Mit ‘Mail’ getaggte Artikel

Ein Foto im GnuPG-Schlüssel

Mittwoch, 05. Mai 2010

Als ich mich neulich wieder einmal mit dem legendären Axel Beckert per Mail unterhielt, fiel mir auf, dass sein Kopf in meinem Claws-Mail sichtbar ist. Typisch Axel, der muss immer eine Extrawurst haben, dachte ich mir. Und die wollte ich natürlich auch. Einmal von meiner egoistischen Habgier und Selbstsucht abgesehen, bietet ein solches Foto auch Vorteile bei der Erkennung des Gegenübers; insbesondere bei der Verschlüsselung oder Signierung kann das hilfreich sein.

Das Bild von Axel habe ich extra rot eingefärbt, damit es als Beispiel besser sichtbar ist. Es ist ganz einfach, das Foto im GnuPG-Schlüssel abzuspeichern, allerdings gibt es zwei, drei Dinge, die dazu wichtig sind:

  • Das Bild muss im Format jpeg vorliegen
  • Da es direkt in den Schlüssel inkludiert wird, sollte es nicht zu schwer sein.
  • Graustufenbilder sind leichter.
  • 100 Pixel Breite ist ein guter Richtwert

Das Bild kann dann mittels der Konsole hinzugefügt werden. Es versteht sich von selbst, dass ein GnuPG-Schlüsselpaar bestehen muss, um das Foto hinzufügen zu können.

gpg --edit-key Roman Hanhart

Die Informationen zum Schlüssel werden angezeigt; zuvor ist es eventuell erforderlich, dass das Kennwort zum Schlüssel eingegeben werden muss.

addphoto

initiiert nun die Arbeit, um das Bild anzufügen. Das Programm erfragt den Pfad zum Bild, zeigt das Bild an und erbittet nach dem Schliessen des Bildes eine Bestätigung, dass es sich dabei um das Foto handelt, das man einbinden will.

save

sichert die ganze Geschichte und dann kann man den öffentlichen Schlüssel wieder auf einen Keyserver hochladen. Fertig.

Neun Jahre RadioTux und Deimhart

Freitag, 09. April 2010

Neun Jahre jung wird unser freies RadioTux. Ich wirke dort noch nicht allzu lange mit, aber es gefällt mir recht gut. Den Ubuntu Wochenrückblick für die Weekly News zu sprechen, wird zu einem festen Bestandteil in meiner Arbeit rund um die Community. Zum Geburtstag produzierte der legendäre Bürgermeister der Karl Tux Stadt eine Jubiläumssendung mit dem Schwerpunkt Lateinamerika und Linux. Dort durfte ich zwei Beiträge beisteuern, die auch auf diesem Blog in der Schriftform vorliegen: Die Distributionen BRlix und Canaima. Ausserdem erstellte ich mit der Nachricht zum Geburtstag von RadioTux den ersten Beitrag auf Ikhaya.

RadioTux Logo

Der Jubiläumsbeitrag von RadioTux ist spannend und abwechslungsreich gestaltet; da lohnt es sich, hineinzuhören. Im Moment planen wir unseren Auftritt am LinuxTag zu Berlin, an dem ich dieses Jahr auch mitwirken kann. Für diese Veranstaltung und der Planung zeichnet sich besonders Sirko verantwortlich.

Nicht mal ganz ein Jahr lang unterwegs sind Dirk und ich mit unserem Projekt Deimhart. Die zwölfte Sendung widmeten wir dem Thema Server und OpenSource, welches unsere Hörer sich gewünscht haben. Wir erzählen über unsere Vorlieben bei Server-Software und diskutieren über die verschiedenen Möglichkeiten, einen Mail, File, Web, Jabber, oder Datenbankserver mit freier Software zu konfigurieren. Die nächste Folge wird dann die Jubiläumsausgabe für ein simples Jahr sein, zu der wir ein besonderes (nichttechnisches) Thema auserkoren haben. Ausserdem werden wir voraussichtlich wieder Gäste begrüssen dürfen.

Balsa, der vergessene Mail-Klient

Donnerstag, 11. März 2010

Es ist schon fast zwei Jahre her, als ich mich gefragt habe, weshalb der Gnome-Mail-Klient Balsa ein solch stiefmütterliches Dasein fristet; mindestens aus meiner Warte gesehen. Freilich, Thunderbird, Claws-Mail sowie Evolution und wohl auch noch weitere Programme leisten auch heute noch mehr und sind feiner konfigurierbar, aber Balsa holt auf. Ein Vorteil bei Balsa ist, dass er ohne viel Aufwand die lokale Maileinrichtung nutzen kann, trotzdem aber SMTP, POP3 und IMAP versteht.

