Mit ‘Thunderbird’ getaggte Artikel

Zindus synchronisiert nun auch Bilder von Google-Kontakten

Freitag, 13. Mai 2011

Seit einigen Monaten nutze ich die Erweiterung Zindus für den Donnervogel, mit dem sich Kontakte von Google mit dem Adressbuch vom Thunderbird synchronisieren lassen. Ich habe bereits hier einmal darüber berichtet. Seit der letzten Version lassen sich nun auch die bei Google hinterlegten Bilder in das Adressbuch von Thunderbird ziehen. Ob es umgekehrt auch geht, weiss ich zur Zeit nicht, ich denke aber, dass es wohl so sein wird. Vielleicht weiss es ein Leser.

Ja, ich weiss: Google und seine Neugierde ist manchmal etwas exponiert und nicht immer über alle Zweifel erhaben. Da muss jeder für sich die Linie ziehen, wann und wem er welche Daten anvertrauen will – soweit wir das überhaupt noch können. Immerhin ist mit dieser Erweiterung an Zindus ein weiterer Punkt hinzugekommen, der die Software nicht unsympathischer macht.

Unter Ubuntu 11.04 in der 64bit-Version (Unity) konnte ich die Erweiterung nicht über die automatische Aktualisierung von Thunderbird erneuern. Eine Fehlermeldung erschien, nach der das Paket defekt wäre. Stattdessen habe ich dann die neue Version ab der Website heruntergeladen und einfach neu installiert (ohne die alte Version zuvor zu entfernen) und dann ging es auf Anhieb.

Lernen rund um Open-Source und Ubuntu

Sonntag, 13. Februar 2011

Im Verlaufe dieser Woche konnte ich viele Gelegenheiten zum Lernen wahrnehmen. Nicht nur hier, auf diesem kleinen Blog, sondern auch ausserhalb in der Community und am Arbeitsplatz. Besonders freut mich die aktive Leserschaft hier, welche mich durch Kommentare immer wieder auf neue Fährten und Ideen bringt. Dadurch gelingt es mir ab und zu, Neues zu entdecken und das mündet in Lernen. Das ist meiner Meinung nach die ausgeprägte Stärke der Community rund um freie Software. Und es können nicht nur jene partizipieren, welche programmieren können; alle können sich – wenn sie denn wollen – daran beteiligen, mit welchen Betätigungen auch immer.

Worüber die Leserschaft, Gregor und ich diese Woche geschrieben und studiert haben, sieht man schön in diesem Wordle-Bild. Es nutzt die Ausgabe eines Feedes und errechnet daraus ein Wortbild.

Angetrieben durch den Kommentar von Tomboy setzte ich mich mit der Entwicklergemeinschaft von GnuCash und AqBanking in Verbindung und traf dort auf Martin, der für das AqBanking zeichnet. Wir werden nun einen weiteren Anlauf nehmen, so dass vielleicht dereinst GnuCash wieder eine Schnittstelle zur Postfinance bekommt. Mein Part dabei ist recht klein und nebensächlich. Trotzdem freue ich mich, dass ich mithelfen darf.

Aber auch die Kommentare im Beitrag zu Thunderbird beinhalten einige Perlen, die sich zu lesen lohnen. Wer den Donnervogel als Mailprogramm nutzt, stösst in den Beiträgen der Leser sicherlich auf die eine oder andere Erweiterung. Ausserdem wird es an unserer Relase-Party vom 30. April 2011 für uns alle wieder eine Menge zum Lernen geben und wohl auch reichlich Gelegenheiten, Wissen weiter zureichen. Die Diskussionen rund um eine Ubuntu-Maus präsentieren doch in wunderschöner Weise die Spiessbürgerlichkeit von uns Schweizern und zeitgleich die Offenheit der (deutschen) Community. Und schliesslich bietet das Buch, an dem Dirk mitgewirkt hat, eine ganze Menge Inhalt zum Lernen, Verstehen und natürlich auch, um es in der Praxis zu begreifen.

