WordPress auf einem Ubuntu-Server
WordPress von automattic auf einem Unbuntu-Serverli zu betreiben ist an sich eine Standard-Aufgabe, zu dessen Ausführung es keine besonderen Kenntnisse erfordert. Insbesondere unter Ubuntu ist das Einrichten eines Blogs unter WordPress zu Testzwecken sehr einfach zu bewerkstelligen. Allerdings muss beachtet werden, dass es deutlich mehr Aufwand braucht, will man das Blog produktiv nutzen und damit das Serverli direkt an das Internet hängen.
In diesem Szenario gehe ich davon aus, dass ein lokaler Server bereitsteht, der zunächst einmal standardmässig aufgesetzt wurde. Es kann ein Ubuntu 6.10, 7.04, 7.10 oder ein 8.04 sein. Frühere Versionen dürften auch funktionieren, dort sind aber einige Dinge noch anders zu handhaben. Das Blog dient dem Testen und ist “von aussen” nicht erreichbar; dementsprechend braucht es keine eigene Domain dazu, sondern kann in einem Unterverzeichnis betrieben werden. Was es dazu braucht, sind ein paar wenige Services, die sich allesamt einfach und schnell installieren lassen.
- FTP-Server, um die WordPress-Dateien hochzuladen
- Mailsserver zum Versand der Notifikationenen
- WebServer
- PHP-Interpreter
- MySQL
- Verwaltungstool für den Datenbankserver
FTP-Server, um die WordPress-Dateien hochzuladen
Die Aufgabe liesse sich auch ohne FTP-Server bewerkstelligen; die erforderlichen Core-Dateien von WordPress kann man sich per wget oder beispielsweise mit links2 holen. Bearbeiten lassen sie sich dann einfach per vim. Wer Lust hat, kann sich auch per webmin behelfen.
Ein FTP-Server bringt meiner Meinung nach etwas mehr Komfort. Deswegen schlage ich vor, den vsftpd zu nutzen. Hier habe ich beschrieben, wie sich das Teil nutzen lässt.
Mailsserver zum Versand der Notifikationenen
Auch ein Mailserver zum Versenden von Nachrichten ist nicht unbedingt zwingend nötig. Alternativ könnte man die WordPress-Erweiterung WP Mail SMTP nutzen. Damit weist man WordPress an, für das Versenden der Mails keinen lokalen Mailserver anzusprechen, sondern direkt einen SMTP da draussen in der freien Welt. Allerdings funktioniert dann das Mailen sonst auf dem System nur sehr rudimentär, wenn überhaupt.
Deswegen empfehle ich hierzu das Päckli postfix und mailx (zum Testen). Eine Installationsbeschreibung habe ich hier erstellt. Es ist dann auch nicht zwingend nötig, dass man damit extern mailen kann. Eine interne Möglichkeit reicht ja für das Testen eines Blogs.
WebServer
Als Webserver würde ich einen komfortablen Apache2 nutzen. Die Installation ist denkbar einfach, will man SSL nutzen braucht es noch ein paar Handgriffe mehr. Den Webserver installiert man simpel per
sudo apt-get install apache2
Das Installationsskript richtet alle nötigen Konfigurationen ein, so das der Webserver unter der IP des Servers erreichbar ist. It works!
PHP-Interpreter
Auch PHP zu installieren, ist sehr einfach. Ich würde die Version 5 nutzen, da auch WordPress damit umgehen kann. Zwar ist WordPress noch immer abwärtskompatibel zu der Version vier, läuft aber ordentlich unter fünf.
sudo apt-get install php5
Das Installationsskript passt alle Werte an, auch beim Apache, der während der Installation noch einmal neu gestartet wird.
MySQL
Auch da würde ich einen “fünfer Server” nutzen. Vier ginge zwar auch noch, aber mit der Version 5 hat man mehrere Features zur Verfügung, die man dann allenfalls auch anders noch nutzen kann.
sudo apt-get install mysql-server
Während der Installation wird man aufgefordert, ein Root-Kennwort einzugeben. Ich würde das unbedingt tun, auch wenn der Server von aussen nicht zu erreichen ist.
Verwaltungstool für den Datenbankserver
Ein eigenes Verwaltungstool für den MySQL-Server braucht es nicht zwingend. Man kann ebenso gut alle Aufgaben in der SQL-Konsole erledigen. Etwas komfortabler ist es meiner Meinung nach, wenn man phpmyadmin nutzt.
sudo apt-get install phpmyadmin
Auch hierzu lassen sich SSL-Verbindungen konfigurieren. Ist das Paket installiert, erreicht man die Verwaltung per Browser über http://IP_des_Servers/phpmyadmin. Der Benutzername ist Root und das Kennwort entspricht dem, welches bei der Installation des MySQL-Servers angegeben wurde.

Damit sind alle erforderlichen Pakete installiert und nun kann es an das Installieren der WordPress-Sachen gehen. Dazu braucht es zunächst eine leere Datenbank, der ein Benutzer zugeteilt wird. Das bewerkstelligt man am besten mit phpmyadmin. Neue Datenbank erstellen und dann über die Rechte einen neuen Benutzer erstellen, dem alle Rechte für die neue DB gegeben werden.

In diesem Beispiel heisst die Datenbank wp. Dann die Rechte eines neuen Benutzers auf die Datenbank wp zuteilen.

Dazu habe ich den Benutzer fritzli erstellt, der dann die vollen Rechte auf der Datenbank wp bekommt. Globale Rechte braucht der Benutzer fritzli keine.

