Mit ‘VirtualBox’ getaggte Artikel

Vom Wirt auf den lokalen Gast mit VirtualBox zugreifen

Donnerstag, 23. Juni 2011

Die VirtualBox nutze ich gelegentlich, um damit ein Windows hochzufahren. Wir setzen beim Arbeitgeber eine Firewall mit einer VPN-Lösung ein, welche nur für Mac und Windows Clients anbietet. Immerhin gibt es eine SSL-VPN-Alternative. Trotzdem verwende ich ab und zu den VPN-Klient unter Windows und damit auch die VirtualBox. Und wenn ich die schon im Einsatz habe, wollte ich auch noch testweise ein Ubuntu-Serverli in Betrieb nehmen. Das klappt ja ganz gut und läuft ganz flüssig. Ich nutze die LTS-Version 10.04 Lucid Lynx, welche bis im April 2015 gepflegt wird.

Von Haus kann das virtuelle Serverli dann über das Netzwerk auf den Wirt zugreifen, auch ohne VirtualBox-Erweiterung. Aber umgekehrt geht es nicht auf Anhieb. Es braucht eine Netzwerk-Brücke dazu, die sich unter der VirtualBox ab der Version 4 ganz einfach einrichten lässt.

Bei abgeschalteter Maschine unter Netzwerk einen zweiten Adapter aktivieren, dort Netzwerkbrücke auswählen und bei “Angeschlossen an” diejenige Schnittstelle auswählen, an der der Wirt hängt. In meinem Fall ist das wlan0. Unter Erweitert kann man optional die Mac-Adresse angeben oder einen andern Kartentreiber einsetzen. Das ist schon alles, was an der VirtualBox zu tun ist.

Danach soll der Server gestartet werden, damit die Einrichtung an der Konfigurationsdatei vorgenommen werden kann. Die liegt unter /etc/network/interfaces und kann mit nano oder vim bearbeitet werden:

sudo vim /etc/network/interfaces

In der Datei habe ich eine weitere Schnittstelle angelegt, wobei ich sie mit eth1 – also der nächsthöheren – benannt habe. Die Regel in der Datei /etc/udev/rules.d/70-persistent-net.rules legt meines Wissens fest, dass jeweils die nächsthöhere Ziffer benutzt wird. Der Abschnitt sieht dann so aus:

auto eth1
iface eth1 inet static
address 192.168.1.111
netmask 255.255.255.0

Ich habe der Schnittstelle eine statische Adresse ausserhalb des DHCP-Ranges verpasst, so dass sie sich nicht verändern soll. Wichtig ist, dass der eth1 kein Gateway zugewiesen wird. Jener soll ausschliesslich über die eth0 benutzt werden.

Jetzt muss nur noch das Netzwerk am Server neu gestartet werden:

sudo /etc/init.d/networking restart

Sofern das Paket openssh-server auf dem Serverli installiert ist, sollte nun vom Wirt auf den Gast zugegriffen werden können. Bei mir klappte das auf Anhieb:

ssh roman@192.168.1.111

Und so lässt es sich ganz leicht und schnell arbeiten. Die lokale Verbindung realisiert der Server über die eth1, die Verbindung nach draussen in das Internet erfolgt über die eth0. Das klappt ganz gut so.

VirtualBox 4.0 erschienen

Mittwoch, 22. Dezember 2010

Im Verlauf des heutigen Tages veröffentlichte Oracle die finale Version 4.0 ihrer eingekauften Virtualisierungssoftware. So ein Major-Update weckt natürlich die Hoffnung auf neue und nützliche Erweiterungen. Dieser Erwartung kommt Oracle meiner Meinung nur teilweise nach. Zu den Neuerungen gehören unter anderem eine überarbeitete Benutzeroberfläche und neues virtuelles Spielzeug.

Künftig werden auch die Binärdateien der Kernkomponenten der Software unter der General Public License Version 2 veröffentlicht. Dies bedeutet, dass Distributoren den Quellcode in Zukunft nicht mehr selbst kompilieren und paketieren müssen. Erweiterungen, wie die Unterstützung von USB 2.0, das integrierte Remote Desktop Protokoll und die PXE-Fähigkeiten der Intel Netzwerkadapter sind weiterhin nur unter der VirtualBox Personal Use and Evaluation License (PUEL) verfügbar und somit proprietär. Die proprietären Teile wurden in ein Extension Pack ausgelagert und können separat heruntergeladen werden. Mit diesem Schritt verfällt die als Open Source Edition (OSE) deklarierte Version. (zur Lizenz-FAQ)

Nun zu den Änderungen im Detail.  Öffnet sich die Virtualbox vor einem, ist im ersten Moment nicht vieles anders. Das selbe, schlichte Aussehen wie vorher, welches nicht schlecht ist, so meine ich! Am Wizard für die Erstellung einer neuen virtuellen Maschine hat sich nichts geändert. Es sind nur ein bis zwei neue Gastsysteme hinzugefügt worden.

