Mit ‘RadioTux’ getaggte Artikel

Lubuntu als Alternative

Donnerstag, 30. Juni 2011

Vor ein paar Wochen schaute ich mir Lubuntu etwas genauer an. Nicht einfach so, sondern weil ich mit Unity nicht zurechtkommen mag. Freilich, auf Ubuntu 11.04 ist auch noch Gnome in der 2er-Version verfügbar, aber trotzdem. 11.04 passt diesmal nicht für mich.

Lubuntu nutze ich mittlerweile nicht mehr. Stattdessen setze ich die LTS-Version 10.04 von Ubuntu ein. Lucid Lynx ist für mich ganz in Ordnung und recht stabil. Über Lubuntu konnte ich diesen Monat im Rahmen unserer Magazin-Sendung auf RadioTux berichten. Es ist eher ein allgemein gehaltener Beitrag mit den Meta-Informationen zu Lubuntu. Und daneben gibt es bei dieser Ausgabe viele weitere interessante Interviews und Beiträge. Viel Spass beim Reinhören!

Lubuntu wird ab der Ubuntu-Version 11.10 zu einem offiziellen Derivat erhoben. Verdient haben es die Jungs von der Community, finde ich.

RadioTux am LinuxTag zu Berlin

Donnerstag, 12. Mai 2011

Auch dieses Jahr habe ich es wieder einrichten können, dass ich während dem LinuxTag in Berlin vor Ort sein kann. Den grössten Teil der Zeit verbringe ich am Stand von RadioTux, werde aber auch ein paar Stunden am Stand von ubuntuusers.de sein.

Ich geniesse die Stimmung und vor allem das Wiedersehen alter Freunde und Haudegen aus unserer Zunft. Letzteres ist auch der eigentliche Grund, weshalb ich die weite Reise Richtung Nord-Nord-Ost unternommen habe. Zusammen mit Dirk setzte ich mich in ein Flugzeug und liess mich zur guten, alten deutschen Hauptstadt fliegen.

Das Programm von RadioTux kann in der Dichte nicht mit demjenigen vom vergangenen Jahr mithalten, dafür erhöht sich die Qualität des Besuchs an der Messe für uns vom Team. Wir haben etwas mehr Zeit, um mit den Leuten zu reden, in der Messe zu schlendern und das eine oder andere Interessante anzusehen. Wir befinden uns in der Halle 7.2a, am Stand 109, also an derselben Stelle wie im Jahr 2010. Am besten erreicht man die Redaktion vor Ort via IRC, live verfolgen kann man uns hier:

http://streams.xenim.de/radiotux/

Die wenigen Bilder, welche ich während dem Event schiesse, veröffentliche ich auf meiner bescheidenen Fotoseite. Es wird wohl noch das eine oder andere Bild mehr geben. Der LinuxTag in Berlin dauert noch bis am Samstag, den 14. Mai 2011.

PPA für Mumble

Donnerstag, 24. März 2011

Über Mumble habe ich hier schon einmal kurz berichtet, im Zusammenhang mit Push-To-Talk. Das Tool setzen wir nun (endlich) auch bei RadioTux ein; es ersetzt dort den proprietären Dienst Skype. Mit Mumble sind meines Wissens keine Video-Konferenzen möglich, aber die Unterhaltung per Lautsprache klappt ganz gut. Unter Ubuntu (und Mint) liegt die Version 1.2.2-4 in den offiziellen Paketquellen vor. Ab der Version 1.2.3 ist es möglich, die Konferenzen mit dem Klient aufzuzeichnen. Zum Glück gibt es ein Personal Package Archive (PPA), in dem neuere Versionen vorliegen. Im Wiki von Mumble fand ich die nötigen Angaben:

Die Paketquelle wird mit folgendem Befehl hinzugefügt:

sudo add-apt-repository ppa:slicer

Danach folgt das obligate Updaten der lokalen Informationen zu den einzelnen Paketen mit

sudo apt-get update

Falls Mumble bereits installiert ist, reicht es, ein Upgrade auszuführen:

sudo apt-get upgrade

Ansonsten muss man sich Mumble noch installieren lassen.

sudo apt-get install mumble

Und fertig ist die Installation und damit steht auch die Version (1.2.3-1~ppa1~maverick1) zur Verfügung, mit der Aufzeichnungen möglich sind. Der rote Knopf auf dem unteren Bild startet die Aufnahme.

