Archiv für Dezember 2010

Android auf dem Tablet

Freitag, 31. Dezember 2010

Es wird Zeit dass die Android Tablets kommen. Die Bescherung ist auch schon vorbei und wer weiss, vielleicht hat dieses Jahr beim einen oder anderen eines dieser Gadget’s unter dem Weihnachtsbaum gelegen. Ich habe mir auch einige dieser Tablets besorgt und werde in diesem Artikel einmal ein wenig darüber berichten.

Vorweg, mein Fokus liegt auf den Android Tablets.

Produkteauswahl

Wenn man sich die Produkte auf den Webseiten so anschaut, dann stellt man fest, dass alle Hersteller einen 10″ oder 7″ Tablet herstellen möchten. Einzig Archos geht da noch tiefer und bietet 4.3″ und 2.8″ Geräte an. Dies müsste man von der Grösse aber im Bereich der Smartphones ansiedeln. Beim Android setzen alle eigentlich auf das 2.2 (Froyo). Das 2.3 ist das aktuellste Android und kann ja auch schon getestet werden, wie ich im Artikel Android Emulator eingehend beschrieben habe. Bei der Kommunikation sind sich die Hersteller nicht ganz einig. Hier kommen zurzeit WiFi, Blauzahn und 3G zur Anwendung. Die Idee das Tablet mit Blauzahn und einem Handy als Internetzugang zu verbinden, finde ich gut. So ist man unabhängig und kann gleichzeitig mit dem Hnady telefonieren und mit dem Tablet surfen. Bei der Produkteauswahl muss man aber schon ganz genau in die Detail’ss schauen. Hier sind die Informationen auf den Webseiten doch schon mal ein wenig “verbessert” und wenn man dann ein Tablet in den Händen hat, sucht man vergebens nach den versprochenen Funktionen. Viele Tablets kommen auch aus dem Reich der Mitte und sind Nachbauten. So hatte ich z.B. ein 10″ und 8″ Tablet erworben, dass genau so aussieht wie ein Apfel Tablet. Beim Start des Systems erschienen dann aber 2 Kirschen, schöne Idee.

Erste Tests

Nachdem ich mich ein wenig umgesehen hatte, entschied ich mich für ein 10″, ein 8″, ein 7″ und ein 2.8″ Tablet. Schon vorher hatte ich noch ein Samsung Galaxy mein eigen genannt. Alles Geräte mit verschiedenen Funktionen und Ausstattungen.

Die Grösse
Hier hat man mit 10″ am meisten, ist ja klar. Natürlich muss man aber auch mit ein wenig Gewicht rechnen. Das 10″ würde ich nie mit auf den Arbeitsweg nehmen, das ist viel zu gross. Es macht sich aber sehr gut im Wohnzimmer wo es als Informations-Tablet der ganzen Familie dient. So können damit z.B. die aktuellen Fernseh-Programme abgerufen werden, die neusten Kino-Programme in der nächsten Stadt eingesehen werden, den Busfahrplan für den nächsten Tag konsultiert werden und so manches mehr. Mit den 7 oder 8″ Tablet kann ich gut unterwegs kommunizieren. Der Bildschirm hat eine gute Grösse und die Informationen sind gut lesbar. Meine Videos als FLV, AVI oder MPG4 Dateien lassen sich auch problemlos einsehen. Mit dem 3G hatte ich da so meine Schwierigkeiten. Leider habe ich bis jetzt immer noch keinen Kontakt zum Internet herstellen können, was ich ein wenig bedaure. Auch der Support der Firma lässt zu wünschen übrig. Als nicht IT-Spezialist steht man da schon mal im Regen.

