Mit ‘Gemeinschaft’ getaggte Artikel

Die grösste Veranstaltung rund um Ubuntu: Ubucon

Mittwoch, 17. August 2011

Obschon es zunächst so schien, dass es heuer keine Ubucon geben würde, ist die grösste Veranstaltung im deutschsprachigen Raum rund um Ubuntu gesichert. Sie findet vom 14. bis 16. Oktober 2011 in der Universität zu Leipzig statt. Der Call for Papers läuft schon seit einiger Zeit. Die Veranstaltung lehnt sich am Konzept der Unkonferenz beziehungsweise des Barcamps an, sie lebt von den Teilnehmern, die sich zu Teilgebern wandeln. Die Ubucon bildet die Gemeinschaft so ab, wie wir sie aus ihren Quellen der Anarchie kennen; vereint mit der Gemeinschaft und dem Gemeinsinn und dem Willen, sich und seine Ideen unabhängig der kommerziellen Interessen durchzusetzen. Mittlerweile eroberte sich der (seriöse) Kommerz einen angemessenen Platz innerhalb der Community, auch wenn er nicht überall gerne gesehen wird.

Wie dem auch sei; auch dieses Jahr verweile ich während den Tagen im Oktober im Osten Deutschlands, geniesse das Wiedersehen mit alten Freunden aus der Welt der freien Software und trage meinen kleinen Teil zu dieser Veranstaltung bei. Zusammen mit Dirk unter dem Deckmantel von DeimHart bieten wir eine Session an, deren Inhalt ich hier noch nicht verraten will. Daneben helfe ich zwei alten Haudegen bei einer Doppelsession zum Thema Community und Organisation. Ob und in welcher Form RadioTux wie im letzten Jahr vor Ort sein wird, ist noch nicht klar.

Während den folgenden zwei Wochen können weitere Vorschläge zu Vorträgen und Workshops eingereicht werden. Auf ubuntuusers.de ist dazu zu lesen:

Die Organisatoren der diesjährigen Ubucon weisen darauf hin, dass noch zwei Wochen Vorträge zur Ubucon eingereicht werden können. Bisher haben sich schon einige Vorträge und Workshops gefunden, die ein interessantes Programm versprechen. Bei dem Schwerpunkt der Desktop-Oberflächen haben sich bisher erst Vorträge zu KDE und Unity gefunden. Die Oberflächen Gnome (3), LXDE, XFCE oder auch ganz andere Fenstermanager werden noch vermisst. Wer in diesem Bereich oder auch in einem anderen einen Vortrag, Workshop oder eine Diskussionsrunde leiten will, kann seine Vorschläge mit einer kurzen Zusammenfassung und einem aussagekräftigen Titel bis zum 31. August 2011 an das Organisationsteam unter idee@ubucon.de schicken.

Traut Euch und meldet Eure Ideen an die Organisation der Ubucon 2011! Diese Veranstaltung lebt von dem, was die Gemeinschaft aus sich selbst schöpft. Ausserdem ist Leipzig immer eine Reise wert, die Social-Events an den Abenden entschädigen für den langen Weg und ausserdem bietet Leipzig eine ganze Menge. Wer nach Mitfahrgelegenheiten oder nach günstigen Übernachtungsmöglichkeiten sucht, wird hier fündig. Die Anmeldung zur Ubucon wird ab Anfang September möglich sein. Wie seit zwei Jahren üblich ziehen die Veranstalter einen kleinen Obolus für die Unkosten ein. Damit wird erfolgreich verhindert, dass sich zu viele Leute anmelden und dann nicht zur Veranstaltung erscheinen. Im Beitrag sind die Verpflegung während der Ubucon und weitere Goodies enthalten. Bei Fragen und Anregungen zur Ubucon wendet Euch bitte an diese Kontaktmöglichkeiten.

Lernen rund um Open-Source und Ubuntu

Sonntag, 13. Februar 2011

Im Verlaufe dieser Woche konnte ich viele Gelegenheiten zum Lernen wahrnehmen. Nicht nur hier, auf diesem kleinen Blog, sondern auch ausserhalb in der Community und am Arbeitsplatz. Besonders freut mich die aktive Leserschaft hier, welche mich durch Kommentare immer wieder auf neue Fährten und Ideen bringt. Dadurch gelingt es mir ab und zu, Neues zu entdecken und das mündet in Lernen. Das ist meiner Meinung nach die ausgeprägte Stärke der Community rund um freie Software. Und es können nicht nur jene partizipieren, welche programmieren können; alle können sich – wenn sie denn wollen – daran beteiligen, mit welchen Betätigungen auch immer.

