Mit ‘Linux’ getaggte Artikel

Ein Buch über den Linux-Server

Samstag, 12. Februar 2011

Jetzt habe ich endlich ein richtiges und physisches Rezessionsexemplar des Titels Linux-Server – Das Administrationshandbuch bekommen. Der Verlag Galileo Computing hat mir das Werk zur Verfügung gestellt. Gewartet habe ich auf das Buch, weil Dirk am Entstehen beteiligt ist und sich ziemlich in das Zeug gelegt hat, um es mit seinen vier Mitstreitern fertig zu kriegen. Ich habe nur am Rande miterlebt, wir aufwändig eine solche Arbeit ist und dennoch begegne ich einem solchen Vorhaben mit grossem Respekt. Es braucht Durchhaltewillen, Durchhaltewillen und Durchhaltewillen, daneben wohl noch eine gehörige Portion Koordination und nicht zuletzt die fachliche und sprachliche Kompetenz.

Mit Sicherheit komme ich hier in diesem Blog auf den Titel zurück. Wir werden sicherlich auch etwas für das Ohr produzieren; entweder für DeimHart oder RadioTux, vielleicht auch für beide. Inzwischen habe ich das Buch in meine Online-Datenbank eingepflegt und bin froh, habe ich damals beim Entwickeln jener simplen Applikation darauf geachtet, dass für die Autoren eines Buches eine 1:n-Relation zwischen Buch und Autor(en) besteht. So kann ich nun alle fünf Autoren für diesen Titel nennen.

Auf der Rückseite findet sich der Slogan Das Schweizer Taschenmesser für Linux-Admins! Ich werde wohl bald herausfinden, ob sich dieser Satz bewahrheitet. Die Hürde ist hoch, denn ein richtigen Schweizer Taschenmesser kann verdammt viel.

Da ich Dirks Arbeitsweise und seine Präzision kenne, hat er guten Chancen, dem Anspruch gerecht zu werden. Das Buch kann man im Handel erwerben. Es kostet knapp 50 Euro oder 75 Franken. Es ist auch bei Amazon zu kaufen.

Thunderbird unter Ubuntu mit Windows

Donnerstag, 10. Februar 2011

Seit geraumer Zeit nutze ich zum Mailen bloss noch das Internet Message Access Protocol IMAP(S). Es ist nicht nur moderner als POP(3), sondern bietet meiner Meinung nach auch mehr Komfort. Obschon sich nicht überall IMAP anwenden lässt und es nicht durch das Band die bessere Wahl ist, mag ich die Art und Weise, wie es arbeitet. Das Postfach auf dem Mailserver wird so eingesetzt, dass es von überall her mit denselben Inhalten bedient werden kann. Das Protokoll selbst gehört schon fast zur Urgeschichte des Internets; 1986 wurde IMAP etabliert. Daneben braucht es noch das Simple Mail Transfer Protokoll SMTP, um Mails zu versenden.

Die beiden quelloffenen Mail-Klienten Clawsmail und Thunderbird mag ich sehr, da sie unter Linux und Windows (Thunderbird dazu noch für den Apfel) zur Verfügung stehen und dort praktisch dieselben Funktionen bereitstellen. In letzter Zeit nutze ich eher den Donnervogel, da er mir etwas besser behagt und äusserlich eher gefällt. Das ist aber reine Geschmackssache und hat wenige mit Rationalität zu tun. Nicht ganz verstehen kann ich, weshalb Canonical noch immer auf Evolution besteht und diesen Giganten nach wie vor in der Standard-Installation mit ausliefert. Evolution ist das Quasi-Mailprogramm von Gnome und schmiegt sich optisch sauber an die Arbeitsumgebung an, trotzdem nutzen es viele nicht. Vielleicht verschwindet es dann doch noch ab der Ubuntu-Version 11.04, wenn Gnome “nur” noch als Unterbau für Unity daherkommt. Ich kenne nur sehr wenige Leute, die Evolution aktiv unter Ubuntu einsetzen.

Thunderbird wie auch Clawsmail kann man sehr gut und einfach wie schnell “pimpen”. Ich brauche nur wenige Erweiterungen und ein Thema, um Thunderbird optisch aufzumöbeln. Eine sehr gute Beschreibung, wie sich der Donnervogel erweitern lässt, ist im Wiki von ubuntuuser.de zu finden. Gerade mal vier Erweiterungen nutze ich zurzeit:

In den Einstellungen vom MinimizeToTray Plus findet sich in der Linux-Version ein witziger Hinweis, dass es offenbar auch noch andere Betriebssysteme auf dieser Welt gäbe:

Ausserdem vergesse ich bei jeder Neuinstallation das Paket libnotify-bin, welches es für den Thunderbird Indicator braucht, zu holen. Ich merke es jeweils erst, wenn mich mein Linux zurechtweist.