Die Bedienung
Für die Navigation lässt man eigentlich immer den Finger über den Bildschirm schweben. Bei den infotmic Tablets hat man mit der Fingerkuppe am meisten Erfolg. Das Hyundai hat noch eine Art Trackbal der zu meinem Erstaunen sich sehr gut bedienen lässt. Die Standart-Programme sind wie man sich dies von Android gewohnt ist leicht zu bedienen. Über den Android Market lassen sich dann auch weitere Apps nach installieren

Die Ausstattung
Hier gibt’s diverse Unterschiede. Beim Arbeitsspeicher sind 128 MB das minimum. Das genügt um ein Android zu betreiben. Als Festspeicher kommen dann immer SD Karten zum Einsatz. Eigentlich werden hier die Micro SD Karten eingesetzt. Ich habe dazu max 16 GB zur Verfügung. Diese Karten findet man dann auch immer bei den Smartphones. Die Preise sind heute auch sehr günstig geworden. Für die Kommunikation verwenden allen Geräte WiFi als Standart. Zum Teil kommt noch Blauzahn dazu. Beim 10″ Tablet hat es sogar noch einen Ethernet-Anschluss. Auch vorhanden sind beim 10″ zwei USB Anschlüsse. Das kann ganz praktisch sein wenn man einmal eine Tastatur oder eine Maus anschliessen möchte.

Zubehör
Beim Zubehör gehen die Wege auseinander. Hier gibt es von jedem Hersteller diverse Kabel, Karten etc. Als spannende Option habe ich beim 10″ die Mappe mit der integrierten Tastatur entdeckt. Damit lässt sich das Tablet in einen mobilen Mini PC verwandeln.

Fazit
Es wird nicht mehr lange dauern und wir werden mit Android Tablet’s überschwemmt. Die Produkte die man hier bekommt lassen sich bereits gut einsetzen. Einige Kinderkrankheiten werden noch verbessert und dann hat bald jeder Haushalt einen Tablet.

Was habt ihr für Erfahrungen mit Android Tablets gemacht ? Schreibt Eure Kommentare bitte in diesen Blog.

Zurück zu Ubuntu

Donnerstag, 30. Dezember 2010

Während einiger Wochen nutzte ich auf meinem ThinkPad R61 Windows 7 in der 64bit-Version. Unter anderem zur Vorbereitung unserer nächsten Folge von DeimHart, welche am kommenden Montag veröffentlicht wird. Wir sprechen dort über die Verwendung von OpenSource-Software unter Windows. Eigentlich wollte ich die 21. Folge noch mit Windows schneiden, aber ich hielt nicht mehr durch. Windows musste so rasch wie möglich von der Platte. Nicht etwas, weil Windows nicht brauchbar wäre; das ist es sehr wohl. Sondern weil mir die Arbeit mit Windows keinen Spass macht. Das mag seltsam, eigenartig und engstirnig klingen.

Es ist ein ganz anderes Arbeiten mit freier Software. Erklären kann ich definitiv nicht, weshalb das so ist. Es geht nicht nur um Fakten, um die Bedienung und um die Prozesse, wenn Fehler entdeckt (und gemeldet werden können). Es ist im Bauch versteckt, das Gefühl, dass freie Software mehr Spass macht. Offenheit ist ausserdem in fast allen Lebensbereich vorteilhafter als Verschlossenheit und ganz bestimmt bei Software. Und so bin ich wieder zufrieden und ausgeglichen mit “meinem” Maverick Meerkat. Jedem das Seine und mir mein Linux.

“ubuntu-cube” ubuntu als Cubeecraft

Sonntag, 26. Dezember 2010

In einem meiner letzten Artikel habe ich beschrieben, wie ich aus einem Cubeecraft ein Video erstellt habe. Der Cubeecraft hat mich nicht mehr losgelassen. Mit diversen Figuren habe ich viele solche lustigen Cubeecraft erstellt und es hat sich schon eine grosse Sammlung angehäuft ( über 100). Einer hat mir bis jetzt aber noch gefehlt, genau, ein ubuntu-cube.