Heute ist Sonntag. Da darf ich – zu Ehren der Abwechslung – auch mal etwas schreiben, das der Sonntagspredigt des Lokalpfarrers entlehnt sein könnte. Lernen in der Community macht nicht nur Spass, es bringt tatsächlich auch Vorsprung und zugleich eine Weitsicht, die in der Welt der verschlossenen Quellen in der Weise nicht anzutreffen ist. Und dazu gehört auch die Community von Ubuntu, die in letzter Zeit arg strapaziert wurde. Der Aufstieg zur meist genutzten Linux-Distribution treibt Herausforderungen an den Tag, die nicht leicht zu lösen sind. Wir kennen das aus der Geschichte: Je entwickelter eine Gesellschaft ist, umso näher steht sie an ihrem eigenen Abgrund. Diese Gefahr dürfte auch bei einem einzelnen Glied einer Kette bestehen; so auch bei der Community rund um Ubuntu. Solange der Grundsatz, etwas gemeinsam zu tun oder zu erschaffen, um es möglichst allen zur Verfügung zu stellen, an der Oberfläche bleibt, bestehen intakte Chancen, dass es unsere Community noch eine ganze Zeit geben wird. Und wenn wir unsere restriktive Haltung gegenüber dem Kommerz und dessen Verzahnung mit der “übrigen Welt” von Zeit zu Zeit überdenken, dürfte nicht mehr viel schief gehen können. Über all diesen wirren Gedanken steht ein weiterer, wichtiger Grundsatz: Community soll Spass machen und die Tätigkeiten darin sollen Anlass zum Erzeugen von Humor geben. Ansonsten entzieht man ihr die Seele und damit die Essenz.

Thunderbird unter Ubuntu mit Windows

Donnerstag, 10. Februar 2011

Seit geraumer Zeit nutze ich zum Mailen bloss noch das Internet Message Access Protocol IMAP(S). Es ist nicht nur moderner als POP(3), sondern bietet meiner Meinung nach auch mehr Komfort. Obschon sich nicht überall IMAP anwenden lässt und es nicht durch das Band die bessere Wahl ist, mag ich die Art und Weise, wie es arbeitet. Das Postfach auf dem Mailserver wird so eingesetzt, dass es von überall her mit denselben Inhalten bedient werden kann. Das Protokoll selbst gehört schon fast zur Urgeschichte des Internets; 1986 wurde IMAP etabliert. Daneben braucht es noch das Simple Mail Transfer Protokoll SMTP, um Mails zu versenden.

Die beiden quelloffenen Mail-Klienten Clawsmail und Thunderbird mag ich sehr, da sie unter Linux und Windows (Thunderbird dazu noch für den Apfel) zur Verfügung stehen und dort praktisch dieselben Funktionen bereitstellen. In letzter Zeit nutze ich eher den Donnervogel, da er mir etwas besser behagt und äusserlich eher gefällt. Das ist aber reine Geschmackssache und hat wenige mit Rationalität zu tun. Nicht ganz verstehen kann ich, weshalb Canonical noch immer auf Evolution besteht und diesen Giganten nach wie vor in der Standard-Installation mit ausliefert. Evolution ist das Quasi-Mailprogramm von Gnome und schmiegt sich optisch sauber an die Arbeitsumgebung an, trotzdem nutzen es viele nicht. Vielleicht verschwindet es dann doch noch ab der Ubuntu-Version 11.04, wenn Gnome “nur” noch als Unterbau für Unity daherkommt. Ich kenne nur sehr wenige Leute, die Evolution aktiv unter Ubuntu einsetzen.

Thunderbird wie auch Clawsmail kann man sehr gut und einfach wie schnell “pimpen”. Ich brauche nur wenige Erweiterungen und ein Thema, um Thunderbird optisch aufzumöbeln. Eine sehr gute Beschreibung, wie sich der Donnervogel erweitern lässt, ist im Wiki von ubuntuuser.de zu finden. Gerade mal vier Erweiterungen nutze ich zurzeit:

In den Einstellungen vom MinimizeToTray Plus findet sich in der Linux-Version ein witziger Hinweis, dass es offenbar auch noch andere Betriebssysteme auf dieser Welt gäbe:

Ausserdem vergesse ich bei jeder Neuinstallation das Paket libnotify-bin, welches es für den Thunderbird Indicator braucht, zu holen. Ich merke es jeweils erst, wenn mich mein Linux zurechtweist.

