Mit ‘Ubuntu’ getaggte Artikel

Vom Wirt auf den lokalen Gast mit VirtualBox zugreifen

Donnerstag, 23. Juni 2011

Die VirtualBox nutze ich gelegentlich, um damit ein Windows hochzufahren. Wir setzen beim Arbeitgeber eine Firewall mit einer VPN-Lösung ein, welche nur für Mac und Windows Clients anbietet. Immerhin gibt es eine SSL-VPN-Alternative. Trotzdem verwende ich ab und zu den VPN-Klient unter Windows und damit auch die VirtualBox. Und wenn ich die schon im Einsatz habe, wollte ich auch noch testweise ein Ubuntu-Serverli in Betrieb nehmen. Das klappt ja ganz gut und läuft ganz flüssig. Ich nutze die LTS-Version 10.04 Lucid Lynx, welche bis im April 2015 gepflegt wird.

Von Haus kann das virtuelle Serverli dann über das Netzwerk auf den Wirt zugreifen, auch ohne VirtualBox-Erweiterung. Aber umgekehrt geht es nicht auf Anhieb. Es braucht eine Netzwerk-Brücke dazu, die sich unter der VirtualBox ab der Version 4 ganz einfach einrichten lässt.

Bei abgeschalteter Maschine unter Netzwerk einen zweiten Adapter aktivieren, dort Netzwerkbrücke auswählen und bei “Angeschlossen an” diejenige Schnittstelle auswählen, an der der Wirt hängt. In meinem Fall ist das wlan0. Unter Erweitert kann man optional die Mac-Adresse angeben oder einen andern Kartentreiber einsetzen. Das ist schon alles, was an der VirtualBox zu tun ist.

Danach soll der Server gestartet werden, damit die Einrichtung an der Konfigurationsdatei vorgenommen werden kann. Die liegt unter /etc/network/interfaces und kann mit nano oder vim bearbeitet werden:

sudo vim /etc/network/interfaces

In der Datei habe ich eine weitere Schnittstelle angelegt, wobei ich sie mit eth1 – also der nächsthöheren – benannt habe. Die Regel in der Datei /etc/udev/rules.d/70-persistent-net.rules legt meines Wissens fest, dass jeweils die nächsthöhere Ziffer benutzt wird. Der Abschnitt sieht dann so aus:

auto eth1
iface eth1 inet static
address 192.168.1.111
netmask 255.255.255.0

Ich habe der Schnittstelle eine statische Adresse ausserhalb des DHCP-Ranges verpasst, so dass sie sich nicht verändern soll. Wichtig ist, dass der eth1 kein Gateway zugewiesen wird. Jener soll ausschliesslich über die eth0 benutzt werden.

Jetzt muss nur noch das Netzwerk am Server neu gestartet werden:

sudo /etc/init.d/networking restart

Sofern das Paket openssh-server auf dem Serverli installiert ist, sollte nun vom Wirt auf den Gast zugegriffen werden können. Bei mir klappte das auf Anhieb:

ssh roman@192.168.1.111

Und so lässt es sich ganz leicht und schnell arbeiten. Die lokale Verbindung realisiert der Server über die eth1, die Verbindung nach draussen in das Internet erfolgt über die eth0. Das klappt ganz gut so.

Pofacs und Radio Stadtfilter

Donnerstag, 19. Mai 2011

Bereits vor einigen Wochen durften Dirk und ich zu Gast bei Marios Pofacs sein. Damals sprachen wir über Ubuntu und die Community dazu, aber auch Debian kam zur Sprache. Die Linkliste im Beitrag auf Pofacs ist entsprechend lang.

Wir haben die Sendung mit Skype aufgezeichnet; Dirk sogar über sein Android-Handy. Dabei entstand eine recht angenehme Qualität der Sprachausgabe. Die Ausgabe ist schon eine Weile online. Ich kam bisher nicht dazu, darüber zu schreiben. Es hat richtig Spass gemacht, die Sendung mit Mario und Dirk zu erzeugen. Danke den Jungs!

