustomLog /var/log/apache2/access.log combined

 Alias /doc/ "/usr/share/doc/"
 <directory "/usr/share/doc/">
 Options Indexes MultiViews FollowSymLinks
 AllowOverride None
 Order deny,allow
 Deny from all
 Allow from 127.0.0.0/255.0.0.0 ::1/128
 </directory>

</virtualhost>

Damit funktionierte CakePHP ganz gut. Die Installation war also recht einfach, die ersten vier kleinen Hürden betreffen die Schreibrechte auf Verzeichnissen, die sichergestellt werden müssen und der “gesalzenen Sicherheit” sind rasch erledigt. Danach kann man bereits loslassen.

Roland hat sein Projekt, das wir ansatzweise an diesem Sonntag erarbeitet haben, in das Netz gestellt, so dass jeder daran partizipieren kann. Auch das ganze Modell und die Anforderungen stehen dort bereit. Die Idee, welche sich hinter diesem Vorgehen verbirgt, soll echte OpenSource-Programmierung abbilden. Jeder von uns kann oder darf einen Teil zu diesem Projekt beitragen, bis ein fertiges Produkt entsteht. So macht “opensourcen” Spass. Ich hoffe, dass ich mir hin und wieder ein Stündchen Zeit nehmen kann, um da mitzuwirken.

Während dem Kurs sind ein paar wenige Bilder entstanden, die ich in eben jener Applikation bereitgestellt habe, die einst durch die neu zu backende Anwendung ersetzt werden soll: In meiner kleinen Bilderdatenbank. An dieser Stelle sende ich ein dickes Dankeschön an Ute und Roland für die Gastfreundschaft und für den interessanten Sonntagnachmittag! Ich komme sicherlich noch einmal auf das Thema zurück und kann dann hoffentlich etwas tiefer über Technisches berichten.

Das IT-Handbuch für Fachinformatiker

Montag, 22. März 2010

Das IT-Handbuch für Fachinformatiker stammt aus dem Hause Galileo und wurde dort im Jahre 2009 in der 4. aktualisierten und erweiterten Auflage verlegt. Verfasst hat das 1.025-Seiten starke Buch Sascha Kersken. Der Verlag hat mir nebst andern Büchern ein Exemplar zur Verfügung gestellt. Das Werk richtet sich an Menschen die sich inmitten der Ausbildung zum Fachinformatiker befinden oder planen, eine solche zu absolvieren. Ich habe mir das Buch angesehen, die meisten Seiten daraus gelesen und darf sagen, dass es sich deutlich lebendiger liest, als man es von einem solchen Buch erwarten dürfte. Einige Themen sind recht trocken, aber der Autor versteht es, die Inhalte spannend und seriös zugleich anzubieten.

Aber ein bitterer Nachgeschmack bleibt, auch wenn der nichts mit dem Buch zu tun hat: Nach dem Lesen (und Verstehen) der Inhalte dieses Buch hat man sich eine ganze Menge Wissen angeeignet. Aber alleine mit den Kenntnissen würde man mindestens hier in der Schweiz keine Stelle finden. Es ist halt bloss Theorie und oft technischen Wissen über die Funktionen von Prozessoren, Festplatten und dergleichen, aber auch Grundlagen zur Programmierung und der Skriptsprachen. Das reicht nicht. Hier bei uns würde die duale Berufslehre dieses Manko ausgleichen. Der Anteil an praktischer Arbeit bei einer ordentlichen Berufslehre liegt bei uns zwischen 60 und 80 Prozent. Theoriefuzzies haben wir aus den Bereichen Consulting und Projektmanagement schon genug; wir brauchen nicht auch noch welche in unserer Zunft. Ich gehe aber davon aus, dass auch in Deutschland und Österreich die klassische Berufslehre das Mass der Dinge ist.

