USB-Disk am Ubuntu-Server mounten
Unter Linux können Datenträger (fast) frei im gesamten Dateisystem gemountet werden. Das ist einer grossen Vorteile gegenüber andern Systemen. Denn dadurch ergibt sich eine hohe Flexibilität, die mitunter für ein sicheres und stabiles System notwendig – oder mindestens sinnreich – ist. Bei einem Server ohne die Komponenten, welche ein automatischen Mounten von USB-Devices ermöglichen – wie beispielsweise auf einem Desktop Ubuntu 8.04 -, darf man von Hand ein paar kleine Dinge erledigen, um eine USB-Disk am System anzuhängen.
Zuerst schlage ich vor, ein Verzeichnis zu bestimmen, in welchem die USB-Disk gemounten (und damit ansprechbar, durchsuchbar, lesbar und allenfalls beschreibbar) wird. In diesem Beispiel gehe ich davon aus, dass die Disk bloss temporär am Server hängt und deswegen nicht dauerhaft und automatisch gemountet werden muss. Als Verzeichnis wählte ich /media/usb. Manche Menschen mounten lieber im Verzeichnis /mnt/. Also erstelle ich zunächst das Verzeichnis, falls es noch nicht besteht:
sudo mkdir /media/usb
Als nächsten Schritt arbeite ich mit der Anwendung udevmonitor, welche mir in “Quasi-Real-Time” ausgibt, welche Devices an den USB-Ports ein- und ausgesteckt werden. Starten kann man das Programm mit
sudo udevmonitor
Jetzt stecke ich die eingeschaltete Disk an einem USB-Port ein, so dass sie gesehen wird. Im Terminal schnattern ein paar Zeilen durch, die etwa so aussehen:

Die unterste Zeile ist nun wichtig, in der steht, wie die Disk heisst. In diesem Fall trägt sie den unsinnlichen Namen sdb1. Diesen Wert muss ich nun in die Datei eintragen, welche für das ordnungsgemässe Mounten zuständig ist, in die fstab. Diese liegt im Verzeichnis /etc/. Mit dem Editor VIM (oder jedem andern Editor) öffne ich das File:
sudo vim /etc/fstab
Dort füge ich nun diese Zeile hinzu (:i):
/dev/sdb1 /media/usb vfat rw,user 0

Der Eintrag /dev/sdb1 habe ich zuvor mit dem Tool udevmonitor herausgefunden, den Mountpoint /media/usb habe ich selbst bestimmt und erzeugt.
Ist – wie in diesem Fall – das Dateisystem ein FAT, dann wird das mit dem Wert vfat angegeben, bei NTFS wäre der richtige Wert ntfs. Dann folgen noch die Berechtigungen zum Lesen und schreiben sowie das Dumpen. Eine sehr gute Beschreibung zur fstab gibt es bei den Jungs von ubuntuusers.de. Anschliessend kann fstab gesichert und geschlossen werden ([esc] :wq).

Jetzt brauche ich das Laufwerk bloss noch zu mounten:
sudo mount /media/usb
und kann danach in das Verzeichnis wechseln (cd /media/usb) und beispielsweise per ls den Inhalt anzeigen lassen. Nun lässt sich damit arbeiten und der Mist ist geführt. Um das Laufwerk wieder zu entfernen, stelle ich sicher, dass kein Zugriff mehr darauf stattfindet und befehle dann:
umount /media/usb
Fertig. Mit der Option auto liesse sich die Disk übrigens automatisch mounten. Mehr dazu gibt es hier zu lesen.


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