Nachdem der Assistent geschlossen wurde, sieht man neue Features. Erstmals wird in den Optionen ein Vorschaubild des Gastsystems angezeigt.

Für die Testinstallation habe ich die Boot-Reihenfolge geändert. Dabei entdeckte ich, dass nun zwischen den beiden Intel Chipsätzen PIIX3 und ICH9 ausgewählt werden kann. Bei den Audioeinstellungen ist der Controller “Intel HD Audio” hinzugekommen, was vor allem die Kompatibilität mit neueren Hostgeräten erhöhen soll. Die Netzwerkkonfiguration unterstützt nun mithilfe eines neuen Dialoges Portweiterleitungen.

Über das Menü “Maschine” kann, nachdem eine Maschine gestartet wurde, eine Option mit dem Namen “Skalierten Modus einschalten” erreicht werden. Dieser Modus bewirkt, dass die Fenstergrösse Formen annehmen kann, welche nicht den Proportionen der Auflösung des Gastsystems entsprechen und somit die Ansicht verziehen.

Dummerweise habe ich das gewählte Passwort beim Anmeldedialog schon wieder vergessen, so das ich erst einmal dieses zurücksetzen durfte. :) War diese Hürde gemeistert, installierte ich die Gasterweiterungen. Damit fügt sich das Gastsystem bekanntlich besser in das Hostsystem ein. Mit der neuen Version 4 hat sich daran nichts ersichtliches geändert.

Was ich sehr schade finde ist, dass wie in den Betaversionen nach wie vor die Einstellungen für die Resourcenkontrolle (eingrenzen der CPU-Zeit und der Bandbreite auf die Festplatte) nicht über das grafische Userinterface getätigt werden können. Das User-Manual verrät einem diesbezüglich mehr.

Zu den bereits genannten neuen Features kommen einige weitere hinzu, welche alle in englischer Sprache im Changelog ersichtlich sind.

Mir kommt es so vor, als hätte die ganze Geschichte an Geschwindigkeit gewonnen. Im Vergleich zur Version 3.2.12 scheint sich in dieser Hinsicht echt viel getan zu haben. Aus der Sicht von brauchbaren neuen Features haut mich jetzt die Version 4 nicht vom Hocker. Klar ist es schön die Menüs etwas zu füllen, doch wozu braucht man zum Beispiel diesen “skalierten Modus” wirklich? Es freut mich aber, dass Oracle mit dem Majorrelease auch einen Teil zur Opensourcewelt beiträgt. :)

OpenSUSE mit VirtualBox unter Ubuntu

Dienstag, 17. November 2009

Die Mauern sollten wir niederreissen, das ist die Aufforderung von Dirk, zu dem Zeitpunkt, als OpenSUSE 11.2 das Licht der Download-Server erblickte. Dem Aufruf folgend installierte ich die neue Version von OpenSUSE auf einer virtuellen Instanz mittels der VirtualBox. Ich entschied mich für die 64bit-Version mit Gnome, welche aber offensichtlich auf meinem Rechner Probleme mit der Gasterweiterung der Virtualbox zu kämpfen hatte. Die Maus blieb zwar von Anfang an nie gefangen, was mich erstaunte – das habe ich so noch nie gesehen – , denn die Gasterweiterung habe ich nicht installiert, aber die zusätzlichen Pakete, die es für die Gasterweiterung braucht, kriegte ich nicht auf den Rechner. Schliesslich unterhielt ich mich kurz mit chrissss (Christoph Langner) über identi.ca, worauf ich dann die 32bit-Version, ebenfalls mit Gnome, installierte. Und siehe da, hier funktionierte es. Mag sein, dass mir zuvor bei der 64bit-Version ein Fehler unterlaufen ist, ich wollte das aber nicht mehr nachprüfen.

