Archiv für die Kategorie ‘Services’

Der Ubuntu-Wochenrückblick stirbt noch einmal

Dienstag, 21. Dezember 2010

Ziemlich genau vor einem Jahr schrieb ich schon einmal trauernde Worte rund um den Ubuntu-Wochenrückblick. Damals entschied man sich, den Rückblick zugunsten einer kurzen Zusammenfassungen sterben zu lassen, was dann aber doch nicht geschah. Der UWR bestand weiterhin, bis heute. Und ich durfte die meist sehr gut aufbereiteten Informationen für RadioTux vertonen. Jetzt scheint er wieder auf der Bahre zu liegen; aus denselben Gründen wie letztes Jahr: Es sind zu wenig Menschen da, die sich aktiv beteiligen wollen und / oder können. Das Zusammentragen und Redigieren der Infos rund um Linux und Ubuntu geschieht nicht von alleine; es braucht Einsatz, Zeit, Lust und Engagement.

Im Moment meine ich zu erkennen, dass es der deutschen Ubuntu-Community gar nicht so gut geht. Vieles geht schief, an machen Orten passiert gar nichts und dort, wo noch gearbeitet wird, müllt man sich mit internen Regeln dermassen zu, dass ein flüssiges Arbeiten nicht mehr möglich ist. Das deutsche LoCo-Team ist am Ende pfeifft aus den letzten Löchern und damit ist die Durchführung der Ubucon als grösste deutschsprachige Veranstaltung rund um die Gemeinschaft von Ubuntu nicht mehr sichergestellt.

Aus privaten Gründen musste ich mich ziemlich stark aus der Community zurückziehen und komme nur langsam wieder in die Gänge. Offenbar gehört es heute zum guten Ton, diejenigen Posten in der Community zu besetzen, welche am ehesten zu Ruhm und Ehre führen. Dirk hat das neulich treffend beschrieben. Dafür bleiben diejenigen Posten, die Knochen- und Fliessbandarbeit fordern, unbesetzt. Das geschah ganz offensichtlich auch beim UWR-Team. Alleine stemmt ein solcher Rückblick niemand; dazu braucht es ein Team von engagierten “OpenSourclern”.

Es wird deutlich kühler rund um Ubuntu, finde ich. Es gibt sicherlich weitere sehr gute Linux-Distributionen, das steht für mich ausser Frage. Ich entschied mich damals für Ubuntu, weil es einfach zu bedienen ist und weil mich die Gemeinschaft und der Grundgedanke von Ubuntu begeistert hat. Diese Begeisterung verzieht sich langsam, Nebel steigt auf. Selbstverständlich gehöre ich auch zur Gemeinschaft und somit trage meinen Teil an der Verantwortung mit. Ich weiss, dass ich mich noch mehr hätte engagieren können. Es ist alles eine Frage des Masses und – bei offenen Gemeinschaften ohnehin – eine Frage des Wollens.

Gemeinschaften entwickeln sich oder gehen in die andere Richtung, sterben gar. Das gehört zum Leben und zum Sein. Ubuntu hat sich aus meiner Sicht während den letzten Monaten stark verändert; auch durch und mit Canonical. Nicht alles, was passierte, finde ich gut. Einiges davon halte ich für falsch, anderes ist weniger wichtig. Wir werden sehen, was und das Neue Jahr beschert.

Auf jeden Fall ist es mehr als schade, dass der UWR verschwinden soll. Wer Lust und Zeit hat, kann sich gerne einbringen und mithelfen, den UWR am Leben zu erhalten.

Release-Party Lucid Lynx am 1. Mai in Winterthur

Samstag, 03. April 2010

Es dauert ja noch ein paar Tage, bis die neue Ubuntu-Version 10.04 Lucid Lynx in der finalen Version erscheinen wird. Zuvor können wir ja noch die 2. Beta-Version und den ersten und einzigen Release-Kandidaten prüfen. Oder man nutzt einfach das tägliche Abbild und arbeitet damit. Allerdings sollte man das nicht tun, falls man mit dem betreffendem Computer produktiv arbeiten möchte. In dem Fall empfehle ich, noch zum zum 29. April zuzwarten und dann die finale Version zu nutzen. Es handelt sich ja dabei um eine LTS-Version, bei der während drei Jahren Sicherheitsupdates für die Desktop-Version zur Verfügung stehen werden; bei der Server-Variante sind es sogar fünf Jahre. Hardy-Benutzer (Ubuntu 8.04) können direkt auf die neue LTS upgraden.