Worüber die Leserschaft, Gregor und ich diese Woche geschrieben und studiert haben, sieht man schön in diesem Wordle-Bild. Es nutzt die Ausgabe eines Feedes und errechnet daraus ein Wortbild.

Angetrieben durch den Kommentar von Tomboy setzte ich mich mit der Entwicklergemeinschaft von GnuCash und AqBanking in Verbindung und traf dort auf Martin, der für das AqBanking zeichnet. Wir werden nun einen weiteren Anlauf nehmen, so dass vielleicht dereinst GnuCash wieder eine Schnittstelle zur Postfinance bekommt. Mein Part dabei ist recht klein und nebensächlich. Trotzdem freue ich mich, dass ich mithelfen darf.

Aber auch die Kommentare im Beitrag zu Thunderbird beinhalten einige Perlen, die sich zu lesen lohnen. Wer den Donnervogel als Mailprogramm nutzt, stösst in den Beiträgen der Leser sicherlich auf die eine oder andere Erweiterung. Ausserdem wird es an unserer Relase-Party vom 30. April 2011 für uns alle wieder eine Menge zum Lernen geben und wohl auch reichlich Gelegenheiten, Wissen weiter zureichen. Die Diskussionen rund um eine Ubuntu-Maus präsentieren doch in wunderschöner Weise die Spiessbürgerlichkeit von uns Schweizern und zeitgleich die Offenheit der (deutschen) Community. Und schliesslich bietet das Buch, an dem Dirk mitgewirkt hat, eine ganze Menge Inhalt zum Lernen, Verstehen und natürlich auch, um es in der Praxis zu begreifen.

Heute ist Sonntag. Da darf ich – zu Ehren der Abwechslung – auch mal etwas schreiben, das der Sonntagspredigt des Lokalpfarrers entlehnt sein könnte. Lernen in der Community macht nicht nur Spass, es bringt tatsächlich auch Vorsprung und zugleich eine Weitsicht, die in der Welt der verschlossenen Quellen in der Weise nicht anzutreffen ist. Und dazu gehört auch die Community von Ubuntu, die in letzter Zeit arg strapaziert wurde. Der Aufstieg zur meist genutzten Linux-Distribution treibt Herausforderungen an den Tag, die nicht leicht zu lösen sind. Wir kennen das aus der Geschichte: Je entwickelter eine Gesellschaft ist, umso näher steht sie an ihrem eigenen Abgrund. Diese Gefahr dürfte auch bei einem einzelnen Glied einer Kette bestehen; so auch bei der Community rund um Ubuntu. Solange der Grundsatz, etwas gemeinsam zu tun oder zu erschaffen, um es möglichst allen zur Verfügung zu stellen, an der Oberfläche bleibt, bestehen intakte Chancen, dass es unsere Community noch eine ganze Zeit geben wird. Und wenn wir unsere restriktive Haltung gegenüber dem Kommerz und dessen Verzahnung mit der “übrigen Welt” von Zeit zu Zeit überdenken, dürfte nicht mehr viel schief gehen können. Über all diesen wirren Gedanken steht ein weiterer, wichtiger Grundsatz: Community soll Spass machen und die Tätigkeiten darin sollen Anlass zum Erzeugen von Humor geben. Ansonsten entzieht man ihr die Seele und damit die Essenz.

Der Ubuntu-Wochenrückblick ist erneut auferstanden

Dienstag, 04. Januar 2011

Zum Glück widerstehen die guten Dinge den dunklen Drohungen seitens des Gevatters Tod. (Ich bin mir nicht sicher, ob es des Gevatter Todes oder des Gevatters Tod heisst.) So auch der legendäre Ubuntu-Wochenrückblick, der ja dem Tod schon einige Male direkt in das Auge geschaut und sich erfolgreich davon angewendet hat. Mit dem Wiederauferstehen des UWR sind auch einige Neuigkeiten darin zu vermelden. So heisst es im aktuellen UWR unter dem Titel „In eigener Sache“:

Wieder haben einige Änderungen ihren Weg in den UWR gefunden. Diese „experimentellen Änderungen“ sind jedoch noch kein fester Bestandteil des UWR. Deshalb (und um weitere mögliche Änderungen zu ergünden) möchten wir die interessierten Leser und Leserinnen bitten, sich an der Diskussion zur Verbesserung des UWR zu beteiligen. Hier werden noch bis Montag, den 10.Januar 2011 Vorschläge gesammelt, über die anschließend abgestimmt wird. Ein entsprechender Aufruf wird im UWR 02-2011 folgen.

