Zurück zu Debian Lenny

Nach langer Abstinenz wage ich nun endlich wieder einen Schritt weg von Ubuntu und damit näher an die Quelle: Nämlich zu Debian. Die aktuelle stabile Version Lenny 5.01 habe ich als Version installiert, die sich – ganz ähnlich wie Ubuntu – grössenteils über das Internet installiert. Dadurch entsteht der Vorteil, dass das installierte System aktuell ist und damit keine Updates mehr nötig sind, zumindest sofort.

Lenny hat sich ja gemacht und bietet nun einige Vorteile, die es zuvor bei Debian eher weniger gab. Debian 5.01 sei für den Desktop Betrieb für die breite Masse optimiert, las ich mal irgendwo in einer Möchtegern-Fachzeitschrift. Nun, wer Ubuntu kennt, dürfte auch mit Debian mehr oder weniger zurechtkommen, mindestens in den trivialen Angelegenheiten. Und genau so ist es mir auch ergangen.

debian

Bei der Installation auf meinem Thinkpad R61 begegnete ich bloss zwei Herausforderungen, beide betrafen die Hardware. Zunächst musste ich die WLAN-Anbindung zum Laufen bringen, wobei Debian bei der Installation festgestellt hat, dass der Treiber iwlwifi-4965-1.ucode nicht zur Verfügung stünde und er bereits jetzt per USB-Stick dem System zugeführt werden könne. Ich habe es aber vorgezogen, die Installation nachher zu machen, da die Anbindung per Kabel an das Internet funktionierte.

Nach der Grundinstallation lief alles bestens, bis auf das WLAN und die NVIDIA-Karte und dessen Treiber. Das WLAN brauchte ich sehr schnell auf die Reihe:

apt-get install firmware-iwlwifi

und danach ein

modprobe iwl4965

und das war es dann schon; das WLAN läuft. Auch die Nvidia-Karte lief recht schnell, denn es braucht dazu bloss ein paar Befehle. Zunächst werden die Module heruntergeladen:

apt-get install nvidia-kernel-common module-assistant

Danach folgt die eigentliche Installation, welche bei mir auf Anhieb funktioniert hat:

module-assistant prepare
module-assistant auto-install nvidia
apt-get install nvidia-glx

Anschliessend musste ich bloss noch ein paar Zeilen in der xorg.conf anpassen. Falls keine 3D-Effekte gewünscht sind, reicht diese eine Sektion:

vim /etc/X11/xorg.conf

und dort dann die Sektion Device editieren oder neu erstellen:

Section “Device”
Identifier “NVIDIA Corporation NVIDIA Default Card”
Driver “nvidia”
EndSection

Anschliessend neu am Gnome anmelden und das Zeug ist gegessen; alternativ könnte auch dieser Befehl, der die X-Server-Konfiguration neu einliest, schon reichen:

dpkg-reconfigure -phigh xserver-xorg

Weitere Einstellungen an der NVIDIA-Karte lassen sich per folgendem Befehl bewerkstelligen, sofern das gleichnamige Paket installiert ist:

nvidia-settings

NVIDIA X Server Settings

Ich bin mal gespannt, wie lange ich bei Lenny ausharre oder ob ich wieder zurück zu Ubuntu wandere. Bis jetzt scheint alles bestens zu sein und die Verrichtungen, welche ich per Rechner abwickeln will, lassen sich alle auch per Debian erledigen.

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27 Kommentare to “Zurück zu Debian Lenny”

  1. cLinxNo Gravatar schrieb:

    Lenny ist 5.0 und nicht 5.1

  2. Dirk DeimekeNo Gravatar schrieb:

    Ich warte auf Deinen Erfahrungsbericht bei Kernel-Updates und ob es da immer noch nötig ist, die Module neu zu kompilieren.

  3. Roman HanhartNo Gravatar schrieb:

    @cLinx: Ja klar! Ich meinte 5.01 ;-)

    @Dirk: Da warte ich auch drauf, das könnte nämlich ein KO-Kriterium sein.

  4. SomeoneNo Gravatar schrieb:

    5.01 ist leider auch falsch. 5.0r1 wäre richtig.

