Mit ‘Twitter’ getaggte Artikel

identi.ca gefangen im Prism

Mittwoch, 03. Februar 2010

Über Prism habe ich ja schon einmal im Zusammenhang mit Zertifikaten geschrieben. Prism ist eine Art Minibrowser aus dem Hause Mozilla, der sich als Applikation verkleidet mit genau einer URL und damit mit einer Aufgabe so starten lässt, dass die angepeilte Seite im Normalfall nicht mehr verlassen werden kann – ausser durch interne Links, welche auf der Zielseite vorkommen. Wikipedia schreibt dazu:

Prism ermöglicht es, die jeweiligen Webanwendungen direkt vom Desktop aus in eigenen vom Webbrowser getrennten Prozessen zu starten und unabhängig von diesem zu konfigurieren. Dabei wird ein abgespeckter Firefox gestartet, jedoch ohne die browsertypischen Bedienelemente und ohne das Menü.

Um identi.ca einigermassen sinnreich einsetzen zu können, braucht es einen Klienten dazu. Unter Ubuntu kenne ich gwibber, Jabber-Klienten, Adobe Air basierende Programme, choqok für KDE und Gnome Do, um die grafischen Möglichkeiten zu nennen. Es gibt vielleicht noch weitere; wenn ja, bitte her damit. Die oben genannten Programme passen mir aber nicht wirklich.

Eine Alternative wäre da eben Prism, um damit entweder die normale Startseite von identi.ca zu öffnen, oder die speziell angepasste, etwas kleinere Seite, die unter http://identi.ca/Benutzername/all?realtime=1 zu finden ist.

Allerdings scheint die “Kurzform-Seite” nicht richtig zu laufen, sie lädt nicht automatisch neu und verirrt sich ab und zu nach dem Posten eines Dents. Die normale Startseite erachte ich als besser, zumal es dort die Möglichkeit gibt, den automatischen Reload ein- oder auszuschalten. Offenbar wird dieser Button aber im Prism-Browser nicht immer angezeigt.

So lässt sich der “Identi.ca-Klient” beispielsweise auf einem zweiten, virtuellen Desktop platzieren, wo er wenig stört. Dafür steht die systemintegrierte Benachrichtigung, die zum Beispiel bei gwibber genutzt wird, nicht zur Verfügung. Das kann aber auch ein Vorteil sein, denn jene Meldungen zerren zeitweise an den Nerven.

Aber schlussendlich bleibt auch ein Prism nichts weiter als ein Browser, wenn auch ein kastrierter. Wie so Vieles ist es schlussendlich Geschmackssache, was einem gefällt oder eben missfällt. Twitroid zum Beispiel halte ich für einen ganz tollen und ausgereiften Klienten für identi.ca. Den gibt es halt leider nur für Android. Immerhin steht mit Prism eine weitere Alternative für den Desktop zur Verfügung.

Jan Tissler bei DeimHart

Freitag, 18. Dezember 2009

DeimHartBeim wohl abschliessenden Podcast in Form eines ShortCasts in diesem Jahr durften Dirk und ich auf DeimHart den legendären Jan Tissler per Telefon befragen und mit ihm über die Welt der Online-Community sprechen. Es hat riesig Spass gemacht, mit einem Menschen zu diskutieren, der viel von seiner Arbeit versteht und dennoch niemals abgehoben wirkt. Jan ist vor allem bei T3N aktiv, wirkt aber auch bei dem Upload-Magazin und auf Twitter.

Jan sprach auch über unsere Zunft, über Barcamps und die technische Entwicklung im Allgemeinen. Wir lernen dadurch immer mehr dazu; so macht die Arbeit mit DeimHart Spass und ist immerzu spannend. Der aktuelle ShortCast – der Name passt hier eigentlich nicht, denn das Gespräch dauert immerhin 30 Minuten – steht hier für den Download bereit.

