Windows 7 auf der VirtualBox
Mit Windows 7 kommt wohl wieder endlich einmal ein Desktop-Betriebssystem aus dem Hause Micro$oft daher, das nutzbar ist und einige Neuerungen und Vorteile mit sich bringt. Über den Kanal von Volume License ist Windows 7 bereits erhältlich, auch über MSDN und MSDNAA kann man sich eine Version besorgen. Zum Testen nutze ich Windows 7 Professionell in der 32bit-Version, die ich als *.iso-Datei heruntergeladen habe. Sie ist 2.2 GB schwer.
Allerdings installiere ich ungern quellverschlossene Software direkt auf meinen eigenen Rechnern, sondern nutze dazu die gute, alte VirtualBox in der Version 3.0.6 r52128. Für die virtuelle Instanz habe ich keine speziellen Vorkehrungen getroffen oder Einstellungen vorgenommen. Windows 7 läuft von Haus aus auf der VirtualBox, bloss bei der Soundausgabe habe ich auf PulseAudio umgestellt. Mit 512 MB flüchtigem Speicher und einem Prozessor läuft Windows 7 denn auch recht flüssig und ohne Ruckeln.
Mein erster Eindruck von diesem Bezahl-Betriebssystem ist recht ordentlich. Allerdings vergleiche ich hier Windows 7 nicht nur mit Linux, sondern auch mit XP, denn Vista habe ich nie genutzt und dabei wohl nichts verpasst. Windows 7 ist relativ rasch installiert, wobei man hier nicht vergessen darf, dass noch eine ganze Menge an Software auf den Rechner muss, will man ihn mit Windows 7 produktiv nutzen. Das Betriebssystem läuft rassig und ist schnell gestartet. Es fühlt sich “weich und bequem” an, der Desktop schaut modern aus und lädt zum Arbeiten – oder was man auch immer tun will – ein. Böse Zungen behaupten, Windows 7 wäre ein nachgebessertes Vista.
Da ich Vista nie genutzt habe, musste ich eine ganze Weile suchen, bis ich mich zurechtfand, Vieles ist im Vergleich zu XP verschwunden oder anders untergebracht. So fand ich die Netzwerk-Umgebung nicht mehr und konnte daher auch nicht mehr über diesen Weg auf den gemeinsamen Ordner mit dem Gastgeber der virtuellen Instanz zugreifen. Ebenso fand ich im Startmenü den Eintrag “Ausführen” nicht mehr, den kann man sich aber über die Eigenschaften vom Startmenü anzeigen lassen. Zum gemeinsamen Ordner fand ich dann über den Weg
\\vboxsvr\[Ordnername]
Vor allem im Bereich der Performance ist meiner Meinung nach viel bei Windows 7 getan worden. Aber auch die Darstellung und das Outfit gefällt mir ganz gut. Mit den mitgelieferten Applikationen lässt sich allerdings nicht viel anfangen. Ein Windows ist eben nach der Installation “leer” und da braucht es – installiert man es direkt auf die Hardware – noch Treiber und vor allem Software, um Arbeiten zu können. Einen Mailclienten habe ich im Startmenü nicht gefunden, bloss einen Link auf WindowsLive. Dafür gibt es eine Quasi-Aufgabenverwaltung und WordPad sowie Paint ist noch immer mit an Bord. Alternativ lassen sich natürlich Applikationen wie Thunderbird etc. installieren.
Windows 7 dürfte meiner Meinung nach das beste “Desktop-Windows” werden. Denn nach XP brachte Microsoft nichts mehr auf den Markt, das Anklang fand. Ich werde es allerdings als Privatmann weder produktiv nutzen, noch direkt auf meine Hardware installieren. Dafür habe ich meine Gründe, die nicht alle rational erfassbar sind, deswegen aber nicht weniger schwer wiegen. Der Kostenfaktor im Rahmen einer Windows 7-Lizenz ist übrigens kein Grund, dass ich mich gegen Windows entscheide. Die Hauptgründe für Linux und damit gegen Windows sind für mich folgende:
- Der Quellcode von Windows gehört nicht der Gemeinschaft. Das Wissen, das im Betriebssystem oder in einer Applikation steckt, kann sich nicht ausdehnen und wird längerfristig unserer Gesellschaft und damit Wirtschaft eher Schaden anrichten als einen Nutzen bringen. Es können Klumpen-Risiken entstehen, statt sich die Arbeit auf viele mittlere und kleine Unternehmen aufteilt. Davon teilweise ausgenommen sind freie Applikationen, die auch unter Windows laufen.