Das fehlende Stück Software kann man ganz leicht mit der Konsole nachreichen:

sudo apt-get install libnotify-bin

Dann funktioniert auch die Benachrichtigung für neue Nachrichten über den Indicator. MinimizeToTray Plus habe ich übrigens so eingestellt, dass sich der Thunderbird beim Schliessen über das X am linken Fensterrand nicht verabschiedet, sondern er verharrt stattdessen im Infobereich und wartet der Mails, die da kommen. Für Clawsmail gibt es Erweiterungen, die das selbe auch können.

Ich bin gespannt, welche Erweiterungen Du einsetzt. Manchmal stösst man beim Austauschen dieser Informationen auf Rosinen.

VirtualBox 4.0 erschienen

Mittwoch, 22. Dezember 2010

Im Verlauf des heutigen Tages veröffentlichte Oracle die finale Version 4.0 ihrer eingekauften Virtualisierungssoftware. So ein Major-Update weckt natürlich die Hoffnung auf neue und nützliche Erweiterungen. Dieser Erwartung kommt Oracle meiner Meinung nur teilweise nach. Zu den Neuerungen gehören unter anderem eine überarbeitete Benutzeroberfläche und neues virtuelles Spielzeug.

Künftig werden auch die Binärdateien der Kernkomponenten der Software unter der General Public License Version 2 veröffentlicht. Dies bedeutet, dass Distributoren den Quellcode in Zukunft nicht mehr selbst kompilieren und paketieren müssen. Erweiterungen, wie die Unterstützung von USB 2.0, das integrierte Remote Desktop Protokoll und die PXE-Fähigkeiten der Intel Netzwerkadapter sind weiterhin nur unter der VirtualBox Personal Use and Evaluation License (PUEL) verfügbar und somit proprietär. Die proprietären Teile wurden in ein Extension Pack ausgelagert und können separat heruntergeladen werden. Mit diesem Schritt verfällt die als Open Source Edition (OSE) deklarierte Version. (zur Lizenz-FAQ)

Nun zu den Änderungen im Detail.  Öffnet sich die Virtualbox vor einem, ist im ersten Moment nicht vieles anders. Das selbe, schlichte Aussehen wie vorher, welches nicht schlecht ist, so meine ich! Am Wizard für die Erstellung einer neuen virtuellen Maschine hat sich nichts geändert. Es sind nur ein bis zwei neue Gastsysteme hinzugefügt worden.

Nachdem der Assistent geschlossen wurde, sieht man neue Features. Erstmals wird in den Optionen ein Vorschaubild des Gastsystems angezeigt.

Für die Testinstallation habe ich die Boot-Reihenfolge geändert. Dabei entdeckte ich, dass nun zwischen den beiden Intel Chipsätzen PIIX3 und ICH9 ausgewählt werden kann. Bei den Audioeinstellungen ist der Controller “Intel HD Audio” hinzugekommen, was vor allem die Kompatibilität mit neueren Hostgeräten erhöhen soll. Die Netzwerkkonfiguration unterstützt nun mithilfe eines neuen Dialoges Portweiterleitungen.

Über das Menü “Maschine” kann, nachdem eine Maschine gestartet wurde, eine Option mit dem Namen “Skalierten Modus einschalten” erreicht werden. Dieser Modus bewirkt, dass die Fenstergrösse Formen annehmen kann, welche nicht den Proportionen der Auflösung des Gastsystems entsprechen und somit die Ansicht verziehen.

Dummerweise habe ich das gewählte Passwort beim Anmeldedialog schon wieder vergessen, so das ich erst einmal dieses zurücksetzen durfte. :) War diese Hürde gemeistert, installierte ich die Gasterweiterungen. Damit fügt sich das Gastsystem bekanntlich besser in das Hostsystem ein. Mit der neuen Version 4 hat sich daran nichts ersichtliches geändert.

Was ich sehr schade finde ist, dass wie in den Betaversionen nach wie vor die Einstellungen für die Resourcenkontrolle (eingrenzen der CPU-Zeit und der Bandbreite auf die Festplatte) nicht über das grafische Userinterface getätigt werden können. Das User-Manual verrät einem diesbezüglich mehr.

Zu den bereits genannten neuen Features kommen einige weitere hinzu, welche alle in englischer Sprache im Changelog ersichtlich sind.