Installation OpenSUSE 11.2

Die Installation verlief schnell und schmerzlos; ich habe direkt installiert, ohne die Live-ISO zuerst zu starten. Nach dem ersten Start stellte ich fest, dass auch hier meine Maus nicht gefangen war. Sehr gut! Allerdings funktionierte die Tastenkombination [Ctrl] und [f] für einen Vollbildschirm noch nicht, weil die Gasterweiterungen noch nicht installiert waren, obschon auf irgend eine Geissart die Maus nicht gefangen blieb. Damit sich diese installieren lässt, braucht es zunächst einige Software-Päckli aus den Kernelressourcen. Mit su gelangt man im Gnome-Terminal (oder dem Tool seines Vertrauens) in den richtigen Modus und sollte nachher folgende Pakte installieren:

zypper install kernel-source kernel-syms make automake autoconf gcc linux-kernel-headers glibc-devel

Das hat bei mir ausgereicht. Danach befiehlt man der VirtualBox, dass die Gasterweiterung installiert werden sollen (Gerät / Gasterweiterung installieren oder die Tasten [Ctrl] und [d]) und manövriert nachher zu dem Pfad:

/media/VBOXADDITIONS_3. (für die VirtualBox 3.0)

Dann folgt der Befehl für die eigentliche Installation der Gasterweiterung per Terminal:

sh ./VBoxLinuxAdditions-x86.run (für ein 32bit-System)

Der Rest erfolgt dann automatisch, soweit zuvor alle Pakete aus den Kernelressourcen korrekt installiert wurden.

Gasterweiterung VirtualBox installieren

Sind die Gasterweiterungen installiert, braucht es einen Neustart der virtuellen Maschine, da Änderungen am Kernel angebracht wurden. Danach funktionierte bei mir auch der Vollbildmodus ohne zu Murren. OpenSUSE hinterliess bei mit einen aufgeräumten und funktionstüchtigen Eindruck. Ich habe allerdings nicht sehr tief getestet, wollte aber trotzdem das “Nürnberger Windows” mal von der Nähe ansehen.

OpenSUSE auf Ubuntu mit der VirtualBox

Auf der linken Seite läuft das VirtualBox-Fenster mit OpenSUSE

Das Gnome-Menü ist etwas eigen, aber daran dürfte man sich gewöhnen. Und falls nicht, kann man sich jederzeit ein weiteres Panel anlegen oder das Programm-Menü an einem beliebigen Ort einbinden. Von den Innereien von OpenSUSE und von RPM verstehe ich nichts, deshalb überlasse ich das Kommentieren zu diesen Themen andern Leuten.

Die ISO-Dateien, welche hier heruntergeladen werden können, sind übrigens alle als Live-CD ausgelegt. Damit lässt sich ein Rechner direkt ab einer CD oder einem USB-Stick starten. Natürlich ist es möglich, direkt im Live-Betrieb eine Installation zu beginnen.

VirtualBox – Installation, Anwendung, Praxis

Mittwoch, 23. September 2009

Unter dem Titel VirtualBox – Installation, Anwendung, Praxis schrieb Dirk Becker ein Fachbuch zur mittlerweile recht beliebten Desktop-Virtualisierungssoftware VirtualBox. Das Buch ist ganz frisch im Verlag Galileo Computing erschienen, stellt auch Informationen zur Virtualisierung von Windows 7 zur Verfügung und bietet das Galileo Buch Update an. Auf 321 Seiten sind die Informationen zur VirtualBox niedergeschrieben; vom Verlag habe ich ein Rezensions- oder Presse-Exemplar erhalten.

Das Buch beginnt mit einer persönlichen Vorstellung des Autors. Etwas ungewohnt, aber ganz sympathisch, finde ich. Dann folgt eine kurze, aber prägnante Einführung in die Hardware eines PCs, quasi als Vorbereitung, um die Virtualisierung eines Rechners besser verstehen zu können. Anschliessend nennt Dirk Becker die Vor- und Nachteile der Virtualisierung und zeigt die verschieden Arten auf, wobei er auch ganz kurz auf die jeweiligen Produkte wie Xen oder VMWare eingeht.

Gleich zu Beginn des Buches kommt meiner Meinung nach der Unterschied zwischen der OSE und der “normalen Version” von der VirtualBox ganz gut zur Geltung. Aber auch das, was die VirtualBox nicht kann oder wozu sie nicht entwickelt wurde, wird deutlich herausgestrichen.

VirtualBox

Dann geht es an die Praxis, der Autor geht auf die Installation unter Windows und Linux ein. Durch das ganze Buch führt Dirk Becker jeweils die Windows und Linux-Varianten auf und erklärt das Vorgehen bei diesen beiden Betriebssystemen. Mac-User können das Buch zwar auch nutzen, da vieles gleich oder ähnlich ist, wirklich auf Macs geht aber der Autor nicht ein.

Spannend wird es für mich im Bereich der Kommandozeilen, wo VBoxManage zum Einsatz kommt, aber auch VBoxSDL finde ich eine feine Sache. Damit lassen sich virtuelle Maschinen flüchtig konfigurieren; beim Abschalten nehmen sie den ursprünglichen Zustand wieder an. Dann bespricht der Autor den Aufbau einer virtuellen Instanz, geht auf die Hardware (und deren virtuellen Abbildungen) ein, zeigt die Netzwerkkomponenten und bietet ein Kapitel zu den Gasterweiterungen an.