Aufrufen möchten wir euch schon jetzt am UWR mitzuarbeiten. Ob es die Überprüfung oder Korrektur eines Satzes ist oder ob ihr eine Neuigkeit hinzufügt ist gleichwertig. Wichtig ist jedoch, dass ihr am UWR mitarbeitet (und seien es nur wenige Sekunden, die ihr damit verbringt). Er ist ein Gemeinschaftsobjekt und lebt nur von der Community – also nur von euch. Lasst euch im Übrigen nicht von den Neuerungen ablenken, der Hauptteil des UWR sollen immer noch die Meldungen rund um Ubuntu und Linux sein.

Vielleicht kann ich auch dieses oder jenes Mal meinen Beitrag dazu leisten. Wer sich daran beteiligen möchte, findet hier die nötigen Informationen dazu. Immerhin ist mit dem Weiterführen des UWR nun auch gesichert, dass RadioTux seine Weekly-News aus dem Bereich Ubuntu weiter präsentieren kann. Das freie Radio darf die Inhalte vom UWR per Lautsprache weiter verbreiten. Und das machen wir bei RadioTux schon seit bald zwei Jahren, nämlich seit der Kalenderwoche 15 vom Jahr 2009.

An dieser Stelle sende ich ein dickes und fettes Dankeschön an das UWR-Team. Schön, dass es weitergeht!

Die Entwicklung der Ubuntu-Community

Mittwoch, 22. Dezember 2010

Für die aktuelle Weihnachtssendung auf RadioTux habe ich mir ein paar Gedanken zu Ubuntu und seiner Gemeinschaft sowie zu seiner “Mutter” Canonical gemacht und damit einen Beitrag getextet und gesprochen. Als Ergänzung zur Sendung liefere ich hier den Text zum Nachlesen:

Ubuntu hat sich seit dem 20. Oktober 2004 zur weit verbreitetsten Linux-Distribution weltweit entwickelt. Damals startete das auf Debian basierende Linux mit der ersten Version Warty Warthog oder 4.10. Die erreichte Verbreitung alleine ist sicherlich noch kein Qualitätsmerkmal. Doch berücksichtigt man, dass sich über und mit Ubuntu sehr viele Menschen zu Linux bewegen, so hat Canonical, die Firma hinter Ubuntu, wohl eine reife Leistung gezeigt. Obschon es Mark Shuttleworth, dem Gründer von Ubuntu, bisher noch nicht gelungen ist, seinen Bug Number One zu fixen – nämlich Windows vom Thron zu stossen – verbreitet sich Ubuntu schnell; auch unter den Windows-Nutzern. Zwar nutzen laut einer nicht repräsentativen Umfrage vom Magazin Ubuntu User fast 80 Prozent aller Ubuntu-Nutzer im deutschsprachigen Raum nebst dem Linux auch noch ein Windows; mehrheitlich zum Gamen.

Mittlerweile stehen wir bei der Version 10.10 oder Maverick Meerkat. Die erste Alpha-Version der nächstfolgenden Ausgabe namens Natty Narwhal, welche in der finalen Version im April 2011 erscheinen soll, steht zum Download bereit. Ubuntu ist heute einfach und schnell per USB-Stick oder CD auf nahezu jeder x86er-Hardware installiert, ein Live-System sorgt für diejenigen Nutzer vor, die kein Ubuntu fix auf ihrer Platte haben wollen oder Ubuntu vor der eigentlichen Installation austesten möchten. Die Zukunft von Ubuntu verspricht Abwechslung und vor allem unkonventionelle Wege, wie wir beispielsweise zum Thema Unity und Wayland berichtet haben. Rein technisch gesehen dürfte sich Canonical auf dem richtigen Weg befinden, wenn denn auch nicht alle Beobachter dergleichen Meinung sind, was auch in Ordnung, wenn nicht sogar nötig ist. Es dürfte Ubuntu und seinen Nutzern entgegenkommen, wenn sich Canonical einmal mehr etwas von den andern Distributionen abhebt und etwas eigenständige, wenn auch manchmal eigenartig anmutende Wege geht. Allerdings sollte dies im Sinne der Nutzerschaft passieren und nicht bloss, um dem allgegenwärtigen und modernen Gott des Geldes zu huldigen.