Mir kommt es so vor, als hätte die ganze Geschichte an Geschwindigkeit gewonnen. Im Vergleich zur Version 3.2.12 scheint sich in dieser Hinsicht echt viel getan zu haben. Aus der Sicht von brauchbaren neuen Features haut mich jetzt die Version 4 nicht vom Hocker. Klar ist es schön die Menüs etwas zu füllen, doch wozu braucht man zum Beispiel diesen “skalierten Modus” wirklich? Es freut mich aber, dass Oracle mit dem Majorrelease auch einen Teil zur Opensourcewelt beiträgt. :)

Freie Dokumentenverwaltung: OpenDocMan

Mittwoch, 03. November 2010

Per Zufall bin ich auf das OpenSource-Produkt OpenDocMan gestossen, mit dem sich Dokumente (fast) aller Art online verwalten und pflegen lassen. Das unter GPL Version 2 lizenzierte Stück Software arbeitet mit PHP und MySQL. Es läuft also praktisch auf jedem Server, auf dem ein Apache (für Menschen von der dunklen Seite der Macht geht zur Not auch ein IIS), PHP5 und MySQL5 rennt. Es ist sehr einfach und vor allem schnell installiert, leicht zu bedienen und sogar ich habe recht schnell verstanden, wie die Verwaltung funktioniert.

Zunächst wünscht sich der Hersteller, dass ein Login auf seiner Website, welche witzigerweise mit WordPress gepflegt wird, erzeugt wird. Dieser ist rasch erstellt und kostet nichts. Danach ist der Download ab der Quellschmiede sofort möglich. Das ginge wohl auch ohne Login. Das tar.gz-File ist gerade mal 342 KB schwer, daraus lassen sich dann in der Version 1.2.5.7 216 Dateien entpacken, welche die gesamte Applikation darstellen (plus MySQL-DB). Ich kenne webbasierende Programme, die das 20-fache an Dateien ausliefern. Insofern meine ich, dass OpenDocMan schlank gehalten ist.

Zunächst sollte dann das obligate config.php File bearbeitet werden. Die notwendigen Einstellungen sind ziemlich selbsterklärend. Dort sind die Daten zum MySQL-Host, der Datenbank und der Userdaten zu hinterlegen, dann folgt ein grosses Array mit diversen Daten zu den einzelnen Funktionen. Wichtig daraus ist die base_url, site_mail, dataDir und revision_expiration und dazu file_expired_action. Die authorization habe ich auf Off gestellt, weil sonst beim jedem Dokument der Admin das Dokument zuerst genehmigen muss, damit es in die Ablage gelangt. Das Array allowedFileTypes beherbergt alle Dateitypen, die erlaubt sind.

Wenn alle Dateien auf dem Server liegen und die Datenbank erstellt wurde, muss nur noch Schreibrecht auf dem Ordner templates_c und dem Verzeichnis, in dem die Dokumente zu liegen kommen (dataDir), erteilt werden. Danach kann man die Applikation mit der URL

http(s)://DomainName.tld/opendocman-Verzeichnis/install

aufgerufen und den Anweisungen gefolgt werden. Die “Installation” ist dann sehr schnell erledigt und die Tabellen werden erzeugt.

Danach habe ich zunächst dem User admin ein Kennwort verpasst und dann einen neuen User erzeugt, mit dem ich OpenDocMan nutzen möchte. Das Arbeiten damit ist recht einfach und benötigt keine besonderen Kenntnisse. Dokumente können hochgestellt und dann bei Bedarf wieder ausgecheckt, bearbeitet und schliesslich wieder eingecheckt werden.

Eine Übersicht zeigt, was an den Dateien selbst allenfalls geändert wurde. Ausserdem lassen sich die Dateien in verschiedene Departments und diversen Kategorien ablegen; jene müssen aber vom Administrator erzeugt und gepflegt werden.

Lässt man die Standardeinstellungen ruhen, laufen die Dokumente nach 90 Tagen ab. Im der config.php unter file_expired_action kann man einstellen, was dann passieren soll:

  • (1) Remove from file list until renewed
  • (2) Show in file list but non-checkoutable
  • (3) Send email to reviewer only
  • (4) Do Nothing

Bisher habe ich (noch) nicht herausgefunden, wie und ob man Ausnahmen erzeugen kann, welche nach 90 Tagen nicht oder erst später ablaufen. Das kriege ich vielleicht aber noch raus, allenfalls muss man selbst Hand anlegen oder einen Request einschicken.

Die Startseite eines “normalen” Benutzers sieht nicht besonder modern oder “WebZweiNullig” aus, mindestens im Default-Theme nicht, aber die Funktionen sind meines Erachtens schon mal ganz gut. Damit lässt sich schon eine ganze Reihe von Bedürfnissen abdecken.