In den Praxisbeispielen findet sich eine Fülle an Tipps und Tricks, aber auch ganz “normale” Anleitungen, beispielsweise die Anwendung einer Netzwerkbrücke unter Windows 7 oder das Einrichten eines internen Netzwerkes mit virtuellen Maschinen, oder wie die VirtualBox als Server betrieben werden kann. Hier kommt allerdings deutlich zur Geltung, dass sich der Serverbetrieb bloss für die private Nutzung eignet; im professionellen Umfeld sollten andere Produkte angewandt werden. Weiter kommt der Manager für virtuelle Medien zur Sprache, die Nutzung von Snapshots bildet ein eigenes Kapitel, gemeinsame Ordner stellen ein Thema, die 3D-Beschleunigung wird besprochen und die Verwendung von mehreren Monitoren kann man nachlesen. Zu den seriellen Schnittstellen, der USB-Anbindung, zum Portforwarding gibt es je ein Unterkapitel, schliesslich geht es noch um das Klonen und um die Datensicherung. Ebenfalls lesenswert ist die Beschreibung, wie per VBoxHeadless eine Sitzung aufgezeichnet und wiedergegeben wird.

Dem Thema Migration und Import wird viel Platz gewidmet, wer die VirtualBox produktiv nutzen will, sollte dazu eine saubere Lösung parat haben. Falls Probleme auftauchen, ist ebenfalls ein Kapitel dazu erstellt worden. Dort fand ich auch die Lösung zum USB-Problem unter Linux, wie ich sie hier beschrieben habe.

Zum Schluss folgt das Kapitel Kommandozeilentools, das in Ergänzung zu den vorhergehenden Kapiteln eine Bereicherung und Vertiefung darstellt und dann fügt sich das obligate Stichwort-Verzeichnis, welches in einem solchen Buch von Vorteil sein dürfte, an.

Anfangs hatte ich etwas Mühe, mich im Aufbau des Buches zurechtzufinden, habe mich aber schnell eingearbeitet. Dirk Becker nutzt ein angenehmes, lockeres und zugleich treffsicheres Deutsch, das sich bequem lesen lässt. Das Buch richtet sich an Ein- und Umsteiger. Meiner Meinung nach können aber auch erfahrene Benutzer der VirtualBox noch einige Tipps oder Tricks in diesem Buch finden, besonders aus dem Bereich der Kommandozeilentools. Den Spagat, den Dirk Becker mit diesem Werk versucht hat, scheint fast gelungen zu sein. Denn einerseits erklärt der Autor mit einer Engelsgeduld, wie unter Windows eine Applikation in die Variable Path eingetragen wird, und schildert andererseits den Einsatz der VirtualBox als Server. Es sind also Informationen für Einsteiger und Profis vereint in einem Buch zu finden. Wer weiss, vielleicht setzt sich Dirk noch einmal hin und schreibt ein Werk für Menschen, die noch mehr über das Innenleben der VirtualBox erfahren möchten.

Ich fand einige Überraschungen in diesem Buch, wozu die VirtualBox fähig ist und was man mit dem Teil alles anfangen kann. Der Titel ist unter der ISBN 978-3-8362-1374-5 für knapp 35 Euro im Handel erhältlich.

Windows 7 auf der VirtualBox

Montag, 21. September 2009

Mit Windows 7 kommt wohl wieder endlich einmal ein Desktop-Betriebssystem aus dem Hause Micro$oft daher, das nutzbar ist und einige Neuerungen und Vorteile mit sich bringt. Über den Kanal von Volume License ist Windows 7 bereits erhältlich, auch über MSDN und MSDNAA kann man sich eine Version besorgen. Zum Testen nutze ich Windows 7 Professionell in der 32bit-Version, die ich als *.iso-Datei heruntergeladen habe. Sie ist 2.2 GB schwer.