Mit ein paar Freunden sind wir hier in der Schweiz an der Planung der Release-Party für die neue Ubuntu-Version. Darunter befinden sich Persönlichkeiten wie Daniel Stoni, Gregor Fröhli, Dirk Deimeke und Martin Rudel. Mit dem ZLI (Zürcher Lehrmeistervereinigung Informatik) haben wir eine sehr gute Location gefunden, in der praktisch alles vorhanden ist, was wir brauchen. Die Räumlichkeiten liegen fünf Gehminuten vom Hauptbahnhof zu Winterthur entfernt. Ausserdem unterstützt uns die Firma beltroic IT AG bei unserem Vorhaben. Die Party wird am Samstag, den 1. Mail 2010 ab 15:00 Uhr starten und bis knapp vor Mitternacht dauern.

Das Wikiteam von ubuntuuser.de hat uns freundlicherweise eine Wiki-Seite eingerichtet, auf der wir unsere Party beschreiben und die Details bekanntgeben können. Gregor stellte dazu die URL ubunteros.ch.vu bereit, die auf das selbe Ziel zeigt.

Wir haben bereits einige Ubuntu-Benutzer gefunden, die gerne einen “workshopartigen” Vortrag an der Party geben möchten. Die noch übrigen Slots werden wir wohl auch noch mit Inhalten befüllen können. Unser Flyer wird wahrscheinlich bald fertig werden, so dass wir ihn dann auf elektronischem Weg anbieten können. Verschieden Redaktionen aus der Welt der IT-Zeitschriften für alle Niveaus haben wir angeschrieben und daraus bereits einige Zusagen für die Unterstützung bekommen. Wir möchten Menschen erreichen, die sich noch nicht in den einschlägigen Mailinglisten und Foren bewegen.

Bei Fragen stehen wir gerne zur Verfügung und Ratschläge, Ideen und Kritik nehmen wir sehr gerne entgegen. Einfach in die Kommentare damit oder per Mail an mich senden. Danke!

Endlich Performance auf ubuntuusers.de

Donnerstag, 01. April 2010

Das war der April-Scherz 2010 vom Ikhaya-Team.

Seit Wochen ist es teilweise mühselig auf ubuntuusers.de. Nicht etwa wegen den Inhalten, die bestehen nach wie vor aus einer Substanz der ersten Güte. Vielmehr ärgert mich die Antwortzeit der Server, die bei dem Angebot von ubuntuusers.de eingesetzt werden. Die Maschinen lassen teilweise lange auf sich warten. Umso mehr freut es mich, dass die Kooperation mit Google nun doch noch zustande gekommen ist. Damit erhalten wir bei ubuntuusers.de eine völlig neue Server-Infrastruktur und dazu im Verlaufe der Zeit mannigfaltige Dienstleistungen aus dem Haus Google, die dem ganze Webauftritt und damit unserer Zunft einen grossen Dienst erweisen werden.

Darüber hinaus bietet Google genau dort, wo seine Kernkompetenz liegt, dem Portal seine Dienste an: Bei der lokalen Suche auf ubuntuusers.de. Ab und an passierte es nämlich, dass der Suchdienst auf uu versagt und eine fröhliche 500er-Meldung des Webservers angezeigt wurde, statt dass der Browser die Resultate der Suche präsentiert hätte. Also gewinnen auch in diesem Bereich schlussendlich die Benutzer.

Ich freue mich, dass die Plattform der grössten deutschsprachigen Community nun einen derart starken Partner gefunden hat. Google ist zwar nicht in allen Belangen ein Freund von mir – ich hatte in der Vergangenheit einige Vorbehalte anzumelden – aber in dieser Sache bin ich der Meinung, dass die Community der Gewinner ist. Die genauen Angaben zur Zusammenarbeit zwischen den beiden Parteien gibt es auf Ikhaya zu lesen.