Zu diesem Punkt ist wichtig zu wissen, dass OpenDocMan die ISO-Norm 17025 erfüllt und nach der “OIE standard for document management” wirkt. Der erste Eindruck ist nicht schlecht und auch nach ein paar Aktionen halte ich die Software noch immer für geeignet, um kleinere Dokumentensammlungen gemeinsam im Internet zu verwalten. Gibt es freie Software für die Dokumentenverwaltung, die Ihr benutzt? Bitte her damit!

eBook-Reader OYO von Thalia enttäuscht

Dienstag, 02. November 2010

Ab und an beschaffe ich mir Bücher über den Händler Thalia.ch, den es seit einiger Zeit auch hier in der Schweiz gibt. Dort liess ich mich bewerben; über ein eBookReader, der offenbar zusammen mit Thalia entwickelt wurde. Mit eBook-Readern habe ich keinerlei Erfahrung; wohl deswegen besorgte ich mir diesen Reader, auch deshalb, weil er mir ziemlich billig günstig erschien. Das Gerät nennt sich OYO und stammt aus dem Hause Aldi, beziehungsweise dessen Marke für Elektronikteile namens Medion. Gut 180 Franken will Thali dafür, ein Preis, der im Vergleich zu anderen eBook-Readern recht tief erscheint. Leider ist das, was man dafür kriegt, ebenfalls auf einem recht tiefen Niveau. Das Gerät ist aus meiner Sicht nicht brauchbar. Es ist deutlich zu träge, die Bedienung ist eigenartig und ohne Lichtquelle kann man darin nichts lesen. Es verwendet zwar die neue Technologie “elektronisches Papier” und verbraucht damit eher wenig Strom, dafür ist das Teil lahmer als eine Schnecke im Rückwärtsgang.

Das Gerät ist 124 mal 154 Millimeter gross und dabei 11 Millimeter dick. Es bietet eine Auflösung von 800 mal 600 Bildpunkten bei 167 dpi und 16 Graustufen. Das Display ist als Touchscreen ausgestattet, damit lässt sich scrollen und die automatische Display-Rotation funktioniert in alle Richtungen. Die Schriftgrössenregelung ist sechsstufig möglich, es gibt dabei fünf Schrifttypen zur Auswahl. Weiter sind vier Hardware-Tasten für den direkten Zugriff auf die wichtigsten Funktionen eingebaut, das Gerät wiegt 240 Gramm. Daneben sind zwei GB Speicher eingebaut, wovon 1.5 GB zur Verfügung stehen. Mit eine Mini-SD-Card lässt sich der Speicher bis auf 32 GB erweitern. Schnittstellen zur Aussenwelt besitzt das Gerät vier Stück: WLAN 802.11 b/g, ein USB 2.0-Anschluss, einen SD-Card-Slot und die obligate Audiobuchse für Kopfhörer mit einer Miniklinke. Der Akku besteht aus einem Li-Ionen-Teil, der 1200 mAh stark ist. Die Laufzeit wird mit maximal 8000 mal blättern angegeben, was das auch immer heissen soll. Das Gerät beherrscht die Formate Epub, PDF, TXT, HTML, JPEG, PNG, BMP und MP3. Damit kann man also auch Musik hören und seine Bilder in Graustufen ansehen.

Im Innern läuft eine Art Linux. Was aber es genau ist, konnte ich nicht herausfinden; eventuell weiss dazu Unki mehr. Als Linux-User stört mich natürlich am meisten die Geschichte mit DRM, welches auch der Shop von Thalia einsetzt. Einmal davon abgesehen ist der Shop von Thalia nicht unbedingt benutzerfreundlich, da Bestellungen offenbar nur während den Bürozeiten abgearbeitet werden. Ich habe am Freitag Abend direkt über das Gerät ein eBook bestellt und konnte es erst am Montag herunterladen. Da ist meiner Ansicht nach unzureichend. Solche Dinge sollten vollautomatisch laufen, zumal die Bezahlung ausschliesslich über Kreditkarte möglich ist.

Als besonders lustiger Witz erachte ich die Anmeldung beim Online-Konto bei Thalia direkt mit dem Gerät. Dort wird bei jedem Zugriff das Kennwort gefordert, was eigentlich in Ordnung ist. Denn das Gerät selbst wird beim Einschalten durch keine Eingabe eines Benutzers oder Kennwort geschützt. Damit das Kennwort eingegeben werden kann, erscheint die virtuelle Tastatur, auf der das Kennwort im Klartext zu sehen ist. Erst wenn man es übernimmt, um es dem Browser zu übertragen, wird es als Kennwort im entsprechendem Feld mit Sternen angezeigt. Dazu sollten sich die Jungs von Medion etwas einfallen lassen. Kennwörter auf dem Bildschirm im Klartext anzuzeigen gehört zu den Todsünden, finde ich.