Am vergangen Dienstag konnte ich dann mit Axel zusammen bei Raoul über das Thema Sysadmin am Radio Stadtfilter sprechen. Auch in Winterthur hat es Spass gemacht, am Radio zu sein. Wir hatten zwar nur 25 Minuten, dafür gingen wir live über den Äther. Und schliesslich sprechen wir am Radio nicht nur, um unser Wissen und unsere Eindrücke zu teilen und sie auszudehnen, sondern auch um unser Ego zu pflegen. Anerkennung ist ein sehr treffender Lohn, den es in unserer Community immer noch recht üppig gibt – zum Glück.

RadioTux am LinuxTag zu Berlin

Donnerstag, 12. Mai 2011

Auch dieses Jahr habe ich es wieder einrichten können, dass ich während dem LinuxTag in Berlin vor Ort sein kann. Den grössten Teil der Zeit verbringe ich am Stand von RadioTux, werde aber auch ein paar Stunden am Stand von ubuntuusers.de sein.

Ich geniesse die Stimmung und vor allem das Wiedersehen alter Freunde und Haudegen aus unserer Zunft. Letzteres ist auch der eigentliche Grund, weshalb ich die weite Reise Richtung Nord-Nord-Ost unternommen habe. Zusammen mit Dirk setzte ich mich in ein Flugzeug und liess mich zur guten, alten deutschen Hauptstadt fliegen.

Das Programm von RadioTux kann in der Dichte nicht mit demjenigen vom vergangenen Jahr mithalten, dafür erhöht sich die Qualität des Besuchs an der Messe für uns vom Team. Wir haben etwas mehr Zeit, um mit den Leuten zu reden, in der Messe zu schlendern und das eine oder andere Interessante anzusehen. Wir befinden uns in der Halle 7.2a, am Stand 109, also an derselben Stelle wie im Jahr 2010. Am besten erreicht man die Redaktion vor Ort via IRC, live verfolgen kann man uns hier:

http://streams.xenim.de/radiotux/

Die wenigen Bilder, welche ich während dem Event schiesse, veröffentliche ich auf meiner bescheidenen Fotoseite. Es wird wohl noch das eine oder andere Bild mehr geben. Der LinuxTag in Berlin dauert noch bis am Samstag, den 14. Mai 2011.

Lenovo ideapad S12 und Natty Narwhal mit WLAN

Samstag, 07. Mai 2011

Inzwischen ist Ubuntu Natty Narwhal freigegeben worden und Unity hat sich trotz einiger Bedenken mindestens bis zu jetzigem Zeitpunkt durchsetzen können. Es gibt noch immer genügend Menschen, die gegenüber Unity sehr skeptisch eingestellt sind, was ich grundsätzlich befürworte. Zwar meine ich, dass sich Canonical etwas sehr spezielles für Ubuntu einfallen lassen sollte, wenn das Unternehmen während den nächsten drei Jahren in die Gewinnzone kommen möchte. Aber nicht um jeden Preis und schon gar nicht zu Lasten der Benutzer.

Wie dem auch sei; ich habe auf meinem Reiselaptop, dem Lenovo ideapad S12 ebenfalls Ubuntu 11.04 installiert. Dabei ging selbstverständlich irgend etwas in die Hosen. Das muss so sein. Erwartungsgemäss lief das WLAN nicht, obschon der proprietäre Treiber bereits nach der Installation ohne Rückfrage an den Benutzer installiert war. Auf dem Forum von ubuntuusers.de fand ich denn auch sofort die Lösung.

Mit folgendem Befehl in der Konsole und einem darauf folgenden Neustart des Systems funktionierte das WLAN wieder:

echo 'options acer_wmi wireless=1' | sudo tee /etc/modprobe.d/acer-wmi.conf

Ansonsten läuft das System mehr oder weniger stabil, nicht besonders schnell, aber doch brauchbar. Unity ist nicht unbedingt die erste Wahl meiner Arbeitsumgebung, aber ich will mir das Teil doch einmal gründlich ansehen.

Linux Mint LiveCD 64bit startet nicht

Samstag, 12. März 2011

Angeregt durch Dirks Versuche mit Linux Mint habe ich mir die ubuntuasierende Distribution wieder einmal angesehen. Mittlerweile basiert die stabile Version namens Julia auf Ubuntu 10.10, also der aktuellen Version von Ubuntu. Bei der LiveCD in der 64bit-Ausgabe gibt es jedoch einen Fehler beim Booten:

vesamenu.c32 : not a COM32R image

Den Fehler kann man einfach beheben, in dem die Leertaste gedrückt, anschliessend das Wort live getippt und dann Enter gedrückt wird. Damit startet die 64bit-Version von Linux Mint ab einem USB-Stick oder einer DVD/CD. Die Lösung habe ich im Linux-Mint-Forum gefunden.

