Ubuntu Wochenrückblick in Schweizerdeutsch

Als kleine Geste zu meinem Einstieg bei Ikhaya auf ubuntuusers.de möchte ich hier gerne etwas Leichtes beisteuern. Ich darf ja jede Woche den Ubuntu Wochenrückblick für RadioTux sprechen und so spreche ich den einmal ganz speziell für die Eidgenossen hier auf Schweizerdeutsch. Ich verstehe diese Aktion als einmalige Schandtat und werde sie wohl nicht so schnell wiederholen. Dazu nutze ich einen etwas anderen Jingle als der bei RadioTux. Aus dem Album The Dead Rocks und den Jungs von der One Million Dollar Surf Band setze ich das Stück EasyJob ein. Gerade weil es für mich sehr leicht ist, in meiner Muttersprache zu reden, handelt es sich dabei tatsächlich um ein “Easy Job”. Ganz im Gegensatz zu den Jungs, welche den Wochenrückblick zusammenstellen. Der Musiktipp stammt übrigens vom Bürgermeister.

Am Schluss des Rückblicks habe ich das ganze Stück angehängt, es lässt sich aber auch hier herunterladen.

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37 Kommentare to “Ubuntu Wochenrückblick in Schweizerdeutsch”

  1. DiegoNo Gravatar schrieb:

    Im Beitrag ist RadioTux ist auf http://www.radiotux.ch/ verlinkt was nicht gefunden wird, mit http://www.radiotux.de geht`s ;-)
    I finds guat, uf Mundart an Podcast z macha!

  2. Roman HanhartNo Gravatar schrieb:

    Danggä Diego! Vor luuter Schwitzertütsch mach i no us allne Domains Schwitzer-Domääne ;-) Isch gflickt.

  3. brunoNo Gravatar schrieb:

    Well done! Ähm, ich mein natürli, super Idee :)

  4. christianNo Gravatar schrieb:

    ganz ehrlich?

    die normale radio tux ausgabe hört sich schon arg schweizerisch an…

  5. ickeNo Gravatar schrieb:

    alter, diese sprache ist so im sack. :D

  6. Jens KampeNo Gravatar schrieb:

    Höre ehrlich gesagt kaum bis keinen Unterschied zu deinen/euren sonstigen Podcasts.

    Von daher: Wir verstehen euch Schweizer schon, also ruhig Mut zur Lücke und mal mehr in Mundart reden. ;-)

    Find das ja auch immer bei schweizer Reportagen so süß, wenn man dabei den Untertitel einblendet. *lach*

  7. rossyNo Gravatar schrieb:

    @icke was heisst das so im Sack?

  8. rossyNo Gravatar schrieb:

    @icke was heisst das so im Sack? oder ist das Schweizerdeutsch nicht ok

  9. rossyNo Gravatar schrieb:

    die schönste Sprache überhaupt

  10. Dirk DeimekeNo Gravatar schrieb:

    Man muss auch dazu sagen, dass Roman das Schweizerdeutsch sehr deutlich redet und dass es damit leichter ist ihm zu folgen.

    Einzig, dass es eine Sprache ist, kann ich nicht akzeptieren. Es ist ein Dialekt wie etwa 50 andere deutsche Dialekte auch.

  11. christianNo Gravatar schrieb:

    joa…

    trotzdem höre ich lieber schönes klar und deutlich ausgesprochenes hochdeutsch…

    (ja ja ich bin ein sprachpurist…)

  12. brunoNo Gravatar schrieb:

    Dirk, um den Tüpflischissermodus zu bemühen. Auf alle Fälle ist Schweizerdeutsch immer noch eine Sprache, aber keine eigene ;) Und ohne den Sprachenkrieg jetzt hier reinzutragen (der diesbezüglich z.T. schon herrscht)… Ich finde auch, dass wir hier nur eine Sammlung von einigen Dutzend (bis hunderte) verschiedener Dialekte haben. Allerdings hat der Dialekt in der Deutschschweiz eine andere Stellung/Wertung als in Deutschland.