Das Setzen von Lesezeichen ist ebenfalls eine Seuche. Zunächst muss man den virtuellen Button ganz unten Links am Bildschirm per Touchscreen anklicken, was äusserst schwer fällt, weil der Rahmen des Gerätes im Weg ist. Dann darf man sich durch das Menü hangeln und findet dann den Eintrag Lesezeichen. Stattdessen würde ich lieber auf die entsprechende Stelle im Text “klicken” um ein Zeichen zu setzen. Das Blättern von Seiten läuft nicht flüssig, per Hardware-Tasten klappt es einigermassen. Will man aber mit dem Finger wie bei einem richtigen Buch blättern, funktioniert dies das eine mal, das andere mal wieder nicht. Die Geschwindigkeit des Seitenwechsels ist deutlich zu langsam. Lesen wird so zur Anstrengung. Die Technik, welche die Seiten so anzeigt, dass kein Strom verbraucht wird, wenn sich nichts verändert, bringt einen klaren Bildschirm mit einer sehr gut leserlichen Schrift zu Tage. Ausserdem kann man die Schriftgrösse einstellen. Der Bildschirm spiegelt nicht, das ist sehr positiv. Allerdings gibt es keine Möglichkeit, den Bildschirm durch das Gerät selbst zu beleuchten. Wenn also zu wenig Licht vorhanden ist, kann man vom Gerät nicht lesen. Ich weiss nicht, ob dieser Umstand technologisch begründet ist. Bei einem richtigen Buch muss man sich um die nötige Beleuchtung kümmern, bei einem eBook-Reader sollte das nötige Licht vom Gerät kommen, auch wenn dadurch die Akku-Laufzeit reduziert wird.

Immerhin erscheint ein witziger Bildschirm, wenn das Gerät länger nicht benutzt wird. Um es aus dem Schlaf zu holen, braucht es nebst dem geforderten Klick auf die Ein-Aus-Taste eine gehörige Portion Geduld. Das Gerät lässt sich auch an Ubuntu nutzen; der interne Speicher kann per USB angesprochen und beschrieben werden.

Das Gerät wurde wahrscheinlich aus zwei Gründen entwickelt. Erstens wollte wohl Thalia mit einem günstigen Gerät in das zementierte Marktsegment der eBook-Reader eindringen und zweitens würden das Unternehmen sicherlich gerne die OYO-Benutzer noch näher an ihr Buchgeschäft binden. Dank DRM wird ja jede auch nur annähernd nach Missbrauch riechende Aktion im Keim erstickt. Ob Thalia die beiden Ziele mit dem Gerät erreichen wird, wage ich zu bezweifeln. Es ist mir klar, dass ich für knapp 200 Franken kein Hochleistungsgerät bekomme. Aber etwas mehr Performance hätte ich schon erwartet. Ich bin bitter enttäuscht vom OYO. Das Gerät gehört für mich zur Kategorie “Unbrauchbar”.

Gratis zum perfekten PC – Freeware statt OpenSource

Montag, 25. Oktober 2010

Seit einiger Zeit führt das renommierte Blatt Neue Zürcher Zeitung in der Online-Variante eine Rubrik namens Digital. Bisher vermisste ich diese Sparte; sie war zwar unter dem Begriff Medien vertreten, aber nicht explizit gekennzeichnet. In eben jener Sparte las ich just über das Thema “Grosses Sparpotenzial bei Computer-Software“. Andreas Hirstein schrieb diesen Artikel. Dabei geht es um kostenlose Software, offenbar ganz im Sinne der heutigen Konsum-Gesellschaft. Denn die Bezeichnung OpenSource oder freie Software wird nicht einmal erwähnt; einzig der Begriff offenes Projekt fällt ausgerechnet im Zusammenhang mit OpenOffice und Oracle.

Immer noch sind Windows-Benutzer hier im Vorteil. Für das Apple-Betriebssystem OS X ist das Angebot an Freeware deutlich kleiner, und häufig müssen Mac-User sich mit älteren Programmversionen und weniger Funktionen begnügen, zum Beispiel beim Telefonieprogramm Skype. Den gleichen Nachteil müssen Linux-Aficionados in Kauf nehmen.

Immerhin werden wir noch als Aficionados bezeichnet, was die Sache aber nicht besser macht. Denn ausgerechnet bei jenem “Betriebssystem” – ich erlaube mir, in diesem Zusammenhang die Summe aller Linux-Distributionen und Derivate als Betriebssystem zu bezeichnen – also dort, wo die Anzahl wirklich freier und offener Programme am höchsten ist, entschwindet Herrn Hirstein das Wissen. Schade. Denn es geht ja nicht nur um gratis und kostenlos, sondern darum, dass Wissen sich nur dann ausdehnen kann, wenn es frei verfügbar ist. Dem Umstand, dass das ein “NZZler” nicht auf Anhieb erfassen kann, was tatsächliche Freiheit ist, sollte ich mit einer gewissen Grösse begegnen. Wir alle lernen jeden Tag, bloss nicht immer das Richtige.

