Ubuntu 9.10 Karmic Koala
RadioTux wurde mit einem Presseexemplar des Titel Ubuntu 9.10 von Michael Kofler beschenkt. Das Buch ist im Jahre 2010 im Addison-Wesley-Verlag erschienen und trägt den Untertitel Das Einsteigerbuch. Auf internen Wegen ist das Buch dann zu mir gelangt, worauf ich mir den Titel etwas genauer angesehen habe. Ich bin der Meinung, dass der Autor erneut ein gut nutzbares Einsteigerbuch verfasst hat. Zwar erscheint schon bald die nächste Ubuntu-Version, diesmal sogar eine mit dreijährigem Support, aber das Buch bietet dennoch wesentliche Informationen zur aktuellen Version. Dem Buch liegt eine DVD und eine CD mit der aktuellen Ubuntu-Version in der 32- und 64bit-Version bei.
Das Buch beginnt mit einer kleinen Einleitung zu Linux und erklärt dann die Distribution Ubuntu sowie deren Derivate. Es ist tatsächlich als Einsteigerbuch zu lesen, zumal sehr oft der Vergleich zu Windows benutzt wird, um einen Vorgang oder eine Begebenheit zu erklären. Die Installationsarten kommen zur Sprache, natürlich auch die Live-CD mit der Erwähnung der USB-Stick-Alternative. Ich nutze fast nie mehr CDs, sondern bloss noch Sticks. In diesem Kapitel liest man dann auch etwas über die Hardware und selbstverständlich auch über die Festplattenpartitionierung. Ubuntu kommt ja im Normalfall dem einsteigendem Nutzer entgegen, die Partitionierung ist recht einfach zu handhaben, ausser, es besteht ein Windows auf der Festplatte, das erhalten bleiben soll. Dann wird es leicht aufwändiger. Auch die WUBI-Installation wird besprochen.
Danach folgen einige Kapitel zum Einrichten des Systems, Netzwerkverbindungen, Drucker und so weiter. Die Informationen sind in einem leichten und verständlichen Deutsch niedergeschrieben, Fremdworte werden bloss dort benutzt, wo sie sinnreich zum Einsatz kommen. Beim Kapitel Gnome fand ich denn auch ein Hinweis zum Gnome-Konfigurationseditor, den ich noch nie benutzt habe. Man ruft ihn per Konsole auf:
gconf-editor
Michael Kofler benutzt hier den Vergleich zur Wndows-Registry, um zu erklären, was der Gnome-Konfigurationseditor in etwa sein könnte. In der Tat lassen sich dort sehr viele Details an der Oberfläche und am Verhalten von Gnome justieren. Die Herausforderung ist bloss zu wissen, was welche Einträge bedeuten und im Bedarfsfall den richtigen Ast zu findet.

In diesem Titel werden die wichtigsten Anwendungen besprochen und teilweise recht tief behandelt. Ein Neueinsteiger wird also alle Informationen finden – falls er auf keine grösseren Herausforderungen mit der Hardware trifft – um Ubuntu auf seinem Rechner betreiben zu können und damit die wichtigsten Anwendungen wie Browser, Text- und Tabellenbearbeitungsprogramme, Mails, Sound- und Videoabspiel-, beziehungsweise Bearbeitung und Grafikbearbeitung nutzen zu können. Wir bei allen Themen und vielen Büchern braucht es weiterreichende Informationen oder Unterstützung, wenn die Nutzer etwas tiefer in die Materie einsteigen wollen. Da es sich hierbei um ein Einsteigerbuch handelt, ist das vollkommen in Ordnung.
Wer unter Ubuntu oder Linux im Allgemeinen weiterhin ausgewählte Windows-Programme ausführen möchte, findet auch in diesem Buch die wichtigsten Informationen und weiterführende Links. Ich persönlich finde CrossOver und Wine etwas vom Schlimmsten, was es gibt, aber da soll sich jeder selbst eine Meinung bilden dürfen.
