HTC Magic mit Android: Der erste Eindruck

Seit Jahren nutze ich einen leichten und einfach gehaltenen mobilen Telefonapparat, bestückt mit einer ebenfalls einfachen PrePay-Karte von Swisscom. Das Internet in der Hosentasche war für mich eigentlich nie ein Thema, denn ich erachtete es eher als Fluch denn als Segen. Aber die Zeiten ändern sich und damit auch die Menschen, oder wenn Du willst, kannst Du es auch umgekehrt formulieren.

AndroidNun bin ich seit einigen Tagen Besitzer eines “HTC Magic Knochens”, der mit das besagte Internet in der Hosentaschen ermöglicht. Es ist mit Android ausgestattet, einem GNU/Linux für mobile Geräte, das sich hauptsächlich aus quelloffnener Software zusammensetzt. Der Urheber dieses “Betriebssystems für mobile Geräte” ist Google und damit bewege ich mich in einer politischen und philosophischen Zone. Denn ohne Google-Account sind vieler der Dienste innerhalb von Android nicht nutzbar. Das Telefon lässt sich zwar auch ohne Account bei Google bedienen, aber damit “verschenkt” man viele Möglichkeiten.

Einen Google-Account habe ich schon seit Jahrzehnten Jahren und so konnte ich den auch einsetzen. Überrascht hat mich die hohe Geschwindigkeit, mit der beispielsweise die Kontakte zwischen dem HTC und Google Mail abgeglichen werden. Das geht sehr schnell und es werden alle Felder richtig synchronisiert. Das tönt trivial, klappt aber bei weitem noch nicht bei allen Synch-Dingern. In diesem Fall handelt es sich auf beiden Seiten um den selben Software-Lieferanten und darin liegt wohl auch der Grund des “perfekten Abgleichs”.

HTC MagicEs gibt verschiedene Gründe, wehalb ich mich für das HTC Magic entschieden habe. So erachte ich es als Vorteil, wenn freie Software zum Einsatz kommt. Ausserdem ist das HTC Magic einer der wenigen Telefone, die eine WLAN-Karte integriert haben; Blackberry liefert immer noch ohne aus. Ausserdem ist ein GPS-Empfänger, ein digitaler Kompass und ein Lagesensor integriert. Mit dem GPS-Empfänger und dem Kompass lässt sich beispielsweise OpenStreetMap nutzen, wie es hier das Blog aus Graz beschrieben hat. Aber man kann auch das bereits vorinstallierte Paket Google Maps einsetzen. Ich möchte Gmail nicht nutzen (eventuell bloss die Kontakt-Verwaltung) und dafür gibt es einen bereits vorinstallierten POP3- und IMAP4-fähigen Mailclienten. Weitere Daten zur Technik beim HTC Magic sind auf wikipedia notiert.

Das Linux braucht seine Zeit, bis es hochgefahren ist, vielleicht 45 Sekunden. Das ist – wenn man am Warten ist – sehr lange. Was ich nicht verstehen kann, ist das Fehlen vom OBEX-Support. Android ist ein Linux und sollte meines Erachtens OBEX von Haus aus unterstützen. Die Speicherkarte des Telefon lässt sich somit nicht via Bluetooth an einen Linux-Rechner anbinden, bloss via USB ist möglich. Ausserdem kann ich im Moment das Telefon nicht als GPRS oder EDGE-Device via Bluetooth nutzen, sowie ich es hier für ein anderes Telefon beschrieben habe. An beiden Herausforderungen arbeitet Google im Moment; bei einem der kommenden Updates wird dann wohl der Support für OBEX integriert sein.

Der Lagesensor reagiert träge, wenn überhaupt und die integrierte Kamera ist nach meinem Guster nicht das Gelbe vom Ei. Dafür erachte ich den Android Market als Fundgrube und Schatzkammer. Dort gib es – nebst “Just4Fun-Dingern” und wertlosen Goodies – ein paar ganze gute Applikationen. Die meisten davon sind quelloffen und kostenlos zu haben, die Kommentarfunktion wird benutzt und damit bekommt man einen Eindruck, ob die Software etwas taugt. Die Installation ab dem Market ist denkbar einfach und geht schnell.

Ich erachte das Gerät als geeignet, um meine Bedürfnisse zu erfüllen. Denn ich möchte damit Telefonieren, meine Mails abfragen, hin und wieder ein Dent absetzen (dazu setze ich twidroid ein) und möchte vielleicht ein paar Seiten besurfen. Ausserdem will ich das Gerät als Orientierungshilfe (GPS) einsetzen. Dank integriertem WLAN behalte ich die Kosten im Griff, dazu habe ich die permanente Verbindung via GPRS deaktiviert. Die wird nur dann aufgebaut, wenn ich es erlaube oder wenn eine Applikation die Genehmigung von mir dazu bekommt.

Über Android und das HTC Magic werde ich wohl noch öfter berichten. Ich will mich zuerst einmal richtig einarbeiten und die Einzelheiten kennen lernen.