    Bitte korrigiere auch beide Versionsnummern im Text ;)

  5. OttiNo Gravatar schrieb:

    Dann bin ich dir wohl einen kleinen Schritt hinterher. Nachdem ich von Ubuntu auf die KDE 4.3Beta Oberfläche gewechselt war, von dieser aber etwas enttäuscht bin, lade ich mir im Moment Debian Lenny herunter. Ich wollte auch einmal den Weg zum “Muttertier” wagen, besonders weil es ja doch auch recht viele negative Stimmen zu Ubuntu gibt, ins besondere aus dem “Geek-Lager”. ;)

    Sollte sich Lenny tatsächlich als so stabil beweisen, wie ich es mir erhoffe, wird das wohl mein “Uni-Betriebssystem” auf meinem R400 werden, weil mir da ein dauerhafter und stabiler Betrieb wichtiger ist, als absolute Aktualität.

  6. Roman HanhartNo Gravatar schrieb:

    @Someone: Mittlerweile ist es sogar die Version Debian Lenny 5.02, ganz offiziell, gemäss HardInfo ;-)

  7. OtiumNo Gravatar schrieb:

    @Roman
    Willkommen bei der Mutter so vieler Distris! Der einzige Grund, von Debian wieder zu Ubuntu zu wechseln, wäre gelegentlich die nicht aktuellste Version einer Software. Da ist Debian infolge eines gestreckteren Releasezyklus immer etwas ‘hinterher’.

    @Otti
    Wegen Stabilität musst Du Dir bei Debian keine Gedanken machen – das ist gerade das hervorzuhebende Merkmal!

  8. WulfiNo Gravatar schrieb:

    @Dirk: Debian geht hier zwei verschiedene Wege. Bei normalen Updates des Kernels wird der alte ersetzt und ein neu kompilieren der Module ist nicht notwendig.
    Gelegentlich macht ein Update den neuen Kernel aber inkompatibel zum alten Kernel (gabs bei Lenny bisher einmal!) und dann müssen auch die Module (i.d.R. der Grafiktreiber) neu kompiliert werden.
    Ich hab nvidia.run immmer bei mir im Downloadordner, dann ist das eine Sache von 10 Sekunden.

  9. Dirk DeimekeNo Gravatar schrieb:

    @Wulfi: Ich bin vor einigen Jahren von Debian zu Ubuntu gewechselt, weil ich bei jedem Patch des Kernels (so kam es mir vor) den WLAN-Treiber neu übersetzen musste.

    Klar, das ist machbar, aber es macht keinen Spass.

  10. ChristophNo Gravatar schrieb:

    Also ich habe genau das Umgekehrte getan, und bin vor kurzem zu ubuntu gewechselt. Davor habe ich debian unstable benutzt – stable ist einfach oft zu veraltet. Dafür ist stable sehr stabil. Dafür ist es gemacht.
    Wenn überhaupt Desktop-Debian, dann Testing. Stable ist was für Server und vielleicht große Rechnerpools, die man maintainen muss.
    Ich persönlich finde an Ubuntu gut, dass es viele Treiber hat, aber die ganzen Hook-Scripts und GUIs funktionieren bisweilen nicht wirklich. Da muss man dann wie in Debian ran.

  11. OttiNo Gravatar schrieb:

    @ Christoph
    So wie das klingt, ist für mich ja eigentlich nicht einmal ein Grund vorhanden zu Debian zu wechseln. Ich hatte eigentlich nie wirklich Probleme mit (K)Ubuntu, außer wenn ich Beta-Software, wie etwa KDE 4.3 oder ähnliches verwendet habe.
    Um ganz ehrlich zu sein: Ich weiß noch nicht genau, was ich mir von Debian selbst verspreche, aber ausprobieren werde ich es sicher dennoch mal. An sich unterscheiden sich die beiden Systeme ja nicht wirklich, richtig? Laufen also alle Treiber gut mit Debian, so kann ich auch dazu greifen. Beim selbst kompilieren bin ich wohl noch nicht ganz so weit.

  12. Christian ImhorstNo Gravatar schrieb:

    Auf meinem Notebook bin ich auch schon länger wieder zu Debian Testing zurückgekehrt. Hier nutze ich KDE 4.2. Das angenehme an dem Switch ist, dass Debian viel flüssiger und schneller auf dem Notebook läuft. Und in Testing ist die Software auch recht aktuell.