- In der Windows-Welt kann ich keinen “Spirit of Community” wahrnehmen. Das heisst nicht, dass es ihn nicht gibt, aber ich erreiche ihn nicht.
- Windows ist nicht fertig. Es braucht eine ganze Menge an zusätzlicher, meist kostenpflichtiger und quellverschlossener Software, um mit einem Windows-Rechner produktiv arbeiten zu können.
- Die Abhängigkeit zu den Herstellern inklusive Microsoft ist ungesund einseitig und wird oft durch die Motivation zu wirtschaftlichem Wachstum und Anhäufung von Reichtum sowie Ausübung von Macht angetrieben.
- Aus der Geschichte weiss man, dass Microsoft bei einer neuen Windows-Version nicht immer innert nützlicher Frist die nötigen Informationen an die Software-Schmieden herausgibt, so dass jene rasch ein Produkt erzeugen können.
- Das Quasi-Monopol von Microsoft scheint zwar ein wenig in das Wanken zu kommen, dennoch mag ich lieber Alternativen, die nicht dem Mainstream verfallen sind.
- Microsoft diktiert, wann der Zeitpunkt “Out of Support” für ein Produkt gekommen ist. Das ist auch richtig so, aber es gefällt mir nicht.
- Die Firma aus Redmond ist zu gross geworden und damit mussten viele Prozesse institutionalisiert werden. Eine Support-Anfrage fordert zu viel Aufwand vom Kunden und dauert zu lange und Firmen-Lizenzen können nur über Unterhändler bezogen werden.
Ich möchte kein Bashing über Microsoft oder Windows betreiben, das ist mir zu einfach. Windows 7 ist ein gutes Produkt und es wird wohl recht erfolgreich werden. Ich fühle mich jedoch wohler in der Umgebung von quelloffener Software und geniesse die Community. Wenn Windows 7 erfolgreich wird, ist die Chance gross, dass sich die Linux-Welt (noch) nicht zum Mainstream wandelt und damit müssen wir uns noch lange nicht den Herausforderungen stellen, die mit dem Einzug des Mainstreams anstünden.
Windows nutze ich bei meinem Arbeitgeber und zur Zeit zu Hause, damit ich den Sonicwall-VPN-Klienten für die Arbeit zum Laufen bringe.



21. September 2009 um 08:52 Uhr
Meinst du mit Spirit of community, dass jeder nur sein Betriebssystem toll findet und jeder als Troll bezeichnet wird, der eine andere Meinung hat? Wenn ja, dann wirst du das nicht bei der Windowscommunity finden
Tipp Ausführen: windows + r geht viel schneller.
Bzw. kannst du auch in die Suchzeile den Befehl eingben und enter drücken, dann wird das ganze auch gestartet.
Zum Thema Einstellen des Supports: Die LTS von Ubuntu werden auch irgendwann nicht supportet, somit wirst du dann quasi auch gezwungen upzugraden. Der Einzige Unterschied ist, dass Windows Geld kostet, was aber auch niemand bestreitet. Nur du stellst es so hin, als sei die Einstellung von Support Microsoft-spezifisch.
21. September 2009 um 08:56 Uhr
Schöner Artikel. Ich finde es gut, wenn Leute aus der Lunix-Welt auch offen gegenüber anderen Systemn sind und objektiv berichten können.
Nur ein kleiner Hinweis: Es braucht unter Windows7 keinen Ausführen Dialog mehr. Dieser wurde direkt ins Startmenü integriert. Soll heißen, Du öffnest das Startmenü und gibst deinen Befehl direkt in das Suchfeld ein.
Auch meiner Meinung nach ist Windows 7 gut geworden. Dies wird mich dennoch nicht von meinen unterschiedlichsten Linux-Installationen weg bringen. Aber ich kann so hoffen, auch auf Arbeit das mitlerweile antik wirkende XP zu ersetzen.
21. September 2009 um 09:04 Uhr
Der Ausführen Dialog ist jetzt das Textfeld im Startmenu, das auch gleichzeitig zum Suchen dient
.
Hat was von gnome-do, aber nicht so effektiv und ausgefeilt
21. September 2009 um 09:04 Uhr
@Barristan: Nein, mit Community meine ich das hier: http://ubuntublog.ch/allgemein.....meinschaft
Danke für die Tipps wegen dem Ausführen-Befehl!