Bei dieser Gelegenheit haben wir den neuen Telefon-Konferenz-Dienst talkyoo.net, welcher eine MP3-Datei ausspuckt, ausprobiert. Da wir das Ergebnis im Voraus nicht abschätzen konnten, haben wir alle drei mit unseren Aufnahme-Geräten gearbeitet und unsere eigene Stimme aufgezeichnet. Diese haben wir dann zum Schluss zusammengefügt. Zum Glück, denn die mp3-Datei taugt zu wenig für einen Podcast.

Sorry Jan, ich habe leider kein sz auf meiner Tastatur, deswegen heisst Du hier und auf DeimHart Jan Tissler ;-)

Warum ich identi.ca statt Twitter nutze

Donnerstag, 19. November 2009

identi.caSeit einigen Monaten nutze ich identi.ca, ein Dienst, der ähnlich wie Twitter funktioniert, im Moment aber noch bessere Features anbietet. Damit lassen sich Kurznachrichten absetzen, welche von den Nutzern gelesen werden, die mich quasi abonniert haben und umgekehrt. identi.ca basiert auf Laconica, welches frei ist und unter der GNU Affero General Public License steht. Mir gefällt identi.ca, weil sich darin viel weniger Menschen als bei Twitter aufhalten, es ist ruhiger, angenehmer. Natürlich spielt es eine Rolle, welchen und wievielen Nutzern ich folge. Ausserdem finde ich dort viele Linux- und Ubuntu-Leute.

Twitter funktioniert in etwa gleich, nutzt aber keine freie Software und – was für meine Verhältnisse dem Dienst das Genick bricht – auch die Nachrichten, welche die Benutzer absetzen, sind es nicht, ganz abgesehen von den Nutzerdaten. In den Terms of Service ist zu lesen:

You retain your rights to any Content you submit, post or display on or through the Services. By submitting, posting or displaying Content on or through the Services, you grant us a worldwide, non-exclusive, royalty-free license (with the right to sublicense) to use, copy, reproduce, process, adapt, modify, publish, transmit, display and distribute such Content in any and all media or distribution methods (now known or later developed).

In jenem Text gibt es noch weitere, ähnliche Stellen. Offensichtlich kennen viele Benutzer diese Passagen nicht oder sie sind ihnen nicht so wichtig, vielleicht auch egal. Und wahrscheinlich lesen viele Twitterer diese Bestimmungen gar nicht (richtig durch). Ich denke, dass man öfters darauf hinweisen und allenfalls Alternativen nennen sollte.

twittertod

Ein toter Twitter-Vogel – vielleicht brach er sein Genick. Dieses Bild habe ich beim guten, alten Leumund geklaut.

identi.ca nutze ich meist per gwibber, einem sehr guten Client unter Gnome. Alternativ bietet sich die Website an, aber dort begegne ich mit dem Firefox immer wieder dem Problem, dass ich keine Dents abschicken kann. Mit Opera oder SeaMonkey geht das besser. Ganz gerne nutze ich Jabber, das ist nicht ganz so komfortabel wie mit gwibber, aber es geht schnell und einfach. Dazu setze ich Empathy ein. Um die Dents per Jabber zu erhalten und welche zu versenden, braucht man bloss in den Profileinstellungen von identi.ca eine Jabber-Adresse zu hinterlassen und unter Verbinden die entsprechenden Optionen zu aktivieren.

Einstellungen

Je länger je mehr achte ich darauf, dass sich Wissen ausdehnen kann, auch solches, das in Software verpackt ist. Und das geht nur dann in einer legalen Weise, wenn die Software entsprechend lizenziert ist. Meiner Meinung nach gibt es genug habgierige Konzerne, die bloss deswegen Abhängigkeiten und Monopole schaffen, damit sie ihren gierigen Rachen befriedigen können. Ich staune immer wieder, wie klein wir Menschen doch geblieben sind und noch immer sehr viel dafür tun, so uns die vermeintliche Angst des Verlustes nicht in ihre dunkle und feuchte Gruft reisst. Das, was wir als Sicherheit erkennen, ist nichts weiter als Raffgier und Dummheit. Derweil ist die Offenheit und damit offene Standards in der Software-Industrie eine sehr spannende Welt. Aber man muss die Sicherheit, die letztlich nicht in Abhängigkeiten und Monopolen zu finden ist, loslassen.

