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	<title>ubuntublog.ch &#187; Blochwichteln</title>
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	<description>Debian und Ubuntu beobachtet</description>
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		<title>Wissen mu&#223; geteilt werden!</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Dec 2009 06:15:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roman Hanhart</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Beitrag ist mir im Rahmen der <a href="http://bhuti.wordpress.com/2009/11/03/wichtelaweia/" class="liexternal">Blogwichtel-Aktion von Bhuti</a> zugefallen. Ich freue mich sehr dar&#252;ber, besonders weil ich eigentlich nicht wissen d&#252;rfte, von wem er stammt. Aufgrund des gew&#228;hlten Themas habe ich aber einen leisen Verdacht. Wie dem auch sei; vielen Dank an den Verfasser! Der Beitrag f&#252;gt sich nicht nur passgenau in dieses Blog ein, er gibt daneben auch noch ein Thema wieder, das mir sehr am Herzen liegt. Und hier folgen nun die Worte des Verfassers:</p>
<p><strong>&#220;ber die Gemeinsamkeiten zwischen freier Software und freier Wissenschaft</strong></p>
<p>Zuerst mu&#223; ich etwas beichten: der Rechner, auf dem ich diesen Blogwichtelbeitrag schreibe, l&#228;uft mit Windows. Und das ist, wenn ich mir es richtig &#252;berlege, eigentlich erstaunlich. Denn furchtbar sympathisch ist mir Microsoft nicht; und auf der anderen Seite gef&#228;llt mir die Idee, die hinter Linux und den verschiedenen Distributionen steckt. Sollte ich auf meinen Rechner vielleicht doch Ubuntu aufspielen? </p>
<p>Das w&#228;re aber eine ganz andere Geschichte, als ich sie an dieser Stelle erz&#228;hlen will. Denn ich will hier doch die Chance nutzen und erkl&#228;ren, weshalb es ein wirklich netter Zufall ist, da&#223; ausgerechnet ich einen Blogbeitrag f&#252;r Romans Blog schreiben darf. Und ich will erz&#228;hlen, weshalb sich das Ubuntublog und der Bereich aus dem ich komme (die Wissenschaft) doch sehr, sehr nahe sind.</p>
<p><strong>Es ist bescheuert, Informationen zu verschlie&#223;en</strong></p>
<p>In beiden Bereichen geht es darum, Informationen zu (ver)teilen. Das ist die entscheidende Gemeinsamkeit. Denn ganz egal, ob es um ein „freies Betriebssystem“ oder um eine offene, dynamische Wissenschaft geht. Dahinter steht eine gemeinsame Idee. N&#228;mlich die Einsicht, da&#223; es bescheuert und kontroproduktiv ist, wenn man Informationen zur&#252;ckh&#228;lt, da&#223; es idiotisch ist, wenn man Wissen hinter verschlossenen T&#252;ren oder schweren Buchdeckeln verschlie&#223;t.</p>
<p>Eigentlich ist das gar nicht so schwer einzusehen. Denn schlie&#223;lich handelt es sich bei Informationen, Ideen und Wissen nicht um eine konventionelle Ressource, deren Wert abnimmt, wenn sie von vielen Akteuren „genutzt“ wird. Ganz im Gegenteil: in Wissensgesellschaften des 21. Jahrhunderts gilt genau die umgekehrte Logik – je mehr Personen am Wissen teilhaben und es nutzen d&#252;rfen, desto wertvoller wird der gesamte Wissensschatz.</p>
<p>Das ist ehrlicherweise keine Erkenntnis, die erst mit dem Internet geboren wurde. Schon George Bernhard Shaw formulierte (daran <a href="http://blog.stuttgarter-zeitung.de/?p=7020" class="liexternal">erinnerte Peter Glaser bei der letzten Re:publica</a>):</p>
<blockquote><p>„Wenn du einen Apfel hast und ich habe einen Apfel und wir tauschen die &#196;pfel, wird jeder von uns nach wie vor einen Apfel haben. Aber wenn du eine Idee hast und ich habe eine Idee und wir tauschen diese Ideen aus, dann wird jeder von uns zwei Ideen haben.“</p></blockquote>
<p>Soweit zur (faszinierenden) Theorie. Doch wie es eben so ist: die sch&#246;nsten Ideen nutzen nicht viel, wenn niemand f&#252;r sie „k&#228;mpft“, wenn niemand von diesen Ideen fasziniert ist und sie weitergibt. Aber zum Gl&#252;ck gibt es solche Menschen. Roman zum Beispiel.</p>
<p>Er ist so jemand, der in seinem Blog und in den verschiedenen Welten des Web 2.0 genau f&#252;r diese Idee eintritt. Jedenfalls (jetzt folgt die zweite „Beichte“) habe ich Roman selbst so kennengelernt. Bei verschiedenen Barcamps (zuerst in M&#252;nchen vor &#252;ber zwei Jahren, danach immer wieder) habe ich Roman getroffen, mit ihm gemeinsam Sessions besucht und in Pausen diskutiert.</p>
<p>Und das Sch&#246;ne ist: Roman „lebt“ genau diese Idee des Wissen-Teilens. Wissen ist da, um es f&#252;r alle zug&#228;nglich zu machen. Wer etwas Schlaues zu sagen hat, der soll davon erz&#228;hlen. Auf Barcamps, im Blog. Eigentlich ganz egal wo. So einfach ist das. Und Roman macht das einfach. Und das finde ich klasse.</p>
<p><strong>Open Access: Freier Zugang f&#252;r wissenschaftliches Wissen</strong></p>
<p>Doch bevor das jetzt in einer Lobhudelei ausartet, nochmal zur&#252;ck zu den Parallelen zwischen Software bzw. Betriebssystemen und der Wissenschaft. Denn was Open-Source im Bereich der Software ist, das ist Open Access in der Welt der Wissenschaft.</p>
<p>Hinter Open Access steckt n&#228;mlich genau dasselbe Prinzip, wie ich es oben skizziert habe: es geht um den freien Zugang zu (wissenschaftlichem) Wissen. Das besondere Problem innerhalb der Wissenschaft ist n&#228;mlich, da&#223; sich &#252;ber viele Forschergenerationen hinweg ein spezielles Publikationssystem etabliert hat. Klar, solange es f&#252;r Wissenschaftler keinen anderen Weg gab, als in B&#252;chern bzw. Zeitschriften miteinander in den Dialog zu treten, mu&#223;te es Druckereien und Verlage geben. Die technische Infrastruktur, die Distribution von Wissen war zeit- und ressourcenaufwendig. Und zugleich &#252;bernahmen die wissenschaftlichen Verlage die Organisation eines wichtigen Teils der Qualit&#228;tssicherung, des Peer-Review.</p>
<p>Bis in die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts war das unumg&#228;nglich. Aber: wir leben nicht mehr in den 80ern. Das Internet bietet heute die M&#246;glichkeit, wissenschaftliches Wissen (unter bestimmten Bedingungen) im Web f&#252;r die Nutzer kostenlos zug&#228;nglich zu machen.</p>
<p>Doch diese M&#246;glichkeit wird nur sehr, sehr z&#246;gerlich genutzt. Das h&#228;ngt damit zusammen, da&#223; die Wissenschaft als System ausgesprochen langsam ist (was manchmal auch gute Seiten hat). Und es h&#228;ngt damit zusammen, da&#223; die Wissenschaftsverlage ein verdammt gutes Gesch&#228;ft machen.</p>
<p>Denn Wissenschaft wird ja zu einem &#252;berwiegenden Anteil durch &#246;ffentliche Gelder finanziert, doch genau an dem Punkt, an dem es um die Publikation geht, treten die Verlage in Erscheinung: sie &#252;bernehmen die f&#252;r sie kostenfrei produzierten Inhalte (teilweise lassen sie sich von den Wissenschaftlern sogar noch daf&#252;r bezahlen), drucken die Zeitschriften und verkaufen die wieder zur&#252;ck an die Wissenschaft – n&#228;mlich die Instituts- und Unibibliotheken.</p>
<p>Eigentlich kann man dar&#252;ber nur mit dem Kopf sch&#252;tteln. H&#246;chste Zeit also, da&#223; Open Access st&#228;rker gef&#246;rdert wird. Aktuell gibt es in Deutschland eine E-Petition an den Bundestag. Sie stammt vom Wissenschaftsblogger <a href=http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/fischblog/allgemein/2009-11-16/petitions-update-10-000-unterzeichner> Lars Fischer</a> und hat schon &#252;ber 20.000 Unterzeichner. <a href="http://www.oapetition.de/" class="liexternal"> In der Petition hei&#223;t es:</a></p>
<blockquote><p>„Der Deutsche Bundestag m&#246;ge beschlie&#223;en, dass wissenschaftliche Publikationen, die aus &#246;ffentlich gef&#246;rderter Forschung hervorgehen, allen B&#252;rgern kostenfrei zug&#228;nglich sein m&#252;ssen. […]“</p></blockquote>
<p>Noch bis zum 22.12.2009 kann man dort mit seiner Unterschrift diese Petition unterst&#252;tzen. Es ist ein kleiner Baustein auf dem Weg in eine offene, freie Wissensgesellschaft. Wer noch nicht unterschrieben hat, sollte das tun. Ich nehme an, da&#223; Roman nichts dagegen hat. <img src='http://ubuntublog.ch/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Link zur Petition: <a href="http://www.oapetition.de" class="liexternal">www.oapetition.de</a></p>

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