Das Buch trägt den Untertitel “Der Ausbildungsbegleiter” und suggeriert damit genau das, was ich als wichtig erachte: Nebst all dem theoretischem Wissen braucht es Praxis, Praxis, Praxis. Anfangs zauderte ich etwas beim Lesen, weil ich annahm, dass die Ausbildung in Deutschland derjenigen der Schweiz nicht entsprechen würde. Aber diese Zweifel konnte ich rasch aus dem Weg räumen. Auch unser Branchenverbände und das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie sehen in etwa den gleichen Ausbildungsplan vor. Insofern ist das Buch auch für uns hier in der Eidgenossenschaft als Ausbildungsbegleiter geeignet.

Gefreut hat mich sehr, dass im Buch Linux und Unix immer wieder – wie wir es uns auch gewohnt sind – eine besondere Stellung im positiven Sinne einnehmen. Der Autor vermeidet es sehr geschickt, das eine Produkt gegen ein anderes auszuspielen, aber der aufmerksame Leser wird feststellen, dass es handfeste und objektive Gründe für eine gewissenhafte Wahl eines Betriebssystems, je nach Aufgabe, gibt. Ubuntu wird hier, obschon das Buch aus dem Jahre 2009 stammt und damals Ubuntu schon sehr verbreitet war, als “Nebenprodukt” genannt.

Zu Beginn des Buches kommen die diversen Berufe rund um die IT zur Sprache und dann geht es zum Eingemachten. Die Geschichte der Rechenmaschinen und Computer finde ich immer wieder spannend. Und hier kommt das Thema recht tief zu Geltung. Ich lese diese Rückschauen nicht nur gerne, weil sie einfach spannend sind, sondern weil ich mich gerne zurück erinnere an meine “Pionierzeit” mit dem ATARI ST und dem ersten x86er. Im gleichen Kapitel geht es dann auch um die digitale Datenverarbeitung und der Speicherung. Dieses theoretische Wissen ist auch heute noch eine sehr gute Grundlage, um moderne Systeme überhaupt verstehen zu können. Anschliessend werden die mathematischen und technischen Grundlagen besprochen. Die Logik ist hier ein wichtiger Teil, denn schliesslich basieren darauf die prozessor-internen Befehle. Algebra studieren ist also ein Muss. Und danach wird die Elektronik und deren Grundlage angeschaut. Dann folgt der obligate Teil mit der Hardware, dessen Inhalte auch schon bei der vorausgehenden Kapiteln teilweise erwähnt wurden oder später wieder darauf zurückgekommen wird.

Der Bereich Netzwerk nimmt einen zentralen Teil in diesem Buch ein. Es gibt ein eigenes Kapitel dazu, aber auch andere Inhalte behandeln mindestens am Rande Netzwerke. Sascha Kersken erklärt fast mit einer Engelsgeduld die einzelnen Komponenten und vergleicht sie miteinander. Natürlich ist auch IPv6 ein Thema, dem ich mich irgendwann auch mal annähern sollte. Routing und NAT werden besprochen und dazu natürlich die ganzen Transportprotokolle. Dieses Kapitel ist vollständig und recht intensiv. Anschliessend folgt wieder etwas Theorie: Die Betriebssystem-Grundlagen. Spontan dachte ich dabei an so manchen Möchtegern-Informatiker und an ihre Erklärungen, was ein OS wäre. Es ist immer wieder lustig zu hören, was Menschen unter einem Betriebssystem verstehen und wo sie die Grenzen zwischen der Hardware, dem OS und dessen Systemprogrammen sowie den Applikationen ziehen. Hier in diesem Buch wird alles fein säuberlich und korrekt dargestellt.