Linux Mint macht wie immer einen guten Eindruck, läuft stabil und flink. Das tut Ubuntu 10.10 allerdings auch. Ich habe eine Alternative zu Ubuntu gesucht, weil ich vor ein paar Tagen auf die dritte Alpha-Version von Ubuntu 11.04 umgestiegen und dabei nicht zufrieden bin. Natürlich, es ist eine Alpha-Version und nicht für den produktiven Betrieb bestimmt. Allerdings läuft nicht einmal Nautilus fehlerfrei; zurzeit kann man den File-Manager nicht nutzen und das seit vier Tagen. Bislang gibt es von Seiten Canonical keine Lösung dazu.

Update vom 12. März 2011 um 15:30 Uhr

Mint ist aus dieser Sicht kein Ersatz oder eine “wirkliche” Alternative zur Alpha-Version von Ubuntu 11.04. Es ist vielmehr diejenige Distribution, auf die ich zuerst stiess und die ich dann auch genommen habe. Mint basiert auf 10.10, der stabilen Version von Ubuntu und besitzt daher auch keinen “Alpha-Charakter”. Ausserdem sollte man aufgrund einer Alpha-Version nur bedingt Rückschlüsse darauf ziehen, in welche Qualität die finale Version dereinst erscheinen wird. Zwar war es bisher bei Ubuntu schon oft so, dass “gute” Alpha-Version ausgereifte finale Versionen hervorbrachten. Trotzdem würde ich nicht darauf wetten, dass 11.04 gut oder schlecht wird. Ein Flickwerk dürfte es aber schon werden, wenn auch ein schön Zurechtgeschminktes.

Poulsbo-Driver für EEE PC 1101HA unter Maverick

Montag, 21. Februar 2011

Hier habe ich vor gut 14 Monaten meine Erfahrungen mit dem EEE PC 1101HA und dem poulsbo-Driver unter Ubuntu Karmic Koala beschrieben. Das gleiche Verfahren geht mehr oder weniger identisch unter Maverick Meerkat. Die Wikiseite von ubuntu.com stellt ausreichend Informationen darüber bereit.

Unmittelbar nach der Installation von Ubuntu Maverick kann folgender Befehl im Terminal ausgeführt werden:

sudo add-apt-repository ppa:gma500/ppa && sudo apt-get update && sudo apt-get install poulsbo-driver-3d

Damit läuft dann auch der Support für Compiz. Die Geschwindigkeit des Bildaufbaus ist zwar etwas besser aber noch immer nicht über alle Zweifel erhaben. Will man mit dem Rechner “nur” etwas Surfen und allenfalls ein paar Textdateien erzeugen und bearbeiten, reicht die Einrichtung aber durchaus.

Das verborgene Notizheft: qOrganizer

Mittwoch, 16. Februar 2011

Neulich begann ich mich auf die erfolglose Suche nach einem Tool, um damit die Planung einiger Ferientage abzubilden. Wie immer darf ich bei meinen bescheidenen Artikel damit rechnen, dass von den Mitstreitern in der Ubuntu- und Linux-Community Hinweise, Ideen und konkrete Vorschläge über die Kommentare zu mir gelangen. So auch diesmal. tobs verriet mir ein Tool, womit er seine Termine verwaltet: qOrganizer.

Auf der Projekt-Website ist an prominenter Stelle zu lesen, dass sich ein Student um die Applikation kümmert. Es ist zwar erfreulich und zugleich spannend, dass sich junge Menschen derart ins Zeug legen, die Gefahr besteht bei solchen Projekten aber auch immer, dass sie sich dereinst im Sand verlaufen. Das will ich nicht hoffen, denn das Tool bietet einiges, was ich in der Zusammenstellung bisher noch nicht gesehen habe.

qOrganizer is a one-man project, developed by a college student. If you like this project please donate.

Das Programm wurde mitunter mit der Klassenbibliothek QT4 entwickelt, entsprechend hübsch sieht die Oberfläche aus. Es untersteht der zweiten Version der General Public License. Die Applikation steht auch für Windows-Nutzer zur Verfügung. qOrganizer ist in den Quellen von Ubuntu enthalten und kann daher über das Software Center oder per Konsole installiert werden:

sudo apt-get install qorganizer

Bei mir hat die Installationsroutine kein Link im Gnome-Startmenü erzeugt. Das ist aber leicht über System / Einstellungen / Hauptmenü nachzuholen. Ebenso konnte ich die Ikonen Icons nicht finden. Der Befehl in der Konsole brachte keine Resultate, obschon ein Icon für das Panel rechts oben existiert:

sudo find / -name qorganizer.png

So habe ich das Paket für Debian auf der Download-Seite gezogen und entpackte daraus die beiden Dateien qorganizer.png und qOrganizer.png und verschob sie mit Root-Rechten nach /usr/share/icons. Danach konnte ich sie im Menüeditor anziehen und fertig war die Installation.

Das Programm startet rasch und als erstes schaute ich mir die Einstellung an. Jens Körner übersetzte qOrganizer ins Deutsche. Die Übersetzung ist – soweit ich das beurteilen kann – vollständig, verständlich und sauber erstellt worden. Und so wählte ich auch diese Sprache aus. In diesem Register der Einstellungen werden auch andere, ganz interessante Werte festgesetzt.

Daneben gibt es noch eine Reiterkarte für den Kalender. Ganz interessant finde ich die Möglichkeit, die Daten per FTP zu transportieren. Werden die Applikationsdaten in Dateien geschrieben, ist dies sicherlich eine ganz gute Variante, um sie auch anderweitig nutzbar zu machen. So wie es ausschaut, kann man die Daten auch verschlüsselt übertragen; das habe ich aber nicht getestet. Ich würde es wohl eher vorziehen, die Daten in die DropBox zu schreiben.

Innerhalb der letzten Reiterkarte wird festgelegt, wie die Daten der Applikation abgelegt werden sollen. Standardmässig werden sie in Dateien geschrieben, welche allesamt im Verzeichnis ~.qOrganizer zu liegen kommen. Sie werden in einem einfachen Format hinterlegt. Alternativ lässt sich SQLite oder ein MySQL-Server nutzen.

Alle Einstellungen werden in einer ini-Datei im Pfad ~.qOrganizer/qOrganizer/qOrganizer.ini festgehalten.

Das Programm selbst dürfte wohl am ehesten für Studenten erschaffen worden sein. Die Notizfunktion ist meines Erachtens keine, denn sie dient nach meinem Verständnis für die Verwaltung der Absenzen und der Benotung in den einzelnen Fächern. Der Kalender ist leicht verständlich und die Funktionen sind meist klar. Wer eine einfache Agenda führen will, findet wohl alles, was man braucht. Einerseits werden im linken Teil die Termine erfasst und rechts gibt es andererseits ein recht grosszügiges Feld für Notizen aller Art, die sich zudem recht mannigfaltig formatieren lassen. Es ist mir allerdings nicht gelungen, einen Termin, der sich über mehrere Tage erstreckt, zu erzeugen. Ebenso vermiss eich die Funktion für sich wiederholende Einträge. Dafür gibt es eine Funktion zum Drucken, was mir bei andern Tools dieser Art bisher gefehlt hat.

Der Stundenplan ist für mich in der Weise nicht so interessant, obschon er sich wahrscheinlich für andere Anforderungen missbrauchen liesse. Und die ToDo-Liste ist soweit in Ordnung. Damit lässt es sich arbeiten. Alles in Allem ist die Applikation sicherlich ein Versuch wert, denn sie bietet Features, welche man bei andern Programmen aus diesem Holz nicht so leicht findet.

Für mein aktuelles Bedürfnis, die Ferientage zu planen, bietet das Tool wohl die richtigen Werkzeuge an, doch qOrganizer kann mehr und ist wohl dafür auch zu gross. Ich bleibe derweil bei meiner Textdatei, um die Ferientermine bereitzuhalten. Und vielleicht notiere ich sie – ganz nach dem Geschmack von Dirk – auf ein physisches Blatt Papier aus einem richtigen Baum. Aber auf jeden Fall werde ich qOrganizer weiter im Auge behalten. Und so bedanke ich mich noch einmal bei tobs für diesen Tipp!

Ubuntu-Release-Party am 30. April 2011 in Winterthur

Donnerstag, 10. Februar 2011

Nach fast einem Jahr seit unserer letzten Release-Party wird es wieder einmal Zeit, dass wir in der Schweiz etwas aktiver werden. Es ist bedenklich ruhig geworden hier. Zum Teil trug auch ich dazu bei, dass es stiller wurde. Familie, Beruf und Freizeit nehmen ihren berechtigen Raum ein und dann leidet während gewissen Epochen die Community etwas. Jetzt aber entschlossen wir uns zur Durchführung einer weiteren Party, passend zum Erscheinungstermin der nächstfolgenden Ubuntu-Version Natty Narwhal 11.04.

Jene Version soll gemäss Release-Planung am 28. April 2011 in der finalen Version erscheinen. Bisher hatte Canonical in seiner ganzen Geschichte nach meinem Wissen zwei verspätete Erscheinungstermine zu verzeichnen. Nämlich die erste Version mit Long Term Support, Dapper Drake 6.06 mit ungefähr zwei Monaten und die jüngste Version mit langem Support, Lucid Lynx 10.04 mit einem Tag.

Deswegen dürfte man davon ausgehen, dass der geplante 28. April für die finale Version gehalten werden kann. Allerdings baut Canonical just eine “neue” Arbeitsumgebung mit Unity, welche erstmals in der 11.04 in der Weise ausgeliefert werden soll. Und im Moment läuft die zweite Alpha-Version damit eher schlecht als recht. Wir sind aber zuversichtlich, dass wir die neue Version pünktlich bekommen werden und schmiegen uns mit dem Datum der Release-Party nahe an den Termin der Erscheinung von Ubuntu Natty Narwhal an: Am 30. April 2011 werden wir wieder im ZLI zu Winterthur ab 15:00 Uhr eine Release-Party mit mannigfaltiger Abwechslung und einem schönen Programm anbieten können. Wir stehen noch ziemlich am Anfang der Planung und Organisation, aber wir vertrauen auf unsere Erfahrung und auf die inzwischen gereiften Freundschaften in der Community.

Ich freue mich auf die Arbeit in der Community mit alten, vertrauen Gesichtern und neuen Menschen. Wir richten auch diesmal die Party auf zwei Zielgruppen aus: Menschen, die Ubuntu (oder Linux) kaum oder gar nicht kennen und die ersten Berührungen erfahren möchten und auf die Benutzer, die Ubuntu schon gut oder etwas besser kennen. Zu gut Schweizerdeutsch: Es hät für alli öppis. In dem Sinne schlage ich vor, dass der 30. April in die Agenda eines jeden (künftigen) Linux-Menschen gehört – natürlich mit dem Vermerk Ubuntu-Release-Party im ZLI zu Winterthur ab 15:00 bis ca. 23:00 Uhr.

Thunderbird unter Ubuntu mit Windows

Donnerstag, 10. Februar 2011

Seit geraumer Zeit nutze ich zum Mailen bloss noch das Internet Message Access Protocol IMAP(S). Es ist nicht nur moderner als POP(3), sondern bietet meiner Meinung nach auch mehr Komfort. Obschon sich nicht überall IMAP anwenden lässt und es nicht durch das Band die bessere Wahl ist, mag ich die Art und Weise, wie es arbeitet. Das Postfach auf dem Mailserver wird so eingesetzt, dass es von überall her mit denselben Inhalten bedient werden kann. Das Protokoll selbst gehört schon fast zur Urgeschichte des Internets; 1986 wurde IMAP etabliert. Daneben braucht es noch das Simple Mail Transfer Protokoll SMTP, um Mails zu versenden.

