Ubuntu One ist da
Gestern habe ich nun endlich die Einladung für den ClosedSource-Dienst Ubuntu One erhalten. Das ist eine “Online-Festplatte” ganz ähnlich wie die DropBox. Damit lassen sich Daten in der Internet-Wolke ablegen, teilen und verwalten. Nebst dem Clienten, der sich dauerhaft im Systray niederlässt, gibt es auch eine Verwaltung per Browser. Hinter dem Applikation steht Canonical.
In der Community warf der Dienst einige Wellen auf, zumal Ubuntu One nicht unter GPL lizenziert ist. Canonical arbeite zwar mit freier Software, binde sie in ihre Pakete ein, erzeuge aber selbst keine solche Software, sondern sperre den Quellcode ein. Dazu kann man geteilter Meinung sein; ich persönlich finde es mindestens etwas seltsam, dass der Quellcode von Ubutnu One nicht offen steht.
Installiert ist das Teil recht schnell, die entsprechenden Pakete lassen sich direkt ab dem Browser laden und installieren. Ähnlich wie beim Dienst DropBox wird die Ubuntu One-Anbindung direkt im Filesystem gemountet. Allerdings kann man keine Daten direkt in die Wurzel schreiben, bloss in das Verzeichnis My Files.

Die Verwaltung per Browser lässt sich ganz einfach und schnell bedienen. Auch so können Files hochgeladen werden und natürlich lassen sich diese auch wieder löschen.

Besonders gut gefällt mir die Möglichkeit, Daten zu teilen. Dazu muss man die E-Mail-Adresse des Benutzers kennen, mit der sich jener am Ubuntu One Dienst angemeldet hat. Dieser collaborative Ansatz gefällt mir.
Der Dienst steht noch immer unter dem Label Beta, arbeitet aber schon recht zuverlässig. Wer den Dienst kostenlos nutzen will, darf bis zu zwei GB Platz belegen. Wer mehr verbrauchen möchte, kann bis zu zehn GB Platz horten, die kosten dann aber satte 120 Dollar pro Jahr. Deutlich zu teuer, meine ich. Man darf diesen Batzen einfach als Spende für Ubuntu betrachten, da stellt sich bei mir aber die unfreie Software in den Weg; dafür spende ich lieber nicht.