Nicht ganz
Windows ist nicht frei.
@Gordon: Danke für die Nachhilfe
21. September 2009 um 09:13 Uhr
Dein Artikel fand ich sehr gut. Obwohl du Linux User bist meckerst du nicht mit alten Sprüchen wie Windoof, sondern bleibst stets sachlich und neutral. Ich selber nutze Vista und Linux, davor hatte ich auch XP, und Windows 7 habe ich auch sehr ausführlich getestet. Da ich wie bereits erwähnt auch Linux nutze fallen mir halt öfters diese Anti-Windows Kommentare auf, die ich nicht befürworte. Jedes Betriebssystem hat seine Macken, sei es Windows, Linux als auch Mac OS X. In dem Sinne finde ich deine Neutralität sehr bewundernswert. Keine feindliche Haltung in der Ausgangsposition, einfach offen. Gefällt mir. Deine Gründe bezüglich einer Nichtinstallation kann ich nachvollziehen, aber nicht ganz teilen. Aber das darf jeder für sich entscheiden. Lange Rede kurzer Sinn: toller Artikel, eslebe unsere Community!
21. September 2009 um 10:06 Uhr
Schöner Bericht.
Mich persönlich nervt an den Microsoftprodukten am meisten die ellenlange Lizenzbedingung und die Art, wie sie dem Enduser präsentiert wird. Ganze Blöcke in GROßBUCHSTABEN, fast unlesbar.
Das witzige, kauf mal ein Stück Hardware, das einen Treiber beinhaltet, genau so eine riesenlange Lizenzbedingung, die kein normaler user je durchliest, geschweige denn versteht.
21. September 2009 um 10:12 Uhr
Vielen Dank für den interessanten, “oberflächlichen” (wörtlich gemeint
) Artikel über die neue Windows-Version.
Bei der Begründung, weswegen du nicht Windows einsetzen würden, kann ich beim Punkt “Out-of-Support” aus meiner Sicht nicht ganz beipflichten. Sicherlich entscheidet Microsoft, wann ein Produkt aus dem Support genommen wird, aber der Punkt ist erstaunlich spät. Es ist schon fast bewundernswert, wie lange Sicherheitsaktualisierungen geliefert werden. Dies habe ich so auch nicht im FOSS-Umfeld gefunden (wenn man sich nicht selber darum kümmert…).
Bei meiner eigenen Liste “im Kopf” füge ich meist noch zwei weitere Punkte hinzu:
- Sicherheitsaktualisierungen werden meist etwas später ausgeliefert, und man ist vom Hersteller abhängig, dass er sie liefert. Im FOSS-Umfeld kann man sie – wenn sie nicht von einer Distribution geliefert werden – zur Not selber einspielen.
- Die Haltung zu offenen Standards. Hier ist mir die Firma aus Redmond negativ aufgefallen, weil sie das ODF zwar implementieren will, aber nicht den Austausch zu OOo oder anderen Software-Produkten. Dies ist n.m.E. nicht sehr kundenorientiert. Weitere Beispiele sind sicherlich jedem bekannt.
Bei beiden Punkte sind logischerweise nicht Microsoft spezifisch, sondern treffen z.B. auch auf Apple zu, wobei Mac OS X wirklich ein gute Betriebssystem ist.
21. September 2009 um 10:44 Uhr
Hallo,
“[..]Allerdings installiere ich ungern quellverschlossene Software direkt auf meinen eigenen Rechnern,[..]”
und? Ich habe mich grad gefragt, ob Du Dir die ganzen Quelloffenen Systeme auch im Quelltext ansiehst bevor Du sie installierst. Aus deinem Beitrag (http://ubuntublog.ch/allgemein.....meinschaft) kann man entnehmen, dass Du kein Programmierer bist: “[..]Ich bin kein Programmierer und kann mit einem Quelltext nicht sehr viel anfangen, geschweige ihn zu verbessern oder zu ergänzen.[..]“. Also verstehe ich die Aussage nicht. Du würdest es auch am Quelltext nicht erkennen, wenn man Dir mit OpenSource was versucht unterzuschieben. Du kannst also den Vorteil des OpenSource nicht wirklich nutzen, nämlich die Quellen zu Sichten und sich davon zu überzeugen das es gut ist? Ich bin nicht gegen OpenSource eher das Gegenteil, aber so ein Zitat darf meines Erachtens nicht so im Raum stehen bleiben.
