<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>ubuntublog.ch &#187; Wichtigtuerei</title>
	<atom:link href="http://ubuntublog.ch/tag/wichtigtuerei/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://ubuntublog.ch</link>
	<description>Debian und Ubuntu beobachtet</description>
	<lastBuildDate>Tue, 24 Jan 2012 10:32:58 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.1.4</generator>
		<item>
		<title>Das Internet-Manifest: Selbstbeweihr&#228;ucherung 2.0</title>
		<link>http://ubuntublog.ch/kurz-notiert/das-internet-manifest-selbstbeweihraeucherung-2-0</link>
		<comments>http://ubuntublog.ch/kurz-notiert/das-internet-manifest-selbstbeweihraeucherung-2-0#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 09 Sep 2009 06:15:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Roman Hanhart</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurz notiert]]></category>
		<category><![CDATA[Planet]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Journalsimus]]></category>
		<category><![CDATA[Schreibkunst]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Wichtigtuerei]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://ubuntublog.ch/?p=4215</guid>
		<description><![CDATA[Das Internet-Manifest, welches 15 Damen und Herren aus dem &#8220;Online-Journalismus&#8221; verfasst und ver&#246;ffentlicht haben, st&#246;sst mir etwas sauer auf. Beim ersten Durchlesen konnte ich dem Papier noch etwas Sympathie abgewinnen, beim genaueren Lesen entpuppt sich das Schreiben nach meinem Daf&#252;rhalten als aufgeblasene Selbstbeweihr&#228;ucherung der Szene und es manifestiert den stark verwurzelten Glauben an die Technik. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das <a href="http://www.internet-manifest.de/" class="liexternal">Internet-Manifest</a>, welches 15 Damen und Herren aus dem &#8220;Online-Journalismus&#8221; verfasst und ver&#246;ffentlicht haben, st&#246;sst mir etwas sauer auf. Beim ersten Durchlesen konnte ich dem Papier noch etwas Sympathie abgewinnen, beim genaueren Lesen entpuppt sich das Schreiben nach meinem Daf&#252;rhalten als aufgeblasene Selbstbeweihr&#228;ucherung der Szene und es manifestiert den stark verwurzelten Glauben an die Technik. Auch Stephan <a href="http://news.lamprecht.net/index.php/2009/09/08/internet-manifest-nun-ja/" class="liexternal">&#228;ussert seine Bedenken</a> zum Manifest. Hier ein paar Zitate aus dem Papier und meine Meinung dazu:</p>
<blockquote><p>Sie [die Medien] haben die Pflicht, auf Basis der zur Verf&#252;gung stehenden Technik den bestm&#246;glichen Journalismus zu entwickeln &#8211; das schlie&#223;t neue journalistische Produkte und Methoden mit ein.</p></blockquote>
<p>Guter Journalismus basiert auf exakter Recherche und der aktiven Gestaltung an der &#246;ffentlichen Meinung. Das hat erst in zweiter Linie mit Technik zu tun, die als Hilfsmittel eingesetzt werden sollte. Basieren darf der Journalismus aber niemals auf der Technik, sondern auf dem guten, alten Handwerk des Schreibens. </p>
<blockquote><p>F&#252;r die Mehrheit der Menschen in der westlichen Welt geh&#246;ren Angebote wie Social Networks, Wikipedia oder Youtube zum Alltag.</p></blockquote>
<p>Meine Wahrnehmung ist genau umgekehrt; ich schlage vor, das Wort <code>Mehrheit</code> durch <code>Minderheit</code> zu ersetzen. Den Verfassern empfehle ich, wieder einmal in die Welt hinauszuschreiten und mit Menschen auf der Strasse oder in den Cafés zu reden, statt zu &#8220;mailen&#8221; oder &#8220;facebooken&#8221;. Das Internet versucht, die Welt abzubilden. Es ist aber nicht die Welt.</p>
<blockquote><p>Sie [die Internet-Architektur] darf nicht zum Schutz der wirtschaftlichen oder politischen Einzelinteressen ver&#228;ndert werden, die sich oft hinter vermeintlichen Allgemeininteressen verbergen.</p></blockquote>
<p>Das schreiben Medienleute. Spannend! Der n&#228;chstgelegene Schmutz zum Aufwischen liegt meist vor der eigenen T&#252;r, manchmal auch beim Nachbar. Aber sehr selten weiter entfernt.</p>
<blockquote><p>Internet-Zugangssperren gleich welcher Form gef&#228;hrden den freien Austausch von Informationen und besch&#228;digen das grundlegende Recht auf selbstbestimmte Informiertheit.</p></blockquote>
<p>Einem Recht steht immer eine Pflicht gegen&#252;ber. N&#228;mlich die Achtung vor der Gemeinschaft und damit die Pflicht, verwerfliche Inhalte nicht oder speziell gekennzeichnet zu publizieren. <a href="http://www.duden.de/definition/informiertheit" class="liexternal">Informiertheit</a> ist, nebenbei erw&#228;hnt, ein scheussliches Wort. </p>