Danach holt man sich die aktuelle Version eines WordPress-Päcklis (im Moment 2.5.1). Ich mag die Deutsche Version, man kann aber natürlich auch die Originale anwenden. Der Rest ist dann Routine-Arbeit.
Die ZIP-Datei entpacken und dann zunächst die Datei wp-config-sample.php in wp-config.php umbenennen. Diese öffnen und die nötigen Informationen eintragen:

Es reicht, wenn die ersten vier Zeilen angesehen und mutiert werden. Danach muss man auf dem Server innerhalb der Sitestruktur ein Verzeichnis erstellen, in dem dann WorPress untergebracht wird. Der Webserver legt die Files unter /var/www ab. Dort erstelle ich ein Verzeichnis mit Namen wp:
sudo mkdir /var/www/wp
Danach erteile ich die Schreibrechte für die Gruppe:
sudo chmod -R 0775 /var/www/wp
und ändere noch den Besitzer:
sudo chown www-data /var/www/wp
sudo chgrp www-data /var/www/wp
und füge den User, welche als FTP-User figuriert, der Gruppe www-data hinzu:
sudo adduser roman www-dat
Danach können die Daten per FTP hochgeladen werden. Schliesslich ist das Zeug soweit gediehen, dass es unter http://IP_des_servers/wp zu erreichen wäre, so Gott will. Beim ersten Einloggen würde ich den Ha(c)ken noch entfernen, so die Suchmaschinen und deren Vetter nicht versuchen, das Blog zu erreichen.

Diese Angaben kennt man ja mittlerweile, sofern man mit WordPress arbeitet. Ansonsten sind sie denn auch klar. WordPress generiert einen User admin mit einem Kennwort, das man anschliessend ändern sollte.

Yo, und der Rest dürfte klar sein. Damit steht ein Test-Blog zur Verfügung, in dem man Gott und die Welt anficken beschimpfen kann, ohne dass es jemand sieht
Es verhält sch in etwa gleich, wie jedes andere WP und so ist das Testblog je nach “Geekgrad” recht interessant.
Anbindung an das Internet
Möchte man das Blog dauerhaft im Internet präsentieren, so muss natürlich der Webserver ständig erreichbar sein. Damit steigen auch die Gefahren und natürlich – oder hoffentlich – das Traffic. Arbeitet man mit einer dynamischen IP, so gibt es dazu einige Dienste, welche Deine dynamische IP mit einer Sudomain mappen. Ein solcher Dienst ist beispielsweise DynIP, es gibt aber auch Gratis-Versionen. Sie kommen und verschwinden aber wie die Unterhosen. Allenfalls lohnt es sich, einen kostenpflichtigen Dienst zu nutzen.
Ausserdem muss man sich zwingend Gedanken zur Sicherheit machen. Allenfalls reicht schon eine lokale, physische Firewall, besser wäre, zusätzlich noch eine auf dem Ubuntu-Server rennen zu lassen. Ausserdem würde ich dann den FTP-Server nur starten, wenn ich ihn brauche und sonst unten lassen. Gleiches gilt für phpmyadmin: Entweder nicht nutzen, oder auf SSL umbiegen, beziehungsweise auf einer andern Maschine installieren. Weiter muss dann der Apache allenfalls anders eingerichtet werden.
Warnung: Wenn man tatsächlich das Blog öffentlich erreichbar machen möchte, sollte auch die Installation des Servers selbst etwas seriöser als hier beschrieben angegangen werden. Diese Anleitung dient ja nur den Menschen, die ein Blog zum Testen nutzen möchten.
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20. Mai 2008 um 05:50 Uhr
Super Artikel!
Einzig ftp-Server würde ich nicht mehr empfehlen oder nutzen. Mit WinSCP existiert auch für Windows-Nutzer eine Alternative, Dateien mit einem grafischen Frontend via SSH hoch- und herunterzuladen.
Bei den Gedanken zur Sicherheit wäre noch ein Wort angebracht, was die vielen Sicherheitsupdates von Wordpress angeht.
20. Mai 2008 um 06:57 Uhr
Danke Dirk! Ja, WinSCP ist eine gute Alternative, das stimmt.
Bei WordPress sollte man ja immer die aktuelle Version herunterladen, dort sind alle Patches inkludiert. Aber man muss das Zeug natürlich aktuell halten. Danke für den Hinweis!
05. Oktober 2009 um 10:40 Uhr
Klasse Anleitung, genau das habe ich gesucht, setze mir gerade einen Umbuntu Server auf um verschiedene Sachen zu testen. Vielen Dank !
Gruss Daniel
02. Dezember 2009 um 16:48 Uhr
echt gute anleitung. zu dumm das ich nur nen ubuntu hab. hat gut geklaptt. danke !
02. Dezember 2009 um 20:21 Uhr
@daniel: Was meinst Du mit “zu dumm das ich nur nen ubuntu hab”? Ich bin zu doof, sorry
11. Dezember 2009 um 12:39 Uhr
Hey, eine sehr gute Anleitung. Solche detaillierte Anleitungen findet man heutzutage im Netz kaum…
Viele Grüße aus Oberhausen
10. März 2010 um 13:29 Uhr
Ich habe vorher klassisch mit Windows gearbeitet. Seit letzter Woche habe ich Ubuntu auf dem Rechner und es klappt nichts mehr mit Wordpress. Ich versuche es jetzt mal dieser Anleitung hier.