Ein feines Notizbuch aus Papier
Kürzlich fand ich bei Stephan ein Hinweis auf ein spezielles Notizbuch. Ich stehe auf analoges Schreiben mit der Füllfeder auf Papier und deshalb nahm mich das Notizbuch in den Bann. Notizen schreibe ich nie in digitaler Weise nieder; auch im Geschäft nicht – zum Unmut meiner Kameraden und Vorgesetzten. Aber da führt kein Weg vorbei. Notizen gehören mir und wenn sie jemand anders nutzen will, so soll er sie in der Form abholen, in der ich sie verfasst habe. Das halte ich schon seit meiner ganzen beruflich Unlaufbahn so und ich werde wohl nie davon abrücken. Daten, bei denen ich zum Voraus weiss, dass sie geteilt werden müssen, schreibe ich natürlich mit dem RedNotebook oder Geany nieder, manchmal werfe ich die Informationen auch auf ein Wiki.
Und so kaufte ich ein solches Büchlein. Ein Exemplar kostet knapp 23 Euro plus Versandkosten. Nicht gerade günstig, finde ich. Dann müsste der Schinken schon etwas Besonderes sein. Zum Glück kann man bei magmag mit PayPal bezahlen. Das geht am einfachsten und ist deutlich sicherer, als man gemeinhin liest. Nach drei Tagen war das Teil schon bei mir.
Das Bild habe ich bei magmag geklaut.
Das Notizbuch ist mit einem sehr weichen und doch stabilen Einband versehen, es besitzt ein Buchzeichen und ein Gummiband, um das Buch verschlossen zu halten. Ein klassischer gebrochener Buchrücken und eine Lasche im hinteren Deckel für lose Blätter runden das Produkt ab. Die einzelnen Notiz-Seiten suggerieren dem Besitzer, Rockefeller’s 5×5 Prinzip, wonach bloss die fünf wichtigsten Ideen am Tag verfolgt werden sollten und alles andere würde delegiert werden. Ausserdem gibt es auf jeder Seite eine kaum sichtbare Aufteilung, um einzelne von einander getrennte organisatorischen Elemente anbringen zu können. Das ist für mich eine der fürchterlichsten Anwendungen eines solch teuren Notizbuches.
Wer sich schon bei seinem Notizbuch Regeln unterwirft, wird es nie als Notizbuch, sondern als Organisations- und Verwaltungswerkzeug nutzen und das ist eine Degradierung eines echten Notizbuches. Möglichst wenige Regeln ergeben das grösste Potential, um etwas zu erschaffen. Für mich bildet ein Notizbuch die Manifestation der Gedanken auf Papier ab. Und das ist ein sehr wertvoller und zugleich hochinteressanter Vorgang. Und dabei will ich keine oder möglichst wenig Regeln sehen. Offenbar verstehe ich unter einem Notizbuch etwas anderes als die Menschen bei magamag.
Und trotzdem gefällt mir das Teil sehr gut, gerade weil es gut verarbeitet ist und elegant aussieht. Gerade richtig für meine wirren Gedanken, Ideen und Spinnereien. Bisher gibt es noch keine Applikation, die mir das bietet, was ich mit einer Füllfeder und Buntstiften und einem Notizbuch erreichen kann.

Natürlich schreibe ich keine Telefonnummern oder Einkaufslisten zu kurzfristiger Gedächtnisauslagerung in das teure Notizbuch, sondern nutze es bloss für meine kreativen “Hochform-Ergüsse”. Und die spriessen nicht täglich aus meinem Hirn, sondern melden sich bloss alle paar Tage oder manchmal sogar Wochen.
Wem die Bücher bei magmag zu teuer erscheinen, findet gute und etwas günstigere Alternativen bei Moleskine oder dem Deutschen Bindewerk.



26. Januar 2010 um 16:11:45 Uhr
[...] Roman vom ubuntublog hat mich auf die schönen Notizbücher von magmag aufmerksam gemacht. Schön gefertigte Notizbücher mit Stil! Seit knapp einem Monat ist die Seite online, die bisher genau ein Produkt hat: Eben jenes Notizbuch in DIN A5 Größe. Kostet 22,75 Euro. [...]
19. Februar 2010 um 19:25:13 Uhr
Hallöchen!
Ich denke auch seit einiger Zeit über die “Perfekte Notizbuchlösung” nach und bin dabei auf den “Roten Faden” gestoßen…
http://www.roterfaden.com/shop_content.php?coID=16
Sicherlich recht teuer – aber die Idee finde ich super! Kann jedoch sein, dass es für deine Ansprüche zu aufgedunsen ist…
Bin auch der Meinung, dass gerade in Zeiten wo jeder ein Netbook/Smartphone hat auf Papier geschriebene Notizen etwas sehr wertvolles sind.
Letztendlich sollte man sich noch folgenden Aspekt hinzu denken: habt ihr schonmal erlebt wie toll es ist alte Tagebücher/Notizen oder sonstiges schriftlich festgehaltenes von eurem längst verstorbenen Urgroßvater zu finden? Das ist einfach phänomenal. Nutzt man ausschließlich elektronische Geräte zum aufzeichnen des eigenen Lebens so wird man auf dauer nichts hinterlassen. Dafür sind Bits und Bytes doch zu kurzlebig…
Gruß,
)
Christoph (der gerade eine Idee für einen neuen Blogpost gefunden hat…
10. März 2010 um 10:37:10 Uhr
Super Sache!, obwohl ich den Preis etwas hoch einstufe. Ich schreibe ebenfalls in Notizbücher Dinge rein, die meist nicht alltäglich, speziell oder beides sind. Mein iPhone erhält meist Spontane Notizen, weil ich es meist bei mir habe. Gewisse Dinge die schon genauere Überlegungen, Recherchen usw. enthalten, schon in ein Buch. Ein früherer Dozent, hat uns auch empfohlen, eine Art technisches Notizbuch mit zu führen. Habe ich gemacht und muss sagen, einfach ein super Tipp. So komme ich immer wieder in Situationen wo ich die Informationen vor vielen Jahren wieder aufgreife um weitere Projekte zu realisieren, die einen ähnlichen Ablauf gehabt haben, aber dennoch nicht alltäglich sind.
Notizen auf Papier haben für mich den Vorteil, das ich sie in Ruhe nochmals studieren kann. Dazu muss ich keinen Rechner extra einschalten und muss keinen Online Dieb fürchten. Außerdem ist Papier geduldiger
Den Rest, wo ich meine das es allen nützen kann, veröffentliche ich entweder im Wiki oder meinem Blog. Ansonsten nutze ich auch Notizen in meinem PC.
10. März 2010 um 11:10:10 Uhr
@ViNic: Das ist eine sehr gute Idee, ein technisches Notizbuch zu führen. Dein Dozent weiss offenbar, wovon er spricht
Ja, Bücher bieten halt schon eine andere Qualität, obschon ich die digitale Version auch immer öfter nutze.
03. Mai 2010 um 17:38:12 Uhr
Sag mal wie haltet ihr das?
Ich meine so ein Notizbuch hat ja eine bestimmte Grösse. Und da man als Mann nicht wirklich eine Handtasche mit sich führt sondern alles in das kleine Stoffquadrat stopfen muss welches jede Hose von Natur aus hat. ist es nicht unbedingt leicht das Teil immer dabei zu haben wenn einen der Geistesblitz überkommt.
03. Mai 2010 um 18:32:00 Uhr
@Septeron: Ich habe halt meist ein Rucksack oder eine Tasche mit dabei.