Wer solche Ferngespräche aufzeichnen möchte, sollte sich zunächst über die gesetzlichen Grundlagen informieren. In vielen Ländern ist das Aufzeichnen nur dann erlaubt, wenn alle am Gespräch Beteiligten davon Kenntnis haben und mit der Aufnahme einverstanden sind.

Ein Buch über den Linux-Server

Samstag, 12. Februar 2011

Jetzt habe ich endlich ein richtiges und physisches Rezessionsexemplar des Titels Linux-Server – Das Administrationshandbuch bekommen. Der Verlag Galileo Computing hat mir das Werk zur Verfügung gestellt. Gewartet habe ich auf das Buch, weil Dirk am Entstehen beteiligt ist und sich ziemlich in das Zeug gelegt hat, um es mit seinen vier Mitstreitern fertig zu kriegen. Ich habe nur am Rande miterlebt, wir aufwändig eine solche Arbeit ist und dennoch begegne ich einem solchen Vorhaben mit grossem Respekt. Es braucht Durchhaltewillen, Durchhaltewillen und Durchhaltewillen, daneben wohl noch eine gehörige Portion Koordination und nicht zuletzt die fachliche und sprachliche Kompetenz.

Mit Sicherheit komme ich hier in diesem Blog auf den Titel zurück. Wir werden sicherlich auch etwas für das Ohr produzieren; entweder für DeimHart oder RadioTux, vielleicht auch für beide. Inzwischen habe ich das Buch in meine Online-Datenbank eingepflegt und bin froh, habe ich damals beim Entwickeln jener simplen Applikation darauf geachtet, dass für die Autoren eines Buches eine 1:n-Relation zwischen Buch und Autor(en) besteht. So kann ich nun alle fünf Autoren für diesen Titel nennen.

Auf der Rückseite findet sich der Slogan Das Schweizer Taschenmesser für Linux-Admins! Ich werde wohl bald herausfinden, ob sich dieser Satz bewahrheitet. Die Hürde ist hoch, denn ein richtigen Schweizer Taschenmesser kann verdammt viel.

Da ich Dirks Arbeitsweise und seine Präzision kenne, hat er guten Chancen, dem Anspruch gerecht zu werden. Das Buch kann man im Handel erwerben. Es kostet knapp 50 Euro oder 75 Franken. Es ist auch bei Amazon zu kaufen.

Der Ubuntu-Wochenrückblick ist erneut auferstanden

Dienstag, 04. Januar 2011

Zum Glück widerstehen die guten Dinge den dunklen Drohungen seitens des Gevatters Tod. (Ich bin mir nicht sicher, ob es des Gevatter Todes oder des Gevatters Tod heisst.) So auch der legendäre Ubuntu-Wochenrückblick, der ja dem Tod schon einige Male direkt in das Auge geschaut und sich erfolgreich davon angewendet hat. Mit dem Wiederauferstehen des UWR sind auch einige Neuigkeiten darin zu vermelden. So heisst es im aktuellen UWR unter dem Titel „In eigener Sache“:

Wieder haben einige Änderungen ihren Weg in den UWR gefunden. Diese „experimentellen Änderungen“ sind jedoch noch kein fester Bestandteil des UWR. Deshalb (und um weitere mögliche Änderungen zu ergünden) möchten wir die interessierten Leser und Leserinnen bitten, sich an der Diskussion zur Verbesserung des UWR zu beteiligen. Hier werden noch bis Montag, den 10.Januar 2011 Vorschläge gesammelt, über die anschließend abgestimmt wird. Ein entsprechender Aufruf wird im UWR 02-2011 folgen.

