Ubuntu 9.10 auf Lenovo IdeaPad S12

Vor einigen Tagen habe ich vom täglichen Guido ein weiteres Netbook für günstiges Geld beschafft. Es handelt sich dabei um ein Gerät aus dem fernen Osten (das sind ja mittlerweile alle Geräte ab der Stange) aus dem Hause Lenovo. Ein IdeaPad S12 ist es und der erste Eindruck ist ganz gut. Es wirkt deutlich stabiler und robuster gebaut als die aktuellen Geräte namens EEE PC aus dem Hause ASUS. Die ersten EEE PC waren ja noch recht robust, aber ich denke, die werden auch immer billiger und damit lässt die Qualität nach, vor allem diejenige vom Gehäuse und der Tastatur. Bei diesem Rechner ist das (noch) nicht der Fall. Die Tastatur ist schön weich im Anschlag und sie vermittelt den Eindruck, dass sie qualitativ gut verbaut wäre. Auffallend für mich ist, dass Lenovo keine Taschen ausliefert. Die muss man sich separat erwerben; die ASUS-Leute packen immer eine passende Tasche mit in den Karton.

Mein Anforderungsprofil für ein Netbook ist ziemlich einfach gestrickt. Ich brauche einen Browser, ein E-Mail-Client, möchte gerne einen guten Editor wie Bluefish oder Geany nutzen, setze ab und an FTP ein und blogge vielleicht mal etwas. Dazu muss ich eine rudimentäre Bildbearbeitung ausführen können – ich nutze meist das für mich völlig überladene Gimp – und will auch noch etwas mit Audacity wirken. Dann kommt noch Telefonie dazu (ja, ich gebe es zu, ich nutze Skype) und das wäre es dann schon.

Die Dinger werden mit Windows XP ausgeliefert. Das ist für einen Windows-Menschen sicherlich eine gute Wahl, wobei bei zwei GB flüchtigem Speicher, der standardmässig verbaut wird, allenfalls auch ein Windows 7 in Frage käme. Ich nutze lieber ein freies Betriebssystem und Anwendungen dazu und so habe ich darauf Ubuntu Karmic Koala installiert. Ich nutzte einen USB-Stick und die Desktop-Variante, damit ich bei ersten Booten, der ja nichts am bestehenden System verändert, testen konnte, ob alle Hardware erkannt wird. Die Installation klappte dann auch ohne Herausforderungen, recht schnell und schmerzfrei. Das ist für mich ein wichtiger Punkt, denn aufgrund meiner schwachen Kenntnisse in Sachen Hardware und Linux bin ich darauf angewiesen, dass die Installationsroutine von Ubuntu meine Hardware erkennen und die Software dazu mehr oder weniger selbständig parametrisieren kann. Für den WLAN-Käfer braucht es einen unfreien Treiber, denn es liegt eine Broadcom-STA-Funk-LAN-Karte vor.

Diese funktioniert soweit ganz gut, mit der Ausnahme, dass ich keine WEP-verschlüsselte Verbindung zustande brachte. Jene SSIDs werden bei der Suche auch nicht mehr gefunden und wenn ich sie von Hand hinzufüge, kommt keine Verbindung zustande. Nun, WEP ist mindestens von vorgestern und völlig unsicher. Deswegen weine ich jenen Verbindungen nicht nach, sondern stellte auf WPA beziehungsweise WPA2 um. Weiter sehe ich einen Nachteil darin, dass das Gerät für Windows konzipiert wurde, weil BIOS-Upgrades und dergleichen für jene Plattform bereitgestellt werden. Aber ansonsten bin ich sehr zufrieden damit. Sämtliche Hardware wird sauber erkannt und kann sofort benutzt werden.

Auch die Funktionstasten laufen einwandfrei; beispielsweise um die Lautstärke zu regeln oder die drahtlosen Verbindungen zu deaktivieren. Es sind drei USB-Anschlüsse vorhanden, was für ein Gerät in dieser Klasse ausreichen sollte. Und es gibt nicht nur einen Slot für SDs, sondern auch ein Schlitz für ExpressCards.

