Werbevideos für Linux
Die Linux Foundation hat unlängst zu einem kreativen Wettbewerb aufgerufen und die Menschen aufgefordert, einen “Werbefilm” für Linux zu erstellen. An und für sich finde ich es ganz normal und auch richtig wie wichtig, dass sich Menschen zu dem, was sie begeistert, äussern können und quasi ein Manifest für den Geist ihrer Freude tun können. Trotzdem stehe ich diesem Projekt eher skeptisch gegenüber, denn der dritte Platz bei den Gewinnern zeigt, dass sich ein Pro auch immer gegen etwas Anderes richten kann; in dem Fall halt wieder einmal mehr gegen M$.
Auf Platz eins steht Amitay Tweeto aus Israel, der oder die mit einem imaginären oder suspekten Werk gepunktet hat. Sieht ganz flott aus, erinnert mich aber an kommerzielle Werbung.
Ihm oder ihr folgt auf Platz zwei Agustin Eguia aus Uruguay mit einer ebenso abstrakten Arbeit, meiner Meinung nach fast noch besser als der Platz eins. Trotzdem, auch hier werde ich an Kommerzielles erinnert. Ob Kommerz in diesem Zusammenhang generell schlecht oder negativ ist, möchte ich keinesfalls behaupten. Ich stelle es einfach fest.
The Origin… from Agustin Eguia on Vimeo.
Den Platz drei belegt ein Werk, mit dem ich nichts anfangen kann und das mich aber – im Gegenzug zu den andern beiden Werken – nicht an Kommerz erinnert. Erschaffen hat es der Franzose Sébastien Massé. Ein PC liegt im Operationssaal im Sterben, weil ihn ein Virus den Garaus macht. Im letzten Moment erscheint ein Pingu und rettet die Maschine vor dem Tod. Der Pingu wird gefeiert und ist der King. Einfach doof, finde ich. Aber das ist wohl Ansichts- und Geschmackssache.
Was mir jedoch in diesem Zusammenhang nicht ganz klar geworden ist, ist der “übergeordnete Sinn” dieser Geschichte. Klar, da steht die Begeisterung und die Freude, wohl auch Idealismus gegenüber Linux. Aber letztlich möchte man doch wohl “Nicht-Linuxer” von dem Pinguin überzeugen, oder sehe ich das falsch? Auf jeden Fall meine ich, dass diese Art von Filmen wohl den Menschen gefallen dürften, die ohnehin schon im Boot sind. Einen Windows-User wird man meiner Meinung wohl kaum mit der Krankenhaus-Geschichte überzeugen können; vielleicht schon eher mit den beiden Erst- und Zweiplatzieren. Aber wahrscheinlich auch nicht wirklich. Jene Filme sind ja völlig befreit von konkreten Fakten.
Wie dem auch sei; die Community lebt und die Menschen können das, was sie mit Linux verbindet, in Ton und Bild transportieren. Ob es nun tatsächlich im klassisch, kommerziellen Sinn etwas bringt oder nicht, steht vielleicht gar nicht zur Diskussion. Die Freude an Linux zählt wohl auch etwas. Hier sind alle Werke, welche zum Wettbewerb eingereicht wurden, zu geniessen.
Inspiriert durch t3n und Sirko


18. April 2009 um 15:26:36 Uhr
Also ich finde die ersten beiden Approaches nicht schlecht. Sie liegen doch in einer modernen Strömung, Linux von den “Hinterhöfen” der hacker kids hin zu mainstream zu ziehen. Da braucht es in einer verwöhnten Umwelt durchaus rundgelutschte, chromlänzende Werbeformate – und wenn die dann in dieser tollen Qualität aus der Community kommen, ist doch das auch ein Zeichen für eine tolle Gruppe von Menschen.
Lange Rede kurzer Sinn: Ich finds gut, wenn Linux Mainstream wird.