Upgrade auf Lucid Lynx

Nachdem ich an den Linux-Tagen zu Chemnitz immer wieder der Alpha-Version von Ubuntu 10.04 begegnet bin, wollte ich es doch noch etwas genauer wissen und probierte es zu Hause an meinem neuen Netbook S12 von Lenovo aus. Den “produktiven” Rechner wollte ich dazu nicht verwenden. Dazu tippte ich auf [ALT] und [F2] und befahl dann

update-manager -d

Damit beginnt das System mit der Vorbereitung eines Distributionsupdates. Ich möchte darauf hinweisen, dass es sich bei der getesteten Version um eine Entwicklerversion handelt, die nicht für produktive Zwecke gedacht ist. Also nur dann nachmachen, wenn ein Testgerät zur Verfügung steht, bei dem es unerheblich ist, wenn es ausfällt.

Der Update selbst dauerte ungewöhnlich lange, über zwei Stunden und es passierten einige Fehler. Die darf es bei diesem Versionsstand auch noch geben.

Schliesslich meldete der Upgrade-Manager, dass der Upgrade nicht durchgeführt werden konnte und nun der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt würde.

Die betraf in meinem Fall wohl bloss die Pakete, die nicht korrekt installiert werden konnte, denn nach wenigen Sekunden bekam ich dann diesen Dialog zu Gesicht:

Damit wurde der eigentliche Abschluss des Upgrades unterbrochen, denn die alten Pakete wurde nicht sofort entfernt. Die habe ich dann per Hand in der Konsole mit den beiden Befehlen

sudo apt-get dist-upgrade und sudo apt-get autoremove

vollständig weggebracht. Ansonsten scheint alles zu funktionieren, ausser dass – wie immer – die Fremdquellen aus der Konfigurationsdatei von APT entfernt oder auskommentiert wurden. Der erste Eindruck wirkt nicht besonders, weil mir persönlich halt die Farbzusammenstellung überhaupt nicht passt. Aber das lässt sich ja leicht ändern, ausserdem ist das Geschmackssache. Ganz schlimm finde ich den halb-transparenten Hintergrund der Standard-Shell. Der passt zu Herren, die sich schminken…

Weiter gefällt mir Thunderbird in der dritten Version, wie sie nun bei 10.04 zur Verfügung steht, nicht. Ich werden dann wohl wieder zurück zu Claws-Mail wechseln.

Ein klein wenig kann ich die verschiedenen Reklamationen aus der Ubuntu-Szene wegen dem neuen Theme und den Farben verstehen. Das ist aber letztlich Geschmackssache und darüber lässt es sich schwer streiten. Schliesslich war das Braun ja auch keine besonders tolle Sache, finde ich. Hingegen verstehe ich das Theater, welches wegen den Fensterbuttons, die nun links statt rechts und dann noch in der anderen Reihenfolge stehen, nicht. Das ist reine Gewohnheit und ob das die Apfel-Leute nun auch so haben, ist mir persönlich ziemlich egal.

Nautilus kann jetzt von Haus aus per F3-Taste zwei Fenster anzeigen, dazu braucht es keine Extra-Installation mehr. Es gibt noch eine ganze Menge Neuerungen auf 10.04, die unter anderem auch im Wiki von ubuntuusers.de beschrieben sind. Üblicherweise mache ich keine Upgrades, sondern installiere das System neu. Das hole ich dann nach, sobald die finale Version da ist. Auf meiner “Arbeitsmaschine”, einem Lenovo ThinkPad R61, werde ich dann wohl auch das komplette System mit Lucid Lynx neu einrichten. Ubuntu 10.04 Lucid Lynx wird wieder eine LTS-Version werden, welche in der Dsktop-Variante während den nächsten drei Jahren mit Updates versorgt wird. Die Server-Variante erhält fünf Jahre lange Sicherheitsupdates.

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12 Kommentare to “Upgrade auf Lucid Lynx”

  1. cephinuxNo Gravatar schrieb:

    Der Name lautet “Lucid Lynx” und nicht Lucid Lync oder Lucyd Lync. http://www.ubuntu.com/testing/lucid/alpha3

  2. Roman HanhartNo Gravatar schrieb:

    Danke, cephinux!