Insofern erachte ich identi.ca für die bessere Lösung und nutze sie auch deswegen. Allerdings bin ich nicht ganz konsequent: Ich lasse die Dents von Identi.ca als Tweets zu Twitter weiterleiten. Damit habe ich eine freie Kopie meiner Nachrichten und eine gefangene Version. Ich will damit nicht sagen, dass Twitter böse und identi.ca gut wäre, aber es sind diese kleinen Details in den Lizenzen und Nutzungsbestimmungen, die mich zu identi.ca gebracht haben.

Auf identi.ca bin ich hier zu finden: https://identi.ca/thurgau/all

Zur dunklen Seite des Internets: Die Ich-Sender

Dienstag, 10. November 2009

Über das Blog von Jenny namens aptgetupdate bin ich auf das Buch Die Ich-Sender gestossen. Darin wird das Social Media-Prinzip beschrieben, zugeschnitten auf das Marketing im Web 2.0. Das Buch habe ich nicht etwas beschafft, weil ich damit in diesem Bereich etwas lernen möchte – das will ich durchaus, aber bitte lieber direkt und am eigenen Leib -, vielmehr wollte ich wissen, welch ein selbsternannter Twitter- und Facebook-Papst sich daran versucht, “unsere Community” schäbigen Marketing-Brüdern zu verganten. Aber die Rechnung ging nicht auf; das Buch ist deutlich besser als ich befürchtet habe.

Die Ich-Sender

Verfasst hat das Buch Wolfang Hühnekens, erfahrener Kommunikator und Moderator. Mit einem lockeren, humorvollen und spritzigen Deutsch, das ab und an etwas arrogant daherkommt, gelingt es Herrn Hühnekens, fast ein Dialog mit dem Leser aufzubauen.

Ein Wort zur Arroganz, bevor ich hier gelyncht werde: Als Eidgenosse darf ich festhalten, dass wir die Deutschen im ersten Moment als arrogant wahrnehmen, bis wir die Menschen besser kennen und jedes mal neu lernen dürfen, dass sie in Wirklichkeit sympathisch und nett sind. Sogar der einstige Kassenwart des grossen Kantons, Peer Steinbrück, soll tatsächlich Spuren von Facetten einer Sympathie aufweisen. Ich bewege mich viel und oft in unserer Community rund um Linux und OpenSource-Projekte in Deutschland und erlebe die deutschen Kollegen oft als hilfsbereiter und herzlicher als meine Landsleute. Umgekehrt haben mir auch schon deutsche Freunde erzählt, sie würden Schweizer im ersten Moment ebenso als arrogant wahrnehmen. Also sind wir quitt.

Zurück zum Buch und dem Schreibstil: Beispielsweise fordert mich der Autor als Leser auf, einen Ort im Internet aufsuchen, während der Zeit würde er auf mich warten. Witzig und auflockernd finde ich solche Passagen, obschon ich weiss, dass Herr Hühnekens nicht auf mich wartet und ich dies auf gar nicht wollen würde. Es gelingt ihm meines Erachtens ganz gut, die sozialen Gemeinschaften im Internet so zu erklären, dass ihm auch Outsider folgen können.