Und damit sind wir auch schon beim Thema; nämlich bei der Community rund um Ubuntu. Da tut sich in letzter Zeit einiges schwer; mindestens aus dem Blickwinkel einiger engagierter Benutzer. Canonical scheint sich kaum um die tüchtigen Community-Leute da draussen, welche grosse Teile ihrer Freizeit in die Gemeinschaft stecken, zu kümmern. Weder an der ordentlichen Ubucon vom Oktober 2010 in Leipzig war ein Vertreter von Canonical zu sehen, noch an der Konferenz von OpenSUSE, obschon eine Einladung seitens Novell vorlag. Auch an den Veranstaltungen rund um Linux ist das Unternehmen eher selten anzutreffen. Einzig am diesjährigen LinuxTag zu Berlin war Mark Shuttleworth kurz anwesend. Die Unterstützung an diejenigen Privatiers, welche für die Ubuntu-Gemeinschaft an diverse Veranstaltungen rund um freie Software reisen, um dort Ubuntu zu zeigen und zu repräsentieren, ist nicht oder nur minimal vorhanden. Es geht hierbei nicht um Geld, sondern um Unterstützung ganz allgemein. Hier verhält sich Canonical zu wenig verantwortlich und vor allem kaum kollegial und in keiner Weise integrativ.

Canonical ist für die deutschsprachige Gemeinschaft kaum sichtbar. Stattdessen bemerken viele Benutzer die Anstrengungen, das Unternehmen wirtschaftlich fit zu kriegen. Sei es mit UbuntuOne oder dem SoftwareCenter und dessen kommerziellen Inhalten. Immerhin – und das dürfte wohl positiv zu bemerken sein – hat Canonical einen Grosskunden in der französischen Gendarmerie gefunden. Dennoch: Geld verdienen ist in Ordnung und jedes Unternehmen muss sich früher oder später unserem Wirtschaftssystem unterwerfen – sofern es überleben will – die Bedecktheit von Canonical in der deutschsprachigen Gemeinschaft dürfte dem Unternehmen längerfristig eher schaden als nützen. Etwas mehr Gemeinsinn dürfte Canonical nicht schlecht stehen, zumal es ja durch Ubuntu predigt, dass das Menschsein im Vordergrund stünde.

Daneben bemerken einige exponierte Mitstreiter in der Gemeinschaft, dass sich Ubuntu in der Umgebung der Community immer mehr und mehr zu einem Selbstbedienungsladen entwickelt. Die Menschen kommen bei den Plattformen wie ubuntuusers.de oder dem deutschen Loco-Team vorbei, beziehen Wissen, Erfahrungen und verschwinden wieder, ohne es weiterzureichen. Freilich, dazu besteht keine Pflicht, aber schöne wäre allemal, zumal sich das freie Wissen ausschliesslich durch Weitergabe ausdehnen kann. Diese Gefahr ist bei einer Einsteiger-Distribution wie Ubuntu natürlich grösser als bei einem Linux, das Insidern und Cracks vorbehalten bleibt. Trotzdem verschwindet die Tugend der Freiheit immer mehr aus der Gemeinschaft. Wie in manch andern gemeinnützigen Organisationen sind es einige wenige Menschen, die den Karren ziehen und viel Engagement und Ausdauer zeigen. Nicht ganz ohne Eigennutz, den der Lohn folgt oft in Form von Anerkennung, den es in der Welt der Wirtschaft in der Form deutlich weniger gibt.

Vielleicht ist es an der Zeit, dass die Kinder von Ubuntu das Unternehmen Canonical daran erinnern, was Ubuntu dereinst sein wollte. Eine Linux-Distribution für alle und mit allen. Das, was das Menschsein aber auch den Glauben an ein universelles Band des Teilens, das alles Menschliche verbindet, ausmacht, sollte sich in Ubuntu wiederfinden. So mindestens sagte es Mark Shuttleworth. Canonical soll Geld verdienen, denn schliesslich ziehen alle, die Ubuntu in irgendeiner Weise nutzen, einen Vorteil daraus. Der Ton macht die Musik.

Es ist Weihnachten. Manche Wünsche werden erfüllt, andere nicht. Das gilt sowohl für die Gemeinschaft selbst, jedem Mitglied daraus und seinem persönlichem Engagement gegenüber der freien Software und selbstverständlich auch für Canonical. Feindbilder haben wir genug; wir brauchen keines mehr. Stattdessen fehlen uns wohl eher Vorbilder, gerade dort, wo sich die Wirtschaft und die freie Software und deren Gemeinschaften begegnen. Es ist Weihnachten. Manche Wünsche werden erfüllt.