Allerdings installiere ich ungern quellverschlossene Software direkt auf meinen eigenen Rechnern, sondern nutze dazu die gute, alte VirtualBox in der Version 3.0.6 r52128. Für die virtuelle Instanz habe ich keine speziellen Vorkehrungen getroffen oder Einstellungen vorgenommen. Windows 7 läuft von Haus aus auf der VirtualBox, bloss bei der Soundausgabe habe ich auf PulseAudio umgestellt. Mit 512 MB flüchtigem Speicher und einem Prozessor läuft Windows 7 denn auch recht flüssig und ohne Ruckeln.

windows7

Mein erster Eindruck von diesem Bezahl-Betriebssystem ist recht ordentlich. Allerdings vergleiche ich hier Windows 7 nicht nur mit Linux, sondern auch mit XP, denn Vista habe ich nie genutzt und dabei wohl nichts verpasst. Windows 7 ist relativ rasch installiert, wobei man hier nicht vergessen darf, dass noch eine ganze Menge an Software auf den Rechner muss, will man ihn mit Windows 7 produktiv nutzen. Das Betriebssystem läuft rassig und ist schnell gestartet. Es fühlt sich “weich und bequem” an, der Desktop schaut modern aus und lädt zum Arbeiten – oder was man auch immer tun will – ein. Böse Zungen behaupten, Windows 7 wäre ein nachgebessertes Vista.

Da ich Vista nie genutzt habe, musste ich eine ganze Weile suchen, bis ich mich zurechtfand, Vieles ist im Vergleich zu XP verschwunden oder anders untergebracht. So fand ich die Netzwerk-Umgebung nicht mehr und konnte daher auch nicht mehr über diesen Weg auf den gemeinsamen Ordner mit dem Gastgeber der virtuellen Instanz zugreifen. Ebenso fand ich im Startmenü den Eintrag “Ausführen” nicht mehr, den kann man sich aber über die Eigenschaften vom Startmenü anzeigen lassen. Zum gemeinsamen Ordner fand ich dann über den Weg

\\vboxsvr\[Ordnername]

Vor allem im Bereich der Performance ist meiner Meinung nach viel bei Windows 7 getan worden. Aber auch die Darstellung und das Outfit gefällt mir ganz gut. Mit den mitgelieferten Applikationen lässt sich allerdings nicht viel anfangen. Ein Windows ist eben nach der Installation “leer” und da braucht es – installiert man es direkt auf die Hardware – noch Treiber und vor allem Software, um Arbeiten zu können. Einen Mailclienten habe ich im Startmenü nicht gefunden, bloss einen Link auf WindowsLive. Dafür gibt es eine Quasi-Aufgabenverwaltung und WordPad sowie Paint ist noch immer mit an Bord. Alternativ lassen sich natürlich Applikationen wie Thunderbird etc. installieren.

Windows 7 dürfte meiner Meinung nach das beste “Desktop-Windows” werden. Denn nach XP brachte Microsoft nichts mehr auf den Markt, das Anklang fand. Ich werde es allerdings als Privatmann weder produktiv nutzen, noch direkt auf meine Hardware installieren. Dafür habe ich meine Gründe, die nicht alle rational erfassbar sind, deswegen aber nicht weniger schwer wiegen. Der Kostenfaktor im Rahmen einer Windows 7-Lizenz ist übrigens kein Grund, dass ich mich gegen Windows entscheide. Die Hauptgründe für Linux und damit gegen Windows sind für mich folgende:

  • Der Quellcode von Windows gehört nicht der Gemeinschaft. Das Wissen, das im Betriebssystem oder in einer Applikation steckt, kann sich nicht ausdehnen und wird längerfristig unserer Gesellschaft und damit Wirtschaft eher Schaden anrichten als einen Nutzen bringen. Es können Klumpen-Risiken entstehen, statt sich die Arbeit auf viele mittlere und kleine Unternehmen aufteilt. Davon teilweise ausgenommen sind freie Applikationen, die auch unter Windows laufen.
  • In der Windows-Welt kann ich keinen “Spirit of Community” wahrnehmen. Das heisst nicht, dass es ihn nicht gibt, aber ich erreiche ihn nicht.
  • Windows ist nicht fertig. Es braucht eine ganze Menge an zusätzlicher, meist kostenpflichtiger und quellverschlossener Software, um mit einem Windows-Rechner produktiv arbeiten zu können.
  • Die Abhängigkeit zu den Herstellern inklusive Microsoft ist ungesund einseitig und wird oft durch die Motivation zu wirtschaftlichem Wachstum und Anhäufung von Reichtum sowie Ausübung von Macht angetrieben.
  • Aus der Geschichte weiss man, dass Microsoft bei einer neuen Windows-Version nicht immer innert nützlicher Frist die nötigen Informationen an die Software-Schmieden herausgibt, so dass jene rasch ein Produkt erzeugen können.
  • Das Quasi-Monopol von Microsoft scheint zwar ein wenig in das Wanken zu kommen, dennoch mag ich lieber Alternativen, die nicht dem Mainstream verfallen sind.
  • Microsoft diktiert, wann der Zeitpunkt “Out of Support” für ein Produkt gekommen ist. Das ist auch richtig so, aber es gefällt mir nicht.
  • Die Firma aus Redmond ist zu gross geworden und damit mussten viele Prozesse institutionalisiert werden. Eine Support-Anfrage fordert zu viel Aufwand vom Kunden und dauert zu lange und Firmen-Lizenzen können nur über Unterhändler bezogen werden.