  13. WulfiNo Gravatar schrieb:

    Das Releasekonzept ist einfach ein anderes. Wer lieber kleine Updates alle paar Wochen macht und nicht alle halbe Jahr ein riesen Update ist bei Debian Testing gut aufgehoben. Es ist ja auch längst nicht so brandaktuell (und damit fehleranfällig) wie z.B. Arch.
    Bei eventuell fehlenden Programmen muss man eben kein halbes Jahr warten.
    Ansonsten gibt es nicht viele Vorteile.

  14. Roman HanhartNo Gravatar schrieb:

    @Wulfi: Den Hauptvorteil sehe ich im Performance-Gewinn, bei der stabile Version, meine ich. Die ist deutlich schneller als irgend ein Ubuntu.

  15. Dirk DeimekeNo Gravatar schrieb:

    Das möchte ich gerne hinterfragen. Wenn Du ein minimales Ubuntu aufbaust und den ganzen “Schnick-Schnack” weglässt, wird Ubuntu vermutlich nicht langsamer sein als Debian.

    Für eine Defaul-Installation gebe ich Dir aber in jedem Fall Recht, da ist Debian um Klassen schneller als Ubuntu.

  16. OtiumNo Gravatar schrieb:

    Wer Debian und aktuell haben möchte, ist bei sidux bestens aufgehoben. Lohnt sich zu testen und durch das rolling release ist man immer auf dem Laufenden.

  17. WulfiNo Gravatar schrieb:

    Gerade eben ist hier (Debian Testing) ein Update für den 26er Kernel eingetrudelt. Da es als Update des 2.6.26-2 Kernels installiert wurde war kein Neukompilieren des NVIDIA-Treibers notwendig.
    Das bestätigt meine obige Aussage, dass nur in Ausnahmefällen neu kompiliert werden muss.

    @Roman: Einen Peformancegewinn im Vergleich zu Hardy? Konnte ich bisher nie feststellen, auch nicht im Vergleich des aktuellen Testings zu Jaunty.

    @Otium: Warum muss eigentlich immer und überall für Sidux missioniert werden? Mal davon abgesehen, dass ich Versionsgeilheit noch nie was abgewinnen konnte. Mein Laptop rennt garantiert nicht besser weil irgendwo eine Lib eine Versionsnummer höher ist. Wenn man gezielt neue Pakete braucht kann man sich die ohne Probleme aus dem Sid-Tree ziehen.
    Dieses offensive Werbung machen ohne auf die Gefahren hinzuweisen, finde ich gemeingefährlich. Debian Sid ist nichts für den Normalanwender.

  18. OtiumNo Gravatar schrieb:

    @Wulfi
    Wenn Du die Kommentare gelesen hättest, dann wäre Dir aufgefallen, das als Nachteil angeführt wurde, das Debian nicht die neuesten Versionen der Anwendungen hat. Das ist bekannt. Ich verwende auf einem Laptop Debian Lenny und habe auf einem anderen sidux. Mit missionieren hat das Nichts zu tun und auch nicht mit ‘Versionsgeilheit’ (was ist das überhaupt?).
    sidux aktuell zu halten, ist auf keinen Fall ‘gemeingefährlich’ – ich habe damit nicht mehr und nicht weniger Probleme, wie mit anderen Distributionen auch. Vor einem update schaut man ins Forum und wenn es dort eventuell kritische Anmerkungen gibt, wartet man halt, bis das Problem gefixt ist. Wie gesagt – ich hatte noch nie ein Problem mit sidux.

  19. WulfiNo Gravatar schrieb:

    Ja aber dann schreib bitte komplett: Ich empfehle Sidux aber ihr müsst ins Forum schauen bevor ihr updatet. Ohne diesen Nachsatz ist die Benutzung von Sid nicht zu empfehlen und der Rat deshalb gemeingefährlich.

    Versionsgeilheit ist das ständige haben-wollen von neuen Versionen ohne erkennbare Gründe. Bei Debian Lenny wurde allenthalben gemotzt es würde nur KDE 3.5.9 und nicht 3.5.10 ausliefern. Das ist Versionsgeilheit!
    Wenn man eine neue Version aufgrund neuer Funktionen oder Bugfixes haben möchte ist das was anderes.