Die erste Mini-Anwendung mit CakePHP

Montag, 22. März 2010

Am vergangen Sonntag durfte ich bei der Schulung von Roland in Sachen CakePHP mit dabei sein. Das Framework interessiert mich an sich und ausserdem sehe ich es als eine Möglichkeit an, damit meine kleinen Webapplikationen neu zu zimmern. Alle Teilnehmer haben ein “nackiges” Framework erstellt und sind von dort aus gestartet. Das ist auch durchaus sinnreich und allemal besser, als wenn wir von Roland ein fertiges Päckli bekommen hätten. Wir haben zwar ein solches Paket erhalten, aber nicht um damit während der Schulung zu arbeiten, sondern um daraus einige Beispiele zu ziehen und natürlich auch für das nachträgliche Studium.

Im Vorfeld habe ich auf meinem kleine EEEPC 1000H einige Vorkehrungen getroffen. Darauf läuft ein Ubuntu 9.10. Es braucht also nicht zwingend ein Server zu sein, auch wenn das natürlich bei einer fertig gebackenen Applikation sinnreich wäre. Aber zum Entwickeln reicht also ein solch kleiner Kerl, der übrigens bloss ein Gigabyte flüchtigen Speicher besitzt.

Manchmal hätte ich aber dann doch lieber ein etwas grösseren Bildschirm gehabt, gerade bei der Ansicht der Konsole, die ab und an eine ziemlich lange “Backliste” anzeigt. Aber es ging letztlich auch so ganz gut. Ich installierte PHP, den Apache Webserver, den MySQL-Server und für mich noch optional PHPMyAdmin. Wer möchte, kann sich natürlich auch über die Konsole die nötigen Datenbanken Tabellen anlegen. Ich mag einfach lieber das GUI.

sudo apt-get install php5 php5-cli mysql-server apache2 phpmyadmin

Wichtig ist, dass beim Apache-Webserver das Modul mod_rewrite aktiviert ist. Das haben wir nach längeren Detektivarbeiten und Dank Ute herausgefunden. Auf ubuntusers.de gibt es dazu einen gesunden Wiki-Artikel. (Heisst es eigentlich einen gesunden Wiki-Artikel oder ein gesunder Wiki-Artikel?)

Anschliessend holten wir uns die aktuelle und stabile Source auf der Website von CakePHP und entpackten sie. Der Apache muss dann auf das Verzeichnis webroot im Baum des Downloads unter app zeigen. Die Datei default im Verzeichnis /etc/apache2/sites-available hat bei mir folgendes Aussehen, allerdings habe ich keine zusätzlichen virtuellen Hosts, sondern bloss eine Site erzeugt. Auch hier hat mich Ute unterstützt:

<virtualhost *:80>
	ServerAdmin webmaster@localhost

	DocumentRoot /home/roman/cakephp/app/webroot
	<directory />
		Options FollowSymLinks
		AllowOverride FileInfo Options

	<directory /home/roman/cakephp/app/webroot>
		Options Indexes FollowSymLinks
		AllowOverride FileInfo Options
		Order allow,deny
		allow from all
	</directory>

	ScriptAlias /cgi-bin/ /usr/lib/cgi-bin/
	<directory "/usr/lib/cgi-bin">
		AllowOverride None
		Options +ExecCGI -MultiViews +SymLinksIfOwnerMatch
		Order allow,deny
		Allow from all
	</directory>

	ErrorLog /var/log/apache2/error.log

	# Possible values include: debug, info, notice, warn, error, crit,
	# alert, emerg.
	LogLevel warn

	CustomLog /var/log/apache2/access.log combined

 Alias /doc/ "/usr/share/doc/"
 <directory "/usr/share/doc/">
 Options Indexes MultiViews FollowSymLinks
 AllowOverride None
 Order deny,allow
 Deny from all
 Allow from 127.0.0.0/255.0.0.0 ::1/128
 </directory>

</virtualhost>

Damit funktionierte CakePHP ganz gut. Die Installation war also recht einfach, die ersten vier kleinen Hürden betreffen die Schreibrechte auf Verzeichnissen, die sichergestellt werden müssen und der “gesalzenen Sicherheit” sind rasch erledigt. Danach kann man bereits loslassen.

Roland hat sein Projekt, das wir ansatzweise an diesem Sonntag erarbeitet haben, in das Netz gestellt, so dass jeder daran partizipieren kann. Auch das ganze Modell und die Anforderungen stehen dort bereit. Die Idee, welche sich hinter diesem Vorgehen verbirgt, soll echte OpenSource-Programmierung abbilden. Jeder von uns kann oder darf einen Teil zu diesem Projekt beitragen, bis ein fertiges Produkt entsteht. So macht “opensourcen” Spass. Ich hoffe, dass ich mir hin und wieder ein Stündchen Zeit nehmen kann, um da mitzuwirken.

