Alle reden über Arch Linux

Über Arch Linux hörte und las ich – insbesondere während den letzten Tagen – recht viel. Auch in der letzten Sendung RadioTux@HoRadS #58 kam das Linux zur Sprache. Bisher habe ich mich von Arch Linux eher ferngehalten, weil ich davon ausging, dass ich ein solches System nicht zum Laufen bringen würde. Denn die Grundinstallation stellt ja “nur” ein Linux ohne grafischen Aufsatz bereit und so darf man sich alles selbst “zusammenbauen”, was man möchte – wenn man denn weiss, wie.

Anfangs Woche habe ich mir dann das Linux doch etwas genauer angesehen und sehr bald festgestellt, dass im deutschen Wiki praktisch alle Informationen und Anleitungen in der Qualität vorhanden sind, dass auch ich als Quasi-DAU ein solches System zum Rennen bringen müsste. Und das ist dann auch eingetreten, nicht zuletzt dank dem geteilten Wissen, das eben im Wiki zu finden ist.

Und so nutzte ich einmal mehr die VirtualBox und setzte damit ein virtuelles Arch Linux auf. Die Grundinstallation ist in etwa ähnlich gehalten, wie die alternative Installation bei Debian, mit der Ausnahme, dass eben kein X-Server und daher auch kein Fenstermanager und so weiter installiert werden. Sämtliche Fragen werden direkt im Prompt gestellt und können dort beantwortet werden. Für gewisse Aufgaben – etwas das Partitionieren – gibt es Wizards, die einem die die richtige Entscheidung für den Standard-Rechner abnehmen.

Arch Linux Grund-Installation

Der Paketmanager namens pacman ist recht einfach zu bedienen und man lernt schnell, den richtigen Syntax zu nutzen. Nach dem Grundsystem und der kurzen Konfiguration habe ich dann einen X-Server installiert, worauf ich dann Gnome setzte. Das hat alles bestens geklappt, ohne dass ich grösseren Herausforderungen begegnet wäre.

pacman

Mit dem Paket gnome-extra kommt auch der GDM (Gnome Display Manager) auf die Platte den ich dann per rc.conf automatisch starten lasse. Damit starte ich das System wie gewohnt direkt mit dem X-Server und Gnome.

GDM

Um die Gasterweiterung der VirtualBox muss ich mich noch kümmern, denn jene muss man händisch installieren. Mindestens bekam ich eine solche Anzeige beim Versuch, die Installation wie gewohnt auszuführen. Vielleicht finde ich dazu noch eine Lösung. Aber immerhin brachte ich das System recht schnell und ohne Probleme zum Laufen.

Gnome

Irgendwie erinnert mich diese Arbeit an die Zeiten anno SuSE 5.xx. Damals versuchte ich auch, ein Linux zum Fliegen zu bringen. Aber meiner Kenntnisse reichten nicht aus, um SuSE zu konfigurieren und ich hatte – trotz dem Admin-Handbuch, das ja damals jeder CD beilag – keine Lust, mich tief einzulesen. Hier bei Arch Linux ist die Doku dermassen gut, dass ich schon recht weit gekommen bin.

Und trotzdem bleibe ich – mindestens derweil – “meinem” Ubuntu oder Debian treu. Das mag Gewohnheitssache sein, vielleicht auch Religion oder ganz einfach Sympathie, wohl aber auch die Erkenntnis, dass ich einen Nutzen daraus ziehen kann. Ja, und andere Distributionen zu beschnuppern macht Spass, frisst aber auch Zeit.

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14 Kommentare to “Alle reden über Arch Linux”

  1. HannesNo Gravatar schrieb:

    Schöne Sache.
    Ich mag Arch Linux vorallem wegen dem Rolling-Release, sodass ich nicht immer ein großes Update machen muss und bete, dass alles gut geht.
    KDEmod ist ein abgespecktes KDE (für alle, die nicht alle KDE-Programme benötigen) und versionsmäßig ist man immer aktuell.
    Hab es hier auf PC, Notebook und Netbook laufen und bin seit über 1,5 Jahren dabei :)

  2. Wolfgang WagnerNo Gravatar schrieb:

    Hi,
    ich habe Arch ca. 1 Jahr benutzt. Ich habe es damals installiert, weil ich Linux näher kennen lernen wollte. Weil die Konfiguration des Systems eigentlich fast ohne grafische Hilfsmittel vorgenommen werden muss, kann man sehr viel über den Aufbau und die Funktionsweise von Linux lernen.

    Aufgefallen ist mir damals auch, das Arch subjektiv schneller als Ubuntu oder Suse war. Das lag wahrscheinlich an der au i686 optimierten Architektur.

    Nach einer Weile bin ich aber dann doch wieder zu Ubuntu zurückgekehrt, weil ich keine Lust mehr hatte, alles “von Hand” zu konfigurieren. Inzwischen ist mir ein System, das einfach funktioniert, lieber, so daß ich mich auf andere Dinge konzentrieren kann.

    Trotzdem halte ich Arch für eine sehr gute Distribution für Leute, die tiefer in das Thema “Linux” einsteigen möchten, und die ihr System selber konfigurieren wollen.

