Mit ‘IMAP’ getaggte Artikel

Endlich: RoundCube mit Adressgruppen

Mittwoch, 25. August 2010

Seit einiger Zeit ist die stabile Version 0.4 von RoundCube verfügbar. Das ist ein freier Webmailer auf Basis von PHP und MySQL, der praktisch jeden IMAP-fähigen Mailserver anzapfen kann. RoundCube nutzt die GP-Lizenz. In der eidgenössischen Entwicklung sind diesmal einige Verbesserungen, vor allem aus dem Bereich “Kosmetik”, enthalten. Was mich besonders freut, ist die Einführung der Gruppenfunktion in der Adressverwaltung. Damit drängt sich bei mir RoundCube an die vorderste Stelle bei den Webmailern. Diese Funktion fehlte mir nämlich seit der Version 0.1. Das Adressbuch hat einfach eine Ebene mehr erhalten, so dass sich die Kontakte besser gliedern lassen. Gleichzeitig können die Gruppen auch an das An-Feld, beziehungsweise an das CC oder BCC-Feld, beim Erstellen einer neuen Nachricht gesetzt werden, damit alle Mitglieder dieser Gruppe mit dem Mail bedient werden. Die Gruppe wird beim Einfügen in das entsprechende Feld sofort in die einzelnen Adressen aufgelöst.

Ebenfalls ganz gelungen finde ich das Gruppieren der Nachrichten. So werden zusammenhängende Nachrichten besser strukturiert; die Funktion lässt sich ein- und ausschalten. Ich brauchte allerdings eine Weile, bis ich die Einstellungen fand. Denn diese Funktion lässt sich nämlich einzelnen auf jedem Ordner ein- und wieder ausschalten. Deshalb befindet sie sich einerseits in den globalen Einstellungen unter Einstellungen / Mailbox Ansicht / Konversationen aufklappen und anderseits in der Verwaltung unter der Reiterkarte Ordner. Dort muss bei denjenigen Ordnern, die die Nachrichten gegliedert anzeigen sollen, der Haken gruppiert gesetzt werden.

Daneben sind etliche kleinere Sachen verbessert oder in Ordnung gebracht worden, so zum Beispiel die verbesserte Darstellung von HTML-Mails und das Einbinden und Anzeigen der Signaturen. Ein Blick auf die Roadmap zeigt, dass dereinst auch die Unterstützung von GPG/PGP geplant ist. Allerdings ist dazu noch nicht bekannt, in welchem Abschnitt das erledigt wird. Die nächstfolgende Version, die 0.4.1, wird “nur” zur Fehlerbehandlung und Korrektur benutzt.

RoundCube mauserte sich zu einem sehr beliebten Webmailer; auch einer meiner Hoster nutzt die Applikation als Webmailer für seine Kunden.

Balsa, der vergessene Mail-Klient

Donnerstag, 11. März 2010

Es ist schon fast zwei Jahre her, als ich mich gefragt habe, weshalb der Gnome-Mail-Klient Balsa ein solch stiefmütterliches Dasein fristet; mindestens aus meiner Warte gesehen. Freilich, Thunderbird, Claws-Mail sowie Evolution und wohl auch noch weitere Programme leisten auch heute noch mehr und sind feiner konfigurierbar, aber Balsa holt auf. Ein Vorteil bei Balsa ist, dass er ohne viel Aufwand die lokale Maileinrichtung nutzen kann, trotzdem aber SMTP, POP3 und IMAP versteht.

Balsa nutzt mittlerweile die systemweite Benachrichtigung, wie sie unter Ubuntu häufig eingesetzt wird. Der Klient kann mit mehreren Konten problemlos umgehen und ermöglicht ausserdem verschiedene Identitäten. Auch zeigt das Programm HTML-Mails an und verschickt – vorausgesetzt, es ist alles richtig konfiguriert – keine HTML-Mails. Das gehört sich auch so und jeder einigermassen erwachsene Mailklient sollte vorzugsweise Nachrichten im Klartext versenden. Beim Balsa muss man dazu unter Bearbeiten / Einstellungen / Nachricht den Haken bei Klartext (text/plain) gegenüber HTML bevorzugen setzen und bei der betreffenden Identität unter Nachrichten den Wert Nachrichten als einfachen Text und HTML senden nicht aktivieren. Falls der Quelltext einer Nachricht angezeigt werden sollte, nutzt Balsa einen eigenen, kleinen Editor, der das Mail (bei uns hier heisst es tatsächlich das und nicht die Mail), der den Quelltext sauber darstellt. Beim Erstellen von Mails steht eine Rechtschreibprüfung für die üblichen Zonen der deutschen Sprache wie der Schweiz, Deutschland Österreich und so weiter zur Verfügung.

