VirtualBox – Installation, Anwendung, Praxis

Unter dem Titel VirtualBox – Installation, Anwendung, Praxis schrieb Dirk Becker ein Fachbuch zur mittlerweile recht beliebten Desktop-Virtualisierungssoftware VirtualBox. Das Buch ist ganz frisch im Verlag Galileo Computing erschienen, stellt auch Informationen zur Virtualisierung von Windows 7 zur Verfügung und bietet das Galileo Buch Update an. Auf 321 Seiten sind die Informationen zur VirtualBox niedergeschrieben; vom Verlag habe ich ein Rezensions- oder Presse-Exemplar erhalten.

Das Buch beginnt mit einer persönlichen Vorstellung des Autors. Etwas ungewohnt, aber ganz sympathisch, finde ich. Dann folgt eine kurze, aber prägnante Einführung in die Hardware eines PCs, quasi als Vorbereitung, um die Virtualisierung eines Rechners besser verstehen zu können. Anschliessend nennt Dirk Becker die Vor- und Nachteile der Virtualisierung und zeigt die verschieden Arten auf, wobei er auch ganz kurz auf die jeweiligen Produkte wie Xen oder VMWare eingeht.

Gleich zu Beginn des Buches kommt meiner Meinung nach der Unterschied zwischen der OSE und der “normalen Version” von der VirtualBox ganz gut zur Geltung. Aber auch das, was die VirtualBox nicht kann oder wozu sie nicht entwickelt wurde, wird deutlich herausgestrichen.

VirtualBox

Dann geht es an die Praxis, der Autor geht auf die Installation unter Windows und Linux ein. Durch das ganze Buch führt Dirk Becker jeweils die Windows und Linux-Varianten auf und erklärt das Vorgehen bei diesen beiden Betriebssystemen. Mac-User können das Buch zwar auch nutzen, da vieles gleich oder ähnlich ist, wirklich auf Macs geht aber der Autor nicht ein.

Spannend wird es für mich im Bereich der Kommandozeilen, wo VBoxManage zum Einsatz kommt, aber auch VBoxSDL finde ich eine feine Sache. Damit lassen sich virtuelle Maschinen flüchtig konfigurieren; beim Abschalten nehmen sie den ursprünglichen Zustand wieder an. Dann bespricht der Autor den Aufbau einer virtuellen Instanz, geht auf die Hardware (und deren virtuellen Abbildungen) ein, zeigt die Netzwerkkomponenten und bietet ein Kapitel zu den Gasterweiterungen an.

In den Praxisbeispielen findet sich eine Fülle an Tipps und Tricks, aber auch ganz “normale” Anleitungen, beispielsweise die Anwendung einer Netzwerkbrücke unter Windows 7 oder das Einrichten eines internen Netzwerkes mit virtuellen Maschinen, oder wie die VirtualBox als Server betrieben werden kann. Hier kommt allerdings deutlich zur Geltung, dass sich der Serverbetrieb bloss für die private Nutzung eignet; im professionellen Umfeld sollten andere Produkte angewandt werden. Weiter kommt der Manager für virtuelle Medien zur Sprache, die Nutzung von Snapshots bildet ein eigenes Kapitel, gemeinsame Ordner stellen ein Thema, die 3D-Beschleunigung wird besprochen und die Verwendung von mehreren Monitoren kann man nachlesen. Zu den seriellen Schnittstellen, der USB-Anbindung, zum Portforwarding gibt es je ein Unterkapitel, schliesslich geht es noch um das Klonen und um die Datensicherung. Ebenfalls lesenswert ist die Beschreibung, wie per VBoxHeadless eine Sitzung aufgezeichnet und wiedergegeben wird.

Dem Thema Migration und Import wird viel Platz gewidmet, wer die VirtualBox produktiv nutzen will, sollte dazu eine saubere Lösung parat haben. Falls Probleme auftauchen, ist ebenfalls ein Kapitel dazu erstellt worden. Dort fand ich auch die Lösung zum USB-Problem unter Linux, wie ich sie hier beschrieben habe.

Zum Schluss folgt das Kapitel Kommandozeilentools, das in Ergänzung zu den vorhergehenden Kapiteln eine Bereicherung und Vertiefung darstellt und dann fügt sich das obligate Stichwort-Verzeichnis, welches in einem solchen Buch von Vorteil sein dürfte, an.

Anfangs hatte ich etwas Mühe, mich im Aufbau des Buches zurechtzufinden, habe mich aber schnell eingearbeitet. Dirk Becker nutzt ein angenehmes, lockeres und zugleich treffsicheres Deutsch, das sich bequem lesen lässt. Das Buch richtet sich an Ein- und Umsteiger. Meiner Meinung nach können aber auch erfahrene Benutzer der VirtualBox noch einige Tipps oder Tricks in diesem Buch finden, besonders aus dem Bereich der Kommandozeilentools. Den Spagat, den Dirk Becker mit diesem Werk versucht hat, scheint fast gelungen zu sein. Denn einerseits erklärt der Autor mit einer Engelsgeduld, wie unter Windows eine Applikation in die Variable Path eingetragen wird, und schildert andererseits den Einsatz der VirtualBox als Server. Es sind also Informationen für Einsteiger und Profis vereint in einem Buch zu finden. Wer weiss, vielleicht setzt sich Dirk noch einmal hin und schreibt ein Werk für Menschen, die noch mehr über das Innenleben der VirtualBox erfahren möchten.

Ich fand einige Überraschungen in diesem Buch, wozu die VirtualBox fähig ist und was man mit dem Teil alles anfangen kann. Der Titel ist unter der ISBN 978-3-8362-1374-5 für knapp 35 Euro im Handel erhältlich.

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