Das Basteln ist eigentlich sehr einfach, hier einmal eine Anleitung wie man einen solchen ubuntu-cube selber macht:

Voraussetzung

Damit das craften erfolgreich wird, müssen noch einige Vorbereitungen getroffen werden. Als erstes benötigt man die Vorlagen des ubuntu-cube’s. Diese muss man dann mit dem Drucker auf einem A4 Blatt Quer ausdrucken. Am besten dazu eignet sich Papier mit etwa 160gm2. Man braucht auch noch eine Arbeitsunterlage die ein Schneiden mit einem scharfen Messer verträgt (also bitte nicht den Küchentisch verwenden). Als Werkzeug ist ein scharfes Messer zu empfehlen. Am besten sind hier die Stanley oder Teppichmesser zu empfehlen.

Ablauf

  1. Den gewünschten ubuntu-cube downloaden
  2. Das Bild auf einem Farbdrucker ausdrucken
  3. Die einzelnen Elemente mit dem Messer ausschneiden
  4. Bei den Elementen die vorgesehenen Schlitze schneiden
  5. Die Elemente falten
  6. Die Elemente zusammen stecken

Fertig ist der ubuntu-cube. Es geht wirklich ohne Leim und so einfach. Für einen ubuntu-cube benötigt man etwa 30Minuten. Je exakter man die Schnitte macht, desto schöner sieht dann der ubuntu-cube aus.

Ich habe die ubuntu-cube’s nach der letzten Plakat-Kampagne gestaltet. Die Auswahl richtet sich nach deren Inhalten und können zusammen genutzt werden.

Mich würde natürlich interessieren wie Eure cube’s aussehen und was Ihr damit alles anstellt. Schreibt mir, ich bin mal gespannt. Also, viel Spass beim erstellen der ubuntu-cube’s.

Verkehrte Zeit

Samstag, 25. Dezember 2010

Nun habe ich es Jenny Friedrich gleichgetan und mir eine Uhr beschafft, die rückwärts läuft. Im gleichen Shop wie der Macher vom Blog aptgetupdate habe ich die Uhr bestellt.

Im Prinzip läuft die Uhr im Gegenuhrzeigersinn, was ja so nicht stimmt. Denn die Uhr läuft ja immer im Uhrzeigersinn, wenn sie die Zeit anzeigen will. Selbst dann, wenn sie umgekehrt als üblicherweise läuft. Aber das ist letztlich Erbsenzählerei. Ausserdem ist der Uhrzeigersinn eindeutig definiert.

Zum dritten Geburtstag von diesem Blog ist das ein passendes Geschenk, finde ich. Die Uhr hängt jetzt in meiner Wohnung und wird wohl den einen oder andern Besucher desorientieren. Und zum Geburtstag dieses Blogs bedanke ich mich bei allen Lesern und vor allem bei den Kommentierenden und natürlich auch bei meinen beiden Co-Autoren Gregor und Robin. Uns allen wünsche ich eine ruhige Zeit und Frieden während und nach der Weihnachtszeit.

Brother HL-2270DW unter Linux und Windows

Donnerstag, 23. Dezember 2010

Endlich habe ich mir einen WLAN-fähigen Drucker gekauft. Es ist ein Brother HL-2270DW, ein Laser ohne Farbe und ein relativ neues Modell. Damit entfällt ein Kabel, Elektrizität kann ich bei mir noch nicht über die Luft verbreiten. Bei Kauf habe ich darauf geachtet, dass es Treiber für Linux gibt und dass der Drucker einen Duplexer eingebaut hat, so dass automatisch doppelseitig gedruckt werden kann. Das Gerät sollte nicht zu gross sein und natürlich WLAN kennen. Daneben sollte der Printer mehrere Seiten auf eine ausdrucken können. Aber das kann heute fast jeder und sonst gibt es Zusatzsoftware. Die Druckgeschwindigkeit ist mir nicht so wichtig; heutzutage gibt es praktisch keine langsamen Laser mehr.

Unter Ubuntu verwende ich den Treiber vom verwandten Drucker HL-2170W. Es gibt zwar Treiber für den 2270-DW unter Linux bei Brother, aber die habe ich mit CUPS nicht zum Rennen gebracht. Die Treiber für den 2170W sind bereits vorinstalliert. Die WLAN-Anbindung realisierte ich über das WebGUI des Druckers, in dem ich ihn zunächst per Kabel vernetzt habe. Das klappt sehr gut und geht schnell. Damit habe ich alle Funktionen für Ubuntu zu diesem Drucker zur Hand.