    @christian. Ich höre gutes Hochdeutsch auch gerne (auch wenn es selbst in Deutschland doch eher selten zu hören ist ;) ), aber ich freue mich natürlich sehr über die ausnahmsweise Berücksichtigung unseres allemanischen (Minderheiten?)dialekts.

  13. DavidNo Gravatar schrieb:

    Herrlich! Ich bin zwar kein Schweizer, aber ich mag die Sprache sehr gerne und freue mich daher immer, wenn ich sie höre. Und ein Ubuntu-Wochenrückblick auf Schweizerdeutsch ist doch mal etwas ganz Besonderes, das man nicht alle Tage zu hören bekommt. Ich habe mich sehr darüber gefreut, dankeschön.

  14. brunoNo Gravatar schrieb:

    Dirk, Schweizerdeutsch ist sehr wohl (immer noch) eine Sprache, allerdings keine “eigenständige” (ich mein, wir grunzen ja hier nicht im Dialekt ;) )
    Ohne auf diesen “Sprachenkrieg” hier näher eingehen zu wollen… ich bin auch der Meinung, dass “Schweizerdeutsch” (nur) ein Oberbegriff für einige Dutzend (bis hunderte) von verschiedensten Dialekten ist. Allerdings hat der Dialekt hier eine etwas andere Stellung/Wertung als in Deutschland. Sowohl im Privat- wie auch im Geschäftsleben. Und das macht vielen Deutschen hier einige Mühe, weil sie diesen Status des Dialekts nicht verstehen können/wollen.

    @christian Ich höre auch gerne schönes, klares und deutlich ausgesprochenes Hochdeutsch. Nur findet man das leider im täglichen Leben relativ selten. Gerade auch in Deutschland.
    Trotzdem finde ich es schön, dass Roman zu seinem Einstieg ein Special für uns allemanisch dialektende Minderheit produziert hat. ;)

  15. Tweets that mention Ubuntu Wochenrückblick online: außerdem auch ein Version in richtigem Schweizerdeutsch: -- Topsy.com schrieb:

    [...] This post was mentioned on Twitter by radiotux. radiotux said: Ubuntu Wochenrückblick online: http://tux.fm/uwn1210 außerdem auch ein Version in richtigem Schweizerdeutsch: http://tux.fm/uwn1210sd [...]

  16. Dirk DeimekeNo Gravatar schrieb:

    @Bruno: Jeder Dialekt ist eine Sprache, wenn Du das so siehst. Dass die Wertigkeit eine andere ist und dass der Dialekt benutzt wird, um sich abzugrenzen (auch von Menschen aus anderen Regionen der Schweiz), steht auch ausser Frage.

  17. DiegoNo Gravatar schrieb:

    Stellt euch doch mal vor, alle würden den selben Membranzauber von sich geben! Gähnende Langeweile in der schlimmsten Form ;-)
    Das viele Deutsche sich über Schweizerdeutsch lustig machen ist ok, und auch spassig. Sächsisch, Bayrisch, Platt oder Schwäbisch sind nun auch nicht die deutsche Sprache in Reinkultur (grins). Dazu kommt noch die Jugendsprache, Wurstbudendeutsch, Anglizismen, Abkürzungen ohne Ende und das allseits beliebte Kanaksprech!
    So gesehen ist Hochdeutsch auch nur ein Dialekt der zu der Sprache hoch stilisiert wurde und mit der Rechtschreibreform und dem Verbal-Feminismus den meiste Dialekten in nichts nachsteht.