Während dem Kurs sind ein paar wenige Bilder entstanden, die ich in eben jener Applikation bereitgestellt habe, die einst durch die neu zu backende Anwendung ersetzt werden soll: In meiner kleinen Bilderdatenbank. An dieser Stelle sende ich ein dickes Dankeschön an Ute und Roland für die Gastfreundschaft und für den interessanten Sonntagnachmittag! Ich komme sicherlich noch einmal auf das Thema zurück und kann dann hoffentlich etwas tiefer über Technisches berichten.

Mediathek für die DACH-TV-Sender

Mittwoch, 10. März 2010

Via Dirks Blog bin ich auf das Programm Mediathek gestossen. Damit lassen sich jene Inhalte, welche von den öffentlich-rechtlichen Sendern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH) stammen, durchsuchen. Konkret können damit aktuell folgende Sender und deren Archive (allerdings nur relativ zeitnah und volumenbegrenzt) verfolgt werden:

Die einzelnen Inhalte können dann per vlc angesehen oder gar per MPlayer lokal kopiert werden. Ich finde das eine ausserordentlich gute Sache, denn die Inhalte jener Sender sind oft qualitativ auf hohem Niveau und sie interessieren mich in einigen Sparten. Bloss stehe ich der Herausforderung gegenüber, dass ich mir gar nicht die Zeit nehmen kann, um alles zu sehen und studieren, was mich interessieren würde. Einmal mehr stehe ich vor der Wahl der Qual.

Installiert braucht die Software im eigentlich Sinne nicht zu werden. Man lädt sich das Archiv von SourceForge herunter, entpackt es an einem geeigneten Ort und kann es sogleich starten. Mediathek ist unter GPL lizenziert. Damit es läuft, braucht es eine Java-Installation. Ich nutze gern Sun-Java und brauche daher das unfreie Paket:

sudo apt-get install sun-java6-jre

Und wenn ich schon dabei bin, hole ich mir auch gleich noch das Plugin für den Browser, das braucht es aber für die Mediathek nicht:

sudo apt-get install sun-java6-plugin

Um die Inhalte abspielen zu können, sollte vlc installiert sein. Das freie Teil Software kriegt man auch aus den Quellen von Ubuntu:

sudo apt-get install vlc

Wer Inhalte lokal abspeichern möchte, sollte dazu noch den MPlayer installieren, den es ebenfalls aus den Repros gibt:

sudo apt-get install mplayer

Damit ist alles vorhanden, was es braucht. Gestartet wird die Mediathek über die Konsole oder über einen Anwendungsstarter:

Dazu muss man sich in dem Verzeichnis, in dem die Datei Mediathek.jar vom Download der Mediathek liegt, befinden und befiehlt dann:

java -jar Mediathek.jar

Und schon läuft das Teil. Zunächst sollte das Archiv heruntergeladenen werden (nur die Meta-Daten dazu) und dann würde ich die Pfade so einstellen, wie mir das passt. Ansonsten ist die Software weitgehend selbsterklärend. Im Archiv des Downloads liegt zudem eine PDF-Datei, in der die Bedienung in deutscher Sprache recht gut erklärt ist. Mediathek läuft auch unter Windows und dem Apfel.

Man kann sich damit auch Sendungen oder Podcasts abonnieren, so dass man jeweils auf dem Laufenden bleibt. Die Inhalte werden nach Sender und Kategorien abgelegt. Ebenso gibt es eine Suchfunktion. Wenn ich einmal ganz viel Zeit habe (darauf warte ich schon ewig), dann wühle ich mich so richtig in diese Datenbank hinein. Eine tolle Sache! Danke für den Tipp, Dirk.

