Ubuntu ist erste Wahl für den Desktop

Das IT-Magazin InfoWeek führt jeweils online diverse Polls durch, bei denen alle Leser abstimmen können. Oft berichtet dann das Magazin in der Printausgabe über den Verlauf und das Resultat der Umfrage. Auch bei der letzten Umfrage gibt es nun einen kleinen Bericht in der aktuellen Offline-Ausgabe vom 14. April 2008 (Nummer 07). Die Frage an die Leser lautete:

Welches ist Ihrer Meinung nach das beste Linux für den Desktop?

Solche Polls sind oft etwas zu stark geführt, weil die Antworten ausgewählt werden müssen und meist kein freier Text angegeben werden kann. Immerhin konnte man bei dieser Umfrage auch angeben, dass Linux generell für den Desktop ungeeignet sei.

Es dürfte mittlerweile niemanden mehr überraschen, dass heute Linux durchaus als Alternative für den Desktop angesehen wird. 80 Prozent der Teilnehmer(innen) waren dieser Meinung. Weiter wird es wohl auch niemanden mehr überraschen, welche Distribution am meisten genannt wurde: Ubuntu.

Poll bei InfoWeek

Fast die Hälfte aller Abstimmenden gaben Ubuntu den Vorzug. Das ist sehr erfreulich, zumal ich persönlich gerne Ubuntu nutze, auch im Serverbereich. Seltsamerweise schneidet Debian mit gerade mal knapp 4 Prozent recht schlecht ab. Ubuntu ist ein Debian-Abkömmling und unterscheidet sich zwar in der Benutzung und Administration teilweise wesentlich, ist wohl benutzerfreundlicher (vielleicht teilweise zu Lasten der Sicherheit), aber die Verwandtschaft zu Debian lässt sich definitiv nicht leugnen.

Die Umfrage hat wohl keinen repräsentativen Charakter, aber sie zeigt doch deutlich, dass Ubuntu das “Nischen-Dasein” als Linux-Distribution unlängst verlassen hat.

Und hier noch ein pikantes Detail in Sachen InfoWeek: Auf derselben Seite wird über ein Produkt namens Phase 5.5 gesprochen. Es handelt sich dabei um einen leistungsfähigen HTML-Editor, mit dem sich auch andere Datentypen bearbeiten lassen. Nirgends steht jedoch, für welche Betriebssysteme die Applikation hergestellt wurde.

Zwar kann man auf dem Bildschirm-Abbild erkennen, dass Phase 5.5 mindestens auf Windows läuft. Mehr aber nicht. Schade für InfoWeek. Oben versucht man Offenheit zu zeigen, spricht über andere OS als Windows und auf derselben Seite verfällt man wieder in das alte Gelaber. “Alles numä Windows, suscht gitt’s jo nüüt, wo lauft.” Und tatsächlich: Phase 5.5 funktioniert bloss mit Windows…

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2 Kommentare to “Ubuntu ist erste Wahl für den Desktop”

  1. BorisNo Gravatar schrieb:

    Hätte man bei der Umfrage zur Teilnahmevoraussetzung gemacht, dass die Teilnehmer selbst eine hinreichend argumentationssichere Erfahrung mit Linux auf dem Desktop vorweisen können, dann wäre sicher interessant zu sehen gewesen, wie die Verteilung ohne die dann weggefallenen hellgrauen 20,9 Prozent aussehen würde.

  2. Roman HanhartNo Gravatar schrieb:

    Yo, Boris, da stimme ich Dir zu. Allerdings halte ich die nicht-repräsentative Umfrage in der Art, wie sich gemacht wurde, für interessant, weil man doch sieht, dass Linux per se nicht mehr als “Bastler-OS” angesehen wird. Ich meine, dass man Linux heute ernster nimmt, als noch vor ein paar Jahren. Ich spreche natürlich aus Sicht der Fenster-Menschen. Für uns Linüxler ist die Frage ohnehin klar und interessant wäre da – wie Du schon bemerkt hast – welche Disti am besten abschneiden würde.

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