Mozilla Raindrop: Intelligenter kommunizieren
In der aktuellen t3n-Zeitschrift (der Nummer 18), welche pünktlich in meinem Briefkasten lag, fand ich wieder einige Wegweiser zum Lernen und Erkunden. Darunter entdeckte ich ein kurzer Hinweis auf das Mozilla-Labs-Projekt Raindrop. Es handelt sich dabei um ein Programm, das noch in den Tiefen der Entwicklung steckt, aber schon ausprobiert werden kann. Damit will Mozilla die Darstellung und vor allem Filterung von Nachrichten aus den verschiedensten Quellen verbessern. Ansatzweise gelingt das Raindrop schon ganz gut, finde ich. Aber die Applikation ist meines Erachtens noch nicht reif für die alltägliche Arbeit – oder ich bin (noch) nicht reif für Raindrop. Das kann ganz gut möglich sein.
Raindrop nutzt einen lokal installierten Webserver und die Apache-Datenbank CouchDB. Der lokale Dienst greift per API auf die Angebote da draussen im Internet zu. Zur Zeit sind diverse Möglichkeiten offen, um Dienste wie Twitter, Google Mail, Skype, RSS-Feeds oder IMAP-Server anzuzapfen und deren Nachrichten intelligent anzuordnen. Als GUI für das Frontend wird ein Browser eingesetzt.

Tatsächlich findet Raindrop in meiner Mail-Inbox diverse Nachrichten, die aus einem Dialog entstammen und stellt sie entsprechend dar, dass die Chronologie stimmt. Auch Nachrichten aus Mailinglisten werden so dargestellt, auch wenn sie in verschiedenen Ordnern innerhalb der Mailbox liegen. Tweets werden etwas weiter unten dargestellt. Das Abholen von RSS-Feeds wollte bei mir nicht klappen, auch das Anzapfen der Meldungen von Skype nicht. Die Details zu allfälligen Fehlern stünden in der Konsole, von welcher aus der Befehl zum Abholen der Nachrichten abgesetzt wird (siehe weiter unten). Die Settings, welche über den Browser angesteuert werden, sind dermassen spartanisch, dass sie im Moment nicht brauchbar sind. Dort werden offensichtlich zwei oder drei Dienste und deren Benutzernamen und Kennwörter angezeigt, welche eigentlich in der .raindrop stehen. Weshalb die dort zu finden sind, weiss ich nicht. Vielleicht sind das die ersten Früchte, ein GUI für die Konfigurationsdatei bereitzustellen.
Für Entwickler dürfte der Link ganz unten links interessant sein. Extend verweist auf ebenfalls lokale Website, auf der alle verfügbaren Query-Tools und deren Möglichkeiten angezeigt werden.

Raindrop lässt sich natürlich auch nur mit einem Dienst – zum Beispiel Twitter – nutzen. Im Moment sind die Möglichkeiten aber noch sehr eingeschränkt. Ich konnte keine Mails versenden, da ich lokal keine sendmail oder Postfix-Installation nutze. Ich will dafür nicht extra diese Einrichtung vornehmen.
Im Moment liegt Raindrop noch nicht als Paket zum Download bereit. Die Entwicklung ist noch in den Kinderschuhen und deshalb verweist Mozilla entsprechend darauf hin:
There is no official download yet. The Raindrop code is still under development but you can follow along via the code repository. Please see the Hacking page.
Unter Ubuntu ist die Installation aber mit ein paar wenigen Handgriffen und einigen Zeilen in der .raindrop zu erledigen. Ich habe mich an die Anleitung bei Web UPD8 gehalten und konnte damit Raindrop ohne Probleme zum Laufen bringen. Einzig in der 10. Codebox unter dem Titel 4. Running Mozilla Raindrop muss der Slash zu Beginn des Pfades entfernt werden, so dass es richtig so heisst:
cd raindrop/server/python
Ansonsten stimmt die Anleitung ziemlich genau. Nach dem Abschluss kann die Applikation über die URL
http://localhost:5984/raindrop/inflow/index.html
gestartet werden. Das Programm kann aber nach meinem Dafürhalten noch nicht für den Tagesbetrieb genutzt werden. Aber dafür kann man abschätzen, was dereinst daraus entstehen soll. Störend ist im Moment noch, dass das Abholen der Nachrichten per Konsole erfolgen muss, ausser man zimmert sich ein Skript und lässt es wiederholt rennen. Ganz überzeugen konnte mich das Programm nicht, mindestens noch nicht. Manche Leute behaupten, Raindrop wäre die Antwort auf Google Wave.
Raindrop ist Open Source und wird unter der Mozilla Public License veröffentlicht.