Es gibt ein gutes Filterwerk, bei der Bekämpfung von Spam-Mails soll der bogofilter oder SpamAssassin Abhilfe schaffen. Dazu kann eine Spam-Nachricht mit der rechten Maustaste markiert und der Kontextbefehl Leiten durch angewählt werden, worauf der Befehl sa-learn --spam (für SpamAssassin) ausgeführt werden sollte. Bei meiner Umgebung musste ich Spamassassin nachträglich installieren:

sudo apt-get install spamassassin

und bei der Konfigurationsdatei unter /etc/default/spamassassin den Wert ENABLED auf 1 setzen und anschliessend den Deamon starten:

sudo /etc/init.d/spamassassin start

Danach lernt Balsa zusammen mit dem Spamassassin artig, was gut und vor allem böse ist. Der Einsatz von GnuPG ist kein Problem. Das Adressbuch kann eine ldif-Datei anzapfen, ohne den Inhalt zuerst importieren zu müssen. Das finde ich eine gute Idee, vielleicht können das auch andere Programme und ich habe es nicht bemerkt.

Leider habe ich keinen Weg gefunden, mit den einzelnen Items eines Adressbuches einen Verteiler oder eine Liste zu erzeugen. Diese Option gibt es wohl noch immer nicht. Das Fehler dieser Funktion dürfte für viele Benutzer ein Kriterium sein, Balsa nicht zu nutzen.

Die Werkzeugleisten lassen sich recht einfach und schnell den Bedürfnissen anpassen, wobei ich die Option vermisse, dass die Symbole ohne Unterschrift angezeigt werden. So können die Werkzeugleisten vom Hauptfenster, Editor-Fenster und diejenige vom Nachrichtenfenster angepasst werden.

Ich erachte Balsa als eine recht gute und vor allem nicht alltägliche Alternative zu den üblichen Verdächtigen. Es mögen durchaus noch einige Funktionen fehlen, aber es ist aus meiner Sicht nicht gerechtfertigt, dass Balsa derart im Hinterkämmerchen versteckt gehalten wird. Vielleicht wollen das die Entwickler, ich mag das aber nicht so recht glauben. Wahrscheinlich nimmt niemand Schaden, wenn das Programm etwas näher an das Rampenlicht gestellt wird.

Balsa kann über die Repositories von Ubuntu installiert werden. Das Paket heisst schlicht und ergreifend balsa. Aktuell befindet sich dort die Version 2.3.28 vom 18. Januar 2009. Auf der Website des Projekt gäbe es noch frischere Versionen, aktuell die 2.4.7 vom 13. Januar 2010. Ein Paketdepot für Ubuntu zu diesen neueren Versionen habe ich aber nicht gefunden; selbst wäre der Mann.

RoundCube und die Plugins

Montag, 08. Februar 2010

Über RoundCube habe ich schon öfters in diesem Blog eine Notiz angelegt, schliesslich finde ich den Webmailer ganz gut. RoundCube ist aber auch nicht mehr, als ein simpler Webmailer, der über einen bestehenden Webserver und dessen Konten gestülpt wird, um Nachrichten per IMAP zu empfangen, zu versenden und zu verwalten. Zurzeit ist die Version 0.3.1 aktuell, die natürlich auch unter der GPL veröffentlicht wurde. Der Webmailer läuft mit PHP und MySQL, sehr einfach und flink.

Obschon die Entwicklung inmitten der grossen Schritte steckt, kann man mittlerweile den Mailer schon produktiv einsetzen. Ich würde darauf achten, dass die Website mit dem Mailer bloss via https zu erreichen ist und wenn der Webmailer nicht auf dem selben Server wie der anzuzapfende Mailserver läuft, würde ich die Konfiguration so einrichten, dass auch dort eine Verschlüsselung stattfindet. Das klappt leider nur dort, wo der Ziel-Mail-Server IMAPS versteht und akzeptiert. Wird der SMTP-Teil bei RoundCube nicht konfiguriert, nutzt der Webmailer die Mailroutine auf dem Webserver, auf dem RoundCube rennt. Wird ein externer SMTP-Server eingesetzt, würde ich auch dort SMTPS oder eine andere, verschlüsselte Lösung (z.B. VPN) empfehlen. Inzwischen habe ich für mich auf einem öffentlich erreichbaren Ubuntu-Server (Hardy) RoundCube installiert und lasse halt bloss den 443er-Port für https rein.