Ganz nebenbei, ich mach das auch nicht (immer), aber ich schreib auch soetwas.
Viele Grüße von einem Regelmäßigen Leser deines Blog und einem OpenSource-Verfechter.
Marcus Radisch
21. September 2009 um 12:39 Uhr
@Mimotomo: Da stimme ich Dir zu, was die Dauer des Supports betrifft. Selbst bei Windows 2000 werden teilweise noch sicherheitsrelevante Updates ausgeliefert, obwohl eigentlich der Out of Support schon lange exekutiert wurde. Danke auch für die Ergänzung!
@Macus: Die Vorteile von quelloffener Software kann ich auch nutzen, ohne dass ich selbst einen Beitrag dazu liefere oder im Detail versteh, was die Software macht und vor allem wie. Für mich ist es wichtig, dass jeder, der will und über die nötigen Kenntnisse verfügt, sich daran beteiligen kann. Dadurch entsteht ein viel breiteres Wissen (vielleicht auch etwas mehr Chaos), das sich auf einem Produkt fokussiert. Es sind also “Werte”, die ich – wie im Beitrag oben – als nicht immer “rational fassbar” bezeichnet habe; es sind eher philosophische Grundsätze. Was die Technik betrifft, so hast Du natürlich Recht: Die quelloffenen Kanäle nutzen mir nichts, wenn ich deren Inhalt nicht verstehe.
21. September 2009 um 12:47 Uhr
@Marcus, @Roman:
Da muss ich widersprechen. Quelloffene Software hat auch dann Nutzen, wenn man kein Programmierer ist.
Die beiden grössten Vorteile sind:
Sicherheit: Auch, wenn ich nicht beurteilen kann, ob etwas gut und/oder richtig und/oder sicher ist, so können das jederzeit andere beurteilen und so zur Weiterentwicklung der Software beitragen.
Investitionsschutz: Selbst, wenn die Weiterentwicklung der Software eingestellt, kann ich mir jemanden suchen, der die Software für mich weiterentwickelt, da ich den Quelltext verfügbar habe.
21. September 2009 um 13:28 Uhr
@Dirk: Yep! Der Umweg über Dritte ist (fast) immer offen und deren Beurteilung und Arbeit bringen mir den Nutzen.
21. September 2009 um 14:47 Uhr
Insgesamt schön konstruktiver Artikel mit aussagekräftiger und begründeter Kritik.
“Windows ist nicht fertig. Es braucht eine ganze Menge an zusätzlicher, meist kostenpflichtiger und quellverschlossener Software, um mit einem Windows-Rechner produktiv arbeiten zu können.”
Hier muss ich widersprechen: Gefühlte 95% der Software, die unter Ubuntu läuft kann ich auch unter Windows nutzen. Oder zumindest gibt es für das meiste eine andere freie Alternative, die dann eben nur unter Windows läuft. Mit Firefox, Pidgin, Songbird, OpenOffice, VLC und Thunderbird kann ich quasi meine Grundausstattung direkt von Linux übernehmen. Auch auf ein Großteil der KDE-Sammlung kann man zugreifen…
Das ich mir die Programme erst zusammensuchen muss ist jedoch richtig (dafür muss ich mich unter Ubuntu erst von Sachen wie Evolution oder Ekiga trennen).
21. September 2009 um 14:55 Uhr
@Gast: Ja, da hast Du Recht; das habe ich zuwenig berücksichtigt. OpenOffice und so weiter (auch beispielsweise Audacity) stehen in einer Windows-Version als freie Software zur Verfügung. Müssig ist – wie Du schon geschrieben hast – die Installation, welche nicht wie bei Linux in einem Durchgang erfolgt. Wobei auch beispielsweise audacty unter ubuntu nicht standardmässig auf die Platte kommt. Ich muss es zwar nicht zusammensuchen, aber immerhin noch nachinstallieren.
21. September 2009 um 15:08 Uhr
@Gast, @Roman:
Kommt schon, da gibt es wirklich einen Unterschied!
Ein ähnliches Konzept wie das der Paketquellen fehlt bei Windows (immer noch) völlig. Auch die Möglichkeit, mit einem Kommando, System und Treiber und Anwendungsprogramme zu aktualisieren fehlt.
