Ausflug zu OpenSolaris
Neulich erlaubte ich mir einen Ausflug zu OpenSolaris. Dabei nutzte ich die Desktop-Variante 2009.6, die es auch als Live-CD gibt, ab welcher das System direkt installiert werden kann. OpenSolaris ist ein quelloffenes Unix-System, das allerdings unter einer etwas restriktiveren Lizenz steht, als beispielsweise GPL. Common Development and Distribution License nennt sich diese und ist von der OpenSource-Gemeinde akzeptiert. Bei OpenSolaris kommt Gnome zum Einsatz, KDE wäre jedoch auch möglich. Seltsamerweise ist OpenOffice nicht standardmässig vorinstalliert – vielleicht aus Platzgründen -, eine nachträglich Installation ist jedoch einfach über die Paketverwaltung via Terminal oder mittels der grafischen Oberfläche möglich.

Ich installierte OpenSolaris einerseits in einer virtuellen Instanz mittels der VirtualBox auf einem Windows-Rechner und direkt auf die Hardware meines ThinkPad R61. Beide Installationen verliefen relativ einfach, aber zäh in der Geschwindigkeit. Bei der virtuellen Installation musste ich für die Soundunterstützung noch etwas nachhelfen:
Die Audioeinstellungen müssen auf ICH AC97 gestellt sein, dann muss in der virtuellen Maschine folgendes im Terminal befohlen werden:
$ pfexec bash
# update_drv -a -i '"pci8086,2415"' audio810
Danach Gnome neu starten (ab- und wieder anmelden) und somit läuft auch der Sound. Ansonsten hatte ich keine grösseren Herausforderungen zu bestehen, ausser, dass die Repositories sehr wenige Anwendungen anbieten. In diesem Bereich war ich ziemlich enttäuscht. Was mir fehlt, sind beispielsweise diese Anwendungen oder Alternativen dazu:
- KeePassX
- XMind
- Audacity
- Skype – als Alternative wäre da der Dienst imo zu nennen
- SeaMonkey
- SoundConverter
- vlc – als Alternative gäbe es den MPlayer
Audacity wird wohl demnächst auf OpenSolaris portiert werden. Die genannten Anwendungen lassen sich sehr wahrscheinlich allesamt selbst zusammenschustern, damit sie auf OpenSolaris laufen. Die Zeiten sind aber für mich definitiv vorbei. Ich möchte den Rechner als Werkzeug nutzen und nicht damit spielen oder ihn zum Selbstzweck degradieren. Die Applikation wünsche ich mir deshalb in einem Repository, ab dem sie installiert und sauber aktualisiert werden können.
OpenSolaris sehe ich als eine Mischung zwischen einem freien Betriebssystem und einem Kommerziellen. Es gibt beispielsweise Codecs, welche nicht frei sind und Geld kosten. OpenSolaris erscheint mir recht stabil, läuft aber gesamthaft gesehen deutlich langsamer als ein Ubuntu oder Debian beziehungsweise Fedora auf derselben Hardware.

Die Bedienung erachte ich als bequem und intuitiv; kennt man Gnome, ist sie ohnehin bekannt. Die Paketverwaltung ist einfach, auch per Konsole zu bedienen und die Nähe zum V-System ist wohl ebenfalls ein Vorteil im Bereich der Stabilität. Als Linux-User muss man nicht sehr viel Neues lernen, um ein Unix-System oberflächlich bedienen zu können.
OpenSolaris ist aber dennoch kein System für mich, da mir einige Applikationen fehlen. Ich meine, dass es auch nicht unbedingt DAS Unix-System für Null-Acht-Fünfzehn-User wie ich einer bin, ist, sondern wohl eher im kommerziellen Bereich oder bei speziellen Anwendungen zum Einsatz kommt. Dennoch war der Ausflug spannend und lehrreich!


02. Oktober 2009 um 09:17:35 Uhr
Freut mich dass der Ausflug Spass gemacht hat
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Wenn ein Linux-User nicht unbedingt ZFS oder Zones braucht soll er auch bei Linux bleiben, das ist meine Erkenntnis die ich aus meinen Ausfluegen zu OpenSolaris gezogen habe.
Nur bzgl. der Geschwindigkeit kann ich anderes behaupten, klar mein System ist nicht mit deinem vergleichbar.
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Ich hatte OpenSolaris damals auf meiner Workstation (AMD Athlon X2, 8GB RAM und 3 SATA II Disks) installiert, mit ZFS-raid usw.
Da gings dann schon ab
Gerade bei der Virtualisierung mittels VirtualBox hatte ich eine gefuehlt bessere Performance als bei Linux (Fedora).
Bin jetzt aber auch wieder bei Debian
02. Oktober 2009 um 09:36:00 Uhr
@Christian:
Ich habe aus dem FreeBSD-Lager gehört, dass ZFS etwa 2 GB RAM braucht, um performant arbeiten zu können. Das ist bei den meisten Notebooks (auch wegen Batterieverbrauch) selten, dass mehr als 2 GB da sind …
02. Oktober 2009 um 14:17:55 Uhr
Nach Skype-Alternativen sollte man sich sowieso mal umschauen, wie ich finde. Früher war Skype ja das nonplusultra, aber mittlerweile weiß man ja, was man sich damit alles anschafft udn wie ausgeliefrt man da diversen Machenschaften ist, dass ich es doch auch vorziehe, auf durchsichtigere Alternativen zurückzugreifen.
19. November 2009 um 09:54:59 Uhr
ich verwende statt skype nur noch icq!