  3. 5in4No Gravatar schrieb:

    Hallo,

    mach dich mal mit yaourt und dem AUR vertraut, dann gehen auch Sachen wie Virtualbox ganz einfach und schnell von der Hand, und werden auch noch von der Paketverwaltung überwacht.

    MfG

  4. gnokiiNo Gravatar schrieb:

    Den Lernvorteil hatt W.Wagner ja schon genannt. Aber mit der Behauptung ein damals noch S.u.S.E 5.0 wäre schwer aufzusetzen gewesen, kann ich allerdings nicht nachvollziehen. Sicher es war nicht so einfach wie heute und viele Treiber gab es damals einfach nicht. Aber es ging. Es ist eher so Roman, dass Du mit deinen Experimenten auch gewachsen bist im Wissen und es leichter empfindest.
    Ob du nun bei Ubuntu bleibst oder nicht, fakt ist es gibt für jeden Gusto eine passende Distribution mit allen Vor- aber auch eben Nachteilen

  5. DrScottNo Gravatar schrieb:

    > nicht zuletzt dank dem geteilten Wissen

    Rettet dem Dativ ;-)

  6. CorinNo Gravatar schrieb:

    Was für Probleme hast Du genau mit den VBox Additions?
    Ich meine, auch unter Ubuntu habe ich diese immer von Hand installieren müssen. Und die Schritte unter Arch sind doch fast identisch.
    - Kernel-header installieren
    - make und gcc installieren (unter Ubuntu die build-essentials)
    - CD-Image mounten
    - sh /media/cdrom/VBoxLinuxAdditions-x86.run
    - neu starten

    Wenn ich mich recht erinnere passt die installation doch die xorg.conf selbst an, so dass danach alles laufen sollte. Also zumindest wenn du HAL und UDEV installiert und in die rc.conf eingetragen hast ;)

    Und ein guter Tipp: Das deutsche Wiki ist gut, das englische ist noch besser. (Zumindest meiner bescheidenen Meinung nach)

  7. Roman HanhartNo Gravatar schrieb:

    Danke für die Feedbacks!

    @Hannes: Arch Linux kann ja praktisch alle Bedürfnisse (am PC meine ich ;-) ) befriedigen und so erstaunt es nicht, dass Du schon 18 Monate dabei bist.

    @Wolfgang Wagner: Ja, das ist das interessante an Arch Linux. Man ist ein klein wenig gezwungen, sich mit den einzelnen Bausteinen eines Linux auseinander zu setzen.

    @5in4: Danke, werde ich mir ansehen.

    @gnokii: Das mag sein, habe ich mir auch überlegt. Damals hatte ich mit Linux gar nichts am Hut, eben bloss diese SuSE-Versuche. Heute nutze ich ein GNU / Linux und habe etwas mehr Erfahrung.

    @DrScott: Dem soll retten, wer will ;-) Ich aber ganz bestimmt nicht. Dem Dativ kennen wir bei uns nicht ;-)

    @Corin: Danke für den Tipp, hat sogleich geklappt. Ja, unter Ubuntu muss man das auch händisch machen, aber dort weiss ich auswendig, wie es geht ;-)

  8. Fu7uRNo Gravatar schrieb:

    Noch ein kleine tipp…

    pacman -Sy ubuntulooks

    Dann ist dir GNOME nicht mehr so fremd.

  9. mw88No Gravatar schrieb:

    Kannst du bitte mal deine xorg.conf posten? Irgendwie stell ich mich da etwas blöd an :-P

  10. Roman HanhartNo Gravatar schrieb:

    @mw88: Klar! Hier ist sie: http://www.file-upload.net/dow......conf.html

  11. mw88No Gravatar schrieb:

    @Roman: Danke, der Fehler lag allerdings nicht in der xorg.conf, sondern daran, dass ich 3D für Arch aktiviert hatte!

    Falls Interesse besteht, hier ist der Thread dazu:
    http://forums.virtualbox.org/v.....38;p=71482

    Nachdem ich das deaktiviert habe, läuft es perfekt ;-)

  12. Roman HanhartNo Gravatar schrieb:

    Super, dass es läuft! Die 3D-Option kriegt man, soweit ich mich erinnern kann, durch irgendeine “Geissart” zum Laufen. Ich weiss aber im Moment, nicht wie.

  13. linopolusNo Gravatar schrieb:

    @Roman: Bitte nutze doch fuer Textdateien nopaste services wie zB http://dpaste.org
    Speziell fuer dpaste gibt es auch noch das nuetzliche tool wgetpaste(um aur bei Arch), mit dem du einfach
    wgetpaste /etc/X11/xorg.conf oder kommando |wgetpaste machen kannst.
    Fileuploader sind fuer Textdateien einfach ein uebertriebener Aufwand fuer beide Seiten.

    btt: Ich nutze Arch Linux seit ca einem halben Jahr und bin zufrieden. Ein kurzer Ausflug zu Gentoo war wegen meines schlechten Computers nur von kurzer Dauer.
    Ubuntu habe ich immer noch drauf, aber nutzen tue ich es nicht mehr.

  14. Roman HanhartNo Gravatar schrieb:

    @linopolus: Ich denke, Du meinst http://dpaste.com, oder? Unter der TLD .org kommt eine Fehlermeldung. Auf jeden Fall danke für den Tipp!

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