Die beiden quelloffenen Mail-Klienten Clawsmail und Thunderbird mag ich sehr, da sie unter Linux und Windows (Thunderbird dazu noch für den Apfel) zur Verfügung stehen und dort praktisch dieselben Funktionen bereitstellen. In letzter Zeit nutze ich eher den Donnervogel, da er mir etwas besser behagt und äusserlich eher gefällt. Das ist aber reine Geschmackssache und hat wenige mit Rationalität zu tun. Nicht ganz verstehen kann ich, weshalb Canonical noch immer auf Evolution besteht und diesen Giganten nach wie vor in der Standard-Installation mit ausliefert. Evolution ist das Quasi-Mailprogramm von Gnome und schmiegt sich optisch sauber an die Arbeitsumgebung an, trotzdem nutzen es viele nicht. Vielleicht verschwindet es dann doch noch ab der Ubuntu-Version 11.04, wenn Gnome “nur” noch als Unterbau für Unity daherkommt. Ich kenne nur sehr wenige Leute, die Evolution aktiv unter Ubuntu einsetzen.

Thunderbird wie auch Clawsmail kann man sehr gut und einfach wie schnell “pimpen”. Ich brauche nur wenige Erweiterungen und ein Thema, um Thunderbird optisch aufzumöbeln. Eine sehr gute Beschreibung, wie sich der Donnervogel erweitern lässt, ist im Wiki von ubuntuuser.de zu finden. Gerade mal vier Erweiterungen nutze ich zurzeit:

In den Einstellungen vom MinimizeToTray Plus findet sich in der Linux-Version ein witziger Hinweis, dass es offenbar auch noch andere Betriebssysteme auf dieser Welt gäbe:

Ausserdem vergesse ich bei jeder Neuinstallation das Paket libnotify-bin, welches es für den Thunderbird Indicator braucht, zu holen. Ich merke es jeweils erst, wenn mich mein Linux zurechtweist.

Das fehlende Stück Software kann man ganz leicht mit der Konsole nachreichen:

sudo apt-get install libnotify-bin

Dann funktioniert auch die Benachrichtigung für neue Nachrichten über den Indicator. MinimizeToTray Plus habe ich übrigens so eingestellt, dass sich der Thunderbird beim Schliessen über das X am linken Fensterrand nicht verabschiedet, sondern er verharrt stattdessen im Infobereich und wartet der Mails, die da kommen. Für Clawsmail gibt es Erweiterungen, die das selbe auch können.

Ich bin gespannt, welche Erweiterungen Du einsetzt. Manchmal stösst man beim Austauschen dieser Informationen auf Rosinen.

Ubuntu 11.04 Natty Narwhal Alpha 2 im Test

Samstag, 05. Februar 2011

Seit einigen Tagen steht die 2. Alpha-Version von Ubuntu Natty Narwhal zur Verfügung. Es handelt sich dabei noch immer um eine Entwickler-Version, welche keinesfalls produktiv eingesetzt werden sollte. Ausserdem schreibt das Magazin Ubuntu User, dass die Alpha-Version von Ubuntu 11.04 im Vergleich zur 10.10 und 10.04 eher instabil sei:

Ein kurzer Test von Ubuntu 11.04 macht schnell klar, dass auf die Entwickler noch einiges an Arbeit wartet. Man sollte die neue Version also nicht auf einem Produktivsystem einsetzen. Compiz und andere Komponenten stürzen noch recht häufig ab, es gibt Verzögerungen beim Aufrufen des Dash und insgesamt macht der Desktop noch einen inkonsistenten Eindruck. Zwar ist das für eine Alpa-Version nicht ungewöhnlich, mit den letzten Alpha-Versionen von Ubuntu 10.04 und 10.10 ließ sich im Vergleich allerdings schon einigermaßen arbeiten.

Vor einigen Tagen versuchte ich, die erste Alpha-Version auf mein ThinkPad R61 zu bringen, was mir aber misslang. Schon beim Hochfahren des Images ab einem USB-Stick fing meine Festplatte an zu rattern und hörte damit nicht auf, bis der flüchtige Speicher offenbar zugemüllt war und das System dann bockig stehen blieb. Ausserdem hätte ich beim R61 ohne die Treiber von nvidia keine 3D-Unterstützung, so dass Unity nicht von Beginn an hätte laufen können.