Unter einem Linux mit Paketverwaltung ist das eine Frage von wenigen Klicks unter Windows muss ich für jedes einzelne Programm oder auch jeden einzelnen Treiber je eine Webseite besuchen, das Installationsprogramm herunterladen und installieren, wenn dafür tatsächlich Adminrechte benötigt werden, folgt häufig auch ein Neustart.
Ja, ich weiss, dass es Software gibt, die nur im Quelltext verfügbar ist, aber auch dort bitte die Kirche im Dorf lassen. Wie viele Programme, die tatsächlich benötigt werden, sind das?
21. September 2009 um 15:18 Uhr
@Dirk: Ja, einverstanden. Das meint ich mit “zusammensuchen” unter Windows; gilt natürlich auch für Updates. Der Paketmanager unter Linux ist halt schon eine sehr feine Sache, ja!
21. September 2009 um 16:00 Uhr
@Dirk
Naja ich vertraue letztlich sowohl bei Closed wie auch bei Open Source Software anderen. Ob ich jetzt irgendwelchen Privatpersonen vertraue, oder einer Firma ist im großen und ganzen egal.
Microsoft hat schon mist gebaut, was Sicherheitslücken angeht und genauso Linux Distributionen (z. B. Debian vor paar Jahren).
Zum Thema Paketverwaltung:
Richtig Windows bietet nicht so umfassende Möglichkeiten, dafür ist man auch nicht so starr auf ein bestimmtes Softwareangebot beschränkt. So kann ich auch noch unter XP hochaktuelle Software installieren, was bei einer so alten Linuxdistribution unmöglich wäre (welche Distribution von 2001 wird denn noch unterstützt?).
Trotzdem kann ich Software zentral deinstallieren bzw. Einstellungen verändern und die Updatefunktion liefert mittlerweile jedes Programm mit.
Bei Linux habe ich hingegen Probleme, wenn ich einfach nur den neuesten Firefox oder die neuesten Nvidia Treiber installieren will. Denn die werden dann außerhalb des Paketverwaltungssystems installiert und es gibt keine zentrale Stelle, wo ich dann diese Softwareprodukte deinstallieren kann.
Die meisten sehen denke ich auch keinen Nachteil darin sich eine setup.exe herunterzuladen und zwei mal draufzuklicken
Zum Thema Investitionssicherheit:
Wenn keine Ressourcen vorhanden sind, wird auch nichts entwickelt.
21. September 2009 um 16:04 Uhr
Und gerade bei Software aus “Drittquellen” vertraue ich erst Recht der Person, weil da kann ich überhaupt nicht nachprüfen, ob sich “Schadcode” im Paket befindet.
21. September 2009 um 16:15 Uhr
@Barristan:
Öffentlichkeit ist schon etwas anderes als Geschlossenheit, egal, ob ich einen direkten oder nur einen indirekten Nutzen daraus ziehe.
Guck mal:
Ubuntu 8.04 LTS – 0% unpatched errors, 0% workaround
http://secunia.com/advisories/.....statistics
Windows Vista – 6% unpatched, 1% workaround
http://secunia.com/advisories/.....statistics
Bei Ubuntu fliessen System, Treiber und Anwendungsprogramme in die Bewertung ein. Bei Windows nur die mitgelieferten Services.
(Secunia ist übrigens anerkannt unabhängig und wird von sehr vielen Firmen verwendet).
Zentral heisst nicht, dass jedes einzelne Programm eine Update-Funktion hat.
Selbst für up-to-date Software gibt es übrigens in den meisten Fällen Paketquellen und (!) ebenfalls die Quelltexte der Software.
21. September 2009 um 16:33 Uhr
In wieweit die Sicherheitslücken schwerwiegend sind ist fraglich.
Außerdem vertraue ich da wieder jemanden anderes nämlich secunia
.
Und wie ich bereits sagte, habe ich keinen Möglichkeit zu überprüfen, ob die Binärpakete, die mir der Distributor oder jemand anderes bereitstellt auch wirklich unter Verwendung des unmodifizierten Quellcodes erstellt wurden.
Ich warte ja schon lange auf den Augenblick, dass das mal jemand ausnutzt und so einen Wurm oder ähnliches in die Systeme einschleußt.
21. September 2009 um 16:44 Uhr
@Barristan:
Probiere es doch!