23. Juni 2009 um 11:16:00 Uhr
Gestern war wohl großer “Einladungstag”, habe nämlich auch meine Einladung bekommen.
Entweder Zufall oder baldiges Ende der Beta-Phase?
Die bis jetzt angebotenen Möglichkeiten dürften ja nicht allzu kompliziert sein.
Die spannendste Frage ist allerdings, ob in Zukunft neben der Online-Speicherung und des Austausches von Dateien (die mit Sicherheit noch wesentlich verfeinert werden, um gegen ähnliche Dienste bestehen zu können), noch gänzlich andere Services angeboten werden.
Und natürlich ob das ganze noch “frei” wird
23. Juni 2009 um 11:18:08 Uhr
Wie lange habt Ihr denn gewartet ? Ich hab nämlich noch nix erhalten…
23. Juni 2009 um 11:26:46 Uhr
> da stellt sich bei mir aber die unfreie Software in den Weg; dafür spende ich lieber nicht.
Find ich nicht richtig. Canocical muss einfach mal irgendwann Geld verdienen. Dazu bietet sich sowas wie UbuntuOne einfach an.
Dass der Dienst zu teuer ist – meine Meinung.
Aber muss der denn OpenSource sein? DropBox ist es auch nicht, aber da schreit keiner.
Nur weil eine Firma jetzt mal ein Stück ihrer Produkte OpenSource macht, muss das doch nicht heißen, dass direkt alle Produkte OpenSource sein müssen.
Außerdem steht die Hardware direkt bei denen im Zimmer. Dass die da nicht von außerhalb dran rum gedoktort haben wollen kann ich gut verstehen.
23. Juni 2009 um 11:42:28 Uhr
@cyberfux: Ein paar ganz lange Wochen
@Thomas: Klar, dazu kann man verschiedener Meinung sein.
23. Juni 2009 um 12:47:46 Uhr
Auch bei mir waren es mehrere Wochen Wartezeit. Ich hatte mich kurz nachdem ubuntuone.com online gegangen war angemeldet.
Die Argumentation von Thomas verstehe ich nicht.
OpenSource heißt ja lediglich, dass der Quellcode veröffentlicht wird. Das heißt noch lange nicht, dass jeder Zugriff auf die entsprechenden Server von Canonical bekommt, oder verstehe ich das falsch?
Zudem kann Canonical ja auch Gebühren verlangen, wenn die komplette Software OpenSource ist. Die werden für die zur Verfügung gestellten Online Services und den entsprechenden Speicherplatz verlangt.
Oder verstehe ich da etwas falsch?
23. Juni 2009 um 13:43:28 Uhr
@smogul: Ich verstehe es genau so wie Du. Die Software darf absolut frei sein, so dass sie jeder für seine Zwecke einsetzen kann. Am Dienst von Canonical soll ja nichts verändert werden.
Frei bedeutet in diesem Zusammenhang eben auch, dass erworbenes Wissen weitergereicht wird. Nur so kann es sich ausdehnen und allen Interessierten einen Dienst tun.
Dass Canonical mit dem Dienst Geld verdienen will, ist in Ordnung, ich halte bloss den Ansatz für zu hoch.
23. Juni 2009 um 14:00:17 Uhr
Hoffe auch bald endlich den invite zu bekommen.
Warte mitlerweile auch schon einige Wochen.
23. Juni 2009 um 21:53:11 Uhr
Wenn das Closed-Source ist, bleib ich lieber bei Dropbox, da weiß ich auch nicht wie verschlüsselt wird.Hab mir mehr von Canonical erwartet, und Geld verdienen die ja auch schon, muß ja nicht den Endbenutzer ausnehmen – macht doch schon “die andere Firma”
24. Juni 2009 um 09:08:52 Uhr
Ich finde besonders schade, dass das Label “ubuntu” meiner Meinung nach für diesen Dienst missbraucht wird. Klar, Canonical hat die Namensrechte und kann damit machen, was die Firma will.
Mir gefällt das nur nicht …
Gegen OpenSourceSoftware für einen kostenpflichtigen Dienst hätte ich nichts.
24. Juni 2009 um 10:05:01 Uhr
[...] zum einem sehr gut in der Installationsanleitung von Ubuntu One beschrieben und zum anderen auch im Ubuntublog.ch auf welchen ich hier verweise. szu='http%3A%2F%2Fblog.grabmer.at%2F%3Fp%3D294'; [...]
24. Juni 2009 um 10:06:23 Uhr
@Dirk: Sehe ich genau so. Canonical darf (und soll auch) meines Erachtens mit Ubuntu Geld verdienen.
Allerdings würde ich die Einstellung von Canonical sogar als arrogant bezeichnen: Ubuntu ist Open Source und lebt damit von der Unterstützung der Community und ich denke, das vor allem die Engagiertesten in diesen Projekten auf solche Entwicklungen zumindest langfristig empfindlich reagieren werden.
Zumal ich das ganze auch wirtschaftlich nicht wirklich verstehe: Ein guter Online-Service, der mit dem Namen Ubuntu in Verbindung steht, wäre doch mithile der Community viel einfacher zu realisieren. Wie wichtig es ist so etwas anzubieten, sieht man auch daran wie Microsoft inzwischen seinen Live-Dienste hypt. Hierauf muss die OpenSource Gemeinschaft meines Erachtens nach eine Antwort finden.
28. Juni 2009 um 12:38:00 Uhr
[...] Roman Hanhart bekommt Ubuntu One, Christoph von Technical Life auch, jazz sowieso [...]
04. Juli 2009 um 22:20:37 Uhr
Meine Einladung ist mittlerweile auch da, aber irgendwie wird keine Datei hochgeladen…
*Kopfschüttel*
21. August 2009 um 15:11:09 Uhr
ubuntu ist endlich ein linuxsystem, welches das potenzial mitbringt, um einen “massenmarkt” zu erobern, wie keines davor. grund dafür sind unter anderem die fantastische benutzerfreundlichkeit und die fantastische benutzerfreundlichkeit. ich selbst bin ganz klar protagonist von community entwickelten lösungen, allerdings muss man bedenken, dass ubuntu seine stellung ohne den monetären einsatz mark’s nie erreicht hätte (money rules the world)—-
da stecken bezahlte entwickler dahinter!!!!!
ubuntu ist sogar tauglich für produktivsysteme- um das zu erreichen bedarf es einer großen entwicklungsorganisation und -disziplin und eines strukturierten marketings. das können enthusiastische zuhause-entwickler so nicht schaffen.
HIER zum thema:
“ubuntu one” ist ein service, welcher übrigens bei karmic vorinstalliert ist, der ubuntu um die sync & share features erweitert. das trifft sowas von dermassen den zeitgeist (web 2.0). dieser dienst ist ein fantastisches strategisches intrument, um das betriebssystem attraktiver zu machen und die userzahl weiter zu erhöhen – da kann ich nur sagen: weiter so. denn letztenendes geht es bei linux, bei open source, ja letztlich bei netzwerkeffekten doch darum, eine kritische masse an usern zu erreichen – und dann fangen auch die jungs in redmond das zähneknirschen an. also toi – toi – toi.
und da es ein strategisches intrument ist, halte ich es erstmal für sinnvoll den quellcode nicht offen zu legen. ich stimme bei einem punkt zu:
10 dollar sind zu teuer – aber scheiß der hund drauf, aller anfang ist schwer….
grüße, De eDDe