partimage für Ubuntu einsetzen
Falls ein ganzes System oder eine komplette Partition gesichert werden soll, eignet sich dazu partimage ganz gut. Es läuft in der Konsole, ist schnell, einfach zu bedienen und verfügt über eine leistungsfähige Komprimierung. Da sich damit nur Partitionen sichern lassen, die nicht eingehängt sind, muss bei Ubuntu mit einem Wartungssystem oder einer Live-CD gearbeitet werden. Leider enthält die Live-CD von Ubuntu partimage nicht. Es könnte zwar im Live-Betrieb installiert werden, das scheint mir aber nicht sehr komfortabel zu sein.
Daher würde ich entweder eine bootfähige CD direkt von partimage herunterladen, oder beispielsweise eine Start-CD von Knoppix verwenden. Dort ist partimage vorhanden. Ich habe die letztere Variante ausgewählt, da sich Knoppix auch noch für andere Arbeiten eignet.
Sobald die Knoppix-CD das Sytem gestartet hat, lässt sich das Programm in der Konsole starten. Falls man vergisst, sudo voranzustellen, gibt das Programm eine entsprechende Warnung aus, startet dann aber dennoch. Es ist aber wichtig, dass partimage mit Root-Rechten gestartet wird:
sudo partimage
Unter der Knoppix-Live-CD wird kein Kennwort für sudo erwartet. Das Programm startet sofort.

Dann lassen sich die einzelnen Partitionen auswählen, die gesichert werden sollten. Mit TAB wird jeweils das nächste Feld erreicht, in dem der Pfad zum Sicherungsmedium angegeben wird. Es liessen sich auch Netzwerk-Rechner als Ziele angeben, das habe ich aber nicht ausprobiert. Ich schreibe auf eine externe USB-Festplatte. Stimmen die Angaben, reicht ein F5, um auf die nächste Seite zu gelangen, wo die Eigenschaften und Optionen eingestellt werden.

Meistens sind die Voreinstellungen schon recht sinnreich vorgegeben. Die Grösse der gzip-Archive sollte nicht über den vorgegeben Wert (2037) eingestellt werden, eine Verringerung führt jedoch zu keinen Fehlern. Auch hier kommt man mit F5 weiter, wenn alles richtig eingestellt ist. Sollte nun aus irgend einem Grund die zu sichernde Partition noch eingehängt sein, erscheint ein entsprechender Warnhinweis, der so stehen bleiben sollte, bis in einer weiteren Konsole die Partition ausgehängt wurde. Dann kann man die Meldung quittieren und kann sogleich weiterfahren, ohne noch einmal von vorne zu beginnen.

Zunächst prüft nun partimage die zu sichernde Partition. Das hat bei mir einige Minuten gedauert. Die Meldung wird mit OK bestätigt, worauf dann partimage beginnt, die Partition zu sichern.

In meinem Fall wurde die Partition, die 143 GB gross und zu knapp 19 GB belegt ist, schlussendlich mit gesamthaft sechs gzip-Archiven gesichert, wobei das letzte Archiv noch ein GB gross war. Also gesamthaft elf GB Speicherbedarf bei einer normalen gzip-Komprimierung.

Nach gut einer Dreiviertelstunde war die Sicherung durch. Wer eine solche Arbeit öfters tun möchte oder muss, sollte sich allenfalls die Schalter zu Hilfe nehmen, mit denen eine Sicherung per Batch ausgeführt werden kann.
Das Zurückschreiben einer Partition funktioniert von der Bedienung her genau gleich, wobei vorausgesetzt wird, dass die Partitionen bereits angelegt oder deren Inhalt defekt sind. Sind die Partitionen nicht vorhanden, können sie zuvor ebenfalls beispielsweise mit der Knoppix-Live-CD und GParted angelegt werden.
Ich halte partimage für eine reife Lösung, um ganze Partitionen zu sichern. Zur “normalen Datensicherung” ziehe ich es aber vor, nur die entsprechenden Dateien zu kopieren. Das geht schneller und reicht für jenen Zweck völlig aus. Da käme beispielsweise sbackup in Frage.
Übrigens: Adriane und Klaus Knopper (Knoppix) haben uns anlässlich der Chemnitzer Linux-Tage im März 2009 ein Interview bei Radio Tux gegeben. Es lässt sich hier bei Radio Tux nachhören.

Links stehen Adriane und Klaus Knopper, die auf die Fragen von Thomas Steinbrecher antworten.


30. März 2009 um 11:58:02 Uhr
Kennst Du die Live-CD “Parted Magik” – wenn nicht, schau sie Dir mal an. Da ist iirc auch partimage drauf.
30. März 2009 um 14:46:04 Uhr
Ich verwende partimage nicht mehr. Die Entwicklung ist anscheinend irgendwann eingeschlafen.
Es gibt immer noch Bugs, wie das Fehlen des MBRs, wenn man bzip2 verwendet usw…
Soweit ich weiß gibt es auch keine Möglichkeit, das partimage-Abbild nur anzusehen, um einzelne Dateien raus zu kopieren.
Auch ein toller Bug:
http://bugs.debian.org/cgi-bin.....bug=513756
Im partimage-Forum gibt es einige Themen, in denen Leute von CRC-Errors und Segfaults berichten. Aber anscheinend bleiben diese Probleme ungelöst.
http://www.partimage.org/forums/viewforum.php?f=9
Eventuell wird ja partimage-ng ein guter Ersatz:
https://launchpad.net/partimage-ng
mfg pluvo
30. März 2009 um 14:51:40 Uhr
@Christian: Parted Magik will ich mir anschauen, kenne ich (noch) nicht. Danke für den Hinweis.
@pluvo: Schade, wenn solche Pakete schlafen gelegt werden, finde ich. Als Alternative für die Konsole gäbe es noch dd.
31. März 2009 um 01:30:00 Uhr
Abgesehen von deinem Beitrag zu partimage finde ich den Interview Verweis (wie auch schon beim SELinux Experten) sehr interessant!