Schliesslich kommt das Thema Windows zur Sprache, dem auch ein Kapitel gewidmet ist. Dieses habe ich grosszügig quergelesen. Nicht weil ich der Meinung wäre, Windows sei ein schlechtes Betriebssystem, sondern weil ich mich in meiner Freizeit lieber mit Dingen beschäftigen möchte, die ich mag. Und verschlossene Software gehört nun mal nicht dazu. Dafür folgt gleich im Anschluss der Bereich Linux. Dort werden die Distributionen OpenSUSE, RedHat und Debian besprochen. Dabei geht es eher um die Bedienung und um die Installation von Software auf einem eher seichten Niveau. Das achte Kapitel ist dem Mac OS X gewidmet. Die Firma Apple bietet wohl die beste Verbindung zwischen Hard- und Software, da das Unternehmen beides herstellt. Ich erachte aber Apple als noch verschlossener als das Unternehmen aus Redmond, obschon Apple früher als der kleine David angesehen wurde, der gegen Micosoft kämpfte. Heute praktiziert Apple eine Politik, die Benutzer einsperrt (oder aussperrt) statt sie partizipieren zu lassen. Das Kapitel zum Mac OS X ist eher knapp gehalten.

Die beiden nächsten Kapitel sind ziemlich anspruchsvoll. Die Grundlagen zur Programmierung und zur Netzwerkprogrammierung. C und seine Artverwandten, Java, Perl und Ruby kommen zur Sprache, aber auch die ganze Konzepte dazu sowie die Frameworks. Hier liegt sehr viel Wissen, aber auch strukturelle Informationen. Bei der Netzwerkprogrammierung geht es dann auch um Webservices. Dieser Bereich wird dann später noch einmal in einem eigenen Kapitel aufgegriffen. Ich finde, dass der Autor die Erklärungen für reguläre Ausdrücke, aber auch für Pipes und Treads ganz gut dargelegt hat. Selbstverständlich gibt es praktische Beispiele zu jeder Programmiersprache, welche hier besprochen wird.

Und dann folgt eines meiner Lieblingskapitel: Datenbanken. NoSQL wird zwar noch nicht erwähnt, aber dafür die Relation sehr gut dargestellt. Dazu gibt es einen Überblick der wichtigsten Datenbank-Engines und die Hilfsmittel dazu. Im Zentrum steht aber MySQL, damit werden dann auch die vertieften SQL-Informationen erklärt. Das zweite Kapitel, das ich sehr mag, beschäftigt sich mit Webanwendungen. Denn auch dort steht quasi Linux mit dem Apache und PHP im Zentrum. Zunächst wird aber in einer ganz treffenden Art und Weise der HTTP-Header und einige anderen Standards besprochen. Anschliessend folgen weitere Internet-Serverdienste wie DNS und OpenLDAP. Im letzten Drittel in diesem Buch folgen Inhalte zum XML-Standard und weiteren Dateiformaten, die Webseiten-Erstellung wird besprochen, dazu folgen Inhalte zu (X)HTML und CSS. Dieser Bereich streift den Kern der Sache eher nur; man könnte ja eigene Bücher damit füllen. Webanwendungen finden ein paar Seiten, auch Blogs und andere CMS-Systeme. Und natürlich kommt das gutem alte Wiki in den Vordergrund. Als abschliessendes Kapitel folgt JavaScripting und AJAX. Auch hierzu sind Beispiele vorhanden, damit die Inhalte besser verstanden werden können. Als stiefmütterliches Schlusswort setzt dann die Sicherheit den Schluss. Allerdings kommt dieses Stichwort in fast allen Kapiteln immer wieder zur Sprache, deswegen ist es hier etwas kurz, dafür aber prägnant dargelegt.

Das Buch eignet sich bedingt als Nachschlagewerk. Für die Ausbildung ist es bedingungslos als “Duden” zu nutzen, in der Praxis aber nicht wirklich. Einerseits ist in diesem Buch so viel Wissen verpackt, dass die einzelnen Bereich teilweise etwas flach behandelt werden, andererseits ist es ja ein Buch für die Begleitung während der Ausbildung und hilft beim Lernen und Verstehen. Dafür steht ein Glossar und ein Stickwortverzeichnis in Deutsch und Englisch zur Verfügung.

Das IT-Handbuch für Fachinformatiker ist selbstverständlich mit einem Galileo Buch-Update versehen, so dass Korrekturen und Erweiterungen nachträglich abgeholt werden können. Das Buch trägt die ISBN 978-3-8362-1420-9 und ist im Handel für knapp 35 Euro erhältlich.

