Mit ‘Gnome’ getaggte Artikel

Ubuntu 11.04 Natty Narwhal Alpha 2 im Test

Samstag, 05. Februar 2011

Seit einigen Tagen steht die 2. Alpha-Version von Ubuntu Natty Narwhal zur Verfügung. Es handelt sich dabei noch immer um eine Entwickler-Version, welche keinesfalls produktiv eingesetzt werden sollte. Ausserdem schreibt das Magazin Ubuntu User, dass die Alpha-Version von Ubuntu 11.04 im Vergleich zur 10.10 und 10.04 eher instabil sei:

Ein kurzer Test von Ubuntu 11.04 macht schnell klar, dass auf die Entwickler noch einiges an Arbeit wartet. Man sollte die neue Version also nicht auf einem Produktivsystem einsetzen. Compiz und andere Komponenten stürzen noch recht häufig ab, es gibt Verzögerungen beim Aufrufen des Dash und insgesamt macht der Desktop noch einen inkonsistenten Eindruck. Zwar ist das für eine Alpa-Version nicht ungewöhnlich, mit den letzten Alpha-Versionen von Ubuntu 10.04 und 10.10 ließ sich im Vergleich allerdings schon einigermaßen arbeiten.

Vor einigen Tagen versuchte ich, die erste Alpha-Version auf mein ThinkPad R61 zu bringen, was mir aber misslang. Schon beim Hochfahren des Images ab einem USB-Stick fing meine Festplatte an zu rattern und hörte damit nicht auf, bis der flüchtige Speicher offenbar zugemüllt war und das System dann bockig stehen blieb. Ausserdem hätte ich beim R61 ohne die Treiber von nvidia keine 3D-Unterstützung, so dass Unity nicht von Beginn an hätte laufen können.

Mit der zweiten Alpha-Version mache ich nun einen erneuten Versuch; diesmal nutze ich dazu aber das Netbook aus dem Hause Lenovo, den S12. Ebenfalls mit einem USB-Stick, auf dem sich die ISO der 32-bit Version befindet, fahre ich das System hoch. Weil der S12 einen unfreien Treiber für den WLAN-Chip benötigt (Broadcom STA), nutze ich während der Installation eine physische Schnur zu meinem Router. Das Starten ab dem Stick dauert seine Zeit, das System bleibt oft stehen und ruht sich gemächlich aus, bevor es dann weitergeht. Was es genau macht und weshalb es sich derart Zeit nimmt, kann ich nicht in Erfahrung bringen. Die Installation über die Desktop-Version ist einfach wie immer und die benötigten Informationen sind schnell eingegeben. Dennoch benötigt die Installation fast eine Dreiviertelstunde, wobei ich zeitgleich die aktuellen Pakete holen lasse.

Nach der Installation starte ich das Teil zum ersten Mal und stelle dann fest, dass Ubuntu 11.04 eher etwas zäh wirkt. Ausserdem hat die Installationsroutine die Aktualisierung der Pakte nicht vorgenommen. Das hole ich dann rasch nach, nachdem ich mich zunächst etwas oberflächlich mit Unity und dem Dash auseinandersetze. Ich finde nämlich das Terminal nicht gleich auf Anhieb ;-)

Dann installiere ich den unfreien Treiber für den WLAN-Chip. Offenbar ist es nicht mehr notwendig, das Root-Kennwort einzugeben, um den Treiber zu aktivieren. Das ist aber ein Fehler, zumal die Installtion des Treibers sehr schnell geht; mit dem Resultat, dass er nicht läuft.

Also deinstalliere ich den Treiber, worauf Ubuntu nun tatsächlich ein Root-Kennwort haben will und bei der erneuten Installation ebenfalls. Zudem lese ich diesmal, dass ein Neustart erforderlich ist, um den Treiber zu aktivieren. Danach funktioniert die WLAN-Verbindung, allerdings nur mit wicd.

Kristian Kissling vom Magazin Ubuntu User hat durchaus Recht: Ubuntu 11.04 in der zweiten Alpha-Version ist sehr instabil. Wohl deshalb, weil Unity und damit einige Neuerungen im System verbaut und noch nicht ausgereift sind. Unity stürzt bei mir bei jedem Systemstart ab, manchmal nach zwei Minuten, häufig etwas später. Die Dash ist so in der Art noch nicht zu gebrauchen, weil sie erstens dermassen verzögert daherkommt und zweitens oft nicht richtig funktioniert.

Das Wichtigste in Kürze, was die Neuerungen von Ubuntu Natty Narwhal betrifft: Unity ist die neue Arbeitsumgebung, wobei Gnome nach wie vor als Basis von Unity herhalten darf. Alternativ kann man aber auch eine Gnome-Session startet. Wenn Hardware verwendet wird, welche keine 3D-Unterstützung anbietet, wird ohnehin eine 2D-Gnome-Session eröffnet. Panel-Applets gibt es nicht mehr, stattdessen können Indikatoren eingesetzt werden. LibreOffice ist mit an Bord, zulasten von OpenOffice.org. Kernelseitig kommt die Version 2.6.38 RC2 zum Zug. Einige Standard-Programme haben geändert, das ist jedoch für mich sekundär. Ich installiere meine Lieblingsapplikationen ohnehin nachträglich. Genauere Informationen zu 11.04 (Alpha 2) gibt es auf dem Wiki von ubuntu.com.

