Der Nutzen von Netbooks

Netbooks sind ja so richtig schön in Mode gekommen. An BarCamps und andern Veranstaltungen aus der Gemeinschaft sieht man die kleinen Rechner immer öfters und zum Glück auch noch recht oft mit einem Linux bestückt. Der Bürgermeister fragte hier vor ein paar Tagen, wie der Nutzen und der Einsatz von Netbooks ausschaut:

Nun interessiert mich, wie setzt ihr euer Nebook ein bzw. wie würdet ihr es einsetzen, vorausgesetzt ihr besitzt eines. Habt ihr neben einem Laptop ein Netbook usw. Aber ganz interessant ist für mich setzt ihr auf eurem Netbook eine ganz “normale” Linuxdistribution ein oder eine speziell für Netbooks, wie eebuntu oder Goblin. Oder einen Remix, egal ob es sich dabei um den von ubuntu oder Mandriva handelt? Wenn ihr eine “normale” Distribution paßt ihr dann die Applikationen an z.B. den Browser?

Nun, wir haben in unserem Haushalt mittlerweile vier Netbooks. Ein EEE PC 901, einen EEE PC 1000 H, einen EEE PC 1101 HA und ganz neu noch einen Lenovo IdeaPad S12. Ich werde mir kommende Woche wohl etwas Zeit nehmen und ein paar Sätze zur Neuanschaffung schreiben.

Der 901 gibt langsam aber sicher den Geist auf; jenes Gerät verfügt noch über keine Festplatten. Auf allen Geräten, ausser dem 1101 HA läuft Karmic Koala; und zwar die ganz normale Installation (Desktop-Variante, ab USB installiert). Ich habe bei keinem der Geräte besondere Anpassungen vorgenommen, bloss die Software-Auswahl je nach dem Nutzer oder der Nutzerin angepasst. Das ist alles.

Ich nutze aber hauptsächlich ein Notebook (Lenovo R61), das ich als “Desktop-Rechner” missbrauche. Wir haben in unserem Haus bloss noch eine Zentraleinheit, allerdings ohne Bildschirm, Maus und Tastatur. Darauf läuft ein Ubuntu-Serverli zu Testzwecken. Ich halte Desktop-Rechner für ungünstig, platz- und energie-verschwenderisch. Letzteres mag sich aber in den vergangenen Monaten deutlich verbessert haben. So gesehen nutzen wir bei uns nur noch Klapprechner.

Das Netbook (oder die Netbooks) nutze ich vor allem unterwegs, nehme es aber auch ab und zu gerne mit nach unten in das Wohnzimmer, um dort ein paar Zeilen zu schreiben, während die Familie fernsieht. Die Remix-Versionen passen mir allesamt nicht, weil sie zwar den Platz auf dem knappen Bildschirm besser ausnutzen wollen, in Wahrheit aber das Gegenteil erreichen; mindestens nach meiner Ansicht. Ich mag halt die Standard-Installation unter Gnome, simpel, einfach und sauber. Ich setze dann lediglich die Schriftgrösse auf 9, verringere die Höhe der Gnome-Panels auf 19 Pixel und mache sie transparent. Nebst der vorinstallierten Software füge ich je nach Ansprüchen noch gFTP oder FileZilla, Bluefish, RedNotebook, XMind, Geany, RapidSVN, DropBox oder Ubuntu One (nur einrichten nötig), einen zweiten Browser wie SeaMonkey oder Opera, Skype, Thunderbird mit Enigmail, BackInTime, Ubuntu Tweak, Audacity, Soundconverter, Cheese, gPodder, vlc und gpardet sowie cryptsetup hinzu. Manchmal nutze ich noch den Gwibber und für das MP3-Tagging EasyTag.

Netbooks gefallen mir vor allem in der Grösse von 11.4 Zoll. Für viele Nutzer fallen diese Geräte schon nicht mehr unter die Netbooks, ich finde aber gerade an den Geräten grossen Gefallen. Sie sind handlich, klein, verfügen aber über eine (fast) normale Tastatur und eben einer Auflösung von ungefähr 1200 mal 800 Pixeln. Das ist schon ziemlich komfortabel für einen “Reise-Rechner”. Ich möchte sie nicht mehr missen, diese Netbooks. Und weil sich in vielen Fällen auch auch ein Linux darauf betreiben lässt, gefallen sie mir noch deutlich besser. Ausserdem gibt es bei den einschlägigen Veranstaltungen meist ein kostenfreies WLAN und damit habe ich immer alles dabei, was ich brauche.