Freundlicher Empfang beim Ikhaya-Team

Freitag, 19. März 2010

Ikhaya-TeamGestern Abend empfing ich die Einführung zum Ikhaya-Team auf ubuntuusers.de. Auf freundliche, humorvolle und vor allem kompetente Art und Weise durfte ich mir einen Überblick zeigen lassen, welches die Aufgaben des Ikhaya-Teams sind. Da laufen ganz spannende und zugleich lebendige Prozesse im Hintergrund ab, ausserdem steht ein recht leistungsfähiges CMS zur Verfügung. Die erfahrenen Jungs vom Team stellten mir die einzelne Schritte vor, um an der Front mitwirken zu können. Mir gefällt die lockere und humorvolle Art, wie die Menschen dort wirken, ohne dabei die Ernsthaftigkeit zu verlieren. Viele der Entscheidungen basieren auf dem demokratischen Verständnis und der gegenseitigen Hilfe und Unterstützung. Mir gefällt das! Übrigens hat das Nachrichten-Portal eine bewegte Geschichte hinter sich.

Dabei konnte ich seit Jahren wieder einmal an einem IRC teilnehmen. Die Art der Kommunikation ist nicht ganz mein Ding, das ist mir zu hektisch und zu unübersichtlich. Dafür ist praktisch jederzeit jemand da, den man etwas fragen kann. Und eine Antwort bekommt man offenbar immer, auch wenn es bloss ein gezielter, augenzwinkender Knie-Schuss ist, weil man Gnome statt KDE nutzt.

Ich freue mich auf die neue Aufgabe, die ich mit all den Ubuntu-Leuten im Team ausführen darf. Ich werde wohl am meisten davon profitieren, denn dadurch kann ich viel lernen und erfahre Neues. Ja, auch alte Säcke dürfen das Recht nutzen, zu lernen. Leider kann ich mir nicht alle Zeit der Welt nehmen, um dort mitzuwirken. Mittlerweile budgetiere ich meine Freizeit am obersten Limit und muss darauf achten, dass meine Familie und insbesondere unser Sohn nicht zu kurz kommen. Es ist eine wunderbare Zeit mit Ruben und die kann man nicht nachholen. Deswegen steht nicht nur im Zweifelsfall meine Familie auf dem Platz zwei, unmittelbar nach meinem Broterwerb. (Das Wort habe ich bei Dirk geklaut.) Und just auf dem Platz drei steht die Community. Ubuntu steht für “Menschsein in der Gemeinschaft” und das ist eine wahre Herausforderung!

Upgrade auf Lucid Lynx

Dienstag, 16. März 2010

Nachdem ich an den Linux-Tagen zu Chemnitz immer wieder der Alpha-Version von Ubuntu 10.04 begegnet bin, wollte ich es doch noch etwas genauer wissen und probierte es zu Hause an meinem neuen Netbook S12 von Lenovo aus. Den “produktiven” Rechner wollte ich dazu nicht verwenden. Dazu tippte ich auf [ALT] und [F2] und befahl dann

update-manager -d

Damit beginnt das System mit der Vorbereitung eines Distributionsupdates. Ich möchte darauf hinweisen, dass es sich bei der getesteten Version um eine Entwicklerversion handelt, die nicht für produktive Zwecke gedacht ist. Also nur dann nachmachen, wenn ein Testgerät zur Verfügung steht, bei dem es unerheblich ist, wenn es ausfällt.

Der Update selbst dauerte ungewöhnlich lange, über zwei Stunden und es passierten einige Fehler. Die darf es bei diesem Versionsstand auch noch geben.

Schliesslich meldete der Upgrade-Manager, dass der Upgrade nicht durchgeführt werden konnte und nun der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt würde.