  18. brunoNo Gravatar schrieb:

    (ups, jetzt sind doch beide Kommentare von mir drin)

    @Dirk: Dass wir den Dialekt benutzen um uns abzugrenzen ist eine Behauptung, die ich eigentlich nur von Ausländern höre. Dies mag Leuten, die den Dialekt nicht verstehen so vorkommen, es ist aber halt wirklich so, dass Dialekt in der (Deutsch-)Schweiz eine ganz andere Stellung hat als in Deutschland und in sämtlichen Lebenslagen und -situationen benutzt wird. Es gibt hier, ausser im Verkehr mit “Nicht-Dialektverstehenden”, eigentlich keine Situation, in der nicht Dialekt gesprochen wird. Das
    Abgrenzen gegenüber anderen Schweizer Regionen kann nur für die Romandie bzw. das Tessin gelten. Innerhalb der deutschsprachigen Schweiz gibt es kein Abgrenzen, da jeder i.d.R. den Dialekt des andern versteht bzw. verständlich kommuniziert. Gegenüber dem französisch- und italienischsprachigen Teil ist die Abgrenzung (i.d.R.) auch nicht bewusst, sondern eher aus Gedankenlosigkeit (viele Deutschschweizer machen sich nicht bewusst, dass viele Romands “von Haus” aus, bzw. aus der Schule, nur Hochdeutsch verstehen). Allerdings spricht der “gemeine Deutschschweizer”, sofern er leidlich Französisch kann, mit einem Romand i.d.R. französisch und sonst einigt man sich oft auch auf Englisch.

  19. Dirk DeimekeNo Gravatar schrieb:

    @Bruno:

    Die unterschiedliche Wahrnehmung kann vielleicht daran liegen, dass Du Inländer bist und den Dialekt sprichst.

    Vielleicht versuchst Du einfach einmal zu beobachten, wie sich Leute gegenüber (beipsielsweise) Deutschen verhalten bevor die Deutschen ein Wort gesagt haben und danach.

    Ich selber darf täglich erleben, dass der Umgang mit mir, beispielweise im Supermarkt, bis zu dem Punkt freundlich ist, bis mein Gegenüber merkt, dass ich Hochdeutsch rede. (Wenn ich meinen Heimatdialekt spreche, versteht mich sonst nämlich niemand). Meine Frau arbeitet im Volg und darf sich täglich damit auseinander setzen, ich habe im Büro hingegen keinerlei Probleme).

    Das stellt sich immer anders dar, wenn Du selber betroffen bist.

  20. louis vuittonNo Gravatar schrieb:

    Ich selber darf täglich erleben, dass der Umgang mit mir, beispielweise im Supermarkt, bis zu dem Punkt freundlich ist, bis mein Gegenüber merkt, dass ich Hochdeutsch rede. (Wenn ich meinen Heimatdialekt spreche, versteht mich sonst nämlich niemand). Meine Frau arbeitet im Volg und darf sich täglich damit auseinander setzen, ich habe im Büro hingegen keinerlei Probleme).

  21. tiffany necklacesNo Gravatar schrieb:

    Abgrenzen gegenüber anderen Schweizer Regionen kann nur für die Romandie bzw. das Tessin gelten. Innerhalb der deutschsprachigen Schweiz gibt es kein Abgrenzen, da jeder i.d.R. den Dialekt des andern versteht bzw. verständlich kommuniziert. Gegenüber dem französisch- und italienischsprachigen Teil ist die Abgrenzung (i.d.R.) auch nicht bewusst, sondern eher aus Gedankenlosigkeit (viele Deutschschweizer machen sich nicht bewusst, dass viele Romands “von Haus” aus, bzw. aus der Schule, nur Hochdeutsch verstehen). Allerdings spricht der “gemeine Deutschschweizer”, sofern er leidlich Französisch kann, mit einem Romand i.d.R. französisch und sonst einigt man sich oft auch auf Englisch.