Balsa nutzt mittlerweile die systemweite Benachrichtigung, wie sie unter Ubuntu häufig eingesetzt wird. Der Klient kann mit mehreren Konten problemlos umgehen und ermöglicht ausserdem verschiedene Identitäten. Auch zeigt das Programm HTML-Mails an und verschickt – vorausgesetzt, es ist alles richtig konfiguriert – keine HTML-Mails. Das gehört sich auch so und jeder einigermassen erwachsene Mailklient sollte vorzugsweise Nachrichten im Klartext versenden. Beim Balsa muss man dazu unter Bearbeiten / Einstellungen / Nachricht den Haken bei Klartext (text/plain) gegenüber HTML bevorzugen setzen und bei der betreffenden Identität unter Nachrichten den Wert Nachrichten als einfachen Text und HTML senden nicht aktivieren. Falls der Quelltext einer Nachricht angezeigt werden sollte, nutzt Balsa einen eigenen, kleinen Editor, der das Mail (bei uns hier heisst es tatsächlich das und nicht die Mail), der den Quelltext sauber darstellt. Beim Erstellen von Mails steht eine Rechtschreibprüfung für die üblichen Zonen der deutschen Sprache wie der Schweiz, Deutschland Österreich und so weiter zur Verfügung.

Es gibt ein gutes Filterwerk, bei der Bekämpfung von Spam-Mails soll der bogofilter oder SpamAssassin Abhilfe schaffen. Dazu kann eine Spam-Nachricht mit der rechten Maustaste markiert und der Kontextbefehl Leiten durch angewählt werden, worauf der Befehl sa-learn --spam (für SpamAssassin) ausgeführt werden sollte. Bei meiner Umgebung musste ich Spamassassin nachträglich installieren:

sudo apt-get install spamassassin

und bei der Konfigurationsdatei unter /etc/default/spamassassin den Wert ENABLED auf 1 setzen und anschliessend den Deamon starten:

sudo /etc/init.d/spamassassin start

Danach lernt Balsa zusammen mit dem Spamassassin artig, was gut und vor allem böse ist. Der Einsatz von GnuPG ist kein Problem. Das Adressbuch kann eine ldif-Datei anzapfen, ohne den Inhalt zuerst importieren zu müssen. Das finde ich eine gute Idee, vielleicht können das auch andere Programme und ich habe es nicht bemerkt.

Leider habe ich keinen Weg gefunden, mit den einzelnen Items eines Adressbuches einen Verteiler oder eine Liste zu erzeugen. Diese Option gibt es wohl noch immer nicht. Das Fehler dieser Funktion dürfte für viele Benutzer ein Kriterium sein, Balsa nicht zu nutzen.

Die Werkzeugleisten lassen sich recht einfach und schnell den Bedürfnissen anpassen, wobei ich die Option vermisse, dass die Symbole ohne Unterschrift angezeigt werden. So können die Werkzeugleisten vom Hauptfenster, Editor-Fenster und diejenige vom Nachrichtenfenster angepasst werden.

Ich erachte Balsa als eine recht gute und vor allem nicht alltägliche Alternative zu den üblichen Verdächtigen. Es mögen durchaus noch einige Funktionen fehlen, aber es ist aus meiner Sicht nicht gerechtfertigt, dass Balsa derart im Hinterkämmerchen versteckt gehalten wird. Vielleicht wollen das die Entwickler, ich mag das aber nicht so recht glauben. Wahrscheinlich nimmt niemand Schaden, wenn das Programm etwas näher an das Rampenlicht gestellt wird.

Balsa kann über die Repositories von Ubuntu installiert werden. Das Paket heisst schlicht und ergreifend balsa. Aktuell befindet sich dort die Version 2.3.28 vom 18. Januar 2009. Auf der Website des Projekt gäbe es noch frischere Versionen, aktuell die 2.4.7 vom 13. Januar 2010. Ein Paketdepot für Ubuntu zu diesen neueren Versionen habe ich aber nicht gefunden; selbst wäre der Mann.

RoundCube und die Plugins

Montag, 08. Februar 2010

Über RoundCube habe ich schon öfters in diesem Blog eine Notiz angelegt, schliesslich finde ich den Webmailer ganz gut. RoundCube ist aber auch nicht mehr, als ein simpler Webmailer, der über einen bestehenden Webserver und dessen Konten gestülpt wird, um Nachrichten per IMAP zu empfangen, zu versenden und zu verwalten. Zurzeit ist die Version 0.3.1 aktuell, die natürlich auch unter der GPL veröffentlicht wurde. Der Webmailer läuft mit PHP und MySQL, sehr einfach und flink.