Die zweite Alpha-Version von Ubuntu 11.04 Natty Narwhal ist für Neugierige vielleicht interessant. Mit Alpha-Versionen sollte man nie arbeiten. Dennoch habe ich das bei Ubuntu eigentlich immer getan; meist ab der zweiten Alpha nutzte ich das System bereits produktiv. Bei der 11.04 sind einige grundlegenden Änderungen an der Arbeitsumgebung angebracht worden, was dazu führt, dass man die Qualität der vergangenen Alpha-Versionen hier nicht erwarten darf. Mit dieser Version (Stand 5.2.11) kann man schlichtweg nicht arbeiten, weil dem Benutzer nach kurzer Zeit die Arbeitsumgebung unter dem Ar*** weggezogen wird. Es gibt noch viel zu tun. Unterstützen kann ich die Jungs nur damit, dass ich fleissig die Fehlermeldungen einschicke.

Energieverwaltung am Lenovo IdeaPad S12 unter Ubuntu

Montag, 01. November 2010

Via Klaus, der hier verdankenswerterweise ein paar Kommentare hinterlassen hat, fand ich eine Lösung für die Energieverwaltung am IdeaPad S12. Ausserdem fand Klaus eine Lösung für das WLAN-Problem am S12 und dem Netzwerkmanager unter Gnome unter Ubuntu. Mittlerweile habe ich mich aber so schön an wicd gewohnt, dass ich sehr gerne dabei bleibe und der Herausforderung mit dem standardmässig installierten Netzwerkmanager nicht begegne. Die Energieverwaltung und vor allem die Optimierung des Stromverbrauchs am IdeaPad S12 interessiert mich aber schon, da das Teil ohne TLP recht viel Strom aufnimmt und entsprechend schnell den Akku leert. Nach 90 Minuten Arbeit war der nämlich fast leer. Mit TLP hole ich gut und gerne noch einmal so viel heraus, wenn nicht mehr.

Zunächst habe ich die Quelle für die Pakete hinzugefügt, damit sie sich ganz normal über die Paketverwaltung updaten lassen. Das passiert mit folgendem Befehl:

sudo add-apt-repository ppa:linrunner/tlp

Mit diesem Befehl wird auch der notwendige Schlüssel importiert. Fremdquellen sollten nicht einfach “nach Lust und Laune” genutzt werden; man sollte wissen, was man tut, wenn solche Quellen hinzugefügt werden. Danach müssen die lokalen Informationen über die Quellen aktualisiert werden.

sudo apt-get update

Schliesslich können die notwendigen Pakete installiert werden. Damit das Ganze sinnreich vorliegt, installiert man sich am besten folgende Pakete:

sudo apt-get install tlp tp-smapi-source

Danach müssen die Kernel-Module erstellt und konfiguriert werden, damit TLP richtig arbeiten kann. Das geschieht ebenfalls über die Konsole:

sudo m-a a-i tp-smapi

Das dauert einen kleinen Moment und wird sogar noch “halbgrafisch” angezeigt. Eingreifen muss man dabei nicht, die wichtigsten Einstellungen sind von Beginn an so vorkonfiguriert, dass sie auf die meisten Anforderungen passen. Zurechtbiegen kann man die Konfiguration auch später noch.

Die neue Energieverwaltung ist damit ab dem nächsten Systemstart bereit. Um nicht extra das Gerät neu starten zu müssen, lässt sich TLP auch per Konsole starten:

sudo tlp start

Das Ganze ist detailliert auf dem Wiki von Thinkpad beschrieben. Die Einstellungen lassen sich natürlich nachträglich anpassen. Am besten macht man das mit einem Editor und bearbeitet damit mit root-Rechten die Datei /etc/default/tlp.

gksudo gedit /etc/default/tlp

Alle Einstellungen sind hier im Wiki sehr sauber beschrieben. Mit den Werten kann man sicherlich auch etwas spielen und so das Maximum herausholen. In der Regel sind aber die voreingestellten Werte sinnvoll.

Bisher wusste ich gar nicht, dass TLP auch für Geräte aus dem Hause Lenovo zur Verfügung steht, welche keine Thinkpads sind. Umso erfreulicher ist es, dass die Software auch funktioniert.

Business Process Model and Notation unter Ubuntu

Dienstag, 19. Oktober 2010

Der Standard für Geschäftsprozessmodellierung nennt sich hierzulande BPMN oder ausgeschrieben Business Process Model and Notation. Das Modell entstammt nicht aus der Programmierung, sondern wurde dereinst von Stephen A. Whiten erarbeitet und ist heute die grafische Spezifikationssprache in Geschäftsprozessen. Es ist ein recht einfacher Standard, der es erlaubt, Geschäftsprozesse modellartig so abzubilden, dass sie jeder nachvollziehen und mit den nötigen Ressourcen und Werkzeugen umsetzen kann. Ausserdem lassen sich damit Prozesse einfach und klar dokumentieren, um Klarheit zu schaffen.

