VirtualBox unter Ubuntu
Die VirtualBox gehörte eigentlich schon immer zu meinen bevorzugten Programmen, um im privaten Bereich auf einem Desktop-Rechner eine virtuelle Instanz zu erzeugen. Denn die VirtualBox läuft auf Linux, Mac und sogar auf Windows. Vor einiger Zeit wurde das deutsche Unternehmen Inotek mitsamt der VirtualBox an Sun verscherbelt. Ob dies vorteilhaft für uns Nutzer ist, wird sich zeigen.
Seit dem gibt es zwei Versionen der VirtualBox zu beziehen. Die Eine ist vollständig OpenSource und kann unter Ubuntu sogar über die normalen Pakete bezogen werden:
sudo apt-get install virtualbox-ose
Ich persönlich ziehe aber die ClosedSource-Variante vor, die eigentlich schon immer bestand. Sie kann hier bei Sun heruntergeladen werden. Nutzt man sie im privaten Bereich, entstehen keine Probleme mit der Lizenzvereinbarung. Es handelt sich beim Download um ein *.deb Paket (wenn man das Richtige im DropDown-Menü auswählt), das per Doppelklick oder per Terminal installiert werden kann.
Bevor die VirtualBox das erste mal benutzt wird, sollte noch eine Feinheit korrigiert werden, die unter Ubuntu schon so lange auftritt, wie es die VirtualBox gibt: Der Treiber wird nicht korrekt einer Gruppe hinzugefügt, beziehungsweise deren Mitglieder. Flicken kann man dies ganz einfach:
sudo adduser $USER vboxusers
Danach können virtuelle Rechner erzeugt werden. Das ganze System ist aus meiner Sicht recht intuitiv gestaltet und sollte eigentlich klar sein. Beispielsweise lässt sich ein Windows XP innert 20 Minuten installieren. Man braucht dann etwa noch eine Stunde, um alle Updates zu fahren und den obligaten Virenscanner zu installieren.

Will man vom Wirt aus den Gast erreichen, trifft die IP 10.0.2.2.
Empfehlen würde ich auch noch die Gasterweiterungen zu installieren. Sie ermögliche, dass die Maus nicht im virtuellen System gefangen bleibt und bietet weitere Features. Installieren kann man sie ganz einfach, in dem man im Fenster der virtuellen Maschine Geräte und dann Gasterweiterung installieren wählt. Danach steht das CD-Rom mit der ausführbaren Datei bereit, die installiert werden kann. Jetzt braucht es einen Neustart. Dadurch sind dann auch die gemeinsamen Ordner verfügbar, womit sich Daten zwischen dem Wirt und dem Gast tauschen lassen.
Ich hatte noch etwas Mühe mit der USB-Anbindung, welche ich dann mit einem Hinweis von buranen.info umschiffen konnte. Auf ubuntuusers.de gibt es ebenfalls eine Erklärung zu diesem Problem.
Die VirtualBox bleibt mein Favorit, auch unter dem Macintosh. Leider ist die Software bisher nur in der Lage i386-Architektur abzubilden. Deswegen sollte man bei einem virtuellen Ubuntu, das man mit der VirtualBox betreiben will, jeweils die alternate desktop CD herunterladen. Die Desktop-Variante, die auch als Live-DC dient, setzt i586 oder i686 voraus, während dem die alternative CD auch mit i386 umgehen kann.


08. Juni 2008 um 09:50:47 Uhr
Hallo Roman, mittlerweile ist Version 1.6 verfügbar. Der Link dafür ist https://cds.sun.com/is-bin/INTERSHOP.enfinity/WFS/CDS-CDS_SMI-Site/en_US/-/USD/ViewProductDetail-Start?ProductRef=innotek-1.6-G-F@CDS-CDS_SMI
Dass der User, der Virtualbox benutzen können soll, in die Gruppe aufgenommen werden muss, ist meiner Ansicht nach eher ein Feature als eine “Korrektur”. Darüber kannst Du bestimmten Usern die Möglichkeit gewähren oder verweigern.
08. Juni 2008 um 10:06:36 Uhr
@Dirk: Yo, habe ich gesehen, danke. Nutze auch schon die 1,6er Version.
Stimmt mit den Rechten, allerdings meine ich, dass derjenige Nutzer, der die Installation per sudo ausführt, logischerweise gleich in die Gruppe aufgenommen werden sollte. Aber das ist wohl Ansichtssache.
08. Juni 2008 um 13:50:34 Uhr
Damit könnte ich auch gut leben. Vielleicht ist aber das gerade die Philosophie von Linux, dass die Nutzer von den Verwaltern getrennt sind.
09. Juni 2008 um 07:59:29 Uhr
Hallo.
Gibt es zu der 1.6er Version auch ein Repository, um das ganze komplett mit dem Packet-Manager zu managen oder möchte Sun das uuuunbedingt über die eigenen “alten” Distributionswege verteilen?
09. Juni 2008 um 08:45:07 Uhr
@Thomas: In den Repository von Ubuntu ist im Moment noch nicht die neue Version vorhanden, sowohl beim Paket virtualbox wie auch beim virtualbox-ose. Das wird aber wohl kommen, immerhin sind die Pakete vorhanden.