Aufrufen möchten wir euch schon jetzt am UWR mitzuarbeiten. Ob es die Überprüfung oder Korrektur eines Satzes ist oder ob ihr eine Neuigkeit hinzufügt ist gleichwertig. Wichtig ist jedoch, dass ihr am UWR mitarbeitet (und seien es nur wenige Sekunden, die ihr damit verbringt). Er ist ein Gemeinschaftsobjekt und lebt nur von der Community – also nur von euch. Lasst euch im Übrigen nicht von den Neuerungen ablenken, der Hauptteil des UWR sollen immer noch die Meldungen rund um Ubuntu und Linux sein.

Vielleicht kann ich auch dieses oder jenes Mal meinen Beitrag dazu leisten. Wer sich daran beteiligen möchte, findet hier die nötigen Informationen dazu. Immerhin ist mit dem Weiterführen des UWR nun auch gesichert, dass RadioTux seine Weekly-News aus dem Bereich Ubuntu weiter präsentieren kann. Das freie Radio darf die Inhalte vom UWR per Lautsprache weiter verbreiten. Und das machen wir bei RadioTux schon seit bald zwei Jahren, nämlich seit der Kalenderwoche 15 vom Jahr 2009.

An dieser Stelle sende ich ein dickes und fettes Dankeschön an das UWR-Team. Schön, dass es weitergeht!

Push-To-Talk mit Mumble

Dienstag, 12. Oktober 2010

Für die Redaktionskonferenzen bei RadioTux nutzten wir bisher Skype, da wir aus verschiedenen Ecken Deutschlands und der Schweiz zusammengesetzt sind und kaum Zeit finden (und Geld ausgeben wollen), um uns jedesmal offline zu treffen. Wir betreiben ein freies Linux-Radio und sollten uns eigentlich schämen, ein unfreies Werkzeug für die Telefonie über Internet zu nutzen. Deswegen entschieden wir uns, Mumble und Murmer zu testen. Murmer ist der Server und Mumble der Client; die Software ist frei und ähnelt in gewisser Weise dem proprietären Produkt TeamSpeak. Murmur ist also eine freie Sprachkonferenzsoftware, die sich wegen niedriger Latenzzeit und guter Audioqualität vor allem für den Einsatz in Computerspielen eignet. Wir missbrauchen die Software nun für unsere Konferenzen.

Vom Server Murmur habe ich bisher keine Erfahrungen, da ich bei RadioTux damit nichts zu tun habe. Es gibt aber auf dem ubuntuusers.de-Wiki eine sehr gute Anleitung über die Installationsschritte der Software. Der Client dazu, also Mumble, ist in den Paketquellen von Ubuntu enthalten und lässt sich sehr einfach installieren:

sudo apt-get install mumble

Nach der Installation ist Mumble im Menü unter Anwendungen / Internet / Mumble zu finden. Beim ersten Start hilft ein Wizard, die Software zusammen mit dem Audio-Equipment richtig einzurichten. Bei mir hat das – bis auf das Push-To-Talk-Features – bestens geklappt und ich konnte mich auf Anhieb mit dem Server verbinden.

Ich habe dann den Wizard erneut rennen lassen und hernach konnte ich auch Push-To-Talk nutzen, zuvor sendete Mumble permanent, ob ich nun sprach oder nicht. Bei der Push-To-Talk-Option kann man eine x-beliebige Taste oder die Maus beziehungsweise ein andere Eingabegerät nutzen, um ausschliesslich dann Voice-Daten zu senden.

Mumble klinkt sich im oberen, rechten Panel (Benachrichtigungsfeld) ein und kann von dort aus bedient werden. Sendet Mumble Daten, ist ein roter Mund zu sehen, ansonsten zeigt sich dasselbe Symbol in grau. Die übrigen Bedienungselemente erklären sich mehr oder weniger selbst, ich kam nach einiger Zeit recht gut mit dem Teil zurecht.