Obschon die Entwicklung inmitten der grossen Schritte steckt, kann man mittlerweile den Mailer schon produktiv einsetzen. Ich würde darauf achten, dass die Website mit dem Mailer bloss via https zu erreichen ist und wenn der Webmailer nicht auf dem selben Server wie der anzuzapfende Mailserver läuft, würde ich die Konfiguration so einrichten, dass auch dort eine Verschlüsselung stattfindet. Das klappt leider nur dort, wo der Ziel-Mail-Server IMAPS versteht und akzeptiert. Wird der SMTP-Teil bei RoundCube nicht konfiguriert, nutzt der Webmailer die Mailroutine auf dem Webserver, auf dem RoundCube rennt. Wird ein externer SMTP-Server eingesetzt, würde ich auch dort SMTPS oder eine andere, verschlüsselte Lösung (z.B. VPN) empfehlen. Inzwischen habe ich für mich auf einem öffentlich erreichbaren Ubuntu-Server (Hardy) RoundCube installiert und lasse halt bloss den 443er-Port für https rein.

Leider läuft RoundCube (noch) nicht optimal auf einem mobilen Gerät. Es gibt zwar offenbar irgendwelche Applikationen für das iPhone (Wer nutzt denn schon so etwas?), aber vom Service selbst ist noch nichts in Sicht. Eigentlich würde ja eine abgeänderte CSS-Datei schon fast reichen. Auf meinem HTC Magic mit Android sieht das Ganze noch nicht so toll aus:

Auch wenn ich das Gerät um 90 Grad neige, kommt nichts viel Besseres dabei heraus. Ich habe weder die Geduld, noch die Lust, eine eigene CSS-Datei für den mobilen Dienst zu erzeugen. Vielleicht wagt sich das sonst mal jemand an die Geschichte.

Mittlerweile schart sich eine beachtliche Community rund um RoundCube. Infolge der offenen und dokumentierten API sind auch schon einige Plugins entstanden, die teilweise sogar laufen. Aber es gibt etliche, welche entweder (noch) nicht der aktuellen Version angepasst sind, oder sonst nicht richtig laufen. Einige der Plugins werden mit den Archiv Complete ausgeliefert, alle Plugins sind im Archiv trunk-r-3239.zip enthalten, welches hier vorliegt.

Da gibt es beispielsweise den RoundCube-Calendar, der sich kosmetisch recht gut in das GUI integriert. Leider handelt es sich dabei um einen gefangenen Kalender, denn es fehlen – mindestens zurzeit – Schnittstellen, um die Daten zu importieren oder zu exportieren, beziehungsweise um sie abzugleichen.

Das Plugin für die Google-Kontakte brachte ich nicht zum Laufen. Ist auch nicht weiter wichtig, es hätte mich nur interessiert, ob man so einfacher als über den Export und Import von vCards die Adressen importieren könnte.

Das “hauseigene” Plugin für ein globales Adressbuch halte ich für sinnreich, falls sich auf der einen RoundCube-Installation verschiedene Benutzer aufhalten. Damit stehen dann mindestens zwei Adressbücher zur Verfügung, wobei das Globale vom Administrator oder einer andern Rolle verwaltet und das persönliche Adressbuch weiterhin pro Benutzer gepflegt wird.

Das Plugin emoticons dient eher der Erheiterung und der Kosmetik. Und so gibt es eine ganze Reihe von Erweiterungen, die für den einen oder andern Nutzer Vorteile bergen dürften. Mindestens halte ich es für interessant, durch die Liste zu surfen und dabei zu entdecken, was es alles gibt.

RoundCube lasse ich gerne in einem geschlossenen Prism-Browser laufen. Das bringt unter Karmic den Vorteil, dass sich der Browser auch dann in der unteren Gnome-Menü-Leiste bei Ankunft einer neuen Nachricht meldet, wenn er auf dem zweiten oder dritten Desktop läuft. Der Task “Prism” blinkt dann auf allen Desktops. Das ist praktisch und erspart irgendwelche “Notifier-Basteleien”. Das würde auch mit dem Firefox und wohl mit allen andern Browsern auch funktionieren. Für das Mailen habe ich gerne ein eigenes Fenster ohne siebenhundert Tabs.

Das sich bei der Ankunft neuer Nachrichten der Title-Tag der Website verändert (RoundCube holt sich selbsttätig alle n Minuten die Nachrichten ab), bekommt auch der Browser eine neue Beschreibung in der obersten Leiste, was Ubuntu dazu führt, die Aufmerksamkeit des Benutzers mit Blinken zu erhaschen. Klappt ausgezeichnet.

Hotmail für die Schweiz

Mittwoch, 27. Januar 2010

Seit einigen Tagen ist es nun möglich, dass beim Uralt-Mail-Dienst hotmail auch Adressen mit der Top-Level-Domain .ch registriert werden können. Das berichtet der Tagesanzeiger und weitere Medien. Ich besitze noch immer ein Benutzerkonto bei Hotmail, aus der Zeit stammend, als der Dienst noch ausserhalb von Microsoft als selbständiges Unternehmen existierte. Damals war die Welt genau so in Unordnung wie heute, aber es bewegten sich bloss ein paar Pioniere im Internet.

Als dann Microsoft Hotmail gekauft hatte, verlor der Dienst nicht nur Benutzer, sondern später auch die Fähigkeit, ausserhalb des Internet Explorer anständig zu funktionieren. Das ist mittlerweile gefixt und der Webmailer lässt sich auch mit einem Firefox oder Opera unter einem Linux einigermassen bedienen. Allerdings wird es wohl wenige Linux-Leute geben, die ein Microsoft-Webmailer aktiv nutzen wollen. Wahrscheinlich nicht wegen der Qualität oder der Technik, sondern eher aus philosophischen Gründen.

Ich nutze das Konto nicht aktiv. Als ich die Meldung vom Tagesanzeiger gelesen habe, wollte ich mich wieder einmal einloggen und mich etwas umsehen. Der Spamfilter scheint in Ordnung zu sein, das Postfach ist bis auf die Werbemails von Microsoft leer. Klickt man dann aber auf den Link “E-Mail-Konto hinzufügen”, erscheint die scheussliche Meldung, dass das Server-Zertifikat in keinem Root-CA-Zertifikat gefunden werden kann.

Sollte denen da drüben nicht passieren, aber Fehler können überall geschehen. Ist einfach nicht ganz so schön. Eine *.ch-Adresse werde ich mir nicht besorgen, wer aber eine will, tut gut daran, möglichst schnell zu sein, um seinen Lieblingsalias zu sichern. Ich bin nicht generell gegen Microsoft, im Gegenteil: Windows 7 und der Windows Server 2008 R2 machen mir einen sehr guten Eindruck und ich konnte mit dem Server schon einige Lösungen treffen, aber ich stehe halt dafür ein, dass Wissen offen zur Verfügung stehen soll. Nur dann kann es sich ausdehnen und alles andere ist letztlich schädlich für uns als Gemeinschaft.

Nullmailer unter Ubuntu installieren

Donnerstag, 03. Dezember 2009

Dirk hat mir hier den Tipp zur Verwendung des nullmailers gegeben. Nullmailer ist wohl eine der einfachsten Möglichkeiten, Mails an einen entfernten MTA zu senden. Ich habe den Mailer schnell getestet und das Teil läuft, zwar ist er nicht hoch konfigurierbar, dafür sehr einfach zu handhaben.

Installiert wird nullmailer über die Quellen von Ubuntu, falls noch kein anderer Mailer konfiguriert oder installiert ist, sollten keine Probleme auftauchen. Ansonsten sollte der Nullmailer nicht eingesetzt werden, da er postfix, sendmail oder anderen Produkten in den Weg kommen könnte.

sudo apt-get install nullmailer

Falls der Nullmailer nicht mehr in den Quellen verfügbar ist, kann man auf heirloom-mailx ausweichen; die Bedienung ist gleich.

Während der Installation werden einige Werte abgefragt, welche dann in der Datei /etc/nullmailer/remotes festgehalten werden.

nullmailer

Ebenso wird der Service namens nullmailer installiert, den man ganz gewohnt per

sudo /etc/init.d/nullmailer [start] [stop] [restart]

bedienen kann. Hat man sich bei der Installation vertippt, lässt sich die Korrektur leicht in der oben erwähnten Konfigurationsdatei anpassen oder die Re-Konfigurierung wird mit diesem Befehl geholt:

sudo dpkg-reconfigure nullmailer

In der Datei remotes steht der entfernte SMTP-Server, das Protokoll und optionale Werte:

mail.seppli.ch smtp --user=seppli --pass=seppli

Um zu testen, ob das System auch Mails versenden kann, würde ich dazu noch mailx installieren. Damit lassen sich Mails über die Konsole versenden. Mailx installiert man ebenso einfach:

sudo apt-get install mailx

Mailx braucht weiter keine Konfiguration, es funktioniert auf Anhieb, um bloss Mails testweise zu versenden. Um es zu nutzen, wird in der Konsole am einfachsten mailx aufgerufen, gefolgt von der Empfänger-Adresse:

mailx seppli@seppli.ch

Danach wird nach dem Betreff gefragt und dann scheint nichts mehr zu gehen. Die Konsole wartet aber bloss auf den Inhalt der Nachricht, also auf den Body. Den kann man nun ganz einfach in die Konsole schreiben und anschliessend mit einer eigenen Zeile, in der bloss ein Punkt steht, abschliessen:

Das ist der Inhalt und damit ist die Nachricht fertig.
. < -- Punkt setzen

Danach fragt mailx nach einer CC-Adresse; will man keine setzten, einfach [Enter] drücken und dann geht die Nachricht über den nullmailer weg. Um zu sehen, ob die Nachricht tatsächlich versandt worden ist, sollte die Logdatei konsultiert werden:

sudo nano /var/log/mail.log

nullmailer

Für kleinere Aufgaben eignet sich nullmailer ganz gut, da er leicht zu konfigurieren und damit schnell einsatzbereit ist. Das ist wohl auf Desktops meist der Fall. Auf Servern würde ich postfix empfehlen.

Mozilla Raindrop: Intelligenter kommunizieren

Mittwoch, 02. Dezember 2009

In der aktuellen t3n-Zeitschrift (der Nummer 18), welche pünktlich in meinem Briefkasten lag, fand ich wieder einige Wegweiser zum Lernen und Erkunden. Darunter entdeckte ich ein kurzer Hinweis auf das Mozilla-Labs-Projekt Raindrop. Es handelt sich dabei um ein Programm, das noch in den Tiefen der Entwicklung steckt, aber schon ausprobiert werden kann. Damit will Mozilla die Darstellung und vor allem Filterung von Nachrichten aus den verschiedensten Quellen verbessern. Ansatzweise gelingt das Raindrop schon ganz gut, finde ich. Aber die Applikation ist meines Erachtens noch nicht reif für die alltägliche Arbeit – oder ich bin (noch) nicht reif für Raindrop. Das kann ganz gut möglich sein.

raindrop

Raindrop nutzt einen lokal installierten Webserver und die Apache-Datenbank CouchDB. Der lokale Dienst greift per API auf die Angebote da draussen im Internet zu. Zur Zeit sind diverse Möglichkeiten offen, um Dienste wie Twitter, Google Mail, Skype, RSS-Feeds oder IMAP-Server anzuzapfen und deren Nachrichten intelligent anzuordnen. Als GUI für das Frontend wird ein Browser eingesetzt.

raindrop-browser

Tatsächlich findet Raindrop in meiner Mail-Inbox diverse Nachrichten, die aus einem Dialog entstammen und stellt sie entsprechend dar, dass die Chronologie stimmt. Auch Nachrichten aus Mailinglisten werden so dargestellt, auch wenn sie in verschiedenen Ordnern innerhalb der Mailbox liegen. Tweets werden etwas weiter unten dargestellt. Das Abholen von RSS-Feeds wollte bei mir nicht klappen, auch das Anzapfen der Meldungen von Skype nicht. Die Details zu allfälligen Fehlern stünden in der Konsole, von welcher aus der Befehl zum Abholen der Nachrichten abgesetzt wird (siehe weiter unten). Die Settings, welche über den Browser angesteuert werden, sind dermassen spartanisch, dass sie im Moment nicht brauchbar sind. Dort werden offensichtlich zwei oder drei Dienste und deren Benutzernamen und Kennwörter angezeigt, welche eigentlich in der .raindrop stehen. Weshalb die dort zu finden sind, weiss ich nicht. Vielleicht sind das die ersten Früchte, ein GUI für die Konfigurationsdatei bereitzustellen.

Für Entwickler dürfte der Link ganz unten links interessant sein. Extend verweist auf ebenfalls lokale Website, auf der alle verfügbaren Query-Tools und deren Möglichkeiten angezeigt werden.

QueryTools

Raindrop lässt sich natürlich auch nur mit einem Dienst – zum Beispiel Twitter – nutzen. Im Moment sind die Möglichkeiten aber noch sehr eingeschränkt. Ich konnte keine Mails versenden, da ich lokal keine sendmail oder Postfix-Installation nutze. Ich will dafür nicht extra diese Einrichtung vornehmen.

Im Moment liegt Raindrop noch nicht als Paket zum Download bereit. Die Entwicklung ist noch in den Kinderschuhen und deshalb verweist Mozilla entsprechend darauf hin:

There is no official download yet. The Raindrop code is still under development but you can follow along via the code repository. Please see the Hacking page.

Unter Ubuntu ist die Installation aber mit ein paar wenigen Handgriffen und einigen Zeilen in der .raindrop zu erledigen. Ich habe mich an die Anleitung bei Web UPD8 gehalten und konnte damit Raindrop ohne Probleme zum Laufen bringen. Einzig in der 10. Codebox unter dem Titel 4. Running Mozilla Raindrop muss der Slash zu Beginn des Pfades entfernt werden, so dass es richtig so heisst:

cd raindrop/server/python

Ansonsten stimmt die Anleitung ziemlich genau. Nach dem Abschluss kann die Applikation über die URL

http://localhost:5984/raindrop/inflow/index.html

gestartet werden. Das Programm kann aber nach meinem Dafürhalten noch nicht für den Tagesbetrieb genutzt werden. Aber dafür kann man abschätzen, was dereinst daraus entstehen soll. Störend ist im Moment noch, dass das Abholen der Nachrichten per Konsole erfolgen muss, ausser man zimmert sich ein Skript und lässt es wiederholt rennen. Ganz überzeugen konnte mich das Programm nicht, mindestens noch nicht. Manche Leute behaupten, Raindrop wäre die Antwort auf Google Wave.

Raindrop ist Open Source und wird unter der Mozilla Public License veröffentlicht.

Thunderbird 3 in der 4. Beta-Version

Donnerstag, 22. Oktober 2009

ThunderbirdThunderbird ist schon eine ganze Weile auf meinem Rechner installiert. Ich nutze das Teil – nebst andern Klienten und Webmailern – recht gerne. Da ich seit je her IMAP nutze, kann ich ohne Weiteres mit verschiedenen Programmen auf meine Mails zugreifen. Ich brauch jeweils bloss die Kosmetik des Klienten meinen Bedürfnissen anzupassen. Das ist sehr praktisch, auch wenn ich mobil per Telefon darauf zugreifen will. Die Version 3 des Donnervogels gibt es ja schon ziemlich lange in Entwicklungsversionen; aktuell in der 4. Beta (3.0b4). Ich habe mir diese Version heruntergeladen und angesehen. Der erste Eindruck ist recht positiv, wenn ich auch noch Sunbird oder besser gesagt Lightning als vorinstalliertes Goodie vermisse.

Das Archiv lässt sich hier herunterladen. Wer Thunderbird bloss testen will, entpackt es an einem beliebigen Ort und startet dann das Shell-Skript thunderbird aus dem Root des entpackten Ordners. Die individuellen Daten werden im Home-Verzeichnis unter .thunderbird abgelegt.

Nach dem ersten Start wird ein Konto importiert oder ein neues angelegt. Beim Anlegen eines neuen Konto gibt es neu ein Wizard, der dem Nutzer helfen will, das Konto richtig einzurichten. Das klappt aber oft nicht, weil Thunderbird offenbar davon ausgeht, dass der Benutzername bloss der Alias einer E-Mail-Adresse ist. Meisten ist das aber wohl die gesamte Mail-Adresse.

Konto einrichten

Das “Problem” bestand aber schon bei den älteren Versionen. Das GUI des Programms hat sich stark verändert, aber auch bei den Features sind einige dazugestossen. Aufgefallen ist mir dabei die Archiv-Funktion. Jene ist so intelligent, dass sie ein neues Archiv direkt auf dem IMAP-Server anlegt, so dass es von überall her erreichbar bleibt. Sinnreich ist das meiner Meinung nach. Mit dem Archiv lassen sich – wie wohl zu erwarten ist – Nachrichten archivieren, wobei Thunderbird eine Ordner-Hierarchie nach Jahre anlegt.

Posteingang - Mozilla Thunderbird 3.0 Beta 4

Verschiedene Bedienungselemente wie Weiterleiten oder Archivieren stehen viel “näher” per Button zur Verfügung. Insgesamt lässt sich das Mailprogramm einfacher und schneller bedienen, wenn man die Maus nutzt. Aber auch per Tatstatur-Kürzel kann man die Applikation natürlich nutzen. Die Indexierung habe ich noch nicht angeschaut, ebenso die genauen Funktionen der Archivierung nicht. Standardmässig wird der Posteingang ausserhalb des jeweiligen Kontos an einem zentralen Ort angezeigt, ebenso der Mülleimer.