Bilder veröffentlichen ohne fremde Dienste

Donnerstag, 04. März 2010

Seit einer langen Zeit nutze ich Flickr. Das Bilderportal, das im Mitmachstil des Web 2.0 gefertigt ist, bietet einige Möglichkeiten für das Verwalten der eigenen Bilder und natürlich auch, um diese zu verbreiten und zu teilen. In der Mac-Szene, der ich einst angehörte – damals als Apple noch der David und Microsoft als Goliath ihre Rollen spielten – ist Flickr noch stärker verbreitet. Immerhin gehört das Teil nicht zum Google-Konzern, sondern zu Yahoo. Trotzdem stört mich, dass ich keine Kontrolle über den Verlauf und vor allem über die Speicherung der Bilder habe. Deswegen habe ich mir eine einfache, kleine Applikation geschaffen, die meine Bedürfnisse befriedigt. Mindestens einstweilen.

Noch immer betreibe ich ein virtuelles Serverli bei HostEurope, natürlich mit Ubuntu als Betriebssystem. Zwar noch Dapper, aber diese Version wird noch immer mit Updates versorgt. Dort baute ich mir mit MySQL und PHP die Sachen zusammen. Im Bereich PHP bin ich nicht so der Hirsch und so durfte ich bei der Erstellung der Technik einiges lernen. Im Web findet man ja zum Glück zu fast allen Herausforderungen mit PHP eine Lösung; manchmal sogar zu viele (verschiedene) Ansätze. Eigentlich hätte ich gerne mit CakePHP etwas gebaut, aber damit bin ich noch nicht so weit. Ich muss Roland nochmals dazu bringen, dass er erneut eine Session an einem Barcamp irgendwo im nördlichen Halbkreis anbietet.

Im Grossen Ganzen lade ich per PHP ein Bild hoch, vergebe einen Namen, erzeuge daraus ein Vorschaubild, übergebe den Namen als verstecktes Feld einem Formular, mit dem dann die Metadaten zum Bild erfasst werden. Danach wandert alles in eine Datenbank. Die Bilder liegen je in einem Album, welche wiederum in Sammlungen zusammengefasst werden; ganz wie bei Flickr. Dafür habe ich ein Backend erstellt, das multiuser-fähig ist.

Zurzeit suche ich noch nach einer besseren Lösung, um die Bilder automatisch zu verkleinern. Die Qualität passt mir nicht. Ich nutze ImageCreateFromJPEG und seine Artverwandten, dafür währe wohl imagemagick besser geeignet. Das habe ich aber noch nie benutzt; es wäre also höchste Zeit dafür.

Weiter stand ich zunächst bei der Verlinkung der Tags an. Ich schreibe alle Tags pro Bild in ein Feld, getrennt durch Kommas. Das ist wahrscheinlich nicht unbedingt die schönste Form der Normalisierung, aber es klappte dann doch noch mit der Funktion explode, mit der ich den String in ein Array wandeln und dann mit einer for-next-Schlaufe ausgeben kann. Ebenso fand ich bei Laut und Klar eine Anleitung, wie man mit PHP die Exif-Daten eines Digitalbildes auslesen kann. Funktioniert bestens! Daneben habe ich noch eine Kommentarfunktion, RSS-Feeds, Mitteilungen an identi.ca und Twitter, eine Suche, eine Lizenzform pro Bild und verschiedene Formen der Ansicht eingebaut.

Bis auf die Qualität der Vorschaubilder bin ich soweit zufrieden. Das eine oder andere kosmetische Element werde ich wohl noch einbauen und wahrscheinlich auch sonst noch etwas daran feilen. Aber mein Ziel habe ich erreicht: Ein selbstgehostetes Applikatiönli, mit dem ich spätestens an den Linux-Tagen zu Chemnitz einige Bilder präsentieren kann. Die sind ja schon bald; am 13. und 14. März 2010.

Uns bleibt immer noch Debian

Dienstag, 23. Februar 2010

Bereits am vergangenen Donnerstag lag die neue Ausgabe von Ubuntu User in meinem Briefkasten. Als Abonnement geniesst man mindestens den Vorteil, dass das Heft relativ früh da ist, ausserdem entfällt der Gang zum Kiosk. Das Heft, welches nun in der zweiten Ausgabe vorliegt, konzentriert sich diesmal auf das Thema TV und Ubuntu mit all seinen Derivaten. Daneben gibt es aber auch zahlreiche Artikel für Einsteiger sowie zu den verschiedenen Desktops wie Gnome, KDE und Xfce. Die Ubuntu Netbook Remix Version kommt auch zur Sprache. Alles in Allem sehe ich darin wieder eine runde Ausgabe mit vielen Informationen, nicht nur für Einsteiger, sondern auch ein paar Happen für etwas weiter fortgeschrittene Benutzer. Im Heft liegt eine DVD mit sieben Linux-Versionen darauf: Ubuntu, Kubuntu, Xubuntu, Mythbuntu, Lubuntu, UNR und das Ubuntu Studio.