Bildquelle: Wikipedia

BPMNDie Prozessmodellierung kann in den verschiedensten Aufgabestellungen und Zielrichtungen benutzt werden, aber auch bei komplexeren Prozessen in grösseren Unternehmungen ist sie einsetzbar. Sie ermöglicht, dass Prozesse klar und eindeutig dargestellt und aufgenommen werden können. Weil wir BPMN bei meinem Arbeitgeber neu einsetzen möchten, habe ich mich nach Literatur umgesehen und ein Büchlein von Thomas Allweyer gefunden. Es beschreibt auf lebendige und interessante Weise die Notation. Der Titel versteht sich als Einführung, geht aber teilweise doch recht tief. Das Buch ist im Verlag Book on Demand erschienen, trägt die ISBN-Nummer 978-3-8391-2134-4 und kostet im Handel knapp 20 Euro.

Unter Windows und Visio braucht es zusätzliche Software, die es als Freeware oder kostenpflichtige Software gibt. Visio kann also BPMN (noch) nicht von Haus aus abbilden. Mich interessiert in meiner Freizeit weder Visio noch Windows und so suchte ich nach einer Möglichkeit, unter Linux die Notation abzubilden. Und ich musste nicht lange suchen.

Dia, ein Programm, das zu GNOME gehört und unter der GPL steht, bietet Support für BPMN. Das Programm braucht keine Erweiterungen, es kann von Haus aus mit BPMN umgehen. Installieren lässt sich Dia sehr einfach:

sudo apt-get install dia

und für die Unterstützung für Gnome sollte das Paket dia-gnome noch installiert werden. Das Paket pgf für die LaTeX-Unterstützung wurde bei mir aufgrund von Abhängigkeiten automatisch mitinstalliert. Der Einfachheit halber kann man unter Gnome auch direkt das Paket dia-gnome installieren (ohne das Paket dia). Wer möchte, kann auch die etwas aktuellere Version von Thomas Dreibholz nutzen. Nach der Installation ist das Programm unter Anwendungen / Grafik / Dia Diagrammeditor zu finden.

Nach dem Start findet man im fliegenden Fenster namens Diagrammeditor unter Datei / Objektbögen und Objekte… ein Dropdown-Menü mit einem Eintrag BPMN. Darin sind (fast) alle erforderlichen Elemente für das Arbeiten mit BPMN enthalten.

Lediglich Pools und Lanes konnte ich in den Objekten nicht finden. Die kann man sich aber auch sonst ganz einfach aus andern Objektbögen herziehen. So lassen sich mit Dia BPMN-Dokumente erzeugen. Und sogar noch mit einem Programm, das der freien Welt entstammt. BPMN-Dokumente lassen sich zwar recht einfach und schnell verstehen, die Herausforderung besteht meiner Ansicht nach im Zeichnen der Modelle. Dort braucht es ab und an zünftig Hirnschmalz, wenn die Routine fehlt.

Kennt Ihr noch andere Programme unter Linux, freie und unfreie, mit der sich Modelle und Notationen erzeugen lassen? Falls ja, bitte her damit!

Zeitgeist oder das Tagebuch über Aktivitäten

Freitag, 13. August 2010

Zeitgeist oder das Tagebuch über Aktivitäten – zu Englisch Activity Journal – unter der Arbeitsumgebung Gnome wird ja voraussichtlich (noch) kein Bestandteil der ersten finalen Version von Gnome 3 werden. Das, was vom Zeitgeist bereits vorhanden ist, kann man sich unter Ubuntu Karmik und Lucid bereits ansehen. Es gibt auch eine Möglichkeit, unter Karmic das Jounrla zu installieren, dazu braucht es aber etwas mehr. Deswegen hier die einfache und schnelle Installation unter Ubuntu 9.10 und 10.04. Dort muss nämlich lediglich eine Quelle für Pakete hinzugefügt und danach die Installation ausgeführt werden. Es gibt zwar auch eine Version in den bereits vorhandenen Paketquellen, ich würde aber für die Version vom Launchpad plädieren. Im Terminal muss dazu folgendes eingegeben werden:

sudo add-apt-repository ppa:zeitgeist/ppa

damit wird die notwendige Quelle hinzugefügt, welche im Launchpad liegt. Danach sollte der Index der Paketverwaltung neu erstellt werden:

sudo apt-get update

Jetzt folgt die eigentliche Installation ebenfalls am einfachsten per Terminal:

sudo apt-get install gnome-activity-journal

Damit werden die Abhängigkeiten wie gewohnt sogleich mitinstalliert, darunter auch zeitgeist-core und weitere Pakete. Danach steht der Starter zum Programm im Gnome-Menü unter Anwendungen / Zubehör / Tagebuch der Aktivitäten zur Verfügung. Ich würde zunächst unter Optionen die drei Plugins aktivieren, das Beispiel kann man getrost weglassen. So läuft Zeitgeist schön im Hintergrund. im oberen, rechten Panel wird ein Symbol mit einem Buch angezeigt, das mit dem Kontextmenü dazu bedient werden kann. Ausserdem lassen sich Pfade angeben, in denen nicht protokolliert werden soll. Danach liefert Zeitgeist teilweise bereits Informationen zu Daten, welche sich auch schon vor der Installation von Zeitgeist verändert haben.