Die Vorteile von OpenSource, egal ob sie nun unter GPL oder einer andern Lizenz verfügbar ist, muss ich hier nicht extra erwähnen; das wäre Wasser in den Rhein getragen. Es ärgert mich einfach immer wieder, dass die klassischen Medien keinen Millimeter von ihrem Weltbild abrücken und freie Software – und damit die Idee und die Philosophie inklusive der Menschen, die sich darin aufhalten und sich selbst sowie die Projekte weiter entwickeln – totschweigen. Genau der Artikel von Herrn Hirstein wäre optimal dazu, mit einem oder zwei Sätzen dazulegen, was offene und freie Software ist. Und ganz interessant dürfte die Tatsache sein, dass frei nicht zwingend gratis bedeutet. Hier geht es zum Artikel von Herrn Hirstein.

Und ihm, also Herrn Hirstein, empfehle ich das Buch Anarchie der Hacker von Christian Imhorst. Wesentliches zum Thema OpenSource kommt dort zum Ausdruck.

Eindrücke von der Ubucon 2010

Montag, 18. Oktober 2010

Die Ubucon 2010 ist Geschichte; eine schöne Geschichte und eine, die viele Eindrücke, Erfahrungen und Lerneffekte beinhaltet. Zu Viert mit Robin, Stefan, Axel und mir verliessen wir am Freitag Mittag per Automobile unsere Eidgenossenschaft und lenkten das Gefährt Richtung Nord-Osten; hin zur alten DDR. Dort, wo die Leute einfacher, langsamer, wirklicher und bodenständiger als im Westen auf mich wirken. Dort, wo noch immer Gebäude zu sehen sind, die auf eine Zeit verweisen, zu der ich keinen Zugriff habe. Sie, die Zeit, zwischen dem Ende der Zweiten Weltkriegs und dem Mauerfall fasziniert mich. Wohl auch deshalb, weil sie fast hermetisch abgeriegelt auf mich wirkt. Die Menschen dort haben es auf eigentümliche Weise geschafft, jene Epoche durchzustehen. Bleibt die Frage, ob es denn heute besser ist. Beurteilen kann ich das definitiv nicht.

In Leipzig trafen sich dieses Jahr die Menschen aus der Ubuntu-Szene und den artverwandten Communities. In den Räumlichkeiten der Universität sprachen wir über Technik, über Linux, aber auch über die Zukunft von der Ubuntu-Gemeinschaft und selbstverständlich auch über mancherlei sinnfreie, dafür aber umso witzigere Dinge. Mannigfaltige Themen verpackten die Teilgeber in über 40 Sessions, an denen die Zuhörer meist selbst zu Aktiven wurden. Im Hackerzentrum traf man sich zu lockeren Gesprächen, zum vertiefendem Austausch und zum lockeren Plaudern.

Die Teilnehmer- und Geber-Anzahl an der diesjährigen Ubucon dürfte ein Rekord aller Ubucon-Veranstaltungen in Deutschland darstellen. Mindestens am Samstag besuchten so viele Menschen die Veranstaltung, wie wohl noch nie zuvor. Das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung. Das hat offenbar auch damit zu tun, dass innerhalb der “Linux-Welt” Ubuntu zum Mainstream herangewachsen ist; was übrigens nicht nur Vorteile bringt.

Von RadioTux aus erzeugten wir eine livegetreamte Sendung während der Ubucon. Die 109. Folge des Formats “Talk” steht auf der Website vom freien Radio als Podcast zur Verfügung. Sie beinhaltet die üblichen Themen dieses Formats und zusätzlich Teile aus der Ubuntu-Welt und natürlich auch Informationen und Eindrücke aus der Ubucon. Dort kam auch deutlich zum Ausdruck, dass sich die Community schwer mit der Tatsache abfinden kann, dass kein offizieller Vertreter seitens der Firma hinter Ubuntu, nämlich Canonical, vor Ort zu sehen war.

Dirk und ich belegten eine Doppelsession zum Thema Installation, Parametrisierung und Benutzung von Wikis, sprachen dabei vor allem über Trac und das MediaWiki. Daneben engagierte ich mich ein klein wenig bei der Session Ubuntu zum Mitmachen und moderierte dort durch die Präsentation, damit mein Ego wieder einmal etwas Bestätigung laben konnte.