Im Editorial geht Chefredakteur Kristian Kissling mit dem Titel “Uns bleibt immer noch Debian” auf das “Bashing” ein, das an manchen Orten in Bezug auf die Kommerzialisierung von Ubuntu gelebt wird. Canonical setzt offenbar in Sachen Ubuntu vermehrt auf den Kommerz, was ich allerdings aus meiner Sicht nicht so bestätigen kann. Mit Ubuntu One verdient Canonical vielleicht etwas Geld, falls es tatsächlich User gibt, welche den kostenpflichtigen Teil der Online-Festplatte nutzen möchten. Das ist aus meiner Sicht durchaus in Ordnung, Canonical hätte sogar noch viel früher damit beginnen sollen. Ausserdem ist der kostenfreie Teil dieses Services, der immerhin zwei GB Platz in der Wolke da draussen bereitstellt, nicht übel. Der Neue Dienst single sign on ersetzt ja nur das Launchpad-Login. Jetzt steht ein zentraler Ort zur Verfügung, an dem sich die Benutzer anmelden können. Damit wird wohl Canonical kein Geld verdienen können. Der Umzug von der Standard-Suchmaschine Google zu Yahoo im Firefox bringt vielleicht ein paar Franken mehr.

Kissling kommt zum Schluss, dass es bei der Kommerzialisierung rund um Ubuntu gar nicht so schlimm wäre und man würde hier aus einer Mücke einen Elefanten erzeugen. Und wem Ubuntu gar nicht passen würde, könne ja auf Debian schwenken. Das finde ich auch, mindestens aus dieser Sicht. Aber es gibt noch einen weiteren Ansatz, den Kristian zwar kurz aufnimmt, aber gleich wieder loslässt:

Canonical treibt zwar einen recht grossen Aufwand, um die Distribution und deren Derivate zu konfektionieren. Obschon viele Linux-User anderer Distributoren immer wieder mit etwas Neid festhalten, dass sich Canonical nicht wirklich an der Entwicklung des Linux-Kernels und an den verschiedenen Pakten beteiligen würde – was generell so mal nicht stimmt – ist der Aufwand, um eine Linux-Distribution bereitzustellen, nicht zu unterschätzen. Selbst dann, wenn dabei bloss eine halbherzige KDE-Lösung herauskommt.

Und trotzdem halte ich es für zwielichtig, wenn sich Canonical an OpenSource-Lösungen bedient, um daraus einen neuen Dienst wie eben Ubuntu One oder single sign on zu zimmern und deren Quellcodes dann nicht freigibt. Für manchen Mitstreiter in der der Entwicklung jener Pakete wie Python, Django, Apache und Postgres etc., die von Canonical benutzt wurden, dürfte dieses Gebaren einer saftigen Ohrfeige gleichkommen. Es gibt zwar Lizenzformen, die ein solches Vorgehen ausdrücklich erlauben (zum Beispiel Apache), trotzdem taxiere ich das Verhalten von Canonical als “grenzwertig”. Das passt aus meiner Sicht nicht mit der Philosophie von Ubuntu zusammen. Es geht mir wirklich nicht darum, dass Canonical Geld verdienen will. Bei Gott, das soll die Firma endlich mal richtig tun! Sondern es geht mir um die Offenheit, um die Freiheit und um den Grundgedanken, dass sich Wissen frei ausdehnen kann. Wer sich aus quelloffener Software bedient, daraus etwas Neues erzeugt, sollte das Resultat wieder der Gemeinschaft zurückgeben. Das verhindert ja nicht, dass mit dem neuen Erzeugnis Geld verdient werden kann. Und ausgerechnet ein Mitstreiter dieser Garde – nämlich Canonical – entpuppt sich nun einmal mehr als Bremser und Quersteller. Nein Kristian, das ist keine Mücke, das ist schlicht Ignoranz, Überheblichkeit und vielleicht auch etwas Dummheit. Aus diesen Gründen zeige ich der Firma Canonical die Gelbe Karte. Es mag legitim sein, was Canonical hier tut, unterstützen will ich so etwas aber nicht. Dafür ist mir meine Freizeit zu wichtig und mein Herzblut für die Freiheit und Offenheit würde in einer solchen Umgebung austrocknen.