Das fehlende Stück Software kann man ganz leicht mit der Konsole nachreichen:

sudo apt-get install libnotify-bin

Dann funktioniert auch die Benachrichtigung für neue Nachrichten über den Indicator. MinimizeToTray Plus habe ich übrigens so eingestellt, dass sich der Thunderbird beim Schliessen über das X am linken Fensterrand nicht verabschiedet, sondern er verharrt stattdessen im Infobereich und wartet der Mails, die da kommen. Für Clawsmail gibt es Erweiterungen, die das selbe auch können.

Ich bin gespannt, welche Erweiterungen Du einsetzt. Manchmal stösst man beim Austauschen dieser Informationen auf Rosinen.

Thunderbird Adressbuch mit Google synchronisieren

Montag, 06. September 2010

Nebst Claws-Mail nutze ich gerne den Thunderbird. Mit der Zeit habe ich mich an die 3er-Version und den neuen Funktionen und die etwas andere Kosmetik gewohnt und kann nun damit meine Mails bearbeiten. Alte Bäume sollte man nicht versetzen, aber manchmal geht es nicht anders und dadurch roste ich nicht noch ganz ein. Was mich bei beiden Programmen etwas stört ist die fehlende Möglichkeit, die Adressbücher zu synchronisieren. Immerhin kann man bei bei beiden Mailern sehr einfach eine Kopie ziehen und sich diese sicher auf die Seite legen; eine Synchronisation ist aber von Haus aus (noch) nicht vorgesehen.

Seit dem ich ein Android-Handy nutze, setze ich mehr oder weniger gezwungenermassen die Kontaktverwaltung von Google Mail ein. Die Pflege ist einfach, schnell und funktioniert ganz gut mit Android. Daher suchte ich nach einer Möglichkeit, die Kontakte auf Google-Seite mit dem persönlichen Adressbuch von Thunderbird abzugleichen, damit ich nicht immer alles doppelt pflegen muss. Fündig geworden bin ich dann bei Carstens Blog. Zindus nennt sich die Lösung, welche sehr einfach und schnell, aber auch schmerzlos wirkt. Sie arbeitet als Addon bei Thunderbird.

Zwar arbeitet die Lösung nicht ganz einwandfrei und sauber, aber zur groben Synchronisation reicht es allemal. Vor allem dann, wenn man bloss die E-Mail-Adressen und die natürlichen Namen der Leute braucht. Möchte man mehr synchronisieren, geht das wohl, aber das habe ich aus Vorsicht nicht getestet. Ich will mir nicht meine Kontakte zerschiessen. Ich hätte zwar zuvor eine Sicherung anlegen können, aber ich will keinen grossen Aufwand betreiben, mir reichen auf der Seite vom Thunderbird die Namen und E-Mail-Adressen als Kontaktinformationen.

Das Einrichten läuft sehr einfach und schnell ab, der erste Abgleich funktioniert dann auch ganz gut. Ich habe allerdings zuvor mein Adressbuch beim Thunderbird geleert, da ich bloss die Google-Kontakte da drin haben will.

Es gibt dann noch verfeinerte Einstellungen für die Adressfelder und deren Abgleich. Ich habe diese Funktion aber nicht aktiviert. Vielleicht gibt es jemanden, der dazu etwas sagen oder schreiben kann.

Für die Synchronisation der Namen und E-Mail-Adressen ist Zindus sicherlich eine gute Lösung. Sie unterliegt der Mozilla Public License und ist somit OpenSource. Letztlich handelt es sich dabei aber “nur” wieder um eine dezidierte Einzellösung. Ich wünschte mir eine globale Synchronisationssoftware, mit der sich alles mit allem abgleichen liesse. Aber das bleibt wohl noch eine ganze Weile ein Traum oder ein Wunsch.

