Wahrscheinlich stehe ich wie viele Benutzer in einer Zwickmühle: Einerseits bin ich der Meinung, Google wäre zu neugierig und ich müsste meine Daten vor dem Giganten schützen und andererseits bietet das Unternehmen immer wieder ganz hervorragende Dienste und Programme an. Seit dem ich Android 2.1 nutze (bisher setzte ich 1.6 ein) kann ich endlich auch andere Applikationen aus dem Market einsetzen. So zum Beispiel die aktuelle Betaversion der Navigationssoftware aus dem Hause Google. Google Maps Navigation nennt sich das Teil und mein Telefon nutzt dabei die Sprachausgabe, um mir die Route zu heissen. Ich meine, dass diese Software zusammen mit meinem HTC-Handy mindestens so viel leistet, wie das fest eingebaute GPS in unserem Wagen. Denn die Karten von Google sind stets (oder fast immer) aktuell, während dem beim Auto eine CD oder eine DVD als Quelle genutzt wird. Und die aktualisiert sich ja nicht von alleine. Ausserdem kostet bei Mercedes ein neues Set an DVD gute 400 Franken.

Als Ziel lassen sich verschiedene Quellen nutzen. Entweder tippt man die Adresse einfach ein oder man nutzt die Kontaktdaten. Alternativ lassen sich markierte Orte als Ziel festlegen oder man setzt einfach die Liste der zuletzt eingegebenen Ziele ein.

Wahlweise kann man sich entweder die Kartenansicht oder die Satelitenansicht anzeigen lassen. Beim letzteren braucht es dann aber schon einen ziemlich leistungsstarken Rechner. Über das Kontextmenü Ebene lassen sich verschieden Informationen zusätzlich einblenden, so zum Beispiel Tankstellen, Parkplätze oder Verkehrsinformationen.

Auch die Informationen zur gesamten Reise sowie dessen Anblick scheint mir ziemlich ausgereift zu sein. Spontan fällt mir nichts ein, was mir dazu fehlen würde. Halte ich mich nicht an die Anweisungen vom HTC und fahre stattdessen eine andere Route, beginnt Google Maps Navigation zu rechnen und versucht, mich wieder an den richtigen Ort zu bringen. Wie sich Google Maps Navigation bei Staumeldungen verhält, weiss ich nicht. Wir haben hier im Zürcher Weinland nie Stau. Bisher kam ich noch in keinen Stau, während dem ich das Gerät nutzte.

Selbstverständlich lässt sich die Reise auch als Liste ausgeben, damit man sich einen “textlichen” Überblick der Route verschaffen kann. Die Reisezeiten, welche Google Maps Navigation angibt, scheinen nicht schlecht zu stimmen. Mindestens hielt ich mich immer in den vorgegeben Zeiten, wobei natürlich während der Reise je nach Situation Korrekturen von der Applikationen vorgenommen werden.
Da der relativ kleine GPS-Chip in meinem Android ziemlich hart arbeiten muss und während der gesamten Reise immer mit den Satelliten verbunden ist, braucht er auch entsprechend viel Strom. Deswegen stecke ich ihn immer sofort an den 12Volt-Stecker (Zigaretten-Anzünder) im Auto, so dass er mit Strom versorgt wird. Lege ich das Gerät flach auf den Beifahrer-Sitz, denkt es, dass es absichtlich beiseite gelegt wurde und versetzt sich in den Ruhezustand. Deswegen lege ich es immer etwas schräg hin oder halte es in der Hand. Alternativ liesse sich bestimmt eine Halterung anbringen.
Alles in Allem meine ich, dass Google Maps Navigation eine ganz gute Lösung ist und gegen manches GPS-System antreten kann. Dass es aus dem Hause Google kommt und mit grosser Wahrscheinlichkeit durch die Programmierer mit einer gewissen Neugierde ausgestattet wurde, mag einen fahlen Nebengeschmack erzeugen. Hier muss jeder selbst entscheiden, ob und wie Google-Produkte zum Einsatz kommen.