OpenSUSE mit VirtualBox unter Ubuntu

Die Mauern sollten wir niederreissen, das ist die Aufforderung von Dirk, zu dem Zeitpunkt, als OpenSUSE 11.2 das Licht der Download-Server erblickte. Dem Aufruf folgend installierte ich die neue Version von OpenSUSE auf einer virtuellen Instanz mittels der VirtualBox. Ich entschied mich für die 64bit-Version mit Gnome, welche aber offensichtlich auf meinem Rechner Probleme mit der Gasterweiterung der Virtualbox zu kämpfen hatte. Die Maus blieb zwar von Anfang an nie gefangen, was mich erstaunte – das habe ich so noch nie gesehen – , denn die Gasterweiterung habe ich nicht installiert, aber die zusätzlichen Pakete, die es für die Gasterweiterung braucht, kriegte ich nicht auf den Rechner. Schliesslich unterhielt ich mich kurz mit chrissss (Christoph Langner) über identi.ca, worauf ich dann die 32bit-Version, ebenfalls mit Gnome, installierte. Und siehe da, hier funktionierte es. Mag sein, dass mir zuvor bei der 64bit-Version ein Fehler unterlaufen ist, ich wollte das aber nicht mehr nachprüfen.

Installation OpenSUSE 11.2

Die Installation verlief schnell und schmerzlos; ich habe direkt installiert, ohne die Live-ISO zuerst zu starten. Nach dem ersten Start stellte ich fest, dass auch hier meine Maus nicht gefangen war. Sehr gut! Allerdings funktionierte die Tastenkombination [Ctrl] und [f] für einen Vollbildschirm noch nicht, weil die Gasterweiterungen noch nicht installiert waren, obschon auf irgend eine Geissart die Maus nicht gefangen blieb. Damit sich diese installieren lässt, braucht es zunächst einige Software-Päckli aus den Kernelressourcen. Mit su gelangt man im Gnome-Terminal (oder dem Tool seines Vertrauens) in den richtigen Modus und sollte nachher folgende Pakte installieren:

zypper install kernel-source kernel-syms make automake autoconf gcc linux-kernel-headers glibc-devel

Das hat bei mir ausgereicht. Danach befiehlt man der VirtualBox, dass die Gasterweiterung installiert werden sollen (Gerät / Gasterweiterung installieren oder die Tasten [Ctrl] und [d]) und manövriert nachher zu dem Pfad:

/media/VBOXADDITIONS_3. (für die VirtualBox 3.0)

Dann folgt der Befehl für die eigentliche Installation der Gasterweiterung per Terminal:

sh ./VBoxLinuxAdditions-x86.run (für ein 32bit-System)

Der Rest erfolgt dann automatisch, soweit zuvor alle Pakete aus den Kernelressourcen korrekt installiert wurden.

Gasterweiterung VirtualBox installieren

Sind die Gasterweiterungen installiert, braucht es einen Neustart der virtuellen Maschine, da Änderungen am Kernel angebracht wurden. Danach funktionierte bei mir auch der Vollbildmodus ohne zu Murren. OpenSUSE hinterliess bei mit einen aufgeräumten und funktionstüchtigen Eindruck. Ich habe allerdings nicht sehr tief getestet, wollte aber trotzdem das “Nürnberger Windows” mal von der Nähe ansehen.

OpenSUSE auf Ubuntu mit der VirtualBox

Auf der linken Seite läuft das VirtualBox-Fenster mit OpenSUSE

Das Gnome-Menü ist etwas eigen, aber daran dürfte man sich gewöhnen. Und falls nicht, kann man sich jederzeit ein weiteres Panel anlegen oder das Programm-Menü an einem beliebigen Ort einbinden. Von den Innereien von OpenSUSE und von RPM verstehe ich nichts, deshalb überlasse ich das Kommentieren zu diesen Themen andern Leuten.

Die ISO-Dateien, welche hier heruntergeladen werden können, sind übrigens alle als Live-CD ausgelegt. Damit lässt sich ein Rechner direkt ab einer CD oder einem USB-Stick starten. Natürlich ist es möglich, direkt im Live-Betrieb eine Installation zu beginnen.

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8 Kommentare to “OpenSUSE mit VirtualBox unter Ubuntu”

  1. zerwasNo Gravatar schrieb:

    Was mir aufgefallen ist ist, dass das Installieren von Software in openSUSE für Anfänger immer noch schwieriger ist als in Ubuntu. Und Ubuntu hat noch einmal nachgelegt mit dem Software-Center …

  2. Roman HanhartNo Gravatar schrieb:

    Na ja, das Software-Center ist eigentlich “nur” eine Verbesserung des vorherigen Menüs “Hinzufügen / Entfernen”. Ich verstehe nicht ganz, weshalb das erst jetzt wahrgenommen wird, das gab es schon sehr lange. Aber immerhin wird es jetzt gesehen, das ist auch was ;-)

  3. gnokiiNo Gravatar schrieb:

    Das Installieren von Paketen ist bei openSUSE schwieriger für Anfänger? Nachgelegt mit dem Softwarecenter?

    Kennzeichne doch mla Ironie, damit man das klar erkennt uund lachen kann

  4. sesoNo Gravatar schrieb:

    Also das wäre mir auch neu, das das schwieriger wäre. Mit Yast ist das doch mal total einfach und das schon zu Zeiten, wo es Ubuntu noch gar nicht gab.

    Allerdings ist die Performanz der Software-Verwaltung in den letzten Versionen deutlich verbessert worden und mit zypper steht nun eine ebenso leistungsfähige Alternative für die Kommandozeile zur Verfügung.

    Wer die Stärken von openSuse aber mal wirklich kennen lernen will, sollte den KDE-Desktop testen. In keiner anderen Distribution wird soviel in KDE investiert und das merkt man. Gerade die Integration von nicht-KDE-Apps wie Firefox und OpenOffice sticht hier deutlich hervor (Firefox verwendet etwa den KDE-File-Dialog und den KDE-öffnen-mit-Dialog).

  5. Roman HanhartNo Gravatar schrieb:

    @seso: Dann werde ich aber trotzdem mal die KDE-Version anschauen. Habe zwar sonst KDE nicht so gerne, aber das ist eine persönliche Geschmacksrichtung. Wusste gar nicht, dass es zypper noch nicht so lange gibt.

  6. Dirk DeimekeNo Gravatar schrieb:

    @gnokii: “Butter bei die Fische”

    Wie viele Klicks sind nötig, um Abiword zu installieren?

    Bei Ubuntu sind es sechs: Anwendungen / Softwarecenter / Büro / Abiword / auf den Pfeil / Installieren (es gibt Abkürzungen, wenn man in die Suchmaske des Softwarecenters Abiword eingibt). Mit der Tastatur gibt es generell Abkürzungen … (klar!)

  7. Roman HanhartNo Gravatar schrieb:

    @seso: Die KDE-Integration ist meines Erachtens sehr schön gemacht. Ich kann zwar nicht als Fachmann sprechen, weil ich KDE kaum kenne, aber es ist wirklich gut zu bedienen und bisher fand ich keine hässlichen Fehler. Insofern hat es sich gelohnt, die KDE-Version herunterzuladen und auf der VirtualBox zu installieren – diesmal in der 64-bit Version.

  8. VirtualBox 4.0 erschienen » Von Robin Bühler » ubuntublog.ch schrieb:

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