Keysigning-Party zu Zürich und CAcert

Samstag, 12. Dezember 2009

Gestern traf ich mich mit einigen Geeks und Nerds der “normalen Klasse” in Zürich zu einer Keysigning-Party. Für mich war es die erste Veranstaltung dieser Art und sie hat Spass gemacht. Das Vorhaben dient vor allem dem Web of Trust, einem Netzwerk, das auf Vertrauen aufbaut, welches sich messen und nachverfolgen lässt. Schlussendlich sollte Jeder Jedem über einige dritte Kontakte vertrauen können. Eine entsprechende Suche der Pfade des Vertrauens gibt es hier zu sehen.

Vertrauen über Dritte

Mich fasziniert die Organisation einer solcher Veranstaltung, auch wenn es gestern und im Vorfeld ab und zu Kleinigkeiten gab, die nicht auf Anhieb rollten. Aber darüber darf man getrost hinwegsehen; stattdessen bedanke ich mich bei den Veranstalter für die Organisation. Gerne nehme ich mir wieder einmal Zeit für eine solche Veranstaltung, die manchmal auch in anderen, grösseren Anlässen wie BarCamps, Linux-Tage oder der Ubucon eingebettet ist. Die Arbeit für die einzelnen Teilnehmer folgt nach der Party, wenn die Schlüssel anhand der Fingerabdrücke überprüft und unterschrieben werden. Ausserdem wird der Grad des Vertrauens festgelegt und der öffentliche Teilschlüssel dann dem Inhaber per Mail zugesandt oder direkt auf dem Schlüsselserver geschickt. Ich erledigte diese Arbeit mit Enigmail, einer Erweiterung für Thunderbird, um GnuPG zu nutzen.

Enigmail für Thunderbird

CAcertBei dieser Gelegenheit sprach mich Dirk auf CAcert an. Das ist eine freie Variante von SSL-Zertifikaten für verschiedene Zwecke. Da sich an der Keysigning-Party auch einige Leute aus der “CAcert-Szene” tummelten, konnte ich nach einiger Überzeugungs- und Willensarbeit seitens Dirk ein paar Anträge ausfüllen und gleich beglaubigen lassen. Somit komme ich wohl schon bald zu einem Root-Zertifikat. Die ganze Geschichte rund um die CAcert-Zertifikate macht mir einen stabilen und seriösen Eindruck. Ausserdem scheint CAcert eine gelungene Alternative zu den wirtschaftlich getriebenen “öffentlichen Zertifikats-Häusern” zu sein, auch wenn sich CAcert nicht überall sinnreich einsetzen lässt. Mindestens solange nicht, wie die Zertifikate nicht den gleichen Rang wie die andern bekommen und in den Browsern vorinstalliert werden. Aber vielleicht erleben wir das eines fernen Tages.

Thunderbird 3 in der 4. Beta-Version

Donnerstag, 22. Oktober 2009

ThunderbirdThunderbird ist schon eine ganze Weile auf meinem Rechner installiert. Ich nutze das Teil – nebst andern Klienten und Webmailern – recht gerne. Da ich seit je her IMAP nutze, kann ich ohne Weiteres mit verschiedenen Programmen auf meine Mails zugreifen. Ich brauch jeweils bloss die Kosmetik des Klienten meinen Bedürfnissen anzupassen. Das ist sehr praktisch, auch wenn ich mobil per Telefon darauf zugreifen will. Die Version 3 des Donnervogels gibt es ja schon ziemlich lange in Entwicklungsversionen; aktuell in der 4. Beta (3.0b4). Ich habe mir diese Version heruntergeladen und angesehen. Der erste Eindruck ist recht positiv, wenn ich auch noch Sunbird oder besser gesagt Lightning als vorinstalliertes Goodie vermisse.

Das Archiv lässt sich hier herunterladen. Wer Thunderbird bloss testen will, entpackt es an einem beliebigen Ort und startet dann das Shell-Skript thunderbird aus dem Root des entpackten Ordners. Die individuellen Daten werden im Home-Verzeichnis unter .thunderbird abgelegt.