Leider läuft RoundCube (noch) nicht optimal auf einem mobilen Gerät. Es gibt zwar offenbar irgendwelche Applikationen für das iPhone (Wer nutzt denn schon so etwas?), aber vom Service selbst ist noch nichts in Sicht. Eigentlich würde ja eine abgeänderte CSS-Datei schon fast reichen. Auf meinem HTC Magic mit Android sieht das Ganze noch nicht so toll aus:

Auch wenn ich das Gerät um 90 Grad neige, kommt nichts viel Besseres dabei heraus. Ich habe weder die Geduld, noch die Lust, eine eigene CSS-Datei für den mobilen Dienst zu erzeugen. Vielleicht wagt sich das sonst mal jemand an die Geschichte.

Mittlerweile schart sich eine beachtliche Community rund um RoundCube. Infolge der offenen und dokumentierten API sind auch schon einige Plugins entstanden, die teilweise sogar laufen. Aber es gibt etliche, welche entweder (noch) nicht der aktuellen Version angepasst sind, oder sonst nicht richtig laufen. Einige der Plugins werden mit den Archiv Complete ausgeliefert, alle Plugins sind im Archiv trunk-r-3239.zip enthalten, welches hier vorliegt.

Da gibt es beispielsweise den RoundCube-Calendar, der sich kosmetisch recht gut in das GUI integriert. Leider handelt es sich dabei um einen gefangenen Kalender, denn es fehlen – mindestens zurzeit – Schnittstellen, um die Daten zu importieren oder zu exportieren, beziehungsweise um sie abzugleichen.

Das Plugin für die Google-Kontakte brachte ich nicht zum Laufen. Ist auch nicht weiter wichtig, es hätte mich nur interessiert, ob man so einfacher als über den Export und Import von vCards die Adressen importieren könnte.

Das “hauseigene” Plugin für ein globales Adressbuch halte ich für sinnreich, falls sich auf der einen RoundCube-Installation verschiedene Benutzer aufhalten. Damit stehen dann mindestens zwei Adressbücher zur Verfügung, wobei das Globale vom Administrator oder einer andern Rolle verwaltet und das persönliche Adressbuch weiterhin pro Benutzer gepflegt wird.

Das Plugin emoticons dient eher der Erheiterung und der Kosmetik. Und so gibt es eine ganze Reihe von Erweiterungen, die für den einen oder andern Nutzer Vorteile bergen dürften. Mindestens halte ich es für interessant, durch die Liste zu surfen und dabei zu entdecken, was es alles gibt.

RoundCube lasse ich gerne in einem geschlossenen Prism-Browser laufen. Das bringt unter Karmic den Vorteil, dass sich der Browser auch dann in der unteren Gnome-Menü-Leiste bei Ankunft einer neuen Nachricht meldet, wenn er auf dem zweiten oder dritten Desktop läuft. Der Task “Prism” blinkt dann auf allen Desktops. Das ist praktisch und erspart irgendwelche “Notifier-Basteleien”. Das würde auch mit dem Firefox und wohl mit allen andern Browsern auch funktionieren. Für das Mailen habe ich gerne ein eigenes Fenster ohne siebenhundert Tabs.

Das sich bei der Ankunft neuer Nachrichten der Title-Tag der Website verändert (RoundCube holt sich selbsttätig alle n Minuten die Nachrichten ab), bekommt auch der Browser eine neue Beschreibung in der obersten Leiste, was Ubuntu dazu führt, die Aufmerksamkeit des Benutzers mit Blinken zu erhaschen. Klappt ausgezeichnet.

Upgrade auf RoundCube 0.3.1

Sonntag, 08. November 2009

RoundCubeRoundCube ist ein Webmailer, der PHP und MySQL, wahlweise auch PostgreSQL oder SQLite, nutzt, um ein Mailkonto per Browser zu bewirtschaften. Das Produkt stammt aus der Eidgenossenschaft und unterliegt der GPL. Ich nutze schon seit der Version 0.1 RoundCube, allerdings nur auf meinem lokalen Server zu Hause, der von aussen nicht erreichbar ist. Mittlerweile setzen das Produkt aber schon Provider und Hoster wie Cyon produktiv ein. Vor Kurzem ist die Version 0.3.1 erschienen. Deswegen habe ich einen Upgrade von der Version 0.2 Alpha ausgeführt.

