XFS unter Ubuntu nutzen

Bei Dirk las ich von seiner neuen USB-Festplatte, welche er als Backup-Medium unter dem Dateisystem XFS einsetzt. XFS ist wohl das einzige Dateisystem, bei dem eine Datei gleich gross sein darf, wie die maximale Grösse einen Datenträgers. Ausserdem bietet es eine ganze Menge Vorteile (beispielsweise lässt es sich im eingehängten Zustand vergrössern), liegt unter GPL und ab dem Linux-Kernel 2.4 ist es praktisch überall einsetzbar. Da ich seit einigen Monaten ebenfalls eine USB-Festplatte mit einer “verkaufstechnischen” Grösse (Die Jungs der grossen Hardware-Distributoren rechnen dezimal bei der Grössenbezeichnung.) von einem TB nutze, wollte ich gerne testen, ob auch ich XFS zum Rennen kriege.

Unter Ubuntu steht XFS von Haus aus zur Verfügung. Allerdings sind standardmässig noch nicht alle Tools installiert. Das ist aber schnell nachgeholt. Zwar sind die nicht unbedingt nötig, aber gewisse Aufgaben lassen sich nur damit ausführen. Achtung: Das Paket xfs ist etwas ganz anderes und muss für das Dateisystem FXS nicht installiert werden. Für XFS gibt es die beiden Programme xfsprogs und xfsdump.

sudo apt-get install xfsprogs xfsdump

Mit xfsprogs können Reparatur- und Verwaltungsaufgaben durchgeführt werden, xfsdump bietet Unterstützung für Sicherungen, Wiederherstellung und Optimierung. Ein Datenträger unter Ubuntu lässt sich mit GPardet GParted auf XFS formatieren. Dabei gehen die bestehenden Daten auf dem zu formatierenden Datenträger verloren. Das ist eigentlich klar, aber besser, es wird noch einmal darauf hingewiesen.

Danach steht das Laufwerk zur Verfügung und kann sogleich eingehängt und benutzt werden. Wer daran interessiert ist, kann sich das Logfile dazu ansehen. Es kann als HTML-Datei abgelegt werden. Falls Verschlüsselung ein Thema ist, so sollte sie gleich zu Beginn eingesetzt werden, sonst muss man noch einmal von vorne anfangen. Ich setze hier keine Verschlüsselung ein. Soweit ich gesehen habe, ist es nicht ohne weiteres möglich, XFS-Partitionen zu verschlüsseln. Auf Datei-Ebene geht es aber allemal, zum Beispiel mit GnuPG.

USB-Laufwerke werden unter Ubuntu automatisch eingehängt und unter /media/DatenträgerName gemountet. Bei mir musste ich auf dem Datenträger noch Rechte vergeben, damit ich darauf schreiben konnte. Danach konnte ich meine Backups darauf schreiben. Sicherungen sind ja wichtig, aber verheissungsvoller sind Wiederherstellungen. Deswegen schreibe ich meine Daten immer 1:1 auf den Datenträger und behalte jeweils zwei alte Versionen. Der Rest wird gelöscht. Daten, die auf der Quelle gelöscht werden sollen, kommen auf der USB-Festplatte in den Ordner Archiv. Zusätzlich nutze ich noch Unison, um meine Daten mit dem lokalen Server zu synchronisieren. Ganz gute Programme sind sbackup oder Back in Time, um das Ganze zu automatisieren und gleichzeitig ein GUI für das Einrichten der Sicherung zu haben.

Der Datenträger läuft ganz ordentlich unter XFS. Probleme könnten auftauchen, wenn der Datenträger zwischen einem 32- und 64bit-System aus angehängt und Daten darauf geschrieben würden. Ich konnte allerdings keine Probleme erkennen. Ich lese und schreibe ab meinem ThinkPad R61 mit Ubuntu Karmic Koala 64bit und auch mit dem EEEPC 1000H und Ubuntu Karmic Koala 32bit. Funktioniert tadellos. Ein Dankeschön geht an Dirk für den Hinweis auf XFS.

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7 Kommentare to “XFS unter Ubuntu nutzen”

  1. trompetenkaeferNo Gravatar schrieb:

    “Ubuntu lässt sich mit GPardet auf XFS”

    Die Software heißt GParted ;)

  2. Roman HanhartNo Gravatar schrieb:

    Danke, trompetenkäfer ;-)

  3. Raptor 2101No Gravatar schrieb:

    Du solltest noch erwähnen, das XFS den “Vorteil” hat, extrem viel im Speicher zu machen, bevor es auf die eigendliche Harddisk losgeht. Man sollte daher beim “abziehen” der Platte gut aufpassen! Immer schön mit “unmount” arbeiten!

  4. Roman HanhartNo Gravatar schrieb:

    Ja, das stimmt, Raptor_2101. Dafür ist das Schreiben schneller, wenn auch auf diesem Weg etwas gemogelt.

  5. ChristianNo Gravatar schrieb:

    Ich würde eher überlegen vielleicht Reiser4 einzusetzen, vor allem mit gzip Option sollte es deutlich schneller sein als XFS.

    Schon mal ausprobiert?
    http://web.archive.org/web/200.....hmarks.htm

  6. Raptor 2101No Gravatar schrieb:

    Das schreiben ist nicht nur “gemogelt” schneller. Es geht halt optimiert raus. Muss man blos wissen. Man sollte auch wissen wo XFS herkommt. Aus einer Großrechner-Umgebung. Das FileSystem geht davon aus, immer “sauber” unmounted zu werden.

  7. Dirk DeimekeNo Gravatar schrieb:

    @Christian:

    Ich würde keinem Test trauen, wenn Du ihn nicht selber durchgeführt hast. Dein eigener Anwendungsfall wird durch keinen Test abgedeckt.

    @Raptor:

    Das ist ja gerade der Vorteil von XFS und macht es zu einem sehr performanten Dateisystem. Gerade in Bezug auf USB-Platten, bei denen die USB-Verbindung langsamer ist als normalen Festplattenverbindung (SATA, EIDE, SCSI, …) macht sich das sehr stark bemerkbar.

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