Nach dem ersten Start wird ein Konto importiert oder ein neues angelegt. Beim Anlegen eines neuen Konto gibt es neu ein Wizard, der dem Nutzer helfen will, das Konto richtig einzurichten. Das klappt aber oft nicht, weil Thunderbird offenbar davon ausgeht, dass der Benutzername bloss der Alias einer E-Mail-Adresse ist. Meisten ist das aber wohl die gesamte Mail-Adresse.

Konto einrichten

Das “Problem” bestand aber schon bei den älteren Versionen. Das GUI des Programms hat sich stark verändert, aber auch bei den Features sind einige dazugestossen. Aufgefallen ist mir dabei die Archiv-Funktion. Jene ist so intelligent, dass sie ein neues Archiv direkt auf dem IMAP-Server anlegt, so dass es von überall her erreichbar bleibt. Sinnreich ist das meiner Meinung nach. Mit dem Archiv lassen sich – wie wohl zu erwarten ist – Nachrichten archivieren, wobei Thunderbird eine Ordner-Hierarchie nach Jahre anlegt.

Posteingang - Mozilla Thunderbird 3.0 Beta 4

Verschiedene Bedienungselemente wie Weiterleiten oder Archivieren stehen viel “näher” per Button zur Verfügung. Insgesamt lässt sich das Mailprogramm einfacher und schneller bedienen, wenn man die Maus nutzt. Aber auch per Tatstatur-Kürzel kann man die Applikation natürlich nutzen. Die Indexierung habe ich noch nicht angeschaut, ebenso die genauen Funktionen der Archivierung nicht. Standardmässig wird der Posteingang ausserhalb des jeweiligen Kontos an einem zentralen Ort angezeigt, ebenso der Mülleimer.

Eigenschaften

Auch die Eigenschaften der einzelnen IMAP-Ordner präsentieren sich neu. Gefällt mir ganz gut, auch wenn mein Server nicht alle Features unterstützt. Man könnte so auch Ordner teilen. Nach wie vor wird aber der Fehler nicht abgefangen, wenn die Applikation zwei mal geöffnet wird. Sie blockiert zuerst und verabschiedet sich dann. Mir passiert es halt ab und zu, dass ich Thunderbird zwei mal öffne, weil ich zu flüchtig darauf achte, ob ich die Applikation bereits gestartet habe. Das ist mein Fehler, aber es ist trotzdem lästig. Beispielsweise Audacity fängt diesen Fehler sauber ab.

Thundervbird 3 in der vierten Beta-Version präsentierte sich mir in einer stabilen Weise. Diverse neue Funktionen sind hinzugekommen. Der erste Freigabe-Kandidat ist auf November 2009 geplant.

Thunderbirds Sicherheitslücke bereits geschlossen

Freitag, 21. August 2009

Die Sicherheitslücke, welche beim Mailclienten Thunderbird bestehen haben soll, wurde seitens Ubuntu bereits geschlossen, beziehungsweise in die Quellen eingepflegt. Das entsprechende Update wurde soeben ausgeliefert.

Sicherheitslücke Thunderbird

Gemäss ZDNet habe bis zum Stopfen der Lücke folgende Problem bestanden:

Angreifer könnten durch falsche Zertifikate ein Update vortäuschen oder verschlüsselte Informationen wie Zugangsdaten oder Passwörter auslesen. In Firefox 3 und 3.5 wurde die Schachstelle bereits geschlossen.

Das ist einer der Punkte, der mich immer wieder dazu verleitet, positiv über Ubuntu – und in diesem Fall natürlich auch über Mozilla – zu denken. Nicht alle Patches folgen derart schnell, aber in der Regel sind nach meinem Dafürhalten die “wichtigen Löcher” rasch gestopft.