RoundCube setzt folgende Software und deren Eigenschaften voraus:

  • Apache oder Lighttpd Webserver
  • PHP Version 5.2.1 oder höher
  • MySQL, PostgreSQL, SQLite oder MSSQL-Datenbank
  • Einen IMAP-Server mit IMAP-4-Support (rev1)
  • Einen lokalen oder entfernten SMTP-Server, alternativ eine PHP-Konfiguration, um Mails zu versenden

Im Archiv des Downloads liegt eine Datei mit Anweisungen, um ein Upgrade durchzuführen. Ich habe mich an jene Anweisungen gehalten und konnte so ohne Probleme ein Upgrade realisieren. Folgende Schritte habe ich getätigt, nach dem ich ein vollständiges Backup der Dateien und der Datenbank gefahren habe:

Die Dateien in den nachfolgenden Ordnern müssen durch die neue Version ersetzt werden. Dabei habe ich die Dateien auf dem Webserver einfach überschrieben:

  • ./bin/
  • ./SQL/
  • ./program/
  • ./installer/
  • ./skins/default/
  • ./plugins/

Danach musste ich in der Konfigurationsdatei config/main.inc.php zulassen, dass ein Update per Browser durchgeführt werden darf. Dazu muss die Variable $rcmail_config['enable_installer'] auf true gesetzt sein. Und nun kann der Upgrade per Browser erfolgen. Dazu ruft man die URL zum RoundCube auf, gefolgt vom Wert installer:

http://url-to-roundcube/installer/

Der Rest funktioniert dann mehr oder weniger automatisch. Allenfalls wäre es möglich, dass ein SQL-Skript aufgerufen werden müsse, das war aber bei mir nicht der Fall, beziehungsweise der Installer hat das unter Umständen selbsttätig durchgeführt.

RoundCube upgraden

Zum Abschluss der Installation kann der Mailer getestet werden, was bei mir zu einem Erfolg führte. Danach rief ich das GUI auf und fand eine Warnung im Browser:

Warnung

Also löschte ich das Verzeichnis installer und setzte den Wert in der Konfigurationsdatei $rcmail_config['enable_installer'] auf false zurück. Damit verschwand die Warnung und ich konnte mit Mailen loslegen. In dieser Version wurden vor allem Fehler behoben, aber auch einige wenige Zusätze eingepflegt.

RoundCube im Einsatz

Aufgefallen sind mir beispielsweise die kleinen Grafiken am unteren, linken Bildschirmrand, mit denen die Nachrichten auf verschiedene Arten ausgewählt werden können. Damit lassen sich alle Nachrichten markieren, keine, oder bloss die Ungelesenen.

Nachrichten auswählen

Weiter sind einige Kleinigkeiten beim Mail verfassen hinzugekommen und einige Eigenschaften der Nachrichten lassen sich nun anzeigen. Ausserdem können Nachrichten nun direkt per Menü lokal gespeichert werden. Das Adressbuch präsentiert sich aber leider noch immer in der gleichen spartanischen Art und Weise.

Adresse erfassen

Nach wie vor lassen sich nur die wichtigsten Elemente wie Anzeigename, Vor- und Nachname sowie die E-Mail-Adresse erfassen. Nicht einmal eine Gruppenfunktion ist da. Deswegen nutze ich RoundCube nur sporadisch, weil mir dieses Feature tatsächlich fehlt. Innerhalb des nächsten Version, der 0.4 beta, soll dann die Gruppenfunktion realisiert werden. Aber ansonsten wird RoundCube immer ein kleines Stück erwachsener; in niedlichen Schritten, aber es geht vorwärts.

Wer die Entwicklung dieses schlanken und flinken Webmailers etwas vorantreiben möchte, kann sich nebst der technischen Beteiligung auch finanziell engagieren. Die Entwickler rufen nämlich zu Spenden auf:

Donations are welcome – Roundcube webmail is free of charge but your donations help us to pay some hosting bills and motivate our developers to continue their great work.

Auf der Download-Seite ist der Spenden-Button, der zu Paypal führt, zu finden, oder direkt auf dieser Seite.

Thunderbird 3 in der 4. Beta-Version

Donnerstag, 22. Oktober 2009

ThunderbirdThunderbird ist schon eine ganze Weile auf meinem Rechner installiert. Ich nutze das Teil – nebst andern Klienten und Webmailern – recht gerne. Da ich seit je her IMAP nutze, kann ich ohne Weiteres mit verschiedenen Programmen auf meine Mails zugreifen. Ich brauch jeweils bloss die Kosmetik des Klienten meinen Bedürfnissen anzupassen. Das ist sehr praktisch, auch wenn ich mobil per Telefon darauf zugreifen will. Die Version 3 des Donnervogels gibt es ja schon ziemlich lange in Entwicklungsversionen; aktuell in der 4. Beta (3.0b4). Ich habe mir diese Version heruntergeladen und angesehen. Der erste Eindruck ist recht positiv, wenn ich auch noch Sunbird oder besser gesagt Lightning als vorinstalliertes Goodie vermisse.

Das Archiv lässt sich hier herunterladen. Wer Thunderbird bloss testen will, entpackt es an einem beliebigen Ort und startet dann das Shell-Skript thunderbird aus dem Root des entpackten Ordners. Die individuellen Daten werden im Home-Verzeichnis unter .thunderbird abgelegt.

