KDE-Bashing von CHIP

Der Bericht auf Focus, der der aktuellen Computer-Zeitschrift CHIP entlehnt wurde, erhitzt zur Zeit die Gemüter in unserer Gemeinschaft. Denn Kubuntu kommt darin nicht besonders gut weg. Vor allem deshalb, weil offenbar zu wenig genau recherchiert wurde und sich dadurch einige Falschangaben in diesem Artikel finden. Ausserdem erinnert der Artikel etwas an Bashing. Dass eine windows-lastige Zeitschrift nicht grundsätzlich positiv über andere Betriebssysteme schreiben will und “sein eigenes” OS hochhalten möchte, verstehe ich durchaus. Trotzdem sollten die Angaben über Alternativen zu Windows mindestens ansatzweise überprüft werden. In dem genannten Artikel werden Windows 7, Mac OS X und Kubuntu einander gegenübergestellt.

Ich möchte nur einige wenigen Behauptungen herauszupfen, die meiner Meinung nach völlig daneben liegen. Da wird behauptet, Kubuntu verfüge über keinen automatischen Update-Mechanismus. Nun, von mir aus gesehen ist ein *ubuntu-System (und natürlich viele anderen *nix-Derivate und Distributionen) das einzige in der Reihe der drei getesteten Systeme, das über eine übergreifende Paketverwaltung verfügt, mit der nicht nur Installationen ausgeführt werden, sondern auch Updates gefahren werden können. Und zwar über alle Applikationen und Kernel-Bestandteile des gesamten Systems – soweit sie aus einem Repository stammen. Und die Updates werden automatisch angeboten oder installiert, je nach Einstellung. Weder Windows noch Mac OS X können mit einer solchen Verwaltung auffahren. Es wird hier also genau das Gegenteil vom dem, was tatsächlich existiert, behauptet.

Weiter wird der Platzbedarf von Kubuntu auf der lokalen Festplatte falsch angegeben, mindestens für die Standardinstallation. Es braucht keine 10 GB. Ausserdem hätte Kubuntu keine Möglichkeit zur Verschlüsselung, sowie würde es keine Virenscanner geben. Das ist natürlich fertiger Quatsch.

Im Forum auf ubuntuusers.de ist eine längere Diskussion darüber entstanden. Darin schreibt ein Autor folgenden, aus meiner Sicht wahren Satz:

aber die Chip ist doch schon seit 15 Jahren nur noch eine Industrie-Posaune

Wie dem auch sei; einige Mitglieder aus der Gemeinschaft wollen sich gegen diese unsaubere Art der Presse oder gar Fachpresse wehren und möchten sich bei der Redaktion mit einem physischen Brief beschweren. Sie möchten eine Richtigstellung beziehungsweise mindestens eine Stellungnahme einfordern. Wer sich an dieser – aus meiner Sicht sinnreichen und korrekten – Aktion beteiligen möchte, kann sich im Forum zuschalten oder sich wohl auch gerne bei AlphaX2 melden.

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15 Kommentare to “KDE-Bashing von CHIP”

  1. gnokiiNo Gravatar schrieb:

    … oder warum ein Magazin, dass hauptsächlich von einer bestimmten Firma ganzseitige Werbeanzeigen bekommt, wohl nichts positives über die Konkurrenz berichten wird ;)

  2. AndreasNo Gravatar schrieb:

    Ich kenne Kubuntu nicht, aber was mir gleich nach Erscheinen und Durchlesen des Artikels auf der Startseite von focus.de aufgefallen ist: Soweit ich mich erinnere, lag der Vorschlag für die größe der Swap bei meiner ersten und bisher letzten Installation von Ubuntu (vor 1,5 Jahren) ~9GB. Soweit ich das beurteilen kann, würde auch die Hälfte vollkommen ausreichen. Könnte das aber nicht auch mit ein Grund sein, warum die Angabe des verbrauchten Speicherplatzes so hoch ausgefallen ist?

  3. Roman HanhartNo Gravatar schrieb:

    @Andreas: Das kommt auf die Grösse des flüchtigen Speichers an. Auf ubuntuusers.de gibt es dazu einen Artikel im Wiki:

    Die Größe der Swap Partition hängt von der Größe des RAMs ab. Als Faustregel gilt, dass die Swap-Partion mindestens so groß wie das RAM sein sollte und höchstens doppelt so groß. Speziell bei “Suspend-to-disk” (Notebooks) gilt die Empfehlung: Swap = RAM + 30%. Zu große Swap-Partitionen bringen keinerlei Vorteile, sondern verschwenden nur Platz auf der Festplatte.

    http://wiki.ubuntuusers.de/Swap

    Bei modernen Rechnern mit ausreichend RAM braucht es oft gar keine swap-Partition mehr, es wird aber bei der Standard-Instrallation offenbar immer eine angelegt.

  4. AndreasNo Gravatar schrieb:

    Das kommt ziemlich genau hin (Vergleich Ram und Swap). Damals habe ich mich gar nicht “getraut” derartige Einstellungen vorzunehmen und es lieber bei den Standardwerten belassen. Ende Oktober wird aber neu aufgesetzt und die Sache entsprechend anders angegangen. :-D

  5. SteffenNo Gravatar schrieb:

    Der Artikel ist wirklich geil! Da muss Microsoft wirklich tief in die Taschen gegriffen haben. NIcht nur dass sie vielleicht eher Ubuntu genommen hätten, sonder sie haben auch nur Falschaussagen reingebaut. Also echt gelogen!

