Ubuntu und Real VNC unter Windows

Bei meinem Arbeitgeber gibt es auf der Clientseite eine (fast) reinrassige Windowsumgebung. Und doch nutze ich gerne ein Linux/GNU, um verschiedene Aufgaben per Client erledigen zu können. Serverseitig setzen wir bereits eine handvoll Linux/GNU-Serverli ein, aber ich spreche hier von der Desktop-Umgebung. Es gibt ja verschiedene Möglichkeiten, sich ein Linux-Desktop in einer Windows-Umgebung zurechtzulegen, wenn keinen physischen Rechner dazu nutzen kann oder will.

Da gäbe es beispielsweise Cygwin für Menschen, denen ein Terminal ausreicht, beziehungsweise per SSH eine Applikation starten möchten, oder die Workstation von VMWare und natürlich die VirtualBox. Sie alle verfügen aber über einen mehr oder weniger gewichtigen Nachteil: Sie (ver)brauchen lokale Ressourcen des Desktop-Rechners. Obschon heute flüchtiger Speicher meist ausreichend vorhanden ist, die Festplatten immer grösser werden und sich die Prozis in Kerne teilen, schleckt keine Geiss weg, dass diese Virtualisierungsformen Ressourcen benötigen. Und so bin ich über das Blog von Carsten auf einen Beitrag über die Anwendung Real VNC gestossen. Damit lässt sich ein Linux-Desktop remote steuern, ab einer Windows-Kiste.

Im Betrieb stehen mir dem Haus vier kräftige ESX-Server zur Verfügung, auf denen ungefähr je zehn Serverli rennen. Irgendwo zwischen jenen Maschinen brachte ich dann noch eine klitzekleine, virtuelle Ubuntu-Workstation unter, ressourcensparend und meist still vor sich hinsummend. Verstecken muss ich sie vor niemanden, ich habe sie also nicht deregistriert. Und jene Maschine lässt sich wunderbar per Real VNC steuern. Damit nutze ich lokal sehr bescheidene Ressourcen und verfüge dennoch über eine leistungsfähige Ubuntu-Maschine.

Der dafür benötigte Viewer kann kostenlos bezogen werden. Er nennt sich VNC Viewer Personal Edition. Dort gibt man dann einfach die IP oder den Hostnamen des Rechners, den man fernsteuern will, ein und verbindet sich – in meinem Fall über das LAN. Zuvor muss allerdings auf dem Zielrechner noch die entsprechende Berechtigung erteilt werden (System / Einstellungen / Entfernter Desktop). Der VNC Viewer verfügt über einige Optionen, die sich durchzusehen lohnen. Ausserdem sollte man sich überlegen, ob man die Verbindung verschlüsseln möchte.

Weitere, hochwertige Informationen zu VNC aus Ubuntu-Sicht gibt es im Wiki von ubuntuusers.de zu lesen. Ergänzend und / oder als Alternative habe ich mir noch Xming, ein X-Server für Windows, angesehen. Dazu möchte ich aber später separat berichten.

Ähnliche Artikel

Schlagwörter: , , , , ,

4 Kommentare to “Ubuntu und Real VNC unter Windows”

  1. JanNo Gravatar schrieb:

    Ich kenn das Problem, zum Glück habe ich einen recht potenten Arbeitsplatzrechner, so dass ich mein Ubuntu in einer VM laufen lassen kann.
    Dabei hat halt der Host so wenig Resourcen wie nur Möglich zugewiesen. So lässt sich über die VM im Vollbild auch ganz gut arbeiten :)

  2. Ice PolarNo Gravatar schrieb:

    Moin, moin,

    Guckst Du auch mal FreeNX von NoMachine. Server auf Ubuntu installieren, Client auf Windows und los geht’s wie mit einem Remote-Desktop oder Citrix-Desktop –> ist schneller als VNC.

    LeftHanded Greetings
    Ice

  3. Roman HanhartNo Gravatar schrieb:

    Danke Ice Polar! Habe ich gleich ausprobiert, kommt nicht schlecht an. Werde das Ding noch etwas genauer ansehen.

  4. BastiNo Gravatar schrieb:

    Das ist ein guter Tipp – danke schön!

Hinterlasse einen Kommentar

blogoscoop Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de