Unter anderem zur Vorbereitung für die nächste Folge bei DeimHart installierte ich mir Windows 7 64bit auf meinen Thinkpad R61. Dort nutze ich den Drucker natürlich auch. Leider verlinkte Brother im Download-Center die 32- und 64bit-Version mit der gleichen 32-bit-Datei, so dass der Treiber für mich wertlos ist. Dafür konnte ich die mitgelieferte CD nutzen. Unter Windows klappte aber die Installation trotz super schlauem Wizard nicht. Die Installation meldete einen Fehler, dass der Anschluss nicht vorhanden sei. Danach installierte ich den Treiber von Hand und erstellte den nötigen Port dazu. Dann klappte es sogar unter Windows.

Überspitzt formuliert darf ich sagen, dass ich für die Installation unter Ubuntu zu doof bin und dafür Windows beziehungsweise Brother zu doof ist (sind), den Treiber per Wizard richtig zu installieren. Einmal findet sich die knappe Intelligenz zwischen dem Stuhl und der Tatstatur und einmal dahinter.

Mit dem Drucker bin ich soweit zufrieden. Er druckt recht leise und schnell, versetzt sich rasch wieder in den Ruhezustand und erwacht sofort, wenn per WLAN ein Auftrag ausgeliefert wird. Die technischen Details sind hier zu finden.

VirtualBox 4.0 erschienen

Mittwoch, 22. Dezember 2010

Im Verlauf des heutigen Tages veröffentlichte Oracle die finale Version 4.0 ihrer eingekauften Virtualisierungssoftware. So ein Major-Update weckt natürlich die Hoffnung auf neue und nützliche Erweiterungen. Dieser Erwartung kommt Oracle meiner Meinung nur teilweise nach. Zu den Neuerungen gehören unter anderem eine überarbeitete Benutzeroberfläche und neues virtuelles Spielzeug.

Künftig werden auch die Binärdateien der Kernkomponenten der Software unter der General Public License Version 2 veröffentlicht. Dies bedeutet, dass Distributoren den Quellcode in Zukunft nicht mehr selbst kompilieren und paketieren müssen. Erweiterungen, wie die Unterstützung von USB 2.0, das integrierte Remote Desktop Protokoll und die PXE-Fähigkeiten der Intel Netzwerkadapter sind weiterhin nur unter der VirtualBox Personal Use and Evaluation License (PUEL) verfügbar und somit proprietär. Die proprietären Teile wurden in ein Extension Pack ausgelagert und können separat heruntergeladen werden. Mit diesem Schritt verfällt die als Open Source Edition (OSE) deklarierte Version. (zur Lizenz-FAQ)

Nun zu den Änderungen im Detail.  Öffnet sich die Virtualbox vor einem, ist im ersten Moment nicht vieles anders. Das selbe, schlichte Aussehen wie vorher, welches nicht schlecht ist, so meine ich! Am Wizard für die Erstellung einer neuen virtuellen Maschine hat sich nichts geändert. Es sind nur ein bis zwei neue Gastsysteme hinzugefügt worden.

Nachdem der Assistent geschlossen wurde, sieht man neue Features. Erstmals wird in den Optionen ein Vorschaubild des Gastsystems angezeigt.

Für die Testinstallation habe ich die Boot-Reihenfolge geändert. Dabei entdeckte ich, dass nun zwischen den beiden Intel Chipsätzen PIIX3 und ICH9 ausgewählt werden kann. Bei den Audioeinstellungen ist der Controller “Intel HD Audio” hinzugekommen, was vor allem die Kompatibilität mit neueren Hostgeräten erhöhen soll. Die Netzwerkkonfiguration unterstützt nun mithilfe eines neuen Dialoges Portweiterleitungen.

Über das Menü “Maschine” kann, nachdem eine Maschine gestartet wurde, eine Option mit dem Namen “Skalierten Modus einschalten” erreicht werden. Dieser Modus bewirkt, dass die Fenstergrösse Formen annehmen kann, welche nicht den Proportionen der Auflösung des Gastsystems entsprechen und somit die Ansicht verziehen.

Dummerweise habe ich das gewählte Passwort beim Anmeldedialog schon wieder vergessen, so das ich erst einmal dieses zurücksetzen durfte. :) War diese Hürde gemeistert, installierte ich die Gasterweiterungen. Damit fügt sich das Gastsystem bekanntlich besser in das Hostsystem ein. Mit der neuen Version 4 hat sich daran nichts ersichtliches geändert.

Was ich sehr schade finde ist, dass wie in den Betaversionen nach wie vor die Einstellungen für die Resourcenkontrolle (eingrenzen der CPU-Zeit und der Bandbreite auf die Festplatte) nicht über das grafische Userinterface getätigt werden können. Das User-Manual verrät einem diesbezüglich mehr.

Zu den bereits genannten neuen Features kommen einige weitere hinzu, welche alle in englischer Sprache im Changelog ersichtlich sind.

Mir kommt es so vor, als hätte die ganze Geschichte an Geschwindigkeit gewonnen. Im Vergleich zur Version 3.2.12 scheint sich in dieser Hinsicht echt viel getan zu haben. Aus der Sicht von brauchbaren neuen Features haut mich jetzt die Version 4 nicht vom Hocker. Klar ist es schön die Menüs etwas zu füllen, doch wozu braucht man zum Beispiel diesen “skalierten Modus” wirklich? Es freut mich aber, dass Oracle mit dem Majorrelease auch einen Teil zur Opensourcewelt beiträgt. :)

Die Entwicklung der Ubuntu-Community

Mittwoch, 22. Dezember 2010

Für die aktuelle Weihnachtssendung auf RadioTux habe ich mir ein paar Gedanken zu Ubuntu und seiner Gemeinschaft sowie zu seiner “Mutter” Canonical gemacht und damit einen Beitrag getextet und gesprochen. Als Ergänzung zur Sendung liefere ich hier den Text zum Nachlesen:

Ubuntu hat sich seit dem 20. Oktober 2004 zur weit verbreitetsten Linux-Distribution weltweit entwickelt. Damals startete das auf Debian basierende Linux mit der ersten Version Warty Warthog oder 4.10. Die erreichte Verbreitung alleine ist sicherlich noch kein Qualitätsmerkmal. Doch berücksichtigt man, dass sich über und mit Ubuntu sehr viele Menschen zu Linux bewegen, so hat Canonical, die Firma hinter Ubuntu, wohl eine reife Leistung gezeigt. Obschon es Mark Shuttleworth, dem Gründer von Ubuntu, bisher noch nicht gelungen ist, seinen Bug Number One zu fixen – nämlich Windows vom Thron zu stossen – verbreitet sich Ubuntu schnell; auch unter den Windows-Nutzern. Zwar nutzen laut einer nicht repräsentativen Umfrage vom Magazin Ubuntu User fast 80 Prozent aller Ubuntu-Nutzer im deutschsprachigen Raum nebst dem Linux auch noch ein Windows; mehrheitlich zum Gamen.

Mittlerweile stehen wir bei der Version 10.10 oder Maverick Meerkat. Die erste Alpha-Version der nächstfolgenden Ausgabe namens Natty Narwhal, welche in der finalen Version im April 2011 erscheinen soll, steht zum Download bereit. Ubuntu ist heute einfach und schnell per USB-Stick oder CD auf nahezu jeder x86er-Hardware installiert, ein Live-System sorgt für diejenigen Nutzer vor, die kein Ubuntu fix auf ihrer Platte haben wollen oder Ubuntu vor der eigentlichen Installation austesten möchten. Die Zukunft von Ubuntu verspricht Abwechslung und vor allem unkonventionelle Wege, wie wir beispielsweise zum Thema Unity und Wayland berichtet haben. Rein technisch gesehen dürfte sich Canonical auf dem richtigen Weg befinden, wenn denn auch nicht alle Beobachter dergleichen Meinung sind, was auch in Ordnung, wenn nicht sogar nötig ist. Es dürfte Ubuntu und seinen Nutzern entgegenkommen, wenn sich Canonical einmal mehr etwas von den andern Distributionen abhebt und etwas eigenständige, wenn auch manchmal eigenartig anmutende Wege geht. Allerdings sollte dies im Sinne der Nutzerschaft passieren und nicht bloss, um dem allgegenwärtigen und modernen Gott des Geldes zu huldigen.

