Gnome aufpeppen
Der grosse Sprung auf die Version 3.0 der Arbeitsumgebung Gnome wird wohl noch etwas auf sich warten lassen. Weitere sechs Monate braucht das Team, um Gnome soweit voranzutreiben, dass es zu einem finalen Release reicht. Im Moment rechnet man im Frühjahr 2011 mit Gnome 3.0, allerdings auch dann zumal noch ohne Zeitgeist. Die nächstfolgende Version 2.32 soll dann eine Vorschau auf Gnome 3.0 enthalten. Am LinuxTag zu Berlin vom Frühling dieses Jahres konnte ich mit Johannes Schmid unter der Flagge von RadioTux ein Interview über Gnome 3.0, Zeitgeist und Mutter führen. Den Podcast gibt es hier zum Anhören.
Hinter Gnome steht ja eine ganze Reihe bekannter Grössen aus der Industrie. Auf der Website der Gnome Foundation sind die Firmen unter dem Untertitel Advisory Board gelistet. Genauere Informationen gibt es hier zum Advisory Board.
In der Zwischenzeit darf man mit Gnome etwas herumspielen, zumal es unter Ubuntu einige Bordmittel gibt, um den Desktop etwas aufzupeppen. Eine Möglichkeit findet sich im Gnome Artwork-Verwaltung, welche entweder über das Software-Center oder per Konsole installiert werden kann. Von Hand erreicht man die Installation mit folgender Zeile im Terminal:
sudo apt-get install gnome-art
Beim Software-Center, das ich bislang noch kaum benutzt habe, ist mir der Fortschrittsbalken aufgefallen, der sich beim Herunterladen und Installieren eines Programms zeigt. Der muss ziemlich neu sein, mindestens habe ich ihn bisher noch nie bemerkt.

Nach der Installation steht die Applikation in der deutschen Variante unter System / Einstellungen / Art Manager zur Verfügung. Das Programm mit einer grafischen Benutzeroberfläche zapft Hintergrundbilder, Ikonen und andere Elemente von Themes aus gnome-art an und zeigt sie an, ausserdem lassen sich sich mit dem Programm leicht in den bestehenden Desktop integrieren. Alternativ kann man die Elemente auch nur herunterladen, ohne sie zu installieren und aktivieren. Das Programm lädt die Vorschaugrafiken in einen Zwischenspeicher, der allerdings nach einem Neustart der Apllikation nicht mehr zur Verfügung steht. Dadurch muss man sich die kleinen Grafiken jedes mal wieder erneut vom Server herunterladen, was je nach Kategorie etwas dauern kann. Das finde ich etwas lästig.
Bei den Hintergrundbildern lassen sich ganz gute und schön gemachte Grafiken finden. Falls man nur nach Wallpapern suchen will, braucht es den Artwork-Manager nicht unbedingt, denn die Bilder kann man sich leicht direkt über die Website holen. Schaut man sich die Background-Grafiken über den Artwork-Manager an, schaut das in etwa so aus, wobei man sich zu jedem Bild auch eine grössere Vorschau anzeigen lassen kann:

Installiert man sich ein Hintergrundbild, so steht es hernach unter den Erscheinungsbild-Einstellungen zur Verfügung und kann dort aktiviert werden.

Auch bei den Application Themes funktioniert das Installieren ähnlich. Das entsprechende Theme wird gesucht und direkt ab der Applikation installiert. Zuvor kann man sich das Theme in einer etwas grösseren Vorachau ansehen.

Danach öffnet sich automatisch die Erscheinungsbild-Einstellungen, worin das neue Theme aktiviert wird. Und jedes Theme lässt sich in der Regel noch etwas feiner abstimmen, wenn in den Erscheinungsbild-Einstellungen im ersten Reiter auf den Button anpassen geklickt wird. Auch bei den Ikonen funktioniert das Installieren gleich.
Alles in Allem ist die Gnome Artwork-Verwaltung eine feine Sache, wenn man sich mal schnell Gnome etwas schöner einrichten will. Natürlich geht das Ganze auch ohne die Verwaltung mit den Erscheinungsbild-Einstellungen, aber bei der genannten Verwaltung bekommt man meiner Meinung nach eine bessere Übersicht der Angebote. Trotzdem freue ich mich sehr auf Gnome 3.0. Eine gute Zusammenfassung, was Gnome 3.0 dereinst sein soll, liefert der standard.
Wie richtest Du Deinen Gnome-Desktop ein? Nutzt Du einfach das Standard-Theme oder setzt Du eine spezielle Software ein, um Deine kosmetischen Einstellungen vorzunehmen?