Aber auch die beiden Mitfahrer Robin und Axel bestritten ihren Anteil an der Ubucon und boten Sessions zu einzelnen Themen wie zur Konsole, SSH oder PXE an. Und Daniel Stoni, ebenfalls ein Eidgenosse, sprach über OpenOffice. Gegen Ende verabschiedete Dirk die Gemeinschaft von der Ubucon. Wir hatten einen langen Heimweg vor uns. Nach neun Stunden Fahrt sassen wir dann alle wieder in unseren trauten Heimen.

Einmal mehr haben sich aus meiner Sicht die Strapazen der Reise zur Ubucon gelohnt. Wir haben viel gemeinsam gelacht, gelernt und einiges im ubuntuusers.de-Team besprochen und festgelegt. Ausserdem – und das ist der eigentlich Grund meiner Reise – pflegten wir die Kontakte und Freundschaften, kümmerten uns also um jene Substanz, die letztendlich die Essenz einer Gemeinschaft bildet. Egal, ob es sich um Linux oder sonst um etwas dreht.

Übrigens werden nach und nach die Unterlagen zu den einzelnen Session der Ubucon gesammelt und auf der Website zur Verfügung gestellt. Und mittlerweile ist unser Artikel zur Ubucon auf Ikhaya zu sehen.

Push-To-Talk mit Mumble

Dienstag, 12. Oktober 2010

Für die Redaktionskonferenzen bei RadioTux nutzten wir bisher Skype, da wir aus verschiedenen Ecken Deutschlands und der Schweiz zusammengesetzt sind und kaum Zeit finden (und Geld ausgeben wollen), um uns jedesmal offline zu treffen. Wir betreiben ein freies Linux-Radio und sollten uns eigentlich schämen, ein unfreies Werkzeug für die Telefonie über Internet zu nutzen. Deswegen entschieden wir uns, Mumble und Murmer zu testen. Murmer ist der Server und Mumble der Client; die Software ist frei und ähnelt in gewisser Weise dem proprietären Produkt TeamSpeak. Murmur ist also eine freie Sprachkonferenzsoftware, die sich wegen niedriger Latenzzeit und guter Audioqualität vor allem für den Einsatz in Computerspielen eignet. Wir missbrauchen die Software nun für unsere Konferenzen.

Vom Server Murmur habe ich bisher keine Erfahrungen, da ich bei RadioTux damit nichts zu tun habe. Es gibt aber auf dem ubuntuusers.de-Wiki eine sehr gute Anleitung über die Installationsschritte der Software. Der Client dazu, also Mumble, ist in den Paketquellen von Ubuntu enthalten und lässt sich sehr einfach installieren:

sudo apt-get install mumble

Nach der Installation ist Mumble im Menü unter Anwendungen / Internet / Mumble zu finden. Beim ersten Start hilft ein Wizard, die Software zusammen mit dem Audio-Equipment richtig einzurichten. Bei mir hat das – bis auf das Push-To-Talk-Features – bestens geklappt und ich konnte mich auf Anhieb mit dem Server verbinden.

Ich habe dann den Wizard erneut rennen lassen und hernach konnte ich auch Push-To-Talk nutzen, zuvor sendete Mumble permanent, ob ich nun sprach oder nicht. Bei der Push-To-Talk-Option kann man eine x-beliebige Taste oder die Maus beziehungsweise ein andere Eingabegerät nutzen, um ausschliesslich dann Voice-Daten zu senden.

Mumble klinkt sich im oberen, rechten Panel (Benachrichtigungsfeld) ein und kann von dort aus bedient werden. Sendet Mumble Daten, ist ein roter Mund zu sehen, ansonsten zeigt sich dasselbe Symbol in grau. Die übrigen Bedienungselemente erklären sich mehr oder weniger selbst, ich kam nach einiger Zeit recht gut mit dem Teil zurecht.

Was mir an Mumble besonders gefällt, ist, dass es nicht nur freie Software ist, sondern in der Qualität durchaus mit Skype mithalten kann und zudem die Datenströme per default verschlüsselt. Mumble erzeugt dazu selbsttätig ein Zertifikat, man kann sich aber auch selbst welche generieren. Weiter kann Mumble die Text-zu-Sprache-Engine nutzen. Ausserdem kommt das Programm mit viel weniger Systemressourcen als Skype zurecht. Bei Skype bin ich mir nie ganz so sicher, wer da noch mithört oder welche Daten irgendwo geloggt werden. Mit freier Software ist die Chance um ein Mehrfaches kleiner, dass so etwas überhaupt passieren kann. Mumble ist ein Versuch wert, finde ich. Es gibt für Windows, Mac und Linux Klienten.