Nach dem ersten Start wird ein Konto importiert oder ein neues angelegt. Beim Anlegen eines neuen Konto gibt es neu ein Wizard, der dem Nutzer helfen will, das Konto richtig einzurichten. Das klappt aber oft nicht, weil Thunderbird offenbar davon ausgeht, dass der Benutzername bloss der Alias einer E-Mail-Adresse ist. Meisten ist das aber wohl die gesamte Mail-Adresse.

Konto einrichten

Das “Problem” bestand aber schon bei den älteren Versionen. Das GUI des Programms hat sich stark verändert, aber auch bei den Features sind einige dazugestossen. Aufgefallen ist mir dabei die Archiv-Funktion. Jene ist so intelligent, dass sie ein neues Archiv direkt auf dem IMAP-Server anlegt, so dass es von überall her erreichbar bleibt. Sinnreich ist das meiner Meinung nach. Mit dem Archiv lassen sich – wie wohl zu erwarten ist – Nachrichten archivieren, wobei Thunderbird eine Ordner-Hierarchie nach Jahre anlegt.

Posteingang - Mozilla Thunderbird 3.0 Beta 4

Verschiedene Bedienungselemente wie Weiterleiten oder Archivieren stehen viel “näher” per Button zur Verfügung. Insgesamt lässt sich das Mailprogramm einfacher und schneller bedienen, wenn man die Maus nutzt. Aber auch per Tatstatur-Kürzel kann man die Applikation natürlich nutzen. Die Indexierung habe ich noch nicht angeschaut, ebenso die genauen Funktionen der Archivierung nicht. Standardmässig wird der Posteingang ausserhalb des jeweiligen Kontos an einem zentralen Ort angezeigt, ebenso der Mülleimer.

Eigenschaften

Auch die Eigenschaften der einzelnen IMAP-Ordner präsentieren sich neu. Gefällt mir ganz gut, auch wenn mein Server nicht alle Features unterstützt. Man könnte so auch Ordner teilen. Nach wie vor wird aber der Fehler nicht abgefangen, wenn die Applikation zwei mal geöffnet wird. Sie blockiert zuerst und verabschiedet sich dann. Mir passiert es halt ab und zu, dass ich Thunderbird zwei mal öffne, weil ich zu flüchtig darauf achte, ob ich die Applikation bereits gestartet habe. Das ist mein Fehler, aber es ist trotzdem lästig. Beispielsweise Audacity fängt diesen Fehler sauber ab.

Thundervbird 3 in der vierten Beta-Version präsentierte sich mir in einer stabilen Weise. Diverse neue Funktionen sind hinzugekommen. Der erste Freigabe-Kandidat ist auf November 2009 geplant.

Claws Mail aus dem Launchpad nutzen

Montag, 11. Mai 2009

Nebst dem Webclient Horde oder RoundCube, die ich vor allem von unterwegs aus nutze, setze ich nach wie vor noch auf einen lokal installierten Clienten. Die Vorzüge bilden meiner Meinung nach noch immer einen guten Grund, ein solches Programm wie Thunderbird, Sylpheed, oder Evolution einzusetzen. Einige Zeit verwendete ich Sylpheed und wechselte dann zum Thunderbird. Nun will ich den Clienten Claws Mail etwas genauer ansehen und habe ihn deshalb installiert.

claws mailDirekt aus den offiziellen Quellen bekommt man Claws Mail mit dem üblichen Befehl sudo apt-get install claws-mail, die Lokalisierung dazu (claws-mail-i18n) sollte automatisch mitkommen. Allerdings ist die Version nicht aktuell und Teile der Plugins (Installation über sudo apt-get install claws-mail-extra-plugins) können nicht benutzt werden, da die Version offenbar nicht mit derjenigen von Claws Mail übereinstimmt. Das ist ärgerlich, neu kompilieren ist eher schwierig, da die Plugins auf der Website von Claws Mail jeweils in der neuesten Version angeboten werden, welche für Claws Mail selbst wiederum nicht in den Quellen vorhanden ist.