Ja, und die wirklich wichtigen Dinge, die notiere ich mir in mein physisches Notizbuch. Dort sind die Daten zwar nicht so gut und vor allem schnell zu Teilen und zu Verbreiten, aber die sind durch eine Art und Weise in das Notizbuch gelangt, die noch mehr Individualität ermöglicht, als blosses ASCII oder was auch immer. Das beste Netbook ist halt noch immer mein Moleskine.

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19 Kommentare to “Der Nutzen von Netbooks”

  1. SchiwiNo Gravatar schrieb:

    Meine Schwester hat sich zusätzlich zu ihrem Notebook noch ein Netbook geholt, weil das so schön in die Handtasche passt :D
    Für mich sind diese Dinger aber nix, ich brauch eine echte Tastatur und eine richtige Maus, daher bleibe ich gern beim Desktoprechner

  2. QuincyNo Gravatar schrieb:

    Ich hatte auch recht lange ein Medion Netbook und war auch so sehr zufrieden damit. Aber letztlich sind mir Netbooks (10″ zumindest) doch einen Tick zu klein.

    Oftmals kommt “normale” Software (gerade viele Spiele) nicht mit der Größe des Bildschirms klar – und ich bin da auch nicht so der Bastler, der das hinbiegen kann.

    Deshalb habe ich mein Netbook wieder verkauft und mir ein günstiges Notebook gekauft. Allerdings: mein Chef hat mir schon klar gemacht, dass ich heuer öfters auf Dienstreise muss – und da vermiss ich das Netbook jetzt schon… – die große Kiste nehm ich da auf keinen Fall mit …

  3. DirkNo Gravatar schrieb:

    Mein Netbook (Samsung NC10) nutze ich auch fürs Surfen vom Sofa aus und natürlich für unterwegs. Ich setze allerdings den Ubuntu Netbook Remix ein. So habe ich ohne weitere Anpassungen schonmal eine Leiste weniger. Mein Schrift setze ich auch auf 9pt, nutze aber die Android Schriften. Die sind an sich noch etwas kompakter, aber bei dieser Größe für mich dennoch besser lesbar.

  4. MichaelNo Gravatar schrieb:

    Ich hab mir einen Asus EEE 1000HE geholt. Dort verrichtet der charismatische Koala seine Dienste(normale Desktop variante per usb installiert) Hauptsächlich nutze ich das Netbook im Wohnzimmer zum surfen/chatten/home-banking. Ich möchte es nicht mehr her geben, zumal die akkulaufzeit von knapp 5h auf ubuntu ganz okay ist. Ich empfehle zum surfen aber einen schnellen browser wie z.b. Googles Chrome oder die werbebefreite Variante Iron-linux

    mfg
    Michael

  5. u_kunzeNo Gravatar schrieb:

    “Der 901 gibt langsam aber sicher den Geist auf”

    Freundliche Nachfrage: ist es ein mechanisches oder elektronisches Problem?
    Der Akku? (Muß ich mich auf etwas gefaßt machen ?-)

    Mit freundlichem Gruß: u_kunze

  6. Roman HanhartNo Gravatar schrieb:

    @u_kunze: Beides. Einerseits ist der Akku hinüber; der läuft noch etwa 10 Minuten. Und andererseits sind die Mauspad-Tasten kaputt und reagieren nicht mehr. Da kann man aber einfach das Mauspad selbst antippen, geht auch. Und das Gerät selbst ist ja aufgrund des langsamen Flash-Speichers (vor allem der Grössere der beiden) nicht unbedingt eine Rennmaschine ;-)

  7. HmpfNo Gravatar schrieb:

    Nutze mein Eee 1000 (die Version mit den zwei SSDs) nun knapp ein Jahr und für mich war das die mit Abstand sinnvollste Investition der letzten Jahre. Privat nutze ich das Ding hauptsächlich zum Sofasurfen und als Fernbedienung für den großen Rechner.

    Auf Reisen zum lesen und schreiben (7 Stunden Laufzeit sind normalerweise kein Problem). Auf Konferenzen um Notizen festzuhalten, aber auch um Zugriff auf meine Daten zu haben und diese präsentieren zu können. Mit semantik und latex-beamer lassen sich darauf dann auch gescheite Präsentationen erstellen, auch wenn ein eventuell nötiges Bearbeiten von Bildern eher unhandlich ist.

    Auf der Arbeit, wo ich ständig zwischen verschiedenen Laboren wechsele, hat es fast vollständig das gute alte Labbook verdrängt, auch wenn mir noch die Möglichkeit fehlt Dinge einzukleben. ;)

    Ich spare mir so aber einfach eine Fehlerquelle, wenn ich direkt Protokolle in die Maschine tippe, statt diese aus händisch geschriebenen Protokollen erst digitalisieren zu müssen. Statt wie viele Kollegen klobige Spreadsheet-Programme für so etwas zu verwenden, sind mir da aber auch ASII-Files wesentlich lieber.

    Außerdem erlauben mir kleine R-Helferlein direkt vor Ort einen graphischen Überblick über Veränderungen zu bekommen, irgendwelche Konzentrationen zu berechnen usw.

    Distribution ist Kubuntu 9.10 mit KDE 4.3.4. Standardanpassungen betreffen vor allem Schriftgröße, ausgeblendete Leisten in Browsern und Desktop, Verzicht auf Text zusätzlich zu Symbolen in Programmen, in denen mir eh klar ist, wofür die Symbole stehen und der häufige Gebrauch des Vollbildmodus von Programmen. Dank KRunner braucht man auch selten Klobige Menüs.

    Dazu kommt dann noch der Einsatz von Activities für unterschiedliche Teilprojekte, die passende Miniprogramme haben.

    Zum Synchronisieren zwischen verschiedenen Rechnern nutze ich Unison.

    Übrigens das heute afaik fast alle Netbooks mit HD statt SDDs in annehmbarer Größe kommen ist, ist in meinen Augen ein riesen Rückschritt in Sachen Mobilität und Robustheit. So oft wie mir das Ding schon runtergefallen ist oder wie ich damit auch sonst umgehe…

  8. Roman HanhartNo Gravatar schrieb:

    Übrigens das heute afaik fast alle Netbooks mit HD statt SDDs in annehmbarer Größe kommen ist, ist in meinen Augen ein riesen Rückschritt in Sachen Mobilität und Robustheit. So oft wie mir das Ding schon runtergefallen ist oder wie ich damit auch sonst umgehe…

    Da hast Du Recht, was die Robustheit betrifft.

  9. CebyNo Gravatar schrieb:

    Habe bis jetzt noch keines. Bin aber seit längerer Zeit auf der Suche nach einem vernünftigen Anzeigegerät für Dokumentationen. Und genau hier versagen die Netbooks meiner Meinung nach alle. Spiegelnde Displays und Gehäuse oder unscharfe Darstellung sind nur ein Teil der Kaufhindernisse. Für kurzfristige Informationsbeschaffung sind sie ganz gut aber wenn es um Stunden geht nicht. NE ich warte lieber bis sich die Netbooks mit E-Ink Technik durchsetzen b.z.w. bis die neuen Displaygenerationen auf den Markt kommen.

  10. LarsNo Gravatar schrieb:

    @u_kunze + Roman:

    Mein Akku habe ich auch schon wechseln müssen, gebe aber zu ich habe Ihn exzessiv genutzt. Der Original läuft noch max. 1,5h. was inakzeptabel ist. Seit einigen Monaten habe ich einen 8800mAh-Akku. Preis war so um 60 Euro bei ebay. Das Ding ragt hinten etwas raus, stört aber nicht weiter. Mechanisch ist noch alles in Ordnung.
    Als OS ist ein Standard 9.10 drauf mit einer Leiste. Bin immer noch sehr zufrieden. Der 901 hat was alle anderen nicht (mehr) haben: eine SSD. Das war auch der Grund warum ich ihn gekauft hab.
    Meine Daten liegen auf dem Server oder der 16GB SD Card die es beim Schrauber um die Ecke für knapp 30 Euro gab. Ach ja, als RAM habe ich nun 2GB, das merkt mann allerdings nicht wirklich.

  11. BustomNo Gravatar schrieb:

    “Der 901 gibt langsam aber sicher den Geist auf; jenes Gerät verfügt noch über keine Festplatten.”

    WEnn ich das lese, frage ich mich echt wo das hinführen soll. Da ist so ein Gerät, welches ca. 1,5 Jahre alt ist scheinbar schon Schrott. Das finde ich absulut traurig. Ansich habe ich bisher nur aus diesem Grund noch mein EEE900. Irgendwie geht es nicht ums Geld, ich mag den bloss nicht im die Mülltonne schmeißen….

    Sonst sehe ich das ein wenig so wie Lars direkt geschrieben hat.

  12. Roman HanhartNo Gravatar schrieb:

    @Lars und @Bustom: Den EEE PC 901 schmeisse ich sicher nicht weg! Als “Reise-Rechner” wird er bald nicht mehr taugen. Den missbrauche ich nachher als Server für Tests. Ein leiseres Gerät gibt es kaum. Und für meine Zwecke reicht das Gerät noch allemal. Das sind nur ein paar Stunden pro Monat, an denen der dann eingeschaltet ist.