Übrigend wird RadioTux am kommenden Wochenende in Leipzig während der Ubucon eine Live-Sendung produzieren.

FrOSCamp und Keysigning

Montag, 20. September 2010

Das erste FrOSCamp ist Geschichte. Mit viel Spass und Humor, aber auch mit einer gehörigen Portion Freude verbrachte ich zwei Tage in Zürich zusammen mit meinen Kumpels aus der Ubuntu-Community. Die Veranstaltung war aus meiner Sicht eher schwach besucht. Dies liegt mitunter wohl daran, dass die Werbetrommel ausserhalb der eigenen Zunft kaum gerührt wurde. Ausserdem befinden wir uns noch immer in den Semesterferien und so sind wohl viele Studenten, die wahrscheinlich ausserhalb der Ferien die ETH besucht hätten, nicht da gewesen. Eigentlich schade, denn die Veranstaltung war gut organisiert und die Location entsprach einem guten Niveau mit (fast) allem, was man braucht.

Am Ubuntu-Stand beantworteten wir die üblichen Fragen und verteilten doch fast hundert CDs und andere Goodies; so auch die Ubuntu-Mangas. Natürlich war auch die Swiss-Edition (Swiss Remix) der Ubuntu-CD mit auf unserem Tisch, zumal Daniel Stoni nicht weit von unserem Stand entfernt mit seinem Verein OpenOffice.org Switzerland ausstellte. Auf jeden Fall machte es Spass mit unserem Swiss-Team in Zürich.

Ein paar weitere Bilder vom FrOSCamp zu Zürich habe ich hier auf tuxhart.ch veröffentlicht. Ebenso produzierten wir für DeimHart einen so genannten ShortCast mit einer Zusammenfassung der Veranstaltung und einem spannenden Interview mit Karheinz Geyer und der Keysigning-Party.

armagetron(ad) unter Windows

Freitag, 06. August 2010

Vor einiger Zeit berichtete ich hier, wie leichtfüssig sich das Spiel armagetronad auf Ubuntu spielen lässt, auch im Netzwerk. Wir spielen das Game ab und zu zu Hause im LAN. Mein liebliches Notebook aus dem Hause ASUS mit der Bezeichnung 1101HA macht mir noch immer Sorgen, da es unter Ubuntu nicht recht laufen will. Die Lösung dazu habe ich hier mal beschrieben, zufrieden bin ich aber nicht damit. Die Grafik reagiert “ruckelig” und ist langsam. Aufgrund der fehlender Treiberunterstützung für den Grafikchip aus dem Hause Intel für Linux muss ich in diesem Fall feststellen, dass Windows das geeignetere Betriebssystem für dieses Gerät ist. In der Not frisst der Teufel Fliegen nutzt der User Windows.

Unter Windows sind denn auch alle Treiber verfügbar und die Akku-Laufzeit ist um einiges höher als unter Linux. Insofern bestehen einige Vorteile, die ich nicht missen möchte. Dafür durfte ich wieder einmal erfahren, wie komfortabel doch eine übergreifende Paketverwaltung ist, die es eben bei Windows nicht gibt. Die Installation ist eine Prozedur und benötigt nach meiner Meinung viel zu viel Zeit. Darüber wollte ich aber gar nicht schreiben und erst recht nicht jammern.

Ich stellte nämlich ganz verdutzt fest, dass unser Lieblingsspiel auch unter Windows verfügbar ist. Armgetron gibt es auch für das Fenster. Und ganz überrascht stellte ich dann fest, dass sich das Spiel auch im gemischten Betrieb – also unter Linux- und Windows-Rechner – im LAN spielen lässt. Und dabei ist es nicht einmal erheblich, welcher Rechner welche Rolle übernimmt.

Sowohl der Ubuntu-Rechner als auch der Windows-Rechner können abwechslungsweise die Serverrolle oder den Klienten spielen. Und das Spiel funktioniert einwandfrei. Für manch Einer mag das nicht überraschend wirken, für mich ist das fantastisch.

Das soll kein Plädoyer für Windows sein, sondern vielmehr der Ausdruck an der Freude, dass OpenSource-Projekte in der Plattformunabhängigkeit wirklich vorne mitspielen. Vielleicht ist gerade diese Unabhängigkeit für viele von uns schon selbstverständlich geworden. Da steckt aber eine Menge Arbeit und damit auch oft Freizeit dahinter. In diesem Sinne bedanke ich mich bei den Entwicklern dieses Spiels ganz herzlich.

Betreffend der Plattformunabhängigkeit möchte ich noch anfügen, dass ich unter Windows gerne auch die folgende Applikationen nutze: