StatusNet Desktop unter Ubuntu und identi.ca
Der hauseigene Klient von StatusNet, welcher sich naturgegeben auch für identi.ca nutzen lässt, liegt mittlerweile in der Version 0.9.1 vor. Es gibt Varianten für Mac, Windows und Linux, für Linux in je einer Ausgabe in der 32bit- und 64bit-Version. Die Installation der Linux-Version verläuft in meinen Augen etwas eigenartig, zumal bislang keine Repositories dafür bereitstehen. Immerhin gibt es eine etwas kurz gehaltene Wiki-Seite zu Installation und zum Betrieb. Zunächst sollte die richtige Version heruntergeladen und entpackt werden. Danach startet man die Installation und wählt dort, ob die Applikation in das eigene Home-Verzeichnis oder in das dafür eigentlich vorgesehene Root-Verzeichnis /opt/ installiert werden sollte.
Ich möchte solche Applikationen im Verzeichnis /opt/ haben und bin folgender Weg dazu gegangen. Vielleicht lässt sich das noch besser bewerkstelligen, aber immerhin hat meine Variante geklappt, auch wenn sie in etwa gleich seltsam ist, wie die Applikation. Nach dem Herunterladen und Entpacken installierte ich den StatusNet Klienten mit root-Rechten in das Verzeichnis /opt/. Dazu wechselte ich in das Verzeichnis, in dem die entpackten Dateien liegen. Seltsamerweise nutzen die Jungs von StatusNet Leerzeichen in ihren Verzeichnis- und Dateinamen, was nicht sonderlich geschickt ist, finde ich. Deswegen muss entweder die ausführende Datei in einfachen Anführungs- und Schlusszeichen gesetzt werden oder man stellt ein Backslash vor das Leerzeichen.
sudo ./StatusNet\ Desktop
Beim darauffolgenden Wizard habe ich das Verzeichnis /opt/titanium als Ziel der Installation ausgewählt. Darin werden alle Daten gespeichert, aussder der persönlichen Konfiguration. Jene wird im Homeverzeichnis unter dem Ordner .titanium gesichert.


Das Installationsskript zieht dann die nötigen Dateien direkt aus dem Netz herunter und bringt sie an die richtige Stelle. Soweit ist die Installation mal abgeschlossen. Unter Ubuntu 10.04 und 10.10 muss noch ein Fehler gefixt werden, bei der Installation in das /opt/ Verzeichnis braucht es noch etwas andere Rechte.

Beim ersten Start vom StatusNet Desktop-Klient erscheint ein kleiner hässlicher Fehler, allerdings bloss, wenn das Programm per Terminal gestartet wird:
symbol lookup error: /usr/lib/libgtk-x11-2.0.so.0: undefined symbol: g_malloc_n
Laut Wiki lässt sich der Fehler einfach fixen, in dem folgende Dateien gelöscht werden (dazu muss man sich mit dem Terminal auf dem Pfad /opt/ befinden):
sudo rm titanium/runtime/linux/1.0.0/libgobject-2.0.*
sudo rm titanium/runtime/linux/1.0.0/libglib-2.0.*
sudo rm titanium/runtime/linux/1.0.0/libgio-2.0.*
sudo rm titanium/runtime/linux/1.0.0/libgthread-2.0.*
Es können auch alle vier Angaben in einer Zeile befohlen werden, kann aber zu Fehlern führen, wenn ich sie hier in diesem schmalen Blog notiere und jemand kopiert den Befehl. Prinzipiell liefe jetzt der Klient, allerdings stimmen noch nicht alle Rechte im Verzeichnis /opt/titanium/ und deswegen kann das Programm keine Verbindung zu identi.ca aufbauen. Could not verify site, meint das Programm.

Woran es genau liegt, kann ich nicht sagen. Deswegen machte ich kurzen Prozess und erteilte allen Verzeichnissen und Dateien noch einmal das Recht, dass sie jeder lesen darf. Zusätzlich darf jeder die Dateien ausführen. Ich bewegte mich mit dem Terminal in das Verzeichnis /opt/ und befahl:
sudo find titanium -type d -exec chmod 755 {} +
sudo find titanium -type f -exec chmod 755 {} +
Danach klappte es. Weshalb weiss ich auch nicht so genau und ich kann es mir auch nicht wirklich erklären, zumal die Daten in eine SQLite-DB geschrieben werden, die im Home-Verzeichnis unter
/home/roman/.titanium/appdata/net.status.desktop.client/statusnet.db
liegt. Allenfalls konnte eine Bibliothek im /opt/-Verzeichnis nicht richtig wirken. Vielleicht weiss ein Leser hier besser Bescheid. Danach konnte ich also meinen Account bei identi.ca einrichten.

Die ursprünglich heruntergeladenen und entpackten Dateien dürfen nicht etwa gelöscht werden (ausser das Verzeichnis installer), sondern sie werden seltsamerweise weiterhin benötigt. Ohne sie läuft das Programm nicht. Immerhin kann man das gesamte Verzeichnis StatusNet Desktop-0.9.1 frei im Home-Verzeichnis verschieben und das Programm läuft noch immer. Wer mag, kann sich auf die Datei StatusNet Desktop einen Starter einrichten.
Das Programm ist ungewohnt in der Installation finde ich. Ebenso seltsam ist die Verwendung der vermeidlichen Fehlermeldung, nachdem das eigenen Profil geändert und gespeichert wurde. Da wird aus den Bibliotheken ein falschen Bild angezogen. Das Ausrufezeichen suggeriert bei mir einen Fehler und keine erfolgreiche Aktion. Immerhin läuft das Programm nun einigermassen. Verbesserungspotential hat es meiner Ansicht genug. Allenfalls wäre die Installation leichter und verständlicher gewesen, hätte ich sie in das Homeverzeichnis verfrachtet. Ich bin gespannt, ob sich die Installation noch vereinfachen lässt.
Das Programm selbst, also die Bedienung und das Outfit, haut mich nicht unbedingt vom Hocker. Es macht auf mich eher einen etwas spartanischen Eindruck. Ich finde das eigenartig, zumal die Applikation ja von StatusNet direkt kommt und nicht von einem Bastler aus einem Hinterzimmer in Indien, oder so. Auch hier sehe ich noch sehr viel Verbesserungspotential. Ansonsten könnte vinzv noch Recht bekommen und das Teil erlebt eine Totgeburt.



30. Oktober 2010 um 22:31:00 Uhr
Danke für den kleinen Test. Ich wollte mir das Ding schon länger mal ansehen, habe es aber immer wieder vergessen. Der Client haut mich auch nicht wirklich vom Hocker.