Unter Ubuntu Karmic Koala wird die Version Activity Journal 0.3.4.1+bzr20100619 ausgeliefert, bei Ubuntu Lucid Lynx ist es die logischerweise dieselbe Version, da hier nicht unterschieden wird. Zeitgeist, oder wie das Teil eben neu benannt sein will, nämlich das Activity Journal, liefert verschiedene Ansichten der Historie der Dateien, welche bearbeitet oder erzeugt wurden. Vielmehr kann die Applikation aber im Moment noch nicht.

Wer möchte, dass das Tagebuch über Aktivitäten sofort beim Login gestartet wird, kann das Programm unter System / Einstellungen / Startprogramme der Liste hinzufügen.

Der Befehl, der im zweiten Feld eingetragen werden muss, lautet gleich wie das Paket, welches zuvor installiert wurde:

gnome-activity-journal

Viel Spass beim Testen! Vielleicht mag der eine oder andere Ubuntu-Nutzer seine Erfahrungen mit der Software teilen; ich freue mich auf Kommentare.

Gnome aufpeppen

Donnerstag, 05. August 2010

Der grosse Sprung auf die Version 3.0 der Arbeitsumgebung Gnome wird wohl noch etwas auf sich warten lassen. Weitere sechs Monate braucht das Team, um Gnome soweit voranzutreiben, dass es zu einem finalen Release reicht. Im Moment rechnet man im Frühjahr 2011 mit Gnome 3.0, allerdings auch dann zumal noch ohne Zeitgeist. Die nächstfolgende Version 2.32 soll dann eine Vorschau auf Gnome 3.0 enthalten. Am LinuxTag zu Berlin vom Frühling dieses Jahres konnte ich mit Johannes Schmid unter der Flagge von RadioTux ein Interview über Gnome 3.0, Zeitgeist und Mutter führen. Den Podcast gibt es hier zum Anhören.

Hinter Gnome steht ja eine ganze Reihe bekannter Grössen aus der Industrie. Auf der Website der Gnome Foundation sind die Firmen unter dem Untertitel Advisory Board gelistet. Genauere Informationen gibt es hier zum Advisory Board.

In der Zwischenzeit darf man mit Gnome etwas herumspielen, zumal es unter Ubuntu einige Bordmittel gibt, um den Desktop etwas aufzupeppen. Eine Möglichkeit findet sich im Gnome Artwork-Verwaltung, welche entweder über das Software-Center oder per Konsole installiert werden kann. Von Hand erreicht man die Installation mit folgender Zeile im Terminal:

sudo apt-get install gnome-art

Beim Software-Center, das ich bislang noch kaum benutzt habe, ist mir der Fortschrittsbalken aufgefallen, der sich beim Herunterladen und Installieren eines Programms zeigt. Der muss ziemlich neu sein, mindestens habe ich ihn bisher noch nie bemerkt.

Nach der Installation steht die Applikation in der deutschen Variante unter System / Einstellungen / Art Manager zur Verfügung. Das Programm mit einer grafischen Benutzeroberfläche zapft Hintergrundbilder, Ikonen und andere Elemente von Themes aus gnome-art an und zeigt sie an, ausserdem lassen sich sich mit dem Programm leicht in den bestehenden Desktop integrieren. Alternativ kann man die Elemente auch nur herunterladen, ohne sie zu installieren und aktivieren. Das Programm lädt die Vorschaugrafiken in einen Zwischenspeicher, der allerdings nach einem Neustart der Apllikation nicht mehr zur Verfügung steht. Dadurch muss man sich die kleinen Grafiken jedes mal wieder erneut vom Server herunterladen, was je nach Kategorie etwas dauern kann. Das finde ich etwas lästig.

Bei den Hintergrundbildern lassen sich ganz gute und schön gemachte Grafiken finden. Falls man nur nach Wallpapern suchen will, braucht es den Artwork-Manager nicht unbedingt, denn die Bilder kann man sich leicht direkt über die Website holen. Schaut man sich die Background-Grafiken über den Artwork-Manager an, schaut das in etwa so aus, wobei man sich zu jedem Bild auch eine grössere Vorschau anzeigen lassen kann:

Installiert man sich ein Hintergrundbild, so steht es hernach unter den Erscheinungsbild-Einstellungen zur Verfügung und kann dort aktiviert werden.

Auch bei den Application Themes funktioniert das Installieren ähnlich. Das entsprechende Theme wird gesucht und direkt ab der Applikation installiert. Zuvor kann man sich das Theme in einer etwas grösseren Vorachau ansehen.

Danach öffnet sich automatisch die Erscheinungsbild-Einstellungen, worin das neue Theme aktiviert wird. Und jedes Theme lässt sich in der Regel noch etwas feiner abstimmen, wenn in den Erscheinungsbild-Einstellungen im ersten Reiter auf den Button anpassen geklickt wird. Auch bei den Ikonen funktioniert das Installieren gleich.

Alles in Allem ist die Gnome Artwork-Verwaltung eine feine Sache, wenn man sich mal schnell Gnome etwas schöner einrichten will. Natürlich geht das Ganze auch ohne die Verwaltung mit den Erscheinungsbild-Einstellungen, aber bei der genannten Verwaltung bekommt man meiner Meinung nach eine bessere Übersicht der Angebote. Trotzdem freue ich mich sehr auf Gnome 3.0. Eine gute Zusammenfassung, was Gnome 3.0 dereinst sein soll, liefert der standard.