    Ich halte Sid-Nutzer deshalb für versionsgeil, weil die täglichen Updates meistens kaum einen realen Gewinn haben. Schaut man sich Testing und Sid im Vergleich an sind die wesentlichen Komponenten auch in Testing zu finden (KDE 4.2, Gnome 2.26 z.B.).

    Die veralteten Pakete fielen obem im Zusammenhang mit dem stable-Zweig. Ein Verweis auf Debian Testing ist da völlig ausreichend, es muss nicht immer Sid sein.

  20. pluvoNo Gravatar schrieb:

    Hallo!

    Wenn man es ganz genau nimmt, ist das die Versionsnummer 5.0.1 und jetzt 5.0.2.

    https://debianforum.de/forum/viewtopic.php?f=1&t=111901

    mfg pluvo

  21. shakalNo Gravatar schrieb:

    Was ich ja schon wieder peinlich finde ist die Tatsache, dass hier jeder auf die exakte Versionsnummer rumtackert. Ich finde es gut, dass Du grundlegend hier einfach weiterhin Deine Erfahrungen publizierst und schaue wieder rein, da auch ich derzeit erwäge, wieder zurück zur Quelle zu gehen.

  22. Dirk DeimekeNo Gravatar schrieb:

    Na, ja, dieses Verhalten ist dann auch “typisch Debian” …

  23. Bastelrechner: Notes to self |ryuus Hort schrieb:

    [...] könnte vertragen, daß ich mal die nvidia-Treiber installiere (wie es geht, hat Roman hier beschrieben). Mit 3D-Unterstützung könnte ich nämlich Compiz Fusion und damit so [...]

  24. sirousNo Gravatar schrieb:

    Hallo,
    Ich habe Debian Lenny v. 506 (DVD_Version 64 Bit)installiert. Ich habe Lenny ohne jegliche weiteren Servertypen (http, ftp, filesever…) installiert. Ich habe nur Desktop Gnome mit installiert. Die Installation ist glatt zu ende gegangen. Aber der Server fährt hoch und nachdem ich mich gemeldet habe(ca 1 min.), friert der Rechner bzw. Gnome ein und er bleib stehen. aber ich habe mit Alt + F2 zugriff an Konsole. da ich an Internet angeschlossen bin, mache ich per Befehl apt-get update eine Update, aber der Fehler bleibt stehen. sobald ich in Konsole mich befinde, kann ich arbeiten, komme aber zu Gnome zurück, bleibt Rechner stehen. Ich glaube, es liegt an Gnome. Ich habe deine Seite in Internet gesehen, hat es mir vom Inhalt gut gefallen. Hast du Vorschläge, woran es liegen könnte?
    für jede Hinweis werde ich sehr dankbar sein.
    ciao sirous Berlin

  25. sirousNo Gravatar schrieb:

    Hi,
    Ich habe ein bisschen genauer die xserver.org betrachtet und stellt fest dass in der Datei /var/log eine Datei xorg.log gibt, die genau die Grafikkarte beschreibt. Bei mir am Ende dieser Datei kommt success. ich nehme an dass meine Vermutung falsch ist und die Absturz mit der GK nicht zu tun hat. Trotzdem das Problem die gleiche geblieben. Irgendeine Hilfe von Gentelmen, die hier so viel Ahnung mit Linux und Debian haben. Ich bin nämlich Anfänger.
    Danke voraus und hoffe auf ein baldige Lösung.
    mfg sirous

  26. Roman HanhartNo Gravatar schrieb:

    Für solche Anfragen bist Du sehr gut beim Forum auf debian.de aufgehoben. Dort wird Dir kompetent und schnell geholfen: http://debianforum.de/forum/

    Dieses Blog hier ist nicht für Support-Anfragen geeignet. Danke für Dein Verständnis!

  27. Bastelrechner-Update: Grafikkarten-Treiber installiert |ryuus Hort schrieb:

    [...] Liste ist erledigt: Ich habe die Treiber für die Nvidia-Grafikkarte installiert, nach dieser Anleitung von Roman. Bringt aber nicht so sonderlich viel und war viel Aufwand. Bis ich die Tastaturbelegung [...]

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