Marketing-Strategen, welche “unsere sozialen Netzwerke” für ihre Anliegen missbrauchen wollen, nerven mindestens während der Zeit, in der sie den Versuch durchhalten. Sie scheitern meist kläglich, weil sich niemand in unseren vier virtuellen Wänden etwas aufschwatzen lassen will. Stählerne Verkäufer haben keine Chance. Wer bei Twitter und Konsorten mitreden will, muss wissen, wie man das am besten anstellt und mit welchen Inhalten. Und genau hier setzt das Buch an. Zunächst zuhören und zuschauen, die neuen Formen der Kommunikation kennenlernen und sich dann ganz sachte in die Diskussionen einfügen, dabei niemals verkaufen wollen, sondern Mehrwert liefern; das ist der Rat des Autors.

Twitter-LogoIch selbst nutze Twitter nicht mehr aktiv, weil mir die Lizenzbestimmungen nicht gefallen. Stattdessen setze ich einen Account bei identi.ca ein, den ich mit gwibber bewirtschafte. Allerdings betreibe ich kein professionelles Marketing, sondern lebe mich selbst als Privatmann in den Schluchten des Internets. Gegenüber all den sozialen Netzwerken, die für kurze und damit oft flachgründigen Inhalte geeignet sind, stehe ich mit einer gehörigen Portion Skepsis gegenüber. Wir alle wissen, dass Tweets und Dents sinnfrei sein können und wir alle erfahren täglich, dass es inmitten dieser schier endlosen Masse von Social-Spam doch noch ein paar Perlen gibt. Seit ich identi.ca nutze, folge ich nur noch Freunden aus der Linux-Welt und den artverwandten Bereichen. Damit nahm bei mir der Anteil der irrelevanten Nachrichten massiv ab.

Am Buch gefallen mir zwei Bereiche besonders gut. Zum Einen weist der Autor mehrfach darauf hin, dass es einen Plan braucht, um sich erfolgreich bei den sozialen Netzwerken eingliedern zu können. Und zwar einen Plan, der auf einer Strategie fusst und einer, der die Zeit regelt, die man in den neuen Diensten einsetzen will. Es wird also nicht unter den Tisch gekehrt, dass sich Twitter und Konsorten zu einem Zeitfresser entwickeln können, der ausserdem nicht zwingend zum Erfolg führt. Andererseits erklärt Herr Hühnekens sehr genau, dass Sozialnetzwerker leidensfähig sein müssen:

Sind Sie leidensfähig? Nein? Dann sind soziale Netzwerke wie Twitter nichts für Sie. Legen Sie das Buch weg, gönnen Sie sich ein Glas guten Weins und gehen Sie früh zu Bett.

Anschliessend zeigt der Autor auf, wie schlechte Nachrichten über die eigene Person oder die eigene Marke, Firma oder den Verein gezielt entschärft und so gerichtet werden können, dass ein gutes Bild entstehen kann. Auch das Bloggen kommt zu Wort und zwar gleich aus zwei Positionen aus betrachtet. Einerseits als Inhaber einer Firma oder Verantwortlicher eines Brands, der mittels einem Blog in die Netzwerke einsteigen will und andererseits die Rollen, welche externe Blogger beim eigenen Marketing spielen können.

Das Buch habe ich an einem Abend gelesen und hatte hernach das Gefühl, dass Einsteiger, die ihrer Marke mittels den sozialen Netzwerken zu mehr Sichtbarkeit verhelfen möchten, eine taugliche Einführung und gute Tipps bekommen hätten. Aber etwas fehlt, das Bild ist nicht komplett. Es wirkt fast ein bisschen steril, zwar lebhaft erzählt und die Begeisterung ist zu spüren. Aber da ist etwas, das nicht zum Ausdruck kommt.

communityViele Community-Mitglieder, die sich ebenfalls auf Facebook, Twitter, identi.ca, Xing und so weiter bewegen, wirken auf den sozialen Netzwerken während ihrer Freizeit und setzen sehr viel Energie frei, um ihre Projekte mit Hilfe von freiwilligen Mitstreitern voranzubringen. Dabei entsteht einerseits eine Verbindung zum Projekt, die mit viel Engagement und teilweise sogar mit Passion gelebt wird und andererseits wächst eine Verbindung unter den Mitgliedern der Communities heran, die oft in echten Freundschaften mündet. Möglich ist, dass diese Form der Gemeinschaften im Linux-Umfeld besonders ausgeprägt gelebt wird, insbesondere in den Gemeinschaften rund um Ubuntu und dort wohl speziell im deutschsprachigen Raum. Es ist jener Geist der Gemeinschaften, der in diesem Buch nicht erkennbar ist.