Und damit sind wir auch schon beim Thema; nämlich bei der Community rund um Ubuntu. Da tut sich in letzter Zeit einiges schwer; mindestens aus dem Blickwinkel einiger engagierter Benutzer. Canonical scheint sich kaum um die tüchtigen Community-Leute da draussen, welche grosse Teile ihrer Freizeit in die Gemeinschaft stecken, zu kümmern. Weder an der ordentlichen Ubucon vom Oktober 2010 in Leipzig war ein Vertreter von Canonical zu sehen, noch an der Konferenz von OpenSUSE, obschon eine Einladung seitens Novell vorlag. Auch an den Veranstaltungen rund um Linux ist das Unternehmen eher selten anzutreffen. Einzig am diesjährigen LinuxTag zu Berlin war Mark Shuttleworth kurz anwesend. Die Unterstützung an diejenigen Privatiers, welche für die Ubuntu-Gemeinschaft an diverse Veranstaltungen rund um freie Software reisen, um dort Ubuntu zu zeigen und zu repräsentieren, ist nicht oder nur minimal vorhanden. Es geht hierbei nicht um Geld, sondern um Unterstützung ganz allgemein. Hier verhält sich Canonical zu wenig verantwortlich und vor allem kaum kollegial und in keiner Weise integrativ.

Canonical ist für die deutschsprachige Gemeinschaft kaum sichtbar. Stattdessen bemerken viele Benutzer die Anstrengungen, das Unternehmen wirtschaftlich fit zu kriegen. Sei es mit UbuntuOne oder dem SoftwareCenter und dessen kommerziellen Inhalten. Immerhin – und das dürfte wohl positiv zu bemerken sein – hat Canonical einen Grosskunden in der französischen Gendarmerie gefunden. Dennoch: Geld verdienen ist in Ordnung und jedes Unternehmen muss sich früher oder später unserem Wirtschaftssystem unterwerfen – sofern es überleben will – die Bedecktheit von Canonical in der deutschsprachigen Gemeinschaft dürfte dem Unternehmen längerfristig eher schaden als nützen. Etwas mehr Gemeinsinn dürfte Canonical nicht schlecht stehen, zumal es ja durch Ubuntu predigt, dass das Menschsein im Vordergrund stünde.

Daneben bemerken einige exponierte Mitstreiter in der Gemeinschaft, dass sich Ubuntu in der Umgebung der Community immer mehr und mehr zu einem Selbstbedienungsladen entwickelt. Die Menschen kommen bei den Plattformen wie ubuntuusers.de oder dem deutschen Loco-Team vorbei, beziehen Wissen, Erfahrungen und verschwinden wieder, ohne es weiterzureichen. Freilich, dazu besteht keine Pflicht, aber schöne wäre allemal, zumal sich das freie Wissen ausschliesslich durch Weitergabe ausdehnen kann. Diese Gefahr ist bei einer Einsteiger-Distribution wie Ubuntu natürlich grösser als bei einem Linux, das Insidern und Cracks vorbehalten bleibt. Trotzdem verschwindet die Tugend der Freiheit immer mehr aus der Gemeinschaft. Wie in manch andern gemeinnützigen Organisationen sind es einige wenige Menschen, die den Karren ziehen und viel Engagement und Ausdauer zeigen. Nicht ganz ohne Eigennutz, den der Lohn folgt oft in Form von Anerkennung, den es in der Welt der Wirtschaft in der Form deutlich weniger gibt.