  22. tiffany necklacesNo Gravatar schrieb:

    Abgrenzen gegenüber anderen Schweizer Regionen kann nur für die Romandie bzw. das Tessin gelten. Innerhalb der deutschsprachigen Schweiz gibt es kein Abgrenzen, da jeder i.d.R. den Dialekt des andern versteht bzw. verständlich kommuniziert. Gegenüber dem französisch- und italienischsprachigen Teil ist die Abgrenzung (i.d.R.) auch nicht bewusst, sondern eher aus Gedankenlosigkeit (viele Deutschschweizer machen sich nicht bewusst, dass viele Romands “von Haus” aus, bzw. aus der Schule, nur Hochdeutsch verstehen). Allerdings spricht der “gemeine

  23. brunoNo Gravatar schrieb:

    @Dirk Das liegt sicher _auch_ daran, dass ich Schweizer bin und den hiesigen Dialekt spreche. Allerdings bin ich doch ziemlich nahe am Geschehen dabei, da ich eine ausschliesslich hochdeutsch sprechende Ehefrau habe und auch eine meiner Töchter ausschliesslich hochdeutsch spricht.
    Allfällige, bis anhin (15 Jahre) nicht auftretende, Animositäten diesbezüglich würde ich also auch mitkriegen.
    Ich will nicht bestreiten, dass es Einzelfälle gibt, bei denen Dialektsprecher diese “Fähigkeit” nutzen um sich abzugrenzen, aber die Regel ist es sicher nicht. Eher ist es, wie bei den Romands auch, Gedankenlosigkeit. Ausserdem, wenn du 10 Deutsche befragst über ihre Dialekterfahrungen, wirst du wahrscheinlich 15 verschiedenen Meinungen hören. Die einen wollen, dass man mit ihnen Dialekt spricht, die anderen nicht, einige erzählen, dass alle Schweizer sofort auf hochdeutsch wechseln, andere erzählen dir, dass mit ihnen knallhart Dialekt gesprochen wird, obwohl sie kein Wort verstehen usw. usf.
    Fakt ist, Umgangssprache in der Deutschschweiz ist Dialekt. Wir passen uns zwar i.d.R. unserem gegenüber an, aber jemand, der länger hier wohnen will, wird nicht darumherum kommen, Dialekt zumindest zu verstehen (was auch nicht soo schwer ist – familiäre Erfahrungen ;) ), sprechen muss ihn keiner.
    Abgesehen davon ist es doch woanders auch so, da wird es (durch die Fremdsprache?) einfach nicht so exessiv empfunden. In England sprechen die Leute mit mir auch “sauberes” Englisch, wenn ich als Touri was frage. Als ich in London gearbeitet habe, musste ich aber zügig lernen, Cockney, Manchester, Aussie und was weiss ich noch alles zu verstehen sonst wäre ich verloren gewesen. ;)

  24. Dirk DeimekeNo Gravatar schrieb:

    @bruno:

    Ich bin Deiner Meinung, man sollte, wenn man hier lebt, lernen, den Dialekt zu verstehen. Darum geht es mir nicht.

    Es geht um das Umschalten von Freundlich auf Feindlich, wenn festgestellt wird, dass das Gegenüber keinen Dialekt sondern Hochdeutsch spricht.

    Und das ist unabhängig davon, ob die Person aus dem Wallis hochdeutsch redet oder ein Deutscher das macht.

    Auch wenn Du über Deine Frau und Deine Töchter nah dran bist, ist es dennoch ein Unterschied, die Feindseligkeit selber zu erleben. Und, ja, das ist eine Besonderheit im Kanton Zürich, in anderen Kantonen ist es leichter.

  25. brunoNo Gravatar schrieb:

    @Dirk Ich will dir deine/eure Erfahrungen nicht absprechen und ich will die Problematik auch nicht negieren. Aber ich will es auch nicht per se für die Schweiz (er) bzw. für Zürich/uns Zürcher gelten lassen. Ich kann nur von “unseren” Erfahrungen berichten. Weder meine Frau noch meine Töchter haben bis anhin irgendwelche Feindseligkeiten erlebt (und glaub mir, ich würde es erfahren) und wir wohnen auch in einer relativ kleinen Gemeinde im Kanton Zürich in einem bäuerlichen SVP dominierten Gebiet.

  26. Dirk DeimekeNo Gravatar schrieb:

    @Bruno:

    In meinem deutschen Bekanntenkreis gibt es leider niemanden, der nicht ähnliche Erfahrungen gemacht hat, daher die Verallgemeinerung.