Claws Mail aus dem Launchpad nutzen

Montag, 11. Mai 2009

Nebst dem Webclient Horde oder RoundCube, die ich vor allem von unterwegs aus nutze, setze ich nach wie vor noch auf einen lokal installierten Clienten. Die Vorzüge bilden meiner Meinung nach noch immer einen guten Grund, ein solches Programm wie Thunderbird, Sylpheed, oder Evolution einzusetzen. Einige Zeit verwendete ich Sylpheed und wechselte dann zum Thunderbird. Nun will ich den Clienten Claws Mail etwas genauer ansehen und habe ihn deshalb installiert.

claws mailDirekt aus den offiziellen Quellen bekommt man Claws Mail mit dem üblichen Befehl sudo apt-get install claws-mail, die Lokalisierung dazu (claws-mail-i18n) sollte automatisch mitkommen. Allerdings ist die Version nicht aktuell und Teile der Plugins (Installation über sudo apt-get install claws-mail-extra-plugins) können nicht benutzt werden, da die Version offenbar nicht mit derjenigen von Claws Mail übereinstimmt. Das ist ärgerlich, neu kompilieren ist eher schwierig, da die Plugins auf der Website von Claws Mail jeweils in der neuesten Version angeboten werden, welche für Claws Mail selbst wiederum nicht in den Quellen vorhanden ist.

Erweiterungen Claws Mail

Deswegen plädiere ich für eine “Quasi-Fremdquelle”, in der alle aktuellen Pakete in der Weise vorhanden sind, dass sie sauber zusammenspielen: Launchpad. Dazu muss zunächst die sources.list erweitert werden. Mit dem Gnome Editor (oder ein Werkzeug der Wahl) wird die Datei mit Root-Rechten geöffnet:

sudo gedit /etc/apt/sources.list

Am Ende der Datei sollten nun diese drei Zeilen eingefügt werden, dieses Beispiel basiert auf Jaunty Jackalope (Ubuntu 9.04):

# Fremdquellen für Claws Mail
deb http://ppa.launchpad.net/claws-mail/ppa/ubuntu jaunty main
deb-src http://ppa.launchpad.net/claws-mail/ppa/ubuntu jaunty main

Danach die Datei speichern und den Editor schliessen. Jetzt muss die Signatur dazu zum Paketmanager hinzugefügt werden. Einfach geht das, wenn die entsprechende Signatur, in diesem Fall diese hier, kopiert und in einer Datei abgespeichert wird, um sie hernach im Paketmanager zu integrieren. Dazu öffnet man die Synaptic-Paketverwaltung (unter System / Systemverwaltung im deutschen Gnome) und fügt dann unter den Einstellungen / Paketquellen
die Signatur in der Reiterkarte Authentifizierung mit dem Button Schlüssel importieren hinzu.

Signatur hinzufügen

Jetzt braucht man bloss noch apt zu aktualisieren, das geht am einfachsten mit der Paketverwaltung oder per Terminal mit sudo apt-get update. Ob Claws Mail bereits von einer andern Quelle installiert wurde oder nicht, spielt keine Rolle. Ab jetzt wird Launchpad die neuste Version ausliefern. Das ist eines der schönen Dinge am Linux und bei debianbasierenden Systemen an apt: Die Paketverwaltung ist einfach, schnell und stabil, einfach Klasse!

Um nun Claws Mail zu installieren oder zu aktualisieren, einfach denselben Befehl in der Konsole absetzen und das war es dann schon:

sudo apt-get install claws-mail

Damit funktionieren (fast) alle Plugins und man kann nun den Mailclienten richtig fett testen. Ich musste zunächst den Bogofilter trainieren, das kann durchaus eine Weile dauern, aber mit der Zeit wirkt der recht zuverlässig. Besonders gefällt mir die Darstellung in der Baumansicht. Damit wird visualisiert, wie das mitunter recht lang ausartende Frage- und Antwort-Spiel per Mail ausschauen kann.

Baumansicht einer Mail-Diskussion

Weiter unterstützt Claws Mail in der aktuellen Version (3.7.1) die neue Benachrichtigungs-Technik von Ubuntu und neuankommende Mails generieren so eine “desktop-integrierte” Nachricht. Für mich ein weiterer wichtiger Punkt ist die Unterstützung gnupg, was bei Claws Mail der Fall ist. Ausserdem stehen wie gesagt viele Plugins, Themes und Skripte zur Verfügung. Claws Mail ist sehr fein konfigurierbar, meiner Ansicht nach viel detaillierter als bei vergleichbaren Clients. Ich halte Claws Mail für ein erwachsenes und gut brauchbares Mailprogramm.