Was mir an Mumble besonders gefällt, ist, dass es nicht nur freie Software ist, sondern in der Qualität durchaus mit Skype mithalten kann und zudem die Datenströme per default verschlüsselt. Mumble erzeugt dazu selbsttätig ein Zertifikat, man kann sich aber auch selbst welche generieren. Weiter kann Mumble die Text-zu-Sprache-Engine nutzen. Ausserdem kommt das Programm mit viel weniger Systemressourcen als Skype zurecht. Bei Skype bin ich mir nie ganz so sicher, wer da noch mithört oder welche Daten irgendwo geloggt werden. Mit freier Software ist die Chance um ein Mehrfaches kleiner, dass so etwas überhaupt passieren kann. Mumble ist ein Versuch wert, finde ich. Es gibt für Windows, Mac und Linux Klienten.

Übrigend wird RadioTux am kommenden Wochenende in Leipzig während der Ubucon eine Live-Sendung produzieren.

RadioTux September Ausgabe

Dienstag, 21. September 2010

Das neue Format bei RadioTux für die monatliche Sendung scheint gut anzukommen. In selben Umfang und mit breitem Inhalt ist nun die Ausgabe für den Monat September erschienen. Darin kommt auch zur Sprache, inwieweit und ich welcher Form sich RadioTux verändern beziehungsweise verfestigen will. Es ist sehr interessant zu beobachten, was passiert, wenn sich die personelle Situation in einer Community verändert und wie sich die verbleibenden Menschen neu positionieren und sich neue Mitglieder einfinden. Daneben ist die Ausgabe wie immer mit sehr vielen Informationen aus der Welt der freien Software getränkt.

RadioTux

RadioTux wird an der kommenden Ubucon vom 15. bis 17. Oktober 2010 in Leipzig dabei sein und von der Community-Veranstaltung berichten. Ebenfalls ist eine Sendung “Ubuntu Special” geplant. Dirk hat dazu einen Ubucon-Teaser für die Ubucon produziert:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Download, MP3-File, 2.0 MB, 1:26 Minute

Ich freue mich sehr auf die Ubucon 2010! Es dauert ja bloss noch einen Monat, dann geht es los.

RadioTux bei DeimHart

Mittwoch, 07. Juli 2010

Am vergangenen Samstag durften Dirk und ich bei DeimHart einen hohen Gast aus dem “grossen Kanton” begrüssen. Ingo Ebel, Projektleiter von RadioTux gab uns die Ehre und reiste dazu eigens von Stuttgart nach Andelfingen. Wir zeichneten unsere 15. Folge auf und haben sie vorgestern, wie immer am ersten Montag im Monat, veröffentlicht. Dabei entstand eine humorvolle Episode mit viel interessantem Inhalt; hörenswert, wie ich meine.

Obschon bei RadioTux und DeimHart teilweise die gleichen Leute wirken, sind es zwei völlig voneinander getrennte Projekte und werden es wohl auch bleiben. Dirk wirkt im Hintergrund bei RadioTux an der Serverlandschaft und ich erzeuge ab und zu ein paar redaktionelle Beiträge. Aber dort, wo wir voneinander lernen können, tun wir das auch. Alles andere wäre wohl sinnfrei.

Dass wir nicht aus derselben Schmiede kommen, sieht man schon an den Farben, die verschiedenen Grüntöne passen nicht zusammen. Ausserdem ist RadioTux schon bald zehn Jahre alt und DeimHart gerade mal 15 Monate jung.

Diesmal versuchten wir, drei unserer Haedsets gleichzeitig zu nutzen. Da wir unsere zweite Hardware-Ausbaustufe noch nicht realisiert haben und sich an einem Zoom H4 bloss je zwei Kopfhörer anschliessen lassen, setzten wir zwei H4s ein und führten den Output in einen Kopfhörerverstärker. Die eigentliche Aufnahme wurde dann auf den beiden SD-Cards in je einem H4 aufgezeichnet, die wir anschliessen zusammengefügt haben. Sobald wir die zweite Stufe unserer Hardware-Anschaffung erledigt haben, können wir mittels einem Mischpult mehrere Geräte sauber als Quelle einsetzen.