Ich möchte kein Bashing über Microsoft oder Windows betreiben, das ist mir zu einfach. Windows 7 ist ein gutes Produkt und es wird wohl recht erfolgreich werden. Ich fühle mich jedoch wohler in der Umgebung von quelloffener Software und geniesse die Community. Wenn Windows 7 erfolgreich wird, ist die Chance gross, dass sich die Linux-Welt (noch) nicht zum Mainstream wandelt und damit müssen wir uns noch lange nicht den Herausforderungen stellen, die mit dem Einzug des Mainstreams anstünden.

Windows nutze ich bei meinem Arbeitgeber und zur Zeit zu Hause, damit ich den Sonicwall-VPN-Klienten für die Arbeit zum Laufen bringe.

Virtual Box 3.0

Dienstag, 07. Juli 2009

Die VirtualBox – eines meiner Lieblingstools schon seit Längerem, auch nachdem es schlussendlich zu Sun und damit zu Oracle gehören mag – erschien neulich in der Version 3 mit vielen neuen Features und Verbesserungen. Unter Debian Lenny lässt sich das Teil natürlich auch nutzen. Und so habe ich von der Version 2.2.4 auf 3.0 upgegradet, ganz einfach und simpel – wie ich es eben mag.

Um es noch einfacher zu machen, kann man sich die sources.list mit den richtigen Quellen erweitern:

gedit /etc/apt/sources.list

Und dann die Zeile

deb http://download.virtualbox.org/virtualbox/debian lenny non-free

ergänzen. Den dazugehörigen Schlüssel gibt es hier oder man kann sich den auch direkt per wget einspielen lassen. Danach folgt zunächst ein Update der Quellen und Pakete:

apt-get update

und dann darf man sich die neue VirtualBox installieren, wobei die ältere Version ersetzt wird (allerdings bloss bis 1.6.6):

apt-get install virtualbox-3.0

Nach dem Abschluss des Upgrades läuft die VirtualBox ohne Probleme und die VMs ebenso. Auch die USB-Anbindung läuft noch immer.

VirtualBox - Über

Wichtig ist noch, dass es sich bei dieser Beschreibung nicht um die OpenSourse-Version (VirtualBox Open Source Edition (OSE)) handelt, sondern um die unfreie und kostenpflichtige Variante. Allerdings darf man diese Version für private Zwecke kostenlos nutzen.

VirtualBox unter Debian Lenny und USB

Dienstag, 30. Juni 2009

Mit der VirtualBox arbeite ich schon recht lange und mit damit gut zufrieden. Aus meiner Sicht ist jene Box einer der besten Möglichkeiten, um virtuelle Instanzen auf dem Desktop zu realisieren. Unter Lenny funktioniert natürlich auch die aktuelle Version (2.2.4), allerdings – wie soll es denn auch anders sein – die USB-Anbindung will wieder mal nicht auf Anhieb. Damit ich die Geräte am USB-Port nutzen konnte, musste ich an der Datei mountkernfs.sh im Verzeichnis /etc/init.d/ eine Zeile zusätzlich unterbringen. Die Lösung, welche ich unter Ubuntu angewendet habe, in der in der fstab eine Korrektur angebracht wird, hilft hier nicht.

Also wird die Datei mountkernfs.sh bearbeitet:

gedit /etc/init.d/mountkernfs.sh

und dort die Zeile

domount usbfs usbdevfs /proc/bus/usb usbfs -onodev,noexec,nosuid,devgid=117,devmode=664

gleich nach der Zeile mit dem Inhalt

domount proc "" /proc proc -onodev,noexec,nosuid

eingefügt, wobei der Wert 117 der ID der Gruppe vboxusers entspricht.

Sun VirtualBox

Ja, und nach einem Neustart funktionieren auch die Geräte, welche beim Wirt an den USB-Schnittstellen hängen. Witzig, dass unter Linux jedesmal ein Eingriff nötig ist, so dass die USB-Anbindung funktioniert.

Karmic Koala in der ersten Alpha-Version

Montag, 18. Mai 2009

Die erste Alpha-Version vom Ubuntu 9.10 ist nun erhältlich. Offenbar liegt Canonical ganz gut im Plan. In einer solch frühen Phase reduziert sich das Angebot auf Gnome, KDE, Xfce und neu für ARM-Plattformen und eine Serverversion, eine Live-CD gibt es erst ab der zweiten Alpha, welche wohl im Juni bereits stehen wird. Ich habe mir die Gnome-Variante gezogen und per VirtualBox eine Desktop-Virtualisierung erstellt.