Die Begeisterung des Autors fokussiert auf das Marketing und die Technik, nicht aber auf den eigentlichen Inhalt, die Essenz jener sozialen Netzwerke. Das ist es, was mir in diesem Buch fehlt. Also komme ich zurück zum Anfang dieses Artikels und stelle fest, dass Herr Hühnekens sicherlich kein selbsternannter Papst in Sachen “soziale Netzwerke” ist, denn er hat erwiesenermassen etwas auf dem Kasten, aber das Wesentliche entweder nicht notiert oder nicht verstanden hat. In diesem Sinne kann das Buch auch als Melkanleitung oder Trittbrettfahrer-Stunde für die sozialen Netzwerke verstanden werden.

Die Ich-Sender ist im Jahre 2009 im Verlag Business-Village GmbH erschienen, weist 156 Seiten aus und trägt die ISBN-Nummer 978-3-86980-005-9. Es besteht eine eigene Website zum Buch, es kostet im Handel ca. 27 Franken (~18 Euro).

Adobe Air und Twhirl unter Debian

Montag, 10. August 2009

Den Twitter- und identi.ca-Clienten gwibber habe ich ja unter Debian zum Laufen gebracht. Das Teil ist auch nicht schlecht, aber es fehlen mir einige Sachen, wie das Vergrössern des Eingabefeldes oder das Taggen von Beiträgen. Und so suchte ich noch etwas weiter, fand aber nichts Brauchbares.

So habe ich mich einmal wieder mit Adobe Air beschäftigt. Die Engine gibt es ja seit geraumer Zeit auch für Linux. Dazu lädt man sich die Datei AdobeAIRInstaller.bin herunter, macht sie ausführbar und ruft sie hernach mit Root-Rechten zum Installieren auf:

[Pfad zur Datei]./AdobeAIRInstaller.bin

Die Installation läuft grafisch ab und ist einfach. Danach kann man sich die verschiedenen Applikationen dazu nachladen und nutzen.

Adobe AIR einrichten

Mich interessiert vor allem die Adobe Air Applikation Twhirl, denn die unterstützt auch den Dienst identi.ca, was beispielsweise TweetDeck nicht tut. Aktuell gibt es die Version 0.9.2 zum Download.

Die heruntergeladene Datei twhirl-0.9.2.air lässt sich dann simpel mit einem Doppelklick installieren.

Anwendung installieren

Danach muss man sich bloss noch die Accounts einrichten und kann loslegen. Twhirl bietet einiges mehr als gwibber und bindet sich soweit auch ganz gut in den Desktop ein. Ab und an hustet der Client ein bisschen, das hat aber wohl eher mit den Problemen im Zusammenhang mit der Verwaltung des flüchtigen Speichers von Adobe Air als mit Twhirl selbst zu tun.