Und natürlich kommt in der heutigen Zeit auch der Ubuntu Netbook Remix zur Sprache. Ich selbst nutze diese Version niemals, sondern setze auch auf Netbooks immer die “normale” Version ein. Die Hardware-Erkennung ist heute dermassen fein, dass es – ausser für einige kosmetischen Änderungen und einer kleinen Anpassung der vorinstallierten Software – keine spezielle Version für die kleinen Rechner mehr braucht.
Dann folgen die Informationen zu KDE, welche in fast jedem Buch komischerweise immer etwas “verstiefkindet” werden. Ich nutze KDE nicht, aber ich finde es im Sinne einer mannigfaltigen Auswahl immer wieder schade, dass KDE bei Ubuntu in der hinterletzten Reihe steht. Selbst LXDE (Lubuntu) oder Xfce (Xubuntu) werden besser gepflegt. Reisst hier Canonical nicht bald das Ruder um 180 Grad herum, könnte hier ein grosses Potential für Kubuntu-Abgänger entstehen.
Im Teil 5 gibt es dann noch einige Informationen für Ubuntu-Fortgeschrittene. Ich bin mir nicht ganz im Klaren, was dieser Teil hier verloren hat. Er ist weder Fisch noch Vogel, da es sich beim Titel ja um ein Einsteigerbuch handelt, welches sich versiertere Benutzer kaum anschaffen werden. Wie dem auch sei; darin findet sich Anleitungen und Informationen zur Paketverwaltung, Benutzerverwaltung und zur Pflege des Systems, aber auch zur Verschlüsselung, zum Dateisystem und zum Netzwerk.
Das Einsteigerbuch für Ubuntu 9.10 verspricht meiner Meinung nach genau das, was es für Einsteiger braucht: Einfache, klare Informationen und Anweisungen oder Anleitungen, wie ein Neueinsteiger (wohl meist von Windows herkommend) ein Ubuntu-System einsatzbereit machen kann. Das Buch trägt die ISBN-Nummer 978-3-8273-2912-7 und ist im Handel für knapp 25 Euro zu haben. Selbstverständlich erstelle ich dazu noch ein lautsprachliches Dokument, das dann bei RadioTux zu hören sein wird.



15. Februar 2010 um 13:05 Uhr
Was mich schon länger interessiert: Gibt es bei Euch in der Schweiz jetzt eigentlich andere Tastaturen, als in “ß-deutschen” Ländern? Oder erträgt man die eine verschenkte Taste einfach?
15. Februar 2010 um 13:19 Uhr
Natürlich gibt es die
Und zwar deren drei. Ein Layout für die Deutschschweiz, eines für die französische Schweiz und schliesslich noch für die italienische Schweiz. Wobei die meisten Sonderzeichen für das Französische auch bei der Schweizer-deutschen integriert sind, so zum Beispiel das é oder è. Und alle die haben kein scharfes S
15. Februar 2010 um 16:08 Uhr
@sebastianlklkll: es ist in der schweiz nicht üblich das ß zu verwenden und es gilt als richtige rechtschreibung dafür zwei s zu benutzen.
16. Februar 2010 um 00:43 Uhr
@melzi: Ist mir schon klar, sonst würde ich ja nicht fragen ob es noch auf der Tastatur ist (war keine Ironie falls es so klang). Es interessiert mich wirklich mal.
@roman: So ist das also bei Euch
Was ist denn auf der deutschen drauf? Hier ist es ja 8, 9, 0, ß…?
Und überhaupt: Wie steht Ihr so zu der Entscheidung, das ß in Rente zu schicken? Fehlt es euch… Ha, Wortspiel… in Massen oder in Maß… äh.. Massen
? Ist es vollkommen anerkannt, dass es das ß nicht mehr gibt oder gibt es noch Leute die dagegen ankämpfen?
20. Februar 2010 um 10:51 Uhr
[...] Textvariante im Blog von Roman [...]