Linux Mint im Mini-Test

Der Upgrade auf Ubuntu 8.10 verlief bei mir hervorragend und ohne Probleme. Ich war eigentlich zufrieden, stellte dann aber rasch fest, dass das ganze System erwartungsgemäss etwas weniger flüssig lief. Das sind ja oft gefühlte Werte und ohne viel Aufwand lassen sich solche Eindrücke nicht bestätigen. Aber für mich reicht der subjektive Eindruck, objektiv bestätigen muss ich das für mich selbst nicht. Da ich mich ohnehin nach einer Alternative zu Ubuntu umsehe – Debian und Sidux habe ich schon mal probiert, mit Debian sogar ein Jahr gearbeitet – stiess ich bei diesem Kommentar von Tim auf Linux Mint. Falls eine Distribution auf Debian aufsetzt, wirkt sie bei mir schon sehr sympathisch. Linux Mint tut das zwar nur indirekt, denn es ist ein Abkömmling von Ubuntu. Aber dennoch: Ich bleibe in der APT-Zone.

Linux Mint gibt es im Moment in der 5. Version namens Elyssa. Aktuell dazu wäre die 5.r1 zu nennen. Davon habe ich eine LiveCD heruntergeladen und den Klapprechner damit gestartet. Klappte ganz gut und ich meinte, Mint würde recht flüssig arbeiten; selbst ab der CD. Und so habe ich nicht lange gefackelt, eine Sicherung erstellt und danach Mint installiert, direkt ab der LiveCD. Mint kommt in der Main Edition mit Gnome daher, das ist mir sehr sympathisch, denn KDE passt mit nicht und mit XFCE kann ich mich auch nicht wirklich anfreunden.

Da Mint nahe zu Ubuntu steht, können praktisch alle Quellen davon benutzt werden. Weiter ist auch das Rückspielen der Sicherung denkbar einfach. Bei meinem Lieblings-Mail-Clienten, dem Sylpheed, musste ich lediglich die Anwendung installieren, das Verzeichnis mit den Mails und das Konfigurationsverzeichnis zurückspielen, weiter noch die Daten vom Verzeichnis .gnupg zurückstellen und alles lief auf Anhieb wieder. Dasselbe bei (fast) allen andern Anwendungen. Da soll sich doch mal ein Windows-User daran versuchen und seine Registry zurückspielen ;-)

Mint arbeitet flüssiger und schneller als das neueste Ubuntu 8.10. Allerdings vergleiche ich dabei Äpfel mit Birnen, denn Mint bezieht die meisten Daten noch aus den Quellen von Hardy. Ein paar wenige Pakete stammen aus einem eigenem Pool, speziell für Mint aufbereitet. Immerhin habe ich meine gewohnte Arbeitsumgebung, die Applikationen, die ich gerne nutze und so macht das Wirken am Rechner mehr Spass. Ich teste wohl gerne das Eine oder Andere aus, aber fühle mich trotzdem wohl, wenn ich Bekanntem begegne.

Das Hauptmenü, welches unter Mint fast wie das Startmenü von Vista oder dasjenige von SuSE ausschaut, behagt mir nicht ganz, ist aber wohl nur gewöhnungsbedürftig. Eigentlich hätte ich lieber das gute, alte Menü vom Onkel Debian.

Bis jetzt bin ich recht zufrieden mit Mint und meine, dass mein System wieder flüssig und rasch dahingleitet. Mit der Zeit werde ich dann wohl auf die eine oder andere Herausforderung stossen. Halbherzig geplant habe ich dann noch einen Ausflug zu Gentoo, das ist aber eine ganz andere Philosophie.

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7 Kommentare to “Linux Mint im Mini-Test”

  1. YoschiNo Gravatar schrieb:

    Hallo,
    ich habe früher auch andere Distris als Ubuntu angesehen unter anderen Debian und Gentoo wo ich auch stehen geblieben bin war.

    Jetzt nutze ich Archlinux.

    Das tolle an Archlinux ist dass es eine Rolling Release Distributionen ist somit hat man nicht veraltete Pakete wie Debian aber trotzdem stabile.

    Gentoo verwende ich nicht mehr da mir das ständige kompilieren auf die Nerven geht während Arch binär Pakete verwendet aber die Pakete werden mittels ein Skript gebaut und wer zB. was extra kompilieren will schreibt sich in das Skript hinnein (und ladet es auf einer Datenbank, das AUR, das Paket für andere User hoch.)