  13. BustomNo Gravatar schrieb:

    ich wollte ansich auch keinen Angreifen, finde das nur irgendwie schon bedauernswert und wollte das auch zum Ausdruck bringen. Gut, wenn du noch eine Verwendung für das Gerät hast. Wäre ja auch verwunderlich wenn nciht. ;)

    Weiter kann ich auch nur sagen, dass mir eben auch die 12 GB SSD ausreichen. Dazu kommt, dass diese “alten” ersten EEEPC extrem Stabil gebaut waren, mit SSD auch intern richtig robust. Das die aktuellen Modelle eher davon wieder weg sind, finde ich extrem Sshade.

  14. Sebastian FeltelNo Gravatar schrieb:

    Hab mir aus reiner Neugier auf so ein Netbook vor ner Weile ein gebrauchtes IdeaPad S10e gekauft und hab es nicht bereut. Nutze es mit Debian vorallem unterwegs auf Reisen, um z.B. kurze Texte zu tippen, Mails zu checken und ins Netz zu gehen. Auch Videoschauen geht ganz gut, was ich vorher nicht vermutet hätte. Gegen das S10e wirkt mein TP X61s geradezu groß, nicht so sehr vom Gewicht her eher von den Maßen. Da ist das S10e handlicher.

  15. HmpfNo Gravatar schrieb:

    @Ceby, gibt doch auch bei den Netbooks recht viele mit mattem Display. Zumindest bei den älteren weißen Eee-Modellen stört (mich) auch das glänzende Gehäuse nicht, weil es innen um den Bildschirm eben nicht glänzt. ;)

    @Roman Hanhart, Robustheit und Mobilität gehen für mich Hand in Hand. Ich finde es praktisch das laufende Gerät ohne Bedenken in die Tasche stopfen zu können usw. Vielleicht tue ich den HDs da aber auch unrecht und die können das mittlerweile auch ab.

    Hat hier jemand schon mit SSDs zum nachrüsten experimentiert? Wenn es denn mal zum swappen kommt oder Festplattenaktivität hochgeht, merkt man das hin und wieder doch deutlich.
    Ich führe das auf die langsamen verbauten SSDs zurück und spiele deswegen seit einigen Wochen mit dem Gedanken mir eine “richtige” SSD einzubauen (Intel Postville oder sowas, keine Ahnung).

  16. Tweets that mention Der Nutzen von Netbooks » Von Roman Hanhart » ubuntublog.ch -- Topsy.com schrieb:

    [...] This post was mentioned on Twitter by wortgefecht, Sandra. Sandra said: Der Nutzen von Netbooks » Von Roman Hanhart » ubuntublog.ch http://bit.ly/5oqHJO #netbook [...]

  17. majestyxNo Gravatar schrieb:

    Mhm, außer persönlicher Bequemlichkeit kann ich hier keinen weiteren nutzen der Netbooks lesen?!. Netbooks nützen (imho) = den Orthopäden – oder soll das Ding etwa ergonomisch sein? – & der Wegwerfgesellschaft – oder hat Mensch schon mal ne Netbook Reparatur Werkstadt gesehen?

    Ich hab das schon zum OLPC gesagt. Das Ding wurde “über die Köpfe” der Menschen hinweg entwickelt. Keiner hat mit denen gesprochen dies nutzen sollten. One Server per School, das wärs gewesen. Zusammen, statt jedem “sein Ding”.

    nur ne persönliche Meinung, mehr nicht…

    Ahoi
    Majestyx

  18. LarsNo Gravatar schrieb:

    @HmpfNo

    Die SSDs die da passen sind immer noch extrem teuer. Es lässt sich wohl auch nur die 8er wechseln.

    SWAP benutze ich nicht. Beim FF solltest du das cachen auch deaktivieren. ich glaube es war about:config –> browser.cache.disk.enable;false

    Bin aber nicht sicher, da ich grad das Ding nicht hier habe.

  19. HmpfNo Gravatar schrieb:

    @, wieso sollte ich das Swappen und das cachen generell deaktivieren? Weil es langsam ist?

    Die Paranoia um SSDs mit Schreibzerfall teile ich, nach einem Jahr intensiver Nutzung mit Journaling Dateisystemen und Swap, nicht.

    Ausbauen lassen sich beide SSDs. Die 8er und die 32er. Allerdings ist nur die 32er eine von der Bauart herkömmlicher SSDs, die andere ist soweit ich mich erinnere eine miniPCI Karte, für die man auch so ziemlich das ganze Netbook auseinander bauen muss. Es ist aber kein verlöteter Baustein.

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