Das tönt vielleicht dramatisch. Das ist es nicht wirklich, zumal die Alternativen im Bereich Linux sehr mannigfaltig sind. Canonical wäre nicht die erste Firma, die ihre eigenen Kinder frisst oder die mit den Geistern, die sie gerufen hat, nicht mehr zurechtkommt.

Kisslings Alternative namens Debian besteht natürlich weiterhin. Obschon es ja eigentlich keine wirkliche Alternative ist, sondern Debian stellt ein Schritt zurück zur Wurzel dar. Mit all den Vor- und Nachteilen, die ein solcher Entscheid mit sich bringen würde.

RoundCube und die Plugins

Montag, 08. Februar 2010

Über RoundCube habe ich schon öfters in diesem Blog eine Notiz angelegt, schliesslich finde ich den Webmailer ganz gut. RoundCube ist aber auch nicht mehr, als ein simpler Webmailer, der über einen bestehenden Webserver und dessen Konten gestülpt wird, um Nachrichten per IMAP zu empfangen, zu versenden und zu verwalten. Zurzeit ist die Version 0.3.1 aktuell, die natürlich auch unter der GPL veröffentlicht wurde. Der Webmailer läuft mit PHP und MySQL, sehr einfach und flink.

Obschon die Entwicklung inmitten der grossen Schritte steckt, kann man mittlerweile den Mailer schon produktiv einsetzen. Ich würde darauf achten, dass die Website mit dem Mailer bloss via https zu erreichen ist und wenn der Webmailer nicht auf dem selben Server wie der anzuzapfende Mailserver läuft, würde ich die Konfiguration so einrichten, dass auch dort eine Verschlüsselung stattfindet. Das klappt leider nur dort, wo der Ziel-Mail-Server IMAPS versteht und akzeptiert. Wird der SMTP-Teil bei RoundCube nicht konfiguriert, nutzt der Webmailer die Mailroutine auf dem Webserver, auf dem RoundCube rennt. Wird ein externer SMTP-Server eingesetzt, würde ich auch dort SMTPS oder eine andere, verschlüsselte Lösung (z.B. VPN) empfehlen. Inzwischen habe ich für mich auf einem öffentlich erreichbaren Ubuntu-Server (Hardy) RoundCube installiert und lasse halt bloss den 443er-Port für https rein.

Leider läuft RoundCube (noch) nicht optimal auf einem mobilen Gerät. Es gibt zwar offenbar irgendwelche Applikationen für das iPhone (Wer nutzt denn schon so etwas?), aber vom Service selbst ist noch nichts in Sicht. Eigentlich würde ja eine abgeänderte CSS-Datei schon fast reichen. Auf meinem HTC Magic mit Android sieht das Ganze noch nicht so toll aus:

Auch wenn ich das Gerät um 90 Grad neige, kommt nichts viel Besseres dabei heraus. Ich habe weder die Geduld, noch die Lust, eine eigene CSS-Datei für den mobilen Dienst zu erzeugen. Vielleicht wagt sich das sonst mal jemand an die Geschichte.

Mittlerweile schart sich eine beachtliche Community rund um RoundCube. Infolge der offenen und dokumentierten API sind auch schon einige Plugins entstanden, die teilweise sogar laufen. Aber es gibt etliche, welche entweder (noch) nicht der aktuellen Version angepasst sind, oder sonst nicht richtig laufen. Einige der Plugins werden mit den Archiv Complete ausgeliefert, alle Plugins sind im Archiv trunk-r-3239.zip enthalten, welches hier vorliegt.

Da gibt es beispielsweise den RoundCube-Calendar, der sich kosmetisch recht gut in das GUI integriert. Leider handelt es sich dabei um einen gefangenen Kalender, denn es fehlen – mindestens zurzeit – Schnittstellen, um die Daten zu importieren oder zu exportieren, beziehungsweise um sie abzugleichen.

Das Plugin für die Google-Kontakte brachte ich nicht zum Laufen. Ist auch nicht weiter wichtig, es hätte mich nur interessiert, ob man so einfacher als über den Export und Import von vCards die Adressen importieren könnte.