    Umgekehrt funktioniert das leider auch. Viele Schweizer denken, dass die Deutschen so sind, wie ihnen das Füllmaterial zwischen den Werbeblöcken im Privatfernsehen suggeriert.

    Ein Gefühl von Integration kommt jetzt erst langsam auf, da meine Frau im Volg angefangen hat zu arbeiten.

    Aber wir müssen das nicht hier im Blog diskutieren, das ist vielleicht die falsche Plattform.

  27. brunoNo Gravatar schrieb:

    Sehe ich auch so. Vor allem da es ja eigentlich um eine positive Geste Romans geht, die bei mir äusserst gut ankam.

  28. Dirk DeimekeNo Gravatar schrieb:

    @Bruno:

    Dann sind wir uns ja einig. Mir hat das auch gut gefallen.

  29. Roman HanhartNo Gravatar schrieb:

    @bruno, @Dirk: Macht nur weiter, ich finde das sehr spannend! Ich selbst erlebe das auch immer wieder an mir selbst, dass ich “Fremden” gegenüber zurückhaltend bin, mindestens bis sie nicht mehr fremd sind.

    Das, was Dirk sagt, erlebe ich auch immer wieder an mir selbst oder bei Kollegen. Wir sind doch noch etwas distanziert zu den Nichtinländern. Aber nicht zu allen gleich. Während dem ein Holländer oder ein Brite völlig problemlos hier sein kann und wohl kaum Aggressivität erlebt, meine ich, dass es bei den Deutschen anders ist. Das würde zu weit führen, es hier auszuschlachten, aber ich meine, dass es so ist. Deutschen gegenüber sind wir reservierter als gegenüber andern Nichtinländern.

    Dabei erlebe ich als Schweizer, der ab und zu in Deutschland ist, überhaupt keine Abneigung. Im Gegenteil. Ich fühle mich sehr wohl in Deutschland.

  30. brunoNo Gravatar schrieb:

    @Roman: Zurückhaltung ist aber nicht unbedingt gleichzusetzen mit Feindlichkeit/Anfeindungen (von dem ja Dirk nicht alleine spricht, da hört man ja leider des öftern von). Wobei da zum Verhältnis D/CH einige Faktoren mitspielen. Von geschwisterlich/nachbarschaftlicher Rivalität inkl. potentieller Minderwertigkeitskomplexe des Kleineren bis zu aktuellen Überfremdungsängsten. Immerhin sind wir das beliebteste Auswanderungsland der Deutschen, noch vor den USA. Allerdings bin ich der Meinung, bei über 250’000 Deutschen ist das nicht die vorherrschende Einstellung gegenüber unseren Nachbarn, da die Schweiz sonst lange nicht mehr so beliebt wäre (auch wenn die Medien uns teilweise ein anderes Bild vermitteln wollen).

    In Deutschland habe ich mich auch als Ausländer 1. Klasse wiedergefunden bzw. gar nicht als Ausländer (wenn in meiner Gegenwart munter gegen Ausländer “gemotzt” wurde). Ich fühlte und fühle mich auch äusserst wohl in Deutschland (von einigen politischen Unstimmigkeiten abgesehen ;) ), was sich (natürlich) nicht zuletzt auch an meinem Freundeskreis und (angeheirateter) Familie in Deutschland zeigt :)

  31. Dirk DeimekeNo Gravatar schrieb:

    @Bruno:

    In Deutschland wird da ganz klar gesiebt. Westeuropäer mit Deutsch oder Englisch als Sprache sind keine Ausländer, alle anderen sind welche. Auch hier werden englisch sprechende Menschen nicht so sehr als Ausländer wahrgenommen.

    Das gilt übrigens gegenseitig. Deutschland ist ebenfalls das beliebteste Auswanderungsland der Schweizer ;-) In dem Zusammenhang ist auch interessant, dass jeder zehnte Schweizer auswandert (ich hatte da mal einen Artikel in der Kategorie “Schweiz” zum Thema).