05. August 2010 um 07:54:16 Uhr
Ich verwende nur noch die original Themen. Diese kombiniere ich so miteinander bis ich zufrieden bin. Ok, Wallpaper nimm ich meistens nicht die originalen.
Mir ist aufgefallen das nachinstallierte Themen irgendwie nie hundertprozentig Konsistenz sind.
Ich verwende Ubuntu und muss sagen das die Standardthemes auch sehr gelungenen sind.
Doch das ist auch immer Geschmacks sache…
Robert
05. August 2010 um 09:01:05 Uhr
Schließe mich Robert an. Seit vielen Jahren wo ich Gnome nutze, versuchte ich immer wieder mal einen Schicken Desktop zu basteln. Bis heute bin ich doch nur beim Standardtheme gelandet. Nur Wallpaper nutze ich unter Gnome mehr. Der Hintergrund ist im, mit dem Rest, stimmigem Blau gehalten. Mittlerweile schau ich gar nicht mehr nach neuen Themes um. Gnomes bereits mitgelieferten, sehe ich als die besten an
mfg
05. August 2010 um 09:05:58 Uhr
ich verwende auch nur den standart theme. nehme das hintergrundbild weg damit es ein wenig ruhiger wird. da ich geschäftlich leider immer noch mit windows arbeiten muss ist bei mir das startpanel nach unten links gewandert! geht auch
05. August 2010 um 11:06:12 Uhr
Ich habe gestern auf den neuen Notebook meiner Freundin den Luchs installiert und muss sagen dass mir das neue Standard-Theme unter Ubuntu eigentlich sehr gefällt.
Ich selber verwende Debian mit Gnome-Shell. Gnome-Shell gefällt mir einerseits weil es ein total neues Bedienkonzept ist aber auch weil das Design schlicht aber edel ist.
Das Standard-Theme unter Debian sagt mir nicht wirklich zu…
Gruss Fabian
05. August 2010 um 11:19:15 Uhr
Früher hab ich öfter meinen Desktop angepasst und verschiedene Themes ausprobiert. Dabei ist mir aber aufgefallen, dass die mir nach kurzer Zeit schon nicht mehr gefallen haben und ich wieder auf das Standard-Theme zurückgewechselt bin.
Wahrscheinlich testet Canonical einen Kandidaten für ein Standard-Theme sehr genau, um genau diesen Effekt zu verhindern und entscheidet sich deswegen für ein sehr reduziertes Standard-Theme, wobei sie sich bei 10.04 designmäßig ziemlich weit aus dem Fenster gelehnt und die Quittung aus der Community ziemlich schnell dafür erhalten haben:-)
05. August 2010 um 12:17:44 Uhr
Diese Themen kann ich auch empfehlen – sie sind über ein Repository zu installieren und man muss daher nicht lange in den einzelnen Einstellungen rumspielen:
http://www.bisigi-project.org/.....38;lang=en
Ich selber behalte meistens das Standardthema, bis mich irgendwann die Langeweile packt und ich was neues suche…
05. August 2010 um 13:17:05 Uhr
Ich nutze das Elementary-Theme. Vielleicht das einzige inoffizielle Theme, welches wirklich konsistent ist.
05. August 2010 um 14:01:31 Uhr
Ich nutze auch das Elementary-Thema.
Kann mir aber nur schlecht vorstellen das künftig Gnome3 mit Ubuntu noch zusammenpassen soll ?
Wie heute gemeldet, sollen soll es wohl keine Applets mehr in Gnome3 Desktop geben.
Indikator Applets sind aber ein Wesentlicher Bestandteil des neues Ubuntu-Style und sollen im Ubuntu 10.10 Desktop sogar noch Ausgebaut werden?
Wird Zukünftig Ubuntu eigene Wege gehen?
05. August 2010 um 17:55:17 Uhr
Ganz nett Tip, aber leider gibt es zu wenige hochwertige Themes unter Linux. So macht das wenig Spaß bzw. man bleibt am Ende entweder bei den Standardthemes oder den 5 hochwertigen die es sonst noch am Markt gibt (z.B. Shiki oder Elementary)
07. August 2010 um 10:39:26 Uhr
Selber machen heißt die Divise.
Dauert zwar lange aber man weiß woran man ist.
Ich nutze auch fast nur Standard-Themes, da die doch sehr schön sind. Allerdings nutze ich gerne Mods zB für Nautilus die den Workflow verbessern und auch optisch (durch Reduktion) auffallen und das Bild ändern.
10. August 2010 um 01:19:29 Uhr
Hiho,
ich weiß ja nicht welche Version da genau in dem Ubuntu Repository ist (habe grad kein Ubuntu zur Hand), aber als ich bei ArchLinux (bzw. im AUR) danach geschaut hatte, habe ich “GnomeArt-Next Generation” gefunden:
http://gnomeartng.plasmasolutions.de/
Ich habe mir das noch nicht genau angeschaut – bin erst beim testen.
10. August 2010 um 08:25:19 Uhr
Oh danke Christoph! Ich schaue abends mal nach, ob das Päckli gnome-art-ng (oder so) vorhanden ist. Hier gibt es auf jeden Fall mal *.deb-Pakete: http://prdownload.berlios.de/g.....jaunty.deb