Twhirl

Ausserdem muss man sich im Klaren sein, dass Adobe Air und die Applikationen mitunter eine Gefahr für das System darstellen können. Was da genau abgeht, entzieht sich der Kontrolle des “normalen” Benutzers. Auch die Speicherprobleme können lästig sein. Wer sich diesen Einschränkungen und Risiken bewusst ist, findet mit Twhirl einen guten Clienten für Twitter und Konsorten.

identi.ca unter Debian Lenny

Samstag, 04. Juli 2009

Man darf durchaus geteilter Meinung über den Nutzen oder Unsinn von Twitter und Konsorten sein; ich selbst bin diesbezüglich auch sehr zwiegespalten. Microblogging oder wie man die Systeme auch nennen will, bieten aber doch einige Vorteile, wenn es um Kurznachrichten innerhalb eines bestimmten Themas geht. Social-Spam ist nicht mein Ding, das brauche ich nicht. Twitter ist mir zu arrogant in Sachen Nutzerrechte oder eben Nichtrechten und deswegen nutze ich lieber die “freie Variante” daraus, nämlich identi.ca. Und dort auch nur in einem sehr eng gesteckten Kreis von Menschen.

Logo Identi.caFür Debian in der stabilen Version ist es allerdings recht schwierig, einen Clienten “ab der Stange” zu finden, den man einfach per apt installieren kann. Gefunden habe ich keinen, ausser Adobe Air basierende, die will ich aber nicht nutzen. Eine Möglichkeit habe ich im einem Forum gefunden, in dem der Benutzer namens timttme das kurze Perl-Skript identibash zur Verfügung stellt. Damit lassen sich die Kurznachrichten via identi.ca in der Konsole lesen und auch welche abschicken. Ich musste bloss noch das Paket curl installieren:

apt-get install curl

Danach kann man das Skript von timttme ausführbar machen, den Username, das Kennwort und allenfalls die Anzahl Kurznachrichten, die geholt werden sollten, einstellen und es dann mit dem Schalter -r zum Lesen oder mit -p gefolgt vom Text in Hochkommas aufrufen, um einen Nachricht zu posten. Funktioniert ganz gut und für GUI-Allergiker ist das wohl eine gute Alternative. Auf die Dauer wäre es für mich aber zu unkomfortabel.

identica

Ich mag halt die Anwendung gwibber, aber die ist in den Quellen von Lenny nicht verfügbar. Bei Florijan habe ich dann eine Alternative zur Installation für gwibber gefunden, die ich anwenden und erfolgreich zu Ende bringen konnte. Die Ausführung der Anleitung nimmt etwa 10 Minuten in Anspruch und nachher läuft gwibber einwandfrei.

gwibber

Und damit bin ich schon wieder ein Stück zufriedener mit dem guten, alten, etwas streng konservativen Debian Lenny. Eine Dankeschön geht an Florijan! Bei identi.ca kann man mich unter dem Namen thurgau finden.

Gwibber und Twitter verstehen sich nun wieder

Sonntag, 03. Mai 2009

Wie ich vor ein paar Tagen hier beschrieben habe, wollte sich Gwibber und Twitter nicht verstehen. Offenbar bestand ein Problem mit der API von Twitter, beziehungsweise konnte die Schnittstelle von Gwibber nicht sehr viel mit Twitter anfangen. Offensichtlich ist das Problem nun behoben. Leider habe ich die Versionsnummer von damals nicht notiert, aktuell nutze ich die Version 0.8. Weiter kann ich beschämenderweise nicht einmal sagen, wann die neue Version eingespielt wurde, oder ob auf der Twitter-Seite etwas verändert wurde.

Gwibber Gwibber fügt sich meiner Meinung nach ganz gut in den Gnome-Desktop ein und verwendet zu meiner Freude – wie soll es denn auch anders sein? – die neue “Status-Meldung-Engiene” von Ubuntu. Sieht ganz toll aus. Ausserdem kann ich die Applikation verbergen, so dass sie nur im Systray zu sehen ist. Was mir auch noch sehr gut gefällt, ist die Rechtschreibprüfung im Editor, obschon bei Tweets dies vielleicht eine untergeordnete Rolle spielt. Gelungen ist auch die Suchfunktion, die über [Ctrl] und [F] aufgerufen wird. Wie hier bei den Kommentaren Mathias richtig bemerkt hat, gibt es dazu mittlerweile einen Artikel im Wiki von ubuntuusers.de.