Aufgefallen ist mir dabei, dass die noch junge Testversion keine groben Fehler aufzeigt, die ich als Durchschnittsbenutzer bemerkt hätte. Die erweiterten Sprachpakte für Deutsch lassen sich noch nicht installieren. Ein Kernel 2.6.30 wirkt für den Koala, das GNOME kommt in der Version 2.27.1 daher und OpenOffice hört auf 3.1.0, welches aber noch in Englisch gehalten ist. Weiter soll das lästige Intel-Grafikarten-Problem behoben werden, das betrifft mich meine Hardware aber nicht. Und noch einmal ist es das Ziel dieser Version, die Bootzeit zu verkürzen.

Installiert wird die Alpha-Version ganz normal in der alternativen Variante. Dort konnte ich weder grafisch noch inhaltlich einen Unterschied zum Vorgänger feststellen, wobei ich die Standard-Einstellungen belassen habe.

Installation von Ubuntu 9.10

Der erste Start verlief denn auch tatsächlich recht rasant, auch bei einer minimal eingerichteten, virtuellen Maschine mit bloss 512 MB flüchtigem Speicher.

Der erste Start

Mein Lieblings-Mail-Client, Claws-Mail, ist in den Quellen bereits in der aktuellen Version (3.7.1), welche unter 9.04 noch via Launchpad installiert werden muss, vorhanden. Weiter stellte ich fest, dass die beiden Pakete linux-headers und build-essential für das Kompilieren der VirtualBox Gasterweiterungen nicht mehr extra installiert werden mussten. Entweder sind sie schon installiert oder sie wurden infolge der Abhängigkeiten geholt. Kann auch sein, dass die beiden Pakete in einer Alpha-Version mitgereicht werden.

Desktop

Gesamthaft schafft die erste Alpha-Version einen stabilen Eindruck und der Bootvorgang scheint tatsächlich noch einmal verkürzt zu sein. Weiter verspricht die neue Version des Compilers (GCC 4.4) eine Verbesserung und HAL sollte dann dereinst dem DeviceKit weichen.

Obschon ein stabiler Eindruck entsteht, sollte eine Vorab- oder Testversion niemals zum Bearbeiten von produktiven Daten benutzt werden. Fatale Fehler sind nicht ausgeschlossen, welche zu Datenverlusten führen könnten.

Alle reden über Arch Linux

Mittwoch, 22. April 2009

Über Arch Linux hörte und las ich – insbesondere während den letzten Tagen – recht viel. Auch in der letzten Sendung RadioTux@HoRadS #58 kam das Linux zur Sprache. Bisher habe ich mich von Arch Linux eher ferngehalten, weil ich davon ausging, dass ich ein solches System nicht zum Laufen bringen würde. Denn die Grundinstallation stellt ja “nur” ein Linux ohne grafischen Aufsatz bereit und so darf man sich alles selbst “zusammenbauen”, was man möchte – wenn man denn weiss, wie.

Anfangs Woche habe ich mir dann das Linux doch etwas genauer angesehen und sehr bald festgestellt, dass im deutschen Wiki praktisch alle Informationen und Anleitungen in der Qualität vorhanden sind, dass auch ich als Quasi-DAU ein solches System zum Rennen bringen müsste. Und das ist dann auch eingetreten, nicht zuletzt dank dem geteilten Wissen, das eben im Wiki zu finden ist.

Und so nutzte ich einmal mehr die VirtualBox und setzte damit ein virtuelles Arch Linux auf. Die Grundinstallation ist in etwa ähnlich gehalten, wie die alternative Installation bei Debian, mit der Ausnahme, dass eben kein X-Server und daher auch kein Fenstermanager und so weiter installiert werden. Sämtliche Fragen werden direkt im Prompt gestellt und können dort beantwortet werden. Für gewisse Aufgaben – etwas das Partitionieren – gibt es Wizards, die einem die die richtige Entscheidung für den Standard-Rechner abnehmen.

Arch Linux Grund-Installation

Der Paketmanager namens pacman ist recht einfach zu bedienen und man lernt schnell, den richtigen Syntax zu nutzen. Nach dem Grundsystem und der kurzen Konfiguration habe ich dann einen X-Server installiert, worauf ich dann Gnome setzte. Das hat alles bestens geklappt, ohne dass ich grösseren Herausforderungen begegnet wäre.

pacman

Mit dem Paket gnome-extra kommt auch der GDM (Gnome Display Manager) auf die Platte den ich dann per rc.conf automatisch starten lasse. Damit starte ich das System wie gewohnt direkt mit dem X-Server und Gnome.