    Ich habe manchmal das Gefühl, dass sich Schweizer und Deutsche in einigen Belangen viel zu ähnlich sind und sie sich deswegen sehr häufig gegenseitig den Spiegel vorhalten. Und niemand mag gerne seine negativen Seiten im Spiegel sehen.

  32. brunoNo Gravatar schrieb:

    @Dirk
    Das mit dem Spiegel hat sicher was. Vor allem, da das “frühere” Deutschenbild ja stark von den “Schwaben” (BW/Bayern) ennet der Grenze entlang geprägt wurde. Und unsere allemannischen Nachbarn sind uns ja doch ähnlicher als sich mancheinerunser zugeben möchte ;)

    Bezüglich Ausländer in Deutschland war es für mich einfach eine interessante Erfahrung, da ich ab 1990 in Hannover wohnte und da ziemlich direkt mit den ganzen Aussiedlern aus dem Osten konfrontiert war. Da war diese Einteilung nach “Ausländerklassen” (und die eigene hohe Einstufung) schon befremdlich.
    Ich kann mir aber vorstellen, dass Deutsche, die nun selber eine solche (ggf. negative) Einstufung erleben, das nicht wirklich angenehm finden.

  33. Dirk DeimekeNo Gravatar schrieb:

    @bruno:

    Ich habe während meines Studiums im Strassenbau gearbeitet und dort sehr gut (für einen Studenten) verdient.

    Alle deutschen Strassenbauer hatten etwas gegen die Türken. Nicht gegen alle Türken, der Achmed, mit dem sie zusammengearbeitet haben, der ist in Ordnung. Was mich dazu bewegt hat, meinen guten türkischen Bekannten zu sagen, dass ja alles nicht so schlimm ist.

    So fühle ich das manchmal hier.

    Viele haben etwas gegen die Deutschen, weil sie das Bild haben, dass durch das Fernsehen vermittelt wird. Nicht gegen alle Deutschen, der Mieter / Arbeitskollege Dirk, der ist in Ordnung. Heute würde ich keinem Türken mehr sagen, dass das nicht schlimm ist …

    Das schlimmste Erlebnis war, dass eine Migros-Kassierin vor meiner Frau die Kasse mit den Worten “Deutsche bediene ich nicht” geschlossen hat. Die Kassiererin wurde gekündigt, weil die Vorgesetzte das mitbekommen hat. Ich muss dazu sagen, dass das ein Einzelfall war, aber trotzdem passiert so etwas.

  34. DiegoNo Gravatar schrieb:

    Das es dieses Verhalten gibt, steht doch ausser Frage! Und es fängt doch schon im Vorschulalter an!
    Er hat rote Haare, sie schiefe Zähne und der ist nicht mal von hier! Was wir bei den Kleinen noch als kindisches Verhalten sehen und versuchen den Wänzen aus zu treiben, leben wir ihnen doch 1:1 vor!
    Auch ich habe eine Frau aus Deutschland und sie ist sehr gerne hier, fühlt sich wohl und akzeptiert.
    Wenn ich in DE bin muss ich mir auch so einige “Spitzen” anhören, ja selbst in der Schweiz ist es so. Aber soll ich mich in den 163 km2, in denen ich kein Ausländer bin, verschanzen oder mit einer guten Portion Humor die Schwätzer entwaffnen? Bei 90% klappt das super und die restlichen 10% gehen mir am Ar… vorbei!

  35. brunoNo Gravatar schrieb:

    @Dirk:
    Solche Fälle wie die Kassierin sind natürlich unentschuldbar und in keinster Weise zu tolerieren. Leider wird m.M. nach solches Verhalten z.T. noch gefördert durch die aktuelle Medienberichterstattung. Und leider nicht mal nur durch Verblödungsblätter wie Blick und Co. sondern auch durch (bis anhin) seriöse Publikationen aus Verlagen wie tamedia (Tages-Anzeiger, Sonntagszeitung etc.). Dieses (z.T. sehr einseitige) Herumreiten auf dem Thema tut der “Völkerverständigung” m.E. nicht wirklich gut. (zum Glück gibts noch kleine aber feine deutsch-schweizerische Podcasts, die das Gemeinsame vorleben ;) )
    Was mich allerdings erstaunt ist, dass die “Betroffenen” ja in der Regel auch Abonnenten dieser hypernden “Hetzblätter” sind. Und mit über 100’000 potentiellen Abonnenten sollte man doch einen gewissen Einfluss ausüben können bzw. mit abbestellen solcher Abos eine gewisse Rückbesinnung dieser Medien auslösen? Anscheinend passiert das aber nicht. Zumindest nicht im grossen Stil, sonst hätte man doch sicher diesbezüglich etwas erfahren?

  36. Dirk DeimekeNo Gravatar schrieb:

    @Bruno:

    Das Ärgerliche ist, dass es sehr menschlich ist, auf den Unterschieden herumzureiten, statt an den Gemeinsamkeiten zu arbeiten (das ist auch bei Debian und Ubuntu so). Wir haben eine sehr grosse Übereinstimmung bei den moralischen und ethischen Grundwerten. Wir haben beide eine duale Berufsausbildung und gute akademische Ausbildung, so dass es kein Problem ist, im jeweils anderen Land zu arbeiten, wenn eine Stelle vorhanden ist.

    Das Unternehmensklima in der Schweiz ist so gut, dass die Unternehmen wachsen und gedeihen können und die Fachkräfte aus dem eigenen Land gar nicht so schnell ausgebildet werden können, wie sie gebraucht werden. Und da gibt es Leute mit einer analogen Ausbildung, die die Amtssprache (nicht aber die Umgangssprache) sprechen und diese Lücken füllen können.

    Ich könnte das noch reichlich weiterführen.

    Statt dessen wird Politik und Meinungsmache auf beiden Seiten auf Blick-/Bild-Niveau betrieben. Und dann gibt es reichlich Leute, die einstimmen.

    Ist doch Mist!

  37. brunoNo Gravatar schrieb:

    Und das Problem ist, dass ganz wenig Mist ganz doll stinken kann. Ich glaube nämlich, dass es gar nicht soo viele sind, die in den Tenor einstimmen. Aber in unserer stark vernetzten medialen Welt braucht es nicht mehr viel Mist um ein arg riechendes Gschmäckle zu produzieren.
    Doch zum Glück ist den meisten (stimmberechtigten) Schweizern immer noch bewusst, wie stark wir von einander abhängig sind. Das zeigen die Abstimmungen der letzten Jahrzehnte zu den Überfremdungs- und Bilateralenfragen immer wieder (die Minarettabstimmung lasse ich mal aussen vor, da haben andere Gründe mitgespielt).

    Die Schweiz hatte nachweislich schon immer viele Deutsche hier und es gab auch immer vereinzelt mal Leute, die einen Spruch fallen liessen. Aber dass das ganze so thematisiert und aufgepuscht wurde wie die letzten paar Jahre, das ist neu und geht mir entschieden gegen den Strich. Das ist schlichtweg miese Journaille zur Quotensteigerung (Bild- und Tonmedien mit eingeschlossen).

    Die Politik würde ich hier sogar mal aussen vor lassen. Die hält sich dezent zurück. Da kann man höchstens den Vorwurf anbringen, dass von politischer Seite zu wenig “integrierendes” kommt. Aber da stehen halt andere, dringendere Integrationsprojekte vorne an. Ansonsten muss ich sagen, wurde in den letzten 20-30 Jahren viel geleistet, was die Freizügigkeit im Arbeits- und Bildungssektor betrifft und die heutige Situation erst ermöglicht.

    Nur noch so ein kleiner Nebengedanke zur Ausbildungssituation in der Schweiz. Wenn die gleichen Kräfte, die vehement gut ausgebildete Schweizer Fachleute und Akademiker fordern, nicht seit 20 Jahren permanent in massivster Weise die Bildungsausgaben kürzen würden, wäre die Situation der einheimischen Fachkräfte vielleicht auch etwas entspannter.

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