Spicebird: Alternative zu Thunderbird oder Konkurrent zu Outlook

Freitag, 02. Mai 2008

Am Barcamp zu Offenburg bekamen alle Teilnehmer je zwei Hefte, an deren Herstellung das Haus Burda beteiligt sein dürfte, geschenkt. Nicht ganz uneigennützig, aber mit einem Mehrwert für die Beschenkten. Denn es handelt sich um das relativ neue OpenSource und Web Magazin t3n. Darin fand ich einen Hinweis zum Spacebird Spicebird, die Software, die durchaus Chancen hat, dereinst als Alternative zu Microsoft Outlook zu gelten. Und so habe ich mir das Teil unter Debian Etch stable etwas genauer angesehen.

Den Clienten gibt es bisher für Windows und Linux. Die aktuelle Version ist mit der Bezeichnung 0.4 versioniert. Nach dem Download wird das File in ein Verzeichnis freier Wahl entpackt; von dort aus ist die Applikation leicht zu starten, in dem die Datei spacebird ausgeführt wird.

spicebird

Sogleich erscheint ein Wizard, der beim Einrichten des ersten Mailkontos behilflich ist. Neu ist unter Linux, dass ein GMail Konto ebenfalls per Wizard eingerichtet werden kann; das sah ich bisher erst bei Mail aus dem Hause Apple. Spacebird Spicebird basiert auf Thunderbird und so erstaunt es nicht weiter, dass mir die Gestaltung des Wizards bekannt vorkommt. Zur Zeit gibt es die Anwendung in englischer Sprache.

spicebird

Das Dashboard lässt sich individuell einrichten. Es können weitere Kalender hinzugefügt werden, andere Weltzeituhren oder andere Bereich aus der Organisation. Auch ein IM kann direkt angebunden werden. Bei mir funktionierte allerdings die Anbindung an Jabber nicht.

spicebird

Das Teil gliedert sich in vier Bereiche: Mail, Termine, Kontakte und Aufgaben. Also die Elemente, welche auch unter Outlook angeboten werden. Allerdings fand ich noch keine Anwendung für die Notizen, allenfalls werden die später noch eingebaut. Zur Zeit gibt es noch keine Addons, mindestens gibt die entsprechende Website eine Fehlermeldung zurück. Die Anwendung ist ja noch immer Beta und mit der Version 0.4 noch nicht wirklich fertig. Man darf also noch hoffnungsvoll erwarten, dass die einzelnen Bereiche noch verfeinert, ausgebaut und verbessert werden.

Der Bereich Mail präsentiert sich nach gewohnter Thunderbird Manier. Kennt man Thunderbird oder IceDove dürfte die Bedienung keine Herausforderung darstellen. Auch das Adressbuch liefert dieselben Möglichkeiten. Ab IceDove habe ich die Adressbücher als ldif-Dateien exportiert und problemlos bei Spacebird Spicebird wieder importiert.

spicebird

Die Anbindung an einen IM-Anbieter dürfte noch etwas in den Kinderschuhen stecken. Jabber brachte ich auf jeden Fall nicht zum Laufen; andere IMs habe ich nicht getestet. Ist auch nicht unbedingt mein Fall, die Dinger stören mehr als dass sie nützen. Bloss will es niemand zugeben ;-)

spicebird

Für ganz interessant halte ich die Kalenderfunktionen. Denn unter Thunderbird oder IceDove muss man sich der Lösung Sunbird oder Lightning annehmen, um zu einem Kalender zu kommen. Beim Spacebird Spicebird ist der Kalender schon integriert. Damit lassen sich auch Google Kalender und andere externen Terminkalender einbinden. Das Teil wurde im Gegensatz zu Sunbird weiter ausgebaut und verfügt über die Intelligenz, um Termine mit andern Kalendern zu vereinbaren. Man kann aber auch die Funktionen eines Groupware-Servers nutzen. Die entsprechenden Addons fehlen aber noch.

spicebird

Sind diese Erweiterungen vorhanden – etwa wie bei Evolution für den Microsoft Exchange-Server – dann sehe ich durchaus eine gute Chance für Spacebird Spicebird, um den Clienten als Alternative oder gar Konkurrenz zu Outlook einzusetzen.