Im Gerät taktet ein Intel Atom-Prozessor (Es gibt auch eine VIA Nano Version), 2 GB flüchtiger Speicher sind in DDR II SO-DIMMs da, 12.1 Zoll bietet der Bildschirm, der eine LED-Hintergrundbeleuchtung hat. Dahinter wirkt ein Intel GMA 950 Chip, welche sofort erkannt und eingesetzt wurde. Die Festplatte ist eine SATA mit 160 GB Platz. Die integrierte Kamera bietet 1.3 MegaPixel, welche ich mit Cheese bediene. Weitere Informationen zu den Spezifikationen gibt es hier zu lesen.

An einigen Stellen im Internet habe ich von Interrupts gelesen, die unter Linux bei diesem Gerät auftreten würden. Bisher begegnete ich diesem Verhalten erst einmal. Beim Booten blieb der Rechner stehen, bis ich eine Taste betätigte, dann ging es weiter. Das passiert aber bisher erst einmal, wobei ich den Rechner gesamthaft erst ungefähr 30 mal gestartet habe. DIe Akku-Laufzeit kann ich im Moment noch nicht so gut beurteilen, weil ich im Akku-Betrieb mein Android-Telefon per USB angeschlossen habe, welches dann zusätzlich noch Spannung aufnimmt und die Akkulaufzeit beeinflusst. Mit dem Telefon im Schlepptau zeigt die Energie-Verwaltung eine Laufzeit von knapp drei Stunden an. Das vollständige Aufladen des Akuus dauert etwa zweieinhalb Stunden.

Die Tastatur finde ich ganz gut, die behagt mir sehr, ist weich zu bedienen und unterscheidet sich bis auf den Numlock kaum mehr von einer normalen Qwertz-Tastatur. Für mich ist es das ideale Gerät für unterwegs, da es doch noch leichter und kleiner ist als mein Lenovo R61 und dennoch ausreichend Komfort bietet. Das 12.1 Zoll Gerät sehe ich als die ideale Zwischenform inmitten von Notebooks und für mich zu kleinen 10 Zoll-Geräten oder gar Handys. Allerdings sind die 12.1 Zoll auch ein Grund, im Gerät kein klassisches Netbook mehr zu sehen, sondern eher bereits ein Notebook. Mir ist das ziemlich wurscht. Mir gefällt das Gerät, es funktioniert auch mit Ubuntu recht flott und ich arbeite gerne damit.

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26 Kommentare to “Ubuntu 9.10 auf Lenovo IdeaPad S12”

  1. MikeNo Gravatar schrieb:

    > Auffallend für mich ist, dass Lenovo keine Taschen ausliefert. Die muss man sich separat erwerben; die ASUS-Leute packen immer eine passende Tasche mit in den Karton.

    Macht Asus leider auch schon länger nicht mehr. Das IdeaPad werde ich mir jedenfalls merken, der Bildschirm hört sich sehr toll an (kein 16:9, jawohl!).

  2. Roman HanhartNo Gravatar schrieb:

    Beim EEE PC 1101 HA, den ich vor ein paar Monaten gekauft habe, war noch eine Tasche mit dabei. Dann haben die also damit auch aufgehört. Schade.

    Ja, 16:10 ist irgendwie “heimeliger” ;-)

  3. EmkayNo Gravatar schrieb:

    Das Freezen beim Systemstart wird schon noch häufiger kommen, vertrau mir. :) Stellt man den AHCI-Modus im BIOS jedoch um, tritt das Problem eigentlich fast nicht mehr auf.

    Das einzige was mich ein wenig an dem Teil stört, ist die Leertaste. Irgendwie erwische ich die Taste wohl öfter mal falsch, sodass dann kein Leerzeichen erscheint, was beim Texte schreiben/Programmieren ziemlich nervig sein kann. Ein Kumpel hat damit aber keine Probleme … liegt dann wohl an mir :)

  4. Roman HanhartNo Gravatar schrieb:

    Danke, Emkay! Ich schaue mir den Posten im BIOS mal an.

  5. TetetetNo Gravatar schrieb:

    “für günstiges Geld beschafft”
    Ich will mir auch ein ähliches Netbook kaufen. Mit welchem Preis kann man bei einem Angebot rechnen? Wie günstig kann es sein?

  6. Piccolino81No Gravatar schrieb:

    Hallo,

    wenn Du Zeit und Lust hast, kannst Du ja noch ein Bewertung für das “IdeaPad S12″ auf http://www.linuware.com hinterlassen.