Es hat einmal mehr so richtig Spass gemacht, mit Ingo und Dirk diesen Podcast zu produzieren. Wie immer schnitten wir am Podcast nichts weg, bloss am Anfang und am Ende entfernen wir die Geräusche vom Ein- und Ausschalten der Geräte und fügten den Jingle an.

Und Ingo beantwortete unsere Fragen erwartungsgemäss kompetent, klar und deutlich, aber auch humorvoll und locker. So macht es Spass. Danke Ingo! Wir sprachen über RadioTux, die Technik, die Community, die Menschen dahinter, aber auch über Ingo und natürlich auch über das Radiomachen.

Die nächste Folge werden wir wohl wieder als Duo produzieren. Nicht etwa, weil uns die Gäste ausgehen, sondern weil infolge der Sommerferien schwer ein gemeinsamer Termin zu finden ist. Ausserdem können wir dann wieder einmal ein nichttechnisches Thema angehen. Wir werden sehen, was wir anbieten können. Die aktuelle Episode mit Ingo Ebel liegt hier zum Download bereit.

ubuntuusers.de und Mark Shuttleworth

Donnerstag, 24. Juni 2010

Der LinuxTag zu Berlin liegt nun schon einige Tage zurück. Dank dem grossen Einsatz von zwei Mitstreitern im Hintergrund von RadioTux sind nun alle Interviews, welche wir am LinuxTag geführt und live gestreamt haben, geschnitten und auf radiotux.de verfügbar. Vielen Dank an Heinz und Tobias! Und damit ist auch der Samstag verfügbar, an dem wir das Thema Ubuntu fokussiert haben. Dazu führten wir ein Interview mit verschiedenen Leuten von ubuntuusers.de, Daniel Holbach war bei uns, wir sprachen über Kubuntu und Communtu und Mark Shuttleworth gab uns auch ein Interview. Aber auch Gnome 3.0 war ein Thema und natürlich Debian. Der gesamte Sendeplan mit den Verlinkungen zu den einzelnen Interviews, welche nun alle als Podcast zur Verfügung stehen, ist hier zu sehen.

Gegen Ende der Messe führten wir am Stand unter den Redaktoren eine Schlussrunde durch, in der wir uns auch etwas daneben benehmen durften. Faxen und Witze, Ulk und Spass gehören in dieser Schlussrunde aus historischen Gründen zum Inhalt. Nach insgesamt fünf Tagen Messe und etlichen Interviews waren wir denn auch ziemlich ausgelaugt und erfreuten uns daher, dass wir einmal ganz locker und spassig sein durften. Unser Erguss ist ebenfalls online verfügbar.

Sechs Tage in Berlin für Linux

Montag, 14. Juni 2010

Schon ist der grösste Event im deutschsprachigen Raum zum Thema OpenSource und Linux wieder Geschichte. Der LinuxTag in Berlin ist vorbei; ich behalte ihn mit tiefen Eindrücken in Erinnerung. Am vergangenen Dienstag flog ich nach Berlin, um am Aufbau des Standes von RadioTux zu helfen und um die ersten Interviews für das freie Radio aufzuzeichnen. Darauf folgten vier volle Tage an der Messe, die ich jeweils im Dienste von RadioTux verbrachte und schliesslich am gestrigen Sonntag der Rückflug nach Zürich.

LinuxTag

Beim Hinflug dachte ich daran, dass ich eigentlich privilegiert wäre. Denn ich kann einfach so Urlaub nehmen, nach Berlin fliegen und dort fünf Tage lang meinem Hobby frönen, ein Hotel bezahlen und für andere Kosten aufkommen. Das kann nicht jeder oder mindestens nicht in der Weise. Andererseits stecken viel Arbeit, viel, sehr viel Zeit und natürlich auch andere Ressourcen da drin. Und doch ist es etwas besonderes, wenn man einfach so ausserhalb der beruflichen Umfeldes an einer Messe im OpenSource-Bereich mithelfen kann.