21. September 2009 um 18:05 Uhr
@Barristan: Dass jemand einen Server eines FOSS-Projektes gehackt hat und den Sourcecode verändert hat, gab es schon einmal. Dummerweise ist es solange schon wieder her, dass ich nicht mehr weiss, um welches Projekt es sich handelte (und somit keine Suchbegriffe habe). Wenn ich es nicht in falscher Erinnerung habe, wurde es nach relativ kurzer Zeit entdeckt.
Zum Thema Unterstützung von aktueller Software bei Windows: die Aussage, dass diese noch auf alten Windows-Systemen läuft, stimmt nach meiner Einschätzung nur bedingt. Zum einen werden relativ hohe Patch-Stände (d.h. Service Packs) benötigt, wobei diese teilweise schon das gesamte Betriebssystem ausgewechselt haben, zum anderen liefern viele die benötigten DLLs mit (soweit ich es einschätzen kann). Bei manchen werden einzelne Funktionen nicht unterstützt (aktuell: Steuer-Spar-Erklärung läuft zwar unter Win98 und WinMe, man kann aber die ELSTER sowie den PDF-Druck nicht nutzen).
Sowohl rein vom Vertriebskonzept als auch vom Aufbau des Betriebssystems werden aber da “Äpfel mit Birnen” verglichen.
“Mein” sc von 2001 (consolen spreadsheet) kann ich immer noch compilieren, und auch meine LaTeX-Dokumente aus dem letzten Jahrtausend (klingt ja toll…) kann ich aber immer noch öffnen, wenn die Datenträger noch mitspielen…
)
21. September 2009 um 20:03 Uhr
@Dirk
Bei mir wäre das sicher zum Scheitern verurteilt, das müsste jemand machen, der schon längerezeit recht zuverlässig Pakete baut und bereitstellt.
Aber evtl. hat ja Linux irgendwann mal so viel User, dass auch die ganzen Anhangöffner es benutzen und man kann denen dann einfach ein .deb per E-Mail schicken und sie installieren es sofort, wie sie es bei Windows mit .exe Dateien tun
. (Aber da Linux nie groß über 1% Marktanteil) auf dem Desktop rauskommen wird, ist das eh irrelevant
@Michael
Es geht weniger um Server hacken, sondern vielmehr darum sich in die Community einzuschleußen oder Communitymitglieder, die für die Paketierung verantwortlich sind zu bezahlen, damit sie Schadsoftware in die Pakete packen.
Diablo 2 läuft hier auf Vista problemlos. Heroes of Might and Magic läuft ohne Patch auf einem aktuellen Linux nicht.
21. September 2009 um 20:27 Uhr
@Barristan:
Dummheit der Nutzer mit Adminrechten kann man mit keiner Sicherheitsvorkehrung bekämpfen. Bezüglich Deiner Einschätzung der Verbreitung kann ich nur sagen, dass auch das schon von Apple behauptet wurde. Sie haben – nachdem sie BSD als Grundlage genommen hatten – mit sehr guten Konzepten durchgestartet und mittlerweile über 10% Marktanteil erreicht.
Schauen wir einmal in welche Richtung das mit Linux geht. Wenn es auf dem Desktop ein Nischensystem bleibt und nur auf Servern, Embedded-Geräten und Routern die Mehrheit hat, reicht mir das auch. Ich habe da keinen Ehrgeiz.
21. September 2009 um 20:41 Uhr
Die meisten Schadenprogramme sind ja heutzutage Würmer und für die braucht man nicht einmal Adminrechte, da E-Mails versenden und Kontaktdatenauslesen auch ohne geht.
Zum Thema Mac OS: Laut meinen Informationen hat Mac OSX etwa 5% Marktanteile auf dem Desktop: http://marketshare.hitslink.co.....px?qprid=8
99% der Mac User werden nicht mal wissen, dass der Kernel auf dem Kernel von FreeBSD basiert (richtig nur der Kernel viel mehr wurde nicht genommen). Die Frage ist doch, warum haben sie beispielsweise nicht auch X11 bzw. xorg genommen? Warum will Google xorg durch was eigenes ersetzen?
Du weißt auch, dass MacOSX keine Paktverwaltung hat, oder?
.
Von der Intuitiven Bedienung ist Mac OSX näher an Windows dran als an gnome oder kde.
