Debian-Umgewöhnung
Beim Nutzen von Debian muss man sich – kommt man von Ubuntu her – etwas umgewöhnen. Und deshalb habe ich auch einen solch falschen Titel gewählt. Ungewöhnung dürfte es als solches Wort in der deutschen Sprache gar nicht geben. Spielt aber nicht wirklich eine Rolle, denn das Wesentlich spielt sich ausserhalb der Rhetorik und Orthographie ab.
Zunächst musste ich mir wieder in Erinnerung rufen, dass Debian nicht nur über einen aktivierten root-Account verfügt, sondern, dass auch die su-Rechte per visudo gesetzt werden müssen. Wie das funktioniert, habe ich vor einiger Zeit hier beschrieben. Aber auch die Rechte der Benutzer sind nicht gleich wie bei Ubuntu gesetzt. So müssen die Rechte, um Scannen zu dürfen oder um Musik hören zu können, extra gesetzt werden. Ist nicht weiter tragisch, man muss es eben bloss wissen.

Ansonsten sind die Unterschiede zu Ubuntu nicht allzu gross, mindestens sind sie auf dem Gnome-Bildschirm nicht sichtbar. Unter der Haube hat sich jedoch Ubuntu schon eine ganz grosses Stück von Debian entfernt und nicht alle Debianer und Ubuntu-Menschen beobachten diese Entwicklung mit Freuden. Aber das ist wohl Philosophie- und Geschmackssache.
Zur Diskussion von wegen der richtigen Namensbezeichnung von Lenny, so kann ich bloss auf die Systemeigenschaften von Gnome verweisen und bilde mal die Angaben ab, die dort ausgegeben werden: Debian Version 5.02 (lenny).

Das Wesentlichste aber, weswegen ich überhaupt wiederr zurück zum guten, alten Debian gegangen bin, ist aber die Performance. Debian ist deutlich schneller und flinker im Betrieb, als ein Ubuntu 9.04 in der Standard-Installation. Das schleckt keine Geis weg, wie wir sagen. Klar, bei Debian (in der stabilen Version) hinkt man immer zünftig hinterher. Beispielsweise nutze ich nun wieder OpenOffice in der Version 2.4 oder KeePassX kommt in der Variante 0.3.1 daher, gwibber gibt es erst gar nicht und meine alte Webcam kann mit Cheese nichts anfangen. Der Firefox heisst hier Iceweasel und Thunderbird nennt sich Icedove.
Aber die Vorteile liegen trotzdem weit vorne, denn Debian ist stabil und die Versionen aus den offiziellen Quellen laufen in (fast) allen erdenklichen Variationen. Ubuntu ist im Betrieb ebenfalls recht stabil zu bedienen, aber es beansprucht in der Standard-Installation mittlerweile eine ganz fette Stange an flüchtigem Speicher und Ressourcen an den Prozessoren, auch im Leerlauf. Da ist halt Debian schon noch einiges bescheidener.


29. Juni 2009 um 08:31 Uhr
Ich kann dir “sidux” mal ans Herz legen. Das ist ein Debian testing mit extra patches, das sehr aktuell und trotzdem recht stabil ist.
Hatte es eine Zeit lang selbst in Benutzung, bevor ich auf ArchLinux umgestiegen bin (wo ich es mittlerweile 2Jahre sehr gut aushalte)
29. Juni 2009 um 08:35 Uhr
Hallo Hannes
Sidux schaute ich mir auch schon an: http://ubuntublog.ch/betriebss.....-mit-sidux und natürlich auch ArchLinux: http://ubuntublog.ch/betriebss.....arch-linux sowie eine ganze Menge anderer Distributionen. Das ist ja das Schöne bei Linux: Die breite Palette an Möglichkeiten.
29. Juni 2009 um 09:25 Uhr
Welches Gnome (?) Programm bietet diese tolle Einstellungsmöglichkeit der Gruppenzugehörigkeiten aus Screenshot 1?
/thorsten
29. Juni 2009 um 10:05 Uhr
@ThorsteS: Ganz normal unter System / Systemverwaltung / Benutzer und Gruppen. War das eine ernste Frage?
29. Juni 2009 um 11:08 Uhr
Muesste es nicht strenggenommen nicht ‘Debian GNU/Linux Version 5.02 (Lenny)’ heissen?
29. Juni 2009 um 13:06 Uhr
@Roman Hanhart
Danke.
Und ja, das war eine ernsthafte Frage. Ich arbeite zu 95% auf der console und nutze X eigentlich nur zum Surfen und damit ich mehr Platz für consolen habe
Die grafischen Tools kenne ich kaum/gar nicht, komme aber trotzdem sehr gut klar…
/thorsten
29. Juni 2009 um 15:27 Uhr
“Debian ist deutlich schneller und flinker im Betrieb, als ein Ubuntu 9.04 in der Standard-Installation.”
Hast Du denn schon einmal geschaut, woran das eigentlich liegt? Eventuell ist nur ganz einfach nur der Tracker-Dienst Schuld oder eine andere banale Sache?!
29. Juni 2009 um 16:07 Uhr
@zerwas: Nein, habe ich nicht explizit geschaut. Tracker wird ja standardmässig nicht aktiviert, oder? Aber das wäre mal eine Überlegung beziehungsweise eine Analyse wert.
30. Juni 2009 um 07:01 Uhr
Gibt es für Debian auch so gute Communities wie für Ubuntu? Ich meine z.B. ubuntuusers.de
und wird die Bootzeit auch mal auf 10s reduziert wie es bei der nächsten Ubuntu-Version 9.10 (?) sein sollte?
lg
Adam
30. Juni 2009 um 08:14 Uhr
@Adam: Eine Community gibt es auch für Debian, klar! Z. B. debianforum.de ist recht gut.
Die Bootzeit von Debian Lenny (in der Standard-Installation) ist ohnehin wesentlich schneller als die von Ubuntu (ebenfalls in der Standard-Installation). Da sehe ich keinen Bedarf, hier noch etwas zu optimieren.
30. Juni 2009 um 08:23 Uhr
@ThorsteS: Genau das finde ich das Schöne am Linux: Jeder kann sein System nach seinem Guster einrichten und so seine Rechner in der Weise verwalten, wie es einem am besten behagt. Ob nun mit oder ohne X, es klappt ja meistens bestens mit Linux
06. Juli 2009 um 12:17 Uhr
[...] Hanhart vom ubuntublog.ch wechselt zu Debian und installiert Dropbox, VirtualBox und [...]