<blockquote><p>Der einzelne Mensch kann sich so gut informieren wie nie zuvor.</p></blockquote>
<p>Der Fokus sollte auf <strong>kann</strong> zeigen. Es war noch nie so schwierig, aus den unz&#228;hligen Quellen sinnfreie Informationen auszufiltern. Deswegen behaupte ich, dass es noch nie so aufw&#228;ndig war, gut informiert zu sein &#8211; was man darunter auch immer verstehen will.</p>
<blockquote><p>Mehr ist mehr – es gibt kein Zuviel an Information.</p></blockquote>
<p>Das geht einher mit der Auswahl. Ist eine exakte Auswahl nach bestimmten Kriterien nicht m&#246;glich oder nicht gegeben, ist ein Zuviel an Informationen sch&#228;dlich. Wahrnehmung ist zugleich Auswahl und die darf meiner Meinung nach nicht untersch&#228;tzt werden. Greift keine Filterung, werden wir mit Informationen zugem&#252;llt und damit haben wir zuviel davon.</p>
<blockquote><p>Mit journalistischen Inhalten l&#228;sst sich im Internet Geld verdienen. Daf&#252;r gibt es bereits heute viele Beispiele. </p></blockquote>
<p>Sicher? Da bin ich anderer Meinung. </p>
<blockquote><p>Die “Generation Wikipedia” wei&#223; im Zweifel die Glaubw&#252;rdigkeit einer Quelle abzusch&#228;tzen, Nachrichten bis zu ihrem Ursprung zu verfolgen und zu recherchieren, zu &#252;berpr&#252;fen und zu gewichten – f&#252;r sich oder in der Gruppe.</p></blockquote>
<p>Dummes Zeug! Nach wie vor verf&#252;gen die meisten Nichtjournalisten weder &#252;ber das Wissen noch &#252;ber &#252;ber die M&#246;glichkeiten, Nachrichten bis zu ihrer Quelle zu verfolgen und zu &#252;berpr&#252;fen. </p>
<blockquote><p>Das Internet macht es m&#246;glich, direkt mit den Menschen zu kommunizieren, die man einst Leser, Zuh&#246;rer oder Zuschauer nannte &#8211; und ihr Wissen zu nutzen.</p></blockquote>
<p>Stimmt! Das sollte aber nicht dar&#252;ber hinweg t&#228;uschen, dass ein pers&#246;nliches Gespr&#228;ch oder ein Telefonat noch immer die bessere Art der Kommunikation ist &#8211; trotz der allf&#228;lligen Distanz, die es zu &#252;berwinden gibt. Gestik, Mimik, Tonfall und Art lassen sich per Kommentar oder Mail nicht transportieren. Technik ist ein Hilfsmittel, ein Gef&#228;ss. Der Inhalt &#8211; n&#228;mlich die Kommunikation unter Menschen &#8211; ist immer noch derselbe. Wer tats&#228;chlich glaubt, die Technik w&#252;rde einst die Kommunikation revolutionieren, begibt sich in eine Schieflage. Die Technik unterst&#252;tzt bloss die M&#246;glichkeiten, mehr und einfacher zu kommunizieren. Die Kommunikation bleibt, was sie schon immer war.</p>
<blockquote><p>Das Internet ist die Gesellschaft ist das Internet</p></blockquote>
<p>Falsch. Das Internet ist ein Versuch, die Gesellschaft abzubilden. Es ist aber nicht die Gesellschaft. Zum Gl&#252;ck.</p>
<p>Ich denke, dass die Damen und Herren VerfasserInnen nicht nur das Internet &#252;berbewerten, sondern auch zu technikgl&#228;ubig sind. Die Technik bringt uns neue Formen der Kommunikation, die einfacher, bequemer und schneller sind. Aber schlussendlich ist es alter Wein in neuen Schl&#228;uchen.</p>
<p>Wirklich wichtige Regeln &#8211; zwar kein Manifest f&#252;r Journalisten &#8211; wie wir Menschen miteinander im Internet umgehen sollten, sind im <a href="http://wiki.ubuntuusers.de/Ubuntu/Code_of_Conduct" class="liexternal">Code of Conduct</a> bei Ubuntu definiert. Jene Regeln sind fest mit dem Alltag verdrahtet, basieren auf der Praxis und ich habe deren Einhaltung und Missachtung selbst ausprobiert. Sie lassen sich zwar nicht direkt mit dem Internet-Manfest vergleichen, daf&#252;r sind sie praxistauglich.</p>

 <div id="aspdf">
								<p>
 <a href="http://ubuntublog.ch/wp-content/plugins/as-pdf/generate.php?post=4215">
 <span>PDF-Datei dieses Artikels erzeugen</span>
 </a>
 <br /><br /></p>
 </div><h2  class="related_post_title">Ähnliche Artikel</h2><ul class="related_post"><li>21. Dezember 2009 -- <a href="http://ubuntublog.ch/kurz-notiert/geheime-botschaften" title="Geheime Botschaften">Geheime Botschaften</a> (4)</li><li>2. September 2009 -- <a href="http://ubuntublog.ch/applikationen/opera-10-und-die-opera-list" title="Opera 10 und die opera.list">Opera 10 und die opera.list</a> (17)</li></ul>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://ubuntublog.ch/kurz-notiert/das-internet-manifest-selbstbeweihraeucherung-2-0/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>8</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