Es gibt aber noch ein, zwei Features, welche mir bei Gwibber fehlen: Es ist leider (noch) nicht möglich, einen Tweet zu markieren, so dass er als Favorit wieder rasch auffindbar ist. Weiter habe ich keine Möglichkeit gefunden, Direct-Messages zu versenden. Empfangen funktioniert offenbar, beim Antworten meine ich aber, dass dann ein normaler Tweet im öffentlichen Bereich erzeugt wird. Den Editor hätte ich gerne etwas grösser, das lässt sich aber nicht einrichten. Bilder via twitpic und Konsorten werden im selben Fenster geöffnet, worauf Gwibber einfriert. Da hilf nur noch ein erzwungenes Beenden. Lange URLs werden mit dem Dienst is.gd gekürzt, leider werden aber auch Websiten im Gwibber geöffnet, ein Klick mit der mittleren Maustaste bringt nichts, ein Rechtsklick erzeugt ein Kontextmenü, hilft aber nicht viel, da der Befehl “Open Link in New Windows” keine Wirkung zeigt. Da bleibt bloss noch, den Link zu kopieren und im Browser zu öffnen.

Aber ansonsten ist das Teil schwer in Ordnung. Ich bin ja absolut kein Twitter-Fan, ich sehe dem Dienst eher skeptisch und vorsichtig entgegen. Die Technik dahinter mag faszinierend sein, das täuscht aber nicht darüber hinweg, dass Twitter oft eine Müllhalde von Social-Spam ist. Aber es kann durchaus Spass machen und das zählt ja schliesslich auch. Ausserdem fand ich doch schon einige Rosinen unter den vielen Beiträgen. Es wäre also nicht korrekt, wenn ich alle Meldungen in denselben Abfalleimer werfen würde. Nebenbei produziere ich auch ab und zu etwas Social-Spam ;-)

gwibber – OpenSource Microblogging Client

Montag, 20. April 2009

Über das Blog von Oli bin ich auf Gwibber gestossen, ein OpenSource Microblogging Client für Gnome, der verschieden Social Networks anzapfen kann. Der Client unterstützt die sozialen Netzwerke Twitter, Identi.ca, Facebook, Flickr, Ping.fm, Jaiku, Laconi.ca, Pidgin und Digg. Ausserdem können übliche RSS-Feeds gezogen werden. Bis zur Ubuntu-Version 8.10 konnte der Client über Launchpad bezogen werden, ab 9.04 ist gwibber in den offiziellen Quellen enthalten und kann daher wie folgt installiert werden:

sudo apt-get install gwibber

Leider funktioniert im Moment die Anbindung an Twitter nicht, da offensichtlich auf Seite Twitter etwas an der API geändert wurde. Mindestens sehe ich das so im Buglisting. Die Meldung ist erst ein paar Tage alt und so darf man wohl davon ausgehen, dass bald eine geflickte Version bereitsteht.

Fehler Twitter

Ansonsten scheint das Tool ganz gut zu sein. Es schmiegt sich gut an Gnome an und was ich besonders gut finde, ist die Möglichkeit, “normale” RSS-Feeds einzulesen. Damit lässt sich das Tool universeller nutzen.

gwibber

Gwibber ist die erste Applikation unter Gnome für das Microbloggen, welche mir gefällt. Alle andern – es gibt ja nicht so viele – scheitern irgendwie am Aussehen oder an den Funktionen. Deswegen nutze ich bislang die Adobe Air Applikation TweetDeck.