Erweiterungen Claws Mail

Deswegen plädiere ich für eine “Quasi-Fremdquelle”, in der alle aktuellen Pakete in der Weise vorhanden sind, dass sie sauber zusammenspielen: Launchpad. Dazu muss zunächst die sources.list erweitert werden. Mit dem Gnome Editor (oder ein Werkzeug der Wahl) wird die Datei mit Root-Rechten geöffnet:

sudo gedit /etc/apt/sources.list

Am Ende der Datei sollten nun diese drei Zeilen eingefügt werden, dieses Beispiel basiert auf Jaunty Jackalope (Ubuntu 9.04):

# Fremdquellen für Claws Mail
deb http://ppa.launchpad.net/claws-mail/ppa/ubuntu jaunty main
deb-src http://ppa.launchpad.net/claws-mail/ppa/ubuntu jaunty main

Danach die Datei speichern und den Editor schliessen. Jetzt muss die Signatur dazu zum Paketmanager hinzugefügt werden. Einfach geht das, wenn die entsprechende Signatur, in diesem Fall diese hier, kopiert und in einer Datei abgespeichert wird, um sie hernach im Paketmanager zu integrieren. Dazu öffnet man die Synaptic-Paketverwaltung (unter System / Systemverwaltung im deutschen Gnome) und fügt dann unter den Einstellungen / Paketquellen
die Signatur in der Reiterkarte Authentifizierung mit dem Button Schlüssel importieren hinzu.

Signatur hinzufügen

Jetzt braucht man bloss noch apt zu aktualisieren, das geht am einfachsten mit der Paketverwaltung oder per Terminal mit sudo apt-get update. Ob Claws Mail bereits von einer andern Quelle installiert wurde oder nicht, spielt keine Rolle. Ab jetzt wird Launchpad die neuste Version ausliefern. Das ist eines der schönen Dinge am Linux und bei debianbasierenden Systemen an apt: Die Paketverwaltung ist einfach, schnell und stabil, einfach Klasse!

Um nun Claws Mail zu installieren oder zu aktualisieren, einfach denselben Befehl in der Konsole absetzen und das war es dann schon:

sudo apt-get install claws-mail

Damit funktionieren (fast) alle Plugins und man kann nun den Mailclienten richtig fett testen. Ich musste zunächst den Bogofilter trainieren, das kann durchaus eine Weile dauern, aber mit der Zeit wirkt der recht zuverlässig. Besonders gefällt mir die Darstellung in der Baumansicht. Damit wird visualisiert, wie das mitunter recht lang ausartende Frage- und Antwort-Spiel per Mail ausschauen kann.

Baumansicht einer Mail-Diskussion

Weiter unterstützt Claws Mail in der aktuellen Version (3.7.1) die neue Benachrichtigungs-Technik von Ubuntu und neuankommende Mails generieren so eine “desktop-integrierte” Nachricht. Für mich ein weiterer wichtiger Punkt ist die Unterstützung gnupg, was bei Claws Mail der Fall ist. Ausserdem stehen wie gesagt viele Plugins, Themes und Skripte zur Verfügung. Claws Mail ist sehr fein konfigurierbar, meiner Ansicht nach viel detaillierter als bei vergleichbaren Clients. Ich halte Claws Mail für ein erwachsenes und gut brauchbares Mailprogramm.

RoundCube 0.2.1 im Test

Donnerstag, 16. April 2009

RoundCube ist ein feine und schlanke sowie schnelle Weboberfläche, um damit Mails per SMTP zu versenden, beziehungsweise per IMAP zu holen. Die Entwicklung läuft zwar langsam, dafür aber stetig. Das Schweizer Produkt steht mittlerweile bei der stabilen Version 0.2.1, welche ich wieder einmal etwas näher anschauen wollte.

Mein grosses Anliegen bei dieser Software liegt im Adressbuch, bei dem es bisher weder Import- noch Exportmöglichkeiten gab, ausserdem liessen sich die Adressen keinen Gruppen zuordnen. Nun, ein Wunsch ist in Erfüllung gegangen, wenn auch marginal: Adressen lassen sich nun importieren, allerdings erst über das offizielle vCard-Format. Ebenso lassen sich die eingepflegten Adressen über dieses Format exportieren. Leider gibt es aber noch immer keine Gruppenfunktion. Gruppen sind für mich sehr wichtig und gehören in jedes Mailprogramm, gleich welcher Art. Aber bei der tiefen Versionsnummer darf ich sicherlich noch hoffen, dass dereinst auch eine solche Funktion angeboten wird.

Die Installation habe ich ich auf einem lokalen Ubuntu-Server (8.10) bei mir zu Hause vorgenommen. Dazu braucht es lediglich eine laufende Postfix-Installation (oder eine Alternative für IMAP und SMTP-Support), einen Apache-Webserver, PHP und MySQL. Die genauen technischen Anforderungen stehen im Wiki von RoundCube. Wie man sich Postfix zurechtlegt, habe ich hier mal beschrieben. Und selbstverständlich braucht es noch ein Mailkonto, das per IMAP ansprechbar ist; das tun ja mittlerweile die meisten, auch die des Providers.