Die betraf in meinem Fall wohl bloss die Pakete, die nicht korrekt installiert werden konnte, denn nach wenigen Sekunden bekam ich dann diesen Dialog zu Gesicht:

Damit wurde der eigentliche Abschluss des Upgrades unterbrochen, denn die alten Pakete wurde nicht sofort entfernt. Die habe ich dann per Hand in der Konsole mit den beiden Befehlen

sudo apt-get dist-upgrade und sudo apt-get autoremove

vollständig weggebracht. Ansonsten scheint alles zu funktionieren, ausser dass – wie immer – die Fremdquellen aus der Konfigurationsdatei von APT entfernt oder auskommentiert wurden. Der erste Eindruck wirkt nicht besonders, weil mir persönlich halt die Farbzusammenstellung überhaupt nicht passt. Aber das lässt sich ja leicht ändern, ausserdem ist das Geschmackssache. Ganz schlimm finde ich den halb-transparenten Hintergrund der Standard-Shell. Der passt zu Herren, die sich schminken…

Weiter gefällt mir Thunderbird in der dritten Version, wie sie nun bei 10.04 zur Verfügung steht, nicht. Ich werden dann wohl wieder zurück zu Claws-Mail wechseln.

Ein klein wenig kann ich die verschiedenen Reklamationen aus der Ubuntu-Szene wegen dem neuen Theme und den Farben verstehen. Das ist aber letztlich Geschmackssache und darüber lässt es sich schwer streiten. Schliesslich war das Braun ja auch keine besonders tolle Sache, finde ich. Hingegen verstehe ich das Theater, welches wegen den Fensterbuttons, die nun links statt rechts und dann noch in der anderen Reihenfolge stehen, nicht. Das ist reine Gewohnheit und ob das die Apfel-Leute nun auch so haben, ist mir persönlich ziemlich egal.

Nautilus kann jetzt von Haus aus per F3-Taste zwei Fenster anzeigen, dazu braucht es keine Extra-Installation mehr. Es gibt noch eine ganze Menge Neuerungen auf 10.04, die unter anderem auch im Wiki von ubuntuusers.de beschrieben sind. Üblicherweise mache ich keine Upgrades, sondern installiere das System neu. Das hole ich dann nach, sobald die finale Version da ist. Auf meiner “Arbeitsmaschine”, einem Lenovo ThinkPad R61, werde ich dann wohl auch das komplette System mit Lucid Lynx neu einrichten. Ubuntu 10.04 Lucid Lynx wird wieder eine LTS-Version werden, welche in der Dsktop-Variante während den nächsten drei Jahren mit Updates versorgt wird. Die Server-Variante erhält fünf Jahre lange Sicherheitsupdates.

Pinguine in Chemnitz

Samstag, 13. März 2010

Der erste Tag an den Chemnitzer Linux-Tagen von 2010 ist schon wieder vorbei. Die Zeit am Stand der Ubuntu-Community verging wie im Fluge. Wir konnten bei vielen Leuten Fragen direkt beantworten, Hilfe leisten und so zu kleinen Erfolgserlebnissen beitragen. Viele der Besucher nahmen das Gerät, bei dem sie einer Herausforderung gegenüber standen, gleich an die CLT mit. So konnten wir zusammen nach einer Lösung suchen und fanden meist auch eine.

Ich wollte mir ein oder zwei Vorträge anhören, kam aber nicht dazu. Immerhin gelang mit ein klein wenig die Pflege der sozialen Netzwerke, sprach mit Menschen, die ich halt bloss ein oder zweimal im Jahr sehe. Leider konnte ich auch (noch) keine Audio-Aufnahmen erzeugen, dazu komme ich eventuell morgen noch.

Thorsten überreichte mir heute Morgen ‎das Buch Einstieg in Ubuntu 9.10, welches ich anlässlich einer “Verlosung” auf ubuntuusers.de gewonnen habe. Vielen Dank!

Ja, und morgen ist ja auch noch ein Tag an den CLT zu Chemnitz. In der Zwischenzeit sind einige Bilder entstanden, die ich auf tuxhart.ch teilweise veröffentlicht habe. Morgen wird wohl dann auch noch das eine oder andere Foto entstehen.