Eigenschaften

Auch die Eigenschaften der einzelnen IMAP-Ordner präsentieren sich neu. Gefällt mir ganz gut, auch wenn mein Server nicht alle Features unterstützt. Man könnte so auch Ordner teilen. Nach wie vor wird aber der Fehler nicht abgefangen, wenn die Applikation zwei mal geöffnet wird. Sie blockiert zuerst und verabschiedet sich dann. Mir passiert es halt ab und zu, dass ich Thunderbird zwei mal öffne, weil ich zu flüchtig darauf achte, ob ich die Applikation bereits gestartet habe. Das ist mein Fehler, aber es ist trotzdem lästig. Beispielsweise Audacity fängt diesen Fehler sauber ab.

Thundervbird 3 in der vierten Beta-Version präsentierte sich mir in einer stabilen Weise. Diverse neue Funktionen sind hinzugekommen. Der erste Freigabe-Kandidat ist auf November 2009 geplant.

RoundCube 0.2.1 im Test

Donnerstag, 16. April 2009

RoundCube ist ein feine und schlanke sowie schnelle Weboberfläche, um damit Mails per SMTP zu versenden, beziehungsweise per IMAP zu holen. Die Entwicklung läuft zwar langsam, dafür aber stetig. Das Schweizer Produkt steht mittlerweile bei der stabilen Version 0.2.1, welche ich wieder einmal etwas näher anschauen wollte.

Mein grosses Anliegen bei dieser Software liegt im Adressbuch, bei dem es bisher weder Import- noch Exportmöglichkeiten gab, ausserdem liessen sich die Adressen keinen Gruppen zuordnen. Nun, ein Wunsch ist in Erfüllung gegangen, wenn auch marginal: Adressen lassen sich nun importieren, allerdings erst über das offizielle vCard-Format. Ebenso lassen sich die eingepflegten Adressen über dieses Format exportieren. Leider gibt es aber noch immer keine Gruppenfunktion. Gruppen sind für mich sehr wichtig und gehören in jedes Mailprogramm, gleich welcher Art. Aber bei der tiefen Versionsnummer darf ich sicherlich noch hoffen, dass dereinst auch eine solche Funktion angeboten wird.

Die Installation habe ich ich auf einem lokalen Ubuntu-Server (8.10) bei mir zu Hause vorgenommen. Dazu braucht es lediglich eine laufende Postfix-Installation (oder eine Alternative für IMAP und SMTP-Support), einen Apache-Webserver, PHP und MySQL. Die genauen technischen Anforderungen stehen im Wiki von RoundCube. Wie man sich Postfix zurechtlegt, habe ich hier mal beschrieben. Und selbstverständlich braucht es noch ein Mailkonto, das per IMAP ansprechbar ist; das tun ja mittlerweile die meisten, auch die des Providers.

Das aktuelle Paket muss zunächst heruntergeladen und auf dem Webserver entpackt werden. Mit Vorteil in einen eigenen Verzeichnis oder auf einer Subdomain. Danach kann man die Installation bereits per Browser aufrufen:

http://URL_zum_RoundCube_Verzeichnis/installer

Die Installationsroutine hat sich gegenüber der Vorversionen auch verbessert. Zunächst prüft das Teil, ob alle erforderlichen Features auf dem Server verfügbar sind und gibt eine entsprechende Nachricht aus.

RoundCube Installationscheck

Im nächsten Schritt werden dann alle erforderlichen Werte parametrisiert. Hier lässt sich zum Beispiel eine Default-Domain festlegen oder der anzusprechende SMTP- oder IMAP-Server wird genannt. Auch die Datenbank-Angaben werden hier festgehalten. Es braucht dazu eine Datenbank auf MySQL, SQLite oder PostgreSQL. Vorbereitet wird offenbar eine Anbindung an M$SQL. Im Verzeichnis, das zuvor heruntergeladen wurde, befindet sich ein Unterordner SQL, in dem die Initialisierungsstatements für jeden SQL-Typ zu finden sind. Für MySQL heisst die Datei mysql.initial.sql, welche ausgeführt werden muss. Dazu habe ich phpmyadmin benutzt, den Code in das SQL-Feld der neu angelegten DB kopiert und ausgeführt. Damit werden die nötigen Tabellen und Felder generiert.

RoundCube Installations-Wizard

Zum Schluss spukt der Wizard zwei Files aus, welche dann in das Verzeichnis config auf dem Webserver kopiert werden sollten. Es handelt sich um die beiden Konfigurationsdateien db.inc.php und main.inc.php. Diese lassen sich natürlich auch von Hand nachbearbeiten. Am Ende kann man dann noch die Konfiguration testen und ein Mail versenden sowie den Zugriff auf einen IMAP-Server testen.