Mit der zweiten Alpha-Version mache ich nun einen erneuten Versuch; diesmal nutze ich dazu aber das Netbook aus dem Hause Lenovo, den S12. Ebenfalls mit einem USB-Stick, auf dem sich die ISO der 32-bit Version befindet, fahre ich das System hoch. Weil der S12 einen unfreien Treiber für den WLAN-Chip benötigt (Broadcom STA), nutze ich während der Installation eine physische Schnur zu meinem Router. Das Starten ab dem Stick dauert seine Zeit, das System bleibt oft stehen und ruht sich gemächlich aus, bevor es dann weitergeht. Was es genau macht und weshalb es sich derart Zeit nimmt, kann ich nicht in Erfahrung bringen. Die Installation über die Desktop-Version ist einfach wie immer und die benötigten Informationen sind schnell eingegeben. Dennoch benötigt die Installation fast eine Dreiviertelstunde, wobei ich zeitgleich die aktuellen Pakete holen lasse.

Nach der Installation starte ich das Teil zum ersten Mal und stelle dann fest, dass Ubuntu 11.04 eher etwas zäh wirkt. Ausserdem hat die Installationsroutine die Aktualisierung der Pakte nicht vorgenommen. Das hole ich dann rasch nach, nachdem ich mich zunächst etwas oberflächlich mit Unity und dem Dash auseinandersetze. Ich finde nämlich das Terminal nicht gleich auf Anhieb ;-)

Dann installiere ich den unfreien Treiber für den WLAN-Chip. Offenbar ist es nicht mehr notwendig, das Root-Kennwort einzugeben, um den Treiber zu aktivieren. Das ist aber ein Fehler, zumal die Installtion des Treibers sehr schnell geht; mit dem Resultat, dass er nicht läuft.

Also deinstalliere ich den Treiber, worauf Ubuntu nun tatsächlich ein Root-Kennwort haben will und bei der erneuten Installation ebenfalls. Zudem lese ich diesmal, dass ein Neustart erforderlich ist, um den Treiber zu aktivieren. Danach funktioniert die WLAN-Verbindung, allerdings nur mit wicd.

Kristian Kissling vom Magazin Ubuntu User hat durchaus Recht: Ubuntu 11.04 in der zweiten Alpha-Version ist sehr instabil. Wohl deshalb, weil Unity und damit einige Neuerungen im System verbaut und noch nicht ausgereift sind. Unity stürzt bei mir bei jedem Systemstart ab, manchmal nach zwei Minuten, häufig etwas später. Die Dash ist so in der Art noch nicht zu gebrauchen, weil sie erstens dermassen verzögert daherkommt und zweitens oft nicht richtig funktioniert.

Das Wichtigste in Kürze, was die Neuerungen von Ubuntu Natty Narwhal betrifft: Unity ist die neue Arbeitsumgebung, wobei Gnome nach wie vor als Basis von Unity herhalten darf. Alternativ kann man aber auch eine Gnome-Session startet. Wenn Hardware verwendet wird, welche keine 3D-Unterstützung anbietet, wird ohnehin eine 2D-Gnome-Session eröffnet. Panel-Applets gibt es nicht mehr, stattdessen können Indikatoren eingesetzt werden. LibreOffice ist mit an Bord, zulasten von OpenOffice.org. Kernelseitig kommt die Version 2.6.38 RC2 zum Zug. Einige Standard-Programme haben geändert, das ist jedoch für mich sekundär. Ich installiere meine Lieblingsapplikationen ohnehin nachträglich. Genauere Informationen zu 11.04 (Alpha 2) gibt es auf dem Wiki von ubuntu.com.

Die zweite Alpha-Version von Ubuntu 11.04 Natty Narwhal ist für Neugierige vielleicht interessant. Mit Alpha-Versionen sollte man nie arbeiten. Dennoch habe ich das bei Ubuntu eigentlich immer getan; meist ab der zweiten Alpha nutzte ich das System bereits produktiv. Bei der 11.04 sind einige grundlegenden Änderungen an der Arbeitsumgebung angebracht worden, was dazu führt, dass man die Qualität der vergangenen Alpha-Versionen hier nicht erwarten darf. Mit dieser Version (Stand 5.2.11) kann man schlichtweg nicht arbeiten, weil dem Benutzer nach kurzer Zeit die Arbeitsumgebung unter dem Ar*** weggezogen wird. Es gibt noch viel zu tun. Unterstützen kann ich die Jungs nur damit, dass ich fleissig die Fehlermeldungen einschicke.