Wir hielten bei RadioTux über 60 Interviews, dazu streamten wir Vorträge und andere Präsentationen. Ausserdem lieferten wir einen Livestream von der Univention-Bühne und zeitweise von der OpenSource-Arena aus. Unser Bürgermeister legte sich voll in das Zeug und zauberte einen wirklich guten und inhaltlich reichlich angefüllten Sendeplan hervor, die Interviewpartner waren allesamt kompetent und spannende Leute. Es hat grossen Spass gemacht, die Menschen zu befragen und dabei habe ich eine ganze Menge gelernt. Die einzelnen Beiträge, welche wir live streamten, werden nach und nach als Podcast auf der Website von RadioTux zur Verfügung gestellt.

Auch Ubuntu war reichlich vertreten, ausserdem widmeten wir von RadioTux aus den Samstag dem Thema Ubuntu. Dabei sind einige interessante Inhalte entstanden; wir haben dazu schon auf Ikhaya berichtet. Ebenfalls war der Begründer von Ubuntu, Mark Shuttleworth, am LinuxTag und an der Schlussfete von Ubuntu-Berlin anwesend und gab während der Messe ein Interview und hielt einen Vortrag. Dabei hat mich gestört, dass bei Mark immer mehr Aufwand betrieben wurde, als bei andern Gästen. So auch an unserem Stand bei RadioTux. Es hatte sich während den vier Tage kaum jemand darum gekümmert, ob die Mikrofone am Univention-Stand für die Gäste und Interview-Partner richtige platziert und eingestellt waren. Aber als Herr Shuttleworth kam, kümmerten sich alle RadioTuxler darum. In der Linux-Welt schleicht sich die gleiche Hörigkeit gegenüber Göttern ein, wie überall sonst auch. Ich mag es nicht, wenn Menschen aufgrund ihrer Medienstärke und ihres Geldes bevorzugt werden. Ich will hier keineswegs die Leistungen von Mark Shuttleworth schmälern, aber er ist einer von vielen, wie wir auch. OpenSource und Community funktioniert aufgrund der Mannigfaltigkeit und der Vernetzung der Einzelnen. Sein Geld allerdings, beziehungsweise die Menge davon, sticht schon heraus. Selbstverständlich hallt in meiner Kritik eine gehörige Portion Neid wider.

Währen der Messe konnte ich einige Bilder erzeugen, eine Auswahl daraus habe ich auf meiner Website platziert. Aufgrund des engmaschigen Sendeplans konnte ich nicht viel von der Messe sehen. Ich befand mich meist in unserer Halle, ab und zu lag ein kurzer Marsch zur OpenSource-Arena drin und das war es dann schon. Auch von der wunderschönen Stadt Berlin, die ich das erste Mal besuchen konnte, sah ich leider nicht sehr viel. Aber das, was ich wahrgenommen habe, hat mich überzeugt, hier noch einmal vorbeizukommen. Berlin ist eine Grossstadt, die eigentlich ein Dorf ist. Ich fand keine Hektik, eine eigentümliche, sympathische Ruhe liegt hier über der Stadt. Die Leute sind offen und freundlich, erzählen gerne von ihrer Stadt und sind allesamt von ihrer Heimat begeistert. Das steckt an. Ja, ich werde mit Bestimmtheit mit meiner Familie dieses Berlin noch einmal ansehen.

Der nächste LinuxTag im Jahr 2011 wird etwas früher ausfallen. Vom 11. bis 14. Mai sind dann die Tore zum grössten Event über Linux und OpenSource geöffnet. Ob ich dann wieder am RadioTux-Stand sein werde, oder vielleicht am Stand von ubuntuusers.de, das werde ich sehen. Es ist noch nicht einmal sicher, ob ich dannzumal überhaupt nach Berlin reisen kann.