Vielleicht ist es an der Zeit, dass die Kinder von Ubuntu das Unternehmen Canonical daran erinnern, was Ubuntu dereinst sein wollte. Eine Linux-Distribution für alle und mit allen. Das, was das Menschsein aber auch den Glauben an ein universelles Band des Teilens, das alles Menschliche verbindet, ausmacht, sollte sich in Ubuntu wiederfinden. So mindestens sagte es Mark Shuttleworth. Canonical soll Geld verdienen, denn schliesslich ziehen alle, die Ubuntu in irgendeiner Weise nutzen, einen Vorteil daraus. Der Ton macht die Musik.

Es ist Weihnachten. Manche Wünsche werden erfüllt, andere nicht. Das gilt sowohl für die Gemeinschaft selbst, jedem Mitglied daraus und seinem persönlichem Engagement gegenüber der freien Software und selbstverständlich auch für Canonical. Feindbilder haben wir genug; wir brauchen keines mehr. Stattdessen fehlen uns wohl eher Vorbilder, gerade dort, wo sich die Wirtschaft und die freie Software und deren Gemeinschaften begegnen. Es ist Weihnachten. Manche Wünsche werden erfüllt.

Hier geht es zur Weihnachtssendung von RadioTux.

Der Ubuntu-Wochenrückblick stirbt noch einmal

Dienstag, 21. Dezember 2010

Ziemlich genau vor einem Jahr schrieb ich schon einmal trauernde Worte rund um den Ubuntu-Wochenrückblick. Damals entschied man sich, den Rückblick zugunsten einer kurzen Zusammenfassungen sterben zu lassen, was dann aber doch nicht geschah. Der UWR bestand weiterhin, bis heute. Und ich durfte die meist sehr gut aufbereiteten Informationen für RadioTux vertonen. Jetzt scheint er wieder auf der Bahre zu liegen; aus denselben Gründen wie letztes Jahr: Es sind zu wenig Menschen da, die sich aktiv beteiligen wollen und / oder können. Das Zusammentragen und Redigieren der Infos rund um Linux und Ubuntu geschieht nicht von alleine; es braucht Einsatz, Zeit, Lust und Engagement.

Im Moment meine ich zu erkennen, dass es der deutschen Ubuntu-Community gar nicht so gut geht. Vieles geht schief, an machen Orten passiert gar nichts und dort, wo noch gearbeitet wird, müllt man sich mit internen Regeln dermassen zu, dass ein flüssiges Arbeiten nicht mehr möglich ist. Das deutsche LoCo-Team ist am Ende pfeifft aus den letzten Löchern und damit ist die Durchführung der Ubucon als grösste deutschsprachige Veranstaltung rund um die Gemeinschaft von Ubuntu nicht mehr sichergestellt.

Aus privaten Gründen musste ich mich ziemlich stark aus der Community zurückziehen und komme nur langsam wieder in die Gänge. Offenbar gehört es heute zum guten Ton, diejenigen Posten in der Community zu besetzen, welche am ehesten zu Ruhm und Ehre führen. Dirk hat das neulich treffend beschrieben. Dafür bleiben diejenigen Posten, die Knochen- und Fliessbandarbeit fordern, unbesetzt. Das geschah ganz offensichtlich auch beim UWR-Team. Alleine stemmt ein solcher Rückblick niemand; dazu braucht es ein Team von engagierten “OpenSourclern”.

Es wird deutlich kühler rund um Ubuntu, finde ich. Es gibt sicherlich weitere sehr gute Linux-Distributionen, das steht für mich ausser Frage. Ich entschied mich damals für Ubuntu, weil es einfach zu bedienen ist und weil mich die Gemeinschaft und der Grundgedanke von Ubuntu begeistert hat. Diese Begeisterung verzieht sich langsam, Nebel steigt auf. Selbstverständlich gehöre ich auch zur Gemeinschaft und somit trage meinen Teil an der Verantwortung mit. Ich weiss, dass ich mich noch mehr hätte engagieren können. Es ist alles eine Frage des Masses und – bei offenen Gemeinschaften ohnehin – eine Frage des Wollens.