Balsa, der vergessene Mail-Klient

Donnerstag, 11. März 2010

Es ist schon fast zwei Jahre her, als ich mich gefragt habe, weshalb der Gnome-Mail-Klient Balsa ein solch stiefmütterliches Dasein fristet; mindestens aus meiner Warte gesehen. Freilich, Thunderbird, Claws-Mail sowie Evolution und wohl auch noch weitere Programme leisten auch heute noch mehr und sind feiner konfigurierbar, aber Balsa holt auf. Ein Vorteil bei Balsa ist, dass er ohne viel Aufwand die lokale Maileinrichtung nutzen kann, trotzdem aber SMTP, POP3 und IMAP versteht.

Balsa nutzt mittlerweile die systemweite Benachrichtigung, wie sie unter Ubuntu häufig eingesetzt wird. Der Klient kann mit mehreren Konten problemlos umgehen und ermöglicht ausserdem verschiedene Identitäten. Auch zeigt das Programm HTML-Mails an und verschickt – vorausgesetzt, es ist alles richtig konfiguriert – keine HTML-Mails. Das gehört sich auch so und jeder einigermassen erwachsene Mailklient sollte vorzugsweise Nachrichten im Klartext versenden. Beim Balsa muss man dazu unter Bearbeiten / Einstellungen / Nachricht den Haken bei Klartext (text/plain) gegenüber HTML bevorzugen setzen und bei der betreffenden Identität unter Nachrichten den Wert Nachrichten als einfachen Text und HTML senden nicht aktivieren. Falls der Quelltext einer Nachricht angezeigt werden sollte, nutzt Balsa einen eigenen, kleinen Editor, der das Mail (bei uns hier heisst es tatsächlich das und nicht die Mail), der den Quelltext sauber darstellt. Beim Erstellen von Mails steht eine Rechtschreibprüfung für die üblichen Zonen der deutschen Sprache wie der Schweiz, Deutschland Österreich und so weiter zur Verfügung.

Es gibt ein gutes Filterwerk, bei der Bekämpfung von Spam-Mails soll der bogofilter oder SpamAssassin Abhilfe schaffen. Dazu kann eine Spam-Nachricht mit der rechten Maustaste markiert und der Kontextbefehl Leiten durch angewählt werden, worauf der Befehl sa-learn --spam (für SpamAssassin) ausgeführt werden sollte. Bei meiner Umgebung musste ich Spamassassin nachträglich installieren:

sudo apt-get install spamassassin

und bei der Konfigurationsdatei unter /etc/default/spamassassin den Wert ENABLED auf 1 setzen und anschliessend den Deamon starten:

sudo /etc/init.d/spamassassin start

Danach lernt Balsa zusammen mit dem Spamassassin artig, was gut und vor allem böse ist. Der Einsatz von GnuPG ist kein Problem. Das Adressbuch kann eine ldif-Datei anzapfen, ohne den Inhalt zuerst importieren zu müssen. Das finde ich eine gute Idee, vielleicht können das auch andere Programme und ich habe es nicht bemerkt.

Leider habe ich keinen Weg gefunden, mit den einzelnen Items eines Adressbuches einen Verteiler oder eine Liste zu erzeugen. Diese Option gibt es wohl noch immer nicht. Das Fehler dieser Funktion dürfte für viele Benutzer ein Kriterium sein, Balsa nicht zu nutzen.

Die Werkzeugleisten lassen sich recht einfach und schnell den Bedürfnissen anpassen, wobei ich die Option vermisse, dass die Symbole ohne Unterschrift angezeigt werden. So können die Werkzeugleisten vom Hauptfenster, Editor-Fenster und diejenige vom Nachrichtenfenster angepasst werden.