Wie richtest Du Deinen Gnome-Desktop ein? Nutzt Du einfach das Standard-Theme oder setzt Du eine spezielle Software ein, um Deine kosmetischen Einstellungen vorzunehmen?

Upgrade auf Lucid Lynx

Dienstag, 16. März 2010

Nachdem ich an den Linux-Tagen zu Chemnitz immer wieder der Alpha-Version von Ubuntu 10.04 begegnet bin, wollte ich es doch noch etwas genauer wissen und probierte es zu Hause an meinem neuen Netbook S12 von Lenovo aus. Den “produktiven” Rechner wollte ich dazu nicht verwenden. Dazu tippte ich auf [ALT] und [F2] und befahl dann

update-manager -d

Damit beginnt das System mit der Vorbereitung eines Distributionsupdates. Ich möchte darauf hinweisen, dass es sich bei der getesteten Version um eine Entwicklerversion handelt, die nicht für produktive Zwecke gedacht ist. Also nur dann nachmachen, wenn ein Testgerät zur Verfügung steht, bei dem es unerheblich ist, wenn es ausfällt.

Der Update selbst dauerte ungewöhnlich lange, über zwei Stunden und es passierten einige Fehler. Die darf es bei diesem Versionsstand auch noch geben.

Schliesslich meldete der Upgrade-Manager, dass der Upgrade nicht durchgeführt werden konnte und nun der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt würde.

Die betraf in meinem Fall wohl bloss die Pakete, die nicht korrekt installiert werden konnte, denn nach wenigen Sekunden bekam ich dann diesen Dialog zu Gesicht:

Damit wurde der eigentliche Abschluss des Upgrades unterbrochen, denn die alten Pakete wurde nicht sofort entfernt. Die habe ich dann per Hand in der Konsole mit den beiden Befehlen

sudo apt-get dist-upgrade und sudo apt-get autoremove

vollständig weggebracht. Ansonsten scheint alles zu funktionieren, ausser dass – wie immer – die Fremdquellen aus der Konfigurationsdatei von APT entfernt oder auskommentiert wurden. Der erste Eindruck wirkt nicht besonders, weil mir persönlich halt die Farbzusammenstellung überhaupt nicht passt. Aber das lässt sich ja leicht ändern, ausserdem ist das Geschmackssache. Ganz schlimm finde ich den halb-transparenten Hintergrund der Standard-Shell. Der passt zu Herren, die sich schminken…

Weiter gefällt mir Thunderbird in der dritten Version, wie sie nun bei 10.04 zur Verfügung steht, nicht. Ich werden dann wohl wieder zurück zu Claws-Mail wechseln.

Ein klein wenig kann ich die verschiedenen Reklamationen aus der Ubuntu-Szene wegen dem neuen Theme und den Farben verstehen. Das ist aber letztlich Geschmackssache und darüber lässt es sich schwer streiten. Schliesslich war das Braun ja auch keine besonders tolle Sache, finde ich. Hingegen verstehe ich das Theater, welches wegen den Fensterbuttons, die nun links statt rechts und dann noch in der anderen Reihenfolge stehen, nicht. Das ist reine Gewohnheit und ob das die Apfel-Leute nun auch so haben, ist mir persönlich ziemlich egal.

Nautilus kann jetzt von Haus aus per F3-Taste zwei Fenster anzeigen, dazu braucht es keine Extra-Installation mehr. Es gibt noch eine ganze Menge Neuerungen auf 10.04, die unter anderem auch im Wiki von ubuntuusers.de beschrieben sind. Üblicherweise mache ich keine Upgrades, sondern installiere das System neu. Das hole ich dann nach, sobald die finale Version da ist. Auf meiner “Arbeitsmaschine”, einem Lenovo ThinkPad R61, werde ich dann wohl auch das komplette System mit Lucid Lynx neu einrichten. Ubuntu 10.04 Lucid Lynx wird wieder eine LTS-Version werden, welche in der Dsktop-Variante während den nächsten drei Jahren mit Updates versorgt wird. Die Server-Variante erhält fünf Jahre lange Sicherheitsupdates.

Balsa, der vergessene Mail-Klient

Donnerstag, 11. März 2010

Es ist schon fast zwei Jahre her, als ich mich gefragt habe, weshalb der Gnome-Mail-Klient Balsa ein solch stiefmütterliches Dasein fristet; mindestens aus meiner Warte gesehen. Freilich, Thunderbird, Claws-Mail sowie Evolution und wohl auch noch weitere Programme leisten auch heute noch mehr und sind feiner konfigurierbar, aber Balsa holt auf. Ein Vorteil bei Balsa ist, dass er ohne viel Aufwand die lokale Maileinrichtung nutzen kann, trotzdem aber SMTP, POP3 und IMAP versteht.