Ohne größere Marktanteile wird kaum ein Hardware- oder Softwarehersteller Linux ernst nehmen (leicht macht man es denen ja eh nciht bei Linux, dank Free Software Fundamentalisten, kein Treiber ABI, kaum stabile APIs)
22. September 2009 um 08:06 Uhr
Hast Du Dir einmal die Basis für die Statistik angeschaut? Wenn ich ein bisschen suche, finde ich bestimmt eine, die Mac OS X einen Marktanteil von 20% bescheinigt …
Es geht nicht um das Wissen, sondern darum, dass Open Source Software die Basis eines erfolgreichen Betriebssystemes. Mac OS X kommt für mich allerdings aus verschiedenen Gründen nicht in Frage, einer davon ist die fehlende Paketverwaltung (aber das ist beileibe nicht der Hauptgrund).
Wenn ein Betriebssystem intuitiv ist, dann Mac OS X, davon sind Windows und jeder Linux-Fenstermanager noch meilenweit entfernt.
Ja, ich weiss, dass es schwierig ist …
22. September 2009 um 09:43 Uhr
@Dirk und Barristan: bzgl. der Paketverwaltung bei MacOS X würde ich es nicht ganz so stehen lassen. Die meisten Programme unter MacOS X werden dadurch installiert, dass man sie in das “Programmverzeichnis” schiebt. Gelöscht werden sie, indem sie in den Papierkorb geschoben werden. Bei einigen weiteren Programmen existiert ein Installationsprogramm, wobei auch diese häufig dadurch gelöscht werden, indem sie einfach in den Papierkorb verschoben werden.
Die Crux ist, dass – ähnlich wie bei Ubuntu beim “Hinzufügen/Entfernen…” – dass die Einstellungen nicht entfernt werden und “Otto-Normalanwender” auch nicht bekannt ist, wie er diese herausbekommt.
Treiber und Erweiterungen (z.B. für Safari oder Mail) werden ebenfalls durch das Prinzip nicht erfasst, wobei sie eigentlich auch nicht wirklich von Apple gewollt sind. Bei einem Mac gilt, dass Hardware entweder sofort läuft oder gar nicht. Irgendetwas dazwischen (wie es n.m.E. bei Linux eher üblich ist) gibt es nur selten (wobei ich natürlich “leider” keine Hardware-Farm habe, um wirklich es beurteilen zu können
).
Das Prinzip hinter der “Paketverwaltung” (die Programme bleiben bei Mac OS X auch nach der Installation noch ein Paket) ist bei Mac OS Geschmackssache und sicherlich nicht ein Hauptnachteil. Die würde ich eher bei den Punkte sehen, die im Hauptartikel zu Windows 7 stehen.
22. September 2009 um 09:58 Uhr
@Michael: Zur Paketverwaltung: Wie aktualisierst Du?
22. September 2009 um 10:25 Uhr
@Dirk: das läuft ähnlich wie bei Windows: entweder es wird die Apple eigene Aktualisierungsfunktion genutzt (eigentlich nur für Apple-Produkte und von Apple gelieferte Treiber von Drittherstellern) oder über die Programme selber. Sehr viele Programme haben eine “Nach-Hause-Telefonieren”-Funktion, über die dann über Aktualisierungen informiert wird und diese auch eingespielt werden kann. Mir fallen nur sehr wenige Programme ein, die diese Funktion nicht haben.
Aber: Wieso sollte man andere Produkte verwenden als die von Apple? MacOS mit iLive, iWork und MobileMe mit zusätzliche der TimeMachine oder einem Airport Extreme sowie einem iPod/iPhone müssen doch für den Heimanwender vollkommen ausreichen, oder?
Letztlich wäre sicherlich der Aufschrei groß, wenn Micorosft oder Apple für ihre Betriebssysteme eine Art “Software Store” anbieten würden bzw. Produkte mit dem Betriebssystem so verbinden würden, wie es bei Ubuntu der Fall ist. Beim IPhone ist es schon ein wesentlicher und ein erheblicher Nachteil.
22. September 2009 um 10:26 Uhr
P.S. die Ironie-Tags beim mittleren Absatz sind leider verschwunden!
22. September 2009 um 11:52 Uhr
Nun hat es Microsoft sogar geschafft mit ihrer riesigen Marketingmaschine Linux-User einen Bären aufzubinden!
Windows 7 ist definitiv nur ein nachgebessertes Vista. Wer mal wirklich ernsthaft beide Systeme vergleicht, wird dem zustimmen!