Das aktuelle Paket muss zunächst heruntergeladen und auf dem Webserver entpackt werden. Mit Vorteil in einen eigenen Verzeichnis oder auf einer Subdomain. Danach kann man die Installation bereits per Browser aufrufen:

http://URL_zum_RoundCube_Verzeichnis/installer

Die Installationsroutine hat sich gegenüber der Vorversionen auch verbessert. Zunächst prüft das Teil, ob alle erforderlichen Features auf dem Server verfügbar sind und gibt eine entsprechende Nachricht aus.

RoundCube Installationscheck

Im nächsten Schritt werden dann alle erforderlichen Werte parametrisiert. Hier lässt sich zum Beispiel eine Default-Domain festlegen oder der anzusprechende SMTP- oder IMAP-Server wird genannt. Auch die Datenbank-Angaben werden hier festgehalten. Es braucht dazu eine Datenbank auf MySQL, SQLite oder PostgreSQL. Vorbereitet wird offenbar eine Anbindung an M$SQL. Im Verzeichnis, das zuvor heruntergeladen wurde, befindet sich ein Unterordner SQL, in dem die Initialisierungsstatements für jeden SQL-Typ zu finden sind. Für MySQL heisst die Datei mysql.initial.sql, welche ausgeführt werden muss. Dazu habe ich phpmyadmin benutzt, den Code in das SQL-Feld der neu angelegten DB kopiert und ausgeführt. Damit werden die nötigen Tabellen und Felder generiert.

RoundCube Installations-Wizard

Zum Schluss spukt der Wizard zwei Files aus, welche dann in das Verzeichnis config auf dem Webserver kopiert werden sollten. Es handelt sich um die beiden Konfigurationsdateien db.inc.php und main.inc.php. Diese lassen sich natürlich auch von Hand nachbearbeiten. Am Ende kann man dann noch die Konfiguration testen und ein Mail versenden sowie den Zugriff auf einen IMAP-Server testen.

Damit ist die Geschichte schon gegessen und man kann loslegen. Allerdings sollte man zuvor noch das Verzeichnis installer auf dem Webserver löschen. Der Aufruf erfolgt ganz einfach über den Browser und liefert zunächst einen Login-Screen. Je nach Konfiguration braucht man hier bloss noch den Alias vor dem @ einzugeben und das Kennwort.

Fertig installiertes RoundCube

Gewohnt flink und rasch liefert RoundCube die Mails. Natürlich kann RoundCube nur so schnell wie der anzuzapfende Mailserver sein, aber in der Regel klappt das bestens. Bei den Einstellungen hat sich auch einiges verbessert. So lassen sich die Dateien im Posteingang packen, die RCF-Version für die Anhänge definieren und weitere Kleinigkeiten. Wichtig hier ist, dass die Namen der Spezialordner mit denen auf dem IMAP-Server übereinstimmen, sonst lassen sich die Mails nicht löschen oder verschieben.

Einstellungen RoundCube

Die Nachrichtenvorschau gibt es schon etwas länger, kann aber gute Dienste erweisen, wenn auch einige Menschen vehement behaupten, dies wäre ein arges Sicherheistrisiko. Wer die Vorschau nicht haben will, schaltet sie in den Einstellungen ab oder erlaubt sie gar nicht erst per main.inc.php.

Alles in Allem bin der Meinung, dass RoundCube 0.2.1 einen zünftigen Schritt vorwärts gemacht hat. Der Webmailer gehört ja schon seit einiger Zeit zu den Rosinen und wird teilweise noch als Geheimtipp gehandelt. Aus meiner Sicht ist RC ein erwachsener Mailclient für den Browser; wer auf Groupware-Features verzichten kann oder will, sollte sich das Teil ansehen.

Fremde Mailkonten per Horde abfragen

Dienstag, 02. Dezember 2008

Wie ich hier kurz beschrieben habe, liessen sich per Horde fremde Konten nicht ohne weiteres einlesen. Das ist natürlich falsch und zeugt wieder einmal davon, wie oberflächlich ich manchmal die Dinge ansehe. Selbstverständlich ist das direkt vom WebGUI aus möglich, wenn man denn weiss wo und die Geduld beim Suchen ausreicht.

In den globalen Einstellungen gibt es ein Menüpunkt Nachrichten sammeln, in diesem befindet sich dann ein weiterer Punkt namens Einstellungen für den Zugriff auf andere Konten bearbeiten. Mit einem Klick gelangt man dann in das entsprechende Menü, bei dem bereits bestehende Konten, die direkt von Horde aus abgefragt werden sollen, bearbeitet oder neue anlegelegt werden können.

Dabei kann noch bestimmt werden, was mit dem Mails auf dem Quell-Mailserver passieren soll. Eine recht gute Sache finde ich doch, zumal ich zu Beginn gedacht habe, diese Services stünden nicht nzur Verfügung. Derweil sind ja diese Einstellungen gar nicht so arg versteckt. Immerhin weiss ich nun wo ich sie finden kann und so ist mir Horde wieder ein rechtes Stück sympathischer.