Balsa nutzt mittlerweile die systemweite Benachrichtigung, wie sie unter Ubuntu häufig eingesetzt wird. Der Klient kann mit mehreren Konten problemlos umgehen und ermöglicht ausserdem verschiedene Identitäten. Auch zeigt das Programm HTML-Mails an und verschickt – vorausgesetzt, es ist alles richtig konfiguriert – keine HTML-Mails. Das gehört sich auch so und jeder einigermassen erwachsene Mailklient sollte vorzugsweise Nachrichten im Klartext versenden. Beim Balsa muss man dazu unter Bearbeiten / Einstellungen / Nachricht den Haken bei Klartext (text/plain) gegenüber HTML bevorzugen setzen und bei der betreffenden Identität unter Nachrichten den Wert Nachrichten als einfachen Text und HTML senden nicht aktivieren. Falls der Quelltext einer Nachricht angezeigt werden sollte, nutzt Balsa einen eigenen, kleinen Editor, der das Mail (bei uns hier heisst es tatsächlich das und nicht die Mail), der den Quelltext sauber darstellt. Beim Erstellen von Mails steht eine Rechtschreibprüfung für die üblichen Zonen der deutschen Sprache wie der Schweiz, Deutschland Österreich und so weiter zur Verfügung.

Es gibt ein gutes Filterwerk, bei der Bekämpfung von Spam-Mails soll der bogofilter oder SpamAssassin Abhilfe schaffen. Dazu kann eine Spam-Nachricht mit der rechten Maustaste markiert und der Kontextbefehl Leiten durch angewählt werden, worauf der Befehl sa-learn --spam (für SpamAssassin) ausgeführt werden sollte. Bei meiner Umgebung musste ich Spamassassin nachträglich installieren:

sudo apt-get install spamassassin

und bei der Konfigurationsdatei unter /etc/default/spamassassin den Wert ENABLED auf 1 setzen und anschliessend den Deamon starten:

sudo /etc/init.d/spamassassin start

Danach lernt Balsa zusammen mit dem Spamassassin artig, was gut und vor allem böse ist. Der Einsatz von GnuPG ist kein Problem. Das Adressbuch kann eine ldif-Datei anzapfen, ohne den Inhalt zuerst importieren zu müssen. Das finde ich eine gute Idee, vielleicht können das auch andere Programme und ich habe es nicht bemerkt.

Leider habe ich keinen Weg gefunden, mit den einzelnen Items eines Adressbuches einen Verteiler oder eine Liste zu erzeugen. Diese Option gibt es wohl noch immer nicht. Das Fehler dieser Funktion dürfte für viele Benutzer ein Kriterium sein, Balsa nicht zu nutzen.

Die Werkzeugleisten lassen sich recht einfach und schnell den Bedürfnissen anpassen, wobei ich die Option vermisse, dass die Symbole ohne Unterschrift angezeigt werden. So können die Werkzeugleisten vom Hauptfenster, Editor-Fenster und diejenige vom Nachrichtenfenster angepasst werden.

Ich erachte Balsa als eine recht gute und vor allem nicht alltägliche Alternative zu den üblichen Verdächtigen. Es mögen durchaus noch einige Funktionen fehlen, aber es ist aus meiner Sicht nicht gerechtfertigt, dass Balsa derart im Hinterkämmerchen versteckt gehalten wird. Vielleicht wollen das die Entwickler, ich mag das aber nicht so recht glauben. Wahrscheinlich nimmt niemand Schaden, wenn das Programm etwas näher an das Rampenlicht gestellt wird.

Balsa kann über die Repositories von Ubuntu installiert werden. Das Paket heisst schlicht und ergreifend balsa. Aktuell befindet sich dort die Version 2.3.28 vom 18. Januar 2009. Auf der Website des Projekt gäbe es noch frischere Versionen, aktuell die 2.4.7 vom 13. Januar 2010. Ein Paketdepot für Ubuntu zu diesen neueren Versionen habe ich aber nicht gefunden; selbst wäre der Mann.

Erste Beta-Version Lucid Lync am 20. März

Montag, 08. März 2010

Inzwischen konnte man bei den üblichen Verdächtigen in der Ubuntu-Szene einige Stimmen zum neuen Design von Ubuntu 10.04 (Lucid Lynx) lesen. Ich halte mich da schön brav raus, weil es ja jedem Benutzer frei gestellt ist, ein anderes Theme zu nutzen oder das bestehende anzupassen. Welche Knöpfe links oder rechts hingehören und ob Lila eine schöne Farbe wäre, sind Diskussionen, die nirgends hinführen, finde ich. Entweder gefällt es einem und man nutzt es, oder man sucht sich halt ein anderes Theme oder passt das Zeug an. Gerade Diejenigen, die sich gegen das neue Design ausgesprochen haben, besitzen genug Fachwissen, um die Sachen anzupassen.

Vor einigen Tagen habe ich mir die 3. Alpha-Version heruntergeladen, auf einen USB-Stick kopiert und damit mein Lenovo ThinkPad R61 gestartet. Es gab dabei aber einige Fehler, so dass ich die Übung abgebrochen habe. Der Plan sieht ja vor, dass alsbald die erste Beta-Version zur Verfügung steht und die werde ich mir wieder anschauen. Die Termine sahen einst folgendes Vorgehen vor, das wurde aber angepasst:

18. März 2010 1. Beta-Version (neu am 20. März)
8. April 2010 2. Beta-Version (neu am 23. April)
22. April 1. und einziger Release Candidate (neu am 25. April)
26. April 2010 Final Release von Lucid Lync

In der Regel kann man sich bei Canonical sehr gut auf die Terminplanung verlassen. Soweit ich mich erinnern kann, gab es bloss eine Verspätung bei der LTS Dapper Drake.