Ich erachte Balsa als eine recht gute und vor allem nicht alltägliche Alternative zu den üblichen Verdächtigen. Es mögen durchaus noch einige Funktionen fehlen, aber es ist aus meiner Sicht nicht gerechtfertigt, dass Balsa derart im Hinterkämmerchen versteckt gehalten wird. Vielleicht wollen das die Entwickler, ich mag das aber nicht so recht glauben. Wahrscheinlich nimmt niemand Schaden, wenn das Programm etwas näher an das Rampenlicht gestellt wird.

Balsa kann über die Repositories von Ubuntu installiert werden. Das Paket heisst schlicht und ergreifend balsa. Aktuell befindet sich dort die Version 2.3.28 vom 18. Januar 2009. Auf der Website des Projekt gäbe es noch frischere Versionen, aktuell die 2.4.7 vom 13. Januar 2010. Ein Paketdepot für Ubuntu zu diesen neueren Versionen habe ich aber nicht gefunden; selbst wäre der Mann.

Mediathek für die DACH-TV-Sender

Mittwoch, 10. März 2010

Via Dirks Blog bin ich auf das Programm Mediathek gestossen. Damit lassen sich jene Inhalte, welche von den öffentlich-rechtlichen Sendern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH) stammen, durchsuchen. Konkret können damit aktuell folgende Sender und deren Archive (allerdings nur relativ zeitnah und volumenbegrenzt) verfolgt werden:

Die einzelnen Inhalte können dann per vlc angesehen oder gar per MPlayer lokal kopiert werden. Ich finde das eine ausserordentlich gute Sache, denn die Inhalte jener Sender sind oft qualitativ auf hohem Niveau und sie interessieren mich in einigen Sparten. Bloss stehe ich der Herausforderung gegenüber, dass ich mir gar nicht die Zeit nehmen kann, um alles zu sehen und studieren, was mich interessieren würde. Einmal mehr stehe ich vor der Wahl der Qual.

Installiert braucht die Software im eigentlich Sinne nicht zu werden. Man lädt sich das Archiv von SourceForge herunter, entpackt es an einem geeigneten Ort und kann es sogleich starten. Mediathek ist unter GPL lizenziert. Damit es läuft, braucht es eine Java-Installation. Ich nutze gern Sun-Java und brauche daher das unfreie Paket:

sudo apt-get install sun-java6-jre

Und wenn ich schon dabei bin, hole ich mir auch gleich noch das Plugin für den Browser, das braucht es aber für die Mediathek nicht:

sudo apt-get install sun-java6-plugin

Um die Inhalte abspielen zu können, sollte vlc installiert sein. Das freie Teil Software kriegt man auch aus den Quellen von Ubuntu:

sudo apt-get install vlc

Wer Inhalte lokal abspeichern möchte, sollte dazu noch den MPlayer installieren, den es ebenfalls aus den Repros gibt:

sudo apt-get install mplayer

Damit ist alles vorhanden, was es braucht. Gestartet wird die Mediathek über die Konsole oder über einen Anwendungsstarter:

Dazu muss man sich in dem Verzeichnis, in dem die Datei Mediathek.jar vom Download der Mediathek liegt, befinden und befiehlt dann:

java -jar Mediathek.jar

Und schon läuft das Teil. Zunächst sollte das Archiv heruntergeladenen werden (nur die Meta-Daten dazu) und dann würde ich die Pfade so einstellen, wie mir das passt. Ansonsten ist die Software weitgehend selbsterklärend. Im Archiv des Downloads liegt zudem eine PDF-Datei, in der die Bedienung in deutscher Sprache recht gut erklärt ist. Mediathek läuft auch unter Windows und dem Apfel.

Man kann sich damit auch Sendungen oder Podcasts abonnieren, so dass man jeweils auf dem Laufenden bleibt. Die Inhalte werden nach Sender und Kategorien abgelegt. Ebenso gibt es eine Suchfunktion. Wenn ich einmal ganz viel Zeit habe (darauf warte ich schon ewig), dann wühle ich mich so richtig in diese Datenbank hinein. Eine tolle Sache! Danke für den Tipp, Dirk.