Junge Piraterie in der Schweizer Politik
Zu politischen Themen halte ich ja normalerweise das Maul, besonders hier auf diesem Blögli. Aber jetzt möchte ich doch mal etwas loswerden, das mir wichtig erscheint: Während dem man in Deutschland und anderswo alle Nasen lang von der Piratenpartei liest, ist es hier bei uns eher ruhig zu diesem Thema. Und doch gibt es sie auch hier, die Piratenpartei.ch. Aber erst seit dem Juli 2009. Grundsätzlich kann ich mich den Zielen dieser jungen Partei anschliessen, namentlich den Anliegen betreffend der Freiheit im Internet.
Die Piratenpartei Schweiz (PPS) wurde am 12. Juli 2009 gegründet und setzt sich ein für einen freien Zugang zu Wissen, Kultur und Medien, für das Recht auf und die Verteidigung der Privatsphäre sowie eine lückenlose Transparenz des Gemeinwesens. Zum freien Zugang zu Wissen gehört eine Reform des Urheberrechts und die Einschränkung schädlicher Monopole wie zum Beispiel Patente. Weitere zentrale Anliegen der Piratenpartei Schweiz sind die Netzneutralität und die Bekämpfung jeglicher Form von Zensur – nicht nur im Internet.
Die Anarchie im Internet ist uns damals sozusagen in den Schoss gefallen. Nun wird sie – aufgrund von Unverständnis und Kurzsichtigkeit – von vielen Seiten torpediert. Vieler unserer Herausforderungen lassen sich nicht technisch lösen. Wir müssen wohl alle etwas dafür tun, dass der Rest der Freiheit im Internet bestehen bleibt und nicht noch mehr eingeschränkt wird. Es muss nicht (nur) die Piratenpartei sein, mit oder bei der man sich engagieren möchte, es gibt auch andere Wege. Aber jene Partei halte ich für den erfolgversprechendsten Ansatz in unserer Staatsform, um politisch Einfluss zu nehmen. Und schliesslich geht es nicht nur um die Freiheit und Transparenz im Internet, sondern um unser ganzes Gesellschafts- und damit auch Wirtschaftssystem.


20. August 2009 um 20:41:02 Uhr
Leider ist die Schweizer Piratenpartei bislang noch nicht in Erscheinung getreten. Dafür gibt es bereits Negativschlagzeilen im Bezug auf den Vorstand, wo ein erstes Vorstandsmitglied kurzer nach seiner Wahl bereits wieder aufgegeben hat:
http://www.piraten-partei.ch/node/84
21. August 2009 um 09:00:34 Uhr
Na ja, die PP gibt es ja erst seit ein paar Wochen und die erste Mitgliederversammlung folgt erst diese Woche. Da kann man noch nicht allzu viel erwarten, die müssen sich zunächst mal richtig aufstellen.
Rücktritte wird es immer geben, das gehört zum Vereinsleben. Liest man den Beitrag von Michael, so ist der ja überhaupt nicht negativ geprägt. Von schlechter Presse würde ich da also nicht reden.
Aber Du hast schon Recht: Es braucht sehr viel Energie, um politisch etwas zu bewegen. Und den Power muss die PP erst mal zeigen.