    Grüße
    Piccolino81

  7. Roman HanhartNo Gravatar schrieb:

    @Tetetet: Das Gerät kostet hier um die 450 bis 500 Franken, das sind etwa 300 – 330 Euronen. Ich konnte es für 429 Franken kaufen (ca. 286 Euro): http://www.toppreise.ch/index......38;sRes=OK

    @Piccolino81: Danke für den Hinweis, kannte ich gar nicht, diese Seite. Ich werde dort meine Beurteilung ablegen.

  8. LiNUWARE – Linuxtauglichkeit bewerten » Von Roman Hanhart » ubuntublog.ch schrieb:

    [...] Zusammenhang mit meinem Lenovo IdeaPad S12 hat mich Pascal auf die Site LiNUWARE aufmerksam gemacht, die er in das Leben gerufen hat. Darauf [...]

  9. ASUS ;) (ROB)No Gravatar schrieb:

    http://www.pcp.ch/Lenovo-IdeaP.....zAodPFA1zg

    Gesichtserkennung «VeriFace»
    Mit Hilfe der «VeriFace»-Gesichtserkennung loggen Sie sich über die integrierte Webcam in den Computer ein, ohne sich lange Passwörter merken zu müssen. Gelungene Alternative zum fehlenden Fingerabdruckleser.

    MMMHHH wenn er das kann (linux) sehe ich für mich nur den plus punkt,da 12″zoll nicht viel grösser ist alls 10″.und die aku werte sind nicht richtig definibar,da asus besserakus herstell ;)

    mein zitat :asus macht halt immer noch die besser netbooks obwohl der Lenovo Ideapad S12 nicht mehr zu denen gehört.

    saluti und viel spass;)

  10. Lenovo S12 beim Amazon mit 50 Euro Rabatt | Linux und Ich schrieb:

    [...] Roman Hanhart (er hat sich allerdings das Lenovo IdeaPad S12 mit Intel GMA 950 angesehen) und dem Blogausgraz [...]

  11. Dirk DeimekeNo Gravatar schrieb:

    Ich habe mich jetzt für ein Ideapad S10-2 entschieden.

    Nachdem ich erst mit dem Thinkpad Edge geliebäugelt habe und danach mit dem Ideapad S12, habe ich mich gefragt, wofür ich das eigentlich benötige und mich dann für das mobilere entschieden.

    Morgen Abend werde ich es abholen.

  12. Roman HanhartNo Gravatar schrieb:

    Klein und fein ist das Teil. Mir ist halt bei den Zehnzöllern die Tastatur fast zu klein. Aber letztlich ist das reine Gewöhnung.

  13. Dirk DeimekeNo Gravatar schrieb:

    Ich habe das Gerät von Oliver Gassner in der Hand gehabt und es scheint ok für mich zu sein.

    Das Hauptarbeitsgerät soll das Netbook nicht werden. Ich möchte nur gerne im Zug oder unterwegs mal etwas machen können.

  14. Roman HanhartNo Gravatar schrieb:

    Das von Oli ist aber kein 10 Zoll, oder? Ich dachte, der hätte ein 11-Zoll-Gerät. Für den Zug und allgemein unterwegs ist das eine sehr gute Variante.

  15. Dirk DeimekeNo Gravatar schrieb:

    Doch, doch, Oli hat das exakt gleiche.

  16. Roman HanhartNo Gravatar schrieb:

    OK, nimmst Du das Teil am Sonntag mit?

  17. Dirk DeimekeNo Gravatar schrieb:

    Ja, klar!

  18. Dirk DeimekeNo Gravatar schrieb:

    Also, eines muss ich schon einmal sagen. Olivers Tastatur kam mir wesentlich grösser vor.

  19. Roman HanhartNo Gravatar schrieb:

    Roland hat ja von der Grösse her auch ein 10.1 Zoll-Gerät; das ASUS 900 oder 901. Für meine Wurstfinger sind die Tasten zu klein. Deshalb hat mein 900er meine Frau. Sie hat feine, zarte Fingerli ;-)

  20. Dirk DeimekeNo Gravatar schrieb:

    Ich glaube auch mittlerweile, dass Oliver ein S12 hat. Die Unterschiede sind doch zu gross.

