Mit Ubuntu ein Web-Radio betreiben
Vor einiger Zeit hatte ich mich einmal für das Thema Radio interessiert. Ich war da in meiner Stadt einmal ein kleines alternativ Radio besuchen um mal ein wenig hinter die Kulissen zu schauen. So durfte ich mir im Radio Stadtfilter die ganze Technik und die Organisation erklären lassen. Mir war bei diesem Rundgang aufgefallen, dass das Hauptprogramm der Musikverwaltung nicht mit freier Software organisiert wurde. Dieser Gedanke hatte mich einfach nicht mehr los gelassen. Sobald ich einmal mit dem Thema Radio zu tun hätte, würde ich natürlich Ubuntu dazu verwenden.
So ist es gekommen, dass ich nun ein kleines Projekt mit dem Thema Web-Radio am bearbeiten bin. In diesem Bericht werde ich einmal einen ersten Teil beschreiben, wie man mit Ubuntu ein Web-Radio betreiben kann.
Phase A – Die Planung
Ich habe mich hingesetzt und einmal eine Zeichnung gemacht, wie ich mir so ein Radio / Voice Channel vorstellen könnte. Mein erster Gedanke widmet sich eigentlich im wesentlichen dem Thema, für was man denn ein Web-Radio gebrauchen kann. Ein zweiter Gedanke ist die Benutzung der Technik die dahinter steht.
Für was ein Webradio ?
Das ist eine gute Frage. Es gibt ja schon genug Radios auf dieser Welt und warum sollte ich da noch ein solches Radio machen. Diese Frage würde ich gerne ganz kurz beantworten und denke es macht Sinn dass wir einfach freie Musik anbieten. Es wird nicht die Hauptaufgabe des Radios sein, nur Musik anzubieten. Die Zukunftsidee ist ein eigentlich ein Voice Channel.
Der Voice Channel
Auf diesen Namen bin ich eigentlich gekommen, weil ich eine Woche lang beim Ubuntu Community Week teilgenommen habe. Dort wurden eine ganze Woche lang jeden Abend über den IRC Channel Kurse abgehalten. Man konnte sich im IRC Chat einloggen und die Beiträge lesen. Abschliessend muss ich sagen, dass diese Art der Kommunikation zwar eine Interaktion via IRC ermöglicht, aber für mich ein eher mühsames Lesen und verstehen der Beiträge darstellt. Diese Art von Kursen geben genügt mir nicht. Als ehemaliger Lehrer ist mir bewusst, dass man alles was man liest, am Schluss für 10% behalten kann. Im besseren Fall behält man bei etwas dass man hört rund 20% des Inhaltes. Bei der Mischung aus etwas das man hört und etwas dass man lesen kann schlägt dies dann mit 30% zu Buche. Hätte man also einen Voice Channel dem man zuhören kann und gleichzeitig einen IRC Chat, dann wäre das doch eine bessere Variante. So gesehen ist das für Anreiz genug, ein Web-Radio / Voice Channel zu erstellen.
Die Technik
Bei der Technik muss ich ganz vorne anfangen. Von Radio-Technik habe ich noch keine Ahnung und lasse diese auch einmal liegen. Ich widme mich weiter zur Stream-Technik. Es gibt einige Techniken einen Radio-Stream für das Internet zu realisieren. Da ich aber ein ubuntero bin, suche ich in diesem Umfeld nach Möglichkeiten. Diese sind leicht gefunden und mit einem Artikel von uu.de auch sehr gut umschrieben. Wie sieht die zukünftige Technik aus:
- Als Stream-Server wird icecast2 eingesetzt
- Bei der Hardware kann ich auf Robin zählen. Er wird mir auf einem Root Server das icecast2 installieren
- Bei der Bandbreite können wir zum Anfang einmal mit 100 MBits rechnen. Das müsste reichen um 720 gleichzeitige Hörer zu versorgen
- Beim Stream-Client inkl. der Hardware bin ich bis jetzt bei Darkice und der Internet DJ Console angelangt. Je nach Anforderung kann sich der Client noch ändern
Die Resourcen
Grundlegend wird das Web-Radio oder auch Voice-Channel durch freie Musik mit CC Lizenz versorgt. Beiträge und Sendungen werden je nach Anlass dazu kommen.
Fazit
Für mich ist das Web-Radio oder der Voice-Channel eine neue Erfahrung und eine Herausforderung. Das angestrebte Ziel wird sein, rund um die Uhr freie Musik und Beiträge senden zu können. Ich bin mir sicher diese Ziele erreichen zu können, da meine internen Tests schon sehr gute Resultate gezeigt haben. Wir werden sehen, im nächsten Beitrag geht es dann in die Phase B – die Testumgebung.



25. Juli 2011 um 21:51:56 Uhr
Soso, Du warst also mal Lehrer. Erfreulicherweise habe ich das bisher nicht bemerkt, was für Dich spricht
25. Juli 2011 um 22:00:46 Uhr
Würden sich zum übertragen der Textnachrichten nicht vielleicht Untertitel in Videos eignen? wenn du als Video nur ein schwarzes Bild überträgst und die Chat Nachrichten als Untertitel dazu, dann würde es wohl nicht mal so viel Bandbreite kosten.
25. Juli 2011 um 22:38:26 Uhr
@Tomby: würde sicher gehen. ein mögliches endziel wäre auch web-tv. mal schauen was wir noch daraus machen.
@robologo: danke. aber nur keine angst, ich war kein normaler lehrer
26. Juli 2011 um 06:55:27 Uhr
720 gleichzeitige Hörer? Unicast? Internet-Steinzeittechnik?
Erkundige dich doch mal bei deinem Webhoster, ob nicht IGMP (Multicast) möglich ist!
26. Juli 2011 um 13:26:45 Uhr
Ich habe mal gehört, dass der Creative-Commons-Radiosender Fishmixx ein Webinterface zur Verwaltung von Titeln und Wiedergabelisten entwickelt. Eventuell fragst du mal im Chat nach: http://www.fishmixx.de/page_chat
26. Juli 2011 um 16:52:09 Uhr
Es gibt für die ganze Sendeabwicklung und Musikplanung eine freie Software: http://rivendellaudio.org/
Die spielt schon in einer Liga mit den ganz großen, professionellen und teuren Programmen. Dadurch ist die Software natürlich auch recht komplex in der Konfiguration. Wenn man sich aber dafür interessiert, wird man mit einer super Software belohnt.
http://www.talkunafraid.co.uk/
Dort findet man einige Anleitungen zur Installation von Rivendell unter Ubuntu.
Momentan arbeite ich an einem Wikiartikel zu Rivendell im ubuntuusers-Wiki. Es wird aber noch ein wenig dauern, bis der fertig ist.
27. Juli 2011 um 23:46:55 Uhr
[...] habe im letzten Artikel beschrieben, dass ich eine Testumgebung für das Web-Radio aufbauen möchte. Dies ist nun [...]
01. August 2011 um 00:17:45 Uhr
Mal eine richtige gute Idee – die auch schon Formen annimmt, wie man sehen kann. Weiter so!