Ubuntu 9.10 Karmic Koala

Montag, 15. Februar 2010

RadioTux wurde mit einem Presseexemplar des Titel Ubuntu 9.10 von Michael Kofler beschenkt. Das Buch ist im Jahre 2010 im Addison-Wesley-Verlag erschienen und trägt den Untertitel Das Einsteigerbuch. Auf internen Wegen ist das Buch dann zu mir gelangt, worauf ich mir den Titel etwas genauer angesehen habe. Ich bin der Meinung, dass der Autor erneut ein gut nutzbares Einsteigerbuch verfasst hat. Zwar erscheint schon bald die nächste Ubuntu-Version, diesmal sogar eine mit dreijährigem Support, aber das Buch bietet dennoch wesentliche Informationen zur aktuellen Version. Dem Buch liegt eine DVD und eine CD mit der aktuellen Ubuntu-Version in der 32- und 64bit-Version bei.

Das Buch beginnt mit einer kleinen Einleitung zu Linux und erklärt dann die Distribution Ubuntu sowie deren Derivate. Es ist tatsächlich als Einsteigerbuch zu lesen, zumal sehr oft der Vergleich zu Windows benutzt wird, um einen Vorgang oder eine Begebenheit zu erklären. Die Installationsarten kommen zur Sprache, natürlich auch die Live-CD mit der Erwähnung der USB-Stick-Alternative. Ich nutze fast nie mehr CDs, sondern bloss noch Sticks. In diesem Kapitel liest man dann auch etwas über die Hardware und selbstverständlich auch über die Festplattenpartitionierung. Ubuntu kommt ja im Normalfall dem einsteigendem Nutzer entgegen, die Partitionierung ist recht einfach zu handhaben, ausser, es besteht ein Windows auf der Festplatte, das erhalten bleiben soll. Dann wird es leicht aufwändiger. Auch die WUBI-Installation wird besprochen.

Danach folgen einige Kapitel zum Einrichten des Systems, Netzwerkverbindungen, Drucker und so weiter. Die Informationen sind in einem leichten und verständlichen Deutsch niedergeschrieben, Fremdworte werden bloss dort benutzt, wo sie sinnreich zum Einsatz kommen. Beim Kapitel Gnome fand ich denn auch ein Hinweis zum Gnome-Konfigurationseditor, den ich noch nie benutzt habe. Man ruft ihn per Konsole auf:

gconf-editor

Michael Kofler benutzt hier den Vergleich zur Wndows-Registry, um zu erklären, was der Gnome-Konfigurationseditor in etwa sein könnte. In der Tat lassen sich dort sehr viele Details an der Oberfläche und am Verhalten von Gnome justieren. Die Herausforderung ist bloss zu wissen, was welche Einträge bedeuten und im Bedarfsfall den richtigen Ast zu findet.

In diesem Titel werden die wichtigsten Anwendungen besprochen und teilweise recht tief behandelt. Ein Neueinsteiger wird also alle Informationen finden – falls er auf keine grösseren Herausforderungen mit der Hardware trifft – um Ubuntu auf seinem Rechner betreiben zu können und damit die wichtigsten Anwendungen wie Browser, Text- und Tabellenbearbeitungsprogramme, Mails, Sound- und Videoabspiel-, beziehungsweise Bearbeitung und Grafikbearbeitung nutzen zu können. Wir bei allen Themen und vielen Büchern braucht es weiterreichende Informationen oder Unterstützung, wenn die Nutzer etwas tiefer in die Materie einsteigen wollen. Da es sich hierbei um ein Einsteigerbuch handelt, ist das vollkommen in Ordnung.

Wer unter Ubuntu oder Linux im Allgemeinen weiterhin ausgewählte Windows-Programme ausführen möchte, findet auch in diesem Buch die wichtigsten Informationen und weiterführende Links. Ich persönlich finde CrossOver und Wine etwas vom Schlimmsten, was es gibt, aber da soll sich jeder selbst eine Meinung bilden dürfen.

Und natürlich kommt in der heutigen Zeit auch der Ubuntu Netbook Remix zur Sprache. Ich selbst nutze diese Version niemals, sondern setze auch auf Netbooks immer die “normale” Version ein. Die Hardware-Erkennung ist heute dermassen fein, dass es – ausser für einige kosmetischen Änderungen und einer kleinen Anpassung der vorinstallierten Software – keine spezielle Version für die kleinen Rechner mehr braucht.

Dann folgen die Informationen zu KDE, welche in fast jedem Buch komischerweise immer etwas “verstiefkindet” werden. Ich nutze KDE nicht, aber ich finde es im Sinne einer mannigfaltigen Auswahl immer wieder schade, dass KDE bei Ubuntu in der hinterletzten Reihe steht. Selbst LXDE (Lubuntu) oder Xfce (Xubuntu) werden besser gepflegt. Reisst hier Canonical nicht bald das Ruder um 180 Grad herum, könnte hier ein grosses Potential für Kubuntu-Abgänger entstehen.