  21. MichaelNo Gravatar schrieb:

    Hallo,
    dieser Blog-Eintrag ist zwar nicht mehr der neuste, aber ich möchte dennoch eine kleine Randnotiz zum Ideapad S12 und Ubuntu 10.10 (Maverick Meerkat) hinterlassen.
    Unter Karmic und Lucid lief bei mir immer alles wie am Schnürchen und so bin ich sehr zufrieden mit dem S12 und Ubuntu. Den AHCI Modus habe ich im Bios auf Compatible gestellt. Doch als ich die Beta-Version von Maverick installierte, lief beim booten gar nichts mehr, ausser ich drückte unaufhörlich eine x-beliebige Taste. Seitdem gebe ich dem Kernel den “nolapic_timer” Parameter (siehe http://wiki.ubuntuusers.de/Booten) mit auf den Weg und alles funktioniert wieder 1A ! :-) Im Bios habe ich dann auch den AHCI Modus wieder auf normal gestellt.

    @Roman: vielen Dank für diesen Bericht, er hatte meine Kaufsentscheidung nachhaltig beeinflusst :-)

  22. Roman HanhartNo Gravatar schrieb:

    Hallo Michael

    Danke für den Hinweis! Ich nutze noch immer die LTS auf dem S12, wollte aber nach dem Release wechseln. Da kann ich Deinen Tipp wohl sehr gut gebrauchen.

  23. Roman HanhartNo Gravatar schrieb:

    Hoi Michael
    Das hat bestens funktioniert, vielen Dank! Jetzt bräuchte ich bloss noch die Lösung, um die grub.cfg dauerhaft mit dem Befehl “nolapic_timer” auszustatten, so dass ich ihn nicht nach jedem Kernelupdate neu setzen muss. Das müsste ja über die /etc/default/grub möglich sein.

  24. MichaelNo Gravatar schrieb:

    Freut mich zu hören :-)
    verstehe ich Dich richtig, dass auch Dein Lenovo S12 ohne “nolapic_timer” unter Maverick nicht richtig booten kann?
    Meine Zeile in /etc/default/grub sieht übrigens seit einer Weile so aus:

    GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT=”quiet splash nolapic_timer”

    Das klappt ganz gut :-)

    Kleine Randbemerkung: leider gibt es für mich zwei sehr störende Regressions in Maverick, und so betreibe ich Lucid und Maverick im Dual-boot.

    1) ist mein WLAN nach dem Booten immer deaktiviert. –> Rechtsklick auf Network-manager behebt das Problem bis zum nächsten Neustart (lästig, da automatisch gestartete Programme wie Thunderbird über fehlende Verbindung klagen)

    2) ich kann meinen externen Bildschirm (1280×1024) nicht mehr links/rechts *neben* dem internen Bildschirm (1280×800) betreiben (normal eingerichtet mit “Administration->Monitors”, Platzierung oberhalb/unterhalb geht). Ich vermute dies hat damit zu tun, dass der virtuelle Gesamtbildschirm 2048×2048 Pixel übersteigt (nur falls Bildschirme nebeneinander). Meine Intel 945GME Grafikkarte hat so ein Limit bei 2048 Pixel(siehe: glxinfo -l |grep GL_MAX_TEXTURE_SIZE) was u.a. bereits Compiz unter Lucid verhinderte. Neu in Maverick ist allerdings, dass auch eine normale 2D Metacity Umgebung nicht mehr auf 2560×1824 Pixel geht –> :-(
    Naja, mal schauen was sich da machen lässt… ;-)

  25. Roman HanhartNo Gravatar schrieb:

    Oh danke, Michael! Das habe ich noch gesucht (für die /etc/default/grub)

    Ja, auch an meinem Gerät braucht es den Eintrag in grub, sonst muss ich entweder die Tastatur oder das Mousepad andauernd bewegen, damit das Teil bootet. Mit dem Eintrag klappt es wunderbar.

    Ja, mich stört genau auch der Umstand, dass das WLAN nach dem Booten deaktiviert bleibt. Vielleicht finde ich dazu noch etwas. Das Problem mit dem externen Bildschirm habe ich zum Glück nicht, ich hänge nie ein solches Gerät an den S12.

  26. Ubuntu 10.10 auf Lenovo Ideapad S12 » Von Roman Hanhart » ubuntublog.ch schrieb:

    [...] konnte zum Glück Michael etwas helfen, denn der S12 hat augenscheinlich ein Problem mit dem lokalen APIC-Timer. Das Problem [...]

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