02. Dezember 2009 um 07:59 Uhr
[...] This post was mentioned on Twitter by Roman Hanhart, Bauigel. Bauigel said: Sachen gibts… http://is.gd/59H3z #Mozilla #Raindrop #GoogleWaveFake? [...]
02. Dezember 2009 um 09:49 Uhr
Klingt nach einem Aggregator. Kann man auch auf allen Diensten die man integrieren kann auch antworten und so alle Dienste gleichzeitig befeuern?
02. Dezember 2009 um 09:54 Uhr
Im Moment noch nicht, aber das wird hoffentlich noch kommen.
02. Dezember 2009 um 10:03 Uhr
Dann würde es sicherlich deutlich mehr Sinn machen. Quasi ein online verfügbarer Informations- und Nachrichtenaggregator. der auch auf den Kanälen nach außen geht…
Vor allem für Leute die viel unterwegs sind und an verschiedenen Computern arbeiten sehr interessant.
Und natürlich für Ingo weil man es sich auf seinem eigenem Server installieren kann
02. Dezember 2009 um 10:08 Uhr
Das Teil muss leider lokal installiert werden, mindestens im Moment. Eine Serverlösung gibt es in dem Sinn (noch) nicht. Dazu fehlen diverse Features wie Profile und dergleichen.
02. Dezember 2009 um 10:12 Uhr
Aber wenn es doch über einen Browser aufgerufen wird und einen Webserver braucht… das muss ja nicht auf meinem lokalen PC sein, oder?
Ob die Seite nun über localhost aufgerufen wird oder über eine entferne IP ist doch technisch egal? Oder braucht das Ding auch noch spezielle Clients auf die zugegrifefn wird? Zum Bespiel Thunderbird als Mailclient und Raindrop holt sich automatisch die Daten daraus? Das würde ich zwar auch gut finden, aber dann lieber nicht auf der Basis eine Webanwendung die einen Webserver voraussetzt.
02. Dezember 2009 um 10:19 Uhr
Die Konfiguration lässt im Moment bloss einen einzigen Benutzer zu. Wo die Seite aufgerufen wird, ist beim derzeitigen Stand nicht egal, weil das Teil die Konfiguration im Home-Verzeichnis ablegt. Dann müsste man wohl auf einem Server pro Benutzer von Raindrop einen lokalen Benutzer eröffnen. Aber auch das würde nicht zum Erfolg führen.
So wie ich das beurteile, ist Raindrop bloss für die lokale Installation vorgesehen.
02. Dezember 2009 um 10:38 Uhr
Die einfachste Möglichkeit, auf Debian basierten Systemen Mail zu versenden, ist das Paket “nullmailer”. Damit kannst Du alle Nachrichten an einen externen smtp-Server weiterleiten.
02. Dezember 2009 um 10:45 Uhr
Danke Dirk, das werde ich noch testen.
03. Dezember 2009 um 12:32 Uhr
[...] hat mir hier den Tipp zur Verwendung des nullmailers gegeben. Nullmailer ist wohl eine der einfachsten [...]
05. Dezember 2009 um 16:54 Uhr
[...] oder ob eine clientseitige Vereinigung wie beispielsweise im (leider noch unausgereiften) Mozilla Raindrop nicht vielversprechender [...]