Gemeinschaften entwickeln sich oder gehen in die andere Richtung, sterben gar. Das gehört zum Leben und zum Sein. Ubuntu hat sich aus meiner Sicht während den letzten Monaten stark verändert; auch durch und mit Canonical. Nicht alles, was passierte, finde ich gut. Einiges davon halte ich für falsch, anderes ist weniger wichtig. Wir werden sehen, was und das Neue Jahr beschert.

Auf jeden Fall ist es mehr als schade, dass der UWR verschwinden soll. Wer Lust und Zeit hat, kann sich gerne einbringen und mithelfen, den UWR am Leben zu erhalten.

Ubuntu SlideShow

Freitag, 17. Dezember 2010

Heute habe ich die Ubuntu SlideShow ein wenig überarbeitet.

Die SlideShow konnten wir schon an unserer letzten Release-Party anwenden. Damals wurde die Show an eine weisse Wand im Aufenthaltsraum gezaubert und im Hintergrund war die leichte und dezente Musik von the BLUEPIANO zu hören.

- SlideShow starten -

Die SlideShow umfasst momentan über 70 ausgesuchte Bilder zum Thema Ubuntu. Einmal sind es Wallpaper, ein anderes mal Desktop’s von Benutzern.

Live zu sehen wird die SlideShow an der Ubuntu 10.10 Swiss Remix Live-DEMO vom Samstag 18. Dezember 2010 im Benno-Shop, anlässlich des Lagerverkaufs.

Technische Daten zur SlideShow:

  • Sich wiederholende SlideShow mit Bildanimation
  • Bildergrösse 1024 x 768 Pixel
  • Musik als Hintergrund im Player steuerbar
  • Als On- oder Offline Version

Wenn jemand also mal eine solche SlideShow brauchen könnte, meldet euch.

Firefox ohne network-manager geht offline

Freitag, 17. Dezember 2010

Ein paar Wochen lang nutzte ich den Chromium-Browser als Standard-Wühler im Internet. MIttlerweile bin ich wieder davon abgekommen, da er verschiedene Mängel aufweist. Insbesondere bei Internet-Seiten, die Java einsetzen, ist Chromium teilweise gar nicht zu gebrauchen. Beispielsweise beim ipMonitor können die einzelnen Items nicht per Klick ausgewählt werden; man landet immer wieder auf der gleichen Seite. Ausserdem sollen die Chromium-basierenden Browser zurzeit die unsichersten sein. Das kann ich aber nur nachsagen, ob es tatsächlich stimmt, weiss ich nicht. Und so bin ich wieder beim guten, alten Firefox gelandet.

Allerdings nutze ich seit geraumer Zeit auf meinem Lenovo IdeaPad S12 statt dem Network-Manager das Paket wicd. Details dazu habe ich hier beschrieben und in den Kommentaren gibt es einige zusätzliche und interessante Hinweise. Der Firefox orientiert sich offenbar am Network-Manager, um festzustellen, ob das Gerät eine Verbindung zum Internet aufrecht hält. Ist dies nicht der Fall, geht der Browser in den Offline-Modus. Mit einem Klick unter Datei / Offline arbeiten ist das wieder in Ordnung gebracht, aber das ist auf die Dauer lästig. Denn der Firefox geht bei jedem Start in den Zustand, egal, was man unter about:config eingetragen hat.

Die einzige Lösung, die ich fand, bestand darin, den Network-Manager zu entfernen. Danach geht der Firefox nicht mehr in den Offline-Modus:

sudo apt-get remove network-manager

Es ist eigentlich ordentlich, wenn die nicht genutzten Pakete deinstalliert werden. Vielleicht gibt es noch andere Lösungen dazu. Immerhin erreichte ich, was ich wollte, und das zählt ja schlussendlich.