Mails per PHProjekt abholen (POP3 oder IMAP)

Samstag, 22. November 2008

Soweit bin ich ja ganz zufrieden mit PHProjekt. Mindestens bietet mir die Groupware genug Möglichkeiten, meine bescheidenen Arbeiten zu administrieren. Das einzige Problem, das ich schon unlängst lösen wollte, besteht darin, dass ich per PHProjekt keine Mails von externen POP3 oder IMAP Servern abholen konnte. Die lästige Fehlermeldung sagt nämlich etwas folgendes aus:

Certificate failure for mail.irgendwas.ltd: self signed certificate: /C=US/ST=NY/L=New York/O=Courier Mail Server/OU=Automatically-generated IMAP SSL key/CN=localhost/emailAddress=postmaster@example.com

Das selbstsignierte Zertifikat funktioniert hier offenbar nicht. Ich nutze IMAP lieber und deswegen habe ich vorerst bloss diese Version “repariert”, POP3 ist aber quasi deckungsgleich zu lösen. Es gibt beim PHP-Befehl imap_open einen Schalter, den man anfügen muss, so dass die selbstgestrickten Zertifikate nicht überprüft werden. Er nennt sich /novalidate-cert und wird einfach hinter dem Befehl angehängt. Unter PHProjekt ist das Ganze recht einfach zu lösen; der Schalter /notls wird benutzt. Wird das IMAP Addon eingesetzt, kann im Konfigurationsfile unter addons/AeroMail/config.inc.php folgende Zeile mit den Portangaben durch den Schalter ergänzt werden:

$IMAP_PORT = "143/imap/notls";

Wird jenes Addon nicht eingesetzt, reicht es, in den Optionen der Mailkonten im Webinterface beim Feld Server hinter den Servernamen den Schalte /notls anzuhängen. Ohne Leerzeichen zwischen Servernamen und Schalter!

mail.irgendwas.ltd/notls

Und sogleich funktionierte bei mir das Abholen der Mails. Das hat den grossen Vorteil, dass ich die projektbezogenen Mails in ein entsprechendes Archiv legen kann, welches ich dann mit dem jeweiligen Projekt verknüpfe. So ist alle sauber zusammen und auf der Single-Projektübersichtsseite sind die Nachrichten ebenfalls sichtbar.

Eigentlich wollte ich noch etwas am Skin herumschrauben. Ich bin aber nicht ganz sicher, was sich mit der Version 6.0 alles ändert und deswegen warte ich wohl besser auf jene neue Ausgabe vom PHProjekt.

Sylpheed bewährt sich

Dienstag, 22. Juli 2008

Seit einigen Tagen nutze ich nun sylpheed als Mailclient und bin damit recht gut zufrieden. Es gibt zwar einige Dinge, mit denen ich (noch) nicht ganz glücklich bin, aber im Grossen und Ganzen ist das Teil schwer in Ordnung. Vor allem ist die Software schnell und einfach zu bedienen. Wer gerne mit der Tastatur arbeitet, kommt auch auf den Genuss.

Mittlerweile gibt es eine Version 2.5.0 stable, in den Ubuntu-Quellen liegt im Moment noch die Version 2.4.8. Ich denke, dass die neue Version bald in den Quellen integriert sein wird. Wer nicht warten mag, kann sich die Software direkt holen.

Im Moment fehlt mir noch eine Funktion, um die Nachrichten automatisch als gelesen markieren zu lassen, ohne dass ich sie in einem separaten Fenster öffne. Zwar kann man mit dem Tastatur-Befehl [shift] und [R] eine Nachricht als gelesen markieren, sofern die Tastaturbefehle richtig gesetzt sind, das ist aber nicht das, was ich möchte. Am besten gefällt mir die Möglichkeit, eine Nachricht nach n Sekunden als gelesen flaggen zu lassen. Diese Funktion gibt es aber offenbar nicht – mindestens habe ich sie nicht gefunden.

Weiter stört es mich ein bisschen, dass der Inhalt einer Nachricht nicht angezeigt wird, wenn ich mit den Pfeiltasten im Posteingang navigiere und eine andere Nachricht ansteuere. Dabei wird jeweils noch die Nachricht zuvor angezeigt. Vielleicht gibt es dazu eine Lösung; bloss kenne ich sie nicht ;-)

Mit dem Befehl sudo apt-get install sylpheed-doc kann man sich eine sehr gute Doku in verschiedenen Sprachen auf den Rechner holen und über die Hilfe aufrufen. Ja, und so bleibe ich mindestens vorerst bei sylpheed, weil mir dieser Mailclient sehr gut gefällt.