IceDOveEs wird wohl noch eine Menge Wasser den Rhein herunter fliessen, bis alle kleinen Fehler aus dem Paket ausgemerzt sind. Wir sind ja auch erst bei der Version 0.4 angekommen. Und so werde ich das Teil weiter beobachten und allenfalls berichten, wenn sich etwas Wichtiges zugetragen hat. Bis dahin arbeite ich aber auf der produktiven Seite weiter mit der Eis-Taube. Die ist mir nämlich mittlerweile recht fest an das Herz gewachsen.

Gemogelter Sunbird (Lightning) zu Thunderbird (IceDove) unter Debian

Freitag, 11. April 2008

Unter Debian nutzen wir ja statt Thunderbird das leicht abgewandelte Programm mit dem Namen IceDove. Als Nutzer der stabilen Version von Debian (Etch 4.03) steht aktuell die Version 1.5.014 von IceDove aus den Paketquellen zur Verfügung. Eigentlich mag ich die konservative Haltung, welche in der stabilen Version von Debian gelebt wird. Damit erhalte ich eine Distribution, die stark und unbeirrt wie ein eingespielter Dieseltraktor alle Arbeiten flink, sauber und präzise erledigt. Selbst auf älterer Hardware geht das noch recht flott.

VersionDoch ab und zu kommt mir dieser Vorteil etwas in die Quere. Gerade eben wollte ich IceDove mit dem aktuellen Sunbird, beziehungsweise Lightning-Kalender (Version 0.8) ergänzen, damit das Programm durch eine Agenda und einer Aufgabenverwaltung und -planung zu einer Pseudo-Groupware-Lösung heranwachsen darf. Allerdings ist die Version 0.8 erst mit der Eistaube 2.0 kompatibel. Ich hätte nun entweder die neue Version von IceDove nachinstallieren können oder eine ältere Version des Kalenders nutzen. Ich will aber beides nicht, eher verzichte ich in meiner schieren Dickköpfigkeit auf eine solche Lösung.

Stattdessen habe ich gemogelt. Die heruntergeladene Erweiterung namens lightning-0.8-tb-linux.xpi habe ich mit dem Archivmanager geöffnet und die Datei install.rdf mit einem Texteditor bearbeitet. Die Zeile

<em:minVersion>2.0</em:minVersion>

habe ich wie folgt abegändert:

<em:minVersion>1.5</em:minVersion>

Anschliessend muss die Datei gespeichert und in das Archiv zurückverschoben werden.

Achtung: Je nach dem, was die Erweiterung bei der Installation tut, könnte das ganz schön in die Hosen gehen. Ich habe es aber nach einer Sicherung meiner Daten trotzdem versucht.

Danach wird die Erweiterung wie gewohnt installiert; es erscheint kein Hinweis mehr, dass die Version nicht kompatibel sei. Nach einem Neustart von IceDove läuft der Kalender ganz flott; soweit ich das beurteilen kann, funktionieren alle Features.

Kalender

Einzig ist es etwas unschön, dass IceDove nun bei der Anzeige der E-Mails den linken Bereich leer lässt, statt dorthin vorzurücken, um den Platz sinnreich zu nutzen oder wie beim Start die Kalender- und Aufgabenübersicht anzuzeigen. Das wird wohl einer jener Kompromisse sein, die man einzugehen hat, wenn man Versionsabhängigkeiten missachtet.

Kalender

Falls man die Installation wieder rückgängig machen möchte, reicht es, wie gewohnt das Plugin zu entfernen, IceDove neu zu starten und alles ist wieder beim Alten.