Im Teil 5 gibt es dann noch einige Informationen für Ubuntu-Fortgeschrittene. Ich bin mir nicht ganz im Klaren, was dieser Teil hier verloren hat. Er ist weder Fisch noch Vogel, da es sich beim Titel ja um ein Einsteigerbuch handelt, welches sich versiertere Benutzer kaum anschaffen werden. Wie dem auch sei; darin findet sich Anleitungen und Informationen zur Paketverwaltung, Benutzerverwaltung und zur Pflege des Systems, aber auch zur Verschlüsselung, zum Dateisystem und zum Netzwerk.

Das Einsteigerbuch für Ubuntu 9.10 verspricht meiner Meinung nach genau das, was es für Einsteiger braucht: Einfache, klare Informationen und Anweisungen oder Anleitungen, wie ein Neueinsteiger (wohl meist von Windows herkommend) ein Ubuntu-System einsatzbereit machen kann. Das Buch trägt die ISBN-Nummer 978-3-8273-2912-7 und ist im Handel für knapp 25 Euro zu haben. Selbstverständlich erstelle ich dazu noch ein lautsprachliches Dokument, das dann bei RadioTux zu hören sein wird.

Desktop Flickr Organizer für Gnome

Montag, 01. Februar 2010

Aus meiner dunklen Vergangenheit, aus der es noch einige Leichen zu bergen gilt, stammt ein Account bei Flickr. Den habe ich mir mal angelegt, als ich noch voller Freude dem goldenen Käfig frönte und ein suggestiv glücklicher Mac-User war. In jener Szene, und auch bei den regelmässigen Teilnehmern und Teilgebern von Barcamps, ist Flickr so quasi die Hausbibliothek für die eigenen, öffentlichen Bilder. Und weil das so war, habe ich noch immer einen Pro-Account, der nicht sehr teuer ist, dafür aber ein paar Vorteile, wie mehr Speicherplatz, bringt.

Unter Ubuntu lässt sich Flickr natürlich auch nutzen und die dort abgelegten Bilder verwalten. Einerseits kann man das mit dem Browser seiner Wahl erledigen, das ist aber nicht sehr komfortabel; vor allem der Upload. Bisher nutzte ich dazu entweder ein Plugin bei F-Spot oder jUploader. Uber das Software-Center bin ich kürzlich auf den Desktop Flickr Organizer gestossen. Der wurde unter anderem auch für Gnome portiert und setzt auf mono auf. Für viele Linux-Pharisäer ist wohl mono nicht unbedingt die richtige Plattform für Ubuntu. Vergessen darf man aber nicht, dass bereits einige recht häufig verwendete Applikationen unter Linux unter mono laufen. So zum Beispiel Banshee oder F-Spot. Die Nähe zu Microsofts .NET ist wohl der Stein des Anstosses und die damit verbundene Abhängigkeit. Das ist zum Teil verständlich.

Wie dem auch sei; der Desktop Flickr Organizer oder kurz dfo vereinfacht die Verwaltung und die Pflege der Bilder auf Flickr. Jeder Benutzer muss sich allerdings im Klaren sein, dass man bei Flickr seine Bilder in fremde Hände gibt. In diesem Fall in jene von Yahoo, der Besitzerin von Flickr. Installiert wird das Programm ganz einfach über das Software-Center, alternativ geht es natürlich auch über die Konsole, dann braucht es das Paket dfo:

sudo apt-get install dfo

Nach dem ersten Start (dfo ist im Menü unter Anwendungen / Grafik / Desktop Flickr Organizer zu finden) sollte man sich zunächst mit Flickr verbinden und mit einem Webbrowser zustimmen, dass dfo direkt auf die eigenen Daten von Flickr zugreifen darf.

Danach sollte eine erste Synchronisation stattfindet, welche je nach Anzahl Bilder eine recht lange Zeit in Anspruch nehmen kann. Und dann kann man bereits mit der Arbeit beginnen. dfo bietet vier Hauptansichten, mit denen die Bilder und deren Meta-Daten verwaltet werden können: Sets, Tags, Pools und Blogs. Die jeweilige Verwendung ist intuitiv gestaltet und bedarf meiner Meinung nach keine weiteren Erklärungen. Leider funktioniert im Moment der Upload neuer Bilder nicht, mindestens unter Karmik nicht. Die Applikation stürzt ab, wenn man ein oder mehrere Bilder hochladen möchte. In den Iusses wird der Fehler bereits einige male beanstandet, offenbar funktionierte der Upload unter Ubuntu Jaunty noch.

Ein einzelnes Bild lässt sich ganz einfach und rasch bearbeiten, wobei auch andere Tags benutzt, die aus den bereits verwendeten ausgewählt werden können; neue Tags lassen sich auch hinzufügen. Ebenso gibt es die Möglichkeit, Kommentare zu bearbeiten.

Die Metadaten von mehreren Bildern lassen sich ebenso bearbeiten. Tags und Titel können so für eine ganze Reihe von Bildern vergeben werden. Das ist praktisch. Ansonsten bietet dfo nicht viel mehr. Und solange kein Upload möglich ist, sehe ich keinen Nutzen für das Teil. Es bleibt zu hoffen, dass der Fehler bald gefixt wird.