Adobe Air und Ubuntu

Samstag, 17. Mai 2008

Adobe Air ist ja eigentlich eine ganz tolle Erfindung. Im Grunde vereint es die Vorzüge, welche wir im Laufe der letzten Jahre im Bereich Web 2.0 kennengelernt haben (AJAX und dergleichen) mit den Vorteilen eines Desktop-Rechners, der lokal zur Verfügung steht. Damit eröffnet sich eine wohl völlig neue Welt jenseits der proprietären Betriebssysteme. Und ausserdem bietet es Adobe eine Möglichkeit, am Ball und damit am Leben zu bleiben, mitsamt der Produktvielfalt:

Die Adobe® AIR™-Laufzeitumgebung ermöglicht den Einsatz bewährter Web-Technologien für die Entwicklung plattformübergreifender Rich-Internet-Anwendungen für den Desktop.

Adobe AirUnd so steht Adobe Air auch für Mac und Windows zur Verfügung; Linux hängt da noch etwas hinterher, aber immerhin gibt es eine Alpha-Version, welche ich geprüft habe. Die Installation verlief bei mir einwandfrei und eine Applikation dazu konnte ich sogleich installieren und nutzen. Ausschlaggebend für den Test war für mich der miese Umstand, dass mich einerseits das Twitter-Fieber halbherzig gepackt hat und andererseits es unter Linux nun wirklich keine gescheiten Clients für Twitter gibt. Weder gTwitter noch Twitux bieten anständigen Komfort; beide Programme liefern die Teewts ohne klickbare Links und User. Und die Erweiterung für den Firefox namens TwitterFox will ich nicht nutzen. Stattdessen stehe ich auf Twhirl, das ich vom Mac her kenne. Allerdings läuft dies bloss unter Adobe Air.

Also habe ich die Alpha-Version heruntergeladen, die Datei ausführbar gemacht und dann per Konsole installiert:

sudo ./adobeair_linux_a1_033108.bin

Ich weiss gar nicht, was da noch Alpha sein soll, klappt ja alles bestens, wie unter Mac und Windows!

Adobe Air for Ubuntu

Sieht auch gleich aus wie unter Mac oder Windows und klappt ebenfalls bestens. Aber auch hier muss man natürlich einverstanden sein, um weitermachen zu können; trotz Alpha ;-)

Adobe Air for Ubuntu

Danach beginnt sie Installation, die dann keinen Eingriff mehr benötigt. Läuft alles bestens.

Adobe Air for Ubuntu

Und schliesslich die Bestätigung, dass es geklappt hat. Dann habe ich mir die aktuelle Version von thwirl geholt (zur Zeit 0.8.1), die man dann wie gewohnt mit einem Doppelklick installieren kann.

twhirl

Kann sein, dass Adobe Air die Installation (noch) nicht kennt, weil das ganze noch Alpha ist, oder ob twhirl wirklich bei Adobe nicht bekannt ist. Ich habe nicht mehr in Erinnerung, wie die Installation unter dem Mac oder Windows vor sich ging.

twhirl

Nach der erfolgreichen Installation, die ein paar Sekunden dauert, kann man bereits loslassen und twittern. Das ist nun auch die Anwendung, die ich kenne und die ich sehr mag. Weil sie eben etwas Komfort und einfache Bedienung vereint.

twhirlWer viel twittert oder oft in den Twitter schaut, um zu beobachten, wird sicherlich gerne einen Clienten nutzen, der das Twittern und Lesen unterstützt, statt behindert. Mindestens geht es mir so und twhirl bietet nun in Sachen Komfort einiges, was ich sehr schätze. Direktnachrichten können sofort geschickt werden, das Beantworten ist einfach, die Bedienung generell ist fast schon selbstsprechend und das GUI ist ebenfalls sehr schön gemacht.

Ausserdem hat das Teil ein paar schöne, dezente Klänge inkludiert, mit denen man sich berieseln lassen kann, wenn Nachrichten eintreffen. Mir gefällt twhirl am besten unter all den Twitter-Clienten, die ich kenne. Deswegen bin ich auch froh, dass Adobe Air mindestens mit der Twitter-Anwendung einwandfrei auf meinem Ubuntu-Systemli läuft. Wer meinen Getwittere folgen möchte; bitte ;-)