GDM

Um die Gasterweiterung der VirtualBox muss ich mich noch kümmern, denn jene muss man händisch installieren. Mindestens bekam ich eine solche Anzeige beim Versuch, die Installation wie gewohnt auszuführen. Vielleicht finde ich dazu noch eine Lösung. Aber immerhin brachte ich das System recht schnell und ohne Probleme zum Laufen.

Gnome

Irgendwie erinnert mich diese Arbeit an die Zeiten anno SuSE 5.xx. Damals versuchte ich auch, ein Linux zum Fliegen zu bringen. Aber meiner Kenntnisse reichten nicht aus, um SuSE zu konfigurieren und ich hatte – trotz dem Admin-Handbuch, das ja damals jeder CD beilag – keine Lust, mich tief einzulesen. Hier bei Arch Linux ist die Doku dermassen gut, dass ich schon recht weit gekommen bin.

Und trotzdem bleibe ich – mindestens derweil – “meinem” Ubuntu oder Debian treu. Das mag Gewohnheitssache sein, vielleicht auch Religion oder ganz einfach Sympathie, wohl aber auch die Erkenntnis, dass ich einen Nutzen daraus ziehen kann. Ja, und andere Distributionen zu beschnuppern macht Spass, frisst aber auch Zeit.

VirtualBox 2.2 unterstützt OVF und OpenGL

Mittwoch, 15. April 2009

Seit geraumer Zeit nutze ich die VirtualBox, allerdings nicht diejenige aus den Ubuntu-Quellen, die sich Open Source Edition (OSE) nennt, sondern die ebenfalls meist kostenlose Version, dessen Quellcode jedoch nicht frei zur Verfügung steht. Jene nennt sich einfach VirtualBox und untersteht der PUEL und ist für den privaten Gebrauch kostenlos. Neulich lieferte Sun eine neue Version, nämlich die 2.2, und verbesserte damit diverse Kleinigkeiten, beispielsweise ein verbesserter Zugriff der Gastsysteme auf den physischen flüchtigen Speicher, aber vor allem zwei nennenswerte Features:

Die VirtualBox unterstützt den Standard Open Virtualization Format (OVF), der es erlaubt, virtuelle Instanzen unter verschiedener Virtualisierungssoftware laufen zu lassen. Im Moment funktioniert das unter VirtualBox (Sun), VMWare, Citrix (Xen), Microsoft und Novell. Also eine ganz beachtliche Liste und es sind wohl die wichtigsten mit dabei.

Ausserdem unterstützt nun auch die VirtualBox den “OpenGL-Standard”, womit eine 3D-Beschleunigung erzeugt werden kann. Unter Linux dürfte dies recht nützlich sein. Hier in meinem Fall ziehe ich keinen Nutzen aus der 3D-Beschleunigung, da ich ja unter Ubuntu ein Windows XP virtualisiere. Und jenes XP brauche ich mehr oder weniger bloss wegen dem VPN-Client im Geschäft und nutze es sonst kaum.

Und so wollte ich die Version 2.2 über die bestehende 2.1 installieren, was mir aber dpk verweigerte, da ein Konflikt zwischen den beiden Versionen und deren Dateien bestünde. Also zog ich das erste Mal den Computer-Hausmeister, der ja unter Ubuntu 9.04 via Menü erreichbar ist, zu Hilfe, der mir alle installierten Pakete anzeigt, welche nicht über den “ordentlichen Weg” auf mein System kamen.

Computer-Hausmeister

Damit habe ich dann die VirtualBox deinstalliert und hoffte inständig, dass der Computer-Hausmeister die Dateien der virtuellen Maschine nicht anfasst. Danach liess sich die neue Version problemlos installieren und das virtuelle XP lebte noch:

virtualbox-information

Das Konvertieren in das neue Format hat ebenfalls bestens geklappt, worauf das virtuelle Windows sogleich startete und seinen Dienst verrichtete. Eine virtuelle Instanz lässt sich dann mit dem Appliance-Wizard ganz leicht exportieren, so dass das System auch auf einer andern Virtualisierungssoftware genutzt werden kann.

Virtuelles Windows unter der VirtualBox

Mit der VirtualBox habe ich bisher ausschliesslich gute Erfahrungen gemacht. Freilich, es gibt kommerziellere Software, die noch etwas mehr kann und weitere Features einbringt, aber für meine Zwecke ist die inzwischen schon bald gute, alte VirtualBox genau das Richtige.