Karmic Koala in der fünften Alpha-Version
Seit dem 3. September 2009 ist die fünfte Alpha-Version von Karmic Koala verfügbar. Im Gegensatz zur ersten Version gibt es dazu auch eine Live-CD, ab der das GNU/Linux direkt installiert werden kann. Ich habe den Versuch gewagt, da mein System ohnehin zerschossen ist.
Die Installation in der grafischen Variante nach dem Booten ab der Live-CD ist mit schicken Slides versehen. Der Verdacht kommt nahe, dass Canonical hierbei bei der Firma Micro$oft abgekupfert hat. Die Installation verlief bei mir auf dem Thinkpad R61 ohne Probleme, sämtliche Hardware-Teile wurden auf Anhieb erkannt – bis auf den Fingerprint-Scanner. Das anschliessende Update brachte gut 470 Pakete, die erneuert wurden, einige wenige mussten entfernt werden.

Unter der Haube hat sich einiges getan. So wird sogleich beim Booten eine neue Version von Grub eingesetzt, die allerdings erst beim Fahren der Updates mitkommt. Bei der Installation während dem Update stellt das System die Frage, ob die grub.cfg erneuert werden sollte. Befiehlt man dort nein, ist das System im Eimer, man muss dann mühsam von Hand die Konfiguration anpassen. Weiter kommt ext4 zum Einsatz, was bei mir nach dem ersten Reboot zu einem erzwungenen Filesystem-Check geführt hat. Und natürlich wird der Kernel 2.6.30-* eingesetzt.
Wer genauer informiert sein möchte, was sich bei Ubuntu 9.10 zur Zeit tut, kann sich bei der entsprechenden Mailingliste eintragen.
Offenbar hat das Sofortnachrichtenprogramm Empathy die Applikation Pidgin verdrängt. Mindestens wird bei der fünften Alpha Ersteres mitinstalliert. Weiter ist nun gwibber in den Quellen vorhanden und OpenOffice 3.1 ist dabei. Ausserdem wurden die Audio-Einstellungen völlig überarbeitet.

Der Firefox 3.5.3 kommt mit, der offenbar nebenher auch noch “Mozilla Firefox for Ubuntu – 1.0″ heisst. Daneben sind mir noch viele Details aufgefallen, so auch ein anderes grafischen Programm zur Anmeldung bei Gnome (GDM). Beim Firefox und Thunderbird musste ich die deutschen Sprachpakete separat nachinstallieren. Gesamthaft gesehen läuft das Teil flink und stabil bei mir. Ich lasse es deshalb vorläufig weiter rennen.


18. September 2009 um 08:20:54 Uhr
Hallo,
schöner Artikel, jedoch ist seit gestern Abend bereits die Alpha 6 erschienen
. Die Problematik mit dem erzwungenem File-System-Check kann ich nicht bestätigen. Ich habe die Alpha 5 auf zwei Systemen installiert (vorher war ext3 als default filesystem eingestellt) und bei beiden musste ich keinen manuellen Test machen. Wie das mit Grub 2 aussieht… ich habe bisher noch nichts von Grub mitbekommen. Dennoch ein schöner Artikel.
Grüße
Timo
18. September 2009 um 08:26:46 Uhr
@TimoD: Dann waren die 470 Files Bestandteil der 6. Version. Habe ich gar gar nicht gesehen, dass es eine neue Alpha gibt. Das Vorgehen bei GRUB wird wohl nur in der beschrieben Situation vorkommen (5. Alpha installieren und dann upgraden). Ich nehme an, wenn man die 6. Version nimmt, ist Grub schon in der neuen Version drin. Danke für den Hinweis wegen der 6. Version!
18. September 2009 um 09:42:18 Uhr
Wenn du wieder mal eine Entwicklerversion installieren willst solltest du dir die Daily Live holen. Hättest dir vermutlich 460 Files beim Update gespart
http://cdimage.ubuntu.com/daily-live/current/
18. September 2009 um 09:49:08 Uhr
Danke burli! Ja, werde ich wohl besser so machen.
20. September 2009 um 10:03:17 Uhr
Solche Slides habe ich erstmalig bei SUSE Linux professional gesehen …