Meine ersten LaTeX-Gehversuche
Jahrelang habe ich erfolgreich LaTeX verdrängt und es nie benutzt. Schliesslich wollte ich es doch einmal ansehen, nicht zuletzt deshalb, weil mit einem WYSIWYG-Editor à la Open Office längere Dokumente sehr schwer unter unter peinigendem Ärger zu pflegen sind. Scheusslich! Ja, und das WinDOS-Office ist keinen Dreck besser.
Zwischenzeitlich habe ich begriffen, dass es einerseits einen mehr oder weniger simplen Editor braucht, um die Inhalte mit den Anweisungen für den Druck zu erstellen und andererseits eine LaTeX-Distribution, mit welcher die Drucksätze kompiliert werden. Und so wollte ich zunächst einen Editor ansehen, bevor ich die Distribution auswählen würde. Ich entschied mich im ersten Schritt für Winefish, weil ich Bluefisch kenne und gerne damit arbeite; beide Produkte stammen aus derselben Ecke. Also befahl ich in meiner kindlichen Naivität:
sudo apt-get install winefish
Und siehe da, Ubuntu nutzt seine Intelligenz, stellt fest, dass noch keine LaTeX-Distribution vorhanden ist und installiert somit gleich texlive mit. Auch recht. Zusätzlich installierte ich dann noch die beiden Päckli texlive-latex-extra und texlive-doc-de.
Aber mir gefällt die Lösung mit dem Plugin für gEdit fast besser, um damit die Quelltexte zu bearbeiten. Dazu muss das Paket rubber vorhanden sein. Danach holte ich das Plugin auf dieser Seite ab, entpackte es und verschob die Dateien in das Verzeichnis .gnome2/gedit/plugins im Homeverzeichnis. Jetzt muss das Plugin im gEdit noch aktiviert werden und das ist es schon.

Mir gefällt an der Lösung, dass das Plugin einen kleinen Wizard mitbringt, mit dem die wichtigsten Parameter für ein neues Dokument erstellt werden können. Für Anfänger sind solche Krücken meiner Meinung nach wichtig, damit nicht vorschnell die Flinte in das Korn geschmissen wird.

Im Editor sieht dann die Struktur etwa so aus. Mit dem Plugin erkennt gEdit den Code und gibt ihn entsprechend farbig aus. Ganz hilfreich.

Aber grundsätzlich kann jeder Editor benutzt werden. Sobald das Dokument steht und ein erster Blick gewagt werden soll, kann es ganz einfach per Terminal gedruckt werden:
latex DateiName
Die erzeugte DVI-Datei lässt sich unter Hardy auch per Dokumentenbetrachter ansehen, es braucht also nicht zwingend einen extra Viewer.
Möchte man ein PDF-erzeugen, genügt
latexpdf DateiName
Schaue ich mir einige Vorlagen von Profis an, muss ich sagen, dass LaTeX sehr flexibel und wohl auch extrem leistungsfähig ist. Es lohnt sich wahrscheinlich, lange und strukturierte Texte mit LaTeX zu erstellen. Es gibt ja im Netz genügend Handbücher und Hilfeseiten zu LaTeX, diese hier hat mir besonders gefallen.