  3. balabushkaNo Gravatar schrieb:

    Schöner Bericht – ich warte noch bis es Final ist.. evtl noch bis 10.04.1 :-) Ist mein Arbeitsrechner, da darf nix schief gehen.

  4. seamanNo Gravatar schrieb:

    Also mir juckt es jetzt in Fingern und ich muss mal einen Kommentar zur halb-transparenten Terminal ab geben:

    Ich habe mir auch auch schon unter 9.10 das Terminal halb-transparent und mit “schwarzen” Hintergrund und weißer Schrift eingestellt.

    Ich finde die Transparenz beim Terminal extrem hilfreich. Ich bin nun kein Terminal-Guru, sondern eher Mausschubser und liebe aufgeräumte GUIs. Das Terminal nutze ich nur für eventuelle Fehlersuchen usw.

    Aber um auf den Punkt zu kommen: Das transparente Terminal war mir schon oft hilfreich, um z.B. eine Anleitung zu folgen (bei Problemen), ohne dauernd den Fensterfokus zu verändern. Ich kann einfach “durch das Terminal durchschauen”.

    PS.:
    Nein, ich schminke mich nicht!

  5. Roman HanhartNo Gravatar schrieb:

    @balabushka: Das ist auch vernünftig, zu warten. Es geht noch eine Menge schief.

    @seaman: Das stimmt, es ist durchaus hilfreich, ein halb-transparentes Fenster zu nutzen. Ich meinte eher die Farbe als das Durchsichtige ;-)

  6. capeyNo Gravatar schrieb:

    Schöner Artikel, aber mal ne Frage, was gefällt den am neuen Evolution nicht?

  7. Roman HanhartNo Gravatar schrieb:

    @capey: Du meinst Thunderbird, oder? Von Evolution habe ich nicht geschrieben.

    Mir gefällt das Äussere nicht, die Tabs und vor allem die Art, wie der Posteingang, der Papierkorb und der Junk.Ordner von allen Konten “zusammengefasst” wurden. Kann man vielleicht anpassen, weiss ich nicht mal.

    Alles in Allem ist TB einfach nicht mehr “der kleine, flinke Mailklient”. Persönlicher Geschmack eben.

  8. glasenNo Gravatar schrieb:

    > wie der Posteingang, der Papierkorb und der Junk.Ordner von allen Konten “zusammengefasst” wurden.

    Das kann man sehr einfach wieder rückgängig machen. Du musst nur auf den Menüpunkt “Ansicht” gehen, dann auf den Eintrag “Ordner” und dann auf “Alle” klicken. Schon hast du wieder die von TB2 gewohnte Trennung der Posteingänge.

  9. Piccolino81No Gravatar schrieb:

    Hallo Roman,

    verwendest Du zufällig eine komplett verschlüsselte Festplatte?

    Beim letzten Upgrade gab es ja erhebliche Probleme, weil verschlüsselte Partitionen – in meinem Fall die komplette Platte – nicht mehr “aufgeschlossen” werden konnten. Damit war der Rechner nach dem Upgrade unbrauchbar.

    Vor kurzem ist mir ähnliches sogar dann noch mit einer USB-Festplatte passiert. Diese habe ich im Keller als absolutes Notfall-Backup. Und da das letzte Backup darauf unter Jaunty (9.04) erstellt wurde, konnte ich dann auch nur mit einer Jaunty LiveCD auf die verschlüsselte Platte und damit meine Daten zugreifen. Sowas find ich irgendwie recht “heikel”… :-/

    Gruß
    Piccolino81

  10. Roman HanhartNo Gravatar schrieb:

    @glasen: Danke für den Tipp! das werde ich mir ansehen.

    @Piccolino81: Nein, habe nicht verschlüsselt, aber sonst einen Haufen Probleme. Den GDM muss ich jedes mal beim Neustart von Hand nochmals restarten und der User mit der ID 0 fehlte. Ziemliches Durcheinander. Aber ist halt noch Alpha.

  11. vokuNo Gravatar schrieb:

    @Roman: dann füge doch…

    sudo echo ‘/etc/init.d/gdm restart’ >> /etc/init.d/rc.local

    … ein, dann brauchst du das nicht jedes mal von Hand machen, bis ein Update dies behebt.

  12. Roman HanhartNo Gravatar schrieb:

    Danke, voku! Den Ansatz kann ich sicherlich auch anderweitig benutzen.

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