Hier geht es zur Weihnachtssendung von RadioTux.

Eindrücke von der Ubucon 2010

Montag, 18. Oktober 2010

Die Ubucon 2010 ist Geschichte; eine schöne Geschichte und eine, die viele Eindrücke, Erfahrungen und Lerneffekte beinhaltet. Zu Viert mit Robin, Stefan, Axel und mir verliessen wir am Freitag Mittag per Automobile unsere Eidgenossenschaft und lenkten das Gefährt Richtung Nord-Osten; hin zur alten DDR. Dort, wo die Leute einfacher, langsamer, wirklicher und bodenständiger als im Westen auf mich wirken. Dort, wo noch immer Gebäude zu sehen sind, die auf eine Zeit verweisen, zu der ich keinen Zugriff habe. Sie, die Zeit, zwischen dem Ende der Zweiten Weltkriegs und dem Mauerfall fasziniert mich. Wohl auch deshalb, weil sie fast hermetisch abgeriegelt auf mich wirkt. Die Menschen dort haben es auf eigentümliche Weise geschafft, jene Epoche durchzustehen. Bleibt die Frage, ob es denn heute besser ist. Beurteilen kann ich das definitiv nicht.

In Leipzig trafen sich dieses Jahr die Menschen aus der Ubuntu-Szene und den artverwandten Communities. In den Räumlichkeiten der Universität sprachen wir über Technik, über Linux, aber auch über die Zukunft von der Ubuntu-Gemeinschaft und selbstverständlich auch über mancherlei sinnfreie, dafür aber umso witzigere Dinge. Mannigfaltige Themen verpackten die Teilgeber in über 40 Sessions, an denen die Zuhörer meist selbst zu Aktiven wurden. Im Hackerzentrum traf man sich zu lockeren Gesprächen, zum vertiefendem Austausch und zum lockeren Plaudern.

Die Teilnehmer- und Geber-Anzahl an der diesjährigen Ubucon dürfte ein Rekord aller Ubucon-Veranstaltungen in Deutschland darstellen. Mindestens am Samstag besuchten so viele Menschen die Veranstaltung, wie wohl noch nie zuvor. Das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung. Das hat offenbar auch damit zu tun, dass innerhalb der “Linux-Welt” Ubuntu zum Mainstream herangewachsen ist; was übrigens nicht nur Vorteile bringt.

Von RadioTux aus erzeugten wir eine livegetreamte Sendung während der Ubucon. Die 109. Folge des Formats “Talk” steht auf der Website vom freien Radio als Podcast zur Verfügung. Sie beinhaltet die üblichen Themen dieses Formats und zusätzlich Teile aus der Ubuntu-Welt und natürlich auch Informationen und Eindrücke aus der Ubucon. Dort kam auch deutlich zum Ausdruck, dass sich die Community schwer mit der Tatsache abfinden kann, dass kein offizieller Vertreter seitens der Firma hinter Ubuntu, nämlich Canonical, vor Ort zu sehen war.

Dirk und ich belegten eine Doppelsession zum Thema Installation, Parametrisierung und Benutzung von Wikis, sprachen dabei vor allem über Trac und das MediaWiki. Daneben engagierte ich mich ein klein wenig bei der Session Ubuntu zum Mitmachen und moderierte dort durch die Präsentation, damit mein Ego wieder einmal etwas Bestätigung laben konnte.

Aber auch die beiden Mitfahrer Robin und Axel bestritten ihren Anteil an der Ubucon und boten Sessions zu einzelnen Themen wie zur Konsole, SSH oder PXE an. Und Daniel Stoni, ebenfalls ein Eidgenosse, sprach über OpenOffice. Gegen Ende verabschiedete Dirk die Gemeinschaft von der Ubucon. Wir hatten einen langen Heimweg vor uns. Nach neun Stunden Fahrt sassen wir dann alle wieder in unseren trauten Heimen.

Einmal mehr haben sich aus meiner Sicht die Strapazen der Reise zur Ubucon gelohnt. Wir haben viel gemeinsam gelacht, gelernt und einiges im ubuntuusers.de-Team besprochen und festgelegt. Ausserdem – und das ist der eigentlich Grund meiner Reise – pflegten wir die Kontakte und Freundschaften, kümmerten uns also um jene Substanz, die letztendlich die Essenz einer Gemeinschaft bildet. Egal, ob es sich um Linux oder sonst um etwas dreht.