    Das selbe kann man leider auch von anderen Magezinen berichten. Beim engl. sprachigen Laptopmag kommt in der Kolumne auch ab und zu ein Microsoft-Werbe-Artikel. 2 Wochen später kommt dann ein Artikel, der genau das Gegenteil behauptet um die verstimmte Leserschaft zu beschwichtigen.

  6. Ute Hauth (miradlo) 's status on Friday, 09-Oct-09 11:47:51 UTC - Identi.ca schrieb:

    [...] @thurgau http://ubuntublog.ch/betriebss.....g-von-chip Zeitschrift verkauft Werbeartikel als [...]

  7. ChristianNo Gravatar schrieb:

    Naja, wenn Windows nichts mehr entgegenzusetzen hat als FUD, dann ist das doch ein gutes Zeichen! Ich dachte, es wird besser mit Windows7 (wird es ja auch etwas), aber in Sachen Desktopdesign sind die noch sowas von meilenweit hinter KDE/GNOME zurück, das gibts ja gar nicht.

    Ich hatte mal (weiss nicht mehr wo, irgendwo bei Gulli news) eine Präsentation von MS gesehen, die Windows7 vs. Ubuntu/Linux gegenüberstellt. FUD ohne Ende.

    Und dass die CHIP eine gute Computerzeitschrift war, das war in den Zeiten als wir noch C64, Atari 800 XL und Amiga 500 hatten. Das hörte auf, als die Assemblerlistings aus der Zeitung verschwanden.

    Ach ja, die gute alte Zeit. Schnief *krokodilstränenwegwisch*

  8. ChristianNo Gravatar schrieb:

    @Andreas (#2):
    Ja, das war mir auch gleich klar, dass die den Swap reingerechnet haben _müssen_. Interessanterweise verbrauchen gewisse Windowsinstallationen den gleichen Speicherplatz *ohne* Swap. ;-)

    @Steffen (#5):
    Ich dachte zuerst, dass sie KDE an sich bashen. Ich kann mich immer noch nicht an das Behaviour von KDE-Applikationen unter GNOME gewöhnen. Will einfach meinen Doppelklick zurück ;-) Zudem passen sie absolut nicht in mein GNOME-Theme (Ubuntu-studio) rein, bei dunklen Grautönen passt blau auf weiss einfach nicht.

  9. ChristianNo Gravatar schrieb:

    Klappt nur nicht das KDE-Bashing:
    http://www.focus.de/digital/co.....40856.html

  10. bedNo Gravatar schrieb:

    Wie sagte Mahatma Ghandi? „Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.“

  11. detructor's status on Friday, 09-Oct-09 12:34:13 UTC - Identi.ca schrieb:

    [...] http://ubuntublog.ch/betriebss.....g-von-chip #linux_vs_windows_bashing mögen die blogwars beginnen… [...]

  12. JaiBeeNo Gravatar schrieb:

    Wird Chip.de gerade angegriffen? Ich komme nicht auf die Homepage…:

    $ ping http://www.chip.de
    PING http://www.chip.de (212.162.62.43) 56(84) bytes of data.
    ^C
    http://www.chip.de ping statistics —
    43 packets transmitted, 0 received, 100% packet loss, time 42253ms

    Mitleid hätte ich nicht mit denen ;-) .

    Gruß

  13. orgelNo Gravatar schrieb:

    Ich habe den Artikel der Chip heute auch im Focus gelesen.
    Ich benutze zu 99,9 % Windows und Linux eigentlich nur zum antesten des Entwicklungsstandes, was halt so geht unter Linux. Aber diese Art der Berichterstattung ist des Lesens nicht wert. Selbst ich als Linux Laie kann keine dieser Aussagen bestätigen mit Ausnahme vielleicht der Hardwareunterstützung. Hier gehts doch nur um Berichterstattung ala “Bild”.
    Man erinnere sich nur um die Monatelange negative Berichterstattung über Vista. So etwas noch zu kommentieren ist überflüssig und vermutlich noch eine super Werbung für dieses Magazin.

  14. GerrietNo Gravatar schrieb:

    ————-
    von Orgel:
    Man erinnere sich nur um die Monatelange negative Berichterstattung über Vista. So etwas noch zu kommentieren ist überflüssig und vermutlich noch eine super Werbung für dieses Magazin.
    ————–
    Damit hat der Orgel gar nicht so unrecht. Chip war schon immer eine Windowslastige Zeitschrift. Da gibts noch andere PC Zeitschriften, ausgenommen vielleicht die c´t, wobei diese sehr viel professioneller umgeht mit solchen kritischen Artikeln. Die halt dann besser recherchiert sind.

    Aber man sollte von Linux Seite nicht den Fehler machen und das zu hoch kochen. Wie schon Orgel sagte, ist das pure Werbung für diese Windowslastigen Zeitschriften.

  15. CHIP: Alte Zeitschrift? Alter Zopf! [Update] · Zierfischkaefig.de schrieb:

    [...] oben erwähnte offene Brief und weitere Reaktionen zum Artikel haben mich dann doch noch veranlasst, etwas zu dem Thema zu schreiben. Allerdings habe ich [...]

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