22. September 2008 um 10:18:49 Uhr
Kurze frage die nicht zum Thema passt. Aber dein Theme gefällt mir. Kannst du mir vielleicht sagen wie der heißt?
22. September 2008 um 10:26:14 Uhr
Das Theme heisst 4u und Du kannst es hier holen:
http://utombox.com/4u-style-for-wordpress/
22. September 2008 um 12:40:06 Uhr
Dann viel Spaß mit Latex, ist eine tolle Sache. Als Editor kann ich aber, gerade für Anfänger, Texmaker nur empfehlen, da es einem viele nützliche Snippets abnimmt und z.B. Assistenten für Briefe und Tabellen hat, was doch ganz praktisch sein kann.
22. September 2008 um 13:28:14 Uhr
Danke Dirk! Den gibt es ja sogar als fertiges Päckli bei Ubuntu, werde ich gerne testen, das Teil!
22. September 2008 um 14:58:43 Uhr
LaTeX ist super, keine Frage, aber gedit bietet dafür nicht alle Möglichkeiten. Probier doch mal Texmaker aus!
http://www.xm1math.net/texmaker/
Da kannst du die Dokumente per Tastenkürzel kompilieren und öffnen lassen, außerdem bringt das noch einige TeX-Befehle für Formelzeichen etc mit.
Gruß,
Ingo
22. September 2008 um 16:00:31 Uhr
Danke Ingo, texmaker hat ja Dirk zwei Kommentare vor Dir schon vorgeschlagen. Werde ich gleich heute Abend ansehen.
22. September 2008 um 16:16:13 Uhr
Versucht euch doch mal an Lyx(http://www.lyx.org/). Den find eich persönlich um einiges besser als Latex. Zu mal man für alltägliche Dinge keine Latexbefehle lernen muss. Diese können für etwas kompliziertere Dinge jedoch eingebunden werden.
lG
Ralf
22. September 2008 um 16:31:25 Uhr
@Ralf: Wenn ich lyx richtig verstehe, ist das eine Software, die aus einem No-WYSIWYG-System ein WYSIWYG-Zeug baut. Dürfte spannend zu testen sein, irgendwie reizt mich aber eben gerade das pure Benutzen von reinstem ASCII (oder UTF8). Sonst wäre ich wohl kein Linüxler, oder? Danke trotzdem für den Hinweis!
22. September 2008 um 20:45:21 Uhr
Danke für die kleine Einführung, bis jetzt hatte ich immer ziemlich Respekt vor LaTex. Vielleicht benutz ichs ja jetzt für meine Facharbeit
EIn bisschen überdimensioniert könnte man sagen, aber den Spaß wärs ja wohl wert..
22. September 2008 um 22:19:12 Uhr
LaTeX ist grandios und ich kann es nur empfehlen. Nach der Einarbeitungszeit geht es auch ziemlich flott. Für den Vielschreiber ist die Kombination emacs mit auctex unschlagbar. TeXMaker ist aber auch ganz gut brauchbar.
Es gibt auch LaTeX-Formatvorlagen für DIN-Briefe, mit denen ein Brief schneller geschrieben ist, als mit Word, OOo o.ä. – und das Schriftbild sieht auch besser aus.
23. September 2008 um 13:04:44 Uhr
@ Roman: Lyx spart einem für einfache Sachen, wie Facharbeiten, Diplomarbeiten und ähnliches die Einarbeitungszeit für LaTeX. Und das was Standardnutzer so tun, wenn sie schreiben ist meist Bilder einfügen, Tabellen machen, Formeln erstellen und einbinden und halt auch einfaches schreiben. All das kannst Du in Lyx nach einmal Tutorial durchlesen. Bei LaTex musst Du Dir Gedanken über den Vorspann machen, dann Dir die Befehle, Pakete und was weiß ich raussuchen und und und… Wenn Du ein Bild einfügen willst, viel Spaß
Ich habe mich damit immer recht schwer getan.
Ich muss jedoch zugeben, dass es unterschiedliche Menschen gibt und jeder was anderes mag. Ich für meinen Teil steh nicht so auf Overhead und habe auch die Maus nicht von meinem Schreibtisch verbannt, um alles mit Tastatur zu machen.
Viel Spaß mit den fortschrittlicheren Texterstellungssystemen
23. September 2008 um 13:11:55 Uhr
@Ralf: Danke für die Infos! Offenbar bist Du begeistert von Lyx, das finde ich in Ordnung. Ansehen werde ich es mir auf jeden Fall.
Ich habe noch immer eine Maus und nutze sie häufig. Und ausserdem nutze ich Ubuntu mit einem x-Server
23. September 2008 um 13:14:31 Uhr
Nachtrag: habe gerade gesehen, dass lyx unter Ubuntu auch texlive als LaTeX-Distribution nutzt und als Paket vorhanden ist.
23. September 2008 um 17:00:22 Uhr
Zwei weitere Editoren, die ebenfalls einen Blick wert sind
* Kile: Sehr ausgereiftes KDE Programm. Besondere Features sind die sehr umfangreiche Sonderzeichentabelle, die direkte Einbindung der Hilfedateien (seehr nützlich, um Befehle von Spezialpaketen nachzuschlagen), Source-Specials (nur in Verbindung mit kdvi, erlaubt Rücksprung in den Quelltext bei Mittelklick in Textpassage der DVI-Datei), u.v.m.
* Texlipse Plugin für eclipse. Nicht sonderlich ausgereift, beherrscht insbesondere keinen dynamischen Zeilenumbruch (und damit eigentlich unbrauchbar). Es nutzt aber die eclipse Plattform und erbt ein paar nette Eigenschaften wie die Markierung von Fehlern, Warnungen und Badboxes direkt im Quelltext.
23. September 2008 um 20:55:54 Uhr
Danke für die Info, aber ich meinte eher dein Ubuntu Theme
23. September 2008 um 21:01:11 Uhr
@Jörn: Ach so, sorry
Das wird bei der Installation mitgeliefert und heisst Clearlooks.
23. September 2008 um 22:07:34 Uhr
Ach echt? Ouh.. Ich dachte immer alle die mitgeliefert werden sehen bescheiden aus
Shame on me
)
27. September 2008 um 19:35:08 Uhr
Vielen Dank für diesen Artikel.
Ich war selbst grad dabei mich mal in LaTeX einzuarbeiten und bin dabei etwas verzweifelt, neuer Mut, neues Plugin, mal schaun, was sich draus machen lässt =)
MßG
Knorke!
22. Dezember 2008 um 10:16:23 Uhr
[...] Platz 2 Meine ersten LaTeX-Gehversuche [...]
20. April 2010 um 23:57:35 Uhr
Falls euch gewisse Grundlagen/Beispiele noch fehlen, kann ich euch ein paar Videotutorials zu LaTeX ans Herz legen.
http://www.kwoxer.de/tutorials/latex/
21. April 2010 um 00:55:42 Uhr
Oh, vielen Dank, kwoxer! Die schaue ich mir gerne einmal an.