25. September 2009 um 15:19 Uhr
Jetzt muss ich auch noch seinen Senf dazugeben. Ihr lasst Euch ja ganz schön einlullen, man hat das Gefühl, dies sei ein OSX-Forum
Ich flame vielleicht etwas, weil Freitag ist, aber am Schluss schreibe ich noch was versönliches.
Wenn ich ein Produkt kaufe, aber damit nicht anstellen kann oder darf, was ich will resp. es mir nicht einmal richtig gehört, bekomme ich das Gefühl, ein dummer und verarschter Konsument zu sein. Vielleicht sind wir das ja auch, aber es ist im Gegensatz einfach ein sehr befriedigendes Gefühl, wenn man den Computer dahin bringt, dass er einem die Arbeit wirklich erleichtert, am besten sogar abnimmt. Die Dinger sind schliesslich unsere Werkzeuge! Ich bin mit Unix-Servern gross geworden, daher weiss ich, wie Standardaufgaben effizient erledigt werden können, damit mehr Zeit für die spannenden und kreativen Dinge bleibt. Wenn ich Leute sehe,die mit Windows “arbeiten”, werde ich zappelig. Beispiel: SSH-Session auf alle Server: Da öffnet man 10mal den Putty (wenn es erlaubt ist, dieses zu benutzen). Noch ein Beispiel: Textersetzung in allen Dateien mit abc im Namen mit einem regulären Ausdruck? Da sehe ich sie Word, Wordpad oder Notepad öffnen, in 3 Stunden ist es erledigt, wenn die Aufgabe nicht sowieso schon als “zu mühsam” abgelehnt wurde (ja, versucht mal einem eingefleischten Windows-Benutzer eine simple Aufgabe mit Text-Dateien zu geben). Das wäre absolut kein Thema, wenn es sich um normale Benutzer handeln würde, aber diese Leute bezeichnen sich selbst als Informatiker, da wird es dann schnell mal etwas peinlich.
Fazit: Windows ist für mich eine Spielkonsole, oder die Umgebung, zu der man in grossen Firmen genötigt wird, aber so richtig Arbeiten damit kann man erst nach vielen Installationen von Helferprogrammen, die allesamt nur die Unix- resp. GNU-Programme imitieren, die es seit uber 25 Jahren gibt (Stichwort sed, awk).
Ich hoffe, dass kllingt jetzt nicht zu elitär, aber man kann manchmal nicht vermeiden¸ ein paar Leuten auf die Füsse zu treten, die zu grosse Schuhe anhaben…
Zur Versöhnung: Ja, Windows 7 und OSX sehen beide exzellent aus, was die grafische Oberfläche betrifft und ich finde den Kontrast äusserst angenehm. So etwas erreicht man selbst mit KDE 4.3 nur mit erweiterten Konfigurationen.
Liebe Grüsse
Chris
22. November 2009 um 20:22 Uhr
Hallo,
ich habe mal eine Frage. Funktioniert in der virtual Box alles genau wie ohne bei einem Test von von Windows 7? Der Hintergrund
Ich habe kommende Woche Verteidigung und danach möchte ich die Standardkonfig des Notebooks (Vista) platt machen und Ubuntu wieder drauf machen. (Never change an running system) Und danach in der Virtual Box Vista testen bzw. nutzen. Welche Einbußen habe ich
Viele Grüße
Marcus Radisch
Zum meinem Vorredner: Ich kenne beides gut, Linux und Windows und bin vielleicht zwangsweise auch hier und da ein wenig zu Hause. So 100% Glücklich bin ich weder bei Windows noch bei linux. Ich hasse die Diskussion welches das bessere ist, denn es ist im Grunde auch egal. Der Nutzer des Systems muss damit klar kommenen. Wenn er damit klar kommt, dann ist doch ok, da muss sich keiner verärgert fühlen, weil man sein lieblingsbetriebssystem nicht nutzt. (Ich unterstelle keinem eine Verärgerung!)
22. November 2009 um 20:45 Uhr
@Marcus Radisch: Einbussen hast Du allenfalls in der Performance, je nach dem, wie üppig Du die VM ausstattest. Und ansonsten eigentlich bloss bei den Dingen, die sich nicht virtualisieren lassen (Modem et.). Wenn Du es aber als Hauptsystem nutzen willst, würde ich es nicht virtualisieren, sondern umgekehrt.
22. November 2009 um 21:19 Uhr
@Roman Hanhart
nein nein Hauptsystem ist übertrieben mal testen und Windowswissen auf den neusten Stand bringen…