    Nur so als kleiner Distri Tipp :D

  2. OtiumNo Gravatar schrieb:

    Gentoo – alle Achtung! Da bin ich auf den Bericht gespannt. Wenn ich in Rente bin, werde ich mich auch mal daran versuchen. Oder direkt Linux from scratch :-)

  3. TimNo Gravatar schrieb:

    Hallo Roman,
    finde ich ja super, daß ich wieder einmal jemanden zu Mint verführen konnte. ;)
    ” ”
    Ich verwende Mint jetzt ca. 1½ Jahre und bin sehr zufrieden. Stabile Debian Basis, apt, riesige Auswahl an Paketen … Vorallem muß ich damit leider auch arbeiten und das geht erstaunlich gut und macht abhängig, denn jedesmal wenn ich jetzt vor einer Winzigweich® Kiste sitze, bekomm ich Ausschlag. :D
    eine schöne Woche, blog weiter so, les’ ich immer gern :)

    p.s. passt Mint ja farblich gut zu Deinem Blog ;)

  4. bedNo Gravatar schrieb:

    Das Alleinstellungsmerkmal von LinuxMint hast du wahrscheinlich noch gar nicht ausprobiert.
    http://zockertown.de/s9y/index.....-Mint.html
    Nämlich der geniale updatemanager. Siehe meinem Blogbeitrag, dort ist ein Screenshot davon.
    Durch den updatemanager werden unerfahrene User vor dem zerschiessen ihres Systems geschützt.

  5. PaulikidNo Gravatar schrieb:

    Die KDE-Community-Edition von Mint ist wirklich schön, ich war bisher eigentlich auch immer ein Gnome-Fan, aber mit den diversen “Modifikationen”, die Mint so mitbringt, ist mir KDE wirklich sympathisch geworden. Du solltest zumindest mal einen Blick auf die Mint KDE Community Edition werfen, es lohnt sich…

  6. AndyNo Gravatar schrieb:

    Howdy!

    Upgrades liefen bei mir noch nie wirklich gut :-(
    Das letzte – Mint “Elyssa” – führte mich dann zur Xfce-Variante, von der ich derzeit total begeistert bin!
    Fahre diese nun auf einer fast 8 Jahre alten Notebook-HD (auf der ursprünglich Win98 drauf war . . . ) in meinem 4 Jahre alten Celerongerät (ThinkPad R50e) und bin völlig von den Socken, welche Agilität die Maschine entwickelt!
    Dazu auch noch die äußerst wertvollen und netten Tools . . . einfach minzig :-)
    Ich bin echt komplett überrascht von der Kombination
    a) einfachste Benutzung,
    b) Ressourcenschonung und
    c) attraktives “Äusseres” (= Themes etc.).

    Wahrscheinlich finde ich es deshalb so . . . aufregend :-o

    PS:für die beiden rechts von meiner Flagge aufscheinenden Symbole möchte ich mich aufrichtig entschuldigen -> sitze nicht am eigenen Gerät :-7

  7. ohioNo Gravatar schrieb:

    Hallo,
    Ich freue mich immer, wenn ich sehe dass auch andere linuxmint verwenden oder ausprobieren. Es ist eine super distri, welche auch nach und nach ihren eigenen Weg findet. Upgrades mag ich eigentlich auch nicht.
    Deshalb verzichte ich auch darauf. Wenn es eine neue Version gibt, die mich interresiert mache ich eine neuinstallation, wobei mein home unangetastet bleibt. Jetzt ist es wieder soweit. Die neue mint 6 habe ich als live-cd getestet. Diese kommt nun bei mir auf die Platte.
    Gegen ein update ist nichts zu sagen. Gerade jetzt, wo man die Wahl hat zwischen Kategorie 1-5.

    Mint habe ich schon seit 2.2 Bianca. Dass die KDE Version gut ist stimmt. Ich habe sie auch schon ausprobiert. Da mein Rechner aber auch schon 6 Jahre alt ist, geht unter gnome doch alles ein wenig flotter. Das einzige Programm, worauf ich jedoch nicht verzichten will, ist k3b. Mit dem neuen Software-Manager ist es einfacher als je zuvor Programme nachzuinstallieren.
    vg ohio

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