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13 Kommentare to “HTC Magic mit Android: Der erste Eindruck”

  1. RenéNo Gravatar schrieb:

    Viel Spaß mit dem Gerät, ich besitze es selber und die Möglichkeiten sind sehr divers. Man findet fast täglich neue interessante Apps im Market und durch die OTA-OS Updates bleibt man auf dem neuesten Stand.

  2. janNo Gravatar schrieb:

    Danke für den Hinweis auf die Möglichkeit OpenStreetMap-Karten mit MapDroyd benutzen zu können. Ich kannte das Programm noch nicht und habe auf meinem Magic bisher AndNav2 benutzt, das auch die Option bietet Karten herunterzuladen. Es ist aber leider sehr träge ist und belegt ziemlich viel vom Arbeitsspeicher, sodass im Hintergrund laufende Programme beendet werden. MapDroyd ist von der Geschwindigkeit zwar nicht ganz so gut wie Google Maps, dafür habe ich jetzt aber eine komplette Deutschlandkarte, die nur ca. 200MB belegt, weil die Karten in einem Vektorformat gespeichert sind.

    Nach meinen bisherigen Erfahrungen kann man mit der Kamera durchaus gute Bilder machen (besonders Nahaufnahmen). Allerdings ist ein großes Problem der Autofokus, der häufig nicht funktioniert. Es gibt da aber auch einen großen Software-Unterschied zwischen der hier in Deutschland verkauften Google-Version von Vodafone und der HTC-Version. Nur in der Google-Version ist es möglich ein Foto gar nicht erst aufzunehmen, wenn der Autofokus nicht richtig scharfgestellt hat, indem man den Finger vom Onscreen-Auslöser wegzieht. Bei der HTC-Version, deren Software von HTC geändert wurde, funktioniert das nicht, da diese keinen zweistufigen Onscreen-Auslöser hat (beim ersten Drücken wird sofort scharfgestellt und das Bild gespeichert). Ich habe aber auch schon von Berichten gelesen, nachdem die Bilder der Kamera in der linken Hälfte unscharf sind und nur in der rechten Hälfte scharf werden, mein Gerät ist davon aber zum Glück nicht betroffen. Auf jeden Fall macht die Kamera bessere Bilder als die 2 Megapixel-Kamera ohne Autofokus meines alten Handys (Sony Ericsson K660).

  3. Dirk DeimekeNo Gravatar schrieb:

    Glückwunsch zum neuen Gerät! Ich bin sehr gespannt auf weitere Berichte.

  4. Sprechen mit Android ... - Dirks Logbuch schrieb:

    [...] mit Android … Hallo Roman, bitte immer daran denken: via Geek and Poke Geschrieben von Dirk Deimeke um 14:45 | [...]

  5. volRotNo Gravatar schrieb:

    Hallo,
    darf ich Fragen ob Dein Handy auch z-Push oder sycml unterstützt?
    Gruß
    Volker

  6. SteffenNo Gravatar schrieb:

    Hi,

    viel Spass mit dem Magic! Und uns viele Blogartikel zu Android:)

  7. Roman HanhartNo Gravatar schrieb:

    @jan: Danke für Deine Bericht!

    @volRot: Das weiss ich nicht, nutze es in diesem Zusammenhang nicht, zumal die Bluetooth-Anbindung im Moment zu wünschen übrig lässt. Soweit ich aus Foren lesen konnte, wird jedoch syncml nicht unterstützt, konnte es aber nicht definitiv herausfinden.

  8. BeatNo Gravatar schrieb:

    Hallo Roman
    weisst Du, wie es im Moment um die Möglichkeit steht, paid apps via market in der Schweiz runterzuladen? – im web findet man allerlei technische hacks, die ich im Moment vermeiden möchte.
    Gruss,
    Beat

  9. Roman HanhartNo Gravatar schrieb:

    Hallo Beat
    Nein, weiss sich im Moment auch nicht; habe mich noch gar nicht um das Thema gekümmert. Aber sobald ich darauf stosse, melde ich mich.

  10. RaikoholNo Gravatar schrieb:

    schönen guten tag,

    ich habe mir auch dieses schöne gerät erstanden, habe jedoch noch eine frage zum market.
    ich habe eine internetflat dazu und wollte nun fragen ob ich für die downloads bezahlen muss oder ob die wirklich kostenlos sind.

    um eine antwort wäre ich sehr verbunden,lg raikohol

  11. Roman HanhartNo Gravatar schrieb:

    @Raikohol: Dein Provider wird ja nicht unterscheiden, welche Daten Du wo abholst. Insofern werden die Downloads zum ganz normalen Volumen dazugezählt. Die Applikationen sind wohl kostenlos, der Download übernimmt aber der Nutzer des Telefons.

  12. RaikoholNo Gravatar schrieb:

    danke schön.

    eine letzte frage hätte ich allerdings noch.
    kann man gar nicht seine eigene musik als klingelton nutzen?wenn ja wie kann ich das einstellen?
    denn die standardklingeltöne sind recht kurz und leicht überhörbar meines betrachtens.

  13. Roman HanhartNo Gravatar schrieb:

    Oh, da habe ich leider keine Ahnung davon… Gefunden habe ich dazu nichts, aber vielleicht weiss das jemadn anders. Oder frag doch mal im Forum nach: http://www.android-hilfe.de/

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