Damit ist die Geschichte schon gegessen und man kann loslegen. Allerdings sollte man zuvor noch das Verzeichnis installer auf dem Webserver löschen. Der Aufruf erfolgt ganz einfach über den Browser und liefert zunächst einen Login-Screen. Je nach Konfiguration braucht man hier bloss noch den Alias vor dem @ einzugeben und das Kennwort.

Fertig installiertes RoundCube

Gewohnt flink und rasch liefert RoundCube die Mails. Natürlich kann RoundCube nur so schnell wie der anzuzapfende Mailserver sein, aber in der Regel klappt das bestens. Bei den Einstellungen hat sich auch einiges verbessert. So lassen sich die Dateien im Posteingang packen, die RCF-Version für die Anhänge definieren und weitere Kleinigkeiten. Wichtig hier ist, dass die Namen der Spezialordner mit denen auf dem IMAP-Server übereinstimmen, sonst lassen sich die Mails nicht löschen oder verschieben.

Einstellungen RoundCube

Die Nachrichtenvorschau gibt es schon etwas länger, kann aber gute Dienste erweisen, wenn auch einige Menschen vehement behaupten, dies wäre ein arges Sicherheistrisiko. Wer die Vorschau nicht haben will, schaltet sie in den Einstellungen ab oder erlaubt sie gar nicht erst per main.inc.php.

Alles in Allem bin der Meinung, dass RoundCube 0.2.1 einen zünftigen Schritt vorwärts gemacht hat. Der Webmailer gehört ja schon seit einiger Zeit zu den Rosinen und wird teilweise noch als Geheimtipp gehandelt. Aus meiner Sicht ist RC ein erwachsener Mailclient für den Browser; wer auf Groupware-Features verzichten kann oder will, sollte sich das Teil ansehen.

Google und Horde-Calendar in einem Browser

Montag, 15. Dezember 2008

Am liebsten nutze ich Offline-Agenden, aus Papier gefertigt und handfest, tatsächlich und wahrhaftig vorhanden, statt virtuell oder digital irgendwo ständig in der /dev/null-Nähe abgespeichert. Seit bald drei Jahren nutze ich Moleskine und bin damit mehr als nur zufrieden. Allerdings muss ich mich bei meinem Arbeitgeber fügen und prostituiere mich dort als Microsoft-Outlook-Nutzer. Diese Anwendung ist mittlerweile recht stabil und die ärgsten Fehler – bis auf die ausgefeilte Groupware-Technik – sind behoben. Wenn es digital unter Microsoft sein muss, ist Outlook sicher keine schlechte Wahl.

Horde bietet ja auch ein paar bescheidene Groupware-Funktionen an. Ausserdem kann man damit externe Kalender einbinden. Allerdings in der Variante, wie ich es gelöst habe, funktioniert der Zugriff nur lesend. Im Geschäft synchronisiere ich mit dem Google-Teil Google Calendar Sync mein Outlook mit dem Google Calendar. Von dort aus lässt sich dann der Kalender per iCal in Horde einbinden.

Der Nutzen ist eher fragwürdig, denn deutlich besser wäre ich bedient, wenn ich in einem zweiten Browsertab direkt den Google Calendar oder sogar OWA öffnen würde. Dann hätte ich auch Schreibzugriff. Aber hier geht es mir primär um die Möglichkeiten, welche Horde bietet.

Falls der fremde Kalender in Horde eingebunden wird, lässt er sich nicht direkt beschreiben. Werden trotzdem Termine in Horde erfasst, fallen diese dem lokalen Kalender zu, welcher sich wie ein Layer über den fremden Kalender legt. Das könnte zu Missverständnissen führen, denn auf den ersten Blick könnte man glauben, der neue Termin wäre im fremden Kalender eingetragen worden. Jener neue Termin unterscheidet sich bloss dadurch, dass er ein Symbol zum Löschen hat.

Leider lässt sich so der Google Calendar innherhalb von Horde nur in der Tages-, Monats-, und Jahresansicht ansehen. Die Wochen- und Arbeitswochenansicht klappte bei mir nicht. Der Apache bot mir eine leere PHP-Datei zum Download an, mein Firefox wusste nichts Besseres damit anzufangen.

Eine optimale Lösung ist mit dieser Variante sicherlich nicht gegeben. Wohl ist es möglich, noch zu optimieren oder ein anders Format oder Sync-Tool zu verwenden, aber im Ansatz ist Horde doch recht offen und fügsam. Sogar den Google Calendar lässt sich die Applikation gefallen ;-)