Übrigens werden nach und nach die Unterlagen zu den einzelnen Session der Ubucon gesammelt und auf der Website zur Verfügung gestellt. Und mittlerweile ist unser Artikel zur Ubucon auf Ikhaya zu sehen.

Am Freitag startet das FrOSCamp zu Zürich

Dienstag, 14. September 2010

Die Zeit vergeht wie im Fluge. Bereits am kommenden Freitag beginnt das erste FrOSCamp in Zürich an der ETH im Trakt CHN. Das Camp dauert zwei Tage und endet am Samstag, den 18. September 2010. In die Veranstaltung ist eine Key-Signing-Party integriert; darüber habe ich bereits berichtet. Daneben gibt es weitere Inhalte und Nebenveranstaltungen, so zum Beispiel LPI-Prüfungen und die FUDCon findet ebenfalls dort statt.

FrOSCamp

Selbstverständlich wird auch Ubuntu vor Ort sein. Mit dem Swiss-Team stellen wir einige Mitglieder der Community und halten uns während den zwei Tagen am FrOSCamp bereit für die Besucher und deren Fragen. Unser Stand befindet sich zwischen sidux aptosid und OpenSUSE. Ich freue mich auf die zwei Tage, an denen ich mit den Freuden aus der Community zusammen sein und etwas für unsere Gemeinschaft tun kann. Der Eintritt zum FrOSCamp ist frei.

OpenOffice.org Switzerland

Mittwoch, 11. August 2010

Vor einigen Wochen wurde der Verein OpenOffice Switzerland in das Leben gerufen. Verschiedene Individualisten, die sich in der OpenSource-Community engagieren, vereinen sich in dieser Plattform. Was der Verein bezweckt und wofür er sich einsetzt, konnte ich mit Daniel Stoni in einem Artikel erläutern, welcher am vergangenen Samstag auf dem Nachrichtenportal von ubuntuusers.de (Ikhaya) erschienen ist.

In diesem Artikel erklären wir die wichtigsten Fakten zu diesem Verein. Wie in (fast) allen Projekten aus der OpenSource-Welt finden sich immer wieder die gleichen Persönlichkeiten, die sich engagieren. Es ist nicht immer leicht, neue Leute zu finden, die sich für die Anliegen der freien Verbreitung von Wissen einsetzen möchten. Mit einem Verein gelingt das vielleicht etwas besser, zumal sich OpenOffice.org Switzerland auch für das kleinere und mittlere Gewerbe einsetzt, welches häufig kein vollwertiges CRM einsetzen kann und will und dafür eher eine angepasste Office-Suite nutzen will. Hier finden sich vielleicht wieder neue Berührungspunkte zu Interessierten. Die Mitgliedschaft im Verein als Privatperson, Schule, Verein, gemeinnützige Organisation, Firma, Verwaltung, Mitarbeiter im Verein, Open Source Firma, Passivmitglied oder Gönner kann hier beantragt werden.

Ubucon 2010 in Leipzig

Dienstag, 10. August 2010

Auch in diesem Jahr findet die Ubucon statt. Diese Veranstaltung ist die grösste Ubuntu-Konferenz im deutschsprachigen Raum und richtet sich an alle Interessierte rund um Ubuntu. Dabei soll es nicht nur um Technisches gehen, sondern auch um das Gesellschaftliche, um die Gemeinschaft und natürlich auch um freie Software. Die Veranstalter entschieden sich diesmal nicht mehr für Göttingen als Austragungsort, sondern fanden in Leipzig eine Herberge. Dort steht uns die Universität als Location zur Verfügung.

Vom 15. bis 17. Oktober 2010 findet die Konferenz statt. Die Anmeldung ist bereits eröffnet, sie kann online erfolgen. Das obligate Versorgungspaket während der Ubucon kostet zehn Euro. Darin enthalten sind Verpflegung und Getränke sowie ein paar Goodies:

  • eine Ubuntu Kaffee/Tee-Tasse
  • ein persönliches Namensschild mit Ubuntu Lanyard
  • freie Getränke (Kaffee, Softdrinks, Saft, Wasser, Mate) auf der Ubucon
  • freie Verpflegung mittags (belegte Brötchen) und nachmittags (Gebäck)

Aus meiner Sicht ist das ein fairer Preis. Wer Lust verspürt, darf auch etwas mehr bezahlen, damit sozial Schwächeren der Beitrag erlassen oder reduziert werden kann. Die Bezahlung darf auch per PayPal erfolgen.

Schon eine ganze Weile ist der Call for papers eröffnet, an dem sich Menschen anmelden können, die sich als Referenten und Gesprächsleiter für Vorträge, Arbeitsgruppen und Diskussionsrunden zu Themen rund um Ubuntu zur Verfügung stellen wollen. Es sind auch wieder Lightning Talks geplant, an denen mehrere Personen nacheinander zu je fünf Minuten zu einem Thema sprechen oder etwas aufzeigen können. Der einzureichende Beitrag sollte sich in einer der sechs Kategorien einteilen lassen, ansonsten müsste ein kurze Rücksprache mit den Veranstaltern erfolgen:

  • Community (Community, Projekte, Ideen)
  • Einsteiger (Installation, erste Schritte, Wo gibt es Hilfe?)
  • Anwender (Empfehlungen, Problemlösungen, Backup/Restore)
  • Multimedia (Sound, Video, Ubuntu Studio, Mythbuntu)
  • Hardware (Problemlösungen, Workarounds, Erfahrungsaustausch etc.)
  • Server (Server-Software, Kommandozeilensysteme, Administration)

Dirk und ich werden hierzu unseren Beitrag leisten; Details dazu geben wir gerne bekannt, sobald sie klar sind. Ich freue mich auf die Tage in “Leibtsch” im Osten Deutschland. Das ist eine sehr schöne Gegend, die Reise lohnt sich also nicht nur wegen der Community und dem Wiedersehen von Freuden.

500 Artikel auf ubuntublog.ch

Samstag, 07. August 2010

Innerhalb der vergangenen zweieinhalb Jahre sind hier auf diesem Blog einige Artikel entstanden. Seit jüngster Zeit unterstützen mich beim Schreiben Gregor und Robin. Mit dem heutigen Tag sind es nun 500 Artikel geworden. Nicht besonders viel in der Zeit, wie ich meine, aber der eine oder andere Beitrag konnte vielleicht jemanden einen Denkanstoss vermitteln oder sonst auf eine Art helfen. In umgekehrter Weise, nämlich dass Kommentierende mit weiter geholfen haben, hat es viel öfters gegeben und ich möchte diesen Beitrag auch dazu benutzen, um mich bei den Lesern zu bedanken. Ich konnte sehr viel lernen, nicht zuletzt durch Beiträge in Form von Kommentaren der Leser hier. 2’588 Kommentare fallen auf die 500 Artikel, wobei es wie bei jedem Blog auch Artikel gibt, die keine Kommentare angezogen haben.

Ich möchte hier gar keine so grosse Statistik vorzeigen, da sie nicht sehr viel aussagt. Ausserdem blieb mir während der letzten Monate zu wenig Zeit für dieses Blog, es wurde kaum gepflegt und nur wenig neue Beiträge kamen hinzu. Im Durchschnitt erreichen pro Tag ungefähr 500 Menschen dieses Blog, mal sind es weniger, manchmal sind es auch über Tausend. Aber das ist gar nicht so wichtig. Das Blog missbrauche ich teilweise auch als Notizbuch, damit ich später einen technischen Vorgang wieder nachvollziehen und ablesen kann. Und wenn dabei auch noch ein paar andere Leute einen Nutzen ziehen können, ist es umso besser.

Mir geht es wohl wie vielen Menschen in der Gemeinschaft: Es bleibt mir weniger Zeit als ich gerne für die Arbeiten in der Community aufwenden würde. Nebst diesem Blog hier wirke ich noch bei DeimHart mit, liefere ab und zu etwas für RadioTux, bin im Ikhaya-Team auf ubuntuusers.de tätig und helfe bei verschiedenen Anlässen in der Community. Daneben versuche ich noch, tuxhart.ch mit der Bücher und Bilder-Datenbank einigermassen zu pflegen. Und vor all diesen Aufgaben haben der Beruf und die Familie die höhere Priorität. Dann bleibt nicht mehr viel Zeit für Ubuntu und sein Umfeld.

Und trotzdem würde ich hier wieder gerne etwas mehr schreiben. weil es Spass macht und weil dabei viel lernen kann; nicht zuletzt von Euch Lesern. Vielen Dank!

ubuntuusers.de Teamtreffen in Essen

Montag, 10. Mai 2010

Zum ersten Mal durfte ich beim inzwischen zum vierten Mal durchgeführten Teamtreffen der Leute, die sich hinter den Kulissen von ubuntuusers.de befinden, teilnehmen. In der wunderschönen Villa Vogelsang zu Essen im Ruhrgebiet, welche als Linux-Hotel funktioniert, trafen sich am vergangenen Wochenende gut 30 der insgesamt knapp 70 Mitglieder aller Teams der grossen, deutschsprachigen Plattform für Ubuntu. Während insgesamt drei Tagen diskutierten wir über die Zukunft der Community, über Technik und natürlich auch über Inhalte und die Gemeinschaft als Ganzes. Dabei kam die eine, wichtige Komponente nicht zu kurz: Kennenlernen, Meinungen tauschen, Erkenntnisse teilen und ein grosse Priese Humor sowie eine gehörige Portion Bier. Der für mich ziemlich weite Weg nach Essen hat sich gelohnt! Es waren drei intensive und sehr eindrückliche Tage.

Als Mitglied des Ikhaya-Teams interessierten mich zunächst die Inhalte rund um das Portal von ubuntuusers.de, also dem Nachrichtenteil und dem Planeten. Aber auch alle andern Bereiche wie Wiki, Technik und Server und Forum sowie der gesamte Support-Bereich sind recht spannende Bereiche innerhalb der Aufgaben bei ubuntuuser.de. Ich konnte sehr viel über deren Arbeit lernen und in Erfahrung bringen und bekam einen Einblick in den Alltag eines Supporters oder Mitglieds des Webteams. Es ist wie bei vielen andern Begebenheiten im Leben auch: Schaut man sich eine Sachlage aus der Warte des Gegenübers an, sieht alles plötzlich etwas anders aus, Prioritäten verschieben sich und damit verändern sich auch die Ziele und Absichten. Eines schien mir während den drei Tagen in Essen deutlich und klar in unseren Teams manifestiert und gefestigt zu sein: Wir alle verfolgen das selbe Ziel und möchten eine freundliche, kompetente und langlebige Plattform für Menschen hier in unserem deutschsprachigen Raum aufrecht erhalten, die sich um die Anliegen rund um Ubuntu kümmert.

Für mich besonders toll waren die Begegnungen mit vielen Leuten, die ich bloss per Jabber, Forum oder IRC kannte und sie nun hier leibhaftig sehen und sprechen konnte. Wir nutzen die Zeit, um viele Gespräche zu führen, zu hören, wie andere ihre lokalen Herausforderungen rund um die Community lösen und so zu lernen und Neues zu entdecken. Dabei bestätigte sich einmal mehr, dass wir alle mehr oder weniger mit den gleichen Problemen kämpfen und schliesslich auch nur mit Wasser kochen. Aber auch für das körperliche Wohl wurde in ausreichender Weise gesorgt. Das Wetter liess am Samstag Grillen zu, ansonsten war es eher kühl und meist auch etwas feucht.

Das Linux-Hotel, in dem wir zum vergünstigten Tarif wohnen und arbeiten konnten, bot uns die nötige Ruhe. Das Hotel liegt etwas ausserhalb der Stadt in einem sehr ruhigen Viertel nahe der Ruhr. Es gibt viele grünen Flächen, Gelegenheiten für ein ruhiges Gespräch oder auch einfach Platz, um zu sein. Die Zimmer sind sauber gehalten, gut eingerichtet und bieten nebenher eine Reihe technischer Einrichtungen.

Solche Veranstaltungen bilden für mich die Perlen in der gesamten Arbeit in unserer Community und sie spornen an, weiter zu tun, sich erneut zu motivieren und zusammen in der Gemeinschaft etwas zu pflegen, das schlussendlich mehr ist, als “bloss” ein Betriebssystem und dessen Programme: Die Gemeinschaft von Menschen, die durch ein gleiches Interesse zusammenkommen und voneinander profitieren möchten. Ich werde wohl noch lange an die schönen und intensiven Tage in Essen zurückdenken. Gleichzeitig bedanke ich mich für die Organisation und Durchführung. Und wer weiss, vielleicht bin ich ja das nächste Mal wieder dabei, wenn sich die Menschen treffen, die grosse Teile ihrer Freizeit der Gemeinschaft zur Verfügung stellen.

Ach ja, während den Tagen sind etliche Bilder entstanden, von denen ich eine kleine Auswahl auf meiner Bilder-Datenbank veröffentlicht habe.