Das “hauseigene” Plugin für ein globales Adressbuch halte ich für sinnreich, falls sich auf der einen RoundCube-Installation verschiedene Benutzer aufhalten. Damit stehen dann mindestens zwei Adressbücher zur Verfügung, wobei das Globale vom Administrator oder einer andern Rolle verwaltet und das persönliche Adressbuch weiterhin pro Benutzer gepflegt wird.

Das Plugin emoticons dient eher der Erheiterung und der Kosmetik. Und so gibt es eine ganze Reihe von Erweiterungen, die für den einen oder andern Nutzer Vorteile bergen dürften. Mindestens halte ich es für interessant, durch die Liste zu surfen und dabei zu entdecken, was es alles gibt.

RoundCube lasse ich gerne in einem geschlossenen Prism-Browser laufen. Das bringt unter Karmic den Vorteil, dass sich der Browser auch dann in der unteren Gnome-Menü-Leiste bei Ankunft einer neuen Nachricht meldet, wenn er auf dem zweiten oder dritten Desktop läuft. Der Task “Prism” blinkt dann auf allen Desktops. Das ist praktisch und erspart irgendwelche “Notifier-Basteleien”. Das würde auch mit dem Firefox und wohl mit allen andern Browsern auch funktionieren. Für das Mailen habe ich gerne ein eigenes Fenster ohne siebenhundert Tabs.

Das sich bei der Ankunft neuer Nachrichten der Title-Tag der Website verändert (RoundCube holt sich selbsttätig alle n Minuten die Nachrichten ab), bekommt auch der Browser eine neue Beschreibung in der obersten Leiste, was Ubuntu dazu führt, die Aufmerksamkeit des Benutzers mit Blinken zu erhaschen. Klappt ausgezeichnet.

Hotmail für die Schweiz

Mittwoch, 27. Januar 2010

Seit einigen Tagen ist es nun möglich, dass beim Uralt-Mail-Dienst hotmail auch Adressen mit der Top-Level-Domain .ch registriert werden können. Das berichtet der Tagesanzeiger und weitere Medien. Ich besitze noch immer ein Benutzerkonto bei Hotmail, aus der Zeit stammend, als der Dienst noch ausserhalb von Microsoft als selbständiges Unternehmen existierte. Damals war die Welt genau so in Unordnung wie heute, aber es bewegten sich bloss ein paar Pioniere im Internet.

Als dann Microsoft Hotmail gekauft hatte, verlor der Dienst nicht nur Benutzer, sondern später auch die Fähigkeit, ausserhalb des Internet Explorer anständig zu funktionieren. Das ist mittlerweile gefixt und der Webmailer lässt sich auch mit einem Firefox oder Opera unter einem Linux einigermassen bedienen. Allerdings wird es wohl wenige Linux-Leute geben, die ein Microsoft-Webmailer aktiv nutzen wollen. Wahrscheinlich nicht wegen der Qualität oder der Technik, sondern eher aus philosophischen Gründen.

Ich nutze das Konto nicht aktiv. Als ich die Meldung vom Tagesanzeiger gelesen habe, wollte ich mich wieder einmal einloggen und mich etwas umsehen. Der Spamfilter scheint in Ordnung zu sein, das Postfach ist bis auf die Werbemails von Microsoft leer. Klickt man dann aber auf den Link “E-Mail-Konto hinzufügen”, erscheint die scheussliche Meldung, dass das Server-Zertifikat in keinem Root-CA-Zertifikat gefunden werden kann.

Sollte denen da drüben nicht passieren, aber Fehler können überall geschehen. Ist einfach nicht ganz so schön. Eine *.ch-Adresse werde ich mir nicht besorgen, wer aber eine will, tut gut daran, möglichst schnell zu sein, um seinen Lieblingsalias zu sichern. Ich bin nicht generell gegen Microsoft, im Gegenteil: Windows 7 und der Windows Server 2008 R2 machen mir einen sehr guten Eindruck und ich konnte mit dem Server schon einige Lösungen treffen, aber ich stehe halt dafür ein, dass Wissen offen zur Verfügung stehen soll. Nur dann kann es sich ausdehnen und alles andere ist letztlich schädlich für uns als Gemeinschaft.